Weisheiten zum Thema »Gefallen und Kunst«

Eine diskursive Folge erlesener Aphorismen von genannten Autoren ohne Rangfolge - » VORWORT

 

David Hume (1711 - 1776):

Die Schönheit der Dinge lebt in der Seele dessen, der sie betrachtet.



Friedrich Hebbel (1813 - 1863):

Schönheit ist Tiefe der Fläche.



Hermann Hesse (1877 - 1962):

Schönheit beglückt nicht den, der sie besitzt, sondern den, der sie lieben und anbeten kann.



Christian Morgenstern (1871 - 1914):

Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.
Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden.



Immanuel Kant (1724 - 1804):

Schön ist dasjenige, was ohne Interesse gefällt.

Wir können allgemein sagen, es mag die Natur- oder Kunstschönheit betreffen: schön ist das, was in der bloßen Beurteilung gefällt.

Um etwas gut zu finden, muss ich jederzeit wissen, was der Gegenstand für ein Ding sein soll, das heißt einen Begriff von ihm haben. Um Schönheit woran zu finden, habe ich das nicht nötig. Blumen, freie Zeichnungen, ohne Absicht ineinander geschlungene Züge, Laubwerk, bedeuten nichts, hängen von keinem bestimmten Begriff ab und gefallen doch.

Zur schönen Kunst sind nun Einbildungskraft, Verstand, Geist und Geschmack erforderlich. - Die drei ersteren Vermögen bekommen durch das vierte erst ihre Vereinigung.

Geschmack ist das Beurteilungsvermögen durch ein Wohlgefallen oder Missfallen, ohne alles Interesse.



Hugo von Hofmannsthal (1874 - 1929):

Der gute Geschmack ist die Fähigkeit, fortwährender Übertreibung entgegenzuwirken.

Über den Geschmack lässt sich nicht disputieren.



Jean-Jaques Rousseau (1712 - 1778):

Der Geschmack ist die Kunst, sich auf Kleinigkeiten zu verstehen.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Das Schöne kann nicht [nur] erkannt, es muss empfunden oder hervorgebracht werden.

Was macht den Wert eines Kunstwerkes aus? Es ist und bleibt die Intention, die dem Bild vorausgeht, und durch sorgfältige Ausführung ins Leben tritt.

Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen.



Friedrich von Schiller (1759 - 1805):

Kunst ist die Schwester der Freiheit.



Max Ernst (1891 - 1976):

Kunst hat nichts mit Geschmack zu tun.



Gabriel Laub (1928 - 1998):

Allen gefällt das, wovon man weiß, dass es allen gefällt.

Phantasie ist etwas, was sich manche Leute gar nicht vorstellen können.

Nur die Kunst gibt uns die Möglichkeit, etwas zu sagen, was wir nicht wissen.

In der Kunst kann nur derjenige etwas Neues sagen, der ungebildet genug ist, um nicht zu wissen, dass schon alles gesagt wurde.



Günther Cwojdrak (DDR-Schriftsteller):

Bedeutende Kunst bestätigt nicht die Wirklichkeit.
Die Wirklichkeit bestätigt bedeutende Kunst.



Theodor W. Adorno (1903 - 1969):

Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein.



Pablo Picasso (1881 - 1973):

Wir wissen alle, dass Kunst nicht Wahrheit ist. Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen lehrt, wenigstens die Wahrheit, die wir als Menschen begreifen können.

Ich halte die Kunst für eine Emanation von Trauer und Schmerz. Die Trauer eignet sich zur Meditation und der Schmerz liegt dem Leben zugrunde.



Aristoteles (384 - 322 v. Chr.):

Erfahrung ist der Anfang aller Kunst und jedes Wissens.

Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.



Paul Klee (1879 - 1940):

Es ist nicht Ziel der Kunst, die sichtbare Welt nachzuahmen,
sondern etwas sichtbar zu machen.



René Schickele (1883 - 1940):

Künstler ist, wer die Welt immer neu sieht, wie zum ersten Mal, und der es vermag, dass auch andere so sehen.



Christian Morgenstern (1871 - 1914):

Ein rechter Künstler schildert nie, um zu gefallen, sondern um zu - zeigen.



André Gide (1869 - 1951):

Uneinig sein mit seiner Zeit - das gibt dem Künstler seine Daseinsberechtigung.



Curt Goetz (1888 - 1960):

Um als Künstler leben zu können, muss man erst einmal tot sein.



Heinrich Heine (1797 - 1856):

In der Kunst ist die Form alles, der Stoff gilt nichts.



Ernst Ludwig Kirchner (1880 - 1938):

Erst in der Grafik erkennt man den wahren Künstler.



Albrecht Dürer (1471 - 1528):

Was kunstvoll ist, erfordert Fleiß, Mühe und Arbeit, bis es aufgefasst und erlernt ist.



Karl Valentin (1882 - 1948):

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.

Kunst kommt von können, nicht von wollen, sonst müsste es ja Wunst heißen.



Ernst Barlach (1870 - 1938, im Brief an R. Pieper, 1924):

Keine Frage, die große Freiheit des Künstlers ist,
dass er keine hat, versteh's, wer kann!



Pablo Picasso (1881 - 1973):

Wenn die Menschen nur vorallem erst einmal begreifen wollten, dass ein Künstler schafft, weil er schaffen muss, dass er selber nur ein unbedeutendes Teilchen der Welt ist und dass ihm nicht mehr Aufmerksamkeit zugewendet werden sollte als vielen anderen Dingen, die uns in der Welt erfreuen, obwohl wir sie nicht erklären können.

Man kann nicht gegen die Natur angehen. Sie ist stärker als der stärkste Mann. Es liegt nur in unserem eigensten Interesse, wenn wir uns gut mit ihr stellen.

Wir dürfen keine Scheu davor haben, etwas zu erfinden, was es auch sei. Alles, was in uns existiert, ist Natur. Schließlich sind wir ein Teil der Natur.



Gerhart Hauptmann (1862 - 1946):

Gerade der schöpferische Mensch wird immer auf die Natur zurückgreifen, um menschliche Formen durch neues Leben zu füllen oder zu sprengen.



Vincent van Gogh (1853 - 1890):

Es sind Harmonien und Kontraste in den Farben verborgen, die ganz von selbst zusammenwirken.



Savador Dali (1904 - 1989):

Wo ist das Reale? Alle Erscheinung ist trügerisch, das oberflächlich Sichtbare nur Täuschung.



Anselm Feuerbach (1829 - 1880):

    Stil ist richtiges Weglassen des Unwesentlichen.



Karl Kraus (1874 - 1936):

Künstler ist nur einer, der aus einer Lösung ein Rätsel macht.
Er findet wie ein Dichter "das Unbekannte aus dem Bekannten"
(nach Novalis).



Pablo Picasso (1881 - 1973):

Menschen, die Bilder erklären wollen, bellen für gewöhnlich den falschen Baum an.

Es muss eine Regel geben, selbst wenn es eine schlechte ist, denn die Macht der Kunst bestätigt sich in der Überwindung der Tabus. Beseitigung aller Hindernisse aber bedeutet nicht Freiheit, sondern Lizenzierung - eine fade Angelegenheit, die alles rückgratlos, formlos, sinnlos und nichtig macht.

Nur wenn Malerei eben keine ist, kann sie das Schamgefühl verletzen.



Joan Miró (geb. 1893):

Es ist notwendig, dass ein Bild wie die Schönheit einer Frau, eines Gedichts blendet.



Eugéne Delacroix (179 - 1863):

Das Gemälde ist nichts als eine Brücke, welche den Geist des Malers mit dem des Betrachters verbindet.



Wassily Kandinsky (1888 - 1944):

Die Form ist immer zeitlich, d. h. relativ, da sie nichts mehr ist, als das heute notwendige Mittel, in welchem die heutige Offenbarung sich kund gibt, klingt. -

... das wichtigste in der Formfrage ist das, ob die Form aus der inneren Notwendigkeit gewachsen ist oder nicht. [aus "Über die Formfrage",1911]



Franz Marc (1880 - 1916):

Es ist merkwürdig, wie geistige Güter von den Menschen so vollkommen anders gewertet werden als materielle.

Neue Ideen sind nur durch ihre Ungewohntheit schwerverständlich...
[aus "Geistige Güter", 1911/12]



Aristophanes (um 445 - 386 v. Chr.):

    Jeder treibe die Kunst, die er versteht.



Arthur Rubinstein (1887 - 1982):

"Verstehen" - Dieses Wort sollte man auf die Musik nicht anwenden. Da gibt es nichts zu verstehen. Musik muss man fühlen.



Nissan Engel (geb. 1931):

Musik und Malerei brauchen unsere ganze Hingabe, erst wenn wir eins sind mit den Künsten, leben und lieben wir.



Alfred Mohler (gest. 1995):

    Die Kunst ist: belehren ohne belehrend zu wirken.



Bertolt Brecht (1898 - 1956):

Der Künstler hat nicht nur eine Verantwortung vor der Gesellschaft,
er zieht die Gesellschaft zur Verantwortung.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832)

Ein echtes Kunstwerk bleibt für unseren Verstand immer unendlich: es wird angeschaut, empfunden, es wirkt. Es kann aber nicht erkannt, viel weniger sein Wesen, sein Verdienst mit Worten ausgesprochen werden.

Schönheit ist ein Schein und kann als das höchste Ziel der Kunst nicht gelten. Das Charakteristische nur verdient schön genannt zu werden, ohne Charakter gibt es keine Schönheit.

Eigentümlichkeit des Ausdrucks ist Anfang und Ende aller Kunst.






Eberhard Liß (geb. 1941):

Beim wissentlichen Empfinden und Deuten beurteilen wir dasjenige als schön oder gut, das vorzugsweise unserem Befinden wohl tut.

Das Gefühl der Freude über einen schönen Eindruck wird als Glücksmoment erlebt entsprechend dem Bewusstmachen von emotionalem Wohlempfinden.

Die subjektive Reiz-Bewertung erfolgt gemäß individuellem Naturell und Befinden beim Empfinden.

Dasselbe, was jemand als schön oder gut bewertet, kann von anderen Menschen als hässlich bzw.schlecht oder böse abgewertet werden.

Als wertvoll schätzt der Mensch nur das, was er als sinnvoll oder nützlich bewertet.

Nicht jedem gefällt ein als schön oder imposant geltendes Kunstwerk.

Ein kreativ gestaltetes Unikat gilt als einzigartiges Kunstwerk, für dessen Bedeutung unterschiedliche Interpretationen möglich sind.

Wer seine Gedanken oder Vorstellungen ausdrücken will, muss wissen, dass neue oder schwer verständliche Aussagen nur mit vorausgesetztem Interesse interpretativ deutbar sind.

Kreative Menschen können sich fantastische Dinge oder unglaubliche Geschichten ausdenken, begrifflich beschreiben und symbolisch darstellen, womit ihre fiktiven Aussagen ohne Wahrheitsanspruch imponieren können.

Erfinderisch entworfen werden neue begriffliche Assoziationen für konstruktive Konzepte als innovative Ansätze zum Problemlösen.

Wer mit eigenen Ideen etwas Neues schafft, - auch wenn sich keiner dafür interessiert, keiner etwas dafür bezahlt und keiner ihn lobt, - der ist ein 'kreativer' Künstler oder ein Erfinder, der auf seine Anerkennung lange warten kann.

Ein "besessener" Künstler, der seinem Gestaltungsdrang autonom und ungestört folgen kann, wird seine Kreativität besser entfalten als unter den "ablenkenden" Anforderungen des sozialen Zusammenlebens.

Ein kreativer Gestalter erschafft Einzigartiges, das als ein neues Kunstwerk gelten kann.

Ein Kunstwerk ist ein geglücktes Experiment. - Seinen Wert bestimmen die Kenner - und Käufer.

Das künstlerische Werk wird zumeist erst dann anerkannt, wenn der Künstler sich einen Namen gemacht hat. - Dabei spielt keine Rolle, wie viele Gefallen am Werk finden.

Ein echter Künstler macht sich das Gestalten nicht leicht, auch wenn er ein routinierter Könner ist.

Wer Bekanntes neuartig interpretiert oder interessant darstellt, wird die gewünschte Aufmerksamkeit beim Publikum erregen.



Siehe auch: » Werk und Erfolg  » Genuss und Glück - » CARTOONs live

               » LEBENSKUNST - Lebensregeln und Zitate

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