Weisheiten zum Thema »Freiheit und Frieden«

Eine diskursive Folge erlesener Aphorismen von genannten Autoren ohne Rangfolge - » VORWORT

 

Henrik Ibsen (1828 - 1906):

Der Geist der Wahrheit und der Geist der Freiheit: sie sind die Säulen der Gesellschaft.



Perikles (nach 500 - 429 v. Chr.):

Zum Glück brauchst du Freiheit, zur Freiheit brauchst du Mut.



George Bernard Shaw (1856 - 1950):

Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.



Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778):

Der Gehorsam genüber dem Gesetz, das man sich vorgeschrieben hat, ist Freiheit.

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will.



Arno Holz (1863 - 1929):

    Ganz recht, mein Herz! Kein Mensch muss müssen!
    Ich weiß, ich weiß: ein Wort zum Küssen!
    Nur eins muss man, dies schärf dir ein,
    kein allzu großes Rindsvieh sein!



Erich Kästner (1899 - 1974):

    Das ist das Verhängnis:
    zwischen Empfängnis
    und Leichenbegängnis
    nichts als Bedrängnis.

    Was auch immer geschieht:
    Nie dürft ihr so tief sinken,
    von dem Kakao, durch den man euch zieht,
    auch noch zu trinken.



Paracelsus (1493 - 1541):

Eines Andern sei nicht, wer sein Eigener sein kann.  -  oder analog: 

Eines Andern Knecht soll niemand sein, der für sich bleiben kann allein.



Friedrich von Schiller (1759 - 1805):

Ein jeder zählt nur sicher auf sich selbst.



Gabriel Laub (geb. 1928):

Ein freier Mensch: das ist einer, der sich wenigstens seiner Unfreiheit bewusst geworden ist.



Ernst Ferstl (geb. 1955):

Freiheit heißt auch, sich seine Abhängigkeiten selbst wählen zu dürfen.

Alle Freiheiten sollten sich nur die nehmen, denen das Talent zur Selbstbeherrschung gegeben ist.



Immanuel Kant (1724 - 1804):

Je weniger Bedürfnisse ihr habt, desto freier seid ihr.



Pablo Picasso (1881 - 1973):

Wenn es in dem, was man tut, eine Freiheit gibt, dann die, etwas in sich selbst freizusetzen. Und selbst das ist nicht von Dauer.



Max Frisch (1911 - 1991):

Die Würde des Menschen, scheint mir, besteht in der Wahl. Das ist es, was den Menschen auch vom Tier unterscheidet; das Tier ist stets nur ein Ergebnis; das Tier kann nicht schuldig werden, so wenig wie es frei werden kann; das Tier tut stets, was es muss; und es weiß nicht, was es tut.



Wilhelm Busch (1832 - 1908):

Ich glaube, dass wir haftbar sind für unser Tun und Sein; besonders für das letztere, welches das erste ist.



Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799):

Ein Meisterstück der Schöpfung ist der Mensch auch schon deswegen, dass er bei allem Determinismus glaubt, er agiere als freies Wesen.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1918):

Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt, hat nie geliebt und nie gehasst.



Arthur Schopenhauer (1788 - 1860):

Der Mensch kann wohl tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.



Thomas Mann (1875 - 1955):

Die Freiheit existiert, und auch der Wille existiert; aber die Willensfreiheit existiert nicht, denn ein Wille, der sich auf seine Freiheit richtet, stößt ins Leere. (Mario und der Zauberer, 1930)



Matt Ridley (in "Genome" - 1999):

Wenn Gene das Verhalten beeinflussen können und das Verhalten die Gene beeinflusst, dreht sich die Kausalität im Kreis. Und in einem solchen System der kreisförmigen Rückkopplungen können einfache deterministische Vorgänge gewaltige, unvorhersehbare Folgen haben.

Zufälliges Handeln ist nicht das gleiche wie freies Handeln - es ist sogar genau das Gegenteil.

Solche Wechselwirkungen zwischen genetischen und äußeren Einflüssen machen mein Verhalten unvorhersagbar, aber nicht undeterministisch. In dem Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen liegt die Freiheit.

Dem Determinismus entgehen wir nie, aber wir können zwischen gutem und schlechtem Determinismus unterscheiden - zwischen freiem und unfreiem.

Die Freiheit besteht darin, den eigenen Determinismus auszudrücken und nicht den anderer. Nicht der Determinismus ist das entscheidende, sondern die Frage, wer ihn besitzt. Wenn wir die Freiheit bevorzugen, lassen wir uns lieber von Kräften bestimmen, die in uns selbst entspringen und nicht in andern.

Jeder hat sein eigenes, anderes, inneres Wesen. Sein Ich.



Erich Fromm (1900 - 1980, aus "Die Furcht vor der Freiheit"):

Zur positiven Freiheit als der Verwirklichung des Selbst gehört die volle Bejahung der Einzigartigkeit des Individuums. Die Menschen sind gleich geboren, aber sie sind auch verschieden geboren. Diese Verschiedenheit beruht auf der unterschiedlichen erblichen körperlichen und seelisch-geistigen Veranlagung, die sie mit auf die Welt bringen, zu der dann die besondere Konstellation der äußeren Umstände und die gemachten Erfahrungen hinzukommen.

Wenn man seine Spontaneität und seine Individualität aufgibt, so führt das zu einer Vereitelung des Lebens. Auch wenn ein solcher Konformist biologisch noch weiterlebt, ist er doch emotional und seelisch tot.

Der Mensch ist um so stärker, je mehr es ihm gelingt, seine Persönlichkeit zu integrieren, das heißt auch, je besser er sich selbst durchschaut. "Erkenne dich selbst" gehört zu den fundamentalen Geboten, deren Ziel Kraft und Glück des Menschen ist.



John Galsworthy (1867 - 1933):

Wer seine Grenzen kennt, ist schon ein halber Weise.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Die so genannte Freiheit des Menschen läuft darauf hinaus, dass er seine Abhängigkeit von den allgemeinen Gesetzen nicht kennt.


    Das ist der Weisheit letzter Schluss:
    Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
    der täglich sie erobern muss.

    (Faust, 2. Teil, 5. Akt)

Sobald wir dem Menschen die Freiheit zugestehen, ist es um die Allwissenheit Gottes getan, denn sobald die Gottheit weiß, was ich tun werde, bin ich gezwungen zu handeln, wie sie es weiß.

(Bemerkung zu Eckermann am 15. Oktober 1825)



Johann Peter Eckermann (1792 - 1854):

Niemand dient einem anderen aus freien Stücken; weiß er aber, dass er damit sich selber dient, so tut er es gern.



Ludwig Feuerbach (1804 - 1872):

Nur wer denkt, ist frei und selbständig.



Johann Georg Hamann (1730 - 1788):

Autorität kann zwar demütigen, aber nicht belehren; sie kann die Vernunft niederschlagen, aber nicht fesseln.



Rosa Luxemburg (1870 - 1919):

Freiheit ist immer (auch die) Freiheit der Andersdenkenden.



Jean-Paul Sartre (1905 - 1980):

Ich kann meine Freiheit nicht zum Ziel nehmen, wenn ich nicht zugleich die Freiheit des anderen zum Ziel nehme.



Stefan Zweig (1891 - 1942):

Was in Feiheit gedacht ist, kann nie die Freiheit eines anderen beschränken.

Aber wenn dies auch der Menschheit als Schicksal verhängt ist, immer wieder dem Wahn der Entzweiung anheimzufallen, so bleibt es ewige Aufgabe der Wachen, zu warnen und dem Unvermeidlichen zu wehren.



Albert Camus (1913 - 1960):

Nichts anderes als geistige Streitbarkeit - das ist der Frieden.



Jean-Paul Marat (1744 - 1793):

Nur wenn man niemals über die Einrichtungen der Gesellschaft nachgedacht hat, ahnt man nicht, dass sowohl die Freiheit als auch der Friede solche Neigungen des menschlichen Herzens wie Eitelkeit, Stolz, Ehrgeiz, Habsucht, Vorliebe für Auszeichnungen und alle Laster der Eigenliebe gegen sich hat.



Paul Cézanne (1839 - 1906):

Egoismus heißt nicht leben, wie man zu leben wünscht; es heißt, von anderen verlangen, dass sie so leben, wie man es wünscht.

Bescheidenheit ist eine Eigenschaft, die vom Bewusstsein der eigenen Macht herrührt.



Bertrand Russell (1872 - 1969):

Liebe und nicht Hass, Zusammenarbeit und nicht Konkurrenz, Friede und nicht Krieg sind das Erstrebenswertere.



Elazar Benyoetz (geb. 1937):

Frieden gäbe es nur dann, wenn die Menschen nicht bloß gegen den Krieg, sondern auch gegen das Siegen wären.



Karl Kraus (1874 - 1936):

Krieg ist zuerst die Hoffnung, dass es einem besser gehen wird, hierauf die Erwartung, dass es dem anderen schlechter gehen wird, dann die Genugtuung, dass es dem anderen auch nicht besser geht, und hernach die Überraschung, dass es beiden schlechter geht.



Thornton Wilder (1897 - 1975):

Wenn Krieg ist, denkt man über ein besseres Leben nach, wenn Frieden ist, über ein bequemeres.



Gustav Heinemann (1899-1979)

Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.



Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716):

Die Worte "Ewiger Friede" kann man wahrhaftig nur an die Friedhofspforte heften.



Marcus Tullius Cicero (106 - 43 v.Chr.):

Friede ist Freiheit in Ruhe.



Sprichwort:

In der Ruhe liegt die Kraft.



Heinrich Mann (1871 - 1950):

Die echte Kraft reift nur im Kampf



Ambrose Bierce (1842 - 1914):

Friede ist der Zeitraum des Betrügens zwischen zwei Zeiträumen des Kämpfens.



Thomas Mann (1875 - 1955):

    Gewalt birgt immer ein Element der Verzweiflung.



Leonardo da Vinci (1452 - 1519):

    Keine Gewalt hat Dauer.



Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799):

Ein Starker weiß mit seiner Kraft hauszuhalten, nur der Schwache will über seine Kraft hinaus wirken.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und Kräften fehlt. [Torquato Tasso]



Spruchweisheit:

Kann einer, dem selbst die Kraft zur Größe fehlt, andere erniedrigen?



Maurice Couve de Murville (geb. 1907):

Die Schwachen, die mit ihrer Schwäche umzugehen verstehen, sind stark.



Oscar Wilde (1854 - 1900):

Ernsthaftigkeit ist die Zuflucht derer, die nichts zu sagen haben.



Marcel Proust (1871 - 1922):

Schwerer noch, als nach seiner Überzeugung zu leben, ist es, sie anderen nicht aufzuzwingen.



Winston L. S. Churchill (1874 - 1965):

Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen.



Francois de La Rochefoucauld (1613 - 1680):

Die Mäßigung glücklicher Menschen kommt von der Ruhe, die vollbrachte Leistungen ihrem Gemüt geschenkt haben.



Matthias Claudius (1740 - 1815):

Selig ist der Mensch, der mit sich in Frieden lebt. Es gibt auf Erden kein größeres Glück.



Gautama Buddha (um 560 - um 480 v. Chr.):

Glück ist allein der innere Friede. Lerne ihn finden.



Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778):

Wollen wir in Frieden leben, muss der Friede aus uns selbst kommen.



Wilhelm Busch (1832 - 1908):

Wonach du sehnlichst ausgeschaut
es wurde dir beschieden.
Du triumphierst und jubelst laut:
Jetzt hab ich endlich Frieden.

Ach Freundchen werde nicht so wild.
Bezähme deine Zunge.
Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt,
kriegt augenblicklich Junge.






Eberhard Liß (geb. 1941):

Die individuelle Freiheit des Menschen wird stark eingeschränkt durch gesellschaftliche und familiäre Zwänge (vgl. Fremdbestimmung), - auch durch ethische Verpflichtungen (vgl. traditionelle Moral) und ideologische Anschauungen (vgl. Glaube und Überzeugung), die unbewusst oder bewusst unser Denken und Handeln beeinflussen bzw. erzwingen.

Der "relativ freie" Wille ist ein Bewusstseinsphänomen für 'mutwillige', zielgerichtet gefällte Entscheidungen des Subjekts im Rahmen seiner Handlungsfreiheit unter aktuellen Bedingungen, individuell bestimmt von unbewussten Gehirnzuständen.

Für jede 'bewusst gefällte' Entscheidung muss eigene Verantwortung getragen werden, aber weniger für 'unüberlegte', unbewusst bestimmte oder Affekt-Handlungen.

Der emotional konditionierte Mensch wird durch seine impliziten Motive verleitet zu egoistischem Denken und Handeln, auch zu aggressivem Verhalten ohne Mitgefühl.

Depressive Verunsicherung aus Angst vor möglichen Gefahren entsteht durch unbewusste Emotion, die als bewusst gewordenes Gefühl rational zu kontrollieren ist.

Hohes Ziel für Selbständigkeit ist die "vernünftige" Selbstbestimmung durch rationale Selbstkontrolle mit einer 'sozial-verträglichen' Eigennutz-Orientierung (vgl. Gewissen).

Wer Frieden im Großen will, muss für Frieden im Kleinen sorgen.

Ironie ohne Respekt ist blind.

Gelassen die Ruhe bewahren trotz Störung gelingt mit Toleranz.

Ein freundliches Wort im rechten Moment wirkt Wunder - und verbindet.

Unerwartete Übereinkünfte sind wertvoller als erwartete Einkünfte.

Revolutionäre Ideale wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit erzielen Gesetze zur sozialen Beschränkung von individuellem Gewinnsstreben, Geltungsdrang und Machtmissbrauch im moralischen Konflikt mit der natürlichen Eigennutzorientierung des Menschengehirns beim Fühlen, Denken und Handeln.

Individuelles Gewinnstreben zwecks Bedürfnisbefriedigung bewirkt soziale Konflikte, die sich mit moralischen Vernunftweisheiten der theoretischen Handlungsethik nicht verhindern lassen.

Moralisten und Religionen haben bisher vergeblich versucht, mit ethischen Maximen und normativen Verhaltensregeln für alle Menschen sozialen Frieden zu erreichen.

Den Frieden gefährden nicht nur profitorientierte Kriegstreiber, sondern auch Waffenhändler und Fanatiker, - gleich welcher Ideologie.

Wie bisher erfolgt jede Kriegsvorbereitung mit demagogischen Lügen und überzeugenden Reden für Freiheit und Frieden.

Aus moderner Kriegsführung resultieren so genannte Kollateralschäden in enormen Dimensionen (90 % Zivilisten im Irakkrieg 2003).

Ein verantwortungsbewusster Kritiker, der negative Tendenzen für die Zukunft früher als andere erkennt, wird oft nicht als Warner ernstgenommen, sondern als ängstlicher Miesmacher verstanden. - Für die Mehrheit ist er ein unbequemer Störenfried und für die Machthaber ein Feind.

Der freieste, aber unbequemste Platz für Freidenker ist zwischen allen Stühlen.



Siehe auch: » Geduld und Mut  » Natur und Gesellschaft

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