Weisheiten zum Thema »Dummheit und Klugheit«

Eine diskursive Folge erlesener Aphorismen von genannten Autoren ohne Rangfolge - » VORWORT

 

Albert Einstein (1879 - 1955):

Wenn die Menschen nur über das sprächen, was sie begreifen, dann würde es sehr still auf der Welt sein.

Die Majorität der Dummen ist unüberwindbar und für alle Zeiten gesichert. Der Schrecken ihrer Tyrannei ist indessen gemildert durch Mangel an Konsequenz.

Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Es ist ein glückliches Schicksal, wenn man bis zum letzten Schnaufer durch die Arbeit fasziniert wird. Sonst würde man zu sehr leiden unter der Dummheit und Tollheit der Menschen, wie sie sich hauptsächlich in der Politik äußert.

Hinweis:  » Albert Einsteins Weisheiten und Ansichten - Eine Zitate-Anthologie



Buddha (Siddhartha Gautama, gestorben ca. 400 v. Chr.):

Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. - Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.



Aristoteles (384 - 322 v. Chr.):

Ich verstehe aber unter Geist die Kraft der Seele, welche denkt und Vorstellungen bildet.

Denken für sich allein bewegt nichts, sondern nur das auf einen Zweck gerichtete und praktische Denken.



Johann Gottfried Herder (1744 - 1803):

Denken, was wahr, und fühlen, was schön, und wollen, was gut ist, darin erkennt der Geist das Ziel des vernünftigen Lebens.



John Locke (1632 - 1704):

Die große Mehrheit der Dummen wird von denen gebildet, die durch die böse Gewohnheit, ihr Denkvermögen niemals anzustrengen, die Fähigkeit dazu verloren haben.



Francois La Rochefoucauld (1613 - 1680):

Die Leichtsinnigen und die Dummen sehen die Welt durch ihr Gefühl.

Große Geister sagen in wenigen Worten viel, kleine in vielen nichts.

Jedermann klagt über sein Gedächtnis, niemand über seinen Verstand.

Es gibt naive Menschen, die sich erkennen und ihre Naivität geschickt zu benützen verstehen.

Mittelmäßige Geister verurteilen gewöhnlich alles, was über ihren Horizont geht.



Konrad Adenauer (1876 - 1967):

Wir leben alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben Horizont.



Japanisch:

Hebt man den Blick, so sieht man keine Grenzen.



Blaise Pascal (1623 - 1662):

Das rastlose Leben ist den großen Geistern willkommen, aber die Mittelmäßigen haben keine Freude daran; sie sind ganz Maschine.



Giordano Bruno (1548 - 1600):

Die allgemeine Meinung ist nicht immer die wahrste.



Mark Twain (1835 - 1910):

Immer wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen.



Alexander von Humboldt (1769 - 1859):

Jeder muss den Mut seiner Meinung haben.



Albert Einstein (1879 - 1955):

Wenige sind imstande, von den Vorurteilen der Umgebung abweichende Meinungen gelassen auszusprechen; die meisten sind sogar unfähig, überhaupt zu solchen zu gelangen.

Große Geister haben stets heftige Gegnerschaft in den Mittelmäßigen gefunden. Diese letzteren können es nicht verstehen, wenn ein Mensch sich nicht gedankenlos ererbten Vorurteilen unterwirft, sondern ehrlich und mutig seine Intelligenz gebraucht und die Pflicht erfüllt, die Ergebnisse seines Denkens in klarer Form auszusprechen.

Die höchste Stufe des Geizes ist es, wenn einer niemals seinen Verstand gebraucht.



Erich Fromm (1900 - 1980):

Intelligenz ist - abgesehen von der angeborenen Fähigkeit - weitgehend eine Funktion der Unabhängigkeit, des Mutes und der Lebendigkeit; Dummheit ist ihrerseits ein Resultat der Unterwürfigkeit, der Angst und des inneren Abgestorbenseins.
Wenn ein wesentlicher Teil der Intelligenz in der Fähigkeit besteht, Zusammenhänge zwischen Faktoren festzustellen, bei denen man bisher nicht bemerkt hatte, dass sie miteinander in Beziehung stehen, dann wird jemand, der sich an Klischees und Konventionen klammert, es nicht wagen, solche Zusammenhänge zu erkennen.
Wer Angst davor hat, sich von den anderen zu unterscheiden, wird nicht wagen, Fiktionen als das zu erkennen, was sie sind, und wird daher auf starke Hindernisse stoßen, wenn es gilt, die Realität aufzudecken. [aus: Jenseits der Illusionen, 11 Verwandte Ideen]



Stefan Jerzy Lec (1909 - 1966):

Die Ignoranz bleibt nicht hinter der Wissenschaft zurück. Sie wächst genauso atemberaubend wie diese.



Sprichworte:

Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

Je weniger Ausbildung, desto mehr Einbildung.

Das Ei will immer klüger sein als die Henne.

Unter Blinden ist der Einäugige König (... wird auch blind).

Dummheit und Stolz wohnen auf einem Holz.

Gefährlich ist, wenn Dumme fleißig werden.

Leichtsinn und Torheit sind Nachbarn.

Geht es dem Esel zu gut, geht er auf´s Eis und tanzt.

Am vielen Lachen erkennt man den Narren.



Baruch de Spinoza (1632 - 1677):

Glauben ist leichter als Denken.



Arthur Schopenhauer (1788 - 1860):

Zum Denken sind wenig Menschen geneigt, obwohl alle zum Rechthaben.

... Kurzum Denken können sehr wenige, aber Meinungen wollen alle haben: was bleibt da anderes übrig als dass sie solche, statt sie sich selbst zu machen, ganz fertig von anderen aufnehmen? - Da es so zugeht, was gilt noch die Stimme von hundert Millionen Menschen? [aus: Eristische Dialektik, Kunstgriff 30]



Bettina von Arnim (1785 - 1859):

Selbstdenken ist der höchste Mut. ... Wer wagt selbst zu denken, der wird auch selbst handeln. [aus: Die Günderode]



Immanuel Kant (1724 - 1804):

Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.

Wer Urteilskraft in Geschäften zeigt, ist gescheit. Hat er dabei zugleich Witz, so ist er klug.

Wir leben in einer Welt, worin ein Narr viele Narren, aber ein weiser Mann nur wenige Weise macht.



Sokrates (468 - 399 v. Chr):

Der Kluge lernt aus allem und von jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiß alles besser.



Epictetus (55 - 135):

Es ist unmöglich für einen Menschen, etwas zu lernen, von dem er meint, dass er es schon weiß.



Jean-Paul Sartre (1905 - 1980):

Der Eigensinn ist die Energie der Dummen.



Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v. Chr.):

Jeder Mensch kann irren, der Dumme nur verharrt im Irrtum.



Wilhelm Busch (1832 - 1908):

      Dummheit, die man bei den anderen sieht,
      Wirkt meist erhebend aufs Gemüt.

Dumme Gedanken hat jeder, aber der Weise verschweigt sie.



Heinrich Heine (1797 - 1856):

Ein Kluger bemerkt alles, - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.



Voltaire (eigtl. Francois-Marie Arouet, 1694 - 1778):

Je öfter eine Dummheit wiederholt wird, desto mehr bekommt sie den Anschein der Klugheit.



Theodor Fontane (1819 - 1863):

Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf.



Albert Einstein (1879 - 1955):

Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.

Der gesunde Menschenverstand - das sind all die Vorurteile, die sich bis zum 18. Lebensjahr im Bewusstsein ausgebildet haben.

Es ist kaum zu glauben, wie wenig die Menschen selbst aus den härtesten Erfahrungen lernen.



George Bernard Shaw (1856 - 1950):

Wir lernen aus Erfahrung, dass die Menschen nichts aus Erfahrung lernen.

Es ist gefährlich aufrichtig zu sein, außer, wenn man auch dumm ist.



Konfuzius (551 - 479 v. Chr.):

      Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu handeln:
      erstens durch Nachdenken, das ist der edelste,
      zweitens durch Nachahmen, das ist der leichteste,
      und drittens durch Erfahrung, das ist der bitterste.



Thomas Hobbes (1588 - 1679):

Wie reiche Erfahrung Klugheit ist, so ist Reichtum an Wissenschaft Weisheit.



Gerhard Roth (geb. 1942):

Vernunft ist mit Klugheit gepaart und führt zusammen mit Lebenserfahrung zu Weisheit. [aus: 'Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten']



Bertrand Russell (1872 - 1969):

Es ist ein Jammer, dass die Dummköpfe so selbstsicher sind und die Klugen so voller Zweifel.

Freies Fragen wird verhindert werden, solange es Ziel der Erziehung ist, Überzeugung statt Denken hervorzubringen.



Jean Paul (1763 - 1825)

Zuviel Vetrauen ist häufig eine Dummheit, zuviel Misstrauen immer ein Unglück.



Franz Grillparzer (1791 - 1872):

Der Ungebildete sieht überall nur Einzelnes, der Halbgebildete die Regel, der Gebildete die Ausnahme.



Kurt Tucholsky (1890 - 1935):

Der Vorteil der Klugheit liegt darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger.



André Maurois (1885 - 1965):

Das Schwierige am Diskutieren ist nicht, den eigenen Standpunkt zu verteidigen, sondern ihn zu kennen.



Curt Goetz (1888 - 1960):

Einen Gescheiten kann man überzeugen, einen Dummen überreden.

Denken ist allen erlaubt, doch vielen bleibt es erspart.



Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900):

Denken ist ein Interpretieren nach einem Schema, welches wir nicht abwerfen können.



Hugo Dionizy Steinhaus (1887 - 1972):

Eine der Eigenschaften der Dummheit ist die Logik.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

Ein Urteil lässt sich widerlegen, aber niemals ein Vorurteil.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Diejenigen, welche widersprechen und streiten, sollten mitunter bedenken, dass nicht jede Sprache jedem verständlich sei.

Sei nicht ungeduldig, wenn man deine Argumente nicht gelten lässt.

Der Scharfsinn verlässt geistreiche Männer am wenigsten, wenn sie unrecht haben.

Es irrt der Mensch, so lang' er strebt.

Alles Große und Gescheite existiert in der Minorität. Es ist nie daran zu denken, dass die Vernunft populär werde. Leidenschaften und Gefühle mögen populär werden, aber die Vernunft wird immer nur im Besitz einzelner Vorzüglicher sein.



Hoimar von Ditfurth (1921 - 1989):

Zwar hat die menschliche Unvernunft nicht zugenommen. Ruinös angestiegen ist jedoch die Zahl der Unvernünftigen.



Friedrich Wolf (1888 - 1953):

Gegen Verleumdung und Dummheit kann man sich nicht schützen.



Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781):

Was Gewalt heißt, ist nichts: Verführung ist die wahre Gewalt.

Wer über gewisse Dinge den Verstand nicht verlieret, der hat keinen zu verlieren.

(aus: Emilia Galotti, IV/V, 7)



Egon Bahr (geb. 1922):

Verstand ohne Gefühl ist unmenschlich, Gefühl ohne Verstand ist Dummheit.



Jean de Lafontaine (1621 - 1695):

Zu allen Zeiten haben die Kleinen für die Dummheiten der Großen büßen müssen.



Konrad Lorenz (1903 - 1989):

Hass macht nicht nur blind und taub, er macht auch unglaublich dumm.



Albert Camus (1913 - 1960):

Die Grausamkeit empört, aber die Dummheit entmutigt.



Arthur Schopenhauer (1788 - 1860):

Ein guter Vorrat an Resignation ist überaus wichtig als Wegzehrung für die Lebensreise.



Gottfried Benn (1886 - 1956, Marginalien):

Resignation ist kein Nihilismus; Resignation führt ihre Perspektiven bis an den Rand des Dunkels, aber sie bewahrt Haltung auch vor diesem Dunkel.



Günter Blöcker (1913 - 2006):

Solange der Mensch annimmt, dass die Übel dieser Erde ihren Grund im speziellen Versagen einzelner Personen und einzelner Einrichtungen haben - so lange befindet er sich noch im Stande der geistigen Kindheit.



Carl Friedrich von Weizsäcker (1912 - 2007):

Die Probleme der Gesellschaft, der Mitmenschenlichkeit, ja des Überlebens bleiben ungelöst, solange jeder Einzelne und noch mehr jede soziale Gruppe die ethischen Forderungen streng nur auf die Andern, auf sich aber lax anwendet. Das Resultat ist die Kette von Katastrophen, die man politische Geschichte nennt. Das Verhalten von uns Menschen in dieser Geschichte ist nicht primär böse, es ist vor allem unter unserem eigenen intellektuellen Niveau, es ist dumm. [aus: Der Garten des Menschlichen, 1977, S. 475]

Menschliche Gemeinschaften könnten sich durch Vernunft und Nächstenliebe stabilisieren, also durch Wahrheit, durch Erkenntnis, Wahrhaftigkeit, Rücksicht und aktive Hilfe. Wo das geschieht, empfinden wir, dass Friede herrscht. [ebenda, S. 522]



Gabriel Laub (1928 - 1998):

Die Menschheit würde unbeschränkte Möglichkeiten haben, wenn sie die Möglichkeit hätte, die Macht der Beschränkten zu beschränken.

Der vernünftige Mensch kann unmöglich an die Vernunft glauben.

Immer vernünftig zu sein, ist unvernünftig. Aber das ist keine Rechtfertigung der Dummheit.

Schon die Mathematik lehrt uns, dass man Nullen nicht übersehen darf.



Bertrand Russel (1872 - 1969):

Unser Zeitalter ist düster, aber vielleicht werden gerade die Ängste, die es uns einflößt, zu einem Quell der Weisheit.

Das Notwendigste, was die Welt braucht, um glücklich zu werden, ist Einsicht.



Eugen Roth (1895 - 1976):

      Ein Mensch erklärt, es sei im Leben
      Das Klügste, immer nachzugeben.
      Ein andrer Mensch ihm widerspricht,
      Und meint bescheiden: immer nicht!
      Nur so von Fall zu Fall, beliebig. -
      Jedoch der Mensch bleibt unnachgiebig.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

"Der Gescheitere gibt nach", - eine traurige Wahrheit, -
 sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit!

Geistlose kann man nicht begeistern, aber fanatisieren kann man sie.



Erich Kästner (1899 - 1974):

      Vergiss in keinem Falle,
      Auch dann nicht, wenn vieles misslingt:
      Die Gescheiten werden nicht alle!
      (So unwahrscheinlich das klingt)

Vernunft muss sich ein jeder selbst erwerben, nur die Dummheit pflanzt sich gratis fort.



Albert Einstein (1879 - 1955):

Liebe Nachwelt! Wenn Ihr nicht gerechter, friedlicher und überhaupt vernünftiger sein werdet, als wir sind bzw. gewesen sind, so soll Euch der Teufel holen. [1936]






Eberhard Liß (geb. 1941):

Die überlebensfähigen Organismen (auch hirnlose, ohne Bewusstsein) können sich instinktiv 'klug' verhalten aufgrund von (unbewussten) Automatismen ihrer umweltangepassten Lebens- und Verhaltenssteuerung im Sinne von natürlicher Homöostase (dynamische Stabilität, vgl. Selbstheilung).

Das im Gehirn veranlagte und ausgebildete Wissen ist funktionell notwendig für die Selbsterhaltung des Organismus, die ermöglicht wird durch kognitive Prozesse des Denkens und Erinnerns, - meist gemäß pragmatischen Denkgewohnheiten und unsicheren Vorstellungen ohne Gewissheit aufgrund der unzureichenden Einsicht in natürliche Zusammenhänge.

'Dummheit' (eines Gedächtnissystems) wird bestimmt als mangelhaftes Denk- und Lernvermögen, bedingt durch unzureichendes Erfahrungswissen und fehlende Erkenntnisse zur Ermöglichung von situationsangepassten Urteilen und Schlüssen bzw. Lernen aus Erfahrung für 'rationale' Einsicht in wirkliche Zusammenhänge; wozu ein 'dummes' System nicht befähigt ist, - auch nicht zu kognitiv-logischer Modellbildung zwecks empirischen Voraussagen und optimalen Entscheidungen für 'intelligente' Problemlösungen und auch 'wissenschaftliche' Wahrheitsfindung.

Einsicht durch Erkenntnis wird gewonnen beim kognitiven 'Verstehen lernen' und ermöglicht eine Wissensverbesserung für intelligentes Verhalten.

Mangelnde Einsicht wegen zu geringem Wissen erweist sich mit falschen Urteilen und schlechten Entscheidungen.

Mangelhaftes Wissen und geringes Denkvermögen sind Gründe für Unverstand und falsche Meinungen, auch für Aberglaube und Fanatismus.

Kritisches Denken stört die Vetrauensseligen,

Engstirnige glauben genügend zu wissen und vermeiden logisches Nachdenken.

Dumme machen sich weniger Gedanken als Kluge, weil sie nichts hinterfragen.

Wer über imposante Beobachtungen nachdenkt, stellt schwierige Fragen. -
Wer schnellfertige Antworten findet, denkt oberflächlich.

Befragte Unverständige, die sich provoziert fühlen, geben dummfreche Antworten.

Schwachsinn ist unlogisch; Wahnsinn kann logische Methode werden.

Der Sinn suchende Mensch versucht auch Sinnwidriges für sich verständlich zu machen.

Mit kritischen Studien zur Wahrheitsfindung belasten sich nur die wenigen Denker, die sich ernsthaft um Einsicht bemühen.

Einsicht ist eine Begriffsform für das Verstehen eines Sachverhalts aufgrund der Erkenntnis von erfassten Zusammenhängen, beispielsweise einer kausalen Relation zur Bestimmung von Ursache und Wirkung eines Geschehens oder einer Handlung.

Praktische oder theoretische Einsicht (für Klugheit bzw. Weisheit) basiert auf situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen für Wissen), die modellhaft erfassten 'begrifflichen' Beziehungen entsprechen.

»Verstehen lernen« heißt kognitive Gewinnung von Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge von Sachverhalten der "wirklichen" Erfahrungswelt gemäß dem individuellen Erkenntnisprozess.

Verstand ist Erkenntnisvermögen für "intellektuelle" Deutungen und Urteile durch 'praktische Einsicht' als handlungsorientierte Form des Verstehens.

Verstandesmäßiges Problemlösen kann "vernünftig" optimiert werden mit Hilfe von zu bewertenden Voraussagen durch 'theoretische Einsicht' (vgl. soziale Konsequenzen).

Vernunft ist "rationales" Einsichtsvermögen für hypothetische Modellvorstellungen von kognitiv erfassten Zusammenhängen, die geeignet sind zur 'logischen' Argumentation oder 'antizipativen' Voraussicht mittels assoziierten Voraussagen der jeweiligen Konsequenzen von alternativ wählbaren Handlungsoptionen, die 'gewissenhaft' abzuwägen sind vor der Entscheidung für eine als 'sozialverträglich' verantwortbare Handlung (gemäß 'sittlichem' Verhaltenskodex, vgl. Selbstkontrolle).

Vernünftige Selbstkontrolle zur lerntypischen Verbesserung des Verstehens ist möglich mit kritikfähiger Selbstreflexion.

"Dumme" lernen nicht aus ihren Fehlern, wenn sie keine rationale Einsicht (durch Erkenntnis) gewinnen können, die geeignet wäre, um ihr Orientierungswissen zu verbessern und damit vernünftige Selbstkontrolle 'wissentlich' zu vollziehen.

Klugheit als rationale Urteilsfähigkeit basiert auf pragmatischem Wissen um zweckmäßige Mittel zum Glück beim Problemlösen.

Ein 'kluger' Mensch vermeidet Fehlurteile beim analytischen Denken durch die selbstkritische Verbesserung seiner Modellvorstellungen (Ansichten, Theorien) gemäß seiner empirisch gewonnenen 'praktischen' Einsicht in wirkliche Zusammenhänge.

Kluge Rechthaber mit praktischer Einsicht wirken selbstbewusst und selbstsicher.

Für kluges Handeln nutzbares Wissen ist erfahrungsgemäß erlernbar nach der Methode 'Versuch und Irrtum', d. h. Lernen aus Fehlern oder am Erfolg.

Weisheit als höchste Einsichtsfähigkeit ermöglicht theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, das begründbar ist durch fundamentale Lebenserfahrung und rationale Einsicht in allgemeine Zusammenhänge.

Ein weiser Mensch erlernt sein Verständnis des Wesentlichen durch gewonnene Einsicht in begreifbare Sinn-Zusammenhänge; - dabei kann er staunen wie ein Kind über die schwerverständliche Komplexität der Natur.

Zur Aufklärung einer Problemsituation müssen die richtigen Informationen beschafft und kritisch ausgewertet werden, wobei Einsicht erforderlich ist, um das Wesentliche zu verstehen und damit eine richtige Entscheidung zu erwägen.

Eingeschränktes Interesse und unzureichendes Wissen erschweren eine kognitive Verbesserung des Verstehens und ein Lernen durch Einsicht.

Naiv urteilende Menschen mit Geltungsdrang lassen sich verleiten zu modischen Überzeugungen und auch unfairen Taten.

Große Vielfalt gefällt den Einfältigen, obwohl ihnen das Auswählen schwer fällt.

Ein denkfauler Mensch ist meist stur und muss sich langweilen, wenn er kein Hobby hat.

Kritisches Denken über Probleme belastet den Verstand, erfordert "trockene" Logik und wirkt meist verunsichernd.

Bequemer als bewusste Reflexion ist unterhaltender Zeitvertreib, der auf Dauer zu depressiver Resignation und Hilflosigkeit führen kann.

Ein sozial "angepasster" Mensch übernimmt modisch wechselnde Verhaltensmuster und akzeptiert auch traditionelle Bräuche, Riten und Zeremonien. Aufgrund seiner mangelnden Skepsis gegenüber neuen Angeboten ist seine Gesinnung von verführerischen Medien und Personen leicht manipulierbar, womit er sich fremd bestimmen, benutzen oder ausnutzen lässt.

Von Mitläufern wird meist nicht verlangt, sich eigene Meinungen zu bilden.

Allgemeine Resignation oder nur Desinteresse gegenüber wissenschaftlichen Fragen zeigen viele Menschen, die sich nicht mit für sie unlösbar erscheinenden Problemen belasten wollen.

Desinteresse wegen Gleichgültigkeit resultiert oft aus Enttäuschungen wegen Unverstand mit falschen Vorstellungen.

Gründe für Fehlurteile oder unwahre Behauptungen sind falsche Vorstellungen oder Annahmen, jeweils bestimmbar als irreale Anschauung oder Fehleinschätzung aus Unkenntnis des wahren Sachverhalts, - infolge von Nichterkennung des Wesentlichen wegen Wissensmangel oder Unachtsamkeit.

Je komplexer Schwerverständliches ist, desto mehr wird nach Leichtverständlichem gesucht, - nach möglichst einfach übernehmbaren Regeln oder nachahmbaren Aktionen.

Urteilsschwäche (Unverstand) wegen unzureichender Einsicht in komplexe Zusammenhänge kann konstruktiv kompensiert werden mit "pragmatischen" Regeln und "ratgebenden" Theorien durch reduktionistische Vereinfachungen, insbesondere gemäß fiktiven Postulaten oder spiritistischen Axiomen, die bestimmt werden als konzeptionelle Hypothesen für Glaubenssätze von Ideologien (vgl. Indoktrinierung gemäß Dogmen von Religionen).

Die spürbare Ohnmacht unserer Vernunft gegenüber Unverstand und Überschätzung darf uns nicht entmutigen, immer wieder aus unseren Erfahrungen und auch Fehlern zu lernen. - Nur durch Selbstlernen können wir erforderliches Wissen in unserem unvollkommenen Steinzeitgehirn ausbilden.

Unsere Orientierung müssen wir stets überprüfen und auch korrigieren zwecks vernünftiger Umorientierung durch Lernen aus Fehlern.

Ein verstandesmäßig "funktionierender" Mensch handelt vorwiegend nach bewährten Regeln, Stereotypen und festen Schemata seiner pragmatischen Denkgewohnheiten. Seine Persönlichkeit kann er durch bewusstes "intentionales" Lernen nur dann entfalten, wenn er dazu ausreichend motiviert ist und sich eigene Ziele setzen und verfolgen kann, die von seinen Privat-Interessen mitbestimmt werden.

Ein lernender "einsichtiger" Mensch kann wesentliche Zusammenhänge "klug" erfassen und damit "rationelle" Problemlösungen finden. Er muss einen lebensnotwendigen Kompromiss "gelassen" eingehen, wenn in seinem begrenzten Handlungsspielraum keine bessere Lösung für ihn ersichtlich ist.

Beim rationalen Denken ermöglichen 'intuitive' Vorstellungen (Ideen, Entwürfe, Erfindungen) neue Erkenntnisse für konstruktive Konzepte als kreative Problemlösungen - unter der Voraussetzung, dass dabei hinderliche Denkgewohnheiten (stereotype Routinen) beseitigt oder unwirksam gemacht werden können.

Wer die Zeichen der Zeit erkennt und wesentliche Zusammenhänge der veränderten Umweltbedingungen begreift, gewinnt die notwendige Einsicht zur Selbsthilfe durch neue Erkenntnis für konstruktives Verstehen, das aber durch unbewusste Denkroutinen gestört oder behindert werden kann.

Ein kritischer Denker als forschender Wahrheitssucher bezweifelt die Gewissheit von ideologischen oder religiösen Axiomen und vertritt mit unangepassten Aussagen seine eigenen Erkenntnisse im Konflikt mit Denkgewohnheiten und Vorurteilen; - er wird bekämpft von den Verunsicherten, Unverständigen, Glaubenden oder Fanatikern, die ihn persönlich abwerten als 'negativen' Besserwisser oder sogar als 'oppositionellen' Feind der Machthaber.

Der kritisch Denkende kommt in Konflikt mit schnellfertigen Meinungen von Schmalspurdenkern.

Ein Einzelkämpfer mit Selbstvertrauen kann durch mutige Kritik und Engagement bisherige Denkgewohnheiten in Frage stellen, auch Denktabus brechen, wodurch neue soziale Entwicklungen veranlasst werden können.

Das Umdenken für Umlernen erfordert das Aufgeben bisheriger Denkweise(n).

Einsichtige Anerkennung der unerbittlichen Realität verlangt ein Aufgeben irrealer Vorstellungen und Erwartungen des Wunschdenkens.

Ein "dummer" Zufall oder Irrtum kann "unkluges" Verhalten verursachen, - sogar nach einer 'rational erwogenen' Entscheidung infolge 'antizipativer' Bewertung von zu erwartenden Konsequenzen möglicher Alternativen gemäß der jeweils assoziierten Voraussage "aus Erfahrung".

Immer wieder Neues versuchen und sich dabei irren dürfen ist der Weg zum Lernen - auch aus schlechten Erfahrungen.

Wir müssen lernen, unsere Enttäuschungen mit Würde und Toleranz zu ertragen. Dabei helfen uns Aufrichtigkeit, Humor und Tapferkeit.



Siehe auch:  » Urteil und Wahrheit  » Erkenntnis und Erfahrung

                       » LEBENSKUNST - Aphorismen und Zitate

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