Weisheiten zum Thema »Natur und Gesellschaft«

Eine diskursive Folge erlesener Aphorismen von genannten Autoren ohne Rangfolge - » VORWORT

 

Baruch de Spinoza (1632 - 1677):

Es gibt in der Natur kein Gutes und kein Schlechtes.

Alle Dinge geschehen aus Notwendigkeit.



Bertrand Russel (1872 - 1970):

Der Mensch ist ein Teil der Natur und nicht etwas, das zu ihr im Widerspruch steht.

Die Frage heute ist, wie man die Menschheit überreden kann, in ihr eigenes Überleben einzuwilligen.



Immanuel Kant (1724 - 1804):

Der Mensch muss sich in die Natur schicken; aber er will, dass sie sich in ihn schicken soll.



Saint-John Perse (1887 - 1975):

Indem die Natur den Menschen zuließ, hat sie viel mehr als einen Rechenfehler begangen: Ein Attentat auf sich selbst.



Meister Eckhart (1260 - 1327):

Es ist der Natur um uns schlechthin unmöglich, zu leben und zu überleben, wenn wir sie so traktieren und so wenig alleine ihr Werk tun lassen.



Ernst Ferstl (geb. 1955):

Fehlende Ehrfurcht gegenüber der Natur ist ein Zeichen von Lebensverachtung.



Konrad Lorenz (1903 - 1989):

Schönheit der Natur und Schönheit der menschengeschaffenen kulturellen Umgebung sind offensichtlich beide nötig, um den Menschen geistig und seelisch gesund zu erhalten.

Die Selbstbewertung des normalen Menschen fordert mit vollem Recht die Behauptung seiner Individualität. Der Mensch ist nicht, wie eine Ameise oder eine Termite, von seiner Phylogenese so konstruiert, dass er es erträgt, ein anonymes und durchaus austauschbares Element unter Millionen völlig gleichartiger zu sein.



Joseph Joubert (1754 - 1824):

Die Menschen werden ungleich geboren. Der große Segen der Gesellschaft besteht darin, diese Ungleichheit soweit wie möglich durch die Beschaffung von Sicherheit, des erforderlichen Eigentums, der Ausbildung und des Beistands für einen jeden zu mindern.



Albert Einstein (1879 - 1955):

Vertrauen und Loyalität können nur auf der Basis der Gegenseitigkeit gedeihen.

Wie ohnmächtig auch die guten und gerechten Menschen sein mögen, sie allein machen das Leben lebenswert.

Nicht auf Personen kommt es an, sondern auf Werke im Dienste der Gemeinschaft. [1929]

Der wahre Wert eines Menschen ist in erster Linie dadurch bestimmt, in welchem Grad und in welchem Sinn er zur Befreiung vom Ich gelangt ist. [um 1930]

Was ein Mensch für seine Gemeinschaft wert ist, hängt in erster Linie davon ab, inwieweit sein Fühlen, Denken und Handeln auf die Förderung des Daseins anderer Menschen gerichtet ist. [1932]

Eine gesunde Gesellschaft ist also ebenso an Selbständigkeit der Individuen geknüpft wie an deren innige soziale Verbundenheit. [1932]

Das hohe Schicksal dieses Einzelnen aber ist freiwilliges Dienen und nicht etwa herrschen oder sich sonst wie zur Geltung bringen. [1939]

Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen.

Der Mensch erfand die Atombombe, doch keine Maus der Welt würde eine Mausefalle konstruieren.

Eine neue Art von Denken ist notwendig, wenn die Menschheit weiterleben will.

Das Denken der Zukunft muss Kriege unmöglich machen.

Wir müssen unsere Kinder gegen Militarismus impfen, in dem wir sie im Geiste des Pazifismus erziehen. [Interview, 1931]

Jeder Krieg fügt ein weiteres Glied an die Kette des Übels, die den Fortschritt der Menschlichkeit verhindert. Doch eine Handvoll Wehrdienstverweigerer kann den allgemeinen Prozess gegen den Krieg dramatisieren. [1931]

Jeder Krieg fügt ein weiteres Glied an die Kette des Übels, die den Fortschritt der Menschlichkeit verhindert. Doch eine Handvoll Wehrdienstverweigerer kann den allgemeinen Prozess gegen den Krieg dramatisieren. [1931]

Die Menschen müssen weiterhin kämpfen, aber nur, wofür zu kämpfen lohnt: und das sind nicht imaginäre Grenzen, Rassenvorurteile oder Bereicherungsgelüste, die sich die Fahne des Patriotismus umhängen. Unsere Waffen seien Waffen des Geistes, nicht Panzer und Geschosse. [1931]

Der Staat ist für die Menschen und nicht die Menschen für den Staat ... Der Staat sollte also unser Diener sein, nicht wir Sklaven des Staates. [1931]

Der Weg zur internationalen Sicherheit führt über den bedingungslosen Verzicht der Staaten auf einen Teil ihrer Handlungsfreiheit beziehungsweise Souveränität, und es dürfte unbezweifelbar sein, dass es einen anderen Weg zu dieser Sicherheit nicht gibt. [1932]

Politik ist durch beständig verjüngte Illusion beseeltes Pendeln zwischen Anarchie und Tyrannei. [1937]

Es ist ein glückliches Schicksal, wenn man bis zum letzen Schnaufer durch die Arbeit fasziniert wird. Sonst würde man zu sehr leiden unter der Dummheit und Tollheit der Menschen, wie sie sich hauptsächlich in der Politik äußert. [aus: Brief an Michele Besso, 24. Juli 1949]

Siehe auch » Albert Einsteins Weisheiten und Ansichten - Eine Zitate-Anthologie



Albert Schweitzer (1875 - 1965):

Der letzte Entscheid über die Zukunft einer Gesellschaft liegt nicht in der größeren oder geringeren Vollendung ihrer Organisation, sondern in der größeren oder geringeren Wertigkeit ihrer Individuen.



Henrik Ibsen (1828 - 1906):

Der Geist der Wahrheit und der Geist der Freiheit - das sind die Stützen der Gesellschaft.



Platon (427 - 347 v. Chr.):

Diejenigen, die zu klug sind, um sich in der Politik zu engagieren, werden dadurch bestraft, dass sie von Leuten regiert werden, die dümmer sind als sie selbst.



Hans Kudszus (1901 - 1977):

Wenn der Klügere in der Politik nachgibt, begeht er nicht nur eine Dummheit, sondern ein Verbrechen.



Daniela Dahn (geb. 1949):

Wer nie versucht hat, sich einzumischen, hat nicht das Recht zu behaupten, es ginge nicht.



Francisco de Quevedo y Villegas (1580 - 1645):

Wo keine Gerechtigkeit herrscht, ist es gefährlich Recht zu haben.



Bertolt Brecht (1898 - 1956):

Es setzt sich immer nur soviel Vernunft durch, wie
zur Aufrechterhaltung bestehender Zustände nötig ist.



Hans Kasper (1916 - 1990):

Die Masse ist eine Gesellschaft mit recht beschränkter Haftung.



Friedrich von Schiller (1772 - 1805):

Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen“gen nur gewesen.



George Bernard Shaw (1856 - 1950):

Die Demokratie setzt die Wahl durch die beschränkte Mehrheit an Stelle der Ernennung durch die bestechliche Minderheit.

Die Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir“s verdienen.

Das größte Übel, das wir unseren Mitmenschen antun können, ist nicht, sie zu hassen, sondern ihnen gegenüber gleichgültig zu sein. Das ist absolute Unmenschlichkeit.



Albert Camus (1913 - 1960):

Jede Gesellschaft hat die Schurken, die sie verdient.



Napoléon Bonarparte (1769 - 1821):

Ein Großteil derer, die nicht unterdrückt sein wollen, möchte gerne selbst Unterdrücker sein.



Leo Tolstoi (1828 - 1910):

Um einen Staat zu beurteilen, muss man seine Gefängnisse von innen ansehen.



Walter Janka (1914 - 1994):

Jede Gesellschaft wird auch danach beurteilt, wie sie ihre Gegner behandelt, wie sie in den Gefängnissen verfährt, in denen bekanntlich nicht nur Verbrecher sitzen.



Gabriel Laub (1928 - 1998):

In finsteren Zeiten werden die Schwarzseher verfolgt.


Die Menschheit kann nur eines von beiden behalten:
ihr Gedächtnis oder ihre Selbstachtung.



Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716):

Alles, was der Gesellschaft, das heißt dem Menschengeschlecht und der Welt nützt, ist ehrenvoll, alles, was ihr schädlich ist, schändlich.



Friedrich Nietzsche (1844 - 1900):

Denn da wir nun einmal die Resultate früherer Geschichte sind, sind wir auch die Resultate ihrer Verwirrungen, Leidenschaften und Irrtümer, ja Verbrechen; es ist nicht möglich, sich ganz von dieser Kette zu lösen.



Ernst Ferstl (geb. 1955):

Die Geschichte der Menschheit ist auch eine Geschichte der Unmenschlichkeit.

Das Mensch-Sein ist untrennbar mit dem Mensch-Werden verbunden.

Sobald die Gleichgültigkeit zum täglichen Brot wird, verhungert die Menschlichkeit.



Sigmund Freud (1856 - 1939):

Die menschliche Kultur ist nichts als Zudecken der Wirklichkeit.



Albert Schweitzer (1875 - 1965):

Kultur definiere ich ganz allgemein als geistigen und materiellen Fortschritt auf allen Gebieten, mit dem eine ethische Entwicklung der Menschen und der Menschheit einhergeht. [Aus meinem Leben und Denken, XVIII, 1931]

Nicht durch ein Erkennen, sondern durch ein Erleben der Welt kommen wir in ein Verhältnis zu ihr. Alles Denken, das in die Tiefe geht, endet in ethischer Mystik. Das Rationale setzt sich in das Irrationale fort. Die ethische Mystik der Ehrfurcht vor dem Leben ist zu Ende gedachter Rationalismus. [Kultur und Ethik, 1923]

Ethik ist die auf die innerliche Vollendung seiner Persönlichkeit gerichtete Tätigkeit des Menschen.

Die Zukunft der Kultur hängt also davon ab, ob es dem Denken möglich ist, zu einer Weltanschauung zu gelangen, die den Optimismus, das heißt die Welt- und Lebensbejahung, und die Ethik sicherer und elementarer besitzt als die bisherigen.

Die Wahrheit einer Weltanschauung hat sich darin zu beweisen, dass das geistige Verhältnis zum Sein und zur Welt, in das wir durch sie kommen, innerliche Menschen mit tätiger Ethik aus uns macht. ...

Die Ehrfurcht vor dem Leben enthält in sich Resignation, Welt- und Lebensbejahung und Ethik, die drei Grundelemente einer Weltanschauung, als untereinander zusammenhängende Ergebnisse des Denkens. ...

Weil ich auf die Kraft der Wahrheit und des Geistes vertraue, glaube ich an die Zukunft der Menschheit. Ethische Welt- und Lebensbejahung enthält optimistisches Wollen und Hoffen unverlierbar in sich. Darum fürchtet sie sich nicht davor, die trübe Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist. [Aus meinem Leben und Denken, Epilog, 1931]



Franz Marc (1880 - 1916):

Der große Trost der Geschichte war von jeher, dass die Natur durch allen verlebten Schutt hindurch immer neue Kräfte emporschiebt.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Alles Große und Gescheite existiert in der Minorität. Es ist nie daran zu denken, dass die Vernunft populär werde. Leidenschaften und Gefühle mögen populär werden, aber die Vernunft wird immer nur im Besitz einzelner Vorzüglicher sein.



Konfuzius (551 - 479 v. Chr.):

Wenn alle zufrieden sind, so gibt“s keine Revolution!



Karl Marx (1818 - 1883):

Alle Revolutionen haben bisher nur eines bewiesen, nämlich, dass sich vieles ändern lässt, bloß nicht die Menschen.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

Solange es mehr faule als fleißige Menschen gibt, bleibt der sozialistische Staat eine Utopie.



Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 - 1831):

Das Volk ist derjenige Teil des Staates, der nicht weiß, was er will.



Ernest Hemingway (1899 - 1961):

Das Merkwürdige an der Zukunft ist wohl die Vorstellung, dass man unsere Zeit einmal die gute alte Zeit nennen wird.



Hermann Hesse (1877 - 1962):

Man kann den frohen Fortschrittsglauben nicht teilen und kann dennoch das Gute wünschen und fördern, man kann an die Lösbarkeit von Problemen nicht glauben und kann dennoch ihre vernünftige Behandlung wünschen und ihr dienen.

Aus der Rezension »Bücher der Kultur und Kunst [1]«, Mai 1931



Henryk Sienkiewicz (1846 - 1916):

Optimismus gilt oft als Dummheit. Dümmer ist Pessimismus, der sich als Vernunft gebärdet.



Jean Dutourd (1920 - 2011):

Die wahren Optimisten sind nicht überzeugt, dass alles gutgehen wird.
Aber sie sind überzeugt, dass nicht alles schiefgehen wird.



Karl Valentin (1882 - 1948):

Optimist: ein Mensch, der die Dinge nicht so tragisch nimmt, wie sie sind.



Stanislaw Jerzy Lec (1909 - 1966):

Optimismus und Pessimismus unterscheiden sich lediglich im Datum des Weltuntergangs.

Ich bin Optimist! Daher glaube ich an die rettende Mission des Pessimismus!



Peter Bamm (1897 - 1975):

Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiß ist. Optimisten vertrauen darauf, dass es nicht erkaltet.



Gabriel Laub (1928 - 1998):

Die Optimisten treiben uns zum Pessimismus, weil sich ihre Erwartungen fast nie erfüllen. Nur die Pessimisten, deren Voraussagen sich auch nicht immer bestätigen, schenken uns ein bisschen Optimismus.

Optimismus: das einzige, was man vom Leben noch haben kann.

Ich bin ein Optimist. Meiner Meinung nach ist die Lage nicht so schlimm, dass man den Menschen die Wahrheit verschweigen müsste.



Ernst Ferstl (geb. 1955):

Optimisten erhellen das Gute im Menschen, Pessimisten verdunkeln es.

In unserem fortschrittlichen System steckt ziemlich viel. Unter anderem auch ziemlich viel Chaos.

Unsere Gesellschaft ist reich an Waren, aber arm an Wahrem.

Angesichts der Tatsache, dass die Menschen nicht fähig sind, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, dürfen wir uns keine Fehler mehr leisten.

Gerade weil wir alle in einem Boot sitzen, sollten wir heilfroh darüber sein, dass nicht alle auf unserer Seite stehen.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

Heitere Resignation - es gibt nichts Schöneres.



Erich Kästner (1899 - 1974):

Es ist leicht, das Leben schwer zu nehmen.
Und es ist schwer, das Leben leicht zu nehmen.


    Die Erinn'rung ist eine mysteriöse Macht
    und bildet die Menschen um.
    Wer das, was schön war, vergisst, wird böse.
    Wer das, was schlimm war, vergisst, wird dumm.


    "Wird's besser? Wird's schlimmer?"
    fragt man alljährlich.
    Seien wir doch ehrlich:
    Leben ist immer lebensgefährlich.






Eberhard Liß (geb. 1941):

Das evolutionäre Dilemma der Tierart "Homo sapiens (sapiens)" wird gefährlich verschlimmert durch eskalierende Umweltzerstörung und riskanten Abbau natürlicher Ressourcen, - forciert von kommerzieller Gewinnmaximierung und militärischer Machtpolitik.

Die ruinöse Ausbeutung von Natur und Mensch gilt als existenziell begründet durch lebensnotwendige Bedürfnisse der Menschheit; aber katastrophale Verhältnisse resultieren aus der unmäßigen Habgier und Arroganz weniger 'Großmächtiger', die Winzlinge im Universum sind.

Das kapitalistische Krisenmanagement infolge von Verschuldung und Sozialabbau basiert weiterhin auf Profitstreben mit spekulativen Geschäftsmodellen gemäß dem Irrglauben an erreichbares Wirtschaftswachstum trotz der begrenzten Verfügbarkeit von Ressourcen.

Durch die Verringerung der lebensnotwendigen Ressourcen erfolgt eine Zunahme von Konkurrenz und Unfairness unter den Menschen zu Lasten ihrer sozialen Kooperation.

Erforderlich sind folgende Voraussetzungen für globale Lösungen der komplexen sozialen Probleme: kollektives Verantwortungsbewusstsein, sparsamer Umgang mit Ressourcen, solidarischer Konsumverzicht, wissenschaftlicher Erfindungsreichtum und gebremstes Bevölkerungswachstum.

Notwendig in Krisenzeiten ist die Besinnung des Einzelnen auf das Lebensnotwendige unter den aktuellen Bedingungen der Umwelt, um ein 'Lernen des Verzichts' für angepasstes Verhalten zu ermöglichen. - Dazu erforderlich ist die ernüchternde Aufklärung über falsche Hoffnungen von bisherigen Fortschrittsideologien und Wachstumstheorien der verschwenderischen Konsumgesellschaft.

Das gesunde Maßhalten einer realistischen Lebensführung erfordert eine sinnvolle Begrenzung der individuellen Ansprüche gemäß natürlicher Eigennutzorientierung und kann gelingen durch vernünftige Selbstkontrolle und rationale Einsicht, wobei das jeweils 'rechte' Maß schwierig zu bestimmen ist, - angesichts verführender Werbung und sittlicher Indoktrinierung.

Der profitorientierte "Homo sapiens" könnte seine riskanten Probleme sozialverträglich lösen, wenn er das 'rechte Maß' für seine eigennützigen Bestrebungen jeweils finden und einhalten würde.

Bescheidenheit findet man selten, aber häufig bei denjenigen, die aufgrund ihrer Leistungen größere Ansprüche haben dürften.

Die meisten Menschen interessieren sich nicht für globale Probleme der Menschheit, um sich nicht damit zu belasten, und versuchen ihr gefährdetes Leben zu genießen, so lange das ihnen noch möglich ist.

Zu unserem eigenen Schutz müssen wir vorausschauend versuchen, unsere existenziellen Probleme zu erkennen, um mögliche Lösungen rechtzeitig finden zu können.

Gefährliche Risiken durch Missbrauch von Wissenschaft und Technik müssen rechtzeitig erkannt und verhütet werden.

Vorausschau und Denken im Großen fehlt Pragmatikern, die sich nur mit Nächstliegendem im Kleinen befassen, wobei sie den Nutzen ihres Handelns im Auge haben.

Eigennutz erscheint dem Egoisten vorteilhafter als Anteil am Gemeinnutz, der Eigenverzicht verlangt.

Wo sich alles nur ums Geld dreht, ist Kapital die Achse des Lebens.

Politische Macht hängt ab von wirtschaftlicher oder militärischer Macht.

Asoziale Geldgier der reichen Oligarchen ist der Hauptgrund für riskante Geschäfte, kriminelle Korruptionen und Erpressungen mit Mafia-Methoden.

Der Stolz und die Gier der Menschen waren und sind immer wieder die Gründe für brutale Eroberungen, Plünderungen und Ausbeutungen von Schwächeren durch die Stärkeren mit ihren Sonderrechten.

Wo es keine Gerechtigkeit gibt, nützt es einem nicht, Recht zu haben.

Wenn jeder Recht haben will, dann ist Gerechtigkeit Mangelware.

In einer verlogenen Gesellschaft werden raffinierter Schwindel, Halbwahrheiten und Täuschungen von den meisten Menschen hingenommen, um sich nicht als Außenseiter unbeliebt zu machen.

Von der problemlösenden Gesellschaft gefordert wird ein individuelles Weiterlernen durch rationale Einsicht in wirkliche Zusammenhänge, - verbunden mit möglicher Selbsterkenntnis.

Schwierig ist die prognostische Einschätzung wahrscheinlicher Risiken durch möglichst wissenschaftlich fundierte Voraussicht zur Gewinnung von "rationaler" Einsicht zwecks "intelligenter" Handlungskontrolle.

Einsichtige Anerkennung der unerbittlichen Realität verlangt ein Aufgeben irrealer Vorstellungen und Erwartungen des Wunschdenkens.

Ein kritischer Realist, der für Wahrheit und Gerechtigkeit offen eintritt, versucht objektiv zu urteilen und kommt damit in Widerspruch zu subjektiven Ansichten und Vorurteilen.

Auf Gutgläubige und Unwissende wirkt ein Realist wie ein negativ denkender Pessimist.

Ein Realist erscheint uns mehr als Pessimist, - weniger als Optimist.

Optimisten glauben an mögliche Problemlösungen und menschlichen Fortschritt.

Optimisten hoffen auf die Problemlösefähigkeit der intelligenten Menschen, die mit ihrer Vernunft und Einsicht auch scheinbar unüberwindlichen Herausforderungen widerstehen können.

Als Hoffnungsträger für notwendige Problemlösungen gesucht werden leistungsstarke 'anständige' Menschen mit sachkundiger Tatkraft, Verantwortungsbewusstsein und sozialer Anteilnahme, - insbesondere für Sonderaufgaben qualifizierbare 'kluge' Experten.

Aktive Menschen, die selbständig handeln wollen, müssen lernen Unsicherheit zu ertragen und Verantwortung für ihre Urteile und Taten zu übernehmen.


Siehe auch:  » Phänomen Mensch   » Mensch und Welt   » Leben und Schicksal

                 Zitate:  »Homo sapiens« im Dilemma

Literaturauswahl:  » Erkenntnisse zu Evolution, Mensch und Technik

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