Weisheiten zum Thema »Logos und Seinserfahrung«

Eine diskursive Folge erlesener Aphorismen von genannten Autoren ohne Rangfolge - » VORWORT


Eine mitteilbare Lebensweisheit ist der prägnante Ausspruch (Logos)
von erkanntem Wesentlichen der Seinserfahrung unter einem Aspekt.

Eberhard Liß


Wahre Worte sind nicht schön, schöne Worte sind nicht wahr.

Laotse


Ein Sprichwort ist ein kurzer Satz, der sich auf lange Erfahrung gründet.

Miguel de Cervantes Saavedra


Das Sprichwort ist eines Menschen Witz und aller Menschen Weisheit.

Bertrand Russel



      Sprichworte und Spruchweisheiten:

    Aller Anfang ist schwer.

    Ohne Fleiß kein Preis

    Übung macht den Meister.

    Früh übt sich, wer ein Meister werden will.

    Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

    Erfahrung ist eine teuere Schule.

    Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied.

    Wie man sich bettet, so liegt man.

    Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.

    Wer wagt, gewinnt (manchmal).

    Man sollte den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun.

    Wer nichts macht, macht nichts verkehrt.

    Wer nichts tut, kann nicht irren.

    Wer nicht hören will, muss fühlen.

    Erst durch Schaden wird man klug.

    Ein gebranntes Kind scheut das Feuer.

    Wer den Schaden hat, muss für Spott nicht sorgen.

    Irren ist menschlich.

    Keiner ist vollkommen, - Nobody is perfekt.

    Einmal ist keinmal.


    Alles hat seinen Grund.

    Von nichts kommt nichts.

    Steter Tropfen höhlt den Stein.

    Neues wächst aus den Ruinen.

    Neue Besen kehren gut.

    Wo gehobelt wird, fallen Späne.

    Klappern gehört zum Handwerk.

    Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

    Wehret den Anfängen!

    Vorbeugen ist besser als heilen.

    Erst wägen, dann wagen.

    Keine Kette ist stärker als ihr schwächstes Glied.

    Was du heute kannst besorgen,
    das verschiebe nicht auf morgen.

    Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

    Gesagt ist leichter als getan.

    Man muss das Beste hoffen und auf´s Schlimmste
    gefasst sein.

    Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

    Hinterher ist man meist klüger.

    Rat nach der Tat kommt zu spat.

    Einsicht ist der (erste) Weg zur Besserung.


    Einem allein geht´s nicht gut, - nicht einmal im Paradies.

    Kurze Besuche verlängern die Freundschaft.

    Besuch und Fisch stinken nach drei Tagen.

    Mach dich rar, so kommst du klar.

    Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.

    Je lieber die Freunde, desto klarer die Rechnung.

    Eine Hand wäscht die andere (aus Bibel).

    Freundschaft ist wie Liebe ohne Flügel.

    Liebe kann man nicht beschreiben,
    Liebe muss man praktisch treiben.

    Was sich liebt, das neckt sich.

    Die Liebe hat zwei Töchter: die Güte und die Geduld.

    (Wahre) Liebe macht blind.

    Nach den Flitterwochen kommen die Zitterwochen.

    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

    Aus den Augen, aus dem Sinn.

    Gelegenheit macht Diebe (auch: Liebe).

    Wo kein Kläger ist, gibt es keinen Richter.

    Mitgefangen - mitgehangen.

    Den Letzten beißen die Hunde.

    Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.


    Gemeinnutz geht vor Eigennutz.

    Bescheidenheit ist eine Zier,
    doch weiter kommt man ohne ihr.

    Beziehungen (Verbindungen) schaden nur dem, der sie nicht hat.

    Vollbauch kennt den Hohlbauch nicht

    Gleich und gleich gesellt sich gern. [Cicero]

    Gehe nicht zu deinem Fürst, wenn du nicht gerufen wirst.

    Unter Blinden ist der Einäugige König (... wird auch blind).

    Geld macht nicht glücklich, aber beruhigt.

    Besitz verpflichtet.

    Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.

    Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

    Lerne, liebe, leiste was, so kannste, haste, biste was.

    Hast du was, bist du was.

    Wer neidet, der leidet.

    Wer schön sein will, muss leiden.

    Schönheit reicht nicht bis unter die Haut.

    Kleider machen Leute.

    Außen fix, innen nix.

    Außen blank, innen Stank.

    Oben hui, unten pfui.

    Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten.


    Wissen ohne Gewissen ist Tand.

    Der Zweck heiligt (nicht immer) die Mittel.

    Der Klügere gibt nach (so lange, bis er der Dumme ist).

    Das Ei will immer klüger sein als die Henne.

    Wer wenig gesehen hat, staunt viel.

    Je weniger Ausbildung, desto mehr Einbildung.

    Hochmut kommt vor dem Fall

    Dummheit und Stolz wohnen auf einem Holz.

    Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen.

    Gefährlich ist, wenn Dumme fleißig werden.

    Blinder Eifer schadet nur.

    Viele Köche verderben den Brei.

    Kooperative Hektik ersetzt geistige Windstille.

    Wer hoch steht, den sieht man weit.

    Ein hoher Baum fängt viel Wind.

    Der Prophet gilt nichts im eigenen Land.

    Undank ist der Welt Lohn.


    Wer sich zum Esel macht, der muss die Säcke tragen

    Wer auf dem Tiger reitet, kann nicht mehr absteigen.

    Alter schützt vor Torheit nicht.

    Leichtsinn und Torheit sind Nachbarn.

    Geht es dem Esel zu gut, geht er auf´s Eis und tanzt.

    Übermut tut selten gut.

    Müßiggang ist aller Laster Anfang.

    Stille Wasser sind tief.

    Reden ist Silber, Schweigen ist Gold.

    Sage nicht alles was du weißt,
    aber wisse alles, was du sagst.

    Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.

    Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

    Der Horcher an der Wand hört seine eigene Schand.

    Wenn man vom Esel tratscht, kommt er angelatscht.

    Lügen haben kurze Beine.

    Ehrlich währt (mehrt) am längsten.

    Der Ehrliche ist immer der Dumme.


    An den Früchten erkennt man den Baum.

    Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.

    Schöne Pflanzen wachsen langsam, Unkraut hat es eilig.

    Unkraut vergeht nicht.

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

    Kleine Kinder kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen.

    Viele Kinder haben sehr schwer erziehbare Eltern.

    Man kann in der Wahl seiner Eltern nicht vorsichtig genug sein.

    Sei lieb zu deinen Kindern, denn sie suchen dein Alterheim aus.

    Kinder achten mehr darauf, was Eltern tun, als was sie sagen.

    Dreierlei Leuten muss man ihre freie Meinung lassen:
    Herren, Kindern, Narren.

    Kinder und Narren sagen die Wahrheit.

    Am vielen Lachen erkennt man den Narren.

    Jeder blamiert sich so gut er kann.

    Träumer und Schläfer zahlen doppelte Preise.

    Träume sind Schäume.

    Glauben ist leichter als Denken.

    Glauben heißt nicht wissen.


    Es ist schon so, wie es ist.

    Nichts ist von Dauer. - Alles ist vergänglich.

    Der Krug geht solange zum Wasser, bis das er bricht.

    Keine Regel ohne Ausnahme.

    Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Jeder Vergleich hinkt.

    Alle Menschen sind gleich, aber einige Menschen sind gleicher als andere.

    Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

    Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

    Die Kleinen hängt man, die Großen(Ganoven) lässt man laufen.

    Wut macht blind.

    Wie du mir, so ich dir(?).

    Angriff ist die beste Verteidigung(?).

    Der Zweck heiligt die Mittel(?).

    Wenn zwei sich streiten, freut sich der dritte.

    Besser schlichten als richten.

    Alle Leuten recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.

    Leben und leben lassen.

    Jeder ist sich selbst der Nächste.

    Hilf dir selbst, so hilft dir Gott.

    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Unverhofft kommt oft.

    Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

    Besser ein Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende!


    Man lebt nur einmal.

    Das Sein bestimmt das Bewusstsein. [Karl Marx]

    Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.

    Der Wunsch ist der Vater des Gedankens.

    Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.

    Niemand kann über seinen Schatten springen.

    Jeder macht was er will. - Alle machen mit.

    Jeder ist (nicht immer) ersetzbar.

    Wer seinen Platz verlässt, verliert sein Recht darauf.

    Halt dich rar, so kommst du klar.

    In der Ruhe liegt die Kraft.

    Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird.

    Kommt Zeit, kommt Rat.

    Not macht erfinderisch.

    Die Zeit heilt alle Wunden.

    Glücklich ist, wer vergisst,
    was nicht mehr zu ändern ist.

    Mach es wie die Sonnenuhr,
    zähl die heiteren Stunden nur.

    Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

    Was lange währt, wird endlich gut.

    Ende gut, alles gut.



Gautama Buddha (um 560 - um 480 v. Chr.):

    Glück ist allein der innere Friede. Lerne ihn finden.



Leonardo da Vinci (1452 - 1519):

    Das Glück besteht darin, in dem zu Maßlosigkeit neigenden Leben
    das rechte Maß zu finden.

    Keine Gewalt hat Dauer.



Laotse (Laozi, um 300 v. Chr.):

    Lernen ist wie rudern gegen den Strom,
    sobald man damit aufhört, treibt man zurück.



Q. H. F. Horaz (65 - 8 v. Chr.):

    Frisch gewagt ist halb gewonnen.



Theodor Fontane (1819 - 1898):

    Am Mut hängt der Erfolg!



Japanische Weisheit:

    Gutes ist am besten gleich getan.



Erich Kästner (1899 - 1974):

    Es gibt nichts Gutes, außer: man tut es!

    Am schlimmsten ist die Einsamkeit zu zweit.

    Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.



Lucius Annaeus Seneca (um 4 - 65):

    Du wirst aufhören zu fürchten, wenn du aufhörst zu hoffen.



Gottfried Benn (1886 - 1956):

    Hoffen heißt: Vom Leben falsche Vorstellungen haben.



Immanuel Kant (1724-1804):

Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen:
Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen.



Wilhelm Busch (1832 - 1908):

      Erstens kommt es anders, und
      zweitens als man denkt.

      Was man besonders gerne tut,
      ist selten ganz besonders gut!

      Wir möchten´s keinem gerne gönnen,
      dass er was kann, was wir nicht können.

      Toleranz ist gut, aber nicht
      gegenüber Intoleranten.

      Tugend will ermuntert sein,
      Bosheit kann man schon allein.

      Das Gute, dieser Satz steht fest,
      ist stets das Böse, das man lässt.

      Bemüh' dich nur und sei schön froh,
      der Ärger kommt schon sowieso!

      Ein jeder Wunsch, wenn er erfüllt,
      kriegt augenblicklich Junge.

      Wie klein ist das, was einer ist,
      wenn man´s an seinem Dünkel misst.

      Wer einsam ist, der hat es gut,
      weil keiner da, der ihm was tut.

      Distanz und Liebe per Distanz,
      Kurz gesagt: Missfällt mir ganz.

      Liebe, sagt man schön und richtig,
      ist ein Ding, was äußerst wichtig.

      Vater werden ist nicht schwer,
      Vater sein dagegen sehr.

      Meistens hat, wenn zwei sich scheiden,
      einer etwas mehr zu leiden.

      Das Reden tut dem Menschen gut,
      wenn man es nämlich selber tut.

      Gedanken sind nicht stets parat,
      man red't auch, wenn man keine hat.

      Dumme Gedanken hat jeder. Nur,
      - der Weise verschweigt sie.

      Stets äußert sich der Weise leise,
      vorsichtig und bedingungsweise.

      Der Beste muss mitunter lügen,
      zuweilen tut er's mit Vergnügen.

      Wer möchte diesen Erdenball
      noch betreten,
      wenn wir Bewohner überall
      die Wahrheit sagen täten?

      Sein Prinzip ist überhaupt:
      Was beliebt ist auch erlaubt;
      Denn der Mensch als Kreatur
      hat von Rücksicht keine Spur.

      Dummheit, die man bei anderen sieht,
      wirkt meist erhebend aufs Gemüt!

      Ist der Ruf erst ruiniert
      lebt es sich ganz ungeniert.

      Der größte Lump bleibt obenauf.

      Enthaltsamkeit ist das Vergnügen
      an Sachen, welche wir nicht kriegen.

      Kaum hat mal einer ein bissel was,
      gleich gibt es welche, die ärgert das.

      Wer durch des Argwohns Brille schaut,
      sieht Raupen selbst im Sauerkraut.

      Der Künstler fühlt sich stets gekränkt,
      wenn's anders kommt, als wie er denkt.

      Wer alles mit Humor verbindt,
      am besten durch das Leben findt.

      Was man ernst meint,
      sage man am besten im Spaß.

      Wird's besser, wird's schlimmer? Fragt man alljährlich.
      Seien wir doch ehrlich:
      Leben war immer lebensgefährlich.



Eugen Roth (1895 - 1976):

      Ein Mensch sagt - und ist stolz darauf -
      er geh' in seinen Pflichten auf.
      Bald aber, nicht mehr ganz so munter,
      geht er in seinen Pflichten unter.

      Am ärgsten fällt der Größenwahn
      oft grad die kleinsten Leute an.

      Gefallsucht hat, oft über Nacht,
      schon manche Frau zu Fall gebracht.

      Je leichter's wird, sich was zu gönnen,
      so schwerer, sich dran freun zu können.

      Ein Mensch ist manchmal wie verwandelt,
      sobald man menschlich ihn behandelt.



Richarda Huch (1864 - 1947):

Liebe ist das einzige, was wächst, in dem wir es verschwenden.



Peter Rosegger (1843 - 1918):

Den Mitmenschen Freude zu machen, ist doch das Beste, was man auf der Welt tun kann.



Henrik Ibsen (1828 - 1906), aus 'Gespenster':

Sich selbst verliert man leicht aus den Augen.



William Shakespeare (1564 - 1616):

Der bessere Teil der Tapferkeit ist Vorsicht.



Alexander Geibel:

Vorsorglich denken und handeln, aber nicht Sichsorgen!

Je leerer ein Kopf ist, um so weniger geht hinein.



Albert Camus (1913 - 1960):

Die Grausamkeit empört, aber die Dummheit entmutigt.



Curt Goetz (1888 - 1960):

Denken ist allen erlaubt, doch vielen bleibt es erspart.



Christoph Martin Wieland (1733 - 1813):

Für den Unwissenden ist alles möglich.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

Wer nichts weiß, muss alles glauben.

Wisset, die euch Hass predigen, erlösen euch nicht.

Alles Wissen geht aus einem Zweifel hervor und endigt in einem Glauben.

An das Gute glauben nur die wenigen, die es üben.

Die Gelassenheit ist eine anmutige Form des Selbstbewusstseins.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Wer überwindet, der gewinnt. [Faust I, Spaziergang]

Es irrt der Mensch, solang er strebt. [Faust I, Prolog]

Am Golde hängt doch alles. Ach wir Armen! [Faust I, Abend]

Dich vermag aus Glaubensketten
der Verstand allein zu retten.



Albert Einstein (1879 - 1955):

Die höchste Stufe des Geizes ist es, wenn einer niemals seinen Verstand gebraucht.

Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur.

Das Schönste, was es in der Welt gibt, ist ein leuchtendes Gesicht.

Nur das Leben im Dienst anderer ist ein lebenswertes Leben.



Peter Rosegger (1843 - 1918):

Den Mitmenschen Freude zu machen, ist doch das Beste, was man auf der Welt tun kann.






Eberhard Liß (geb. 1941):

Vieles erscheint uns als selbstverständlich, weil wir daran gewöhnt sind und keinen Gedanken darüber verlieren wollen. -
Wer bewusst lebt, macht sich Gedanken über sein Sein.

"Sich etwas bewusst sein" entspricht einer 'wissentlichen' Seinserfahrung und bedeutet: "davon eine äußerbare Vorstellung haben", - unter der Voraussetzung, dass man "bei Bewusstsein" ist.

Ein Weiser hat theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, d. h. Lebenserfahrung und Einsicht in allgemeine Zusammenhänge.

Äußerbare Resultate der individuellen Erkennung und Deutung von Situationen können als informative Aussagen formal ausgedrückt werden, um sie kommunikativ mitzuteilen.

Das sprachliche Ausdrucksvermögen für mitteilbare 'explizite' Aussagen über deklaratives 'Wissen vom Sein' des Selbst (vgl. Selbstmodell für Selbstbewusstsein) wird definitiv aufgefasst als "sprachliches Bewusstsein".

Wer Wesentliches erkennt, versucht sein Wissen verständlich darzustellen.

Nur wer Erfasstes begriffen hat, kann es selbst mit Worten beschreiben.

"Logos" ist ein antikes Konzept für: Begriff, Wort, Gedanke, Rede, Lehre und Vernunft, auch im Sinne von vernünftiger Rede.

Ein gelehrter Denker kann Wesentliches erkennen und seine Deutung prägnant formuliert mitteilen.

Definierte Logos-Relationen für Grunderkenntnisse des Erfahrungswissens sind prinzipielle Aussagen, die mit möglichst wenigen Worten prägnant formuliert werden. [s. u. Essay "Kognitiv-logische Grunderkenntnisse"]

Eine Grunderkenntnis wird bestimmt als die 'praktisch bewährte' profunde Kenntnis von einem als wesentlich erkannten Zusammenhang (vgl. kognitiv erfasste Gesetzmäßigkeit), die nutzbar ist als Begriffsrelation für induktiv erlerntes Regelwissen (ohne Gewissheit).

Bewährte Grunderkenntnisse von Seinserfahrungen werden ausgedrückt als 'Zeitlose Weisheiten' in Form von aphoristischen Sentenzen (Sinnsprüchen, Aphorismen) oder Logos-Relationen, um sie vor dem Vergessen zu bewahren und einsichtsfördernd weiterzugeben.

Eine mitteilbare Lebensweisheit ist der prägnante Ausspruch (Logos) von erkanntem Wesentlichen (d. h. erfassbarem Beständigen) der Seinserfahrung unter mindestens einem Aspekt.

Besonders wertvoll sind Lebensweisheiten mit heiter-besinnlichem Grundtenor für eine mutige Lebensauffassung, unterstützt von Zuversicht, Humor und Gelassenheit.

Hochwertige Aphorismen für "zeitlose" Weisheiten sind lebensfördernde Fruchtkerne vom Baum der Erkenntnis.

Aussagesätze für Wesentliches im Sinne "geistiger Spruchweisheiten" werden als Aphorismen verstanden von Interessenten mit passendem Kontextwissen.

Relationale Aussagen von objektivierbaren Grunderkenntnissen sind als Aphorismen zu verstehen und auch als Lebensweisheiten einsichtig zu befolgen, was besonders schwer fällt.

"Verstehen lernen" heißt kognitive Gewinnung von Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge von Sachverhalten der "wirklichen" Erfahrungswelt gemäß dem individuellen Erkenntnisprozess.

Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis;
- ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis.

Wer neue Kenntnis erwirbt, der kann damit mehr wissen; aber wer Einsicht durch Erkenntnis gewinnt, der kann damit sein Wissen verbessern.

Weisheit als höchste Einsichtsfähigkeit ermöglicht theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, das begründbar ist durch fundamentale Lebenserfahrung und rationale Einsicht in allgemeine Zusammenhänge.

Klugheit als rationale Urteilsfähigkeit basiert auf pragmatischem Wissen um zweckmäßige Mittel zum Glück beim Problemlösen.

Unser begrenztes Wissen ist unvollständig und nur relativ wahr ohne Gewissheit.

Wir verallgemeinern und vermuten zu viel, weil wir zu wenig wissen.

Starke Erregungen für Emotionen und Affekte behindern logisches Urteilsvermögen.

'Froher Verstand' befähigt zu Einsicht mit Humor.

Humorvolles Lachen macht den Ernst des Lebens erträglicher.

Zur Altersweisheit gehört ein dickes Fell.

Dickhäuter ertragen fremde Stöße und selbstverursachte Anstöße.

Wer wenig weiß, der muss vieles glauben.

Wer sich vor mühsamer Wahrheitssuche scheut, dem fällt Glauben leichter als Denken.

Je größer die Not ist, desto mehr wird gehofft und geglaubt.

'Angstreligionen' sind Menschenwerk und Machtmittel.

Beeindruckende Zufälle festigen ideologischen Wunderglauben.

Eine unbegründete Behauptung wird durch Wiederholung nicht glaubwürdiger.

Glaube mit Überzeugung nur das, was Du selbst kritisch geprüft hast.

Wer kritisch nachdenkt, findet Zweifelhaftes.

Wer über fiktive Aussagen nachdenkt, kann davon nur wenig glauben.

Wer denkt, dass sein Wissen wahr ist, glaubt mehr als er weiß.

Wo sicheres Wissen fehlt, kann nur gutes Vermuten helfen.

Ohne Objekt-Kenntnis kein Wiedererkennung, keine subjektiv erinnerbare Vorstellung; ohne realistische Vorstellung keine wahrscheinliche Erwartung, keine empirische Voraussage.

Vorstellungen sind mentale Deutungen oder Erinnerungsbilder.

Wir erkennen und deuten sogar Unerklärliches, - mit modellhaften Vorstellungen.

Einbildung ist Vortäuschung einer virtuellen Wahrnehmung.

Ideale Illusionen und Fiktionen beeindrucken nicht nur Jugendliche, dagegen sind realistische Ansichten und Aufklärungen oft unerfreulich oder wirken belastend als unerwünschte Seinserfahrung.

Unrealistische Weltbilder in Gehirnen verursachen Konflikte und Leid.

Wer sich nicht beraten oder helfen lässt, dem ist nicht zu helfen.

Wer sich nicht informiert, findet sich nicht zurecht.

Desinteresse ist der Feind des Lernens.

Eingeschränktes Interesse und unzureichendes Wissen erschweren eine kognitive Verbesserung des Verstehens und ein Lernen durch Einsicht.

Voraussetzungen für verständiges Mitdenken sind Übereinstimmungen im Erfahrungswissen und tolerante Einsicht in fremde Gedankengänge.

Deutbare Aussagen werden dann richtig verstanden, wenn ihnen adäquate Begriffsbeziehungen interpretativ zugeordnet werden.

Zur besseren Verständigung muss die Reizflut auf Wesentliches reduziert werden.

Ohne Verständnis keine Verständigung.

Wer zu wenig verstanden hat, kommt unmerklich zu Fehlurteilen.

Wer nicht verstehen will, sollte den Mund halten.

Wer keinen Überblick hat, verliert sich im Detail.

Wer seine Fassung verliert, hat sich nicht im Griff.

Wer sich manipulieren lässt, verliert sich an andere.

Wer mitspielt, muss verlieren können.

Verlierer werden von Gewinnstrebern ohne Mitgefühl verhöhnt.

Unvorsichtigkeit kann Leid tun.

Eigene Fehler aus Leichtsinn sind die ärgerlichsten.

Unbewusste Automatismen können zu Irrtümern führen, die zu spät bewusst werden.

Der unperfekte Mensch ist nicht frei von Irrtümern und Vorurteilen.

Selbstvertrauen ist gut, doch besser wäre Selbstkontrolle für kluges Handeln.

Vernünftige Selbstkontrolle und freudiges Lachen sind zu fördern bei der Ausbildung von intelligenten Menschen.

Kann bewusste Selbstkontrolle impulsive Äußerungen und spontane Handlungen verhindern?

Wer das große Risiko liebt, spielt mit seinem Leben.

Der Mensch wird dann klein, wenn sein Schaden groß ist.

Große Vielfalt gefällt den Einfältigen, obwohl ihnen das Auswählen schwer fällt.

Wer seine Bedürfnisse an Erreichbares anpassen kann, dem geht es gut.

Die Mutter naiver Wünsche ist die Unwissenheit.

Wer meint, genügend zu wissen, der behindert sein Dazulernen.

Gut auszusehen ist Menschen wichtiger als Notwendiges einzusehen.

Der neugierige Mensch ist abhängig vom Reiz des Neuen und sucht die Abwechslung.

Der erste Eindruck von Erscheinungen kann falsch sein.

Raffinierte Blender schmücken sich mit Werken anderer.

Wer sich auf Unzuverlässige verlässt, hat Vertrauen ohne Verlass.

Der Gutgläubige wird für dumm verkauft.

Wer ihre Anzeichen nicht erkennt, muss Gefahren unvorbereitet erleiden.

Wer uneigennützig hilft, muss Undank und womöglich Beschuldigung verkraften können.

Ein gutwilliger Berater muss damit rechnen, dass er beschuldigt wird für unerwartete Konsequenzen.

Der egoistische Mensch sieht seinen Vorteil ohne Rücksicht auf andere Lebewesen.

Wenn jeder nur an sich denkt, dann gibt es nur rücksichtsloses Gewinnstreben und kein soziales Miteinander, keine Hilfsbereitschaft und auch keine Solidarität.

Wo es keine Gerechtigkeit gibt, nützt es einem nicht, Recht zu haben.

Dem Ungerechten sind Großmut und Milde fremd.

Erst, wenn Unrecht offenkundig ist, wird Ethik gefordert.

Fairness in Kampf oder Spiel verlangt die Einhaltung von festgelegten Regeln, die den Gegnern vorher bekannt sein müssen.

Wenn der Sieger mit dem Weitersiegen nicht aufhört, dann gibt es am Ende nur noch Besiegte.

Als wertvoll schätzt der Mensch nur das, was er als sinnvoll oder nützlich bewertet.

Wo sich alles nur ums Geld dreht, ist Kapital die Achse des Lebens.

Hinter den meisten Angeboten steckt eine geschäftliche Absicht.

Betrüger und Wucherer entlasten sich mit dem Argument, dass sie nur das verkaufen, was Kunden haben wollen.

Ein "Anständiger" handelt nach bestem Wissen und Gewissen.

Größenwahn und Gewinnsucht waren stets der Anfang vom Ende.

Erfolgloser Ehrgeiz und Geltungsdrang sollten rechtzeitig aufgegeben werden.

Wer ohne Sicherheitspolster über seine Verhältnisse lebt, der tappt in die Schuldenfalle.

Aufklärung über soziale Seinserfahrungen kann menschliche Beziehungen verbessern.

Planlos leben mit naiver Zuversicht ist bequemer als vorausschauendes Denken mit ungewissen Modellvorstellungen beim Problemlösen.

Nur wenige Denker lassen sich von modischer Agitation und aktueller Propaganda nicht beeinflussen.

Wer seine Meinung der Mode anpasst, merkt nicht wie er fremdbestimmt manipuliert wird.

Wer eigene Interessen hat, bleibt aktiv und selbständig.

Wer die vielen Übel erkennt, die er nicht bekämpfen kann, der muss sich mit konstruktiver Gelassenheit vor Ärger und Depression schützen, um sein Tagwerk erfolgreich erledigen zu können.

Selbstmitleid hilft nicht weiter, - schwächt sogar Tatkraft und Lebensmut.

Humorvolles Lachen macht den Ernst des Lebens erträglicher.

Gelassen die Ruhe bewahren trotz Störung gelingt mit Toleranz.

Wer trotz alledem nur lächeln kann und die Ruhe bewahrt, ist ein Weiser mit Humor.

Wer über sich selbst lachen kann, hat selbstkritischen Humor.

Wer weiß, dass er gebraucht wird, hat gesundes Selbstbewusstsein.

Wer durch erfolgreiches Handeln nutzt, kann mit sich zufrieden sein.

Wer seine Schaffenskraft nutzvoll einsetzt, führt ein erfülltes Leben.

Für sich und andere Nützliches tun bedeutet: - die Lebenszeit nutzen.

Mut zum Aufeinanderzugehen ermöglicht soziales Miteinander.

Ein freundliches Wort im rechten Moment wirkt Wunder - und verbindet.

Wir müssen lernen, unsere Enttäuschungen mit Würde und Toleranz zu ertragen. Dabei helfen uns Aufrichtigkeit, Humor und Tapferkeit.

Optimisten glauben an mögliche Problemlösungen und menschlichen Fortschritt.

Optimistisches Denken fördert Gesundheit und Tatkraft zur Erreichung von realistischen Zielen der Glückssuche.

Je älter man wird, um so mehr muss man beim Durchhalten aushalten.

Wer Schönes am Leben mit Freude findet und wer Leid ohne Verzagen ertragen kann, der wird als ein 'Lebenskünstler' geachtet.

Das Leben glücklich meistern ohne Klagen, - das ist Lebenskunst.

Ein glückliches Leben ist möglich durch sinnvolles Tun zwecks Selbsterhaltung und sozialer Anteilnahme.

Schönes freudig erkennen und dankbar erleben, - das ist Glück.

Glücklich ist, wer sich freuen kann.


Siehe auch: » Erkenntnis und Erfahrung  » LEBENSKUNST - Aphorismen und Zitate

Essay:   » Kognitiv-logische Grunderkenntnisse (Logos-Relationen für Denkmodelle)

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