Weisheiten zum Thema »Phänomen Mensch«

Eine diskursive Folge erlesener Aphorismen von genannten Autoren ohne Rangfolge - » VORWORT

 

Alexander von Humboldt (1769 - 1859):

Wissen und Erkennen sind die Freude und die Berechtigung der Menschheit; sie sind Teile des National-Reichtums, oft ein Ersatz für die Güter, welche die Natur in allzu kärglichem Maße ausgeteilt hat.

Der Mensch ist zum Erkennen geboren.

Ohne den ernsten Hang nach der Kenntnis des Einzelnen kann alle große und allgemeine Weltanschauung nur ein Luftgebilde sein.

Das höchste Ziel aller Naturbetrachtung kann nur erreicht werden durch klare Erkenntnis unserer eigenen Natur.



Baruch Spinoza (1632 - 1677):

Wir müssen unsere eigene Natur, die wir vervollkommnen wollen, genau kennen, zugleich aber auch so viel von der Natur der Dinge, als hierzu notwendig ist.



Jean-Jacques Rousseau (1712 - 1778):

Wenn man über den natürlichen Zustand des Menschen richtig urteilen will, dann mag es nötig sein, das menschliche Geschlecht von seinem Ursprung an zu betrachten und sozusagen das Embryo des Menschengeschlechts zu untersuchen.



Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832):

Wie selten ist der Mensch mit dem Zustand zufrieden, in dem er sich befindet! Er wünscht sich immer den seines Nächsten, aus welchem sich dieser gleichfalls heraussehnt.

Wie wenig der Mensch bedarf und wie lieb es ihm wird, wenn er fühlt, wie sehr er das Wenige bedarf.

Wenn wir die Menschen nur nehmen wie sie sind, so machen wir sie schlechter; wenn wir sie behandeln, als wären sie, was sie sein sollten, so bringen wir sie dahin, wohin sie zu bringen sind.

Jeder Mensch hat einen bestimmten Kreis, in welchem er auf eine unnachahmliche Weise wirken kann, je kleiner sein Reich, desto konzentrierter seine Kraft.

Inwendig lernt kein Mensch sein Innerstes erkennen: denn er misst mit eigenem Maß sich bald zu klein und leider oft zu groß. Der Mensch erkennt sich nur im Menschen, nur das Leben lehret jedem, was er sei!

Wir lernen die Menschen nicht kennen, wenn sie zu uns kommen; wir müssen zu ihnen gehen, um zu erfahren, wie es mit ihnen steht.



Christian Friedrich Hebbel (1813 - 1863):

Wer die Menschen kennenlernen will, der studiere ihre Entschuldigungen.



Werner Krauss (1900 - 1976):

Umfang und Tiefe der Erfahrung, analytischer Geist und formulierender Scharfsinn sind entscheidende Merkmale echter Menschenkenntnis.



Konfuzius (551 - 479 v. Chr.):

Menschlichkeit ist das Wesen der Sittlichkeit, Menschenkenntnis das Wesen der Weisheit.

Die Menschen können die Wahrheit verherrlichen, nicht verherrlicht die Wahrheit den Menschen.



Georg Bernard Shaw (1856 - 1950):

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das von sich eine schlechte Meinung hat.



Mark Twain (1835 - 1910):

Das einzige Lebewesen, das erröten kann, ist der Mensch. Es ist aber auch das einzige, das Grund dazu hat.

»Die edelste Schöpfung Gottes?« Der Mensch.
»Wer ist darauf gekommen?« Der Mensch.

Das Menschengeschlecht besteht aus denen, die verdammt sind, und denen, die verdammt sein müssten.



Hermann Hesse (1877 - 1962):

Gäbe es nicht das wilde Tier in uns, wir wären alle kastrierte Engel.

Der Mensch, wie ihn die Natur erschaffen hat, ist etwas
Unberechenbares, Undurchsichtiges, Gefährliches.

(aus "Unterm Rad", 1903)



John Toland (1670 - 1722):

Das Temperament, das uns bei der Geburt mitgegeben wird, liefert nicht nur die Anlage für diese oder jene besondere Gemütsart und Eigentümlichkeit, sondern beeinflusst auch sichtbar die meisten Handlungen unseres späteren Lebens, was nur durch die größten Anstrengungen und durch stärkste Anwendung der Vernunft zu beheben ist.



Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716):

Das Übergewicht der Neigungen entschuldigt den Menschen nicht, dass er nicht Herr seiner selbst ist; er soll seine Kraft gebrauchen lernen, die in der Vernunft besteht.



Oscar Wilde (1854 - 1900):

Der Mensch ist ein vernunftbegabtes Wesen, das immer dann die Ruhe verliert, wenn von ihm verlangt wird, dass es nach Vernunftgesetzen handeln soll.



Albert Schweitzer (1875 - 1965):

Alles, was Mensch ist, ist bestimmt, in eigener, denkender Weltanschauung wahrhaftige Persönlichkeit zu werden.



Oskar Kokoschka (1886 - 1980):

Man ist nicht Mensch, weil man geboren ist, man muss Mensch werden.



Marie von Ebner-Eschenbach (1830 - 1916):

Einen Menschen kennen, heißt ihn lieben oder ihn bedauern.

Der eitle, schwache Mensch sieht in jedem einen Richter, der stolze, starke hat keinen Richter als sich selbst.



Johann Georg Hamann (1730 - 1788):

Wer ein Richter der Menschen sein will, muss selbst ein Mensch werden.



Curt Goetz (1888 - 1960):

Idealismus ist die Fähigkeit, die Menschen so zu sehen, wie sie sein könnten, wenn sie nicht so wären, wie sie sind.



Robert Musil (1880 - 1942):

Der wahre Mensch ist nur der Handelnde.



Albert Einstein (1879 - 1955):

Alles, was von den Menschen getan und erdacht wird, gilt der Befriedigung gefühlter Bedürfnisse sowie der Stillung von Schmerzen. Dies muss man sich immer vor Augen halten, wenn man geistige Bewegungen und ihre Entwicklung verstehen will. Denn Fühlen und Sehnen sind der Motor alles menschlichen Strebens und Erzeugens, mag sich auch letzteres uns noch so erhaben darstellen. [Religion und Wissenschaft, 1930]

Schon immer beruhten die meisten menschlichen Handlungen auf Angst oder Unwissenheit. [1954]



Napoleon I. Bonaparte (1769 - 1821):

Zwei Hebel bewegen die Menschen: Eigennutz und Furcht.



Voltaire (1694 - 1778):

Jeder Mensch kommt mit einer sehr großen Sehnsucht nach Herrschaft, Reichtum und Vergnügen sowie einem starken Hang zum Nichtstun auf die Welt.

Das Wort Seele gehört zu den Wörtern, die jeder ausspricht, ohne sie zu verstehen. [in 1764]



William Faulkner (1897 - 1962):

Der Mensch ist sterblich, und seine einzige Möglichkeit, unsterblich zu werden, ist die, dass er etwas Unsterbliches hinterlässt.



Ernst Bloch (1885 - 1977):

Nichts ist menschlicher als zu überschreiten, was ist.



George Bernard Shaw (1856 - 1950):

Der Mensch kann wohl die höchsten Gipfel erreichen, aber verweilen kann er dort nicht lange.



Denis Diderot (1713 - 1784):

Der einzelne kann sich vervollkommnen. Aber die Menschheit als ganzes wird weder besser noch schlechter.



Peter Bamm (Curt Emmrich, 1897 - 1975):

Ach, ist nicht die Unvollkommenheit des Menschen seine menschlichste Eigenschaft! Ohne sie wäre er ein Gott, und darum eben kein Mensch mehr.

Der Mensch ist sterblich, sein Mut ist es nicht. Der Mensch ist ein Staubkorn der Lächerlichkeit im All.

(aus: Vorwort zu 'Sprüche und Wahrheiten', - Zeichnungen von Olaf Gulbransson)



Immanuel Kant (1724 - 1804):

Fragt man, ob die Menschengattung als eine gute oder schlimme Rasse anzusehen sei: so muss ich gestehen, dass nicht viel damit zu prahlen ist.

Aus so krummen Holz, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz grades gezimmert werden.

Anderen Menschen nach unserem Vermögen wohlzutun ist Pflicht, man mag sie lieben oder nicht, und diese Pflicht verliert nichts an ihrem Gewicht, wenn man gleich die traurige Bemerkung machen müsste, dass unsere Gattung leider dazu nicht geeignet ist, wenn man sie näher kennt.



Charles Darwin (1809 - 1882):

Der Mensch mit allen seinen edlen Eigenschaften trägt in seiner körperlichen Gestalt den unauslöschlichen Stempel seiner geringen Herkunft.

Der Mensch in seinem Hochmut hält sich für eine große Schöpfung, würdig des Eingreifens einer Gottheit. Bescheidener und wahrer ist es , denke ich, ihn als aus dem Tierreich geschaffen zu betrachten.



Konrad Lorenz (1903 - 1989):

Der Übergang vom Affen zum Menschen sind wir.

Das fehlende Glied zwischen Mensch und Affe sind wir selbst.

Weit davon entfernt, im Menschen das unwiderruflich unübertreffliche Ebenbild Gottes zu sehen, behaupte ich bescheidener und, wie ich glaube, in größerer Ehrfurcht vor der Schöpfung und ihren unerschöpflichen Möglichkeiten: Das lang gesuchte Zwischenglied zwischen dem Tiere und dem wahrhaft humanen Menschen  -  s i n d  w i r !

Wir alle l e i d e n unter der Notwendigkeit, unsere Triebe beherrschen zu müssen, der eine mehr, der andere weniger, je nach unserer sehr verschiedenen Ausstatttung mit sozialen Instinkten oder Neigungen.

(aus: Das sogenannte Böse, G. Borotha-Schoeler Verlag, Wien, 1965, S. 322/352)

Die Vorstellung, der Mensch sei das von Anfang an festgelegte Ziel aller Entwicklung, scheint mir das Paradigma jenes verblendeten Hochmuts, der vor dem Fall kommt. Wenn ich glauben müsste, dass ein allmächtiger Gott den heutigen Menschen, wie er durch den Durchschnitt unserer Spezies repräsentiert wird, absichtlich so geschaffen habe, wie er ist, würde ich fürwahr an Gott verzweifeln. Wenn dieses, in seinem kollektiven Tun oft nicht nur so böse, sondern auch so dumme Wesen das Ebenbild Gottes sein soll, muss ich sagen: »Welch trauriger Gott!«.

(aus: 'Der Abbau des Menschlichen' (Credo), R. Piper & Co. Verlag, München 1963)



Erich Fromm (1900 - 1980):

Der Mensch ist ein Tier, aber ein solches, das nicht genügend mit Instinkten ausgerüstet ist, um es bei seinem Handeln zu leiten. Er besitzt nicht nur Intelligenz, - die auch das Tier besitzt -, sondern ein Bewusstsein seiner selbst, und doch ist er nicht fähig, den Geboten der Natur zu entrinnen. -
Die Natur des Menschen ist aber nicht nur ein Prinzip, sondern auch eine Fähigkeit: Der Mensch erreicht sein Wesen in dem Maße, wie er seine Fähigkeiten der Vernunft und der Liebe entwickelt. [aus: Authentisch leben, hrsg. v. Rainer Funk, HERDER, S. 37 bzw. 39]

Der Mensch, wie andere Tiere auch, besitzt Intelligenz, die ihm erlaubt, Denkprozesse zur Erreichung unmittelbarer praktischer Ziele einzusetzen; aber der Mensch besitzt eine andere geistige Eigenschaft, die das Tier nicht besitzt. Er ist sich seiner selbst bewusst, seiner Vergangenheit und seiner Zukunftt, die den Tod bringt; seiner Kleinheit und Machtlosigkeit; er ist sich der anderen als andere bewusst - als Freunde, Feinde oder Fremde. Der Mensch übertrifft alles andere Leben, denn er ist - als Erster - Leben, das sich seiner selbst bewusst ist.



Gotthold Ephraim Lessing (1729 - 1781):

Mit Absicht handeln ist das, was den Menschen über geringere Geschöpfe erhebt.

(aus: Hamburgische Dramaturgie, 22.04.1767, 34. Stück)



Franz M. Wuketits (geb. 1955):

Dem Menschen ist die Fähigkeit eigen, sich bewusste Ziele zu setzen, Absichten zu verfolgen, in die Vergangenheit und in die Zukunft zu blicken. Kraft seines Selbstbewusstseins kann sich jeder einzelne Mensch von seiner Umgebung, seinen Artgenossen und anderen Lebewesen deutlich »abheben«. Er kann seine Ziele bewusst gegen die Interessen anderer Lebewesen verfolgen und durchzusetzen versuchen. Daher kann er auch enorme Katastrophen anrichten. [aus 'Die Selbstzerstörung der Natur', dtv 2002, S. 126]



Edward O. Wilson (Soziobiologe, geb. 1929):

Es gibt eine biologische Basis der menschlichen Natur, und die ist für Ethik ebenso relevant wie für Religion. Die Fakten beweisen, dass der Mensch aufgrund dieser biologischen Prädisposition nur ein schmales Spektrum von ethischen Normen anzunehmen bereit ist.
Weil Vertrautheit und ein gemeinsames Interesse unerlässliche Grundbedingungen für soziale Transaktionen sind, entwickelte sich ein selektives Moralempfinden. ... Der Mensch bringt nur mit Mühe Vertrauen in einen Fremden auf, und wahres Mitgefühl ist ein äußerst seltenes Gut.

(aus: Die Einheit des Wissens, W. Goldmann Verlag, München, 2000, S. 351 bzw. 337)



Gabriel Laub (geb. 1928):

Der Mensch: ein durch die Zensur gerutschter Affe.

Der Homo sapiens ist kein Tier mehr. Er ist schon fähig, sich selbst als Gattung zu vernichten.

Moral: ein Kodex, der von den einen nicht eingehalten wird, weil sie ihn nicht anerkennen, und von den anderen anerkannt wird, weil sie ihn nicht einhalten.



John Osborne (1921 - 1994):

Der Computer ist die logische Weiterentwicklung des Menschen: Intelligenz ohne Moral.



Friedrich Nietzsche (1844 - 1900):

Moral ist eine Wichtigtuerei des Menschen vor der Natur.

Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch - ein Seil über einem Abgrund.



Karl Kraus (1874 - 1936):

Der Übermensch ist ein verfrühtes Ideal, das den Menschen voraussetzt.



Karl Jaspers (1883 - 1969):

Der Mensch steht heute vor der Alternative: Untergang des Menschen oder Wandlung des Menschen.

Der Mensch ist immer mehr, als er von sich weiß. Er ist nicht, was er einfürallemal ist, sondern er ist Weg.



Jean-Paul Sartre (1905 - 1980):

Der Mensch ist nichts anderes, als was er selbst aus sich macht.

Der Mensch ist nichts anderes als sein Entwurf, er existiert nur in dem Maße, als er sich entfaltet.

Der Mensch ist im Grunde Begierde, Gott zu sein.



Aristoteles (384 - 322 v. Chr.):

Der Mensch ist das Tier, das in einer Stadt wohnt.



Lucius Annaeus Seneca d. J. (um 4 v. Chr. - 65):

Der Mensch ist das einzige Tier, das lacht und weint. Denn er ist das einzige Tier, das den Unterschied erkennt zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte.

Alles Leid des Menschen kommt vom Menschen.



Thomas Hobbes (1588 - 1679):

Der Mensch ist des Menschen Wolf.



Bertold Brecht (1898 - 1956):

Das Schicksal des Menschen ist der Mensch (aus: 'Die Mutter').

Der Mensch ist das Gemeinste, was lebt, und das Schwächste.



Erich Kästner (1899 - 1974):

      Freunde, nur Mut!
      Lächelt und sprecht:
      »Die Menschen sind gut,
      bloß die Leute sind schlecht«.

      Ist der Mensch nicht eine Plage?
      Und erst recht, wenn man ihn liebt?
      Gott, verzeih mir diese Frage!
      Tu's auch, wenn es Dich nicht gibt.

Ach, die Spezies »Mensch« ist wahrhaftig die Luft nicht wert, die sie atmet, vom Duft des Jasmins und der Linden ganz zu schweigen... (aus: 'An der Grenze des Schlaraffenlandes' -  Elend 1945)



Chinesische Weisheit:

Es gibt nur zwei gute Menschen - der eine ist gestorben und der andere noch nicht geboren.



Adalbert Stifter (1805 - 1868):

Das ist das Merkmal des großen und guten Menschen, dass er immer zuerst auf das Ganze und auf andere sieht, auf sich zuletzt.



Alfred Polgar (1873 - 1955):

Es hat sich bewährt, an das Gute im Menschen zu glauben, aber sich auf das Schlechte zu verlassen.



Martin Luther (1483 - 1546):

Es ist kein Mensch so böse, dass nicht etwas an ihm zu loben wäre.



Friedrich Dürrenmatt (1921 - 1990):

Das menschliche Wesen ist dem menschlichen Tun davongelaufen, das ist unsere Tragik. Trotz aller unserer Kenntnisse verhalten wir uns immer noch wie die Höhlenmenschen von einst.

Der Mensch ist ein Tier, das denkt.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das weiß, dass es sterben wird. Die Verdrängung dieses Wissens ist das einzige Drama des Menschen.



Max Frisch (1946 - 1949, Tagebuch):

Das Bewusstsein unserer Sterblichkeit ist ein köstliches Geschenk, nicht die Sterblichkeit allein, die wir mit den Molchen teilen, sondern unser Bewusstsein davon. Das macht unser Dasein erst menschlich.



Stanislaw Jerzy Lec (1909 - 1966):

Menschen, die wie Götter verehrt werden, verlieren mit der Zeit tatsächlich ihre menschlichen Züge.

Der Mensch hat noch einen Vorzug vor der Maschine - er ist imstande, sich selbst zu verkaufen.

Der Mensch leidet an einer fatalen Spätzündung: er begreift alles erst in der nächsten Generation.



Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799):

Mein unerschütterlicher Glaube an die Dummheit des Tieres Mensch hat mich nie enttäuscht und ist im Laufe des Lebens oft zustatten gekommen.



Leo Tolstoi (1828 - 1910):

Alle menschlichen Torheiten sind uns nur so lange offenkundig, als wir selbst nicht daran beteiligt sind. Ist dies dagegen der Fall, scheint uns, alles könne gar nicht anders sein.



William Hazlitt (1778 - 1830):

Es ist gut, dass niemand fehlerfrei ist; denn er würde keinen einzigen Freund in der Welt haben.

Jedermann ist zu bedauern, der gerade genug Verstand hat, seine Mängel wahrzunehmen.



Siegmund Freud (1856 - 1939):

Das Unbewusste ist das eigentlich reale Psychische, uns nach seiner inneren Natur so unbekannt wie das Reale der Außenwelt und uns durch die Daten des Bewusstseins ebenso unvollständig gegeben wie die Außenwelt durch die Angaben unserer Sinnesorgane.



Karl Marx (1818 - 1883):

Das Bewusstsein kann nie etwas Anderes sein als das bewusste Sein, und das Sein der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozess. [aus: Die deutsche Ideologie, MEW 3, S. 26, 1846/1932]



Erich Fromm (1900 - 1980):

Sich seines Unbewussten bewusst werden, heißt mit seiner vollen Humanität in Berührung zu kommen und die Schranken beseitigen, welche die Gesellschaft in jedem Menschen und folglich auch zwischen jedem Menschen und seinem Mitmenschen errichtet. Es ist schwer, dieses Ziel zu erreichen, und es gelingt nur selten. Ihm näher zu kommen kann jedoch ein jeder, denn es bedeutet nichts anderes als die Emanzipation von sich selbst und der Menschheit.

(aus: Jenseits der Illusionen, 9 Das gesellschaftliche Unbewusste)



Alexander von Humboldt (1769 - 1859):

Die Idee der Menschlichkeit [ist] das Bestreben, die Grenzen, welche Vorurteile und einseitige Ansichten aller Art feindselig zwischen die Menschen gestellt [haben], aufzuheben und die gesamte Menschheit ohne Rücksicht auf Religion, Nation und Farbe, als Einen großen, nahe verbrüderten Stamm, als ein zur Erreichung Eines Zweckes, der freien Entwicklung innerlicher Kraft, bestehendes Ganzes zu behandeln.

('Kosmos', Band 1, 1845 - Alexander zitiert hier seinen Bruder Wilhelm.)



Eugen Roth (1895 - 1976):

      Ein Mensch erlebt den krassen Fall,
      Es menschelt deutlich überall,
      Und trotzdem merkt man weit und breit
      Oft nicht die Spur von Menschlichkeit.

      Ein Mensch ist manchmal wie verwandelt,
      sobald man menschlich ihn behandelt.

      Ein Mensch erkennt: Sein ärgster Feind:
      Ein Unmensch, wenn er menschlich scheint!



»Mahatma« Mohandas Karamchad Gandhi (1869 - 1948):

Wir dürfen das Vertrauen in die Menschheit nicht verlieren. Die Menschheit ist wie ein Ozean und einige Tropfen trübes Wasser verschmutzen nicht den Ozean.



Albert Einstein (1879 - 1955):

Wie ohnmächtig auch die guten und gerechten Menschen sein mögen, sie allein machen das Leben lebenswert.






Eberhard Liß (geb. 1941):

Das vernunftbegabte Tier "Mensch" (Homo sapiens sapiens) ist sich seiner Existenz bewusst und strebt danach, Vorteile zu erzielen und Neues zu erleben. -
Der anspruchsvolle Mensch will mehr als "nur" versorgt in Sicherheit leben und sich vermehren.

Der suchende, versuchende und irrende Mensch hat hypothetische Vorstellungen oder Pläne zur Verbesserung seiner subjektiven Lage. Er belastet sich selbst mit der Lösung von Problemen, die ohne ihn nicht entstanden wären.

Der Mensch denkt mit seinem oft unzufriedenen 'Steinzeitgehirn'. Er strebt nach Glück und Bedürfnisbefriedigung, besonders nach Lustgewinn, Freude und Besitz.

Die Menschen sind genetisch ungleich veranlagt und können sich für unterschiedliche Kompetenzen qualifizieren; aber vor dem Gesetz gelten sie als gleich, wenn ihnen gleiche Menschenrechte zuerkannt werden.

Ein hohes Bildungsziel ist die selbstbestimmte Persönlichkeitsentwicklung durch Entfaltung individueller Anlagen gemäß eigenen Interessen im Konflikt mit sozialen Erfordernissen der Anpassung an tradierte und veränderte Umweltbedingungen.

Die "ehrgeizigen" Menschen wollen etwas aus sich machen, das Anerkennung findet und möglichst einzigartig ist.

Existenzielle Selbständigkeit gelingt mit natürlicher Eigennutz-Orientierung zwecks Selbsterhaltung durch möglichst sozialverträgliche Selbstbestimmung ohne "unsoziale" Auswirkungen.

Hohes Ziel für Selbständigkeit ist die "vernünftige" Selbstbestimmung durch rationale Selbstkontrolle mit einer 'sozial-verträglichen' Eigennutz-Orientierung.

Selbstbewusste 'kreative' Menschen engagieren sich für außergewöhnliche Projekte, um etwas Besonderes zu leisten oder etwas Einzigartiges zu gestalten, - als ein kultureller Beitrag für die Kunst oder Wissenschaft.

Sich etwas "bewusst sein" beruht auf wissentlicher Seinserfahrung.

Formulierbare Aussagen über deklaratives Wissen vom Sein entsprechen dem "sprachlichen Bewusstsein".

Der 'sozial offene' Mensch ist anderen gegenüber mitteilsam (freundlich, stolz, arrogant oder angeberisch) und zeigt auch gern das, was er (oder sein Angehöriger) hat, kann oder weiß.

Der wenig wissende Mensch hat keine Weitsicht. Er sieht nur einen Teil der näheren Umwelt - innerhalb der Grenzen seines egozentrischen Blickwinkels.

Der neugierige Mensch ist abhängig vom Reiz des Neuen und sucht die Abwechslung.

Aktive Menschen gelten allgemein als optimistisch und risikofreudig, weil sie mühevolle Absicherungen oft unterlassen.

Den Menschen imponieren gefährliche Spitzenleistungen, - auch bei Selbstgefährdung.

Wer zielstrebig lernt, sich über Wesentliches zu informieren und sich durch Einsicht selbst zu helfen, der nutzt seinen Verstand mit einer gesunden Eigennutzorientierung zur Selbsterhaltung.

Die Eigennutz-Orientierung der 'konkurrierenden' Menschen, insbesondere ihr Geltungsdrang und Profitstreben (gesteigert zu Machtgier und Ruhmsucht), bedingt ihre vielen Konflikte und Kriege, auch den Missbrauch von wissenschaftlich-technischen Innovationen.

Eitelkeit und Geltungsdrang sind menschliche Schwächen. Ihre negative Steigerung führt über Rücksichtslosigkeit zu zynischem Machtmissbrauch, sogar bis zu gewalttätigen Aggressionen.

Ein asozialer Mensch kann zum gierigsten und grausamsten Tier werden.

Tiere können anderen etwas vortäuschen, der listige Mensch kann lügen und betrügen.

Wer alles glaubt oder sich gefallen lässt, wird als dumm verkauft.

Menschen lassen sich durch emotionale Beeinflussung verführen und manipulieren, - auch geschäftsorientiert 'verblöden' mit vielen massenwirksamen Medien.

Unfaire Geschäftsmodelle basieren auf raffinierter Verführung zu eigennützigem Verlangen (steigerbar zu Sucht oder Gier), das durch den Kauf angebotener (riskanter, wertloser oder unnötiger) Dinge befriedigt werden soll.

Der egoistische Mensch sieht seinen Vorteil ohne Rücksicht auf andere Lebewesen.

Eigennutz erscheint dem Egoisten vorteilhafter als Anteil am Gemeinnutz, der Eigenverzicht verlangt.

Bescheidenheit findet man selten, aber häufig bei denjenigen, die aufgrund ihrer Leistungen größere Ansprüche haben dürften.

Wenn jeder nur an sich denkt, dann gibt es nur rücksichtsloses Gewinnstreben und kein soziales Miteinander, keine Hilfsbereitschaft und auch keine Solidarität.

Menschen, die sich nicht selbst helfen können, erwarten Hilfe von anderen und sind dann verloren, wenn sie keine fremde Hilfe erlangen.


Siehe auch:   » Charakter und Tugend  » Mensch und Welt

                   » Geltung und Besitz  » Natur und Gesellschaft

       Essay:   » Daten zu Universum und Menschheit

      Zitate:   » Homo sapiens« im Dilemma

Literaturauswahl:  » Erkenntnisse zu Evolution, Mensch und Technik

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