Dr.-Ing. Eberhard Liß  -  www.liss-kompendium.de/ki/denkprodukte.htm  -  » Publikationen


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Kognitiv-logische Grunderkenntnisse

Gedächtnisprinzipien und Logos-Relationen für Denkmodelle


Introduktion  -  mit kenntnistheoretischen Definitionen zur neuartigen Modellierung von 'denkenden Gedächtnissystemen' mit strukturellen Lerndispositionen für Kognitive Logik


Lernfähige Organismen können sich zurecht finden in ihrer 'ungewiss veränderlichen' Umwelt mit Hilfe ihres philogenetisch veranlagten Basis-Wissen, das als angeborenes Wissen für die lebensnotwendige Verhaltenssteuerung ontogenetisch erweitert und verbessert werden kann durch die individuelle Ausbildung von zusätzlichem Erfahrungswissen. Dieses wird 'kognitiv-logisch' genutzt für intelligentes (problemlösendes, effektiv angepasstes) Verhalten, insbesondere für empirische Urteile und erwogene Entscheidungen gemäß assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung", die als erinnerte Erwartungen oder vermutete Konsequenzen subjektiv bewertet bzw. abgewogen werden. [1] - [6]
   "Da die Evolution sehr konservativ mit Erfindungen umgeht, unterscheiden sich einfache und hochdifferenzierte Gehirne im Wesentlichen nur durch die Zahl der Nervenzellen und die Komplexität der Vernetzung. Daraus folgt, dass auch die komplexen kognitiven Funktionen des Menschen auf neuronalen Prozessen beruhen müssen, die nach den gleichen Prinzipien organisiert sind wie wir sie von tierischen Gehirnen kennen." - "Alles Wissen, über das ein Gehirn verfügt, residiert in seiner funktionellen Architektur, in der spezifischen Verschaltung der vielen Milliarden Nervenzellen. Zu diesem Wissen zählt nicht nur, was über die Bedingungen der Welt gewusst wird sondern auch das Regelwerk, nach dem dieses Wissen zur Strukturierung unserer Wahrnehmungen, Denkvorgänge, Entscheidungen und Handlungen verwertet wird. Dabei unterscheiden wir angeborenes und durch Erfahrung erworbenes Wissen. Ersteres wurde während der Evolution durch Versuch und Irrtum erworben, liegt in den Genen gespeichert und drückt sich jeweils erneut in der genetisch determinierten Grundverschaltung der Gehirne aus. Das zu Lebzeiten hinzukommende Wissen führt dann zu Modifikationen dieser angeborenen Verschaltungsoptionen." - "Für die Funktionsabläufe in den neuronalen Netzwerken spielt es keine Rolle, ob Verschaltungsmuster durch genetische Instruktionen oder durch kulturelle Prägungsprozesse ihre spezifische Ausbildung erfuhren, ob die Aktivität der Neurone durch gewöhnliche Sinnesreize oder soziale Signale erfolgte." - "Erst das Weltwissen, das nach der Ausbildung deklarativer Gedächtnisfunktionen erworben wird, also in der Zeit, die wir erinnern, wird zu explizit Gewusstem. Wir erinnern den Lernvorgang, können dieses Wissen bewusst rekapitulieren und sprachlich zu Argumenten verwandeln." (Zitate von Wolf Singer, aus: 'Entscheidungsgrundlagen', FAZ v. 8. Jan. 2004) [18]
   "Eine der wichtigsten Funktionen von Nervensystemen ist, lebensnotwendige Information aus der Umwelt aufzunehmen, Gesetzmäßigkeiten ausfindig zu machen, daraus zutreffende Modelle abzuleiten und aufgrund dieses Wissens optimal angepasste Verhaltensstrategien zu entwerfen. All dies dient der Sicherung des Überlebens in einer gefährlichen, sich stetig wandelnden Welt." [Wolf Singer, aus: Wann und warum erscheinen uns Entscheidungen als frei? - Ein Nachtrag]

Den lernenden Lebewesen gelingen ihre 'selbstorganisierten' Anpassungen an (veränderliche) Umweltbedingungen durch individuelle Verhaltensänderungen nur dann, wenn für sie erkennbare Gesetzmäßigkeiten der realen Umwelt mit einer gewissen Stabilität angenommen werden.
   Lernfähige Tiere und Menschen können - zusätzlich zu ihrem genetisch veranlagten Basis-Wissen für Grundfunktionen - situationsbedingt erworbenes Erfahrungswissen individuell ausbilden und nutzen, auch praktisch überprüfen, konsolidieren oder korrigieren (vgl. Wissensverbesserung oder Umlernen).
   Erstaunlicherweise kann (nicht nur) der "verständige" Mensch (Homo sapiens) die ihm zugänglichen natürlichen Zusammenhänge kognitiv erfassen (begreifen) und die erworbenen (Er-)Kenntnisse seines Erfahrungswissens situationsabhängig nutzen, insbesondere um "rationale" Einsicht zu gewinnen und sein Verständnis der wahrnehmbaren Umweltbedingungen zu verbessern (vgl. Verstehen lernen).

Der nach Erkenntnis strebende Mensch versucht Wesentliches seiner Umwelt zu erkennen und zu verstehen. Deshalb untersucht und erforscht er die ihm zugänglichen Ausschnitte der wirklichen Welt (vgl. Mikro- und Makrokosmos) hinsichtlich der kognitiv erfassbaren (begreifbaren) Beziehungen von Zusammenhängen objektiver Sachverhalte.
   Nach naturalistischer Auffassung gibt es beim Werden und Vergehen in der Welt 'evolutionär bewährte' Ordnungsstrukturen, funktionelle Zusammenhänge und Wechselwirkungen. -
   Erforschbare Gesetzmäßigkeiten sind durch systematische Untersuchungen von Sachverhalten wissenschaftlich zu erkennen und können erfahrungsgemäß beschrieben und erklärt werden. -
   Naturwissenschaftliche Forschungen mit Hilfe von rationalen Thesen für überprüfbare Theorien (vgl. praktische Experimente) ermöglichen neue und verbesserte Definitionen von Naturgesetzen aufgrund von verallgemeinerten Erkenntnissen, die induktiv angenommenen Regeln des bisher bewährten Erfahrungswissens entsprechen.

Albert Einstein vertrat die Erforschung einer 'objektiven Realität' nach wissenschaftlicher Methode, um "Tatsachen in ihrer gegenseitigen Bedingtheit begrifflich zu erfassen", - und meinte:
   "Für mich ist das Streben nach Erkenntnis eines von denjenigen selbständigen Zielen, ohne welche für den denkenden Menschen eine bewusste Bejahung des Daseins nicht möglich erscheint." [aus: Zur Erniedrigung des wissenschaftlichen Menschen (1950), AEA 28-882]
   "Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur." [aus: Mein Weltbild, Aphorismen für Leo Baeck (1953)] [10]

Arthur Schopenhauer schrieb: "Wann einmal gründliche Erkenntnis und eigene Überzeugung gewonnen ist, wird es an der Kraft zum Aussprechen derselben niemals fehlen."

Der Mensch kann Sprachen erlernen, die gemäß seinem Denken in Begriffen nutzbar sind zur absichtlichen Informierung seiner Partner (und auch Folgegenerationen) durch verständliche Mitteilung von Kenntnissen in objektivierten Aussageformen (vgl. Tradierung von Urteilen oder Schlüssen). -
   Deklarative Aussagen profunder Kenntnisse von wissentlichen Erfahrungen oder Erinnerungen verhelfen zu verbesserter Verständigung durch Objektivierung mentaler Prozesse für kognitive Leistungen (vgl. bedingte Logik-Funktionen, - nicht nur in Gehirnen). Unter der konzeptionellen Voraussetzung von ausbildbaren Begriffsstrukturen für Kognition, Denken und Lernen (vgl. lernfähige Gedächtnisstrukturen) können konstruktive Begriffsbestimmungen wissenschaftlich vereinbart werden.
   Formal beschreibbare "mentale" Funktionen (im Sinne von 'Geist') eines kognitiven Systems werden 'kognitiv-logisch' bestimmt gemäß aktuellen Zuständen und auch lerntypischen Modifikationen der systemimmanenten Gedächtnisstruktur, die konzeptionell disponiert ist für Lernen durch Erfahrung und möglicherweise durch Einsicht in prinzipielle Sinneszusammenhänge (vgl. gewonnene Erkenntnisse für praktische oder theoretische Einsicht).

Zu »geistigen« Reflexionen der 'nachdenkenden' Menschen meinte der Apostel Paulus: "In einem jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller; dem einen wird durch den Geist gegeben, von der Weisheit zu reden; dem anderen wird gegeben, von der Erkenntnis zu reden, nach demselben Geist"... [aus: 1. Paulus-Brief an die Korinther, 12, 7/8, Neues Testament].
   Ein metaphysischer "Geist" steht nach dualistischer Auffassung in prinzipiellem Gegensatz zur Materie und entspricht dem philosophischen Begriff für eine subjektive oder überindividuelle "immaterielle" Instanz (Seele oder Psyche bzw. Gott, Weltvernunft oder Logos) zur funktionellen Bestimmung von Bewusstsein, Fühlen, Wollen und Denken, - einschließlich deren Organisationsformen. [11]
   "Descartes hatte Recht, als er unbewusste mentale Vorgänge als materielle Phänomene auffasste; er irrte aber, als er das Bewusstsein zu etwas Immateriellem erklärte. Die Abläufe im Gehirn, die der Erfahrung des Bewusstseins zu Grunde liegen, sind noch nicht entschlüsselt, aber das bedeutet nicht, dass sie für immer im Dunkeln bleiben werden." (Joseph LeDoux in [19], S. 31, - vgl. auch 3.3.).

Seitens des naturalistischen Monismus der Neurowissenschaft wird Geist aufgefasst als ein allgemeiner Begriff von intellektuellen Gehirnfunktionen und Denkoperationen für kognitive Gedächtnisleistungen mittels assoziativ erinnerbaren Vorstellungen, insbesondere solchen, die als Erwartungen oder Voraussagen "aus Erfahrung" zu deuten und bewerten sind, womit ihre vorteilhafte Nutzung für 'antizipativ erwogene' optimale Entscheidungen ermöglicht wird. [1]
   Der Neuropsychologe Antonio R. Damasio ist "der Ansicht, dass ein Organismus dann Geist besitzt, wenn er neuronale Repräsentationen bildet, die zu Vorstellungsbildern werden, sich in einem Prozess, den wir Denken nennen, manipulieren lassen und schließlich das Verhalten beeinflussen, denn man kann mit ihrer Hilfe die Zukunft vorhersagen, entsprechend planen und die nächste Handlung bestimmen." [aus dem Buch: Descartes' Irrtum] - "Das Gehirn ist mit angeborenem Wissen und automatischen Fertigkeiten ausgestattet, was zur Folge hat, dass viele Vorstellungen vom Körper bereits determiniert sind." [17, S. 239]
   "Auch die komplexen, hochintegrierten Vorstellungen des geistigen Prozesses sind biologisch und materiell zu verstehen." [17, S. 242] - "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist die plausibelste Annahme, dass der Geist aus der Kooperation vieler Gehirnregionen entsteht." [17, S. 243]
   Der Gedächtnisforscher Eric Kandel schrieb: "Heute wissen wir, dass jeder geistige Zustand ein Gehirnzustand und jede geistige Störung eine Störung der Gehirnfunktion ist. Behandlungsmethoden verändern die Struktur und Funktion des Gehirns." [21, S. 449]

Wissenschaftlich erforscht werden kognitiv-geistige Prozesse wie Denken, Verstehen, Erinnern, Vorstellen und Handlungsplanungen, - aber auch 'bewusst erlebte' Gefühle beim Menschen (vgl. Emotionsforschung und Biologie geistiger Prozesse - als "Wissenschaft des Geistes" von Eric Kandel propagiert [21]). [6]
   Gedanken, Vorstellungen und Erinnerungen lassen sich neurowissenschaftlich bestimmen als 'geistige' (mentale) Charakteristika für selektive Gehirnfunktionen bei Prozessen des Denkens, Fühlens und Handelns, die sich mit technischen Mitteln (z. B. sog. bildgebenden Verfahren) nachweisen lassen. [6]
   Im Gehirn sind funktionelle Aktivitäten von verknüpften Nervenzellen (vgl. neuronale Muster) lokalisierbar, die begrifflichen Vorstellungen oder Erinnerungen für "mentale" Resultate entsprechen, die als resultierende Gedanken oder Denkprodukte sprachlich ausdrückbar sind in übertragbaren (verbalen, digitalen oder bildhaften) Darstellungsformen. Solche explizite Aussagen (Propositionen) ermöglichen, dass 'semantische' Relationen zwischen begrifflichen Kategorien 'informativ' mitgeteilt werden, insbesondere als relationale Aussagen von kenntnisspezifischen Begriffsrelationen für objektivierte Erkennungs- und Deutungsergebnisse, Urteile, Bewertungen oder Entscheidungen, (vgl. 2.1., 2.2. und 3.1.). -
   Verständlich mitteilbar sind relationale Kenntnisse für äußerbare Gedanken in Form von sprachlich vereinbarten Darstellungen (vgl. Sätze, Muster oder Formeln) mittels in Beziehung gesetzten Begriffssymbolen (vgl. Zeichen, Wörter oder Figuren).
   Sprachliche Aussagen über "wissentlich" gedeutete Ereignisse, Zustände oder Erwartungen (vgl. Urteile, Statusreports bzw. Voraussagen) werden bestimmt von "mentalen" Funktionen eines "aufmerksamen" Gedächtnissystems mit individuellem 'Wissen vom Sein (des Selbst)', das auf eigenen Seinserfahrungen basiert und einem 'sprachlichen (Selbst-)Bewusstsein' entspricht (vgl. Selbstreflexion und Selbstmodell, siehe 1.3. und 3.3.).

Zur postnatalen Ausbildung von Erfahrungswissen schrieb der Hirnforscher Wolf Singer: "Zwar sind die Grundstrukturen des menschlichen Gehirns zum Zeitpunkt der Geburt vorhanden, ein Großteil der Verbindungen zwischen Nervenzellen, insbesondere der Großhirnrinde, werden jedoch erst nach der Geburt angelegt. ... Das im menschlichen Gehirn gespeicherte Wissen über die Welt residiert also in der spezifischen Verschaltung von Nervenzellen, und diese Verschaltung wird sowohl durch genetische Instruktionen als auch durch Erfahrung, beziehungsweise Erziehung determiniert." [aus: Für und wider die Natur, 1999] [7]

Meinem kenntnistheoretischen Erklärungsansatz zur Ausbildung von Erfahrungswissen für kognitive Gedächtnisleistungen entsprechen folgende deklarativen Aussagen (vgl. 1.1.):
 - Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis; - ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis.
 - Einsicht durch Erkenntnis wird gewonnen beim kognitiven 'Verstehen lernen' und ermöglicht eine Wissensverbesserung für intelligentes Verhalten (vgl. 1.1.2. und 2.3.).
 - Wissentlich erlebbar ist die empirische Bewährung einer zunächst hypothetisch angenommenen (Er-)Kenntnis vom 'kognitiv erfassten' Zusammenhang eines natürlichen Sachverhalts (der objektiven Realität), insbesondere die praktische Bestätigung (Konsolidierung) ihrer Gültigkeit als gewonnene 'Erkenntnis', die aber falsifiziert werden kann (vgl. Aha-Erlebnis der gewonnenen Einsicht in einen Sinn-Zusammenhang).
 - Ein situationsbedingter Kenntniserwerb wird erfahrungsgemäß bestimmt durch 'kognitive' Zusammenhangserfassung, insbesondere für mindestens eine erworbene Kenntnis entsprechend einer 'erlernten' begrifflichen Beziehung, die als ausgebildete bedingte Relation der lernfähigen Gedächtnisstruktur in Form einer konditionierten Assoziation dargestellt werden kann (vgl. strukturelle Lerndisposition, siehe 1.2.). [1] - [5]
 - Kognitive Leistungen eines lernfähigen Gedächtnissystems (aufgefasst als 'kognitives System' mit struktureller Lerndisposition für individuelles Erkenntnisvermögen) basieren auf den mit Wahrnehmungen erfahrungsgemäß verknüpften Erinnerungen (Vorstellungen, Erwartungen), die interpretative Denkoperationen und kluges Handeln ermöglichen durch situationsabhängige Nutzung von erworbenen Kenntnissen des (ontogenetisch) ausgebildeten Erfahrungswissens, - unterstützt von (genetisch) veranlagtem Basis-Wissen als notwendiges A-priori-Wissen für systemeigene Grundfunktionen (d. h. Lernen ohne 'Tabula rasa'-Postulat, vgl. 1.). [1] [2]
 - Veranlagte und erworbene Kenntnisse (des Basis- bzw. Erfahrungswissens) fungieren als Gedächtnisinhalte (relationale Wissenselemente) für erinnerbare Vorstellungen, mögliche Erwartungen oder fiktive Einbildungen, insbesondere beim schematischen oder kreativen (Nach-)Denken (vgl. Perzeption bzw. Fantasie) durch assoziative Kenntnisnutzung für mentale Deutungen von Wahrnehmungen bzw. für begriffliche Entwürfe als konstruktive Konzepte (vgl. 1.1.2. und 1.3.).
 - Konstruktive Denkprodukte für empirische Urteile und begründbare Schlüsse sind bestimmbar als Resultate der 'kognitiv-logischen' Informationsverarbeitung im lernfähigen Gedächtnissystem (gemäß meinem Paradigma für ein "denkendes Gedächtnissystem", s. u., vgl. 1.3. und 3.1.).

Nach Immanuel Kant wird begrifflich unterschieden zwischen der sinnlichen Wahrnehmung (Reizverarbeitung für Empfindungen oder Anschauungen) und der kenntnisspezifischen Erfahrung (griechisch 'empeiria' = Erfahrung, Kenntnis).
   Für Kant ist objektive Erfahrungserkenntnis strukturiert durch Prinzipien der Vernunft und wird ermöglicht aufgrund von Anschauungsformen und Kategorien (Begriffen a priori) als subjektive Bedingungen der Möglichkeit von (inneren und äußeren) Erfahrungen (vgl. A-priori-Wissen und Transzendentalphilosophie). [11]

Folgende Zitate unterstreichen die fundamentale Bedeutung der Erfahrung bei der wissenschaftlichen Wahrheitssuche im Erkenntnissprozess des Menschen (vgl. empirischer Realismus, siehe auch 1.1. und 2.1.):
   "Die wahre Offenbarung, d. h. die wahre Quelle vernünftiger Erkenntnis, ist nur in der Natur zu finden. Der reiche Schatz wahren Wissens, der den wertvollsten Teil der menschlichen Kultur darstellt, ist einzig und allein den Erfahrungen entsprungen, welche der forschende Verstand durch Naturerkenntnis gewonnen hat, und den Vernunftschlüssen, welche er durch richtige Assoziation dieser empirischen Vorstellungen gebildet hat." [Ernst Haeckel, Die Welträtsel, 1918, S. 354]
   "Die Erfahrung nutzt erst der Wissenschaft, sodann schadet sie, weil die Erfahrung Gesetz und Ausnahme gewahr werden lässt. Der Durchschnitt von beiden gibt keineswegs das Wahre." [Johann Wolfgang von Goethe]
   "Die Wissenschaft sucht, allgemeine Regeln aufzustellen, die den gegenseitigen Zusammenhang der Dinge und Ereignisse in Raum und Zeit bestimmen. Für diese Regeln beziehungsweise Naturgesetze wird allgemeine und ausnahmslose Gültigkeit gefordert - nicht bewiesen. Es ist zunächst nur ein Programm, und der Glaube in seine prinzipielle Durchführbarkeit ist nur durch Teilerfolge begründet." [Albert Einstein, Aus meinen späten Jahren, Naturwissenschaft und Religion II, 1941] [10]
   "Begriffe, welche sich bei der Ordnung der Dinge als nützlich erwiesen haben, erlangen über uns leicht eine solche Autorität, dass wir ihres irdischen Ursprungs vergessen und sie als unabänderliche Gegebenheiten hinnehmen. Sie werden dann zu 'Denknotwendigkeiten', 'Gegebenen a priori' usw. gestempelt. Der Weg des wissenschaftlichen Fortschritts wird durch solche Irrtümer oft für längere Zeit ungangbar gemacht. Es ist deshalb durchaus keine müßige Spielerei, wenn wir darin geübt werden, die längst geläufigen Begriffe zu analysieren und zu zeigen, von welchen Umständen ihre Berechtigung und Brauchbarkeit abhängt, wie sie im einzelnen aus den Gegebenheiten der Erfahrung herausgewachsen sind. Sie werden entfernt, wenn sie sich nicht ordentlich legitimieren können, korrigiert, wenn ihre Zuordnung zu den gegebenen Dingen allzu nachlässig war, durch andere ersetzt, wenn sich ein neues System aufstellen lässt, das wir aus irgendwelchen Gründen vorziehen." [Albert Einstein, Nachruf auf Ernst Mach, 1916] [10]

Beim Erkenntnisstreben gewonnene "rationale" Einsicht in natürliche Zusammenhänge ermöglicht dem Menschen prinzipielle Beschreibungen mittels relationalen Aussagen von objektivierbaren Grunderkenntnissen, insbesondere als deklarative Antworten auf wissenschaftliche und philosophische Fragen zum Sein und Werden, wofür möglichst präzise zu definierende Allgemeinbegriffe der abstrakten Modellvorstellungen notwendig sind (vgl. Vermeidung von fiktiven Wortkompositionen für "Sprachspiele" nach Wittgenstein).
   Einsicht fördernde interdisziplinäre Untersuchungen natürlicher Zusammenhänge, vor allem zu kognitions- und neurowissenschaftlichen Fragen, werden unterstützt von wissenschaftlich zu vereinbarenden Begriffsbestimmungen entsprechend den gewonnenen Grunderkenntnissen für objektivierbare Denkmodelle, deren jeweiliger Wissensstand auf seine empirische Bewährung systematisch geprüft und verbessert werden muss.

Erforderlich sind eindeutige Begriffsbestimmungen für allgemeinverständliche Beschreibungen und mögliche Erklärungen von mentalen Prozessen und kognitiven Leistungen, d. h. wissenschaftlich vereinbarte Begriffsdefinitionen, die als interdisziplinär vereinheitlicht gelten und mit allgemeiner Akzeptanz für verständliche Publikationen genutzt werden. -
   Begriffliche Unklarheiten gibt es in der einschlägigen Literatur, insbesondere in Lexika, Enzyklopädien oder Wörterbüchern, durch unterschiedliche Deutungen (auch inkonsistente oder unscharfe Auslegungen) von vor allem psychologisch oder philosophisch vorbestimmten Begriffsbezeichnungen, beispielsweise für die Wörter: Geist, Denken, Begriff, Begriffsbildung, Kognition, Wahrnehmung, Vorstellung, Erinnerung, Erfahrung, Erkenntnis, Einsicht, Wissen, Kenntnis und Information sowie außerdem: Intelligenz, Intellekt, Verstand, Vernunft, Weisheit, Klugheit, Dummheit, Selbstkontrolle, (Selbst-)Bewusstsein, Selbstreflexion, Intuition, Emotion, Motivation, Intention, Lernen und Gedächtnis.

Die von mir vorgeschlagenen Begriffsbestimmungen für kognitiv-logische Konzepte (vgl. meine Publikationen seit 1978) gelten als konstruktive Beiträge zum besseren Verständnis von Gedächtnis- und Funktionsprinzipien für kognitive Leistungen von selbst lernenden Gedächtnissystemen mit ausgebildetem Erfahrungswissen, dessen situationsbedingt erworbene (Er)Kenntnissen funktionell genutzt werden bei individuellen Interpretationen (durch Erkennung und Deutung, empirische Beurteilung und subjektive Bewertung) und beim Erwägen von optimalen Entscheidungen für situationsangepasstes "intelligentes" Verhalten. [1] - [6]
 - Auf selbst gewonnenen Erkenntnissen basieren meine folgenden deklarativen Aussagen zu neuartigen Modellvorstellungen zwecks 'kenntnistheoretischer' Objektivierung von erforschbaren Gedächtnisprinzipien für Denken und Lernen hinsichtlich der von mir definierten Kognitiven Logik (vgl. 2.2.). Diese aufgezeigte 'nicht klassische' Logik bedeutet einen systemtheoretischen Paradigmenwechsel für innovative Konzeptionen zur 'kognitiv-logischen' Modellierung von lernfähigen Gedächtnissystemen mit dynamischen Wissensdarstellungen, die nutzbar sind für 'intelligente' Verhaltenssteuerungen von technisch entwickelbaren Automaten als KI-Modellen (vgl. meine Computersimulationen 'Lernender Homöostat' seit 1980). [1] - [5], [24]
 - Meine Erkenntnisse für konstruktive Konzepte (seit über dreißig Jahren logisch-empirisch überprüft) sind deklarativ objektivierbar mittels 'relationalen' Aussagen, wobei insbesondere 'kognitiv-logische' Begriffsrelationen mit neu definierten Wortverbindungen prägnant ausgedrückt werden (im Text kursiv hervorgehoben, vgl. 2.1., 2.3. und 3.1.).

Mit folgenden deklarativen Aussagen und kenntnistheoretischen Definitionen erzielt werden neuartige Konzeptionen für KI-Modelle von 'denkenden Gedächtnissystemen' mit strukturellen Lerndispositionen für Kognitive Logik.


Es gibt Wirkprinzipien für regelmäßige Abläufe in der Natur, auf die lebensfähige Organismen konzeptionell (genetisch) ausgerichtet sein müssen, um ihr Überleben mit 'umweltangepassten' Aktionen zu ermöglichen.
   Situationsangepasste Verhaltensänderungen eines lernenden Systems werden ermöglicht durch seine 'kognitive' Befähigung (vgl. Erkenntnisfähigkeit) zur Erweiterung und Verbesserung seines Wissens durch individuelle Ausbildung von Erfahrungswissen, womit seine umweltgerechte Anpassung zwecks Selbsterhaltung operativ gesteuert werden kann.
   Neben selbst gewonnenen 'ontogenetischen Erfahrungen' verfügen Organismen über 'philogenetische Erfahrungen' auf der Ebene ihrer Gene (vgl. veranlagte DNA-Struktur), die stammesgeschichtlich an Folgegenerationen einer Art weitergegeben worden sind (natürliche Selektion). Ihnen entsprechen artspezifische Erbanlagen zur epigenetischen Strukturbildung (Wachstum, Ausbildung) und selbsterhaltenden Stabilisierung (Homöostase, Heilung) sowie veranlagte individuelle Fähigkeiten (Lerndisposition, Begabung).

Einen evolutionären Selektionsvorteil bedeutet die Lernfähigkeit der 'kognitiven Systeme', die fähig sind zum kognitiven Erfassen (Begreifen) von natürlichen Beziehungen im Sinne von Kenntniserwerb für ausbildbares Erfahrungswissen, das sie vorteilhaft nutzen können für empirische Urteile und optimale Entscheidungen zur Steuerung von 'intelligentem' Verhalten.
   Die Lernfähigkeit eines kognitiven Systems ermöglicht seine 'intelligenten' Verhaltensänderungen durch effektive Nutzung von individuell gewonnenen Erkenntnissen über faktische Zusammenhänge und Gesetzlichkeiten von Umweltstrukturen, insbesondere zwecks lebensnotwendigen Problemlösungen.

Der umstrittene Begriff »Intelligenz« wird pauschal definiert als die Fähigkeit eines kognitiven Systems zum Problemlösen, meist zwecks Selbsterhaltung durch lerntypische Anpassung an veränderliche Umweltbedingungen (vgl. 'Intellekt' und 'Denken' unter 4.3.).
   Der spezifizierte Begriff "kreative" Intelligenz betont eine systemimmanente Kreativität zum Entwurf konstruktiver Konzepte, - insbesondere hinsichtlich innovativer Ansätze für erfinderische Problemlösungen (vgl. 'konstruktive Denkprodukte' unter 3.1.).
   Lebende 'kognitive' Systeme haben Intelligenz, wenn sie befähigt sind zum 'autonomen' Problemlösen zwecks Selbsterhaltung (vgl. Energiehaushalt, Homöostase und Sicherung vor Gefahren) verbunden mit artspezifischer Fortpflanzung (Reproduktion durch Replikation des Genoms). Ihr zweckdienliches Selbstlernen führt zu 'intelligenter' Anpassung an veränderliche Umweltbedingungen durch lerntypische Verhaltensänderungen aufgrund von erworbenen (Er-)Kenntnissen, die nutzbar sind für kognitive Leistungen ihrer lernfähigen Gedächtnisstrukturen (vgl. 1.1.).
   Natürliche kognitive Systeme mit Intelligenz (Menschen, Primaten, Rabenvögel, Wale, Delfine u. a.) zeigen lerntypische Kognitions- und Gedächtnisleistungen, wenn sie situationsangepasst und erfolgreich handeln, in dem sie zweckorientiert erlernte Aktionen wie 'sequentiell geplant' ausführen, - entsprechend ihrer gewonnenen Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge umweltbedingter Sachverhalte. Beispielsweise erwerben sie Kenntnisse von erfassten Mittel-Zweck-Relationen hinsichtlich "intelligenter" Problemlösungen (vgl. Werkzeuggebrauch) und auch von effektgemäß zu bewertenden Konsequenzen (vgl. Tat-Folgen) zwecks antizipatorischer Erwägung von optimalen Entscheidungen (vgl. 1. und 3.).

Lernende Organismen sind beschreibbar als kognitive Systeme, die ihr bisheriges Verhalten in Folge von kennen gelernten (Umwelt-)Bedingungen aufgrund eigener Erfahrungen verändern können, insbesondere durch erworbene Kenntnisse von kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen der natürlichen Zusammenhänge und untersuchten Sachverhalte (vgl. gegenständliche Dinge oder beobachtbare Ereignisse).
   Ein kognitives System kann sein Verhalten situationsangepasst ändern (d. h. lernen) aufgrund seiner Lerndisposition als konzeptionelle Anlage für seinen situationsbedingten Kenntniserwerb, insbesondere durch Gewinnung von empirischen oder theoretischen Erkenntnissen für seine Kognitionsleistungen.
   Situationsbedingt erworbene Kenntnisse entsprechen begrifflichen Beziehungen und werden funktionell genutzt als bedingte Relationen des Erfahrungswissens im Gedächtnissystem, beispielsweise für empirische Urteile aufgrund von induktiv angenommenen Gesetzmäßigkeiten (vgl. 1.3., 2. und 3.). [1] [4]
   Induktives Lernen eines kognitiven (Gedächtnis-)Systems wird bestimmt als "Lernen durch Erfahrung" gemäß den situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die dem individuell ausgebildeten Erfahrungswissen entsprechen und funktionell genutzt werden können für erinnerbare Vorstellungen oder Erwartungen (assoziierte Voraussagen für empirische Urteile, vgl. 1.3.). - Systemimmanente Voraussetzungen für induktive Lernprozesse sind veranlagtes Basis-Wissen (A-priori-Wissen) für fundamentale Steuer- und Kontrollfunktionen und außerdem nutzbares Vorwissen (erworbene Vorkenntnisse des Erfahrungswissens, vgl. 1.2.), - was eine Abkehr vom "tabula rasa"-Postulat des Empirismus bedeutet. [1]

Typisch für strukturelles Lernen (meine Definition) eines kognitiven Systems ist seine (verhaltensändernde) Funktionsänderung aufgrund seiner situationsbedingt veränderten Gedächtnisstruktur. Dafür erforderlich ist eine 'strukturelle Lerndisposition' des Gedächtnissystems, d. h. sein (genetisch) veranlagtes Lernvermögen für ausbildbare Funktions- und Verhaltensänderungen bei der Individualentwicklung durch situationsbedingte Lernprozesse. ]1] [6]

Ich definierte für 'strukturelles Lernen' im Gedächtnissystem folgenden kenntnistheoretischen Erklärungsansatz:
   Beim induktiven Lernen wird die individuelle Gedächtnisstruktur für Vorwissen erfahrungsgemäß modifiziert durch den situationsbedingten Erwerb mindestens einer neuen Kenntnis von einem kognitiv erfassten Zusammenhang (zwischen Dingen oder Ereignissen) des untersuchten Sachverhalts, - insbesondere nach begrifflich verallgemeinerten Beobachtungen (vgl. Einzelfälle einer erfüllten Koinzidenzbedingung) für induktiv angenommene Regel- oder Gesetzmäßigkeit (siehe 1.2.). -
   Der situationsbedingte Kenntniserwerb durch kognitive Zusammenhangserfassung (aufgrund von Basis- oder Vorwissen) verhilft zu ausgebildetem Erfahrungswissen, das resultiert aus 'kenntnisspezifischen' Struktur- und Funktionsänderungen des Gedächtnissystems gemäß (induktiv erlernten) 'bedingten Relationen', die nutzbar sind als erworbene Kenntnisse (vgl. änderbare neuronale Verknüpfungen mittels plastischen synaptischen Verbindungen). [6]
   Eine neue Kenntnis von einer kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehung wird erworben als ausgebildete bedingte Relation der lernfähigen Gedächtnisstruktur (gemäß vorgegebener struktureller Lerndisposition). Dabei vorausgesetzt wird geeignetes Vorwissen (Kontext- oder Hintergrundwissen), das einer wissensbasierten Lernkompetenz entspricht, gemäß bisherigen Erfahrungen (vgl. Kenntnisse, Modelle und Metawissen) und veranlagtem 'Basis-Wissen' (vgl. Denkkategorien 'a priori', nach I. Kant). [1] - [4]
   Kritisch überprüfbare Kenntnisse können sich praktisch bewähren als gewonnene Erkenntnisse, die entsprechend erlernten Begriffsrelationen als 'relativ wahr' gelten, solange sie erfahrungsgemäß bestätigt werden (vgl. Bewährungsprinzip der Konsolidierung, sonst: Vergessen oder Umlernen zwecks Anpassung an Umweltänderungen). [1] - [4]
   Eine funktionell nutzbare Erkenntnis wird bestimmt als eine 'bisher bewährte' erworbene Kenntnis des Erfahrungswissens und entspricht der gewonnenen Einsicht in einen Sinn-Zusammenhang in Folge der kognitiven Erfassung (Begreifen) einer begrifflichen Beziehung, die als 'bedingte Relation' formal objektivierbar ist (resultierend aus der situationsbedingten Zusammenhangserfassung durch konstruktive Konnexanalyse, siehe 1.2.).
   Erkenntnisse gelten für kognitiv erfasste (begriffene) Beziehungen von 'erkannten' Zusammenhängen in semantischer Zuordnung zu lerntypisch ausgebildeten Begriffsstrukturen des situationsbedingt modifizierbaren Erfahrungswissens (vgl. 3.2.).
   Grunderkenntnisse werden bestimmt als bisher bewährte 'prinzipielle Erkenntnisse' von 'grundsätzlichen' natürlichen Beziehungen. Diese können explizit dargestellt werden in Form von prinzipiellen Aussagen (def. Logos-Relationen, siehe 2.3.).
   Erfahrungsgemäße (Er-)Kenntnisse können genutzt werden für individuelle (Modell-)Vorstellungen hinsichtlich selbstbezüglichen Aspekten (vgl. Interessen und Intentionen), insbesondere für "aus Erfahrung" assoziierte Voraussagen zur Beeinflussung von empirischen Urteilen gemäß subjektiven Bewertungen zwecks vorteilhaften Entscheidungen für situationsangepasste Aktionen (vgl. 1.3.).

Modellmäßige Vorstellungen (Modellvorstellungen analog Begriffen oder Gedanken) basieren auf empirisch zu überprüfenden (Er-)Kenntnissen des deklarativen Wissens und werden erinnerungsgemäß genutzt für kognitive Interpretationen von informativ deutbaren Situationen (vgl. Signal-Formationen).

Der allgemeine Begriff "Denken" ist bestimmbar als 'informationsverarbeitende' Aktivität eines lernfähigen Gedächtnissystems (Gehirn oder Artefakt), das gekennzeichnet ist durch 'veranlagte' und 'ausgebildete' Speicher- und Verarbeitungsfunktionen entsprechend seinem individuellen Basis- und Erfahrungswissen für kognitive Leistungen und rationale Einsicht (vgl. Erkennung, Beurteilung, Bewertung und Entscheidung, siehe 2. und 3.). [1] - [4]
   Der vielfältig deutbare Begriff "Denken" (lat. cogitare = zusammenbringen, verknüpfen) entspricht mentalen Operationen der Informationsverarbeitung im Gedächtnissystem, beschreibbar mit logisch-funktionellen Verknüpfungen von Begriffssymbolen (z. B. für Kategorien von hierarchisch abstrahierten Mustern) gemäß veranlagten und/oder kognitiv erfassten ('begriffenen') kenntnisspezifischen Beziehungen zwischen Begriffen (vgl. 'kognitiv-logisch' verknüpfte Begriffsrelationen), die nutzbar sind als (Er-)Kenntnisse (des Basis- bzw. Erfahrungswissens) für analytische und auch synthetische Urteile, für induktive oder deduktive Schlussfolgerungen sowie für möglicherweise erwägbare Entscheidungen (vgl. 3.1.).
   Wissentliches Denken ist sprachlich formalisierbar mit verknüpften Begriffssymbolen für bedingte Logik-Funktionen (vgl. Implikationen für Inferenzen oder Aussagen) zwecks kognitiver Interpretation (Erkennung und Deutung) von sinnlichen Wahrnehmungen oder erinnerten Vorstellungen (vgl. konstruktive Konzepte, kognitive Schemata oder Denkmodelle), - auch unter erfahrungsgemäßer Einbeziehung von Erwartungen (vgl. assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung").
   Objektivierbare Resultate des aspektorientierten Denkens sind deklarative Aussagen für begründbare Urteile und Schlüsse, - auch für Erwägungen optimaler Entscheidungen durch antizipatorisches Abwägen von vermuteten Konsequenzen (vgl. Problemlösen durch 'einsichtiges' Verstehen).

Der selbstbezüglich denkende Mensch nutzt seine empirischen oder theoretischen Erkenntnissen beim wissentlichen Urteilen für "kognitiv-rationale" Entscheidungen (mit Zustimmung des Unbewussten). Sein sprachliches Bewusstsein ermöglicht ihm, konstruktive Denkprodukte zu objektivieren, um sie in verständlichen Darstellungsformen kommunikativ mitzuteilen (vgl. 3.1.).
   Der sprachbegabte Mensch ist befähigt zu kommunikativ mitteilbaren Informations- und Wissensdarstellungen, insbesondere zu sprachlichen Beschreibungen und theoretischen Erklärungen von untersuchten Sachverhalten (vgl. 2.).
   Das Sprachvermögen des menschliche Gehirns entspricht der Ausdrucksfähigkeit für informative Darstellungsformen als explizite Aussagen von objektivierbaren Begriffsstrukturen entsprechend dem deklarativen Wissen, das in assoziativen Arealen der Großhirnrinde (Neokortex) bewusst zugänglich ist. [6] [7]

Explizite Aussagen können als mitteilbare Darstellungsformen (vgl. Bilder, Schemata, Sätze, Formeln oder Worte) übertragen und verstanden werden. Diese werden definiert als 'codierte Formationen' (vgl. Aussagesätze, Formeln oder Muster) und sind jeweils sinngemäß zu deuten, so dass ihnen mindestens eine Information im Sinne einer (subjektiven) Nachricht interpretativ entnommen wird.
   Der umstrittene Begriff Information (vgl. lat. informare) wird für einen Interpreten bestimmt als die "entnehmbare" Bedeutung des "eingeformten" semantischen Inhalts einer syntaktischen Formation (vgl. übertragbare Darstellungsform mit Begriffssymbolen). [4] [8]

Der symbolisch-abstrakt denkende Mensch ist befähigt, eine situationsgemäß erkannte Darstellung oder erinnerte Vorstellung semantisch zu deuten und erfahrungsgemäß zu beurteilen. Interpretative Resultate von Deutungen werden 'subjektiv' bewertet und beeinflussen damit empirische Urteile oder logische Schlüsse, die formal darstellbar sind als explizite Aussagen (vgl. 1.1. und 2.1.).

Der Begriff "Kognition" (von lat. cognoscere = erkennen, wissen) bedeutet die individuelle Erkennung und Deutung von Situationsmerkmalen durch erfahrungsgemäße Kenntnisnutzung für assoziierte Vorstellungen und Erinnerungen bei der interpretativen Informationsverarbeitung (vgl. Denkvorgänge für empirische Urteile), insbesondere beim mentalen Prozess des Verstehens aufgrund von kognitiven Gedächtnisleistungen (vgl. 1.1., 1.3., 2.3. und 3.1.).
   Das interpretative Verstehen eines beobachteten Gegenstands oder untersuchten Sachverhalts im individuellen Verstehensprozess erfolgt durch die begriffliche Erkennung und sinngemäße Deutung der erkennbaren Signalmuster mit Hilfe von 'kognitiven Schemata' (Vergleichsmuster) unter Einbeziehung von erinnerten Vorstellungen (Erwartungen, Voraussagen), wobei neben Denkroutinen auch konstruktive Methoden genutzt werden können (vgl. heuristischer Denkstil bzw. Metawissen).
   Deutbare Aussagen werden dann richtig verstanden, wenn ihnen adäquate Begriffsbeziehungen interpretativ zugeordnet werden (vgl. 2.1. und 3.1.).
   Das Verständnis fördern "fundamentale" Modellvorstellungen (vgl. Prinzipien überprüfter Theorien), aufgrund von bewährten (Er-)Kenntnissen, die aufgefasst werden als semantische Beziehungen zwischen bestimmten Begriffen. Solche deklarativ objektivierbaren Begriffsrelationen können mit verknüpften Begriffssymbolen (vgl. Zeichen, Wörter, Sätze) explizit dargestellt werden, - vorzugsweise als 'relationale' Aussagen von profunden Kenntnissen oder als 'prinzipielle' Aussagen von Grunderkenntnissen (definierte Logos-Relationen, vgl. 2.3.). [1] - [4]

In konstruktive Denkvorgänge assoziativ einbezogen werden (mehr oder weniger bewusst) erinnerte Vorstellungsinhalte, die erfahrungsgemäßen oder fiktiven Begriffen entsprechen. Solche 'assoziierten Informationen' (vgl. empirische Voraussagen oder theoretische Aussagen) können mit so genannten Schlüsselinformationen situationsbedingt assoziiert werden, unter der Voraussetzung von dafür nutzbaren relationalen Kenntnissen des Erfahrungswissens lernfähiger Gedächtnisstrukturen. [1] [6]
   Ein "sich erinnerndes" Gedächtnissystem kann gemäß seinem (impliziten oder expliziten) Wissen "aufmerksam wahrgenommene" Situationen unter aktuellen Aspekten bedenken (analysieren, deuten und beurteilen) und gemäß seiner Einstellung subjektiv bewerten, um (kognitiv-logisch) schlussfolgernd darauf reagieren zu können. Dabei merkt es sich besondere Situationsmerkmale für "Merkwürdiges" und "Gedachtes" mittels erworbenen Kenntnissen, womit eine spätere Wiedererkennung des 'Kennengelernten' und auch 'assoziierte Erinnerungen' (Vorstellungen oder Erwartungen) ermöglicht werden. [2]

Erinnerte kenntnisspezifische Vorstellungen, die als situationsabhängige Erwartungen fungieren, werden bestimmt als assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" (empirische Prädiktionen), die 'subjektiv' bewertet werden und dadurch empirische Urteile (auch als Vorurteile) beeinflussen können (vgl. 1.3. und 3.1.). [1]
   Mit Situationsmerkmalen assoziierte Voraussagen (erster oder zweiter Art) entsprechen entweder objektbezogenen oder effektorientierten Erwartungen, die durch ihre funktionelle Einbeziehung erfahrungsgemäß genutzt werden zur assoziativen Wahrnehmungsergänzung (vgl. prädiktive Afferenzsynthese) bzw. zur empirisch optimierten Entscheidungsfindung für situationsangepasstes Verhalten (vgl. Abwägen erwarteter Konsequenzen, Lernen am Effekt). [4]


Für mein schematisches Gehirnmodell definiert wurden folgende 'hierarchisch gekapselt' klassifizierte Lernformen: 'bedingter Reflex', 'bedingte Reaktion', 'bedingte Aktion', 'bedingtes Erwägen optimaler Entscheidungen', 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' und 'Intentionales Lernen' (vgl. Bild aus [1], publ. 1986). [3] [6]

Die klassifizierten Lernformen basieren auf der assoziativen Kenntnisnutzung für erfahrungsgemäß bestimmte Handlungen oder (erfahrungs-)bedingte Aktivitäten unter der Lernvoraussetzung, dass die situationsbedingt erworbenen Kenntnisse "im Gedächtnis" erinnerbar behalten werden, so lange sie als praktisch bewährt gelten (d. h. strukturelle Speicherung von bedingten Relationen, vgl. 1.2.). [1] - [4]
   Eine hoch entwickelte Lernform entspricht dem "bedingten Erwägen" zwecks optimaler Entscheidungsfindung (empirische Optimierung) durch antizipatorisches Abwägen der erfahrungsgemäß erwarteten Konsequenzen von alternativ möglichen Handlungsoptionen gemäß der 'subjektiven' Bewertung der jeweils assoziierten Voraussage (zweiter Art).
   Das "Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge" wird bestimmt als 'sehr hoch entwickelte' Lernform analog der rationalen Denkleistung für ein neues "konstruktives Konzept" zum Problemlösen (vgl. Einfall, Entwurf) unter der Voraussetzung der erfolgreichen Nutzung mindestens einer zweckdienlichen (zunächst) theoretischen Erkenntnis, - entsprechend einer kognitiv erfassten Beziehung des 'einsichtig verstandenen' Zusammenhangs von analytisch abstrahierten Fakten (Sinnesdaten, Begriffen), die erfinderisch in Beziehung gesetzt worden sind (vgl. neue Mittel-Zweck-Relation, siehe 1.1.2., 2.3. und 3.1.) [1] [6]

Ein lernfähiges (kognitiv-logisches) Gedächtnissystem nutzt sein veränderliches Erfahrungswissen zur individuellen Interpretation von symbolischen Mustern und kann situationsangepasstes Verhalten erlernen, um sich auf einem bestmöglichen Niveau gemäß seiner 'rationalen' Autonomie zu behaupten (Adaption, Intelligenz). Es funktioniert nach eigenen Organisationsprinzipien (u. a. für Erkennung, Bewertung, Beurteilung und Entscheidung) und nutzt erworbene Kenntnisse für empirische Urteile. Sein ausbildbares Wissen entspricht veranlagten, erprobten und auch vermuteten Regeln hinsichtlich seiner Umwelt oder möglicherweise auf sich selbst bezogen (vgl. Umweltmodell bzw. Selbstmodell, siehe 1.3.).

Individuelles Erfahrungswissen in Gehirnen wird ausgebildet beim Lernen durch kognitives Erfassen (Begreifen) von Beziehungen natürlicher Zusammenhänge (untersuchter Sachverhalte) als erworbene Kenntnisse, die begrifflichen Beziehungen entsprechen. [1] Diese sind darstellbar als 'bedingte Relationen' der erfahrungsgemäß (aus-)gebildeten Begriffsstrukturen für modellhafte Vorstellungen infolge von Beobachtungen oder Entdeckungen. -
   Die lerntypische Ausbildung von Erfahrungswissen aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb ermöglicht empirische Urteile und Schlüsse gemäß individuellen Erinnerungen oder Erwartungen, - insbesondere durch Nutzung von erlernten Begriffsrelationen (vgl. bedingte Relationen für verallgemeinerte Begriffe) als erworbene Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen (vgl. 1.2. und 1.3.).
   Auf systematisch erworbenen (Er-)Kenntnissen basieren prädiktive Modelle und wissenschaftliche Theorien, die kritisiert und praktisch überprüft werden können (vgl. kognitiv-logische Modellbildung). [7]
   Beim Lernen ausgebildete Begriffsstrukturen für theoretische Denkmodelle, die durch analytisch objektivierbare Denkprodukte, z. B. Urteile und Schlüsse, logisch begründbar sind, können mit bedingt verknüpften Begriffssymbolen in Form kognitiv-logischer Darstellungen systematisch beschrieben werden (vgl. 2. und 3.).

Kognitive Gedächtnisleistungen im Gehirn (ZNS) sind erklärbar durch neuronale Struktur- und Funktionsänderungen aufgrund von funktionell 'ausgebildeten' oder 'gebahnten' Synapsen zwischen Neuronen (vgl. 'konditionierte Assoziationen' für bedingte Relationen), die repräsentativ sind für situationsbedingt erworbene Kenntnisse entsprechend "kognitiv erfassten" begrifflichen Beziehungen. [14]
   Die beim situationsbedingten Kenntniserwerb bewirkten funktionellen Modifikationen lernender Gedächtnisstrukturen im Gehirn sind erklärbar durch neue oder funktionell veränderte synaptische Verbindungen zwischen Neuronen (vgl. plastische Synapsen für 'strukturelles Lernen'). -
   Neurowissenschaftlich nachgewiesen ist eine strukturelle Modifizierbarkeit (Plastizität) interneuronaler Verknüpfungen, wobei synaptische Verbindungen epigenetisch und ontogenetisch ausgebildet werden können. [14]
   Bei funktionell ausbildbaren Neuronen erfolgt ihre situationsabhängige Aktivierung, - jeweils mittels Inputsignalen von anderen Neuronen, - gemäß elektro-chemischen Einflüssen über synaptische Verbindungen, die 'erfahrungsbedingt effektiviert' sein können und als "kenntnis-spezifisch erlernt" fungieren (vgl. konditionierte Assoziationen für kennen gelernte 'bedingte Relationen' zwischen Begriffssymbolen).
   Ergebnisse der Lern- und Hirnforschung belegen, dass neuronale Netzwerke für erlernbare Funktionen (z. B. bedingte Reiz-Reaktionen) kenntnisspezifisch 'ausgebildet' werden können (vgl. antrainierte Konditionierung).
   Individuelle Lernprozesse basieren auf konditionierten Assoziationen von funktionell veränderten Neuronen-Verknüpfungen (strukturell geänderte Verschaltungen), die lernfähigen Funktionskomplexen in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns angehören können (vgl. situationsbedingt wechselwirkende Moduln). [6]
   Die 'erfahrungsbedingt effektivierten' (konditionierten) synaptischen Verbindungen zwischen Neuronen (als elementaren Verknüpfungseinheiten) entsprechen den kenntnisspezifisch 'konditionierten' Assoziationen (für 'erlernte' bedingte Relationen), die 'kognitive Gedächtnisleistungen' ermöglichen (vgl. empirische Urteile gemäß assoziierten Voraussagen). [1] [4]

Ein strukturveränderliches Gedächtnissystem "behält" (kurz- oder langzeitig) seine erworbenen Kenntnisse als "erlernte" bedingte Relationen (vgl. konditionierte Assoziationen) für gebildete Begriffsrelationen entsprechend kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen von "erfahrenen" Zusammenhängen der sinnlich wahrnehmbaren Sachverhalte (vgl. Beobachtungen der objektiven Realität) und möglicherweise auch von "rational erdachten" hypothetischen Beziehungen zwischen Begriffen (vgl. Einsicht für theoretische oder fiktive Vorstellungen) infolge mentaler Reflexionen über Erinnerungen oder Erwartungen (vgl. Voraussagen zur Entscheidungsfindung durch Antizipation).
   Damit erklärbar sind unterschiedliche Formen des 'induktiven' Lernens durch Erfahrung - und das 'rationale' (auch intentionale) Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge für konstruktive Konzepte (vgl. 3.). [1] - [6]

Durch kenntnisspezifische Ausbildung und Präzisierung von nutzbarem (Erfahrungs-)Wissen erklärbar sind Veränderungen des umweltangepassten Verhaltens von kognitiven Systemen (lernenden Organismen oder Automaten). Ihre wissenschaftliche Erforschung auf Basis einer innovativen (Er-)Kenntnistheorie ist orientiert auf prinzipielle Simulationen des natürlichen Kenntniserwerbs lernender Gedächtnissysteme, wobei technische Lösungen mit großen gesellschaftlichen Auswirkungen erwartet werden (vgl. 1. - 3.).
   Ein »lernfähiges Gedächtnissystem« - als kognitives System analog dem Gehirn - wird bestimmt mit strukturveränderlichen, nicht linear fungierenden Systemkomponenten in Form von plastisch verknüpften (variabel vernetzten) Funktionskomplexen, die in multihierarchischer Organisation relativ autonom interagieren können (vgl. mein schematisches Gehirnmodell für 'hierarchisch gekapselt' klassifizierte Lernformen, siehe Bild oben). [1] [3] [6]
   Das lernfähige Gedächtnissystem erkennt und deutet die aktuellen (externen und internen) Situationen gemäß seinen individuellen 'kognitiven' Interpretationen für empirische Urteile, wobei seine (kognitiv-logischen) Operationen der Informationsverarbeitung bestimmt werden von 'veranlagten' Grundfunktionen und auch von 'erlernten' Funktionen (vgl. bedingte Logik-Funktionen).

Die "anschauliche" Speicher-Metapher für die Erklärung des Begriffs "Gedächtnis" bezieht sich auf eine postulierte Informationsspeicherung im physio-psychologisch definierten 'Arbeits-, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis' des Zentralen Nervensystems (ZNS), aus dem situationsbedingt "eingespeicherte" Informationen als empirische Erinnerungen für Vorstellungen (auch Erwartungen für Voraussagen) assoziativ "abgerufen" werden können. - Diese vereinfachende Auffassung von "Gedächtnis" als Informationsspeicher führte zur bisher erfolglosen Suche nach einer 'Gedächtniszentrale' im Sinne eines zentralen Informations- oder Wissensspeichers im Gehirn.
   Durch neurowissenschaftliche Untersuchungen von Gedächtnisleistungen wurde festgestellt, dass für die 'assoziative' (strukturelle) Speicherung von 'redundant' verteilten Gedächtnisinhalten (vgl. relationale Kenntnisse) und für die 'mentale' Verarbeitung von Informationen beim symbolisch-abstrakten Denken dieselben Gehirnbereiche (Areale) zuständig sind.
   Eric Kandel schrieb: "Es wird sogar in derselben Region gespeichert, in der die Informationen ursprünglich verarbeitet wurden - das heißt, Erinnerungen an visuelle Ereignisse werden in verschiedenen Arealen des visuellen Cortex gespeichert und Erinnerungen an taktile Ereignisse im somatosensorischen Cortex." [21, S. 148]
   Gefunden und untersucht wurden lernfähige Gedächtnisstrukturen in vielen Teilkomplexen des Gehirns, die gekennzeichnet sind durch situationsbedingte Funktions- und Strukturänderungen. - Diese fungieren in lokalisierbaren Bereichen von unterschiedlichen Hirnabschnitten (nicht nur im 'Assoziationscortex') als wechselwirkend vernetzte, "selbstlernende" Funktionskomplexe, die zuständig sind für ausgebildete 'kognitive' Gedächtnisleistungen. [6]

Das Phänomen »denkendes Gedächtnis« eines lernfähigen 'kognitiven' Systems ist erklärbar (gemäß meiner Begriffsdefinition, publiziert seit 1982, vgl. [1c] u. a.) durch die funktionelle Einheit von assoziativer Informationsspeicherung und interpretativer Informationsverarbeitung im Gehirn (ZNS), das als 'lernfähiges Gedächtnissystem' modellierbar ist wie ein dynamisches "offenes" System mit funktionell variabler Struktur (def. als lernfähige Gedächtnisstruktur), - mit der Befähigung zu kognitiven Gedächtnisleistungen und interpretativen Denkoperationen (in Funktionseinheit) für empirische Urteile und logische Schlüsse zwecks situationsangepasstem (intelligentem) Verhalten durch Problemlösen und Lernen aus Erfahrung.
   Meine deklarative Begriffsbestimmung für 'denkende' Gedächtnissysteme entspricht einem neuen Paradigma (der Kognitiven Logik) für 'kognitiv-logische' Gedächtnissysteme mit künstlicher Intelligenz zwecks möglicher Erklärung und Simulation von Lernen, Verstehen und Problemlösen. [1] - [5]
   Ein "denkendes" lernfähiges Gedächtnissystem ist definitiv beschreibbar als kognitives System mit 'struktureller Lerndisposition', das erworbene (Er-)Kenntnisse seines ausbildbaren Erfahrungswissens durch kognitiv-logische Verknüpfung funktionell nutzen kann für empirische Urteile über aktuelle Situationen, - möglichst zum Verstehen im richtigen Kontext zwecks optimaler Entscheidung für 'intelligentes' Verhalten (vgl. 1.2. und 1.3.).

Die (von mir) aufgezeigte »Kognitive Logik« dient zur innovativen Modellierung lernfähiger Gedächtnisstrukturen von kognitiven Systemen, - basierend auf meinen geprüften Erkenntnissen für 'kenntnistheoretische' Begriffsbestimmungen, Thesen und Konzepte gemäß meinem schematischen Gehirnmodell zur Erklärung hierarchischer Lernformen (def. für Intelligente Automaten, vgl. Bild oben). [1] - [4] -
   Dieser kognitiv-logische Modellansatz ermöglicht die technische Entwicklung von "lernfähigen Inferenzsystemen" mit 'assoziativem Gedächtnis', die gekennzeichnet sind durch 'dynamische Wissensdarstellungen' (vgl. meine Computersimulationen 'Lernender Homöostat' seit 1980 [1c] [2]). [1] [1a]
   Für Kognitiv Logik charakteristisch ist die dynamische Wissensdarstellung einer lerntypisch modifizierbaren 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstruktur, die analog 'erlernbaren' Begriffsstrukturen modellmäßig beschreibbar ist. - Erfahrungsgemäß ausgebildete kognitiv-logische Begriffsstrukturen sind kenntnisspezifisch darstellbar mit bedingten Relationen zwischen Begriffssymbolen, die funktionell einbezogen werden in bedingte Relationsverknüpfungen für allgemeine Begriffe (vgl. bedingte Logik-Funktionen lernfähiger Zuordnungskomplexe, siehe 3.2.). [1] - [5]
   Die Ausbildung von bedingten Logikfunktionen eines 'kognitiv-logischen Gedächtnissystems' wird ermöglicht im Rahmen seiner strukturellen Lerndisposition, die prädeterminiert fungiert als konzeptionelle Anlage (Veranlagung) für situationsbedingten Kenntniserwerb zur (umweltabhängigen) Ausbildung von individuellem Erfahrungswissen (vgl. Persönlichkeitsentwicklung), wobei erworbene Kenntnisse als bedingte Relationen "im Gedächtnis" behalten, korrigiert oder vergessen werden können (vgl. 1.2.). [1] [2]

Der situationsbedingte Kenntniserwerb selbst lernender Gedächtnissysteme wurde (von mir) definiert als kognitiver Grundprozess des 'strukturellen Lernens' für bedingte Relationen analog erworbenen Kenntnissen, die temporär gespeichert und genutzt werden können als 'relativ wahr' oder 'bisher bewährt' (vgl. Konsolidierung, Umlernen oder Vergessen, siehe 1.2. und 2.1.). [1] [4]

Ein »kognitiv-logisches Gedächtnissystem« ist befähigt zu 'dynamischer Wissensdarstellung' und fungiert als ein strukturell lernendes "offenes System", dessen verbesserbares Erfahrungswissen im Rahmen der strukturellen Lerndisposition (d. h. Veranlagung von konditionierbaren Assoziationen) durch mindestens einen induktiven Lernmechanismus (vgl. Konnexanalyse gemäß Signal-Koinzidenz) ausgebildet wird unter der konzeptionellen Voraussetzung von vorgegebenem Basis-Wissen für systemimmanente Grundfunktionen (d. h. A-priori-Wissen zur Selbsterhaltung und Selbstorganisation). -
   Das neue Paradigma der (bereits seit 1980) implementierten Kognitiven Logik ermöglicht die Simulation von kognitiven Gedächtnisleistungen für logische Schlüsse (Inferenzen) gemäß ausgebildetem Erfahrungswissen zusätzlich zu veranlagtem Basis-Wissen, - im Unterschied zur klassischen (formalen, mathematischen) Logik mittels "starrem" Regel-Wissen (normativen Regeln) für deduktive Inferenzen. - Vorzugsweise können induktive Inferenzen (erfahrungs-bedingte Schlüsse) implementiert werden gemäß 'selbst erlernten' bedingten Logik-Funktionen eines 'kognitiv-logischen Gedächtnissystems'. Damit unterscheidet sich letzteres von den 'nicht logischen' konnektionistischen KI-Modellen (sog. Neuronale Netze), die ohne nutzbares A-priori-Wissen 'angelernt' werden können durch schrittweises Training mit vielen Beispielvorgaben zur interpretativen Mustererkennung (vgl. Tabula-rasa-Ansatz des Empirismus, vgl. 2.2.). [24][25]
   Entwickelbare kognitiv-logische Gedächtnissysteme erlernen 'bedingte Logik-Funktionen', die bestimmt werden von empirischen Implikationen (Einbeziehungen) gemäß situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die bedingten Relationen entsprechen und empirische Urteile beeinflussen können. [1] [1a]
   Die situationsbedingt erworbenen Kenntnisse eines lernenden Gedächtnissystems sind objektivierbar analog erfassten Begriffsrelationen und können formal dargestellt werden als "strukturell erlernte" bedingte Relationen, die einbezogen sind in 'plastische' Verknüpfungen für (erfahrungs-)bedingte Logik-Funktionen auf hierarchischen Darstellungsniveaus, die einem relationalen Modell für ausgebildetes Erfahrungswissen entsprechen (vgl. lernfähiger Zuordnungskomplex).
   Situationsabhängig darstellbar sind relationale Aussagen in Form von 'kognitiv-logischen' Symbolverknüpfungen für bedingt zugeordnete funktionelle Formationen (Darstellungsformen) auf definierten hierarchischen Zuordnungsniveaus eines lernfähigen Zuordnungskomplexes (vgl. 3.2.). [1] - [4]

Ein lernfähiger Zuordnungskomplex wird hierarchisch definiet mit konzeptionell wechselwirkenden Zuordnungsniveaus zur Simulation kognitiver Gedächtnisleistungen durch kenntnisspezifische Implementation von bedingten Relationsverknüpfungen für assoziative Symbolzuordnungen, insbesondere zur Bestimmung von empirischen Urteilen oder Voraussagen. Seine strukturelle Lerndisposition ermöglicht bedingte Logik-Funktionen gemäß erworbenen Kenntnissen von kognitiv erfassten Zusammenhängen (untersuchter Sachverhalte), die als 'erlernte' bedingte Relationen zwischen (variabel verknüpfbaren) Begriffssymbolen funktionsbestimmend sind für bedingte Zuordnungen der kognitiven Logik (vgl. 3.2.). [1] [2]
   Der 'lernfähige Zuordnungskomplex' (meine Patentanmeldung im Jahr 1978 [1b] [1d]) ist gekennzeichnet durch seine 'strukturelle Lerndisposition' für bedingte Logik-Funktionen, die situationsabhängig einbezogen werden in jeweils implementierte Operationen der Erkennung, Beurteilung, Bewertung oder Entscheidung, - gestützt auf sein deduktiv nutzbares Basis- und Vorwissen. Sein induktiv ausbildbares Erfahrungswissen entspricht seiner 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstruktur, die durch situationsbedingten Kenntniserwerb modifizierbar ist. Ermöglicht werden seine assoziativen Symbolzuordnungen mittels konditionierten Assoziationen für bedingte Relationen (def. als erworbene Kenntnisse für die assoziative Kenntnisnutzung). [1] - [5]

Meine systemtheoretischen Konzepte und Definitionen für lernfähige 'kognitiv-logische' Gedächtnissysteme ermöglichen eine technische Entwicklung von innovativen KI-Modellen mit perspektivischen Vorzügen der 'nicht klassischen' Kognitiven Logik. Realisierbar sind lernfähige KI-Artefakte als 'subjektiv bewertende' Automaten (vgl. lernfähige Homöostaten) oder 'autonome Agenten' der kognitiven Robotik (vgl. 2.2. und 3.3.). [2] [3] [24} [25]
   Analog erprobten Simulationsmodellen können lernfähige Zuordnungskomplexe für kognitiv-logische Gedächtnissysteme technisch entwickelt werden, die als lernende Inferenzsysteme konstruktiv beschreibbar sind mit der realistischen Perspektive ihres innovativen Einsatzes in konzipierten Intelligenten Automaten (vgl. meine Publikationen). [5]

Folgende thematisch gegliederte Abschnitte - als mein Beitrag zur kenntnistheoretischen Erklärung und Modellierung von lernfähigen 'kognitiv-logischen' Gedächtnissystemen - enthalten deklarative Aussagen zu bisher wenig erforschten Gedächtnisprinzipien für konstruktive Denkprodukte und höhere Lernformen entsprechend meinen Begriffsbestimmungen für innovative Konzeptformen der Kognitiven Logik, - als neues Paradigma definiert zwecks Simulation kognitiver Leistungen gemäß dynamischen Wissensdarstellungen in lernenden Inferenzsystemen mittels relationalen Modellen von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen (vgl. 3.). [1] - [4] [24]
   Im 1. Abschnitt folgen einführende und prinzipielle Aussagen zu vielen Aspekten des Lernens, Problemlösens, Erkennens und Deutens, auch zu Einsicht, Erkenntnis, Kenntniserwerb und Kenntnisnutzung. Zwecks Simulation des situationsbedingten Kenntniserwerbs wurde der kognitive Grundprozess des 'strukturellen Lernens' kenntnistheoretisch definiert. Dazu vorbestimmt ist eine Konnexanalyse gemäß einem induktiven Lernmechanismus für mindestens eine "erlernbare" bedingte Relation, die nach ihrer Ausbildung in Form einer 'konditionierten Assoziation' dargestellt wird und funktionell nutzbar ist als erworbene Kenntnis (vgl. 1.2.). -
   Im 2. Abschnitt wird orientiert auf die kognitiv-logische Darstellung des ausbildbaren Erfahrungswissens von lernfähigen Gedächtnissystemen mit bedingten Logik-Funktionen für empirische Urteile in Form relationaler Aussagen von begrifflichen Beziehungen (def. Logos-Relationen für Denkmodelle, vgl. 2.3.). - Die kognitiv-logische Modellbildung ist beschreibbar mit deklarativen Aussagen von Erkenntnissen, für die ich das 'Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit' definierte. Theoretische Konzepte und Thesen sollten kritisch überprüft werden, ob sie sich logisch-empirisch bewähren (vgl. argumentative Begründung bzw. praktische Konsolidierung). Gewonnene Erkenntnisse des 'bisher bewährten' Erfahrungswissens sind nutzbar wie 'induktiv erlernte' (erfahrungsgemäß verallgemeinert angenommene) und konsolidierte Regeln, für die aber Ausnahmen nicht ausschließbar sind (vgl. philosophisches Induktionsproblem, siehe 2.1.). -
   Im 3. Abschnitt werden konstruktive Denkprodukte definitiv charakterisiert unter neuen Aspekten für allgemeine Begriffsdeutungen entsprechend der kenntnisspezifischen Ausbildung von 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen, insbesondere hinsichtlich der konzeptionellen Modellierung lernfähiger Gedächtnissysteme. Des Weiteren folgen deklarative Aussagen meiner Erkenntnisse, Thesen und Konzepte zur Problematik der wissenschaftlich-technischen Entwicklung von selbstlernenden Intelligenten Automaten, möglichst mit "rationaler" Autonomie und "disziplinierter" Selbstkontrolle zwecks Verminderung sozialer Risiken (vgl. Verhaltenskodex für Roboter). Solche selbständig agierende Artefakte mit ausbildbarem Erfahrungswissen können ihre situationsabhängigen Erkennungs- und Deutungsresultate selbstbezüglich beurteilen und bewerten, - unter Einbeziehung von individuell assoziierten Voraussagen oder Vorstellungen, - und mit empirischen Urteilen und Bewertungen ihre Entscheidungen bestimmen für möglichst optimale Problemlösungen oder situationsangepasstes Verhalten (vgl. 3.3., siehe Fazit). [2] [3] -
   Der 4. Abschnitt als Anhang enthält eine Auswahl meiner deklarativen Aphorismen zu Gedächtnisprinzipien für kognitive Leistungen des lernfähigen 'Homo sapiens', insbesondere kognitiv-logische Begriffsbestimmungen für konstruktive Gedanken und kenntnisbasierte Vorstellungen gemäß individuellen Seinserfahrungen.

1. Kenntnistheoretische Aussagen zu lernfähigen Gedächtnissystemen

Kognitive Leistungen des Gehirns kann der 'selbstreflexiv' denkende Mensch erforschen und darüber deklarative Aussagen formulieren, beispielsweise als Thesen zu prinzipiellen Erkenntnissen der möglichen Deutung seiner mentalen Reflexionen. - Wegen der Komplexität von zu analysierenden Gehirnfunktionen gelingt nur ansatzweise die wissenschaftliche Bestimmung von kognitiven Gedächtnisleistungen für intelligentes Verhalten (vgl. 1.1.).
   Systematisch erzielbar sind neue Denkmodelle zur fundamentalen Beschreibung und möglicherweise Erklärung von erforschbaren Prinzipien lernfähiger Gedächtnissysteme, wozu eine hinreichende Selbsterkenntnis des Menschen notwendig ist. - Ein wissenschaftlicher Beitrag hierzu sind meine folgenden kenntnistheoretischen Aussagen von 'kognitiv-logischen' Modellvorstellungen und Begriffsbestimmungen für neuartige Konzeptionen, - insbesondere für relationale Modelle mit dynamischen Wissensdarstellungen, - zur Simulation von kognitiven Leistungen nach dem Vorbild "denkender" lernfähiger Gedächtnissysteme. [1] - [5]

Ein lernfähiges Gedächtnissystem ist systemtheoretisch beschreibbar als mindestens eine 'strukturell lernende' Funktionseinheit mit kognitiv-logischer Gedächtnisstruktur, die geeignet ist für die erfahrungsbedingte Informationsverarbeitung durch operative Nutzung von individuell erworbenen Kenntnissen für bedingte Zuordnungen von funktionellen Begriffssymbolen (def. lernfähiger Zuordnungskomplex, vgl. 1.3. und 3.2.). [1]
   Die konzeptionelle Anlage (Veranlagung) für situationsbedingten Kenntniserwerb ermöglicht die Ausbildung von bedingten Logik-Funktionen und gilt prädeterminiert als strukturelle Lerndisposition eines 'kognitiv-logischen Gedächtnissystems' (vgl. 1.2.). [1] [2]
   Die definierte 'kognitiv-logische Gedächtnisstruktur' wird beim Lernen verändert und ist funktionell spezifiziert durch ihre veranlagten und ausgebildeten (bedingt verknüpften) semantischen Relationen, die strukturell gespeichert und assoziativ genutzt werden als (prädeterminierte bzw. situationsbedingt erworbene) Kenntnisse beim 'mentalen' Operieren mit begrifflichen Symbolen, - insbesondere erfahrungsgemäß assoziierten Begriffssymbolen für 'bedingte Zuordnungen' als "erlernte" Funktionen gemäß bedingten Logik-Verknüpfungen der Informationsverarbeitung (vgl. 1.3.).

Das verhaltensändernde Selbstlernen des kognitiven Systems basiert auf der Ausbildung von nutzbarem Erfahrungswissen durch situationsbedingten Kenntniserwerb (vgl. Erkenntnisfähigkeit) und struktureller Kenntnisspeicherung, wodurch erfahrungsgemäße Vorstellungen (Voraussagen, Erwartungen) durch assoziative Kenntnisnutzung ermöglicht werden (vgl. situationsabhängig abrufbare Erinnerungen). [4]
   Das bisherige Wissen eines kognitiven Systems kann durch erworbene Kenntnisse erweitert, verfeinert oder präzisiert werden (vgl. Wissenszuwachs bzw. Wissensverbesserung). Die kognitive Ausbildung von individuellem Erfahrungswissen geschieht unter der Voraussetzung von dazu funktionell nutzbarem Basis- oder Vorwissen (vgl. Vorkenntnisse bzw. Kontextwissen für Verstehen).
   Ausgebildetes Erfahrungswissen einer beim Lernen veränderlichen Gedächtnisstruktur entsteht durch den situationsbedingten Erwerb mindestens einer (Er-)Kenntnis von der kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehung eines "kennen gelernten" Zusammenhangs des untersuchten Sachverhalts.

Erworbene Kenntnisse werden (von mir) definiert als relationale Wissenselemente, die "erlernten" begrifflichen Beziehungen entsprechen. Diese werden als 'bedingte Relationen' in Form von konditionierten Assoziationen der (beim 'strukturellen Lernen' modifizierten) Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig 'strukturell gespeichert', wobei ihre empirische Konsolidierung dem möglichen Vergessen oder Umlernen entgegen wirkt (bewährt als 'Erkenntnis', vgl. 1.2.). [1] - [4]
   Die erworbenen Kenntnisse fungieren als begriffliche Beziehungen im 'denkenden' Gedächtnissystem für erinnerbare (Modell-)Vorstellungen und assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung", die vorteilhaft nutzbar sind beim situationsangepassten Denken (und Fühlen) für kluges Handeln.
   Die assoziative Kenntnisnutzung bei der interpretativen Informationsverarbeitung im lernfähigen Gedächtnissystem ermöglicht seine bedingten (Re-)Aktionen, antrainierte Fertigkeiten oder vorteilhafte Entscheidungen zwecks seiner 'intelligenten' Verhaltensanpassung an veränderliche Umweltbedingungen (vgl. Homöostase). [2] [3]
   Intelligente Verhaltensänderungen entsprechen höheren Lernformen, die hierarchisch klassifizierbar sind (vgl. mein schematisches Gehirnmodell, s. o. Bild aus [1]). Diese basieren auf ausgebildetem Erfahrungswissen für kognitive Gedächtnisleistungen zur Ermöglichung von empirischen Urteilen und vorteilhaften Entscheidungen, insbesondere beim Problemlösen.
   Die funktionelle Nutzung erworbener Kenntnisse, aufgefasst als bedingte Relationen, ist implementierbar durch ihre begriffliche Einbeziehung in bedingte Logik-Funktionen für dynamische Wissensdarstellungen, die ausbildbaren 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen entsprechen (vgl. 1.3., 2. und 3.). [1] - [5]


1.1. Kognitive Gedächtnisleistungen mit ausbildbarem Erfahrungswissen

Ein »kognitives System« hat eine lernfähige Gedächtnisstruktur und informiert sich über wahrnehmbare Objekte oder erkennbare Zusammenhänge gemäß seinen 'subjektiven' Deutungen, wobei es zusätzlich zu seinen dafür notwendigen Kenntnissen auch neue Kenntnisse situationsbedingt erwerben kann (vgl. Erfahrungswissen durch induktives Lernen).
   Kognitive Systeme verfügen über lerntypische Gedächtnisleistungen aufgrund von selbst erworbenen Kenntnissen, die darstellbar sind als 'erlernte Begriffsrelationen' des situationsbedingt ausgebildeten Erfahrungswissens (vgl. 1.3., 2.1. und 3.1.).

Erworbene Kenntnisse werden bestimmt als 'bedingte Relationen', die einbezogen sind in funktionelle Verknüpfungen (bedingte Logik-Funktionen oder Zuordnungen), insbesondere für empirische Urteile oder Schlussfolgerungen (Inferenzen) aufgrund von assoziierten Voraussagen zwecks optimalen Entscheidungen für "intelligente" Aktionen. [1] - [5]

Ein kognitives System hat Erkenntnisvermögen zur Gewinnung von (beschränkter) Einsicht in komplexe Zusammenhänge, wodurch es individuelles Erfahrungswissen über seine Umwelt (möglichst auch über sich selbst) gewinnen und verbessern kann. Seine interpretative Informationsverarbeitung ist eigennützig orientiert auf vorteilhaftes 'intelligentes' Verhalten, insbesondere zwecks erreichbarer Bedürfnisbefriedigung (vgl. Verlangen nach Gutem, Glück oder Lust), durch subjektive Bewertung und empirische Beurteilung von gedeuteten Wahrnehmungen gemäß seiner aktuellen Situation (vgl. Lagebewertung) und Einstellung (vgl. erinnerte oder fiktive Vorstellungen). Seine Erkenntnisse beim versuchsweisen Lernen und Problemlösen ermöglichen ihm kluges Handeln zwecks 'selbsterhaltender' Anpassung seines Verhaltens an geänderte oder neue Umweltbedingungen (vgl. 1.1.1.). [2]

Verstand ist Erkenntnisvermögen für "intellektuelle" Deutungen und Urteile durch 'praktische Einsicht' als handlungsorientierte Form des Verstehens (aufgrund von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen), insbesondere für erfahrungsgemäße Schlüsse nach angenommenen Regeln (vgl. 'empirisch erlernte' induktive Inferenzen).
   Verstandesmäßiges Problemlösen kann "vernünftig" optimiert werden mit Hilfe von zu bewertenden Voraussagen durch 'theoretische Einsicht' (vgl. soziale Konsequenzen).

Vernunft ist "rationales" Einsichtsvermögen für hypothetische Modellvorstellungen von kognitiv erfassten Zusammenhängen, die geeignet sind zur 'logischen' Argumentation oder 'antizipativen' Voraussicht mittels assoziierten Voraussagen der jeweiligen Konsequenzen von alternativ wählbaren Handlungsoptionen, die 'gewissenhaft' abzuwägen sind vor der Entscheidung für eine als 'sozialverträglich' verantwortbare Handlung (gemäß 'sittlichem' Verhaltenskodex, vgl. Selbstkontrolle). -
   Das verstandesmäßige Auffinden "intelligenter" Problemlösungen kann bestimmt werden mit vernünftigen Zielstellungen aufgrund von prädiktiven Denkmodellen des systematisierten Wissens für Theorien und Hypothesen (vgl. Meta-Wissen für rationale Funktionen).

Weisheit als höchste Einsichtsfähigkeit ermöglicht theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, das begründbar ist durch fundamentale Lebenserfahrung und 'rationale Einsicht' in allgemeine Zusammenhänge.
   Einsicht durch Erkenntnis wird gewonnen beim kognitiven 'Verstehen lernen' und ermöglicht eine Wissensverbesserung für intelligentes Verhalten (vgl. 1.1.2. und 2.3.).

Klugheit als rationale Urteilsfähigkeit basiert auf pragmatischem Wissen um zweckmäßige Mittel zum Glück beim Problemlösen.
   Für kluges Handeln nutzbares Wissen ist erfahrungsgemäß erlernbar nach der Methode 'Versuch und Irrtum', d. h. Lernen aus Fehlern oder am Erfolg.
   "Dumme" lernen nicht aus ihren Fehlern, wenn sie keine rationale Einsicht (durch Erkenntnis) gewinnen können, die geeignet wäre, um ihr Orientierungswissen zu verbessern und damit vernünftige Selbstkontrolle 'wissentlich' zu vollziehen.
   Vernünftige Selbstkontrolle mit Selbstkritik ermöglicht Selbsterkenntnis für besseres Verständnis durch 'intentionales' Lernen (vgl. 3.3.).

Verstehen wird bestimmt als sinngemäßes Deuten von erkennbaren Darstellungsformen erfassbarer Dinge, Sachverhalte oder Vorgänge entsprechend einer 'praktischen Einsicht' aufgrund nutzbarer Kenntnisse für vergleichbare begriffliche Vorstellungen aus dem erfahrungsgemäßen Erwartungs- oder Regelzusammenhang (vgl. 1.1.1. und 2.3.).
   Das individuelle Verstehen von sinnlichen Wahrnehmungen mittels erinnerten Vorstellungen im Gehirn erfolgt durch kenntnisspezifische Erkennung und Deutung von situationsgemäß formierten Signalmustern unter assoziativer Einbeziehung von Erwartungen, Emotionen und Motivationen (vgl. Unbewusstes und Vorbewusstes). Aus dem unterschiedlichen, richtigen oder falschen Verstehen resultieren empirische Urteile (gemäß assoziierten Voraussagen), subjektive Bewertungen (gemäß emotionaler Konditionierung) und bedingte (Re-)Aktionen oder erwogene Entscheidungen für zielorientiert planbare Handlungen (vgl. 1.3., 2. und 3.).
   Urteilsschwäche (Unverstand) wegen unzureichender Einsicht in komplexe Zusammenhänge kann konstruktiv kompensiert werden mit "pragmatischen" Regeln und "ratgebenden" Theorien durch reduktionistische Vereinfachungen, insbesondere gemäß fiktiven Postulaten oder spiritistischen Axiomen, die bestimmt werden als konzeptionelle Hypothesen für Glaubenssätze von Ideologien (vgl. Indoktrinierung gemäß Dogmen von Religionen, siehe 1.1.2. und 2.1.).

Zur Erklärung von vorbewussten oder bewussten (Denk-)Prozessen des Erinnerns und Vorstellens in lernfähigen Gedächtnissystemen dienen die definierten kognitiven Grundprozesse: situationsbedingter Kenntniserwerb, strukturelle Kenntnisspeicherung und assoziative Kenntnisnutzung (Assoziieren "aus Erfahrung"), insbesondere für situationsabhängige Interpretationen als Deutungen mit erinnerten Vorstellungen oder erfahrungsgemäßen Erwartungen, die assoziierten Voraussagen (Prädiktionen) entsprechen (vgl. 1.2. und 1.3.).
   Die objektbezogenen oder effektorientierten Erwartungen (aus Erfahrung) werden als empirische Voraussagen subjektiv bewertet und funktionell einbezogen in situationsabhängige Beurteilungs- und Entscheidungsprozesse, wodurch induktives Lernen ermöglicht wird (vgl. klassifizierte Lernformen). Eine höhere Lernform ist das 'bedingte Erwägen' einer optimalen Entscheidung durch antizipatorisches Abwägen der erwarteten (hypothetischen) Konsequenzen von alternativen Handlungsoptionen.
   Erfahrungsgemäß 'bewährte' Kenntnisse (def. als Erkenntnisse) eines kognitiven Systems werden 'intelligent' genutzt bei seiner interpretativen Erkennung und Deutung von komplexen Situationen, insbesondere zwecks situationsangepasster Verhaltenssteuerung durch Lernen und Problemlösen gemäß seiner Intelligenz zur Selbsterhaltung (vgl. 1.1.1. und 3.1.).

Deklaratives Erfahrungswissen ist mit expliziten Aussagen darstellbar und basiert auf gewonnenen Erkenntnissen für erinnerbare Modellvorstellungen, - entsprechend der erreichten 'rationalen' Einsicht in natürliche (Sinn-)Zusammenhänge (vgl. 1.1.2.).
   Erzielt wird die wissenschaftliche Objektivierung von konstruktiven Modellvorstellungen des symbolisch-abstrakten Denkens beim interpretativen Verstehen durch Erkennung und Deutung mittels "(erfahrungs-)bedingten" Begriffsrelationen in lernfähigen Gedächtnisstrukturen (nicht nur des Gehirns), - systematisch gefördert durch "einsichtige" Selbstreflexion und Selbsterkenntnis, die dem Menschen nur eingeschränkt möglich ist (vgl. 2. und 3.).


1.1.1. Lernen und Problemlösen zwecks Überleben - Erkennung und Deutung

Im Mikro- und Makrokosmos gelten fundamentale Existenz- und Funktionsprinzipien insbesondere für die natürlich bewegte Materie, für ihr 'ständiges Werden' durch Bewegung und Umwandlung (nach Aristoteles: Entstehung/Vergehen und Veränderung) und für ihren 'relativen Zusammenhalt', der erklärbar ist durch die dynamische Stabilität (Homöostase) von ausgebildeten Formationen und Strukturen entsprechend natürlichen Zusammenhängen.
   Außerdem gibt es prinzipiell notwendige, naturspezifische Bedingungen für das vielfältige Leben auf der Erde, dessen existenzielle Besonderheit im Kosmos mit Erstaunen zu beobachten ist und als bisher unerklärlich beurteilt wird.
Evolutionäres Werden und Vergehen aller Naturformen gilt auch für 'intelligente' Organismen, die Gefahren überleben und Probleme lösen können, - auch für Menschen und ihre kulturellen Werke.

Carl Friedrich von Weizsäcker schrieb in "Die Geschichte der Natur" (IX. Das Leben, 1954):
"In der Natur ist das Zweckmäßige da, ohne dass wir ein Bewusstsein erkennen könnten, das sich diese Zwecke setzt. Gerade in Bezug auf die Zweckmäßigkeit gilt, dass das Sein älter ist als das Wissen." [S. 89]
"Nur die Erfahrung beweist es: was wirklich ist, muss möglich sein." [S. 92]
"Erst Sterblichkeit und Fortpflanzung bringen den Überschuss an Individuen und damit den Kampf ums Dasein hervor, der der Motor der Entwicklung ist. Das Leben entwickelt sich weiter, weil jedes lebende Wesen auf der Schwelle des Todes steht." [S. 94]
"Nicht alles, was entstehen kann, bleibt; die objektive Zweckmäßigkeit im Kampf ums Dasein trifft die Auswahl." [S.93]

Überlebensfähige Organismen müssen angepasst sein an die existenziellen Bedingungen ihrer Umwelt, die nicht konstant bleiben und sich im "kosmischen Wandel" befinden.
   Eine Anpassung an veränderte Umweltbedingungen gelang den bis heute "überlebenden" Organismen-Arten, die ihren Fortbestand durch "evolutionäres Lernen" innerhalb sehr großer Zeiträume ermöglichten, d. h. durch versuchsweise Variation (genetische Mutation) und "natürliche Selektion" (evolutionäre Bewährung) der überlebensfähig angepassten Arten.
   Gemäß der Theorie der natürlichen Selektion muss das 'versuchsweise' Neue so geartet sein, dass es sich "evolutionär bewährt" und länger beständig ist als Alternativen.

Nach Entstehung der Erde vor ca. 4,5 Milliarden Jahren im Sonnensystem der Galaxie "Milchstraße" bevölkerten vor ca. 4 Milliarden Jahren als erste Lebewesen nur Einzeller (Bakterien, Algen) die Erde mindestens 2 Milliarden Jahre lang, bevor Vielzeller und danach viele Pflanzen und Tiere als Fossilien nachweisbar sind. Viele Lebensformen entstanden vor 1 Milliarde Jahren und noch mehr nach der 'kambrischen Explosion'. Erste Wirbeltiere gab es schon vor ca. 200 Millionen Jahren.
   Die relativ junge Wirbeltierart "Homo sapiens (sapiens)" mit "hoch entwickelter" Erkenntnisfähigkeit (sapientia - Verstand, Einsicht, Weisheit) existiert erst seit ca. 150 000 Jahren auf der Erde. Dieser Art "Mensch" gelang das Überleben entgegen allen ausgestorbenen 'menschenähnlichen' Arten. Der Mensch überlebte auch den intelligenten, vermutlich sprachbegabten Neandertaler (Homo neanderthalensis), der vor ca. 30 000 Jahren ausgestorben war. [13]

Das situationsabhängige Denken, Fühlen und Handeln des lernfähigen Menschen wird vorrangig unbewusst bestimmt, insbesondere von 'instinktiven' Automatismen seines "Steinzeitgehirns" gemäß uralten 'tierischen' Dispositionen wie vor 100 000 Jahren.
   Riskante Reaktionen oder Aktionen mit problematischen Konsequenzen sind möglich als unbewusst gesteuerte Affekt-Handlungen oder als Effekte von "unvernünftigen" Entscheidungen des Wunschdenkens ohne ein Abwägen von abschätzbaren Risiken.

Vermutlich vor ca. 50 000 Jahren erfolgte der evolutionäre Durchbruch (vgl. Emergenz) des menschlichen Sprachvermögens zum 'wissentlichen' (bewussten) Ausdrücken von eigenen Begriffen und Gedanken (mitteilbare Aussagen, auch künstlerische Darstellungen) zwecks evolutionär vorteilhafter Kommunikation und sozialer Partnerschaft.
   Der sprachbegabte Mensch hat ein hoch entwickeltes Gehirn mit 'deklarativem Gedächtnis' in Form seiner evolutionär vergrößerten Großhirnrinde (relativ maximaler Isocortex im Tierreich).
   Eine Besonderheit des menschlichen Gehirns ist seine im Tierreich einzigartige Fähigkeit zum Erlernen mehrerer Sprachen und zur kognitiv-logischen Modellbildung gemäß seinen gewonnenen (Er-)Kenntnissen von kognitiv erfassten Beziehungen. [6] [7]

Erlernte Sprachkenntnisse für mitteilbare Ausdrücke ermöglichen die Kommunikation durch Übertragung von informativen Darstellungsformen (def. Formationen, z. B. Zeichen, Wörter, Sätze, Formeln oder Bilder). - In Form expliziter Aussagen ojektivierbar sind (Er-)Kenntnisse als 'wissentliche' Begriffsrelationen gemäß mentalen Assoziationen (vgl. Relationen, Verknüpfungen oder Implikationen) für kenntnisspezifische Urteile oder Argumente (vgl. 2.3. und 3.1.). [1] [4] [8]
   Die postnatale Entwicklung von Sprache und höherem Bewusstsein (vgl. mentale selbstreflexion, intentionalen Modellgebrauch und Selbstkontrolle) basiert auf genetisch vorgegebenen Lerndispositionen und Veranlagungen zur Persönlichkeitsentwicklung (vgl. 1.3. und 3.3.).

Der selbstlernende Mensch kann individuell denken, fühlen und handeln aufgrund von kognitiven Gedächtnisleistungen seines Gehirns, das wissenschaftlich untersucht werden kann als Zentralnervensystem mit impliziten und expliziten Funktionen (vgl. Unbewusstes bzw. Bewusstsein). - Das menschliche Gehirn ermöglicht hoch entwickelte Lernformen und ist beschreibbar als ein 'kognitives System' mit lernfähiger Gedächtnisstruktur. Dieses 'lernfähige Gedächtnissystem' (er-)kennt die analytisch bestimmbaren Eigenschaften und Beziehungen von wahrgenommenen Gegenständen und Erscheinungen, die begrifflich unterschieden werden aufgrund von veranlagten und erworbenen Kenntnissen (vgl. Basis- und Erfahrungswissen).
   Der lernfähige Mensch nutzt (Vor-)Kenntnisse seines ausbildbaren Erfahrungswissens für individuelle Wahrnehmungen oder Problemlösungen, insbesondere für "rationale" Kognitions- und Gedächtnisleistungen zur Erkennung, Deutung, Bewertung und Beurteilung von aktuellen Situationen gemäß seinen erinnerten Vorstellungen oder assoziierten Voraussagen, womit er empirische Urteile bestimmen und möglichst 'intelligente' Entscheidungen durch Abwägen von erwarteten Konsequenzen fällen kann. [1] [2]

Der "einsichtig" denkende Mensch besitzt rationales Erkenntnisvermögen (Verstand und Vernunft), das seinem Intellekt entspricht und ihn befähigt zu selbstbezüglicher Erkennung und Deutung von ausschnittsweise wahrnehmbaren Außenwelterscheinungen (seiner Anschauungswelt). Aufgrund eigener Untersuchungen verbunden mit Kenntniserwerb (vgl. Forschungsresultate) erlangt und verbessert er die wissenschaftlich-technische Kompetenz zum Lösen seiner Probleme.

Die besondere Befähigung "kreativer" Menschen zu neuartigen Gedankengängen (Phantasie, Intuition) ermöglicht ihnen Entwürfe oder Ideen als begriffliche Denkansätze für Problemlösungen, die objektivierbar sind als konstruktive Konzepte oder innovative Thesen für theoretische Denkmodelle (vgl. kognitiv-logische Modellbildung). Durch ihre pragmatische Nutzung gelingt es mittels vervielfältigbaren Werkzeugen künstliche Produkte herzustellen, die kulturelle Bedeutung haben und zur Verbesserung der sozialen Verhältnisse beitragen können.

Ein Mensch mit rationaler Autonomie kann "selbstreflexiv" entscheiden über vorteilhaft auswählbare (Re-)Aktionen im Rahmen seiner Handlungsfreiheit, - gemäß zweckorientierten Absichten und (aus der Vergangenheit erinnerten) Erwartungen entsprechend seinem individuellen Erfahrungswissen. - Situationsangepasste Problemlösungen seines "intelligenten" Verhaltens gelingen durch "vorausschauendes" Abwägen von erinnerbaren Vorstellungen als selektiv zu bewertende Erwartungen (assoziierte Voraussagen) für Handlungsoptionen. Subjektive Bewertungsergebnisse haben situationsgemäßen Einfluss auf seine empirischen Urteile und Schlüsse, die als Aussagesätze mit Begriffssymbolen formal ausgedrückt werden können (vgl. 2. und 3.). [3]

"Dem Menschen ist die Fähigkeit eigen, sich bewusste Ziele zu setzen, Absichten zu verfolgen, in die Vergangenheit und in die Zukunft zu blicken. Kraft seines Selbstbewusstseins kann sich jeder einzelne Mensch von seiner Umgebung, seinen Artgenossen und anderen Lebewesen deutlich »abheben«. Er kann seine Ziele bewusst gegen die Interessen anderer Lebewesen verfolgen und durchzusetzen versuchen. Daher kann er auch enorme Katastrophen anrichten." (Franz M. Wuketits, 'Die Selbstzerstörung der Natur', dtv 2002, S. 126)

Die "blutige" Kulturgeschichte der Menschheit wurde bestimmt von massenwirksamen Religionen und Ideologien zur demagogischen Begründung der vielen vorteilsorientierten Machtkämpfe und Eroberungskriege, - bisher zwei Weltkriege mit nachfolgendem Rüstungswettlauf (in 50 Jahren seit 1945 weitere 150 Kriege mit ca. 30 Millionen Toten - laut UNO-Bericht).
   Tradierte und neue dogmatische Ideologien, die Denken und Handeln gegenüber Andersdenkenden 'demagogisch' beeinflussen, führen zu extremen Formen des Fanatismus wie Hass und Aggressionen (vgl. Verleumdungen, Verteufelungen, Vertreibungen, Vernichtungen oder Terroranschläge), - mit politischen und/oder religiösen Zielen meist aufgrund von wirtschaftlichen oder egoistischen Interessen (vgl. Profitgier und Machtstreben, auch Angstpsychose).
   Die Kultur der modernen Konsumgesellschaft mit ihren vielen Annehmlichkeiten aber auch Risiken, z. B. durch Folgen der Automatisierung und Informationsflut mittels Computern, entfernt sich immer mehr von der steinzeitlichen Lebensweise, für die 'evolutionär-angepasste' genetische Anlagen des Menschen bestimmt sind. Daraus resultiert eine zunehmende Anfälligkeit des menschlichen Körpers für kulturbedingte Erkrankungen, - verbunden mit explodierenden Kosten der Krankheitssysteme in den Industriestaaten.
   Bedingt durch gesellschaftliche und technologische Zwänge beschleunigt sich die Regulation des Lebens vieler Menschen und führt zu krank machendem Dauerstress und zu riskanten Folgen von Fehlentscheidungen unter Termindruck.

Heute steht die "zivilisierte" Menschheit vor großen zu lösenden Problemen hinsichtlich erkennbarer Gefahren für die Zukunft menschlicher Existenz. Besonders problematisch auf militärischem Gebiet sind die internationale Rüstungsbegrenzung und die schwierige Kontrolle der vielen Massenvernichtungswaffen, - angesichts zunehmender Automatisierung der Kriegstechnik (z. B. ferngesteuerte Überwachungs- und Kampfroboter) und des globalen Terrorismus.
   Diese existenzielle Bedrohung wird verstärkt durch weltwirtschaftliche Probleme, Finanz- und Schuldenkrisen, besonders in Folge von globalem Profitstreben, Staatsverschuldung und ungebremstem Bevölkerungswachstum. Bedrohliche soziale Auswirkungen haben: verstärkter Ressourcenabbau, Umweltschädigung, Klimawandel, Naturkatastrophen, Wassermangel, Urbanisierung (Mega-Citys), Arbeitslosigkeit, Verelendung, Seuchen, Kriminalität und Bildungsdefizite.

Das akute Dilemma des Homo sapiens wird ökologisch eingeschätzt als eine natürliche Fehlentwicklung der anspruchsvollen Tierart "Mensch", die ihren Lebensraum umgestaltet und dabei umweltzerstörend wirkt (im Sinne einer Selbstzerstörung der Natur durch die 'Fehlkonstruktion' Mensch).

Laut Bibel-Legende schuf Gott den Menschen "ihm zum Bilde" (Adam als Gottes Ebenbild) und befahl ihm, sich die Erde 'untertan' zu machen. Die ersten im Paradies lebenden Menschen Adam und Eva wurden von Gott bestraft mit 'Kummer und Mühsal bis zum Tod' (durch Verfluchung des Ackers) und 'Vertreibung aus dem Paradies' wegen ihrer eigennützigen Verbotsübertretung (Frucht vom Baum der Erkenntnis) zwecks Erlangung von "göttlichem" Erkenntnisvermögen für kluges Handeln durch gewonnene Einsicht als 'Sapientia' (vgl. Erstes Buch Mose, Sündenfall).
   Wegen der postulierten 'Erbsünde' haben gläubige Menschen Angst vor 'ewiger Verdammnis' (Fegefeuer, Hölle) ihrer "den Tod überlebenden" Seelen und beten um 'Vergebung ihrer Sünden' und 'Erlösung von dem Bösen', was durch ihr möglichst "gottgefälliges" Verhalten erreicht werden soll (vgl. kirchliche Drohungen wie 'jüngstes Gericht' und Apokalypse).

Der sich "gottähnlich" glaubende Mensch kämpft wie jedes Tier um seinen Selbsterhalt in einer nur teilweise erkennbaren Umwelt. Darüber hinaus erstrebt er die vorteilhafte Befriedigung seiner subjektiven Bedürfnisse. - Durch sein aggressives Handeln kann er nicht nur sich selbst sondern auch seine Welt zerstören; er hat die Natur schon so weit geschädigt, dass seine weitere Existenz durch Katastrophen bedroht ist. -
   Das evolutionäre Dilemma des Homo sapiens widerlegt seinen Fortschrittsglauben und ist "weltimmanenter" Teil der kosmischen und natürlichen Lebensvorgänge. -
   Fraglich ist, ob die lernfähigen 'intelligenten' Menschen genügend rationale Einsicht in realistische Zusammenhänge gewinnen können, um für 'sozialverantwortliche' Handlungen geeignete Problemlösungen zu finden.

"Der Mensch ist ein vorausschauendes Wesen. Der Mensch hat außer der Fähigkeit, der Natur alles auf die rücksichtsloseste Weise abzutrotzen, auch noch die Fähigkeit, seine Verantwortung dabei zu überdenken. Er muss und kann den Wert dessen empfinden, was er im Begriffe ist zu zerstören." (Hans Jonas im Gespräch, DER SPIEGEL 20/1992, S. 101)

Der unperfekte Mensch handelt eigennützig gemäß seinem Wunschdenken (vgl. Bedürfnisse, Verlangen oder Gier) mit subjektiver Sichtweise (vgl. anthropozentrisches Weltbild). Er versucht die vielen selbst geschaffenen Probleme so gut er kann zu lösen mit pragmatischen Routinen oder rationalen Methoden. Seine 'radikalen' Konfliktlösungen erfolgen meist durch Gewalt, Macht oder Unrecht (vgl. Recht des Stärkeren). Gefordert wird soziale Verantwortung für Maßnahmen zum Schutz vor Störfällen komplexer Systeme oder für Kontrollen bei riskanten Entwicklungen in Wissenschaft und Technik (vgl. 3.3.).
   Bisher fehlen wirksame Kontrollmaßnahmen zur Verringerung von globalen Gefahren durch Umweltzerstörung und Klimawandel, - auch durch zunehmende Technikabhängigkeit der Menschen, besonders hinsichtlich der (riskanten und verwundbaren) Informations- und Computertechnik, die gegenüber Fehlern und Missbrauch abgesichert werden muss (vgl. Cyberrisks, Cyberwar oder -terror).

Globale Verbesserungen der Lebensbedingungen können nur mittels notwendigen Sparmaßnahmen und staatlichen Übereinkommen erreicht werden (beispielsweise soziale Vereinbarungen gegen Umweltzerstörung, gefährliche Weiterrüstung, Staatsverschuldung, Inflation, Dauerarbeitslosigkeit und zunehmende Kriminalität).
   Erforderlich sind folgende Voraussetzungen für globale Lösungen der komplexen sozialen Probleme: kollektives Verantwortungsbewusstsein, sparsamer Umgang mit Ressourcen, solidarischer Konsumverzicht, wissenschaftlicher Erfindungsreichtum und gebremstes Bevölkerungswachstum.
   Durch die Verringerung der lebensnotwendigen Ressourcen erfolgt eine Zunahme von Konkurrenz und Unfairness unter den Menschen zu Lasten ihrer sozialen Kooperation.

Solidarisch gefordert wird das unpopuläre 'Lernen des Verzichts' der im Wohlstand Lebenden durch die Besinnung des Einzelnen auf das Lebensnotwendige unter den aktuellen Bedingungen der Umwelt. - Das verlangt die ernüchternde Aufklärung über falsche Hoffnungen von bisherigen Fortschrittsideologien und Wachstumstheorien der verschwenderischen Konsumgesellschaft. -
   Im Widerspruch dazu gibt es ein großes Gefahrenpotential aufgrund von modischen und triebhaften Ansprüchen der meisten 'Massenmenschen', denen vernünftige Selbstkontrolle und rationale Einsicht fehlen.

Die meisten Menschen interessieren sich nicht für globale Probleme der Menschheit, um sich nicht damit zu belasten, und versuchen ihr gefährdetes Leben zu genießen, solange das ihnen noch möglich ist.
   Kritische Aussagen zu real abschätzbaren Unsicherheiten, Gefahren oder Risiken, werden vom Unbewussten im Gehirn negativ bewertet und sogar bewusst bestritten oder bekämpft, insbesondere wegen notwendiger Meinungskorrekturen (contra Denkgewohnheiten) oder auch in Fällen erkannter Ausweglosigkeit (Hilflosigkeit, Ohnmacht).
   Gutgläubige, unkritische Menschen vertrauen auf die ihnen verständlich propagierten Glaubenssätze, Ideale oder Überzeugungen, solange sie damit ihren Lebensmut für eigene Zielstellungen und Anstrengungen trotz zunehmender Erschwernisse begründen können.

Der Geltungsdrang, das Besitz- und Machtstreben, basieren auf der natürlichen Eigennutzorientierung des meist unbewussten 'Vorteilsdenkens' der Menschen, beeinflusst von subjektiven Bewertungen (vgl. unwissentlicher Antrieb, Emotion und Motivation) entsprechend ihrem Verlangen oder Wünschen (vgl. Bedürfnisse der Organismen zwecks Selbsterhaltung und Fortpflanzung).
   Die subjektiven Bewertungsfunktionen des Unbewussten können im Konflikt stehen mit der wissentlichen "rationalen" Selbstkontrolle und erschweren dadurch optimale Handlungsentscheidungen mit sozialer Verantwortung gemäß einem ethischen Verhaltenskodex (vgl. 3.3.).

Mit "sprachlichem Bewusstsein" (vgl. Frontalhirn) können vernünftige Urteile und Entscheidungen zwar erwogen bzw. gefällt werden, aber nur mit der Zustimmung des 'schwer kontrollierbaren' Unterbewusstseins (vgl. Limbisches System und Stammhirn), das dominierend und schnellfertig wirkt mit homöostatischen Automatismen für routinierte Handlungen (vgl. Affekthandlungen und Ohnmacht der Vernunft). [6]
   Vorausgesetzt wird Verantwortungsbewusstsein für eine 'vernünftige' Selbstbestimmung gemäß subjektiven Absichten und Zielen, insbesondere zur 'willentlichen' Steuerung von sozial angepasstem Verhalten gemäß Recht und Ordnung (vgl. Schuldfähigkeit für Disziplinlosigkeit, Ungerechtigkeit, Aggresivität und Kriminalität).
   Der freie Wille ist neurowissenschaftlich umstritten und wird durch unbewusste Bedingungen eingeschränkt. - Trotzdem möglich sind "vernünftige" Entscheidungen durch antizipatorisches Abwägen von empirisch voraussagbaren Konsequenzen möglicher Alternativen des Handelns, insbesondere für "intelligente" Problemlösungen, wobei das (dominierende) Unbewusste mitbestimmend wirkt. [16] - [20]

Zu unserem eigenen Schutz müssen wir vorausschauend versuchen, unsere existenziellen Probleme zu erkennen, um mögliche Lösungen rechtzeitig finden zu können.
   "Die Lösung der für unser Überleben im Augenblick bedrohlichsten Probleme wird davon abhängen, ob es uns gelingt, die Gesetze anschaulich und erfahrbar zu machen, welche die komplexen, von Menschen z. T. selbst erschaffenen Systeme regieren. Dies gilt für unsere Interaktion in hochkomplizierten Sozialsystemen ebenso wie für Wirtschaftssysteme und Ökosysteme." (Zitat von Wolf Singer, vgl. [7])
   Von einer 'problemlösenden' Gesellschaft gefordert wird das individuelle Weiterlernen beim gestalterischen (konstruktiv-kreativen) Tätigsein zur Gewinnung von lebensnotwendiger Einsicht in natürliche Zusammenhänge durch empirische und theoretische Erkenntnisse, - verbunden mit möglicher Selbsterkenntnis und selbstkritischer Vernunft bei der Persönlichkeitsentwicklung.

Optimisten hoffen auf die Problemlösefähigkeit der intelligenten Menschen, die mit ihrer Vernunft und Einsicht auch scheinbar unüberwindlichen Herausforderungen widerstehen können. -
   Weil Not erfinderisch macht, besteht eine gewisse Hoffnung auf "intelligente" Problemlösungen und global abgestimmte staatliche Maßnahmen des erforderlichen Krisenmanagements.
   Als Hoffnungsträger für notwendige Problemlösungen gesucht werden leistungsstarke 'anständige' Menschen mit sachkundiger Tatkraft, Verantwortungsbewusstsein und sozialer Anteilnahme, - insbesondere für Sonderaufgaben qualifizierbare 'kluge' Experten.

Die 'kreativen' und 'direktiven' Menschen sollten ihren zu verantwortenden Anteil am Fortbestand der Natur bekennen. - Innovative Problemlösungen der 'erfinderischen' Menschen ermöglichen den wissenschaftlich-technischen Fortschritt, dessen soziale Auswirkungen schwer abschätzbar sind.
   Die zielorientierte Wissenschaft führt zu verbesserten Technologien für lösbare Probleme, insbesondere mit nützlichen Werkzeugen und Hilfsmitteln für vielfältige Aufgaben (vgl. Technik, Medizin und Kommunikation).

Ein 'aufmerksamer' Mensch kann wahrgenommene Beobachtungen, ermittelte Daten und theoretische Meinungen (vgl. Informationsflut im Internet) unter Zuhilfenahme seiner Kenntnisse selektiv verstehen und kritisch auswerten. Seine individuelle Auswahl relevanter Nachrichten entspricht den für ihn 'wichtigen' Aussagen (d. h. Informationsreduktion gemäß eigenen Interessen). Diese werden von ihm 'interpretativ' beurteilt und 'subjektiv' bewertet.

Der "forschende" Mensch strebt nach Erkenntnis, vor allem zwecks Selbsterhaltung durch Lösung seiner Probleme des (Über-)Lebens. Er erwirbt Kenntnisse von seiner Umwelt und versucht, entdeckte Zusammenhänge mit erfassten Beziehungen zu erklären. Seine theoretischen Erkenntnisse beim Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge sind hypothetisch und ungewiss. Erst nach ihrer kritischen Überprüfung und praktischen Bewährung (Erprobung an der Realität) kann mit 'bewährten' empirischen Erkenntnissen das Erfahrungswissen erweitert oder vervollkommnet werden (kognitive Wissensverbesserung, vgl. 1.1.2. und 2.3.).
   Beim zweckdienlichen (intentionalen) Lernen durch systematische Erforschung von erfassbaren Zusammenhängen realer Sachverhalte helfen heuristische Methoden, konstruktive Kritik und Fragen hinsichtlich der Bestimmung (Erkennung, Deutung), Bewertung (Beurteilung) und Erklärung (Begründung) von untersuchten Objekten oder Relationen.

Der "kennen lernende" Mensch entdeckt und untersucht (erforscht) das für ihn Neue, erfasst neue Beziehungen und bildet Begriffe für konstruktive Modelle gemäß seinem ausbildbaren Wissen (vgl. 1.2. und 3.1.).

Ein selbstbezüglich denkender Mensch nutzt sein 'bisher bewährtes' Wissen für empirische Urteile und situationsangepasste Entscheidungen, die erforderlich sind für "problemlösendes" intelligentes Handeln zwecks Selbsterhaltung und Bedürfnisbefriedigung. Um erfolgreich handeln zu können, benötigt er profunde Kenntnisse, die ihm die Einsicht in wirkliche Zusammenhänge gewähren.
   Verfügbares und verbesserbares Wissen ermöglicht zweckdienliche Aktionen durch die "einsichtige" Kenntnisnutzung, insbesondere vorsorgliche Handlungen als effektive Anwendungen von erlernten Kompetenzen gemäß assoziierten Voraussagen (vgl. 1.3.).

Der "rational" (nach-)denkende Mensch reflektiert (begrifflich zugeordnete) Gedanken und (logische und unlogische) Sinn-Deutungen gemäß seinen individuellen Vorstellungen analog erfahrungsgemäßen Erinnerungen oder Erwartungen. Ihre 'subjektiven' Bewertungen (Antrieb, Emotion, Motivation) haben 'primär unbewussten' (schwer kontrollierbaren) Einfluss auf seine empirischen Urteile. [6]
   Eine besondere 'rationale' Form des symbolisch-abstrakten Denkens ist die 'intrinsische' Selbstreflexion des Menschen, die als selbstbezügliches 'wissentliches' Nachdenken relativ unabhängig von aktuellen äußeren Reizen möglich ist und zu 'kognitiv-rationalen' Entscheidungen führen kann, die nicht sofort in Handlungen umgesetzt werden. - Selbstreflexive Deutungen werden beeinflusst von sinnlichen Erfahrungen für erinnerte Vorstellungen und assoziierte Voraussagen (Erwartungen), die subjektiv bewertet werden (vgl. 3.3.).

Mit konstruktiven Reflexionen 'abduktiv' auffindbar sind vorteilhafte Problemlösungen zwecks Selbsterhaltung und möglicherweise zur Verbesserung der 'subjektiven Lage' im jeweiligen Handlungsspielraum (vgl. konstruktive Konzepte, siehe 3.1.).
   Die reflexive Problemanalyse durch theoretische Überlegungen (rationales Nachdenken) gelingt mit "kreativen" Vorstellungen (Imagination, Fantasie) für 'erfinderische' Lösungen und kann gefördert werden mit "Was wäre, wenn...?"-Fragen hinsichtlich neuer begrifflicher Verknüpfungen (Relationen, Kombinationen).

Um das eigene Vorgehen in Problemsituationen zu bestimmen und möglichst optimale Entscheidungen für situationsangepasstes Verhalten treffen zu können, ist dafür geeignetes Erfahrungswissen erforderlich (vgl. Fach- oder Expertenwissen für prädiktive Modelle).
   Zielorientiertes Erwägen einer optimalen Entscheidung wird ermöglicht durch 'antizipative' subjektive Bewertung von zu erwartenden Handlungskonsequenzen, die empirisch oder theoretisch vorausgesagt werden können.
   Das Erwägen optimaler Entscheidungen durch symbolisch-abstraktes Denken beim Problemlösen erfolgt gemäß der antizipatorischen Bewertung von erwarteten Konsequenzen möglicher Lösungen (Abwägen, Risikoabschätzung) entsprechend den erinnerbaren Vorstellungen (Erfahrungen) der lernfähigen Gedächtnisstruktur.

Erfolgreiche Problemlöser sind intelligent und lernfähig; sie haben eine erfahrungsgemäße Selbstsicherheit und Zuversicht für riskante Projekte.
   Schadensvermeidung beim "intelligenten" Handeln mit guter Absicht wird erzielt durch Vorsicht, Rücksicht und Umsicht gemäß rationaler Einsicht für realistische Voraussicht zwecks möglicher Absicherung, die aber nicht pragmatisch garantierbar ist.
   Versuchsweises Problemlösen bei unzureichender Einsicht in komplexe Zusammenhänge kann gelingen mit Mut zum Entscheidungsrisiko der gewählten Aktion(en) nach möglichst realistischer Erkundung von alternativ bewertbaren Chancen.

Unüberlegt (intuitiv, unbewusst) möglich ist das schnelle Auffinden von praktikablen Lösungsansätzen für "schnellfertige" Entscheidungen (ad hoc) durch unsystematische Vereinfachung der jeweiligen Problemsituation, beeinflusst von empirischen Urteilen und auch subjektiven Vorurteilen (vgl. 3.3.).
   Unverständliche oder widersprüchliche Situationen (vgl. Unbekanntes, Unerwartetes bzw. Unvorhersehbares) werden unter Zeitdruck unbewusst (ohne diskursives Denken) gedeutet durch schematische Zuordnung von 'Denkschablonen' (Schemata, Konzepten oder Mustern) bei der "instinktiven" Beurteilung zwecks schneller Entscheidungsfindung, insbesondere für spontane Reiz-Reaktionen (vgl. Pauschalurteile, Affekthandlungen oder riskante Reaktionen auf technische Störungen).

Unqualifiziertes (inkompetentes, voreingenommenes) oder schnellfertiges (oberflächliches, ungenaues) Denken führt zu falschen oder unbegründeten Urteilen, die als Fehldeutungen für unwahre Aussagen zu kritisieren sind, weil sie nicht auf zutreffenden Kenntnissen basieren.
   Fehldeutungen (für Fehlurteile) entsprechen Missverständnissen aufgrund falscher Vorstellungen gemäß 'unzureichendem' oder 'unpassendem' Kontextwissen (vgl. Urteilsschwäche, siehe 1.1.).
   Gründe für Fehlurteile oder unwahre Behauptungen sind falsche Vorstellungen oder Annahmen, jeweils bestimmbar als irreale Anschauung oder Fehleinschätzung aus Unkenntnis des wahren Sachverhalts, - infolge von Nichterkennung des Wesentlichen wegen Wissensmangel oder Unachtsamkeit (vgl. 2.1.).
   Zur Erkennungs- und Deutungsproblematik meinte Mark Twain: "Nicht das, was wir nicht wissen, bringt uns zu Fall, sondern das, was wir fälschlicherweise zu wissen glauben."

Wir deuten und erklären beobachtete Objektformen und Vorgänge der natürlichen Umwelt gemäß unseren (Teil-)Kenntnissen und subjektiven Einstellungen (Emotionen, Ansichten, Überzeugungen) aufgrund von eigenen Erfahrungen für interpretative Vorstellungen und Vermutungen (vgl. asssoziierte Voraussagen und hypothetische Theorien).
   Wir erkennen und deuten sogar Unerklärliches, - mit modellhaften Vorstellungen als Annahmen (vgl. 2.1.).

Eine rationale Erkennung und Deutung von objektiven Gegenständen und natürlichen Sach-verhalten (vgl. begrifflich bestimmbare Wahrnehmungen im Vergleich mit 'kognitiven Schemata') kann gelingen durch interpretative Zuordnung von (logisch-funktionellen) Konzepten, die als symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen für 'theoretische' Urteile fungieren, deren (Vor-)Aussagen erst nach ihrer empirisch überprüften Bewährung als "relativ wahr" gelten sollten (vgl. 2.1. und 3.2.).
   Modellmäßige Vorstellungen für theoretische Interpretationen basieren auf kritisch zu überprüfenden Erkenntnissen des deklarativen Erfahrungswissens (vgl. 1.2.). [7]
   Für Denkmodelle induktiv angenommene Regelmäßigkeiten der objektiven Realität gelten ohne Gewissheit, wobei theoretisch definierte 'Naturgesetze' experimentell überprüfbar sind (vgl. 2.1.).

Ein 'kluger' Mensch vermeidet Fehlurteile beim analytischen Denken durch die selbstkritische Verbesserung seiner Modellvorstellungen (Ansichten, Theorien) gemäß seiner empirisch gewonnenen 'praktischen' Einsicht in wirkliche Zusammenhänge (vgl. 1.1.2.).
   Der Nachweis von Fehlurteilen und ihre Korrektur ist nur möglich in Folge einer Wissensverbesserung gemäß neuen empirisch überprüften und bewährten (Er-)Kenntnissen, die bestätigten Erfahrungen entsprechen (vgl. 1.2. und 2.3.).
   Unwahre Aussagen (Fehlurteile oder Lügen) sind dann nicht als falsch erkennbar, wenn das für ihre kritische Überprüfung notwendige Wissen fehlt bzw. unzureichend ist.

Resultate der Erkennung von Objekten oder Situationen werden interpretativ gedeutet (vgl. Bedeutung, Information) und subjektiv bewertet (vgl. Affekte, Emotionen und Motivationen), - mit funktionellem Einfluss auf ihre erfahrungsgemäße Beurteilung (vgl. empirische Urteile) hinsichtlich der 'subjektiven Lage' und möglicher Reaktionen. Das geschieht 'primär unbewusst' und kann zu bewusst erlebten Gefühlen mit wissentlichen Absichten für deklarative Aussagen oder situationsbedingte Aktionen führen (vgl. 3.1. und 3.3.). [6]
   Die situationsspezifischen Erkennungs- und Deutungsergebnisse (Sinn-Deutungen) können 'intellektuell' beurteilt werden (vgl. Urteile und Schlüsse) unter dem (primär unbewussten) Einfluss von 'subjektiven' Bewertungsergebnissen (Emotionen und Motivationen). Dadurch möglich sind äußerbare Sach- oder Werturteile, insbesondere vorstellungs- und gefühlsbestimmte empirische Urteile (vgl. Gefallen/Missfallen, Erstaunen/Irritation oder Enttäuschung, auch Angst, Wut oder Ärger) oder auch Fehlurteile (vgl. Vorurteile oder Missverständnisse). Ihre funktionelle Nutzung ermöglicht vorteilhafte oder spontane Reaktionen (vgl. Gefahr-Reflexe bzw. Affekte) und dient zur Bestimmung von urteilsgemäßen Handlungsabsichten (vgl. Intentionen, Ziele oder Pläne).

Als kognitive Leistung gilt das Verstehen einer 'informativen' Objektform oder Aussage durch ihre richtige Erkennung und Deutung im aktuellen Kontext gemäß realistischen Vorstellungen mittels 'einsichtiger' Sachkenntnis (vgl. Decodierung erkennbarer Muster als formale Informationsdarstellungen, siehe 1.1. und 2.3.). -
   Die Sinn-Deutung beim Verstehen einer erkannten Darstellungsform (Formation, z. B. Zeichen oder Satz) entspricht der 'sinngemäßen' Zuordnung mindestens einer Bedeutung oder Information, die deklarativ bestimmt wird als 'semantischer Gehalt der syntaktischen Formation', der dieser Form entnehmbar ist als 'eingeformte' subjektive Nachricht (vgl. 2.3. und 3.1.). [4] [8]
   Im jeweiligen Kontext zu verstehen sind Formationen als Informationsdarstellungen (vgl. Bilder, Zeichenfolgen, Worte oder Sätze), denen subjektive Nachrichten interpretativ entnommen werden können, - gemäß ihrer Deutung durch Vergleich mit bekannten Mustern oder kognitiven Schemata zwecks begrifflicher Klassifizierung von erkennbaren Regelmäßigkeiten (vgl. Begriffssymbole zugeordnet zu logischen Merkmalsverknüpfungen). [1] [4] [8]

Das individuelle 'Verstehen lernen' ermöglicht lerntypische Verhaltensänderungen zwecks Anpassung an veränderte Umweltbedingungen infolge der zutreffenden (Wieder-)Erkennung und sinngemäßen Deutung von besonderen Situationen (als 'informative' Ereignisse) gemäß der gewonnenen Einsicht in 'kennen gelernte' Sinnzusammenhängen (vgl. erinnerte Modellvorstellungen als kognitive Schemata, siehe 2.3.).
   Ein wissenschaftliches Verstehen natürlicher Zusammenhänge kann gelingen durch die systematische Erkennung (Identifikation, Klassifikation) und realistische Deutung (adäquate Interpretation, Modellierung) von wirklichen Objekt- oder Darstellungsformen (vgl. 1.1.2. und 2.3.).
   Die wissensbasierte Erkennung und Deutung beim Verstehen sind beschreibbar durch begriffliche Selektion bzw. Integration entsprechend der 'analytischen' Abstraktion und 'synthetischen' Verallgemeinerung von Situationsmerkmalen bzw. Begriffsrelationen für kognitiv-logische Konzeptformen, womit gewohnheitsmäßiges und auch konstruktives Denken bestimmt wird (vgl. 3.1. und 3.2.).

Äußerbare Resultate der individuellen Erkennung und Deutung von Objekten oder Situationen können als 'informative' Aussagen formal dargestellt werden, um sie kommunikativ mitzuteilen.
   Eine deutbare Aussage oder Wahrnehmung wird subjektiv interpretiert, mehr oder weniger richtig verstanden und empirisch beurteilt.
   Bei der Analyse menschlicher Ausdrucks- und Darstellungsformen wird ein im Kontext deutbares Signalereignis sinngemäß verstanden aus einem Erwartungs- oder Regelzusammenhang, der die ereignisspezifische Bedeutung bestimmt (expliziert als semantische Information, vgl. 2.3.). [8]
   Darstellungsformen für 'verständliche' Aussagen können nur dann richtig gedeutet und somit verstanden werden, wenn der dafür geeignete Interpret die dazu erforderlichen Kenntnisse für adäquate Muster-Vorstellungen besitzt und im richtigen Kontext nutzen kann.
   Notwendige Bedingungen für gutes Verstehen einer Darstellung sind passendes (Vor-)Wissen, Interesse und Lernbereitschaft.
   Notwendig für das richtige Verstehen deklarativer Aussagen von Erkenntnissen ist die hinreichende Einsicht in beschriebene Zusammenhänge aufgrund kontextgemäßer Sachkenntnisse des Verstehenden (vgl. 2.1.).


1.1.2. Wissensverbesserung mit erworbenen Kenntnissen - Einsicht durch Erkenntnis

Kognitive Leistungen des Gehirns kann der 'selbstreflexiv' denkende Mensch erforschen und darüber explizite Aussagen formulieren, beispielsweise als Thesen von prinzipiellen Erkenntnissen zur möglichen Deutung seiner mentalen Reflexionen. Die Komplexität der zu analysierenden Gehirnfunktionen, insbesondere hinsichtlich Begriffs- und Urteilsbildung zur Bestimmung von intelligentem Verhalten, erschwert die wissenschaftliche Beschreibung und Erklärung von lernfähigen Gedächtnisstrukturen, wobei eine hinreichende Selbsterkenntnis des Menschen notwendig ist.

Mit wissenschaftlichem Denken und kritischen Fragen versucht der Mensch die untersuchbaren Zusammenhänge der Erlebniswelt zu begreifen und aufzuklären, um sie mit Darstellungen für begriffliche Beziehungen als formale Relationen zu beschreiben und mit möglichst systematisierten Aussagen zu erklären (vgl. Formeln, Lehrsätze oder Logos-Relationen, siehe 2.3).
   Wissenschaftlich untersuchbar sind konkrete Objekte (natürliche oder künstliche Gegenstände), auch Sachverhalte (Relationen, Strukturen) oder Geschehnisse (Ereignisse, Funktionen, Vorgänge oder Verhalten), die als Wahrnehmungen (von beobachteten Vorkommnissen) erfahrungsgemäß erkennbar sind, wobei entsprechende begriffliche Abstraktionen im Gehirn 'assoziativ vorgestellt' werden und 'funktionell bestimmend' sind für mentale Reflexionen (Überlegungen, Gedankengänge).

Der 'einsichtige' Mensch (Homo sapiens) verändert oder verbessert sein deklaratives Wissen durch situationsbedingten Kenntniserwerb (vgl. 1.2. und 1.3.).
   Wer neue Kenntnis erwirbt, der kann damit mehr wissen; aber wer Einsicht durch Erkenntnis gewinnt, der kann damit sein Wissen verbessern.
   Das evolutionär vorbestimmte Erkenntnisvermögen des Menschen basiert auf seiner lernfähigen Gehirnstruktur, die befähigt ist zu kognitiven Leistungen für intelligentes Verhalten aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb, - insbesondere zur Gewinnung von Einsicht (durch Erkenntnis) als Ergebnis eines analytisch-synthetischen Erkenntnisprozesses (vgl. 1.1. und 1.2.).

Einsicht ist eine Begriffsform für das Verstehen eines Sachverhalts aufgrund der Erkenntnis von erfassten Zusammenhängen, beispielsweise durch kognitive Erfassung (Begreifen) einer kausalen Relation zur Bestimmung von Ursache und Wirkung eines Geschehens oder einer Handlung.
   Die Fähigkeit zu praktischer oder theoretischer Einsicht (vgl. Verstand bzw. Vernunft) ist eine Voraussetzung für die "einsichtige" Änderung des Verhaltens eines kognitiven Systems entsprechend der hoch entwickelten Lernform "Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge" (vgl. 1.3. und 3.1.). [6]

Erfahrungswissen basiert auf bisher bewährten (Er-)Kenntnissen, die theoretische oder praktische Einsicht ermöglichen, insbesondere für empirische Urteile oder Voraussagen.
   Erfahrungswissen für Vorstellungen und Voraussagen wird bestimmt mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen von erfassten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte, die als 'bedingte Relationen' kognitiv-logischer Begriffsstrukturen formal darstellbar sind und als 'bisher bewährte' Erkenntnisse objektiviert mitgeteilt werden können (vgl. 1.2. bis 3.).

   Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis; - ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis.

Einsicht durch Erkenntnis wird gewonnen beim kognitiven 'Verstehen lernen' und ermöglicht eine Wissensverbesserung für intelligentes Verhalten (vgl. 2.3.).
   "Verstehen lernen" heißt 'kognitive' Gewinnung von individueller Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge von untersuchbaren Sachverhalten der 'wirklichen' Erfahrungswelt (vgl. Erkenntnisprozess).
   Ein weiser Mensch erlernt sein Verständnis des Wesentlichen durch gewonnene Einsicht in begreifbare Sinn-Zusammenhänge; - dabei kann er staunen wie ein Kind über die schwerverständliche Komplexität der Natur.

Weisheit als höchste Einsichtsfähigkeit ermöglicht theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, das begründbar ist durch fundamentale Lebenserfahrung und rationale Einsicht in allgemeine Zusammenhänge.

Die Gewinnung von Einsicht durch Erkenntnis gelingt bei der 'kognitiven' Analyse einer erkennbaren (Problem-)Situation im Zusammenhang, - unter der Voraussetzung von situationsbedingtem Kenntniserwerb (durch assoziative Konditionierung) für eine erfasste begriffliche Beziehung als neue Erkenntnis (vgl. 1.2.). [5]
   Die gewonnene Einsicht in einen kognitiv erfassten (begriffenen) Zusammenhang entspricht einer Wissenserweiterung durch die logisch-funktionelle Einbeziehung der jeweils erworbenen (Er-)Kenntnis als 'bedingte Relation' der kenntnisspezifisch ausgebildeten Begriffsstruktur (neue Konzeptform), - analog der kognitiv-logischen Einordnung von Erkenntnissen als neue Begriffsrelationen für erweiterte oder präzisierte Wissensdarstellungen (vgl. 2. und 3.).

Wissenschaftlich gewinnbar ist 'rationale' Einsicht durch theoretische Erkenntnis (aufgrund von Empirie und Logik) beim systematischen Erforschen von untersuchten Sachverhalten mit dem Ziel eines 'erlernten' Verstehens von erfassbaren Zusammenhängen der analysierten Objektformen (vgl. wahrnehmbare oder vorstellbare Dinge oder Ereignisse), die abstrakt aufgefasst werden als begriffliche Gegenstände des Denkens.
   Wissbegierige Menschen streben nach Einsicht durch Erkenntnis und stellen sich grundsätzliche Fragen gemäß ihrer modellhaften Weltbilder. Zu beantworten sind philosophische Fragen bei der Wahrheitssuche (vgl. 2.1.).
   Ein systematisches Forschen hinsichtlich neuartiger Fragen und Aufgabenstellungen führt zu neuen Erkenntnissen für Antworten und konstruktive Konzepte nur dann, wenn mit neu erworbenen Kenntnissen von erfassten Beziehungen der untersuchten Sachverhalte eine innovative Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge gewonnen werden konnte (vgl. 3.1.).

Der "wissentlich forschende" Mensch strebt nach logisch begründbarer Erkenntnis und wissenschaftlicher Wahrheitsfindung (Wissensdrang), in dem er kritisch nachdenkt über erfahrene Wirkbeziehungen und kausale Sinn-Zusammenhänge, wobei er sich "Warum?"- und "Was wäre wenn?"-Fragen stellen kann. Sein selbstreflexives Denken (Nachdenken), funktionell getrennt von aktuellen Wahrnehmungen, betrifft nicht nur pragmatische Gedankengänge, sondern auch theoretische Überlegungen aufgrund von begrifflichen Modellvorstellungen (vgl. Theorien oder Fiktionen, siehe 2.1.).
   Angestrebt wird ein möglichst realistisches Weltbild durch naturwissenschaftliche Erforschung von untersuchbaren Sachverhalten zwecks Erklärung der vielfältigen Seinserfahrungen des Menschen und der Beantwortung von Fragen zu seiner Stellung im Kosmos.
   Das vom Menschen mehrmals umdefinierte Weltbild entspricht dem jeweiligen Wissensstand. Seine systematische Verbesserung (Korrektur, Präzisierung) führt zu Kritiken am Menschenbild des bisherigen Selbstverständnisses.
   Das wissenschaftlich korrigierte Weltbild ist relativ wahr und begründet Veränderungen des traditionellen Menschenbildes. [16]

Für fundamentalistische Ideologien oder reduktionistische Theorien gelten postulierte Axiome (vgl. Offenbarungen oder Thesen) bzw. konzeptionelle Grundsätze (vgl. Begriffsdefinitionen, Formeln und Lehrsätze). Damit versucht der "vereinfachend deutende" Mensch, die erfassbaren Zusammenhänge komplex-vernetzter Komponenten von natürlichen (Teil-)Systemen auf möglichst wenige allgemeine Prinzipien und Grundgesetze zurückzuführen (vgl. definierte Grundprinzipien für Glaubenssätze bzw. Naturgesetze).

Eine teilweise Erforschung der Welt gelingt dem wissbegierigen Menschen während seiner kurzzeitigen Existenz mit modellhaften Beschreibungen und theoretischen Erklärungen von deutbaren Phänomenen gemäß seinem bescheidenen Wissensstand. Dabei hat er physikalische Größen definiert, die messbar sind durch Vergleich mit festgelegten Maßstäben. Ihre Berechnung wird ermöglicht mit Algorithmen und mathematisch formulierbaren Regeln, die als gesetzmäßig unter bestimmten Rahmenbedingungen angenommen werden.
   Auf Forschungsresultaten der Physik (vor allem Erkenntnissen zu Materie und Licht) basieren systematisch bestimmte Erklärungsmodelle und Theorien für grundlegende Naturgesetze, die nach "nicht reduktionistischer" Auffassung nur teilweise Gültigkeit haben und sich "evolutionär" ändern können. Es gibt in der evolutionsbestimmten Biosphäre auch 'partiell gesetzlose' (quasi zufällige) und 'ursprungsbedingte' Abläufe für Veränderungen des Tatsächlichen gemäß neuer Möglichkeiten für innovative Variationen oder Neubildungen (vgl. 'zufällige' Mutationen).
   Die Evolution der Biosphäre im (hinsichtlich seiner Komplexität) 'offenen' Universum ist gekennzeichnet durch ein kreatives Werden und zeitliches Vergehen mit speziellen Auswirkungen aufgrund von gegenseitigen Abhängigkeiten und Wechselbeziehungen. Deshalb werden für erforschbare Abläufe des Universums keine vollständigen Beschreibungen mit wissenschaftlch definierten Naturgesetzen und Naturkonstanten möglich sein, - entsprechend dem definierten Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit (vgl. 2.1, - Ungewissheit der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung).

Wissenschaftliche Wahrheitsuche erzielt die systematische Erforschung wirklicher Sachverhalte hinsichtlich erkennbarer Grundprinzipien (vgl. Relationen für Implikationen oder Regeln).
   Eine zunehmende Gewinnung von Fachwissen spezialisierter Forschungsdisziplinen erfordert auch verstärkte interdisziplinäre Forschungen zwecks wissenschaftlicher Integration spezieller Erkenntnisse auf vielen Wissensgebieten (vgl. Ziel der einheitlichen Ordnung von Wissen).
   Aus Forschungen der Wissenschaft resultieren wahrscheinliche Aussagen besonderer Hypothesen oder Theorien, die auf Erfahrung gegründet sind und verallgemeinert nutzbar sind als Prämissen weiterer Schlussfolgerungen und Experimente (vgl. Induktion und Deduktion).
   Trotz der natürlichen Begrenztheit des menschlichen Erkenntnisvermögens können "rationale" Einsichten in prinzipielle Zusammenhänge der "begreifbaren" (Außen-)Welt entsprechend einer 'objektiven' Realität (vgl. Einstein-Zitat, s. u.) wissenschaftlich gewonnen, praktisch überprüft und erforderlichenfalls korrigiert werden (vgl. 2.).
   Die Wissenschaft ermöglicht im Unterschied zur Religion eine relative Wahrheitsfindung durch systematische Prüfung theoretischer Argumente zur Begründung von Behauptungen (d. h. Urteilsäußerungen mit Wahrheitsanspruch) aufgrund gewonnener Erkenntnisse von natürlichen Zusammenhängen (d. h. kognitiv erfasster Beziehungen).

Albert Einstein schrieb: "Wissenschaft ist der Versuch, der chaotischen Mannigfaltigkeit der Sinneserlebnisse ein logisch einheitliches gedankliches System zuzuordnen. In diesem System sollen die einzelnen Erlebnisse derart ihr gedanklich-theoretisches Korrelat finden, dass die Zuordnung eindeutig und überzeugend erscheint.
Sinnen-Erlebnisse finden wir vor. Sie sind das unverrückbar Gegebene. Das Gedankliche aber, was uns zu dessen Erfassung dient, ist Menschenwerk, Ergebnis eines äußerst mühevollen Anpassungsprozesses, hypothetisch, niemals völlig gesichert, stets gefährdet und in Frage gestellt." [AEA 1-135, S. 1, Das Fundament der Physik, 1940] [10]
   "Die Wissenschaft sucht Beziehungen aufzufinden, die als unabhängig vom forschenden Menschen existierend gedacht werden. Dies schließt nicht aus, dass der Mensch selbst Gegenstand jener Beziehungen sein mag oder (in der Mathematik), dass von uns geschaffene Begriffe, die keinen Anspruch auf Beziehungen zu einer "Außenwelt" machen, Gegenstand wissenschaftlicher Aussagen sein können. Wissenschaftliche Aussagen und Gesetze sind von solchem Charakter, dass wir sie als wahr oder falsch, als zutreffend oder nicht zutreffend bezeichnen können; unsere Reaktion ist - grob gesprochen - "Ja" oder "Nein". " [AEA 1-160, S. 1, Vorwort zu Philipp Frank, 'Relativity - A Richer Truth', 1949] [10]
   "Dass die Gesamtheit der Sinnen-Erlebnisse so beschaffen ist, dass sie durch das Denken (Operieren mit Begriffen und Schaffung und Anwendung bestimmter funktioneller Verknüpfungen zwischen diesen sowie Zuordnung der Sinneserlebnisse zu den Begriffen) geordnet werden können, ist eine Tatsache, über die wir nur staunen, die wir aber niemals werden begreifen können. Man kann sagen: Das ewig Unbegreifliche an der Welt ist ihre Begreiflichkeit. Dass die Setzung einer realen Außenwelt ohne jene Begreiflichkeit sinnlos wäre, ist eine der großen Erkenntnisse Immanuel Kants.
   Wenn hier von Begreiflichkeit die Rede ist, so ist dieser Ausdruck hier zunächst in seiner bescheidensten Bedeutung gemeint. Er bedeutet: durch Schaffung allgemeiner Begriffe und Beziehungen zwischen diesen Begriffe untereinander sowie durch irgendwie festgelegte Beziehungen zwischen Begriffen und Sinnen-Erlebnissen zwischen letzteren irgendeine Ordnung herstellen. In diesem Sinne ist die Welt unserer Sinnen-Erlebnisse begreifbar, und dass sie es ist, ist ein Wunder." [AEA 122-858, S. 2, Physik und Realität, 1935] [10]
   "Ziel der Wissenschaft ist einerseits die möglichst vollständige begriffliche Erfassung und Verknüpfung der Sinneserlebnisse in ihrer ganzen Mannigfaltigkeit, zweitens aber die Erreichung dieses Ziels unter Verwendung eines Minimums von primären Begriffen und Relationen." [AEA 122-858, S. 4, 1935] [10]

Begriffe entsprechen abstrakten Vorstellungen von verallgemeinerten Besonderheiten bei der Bildung von Urteilen des 'symbolisch-abstrakten' Denkens. Ein Begriff wird aufgefasst als 'Abstraktes im Allgemeinen' einer Klasse (Kategorie) von besonderen Beobachtungen oder Phänomenen aufgrund erfasster Zusammenhänge. Ein 'objektivierbarer' Begriff kann in Form sprachlicher Ausdrücke verständlich mitgeteilt werden durch explizit vereinbarte Zuordnung mindestens eines 'bezeichnenden' Begriffssymbols (z. B. Zeichen, Wort oder Muster, definiert als Invariante bzw. Formation, vgl. 3.1.).
   Die begriffliche Kategorisierung (Identifikation, Klassifizierung) der "bestimmbaren" Gegenstände (Dinge oder Phänomene) gelingt mit für sie charakteristischen "kognitiv erfassten" Merkmalsbeziehungen analog kognitiven Schemata, die dann geeignet sind zur 'realistischen' Erkennung und Deutung (vgl. Wahrnehmung und Interpretation), wenn ihre erworbenen (Er-)Kenntnisse adäquat zu natürlichen Zusammenhängen sind.

Entsprechend den erkannten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte der beobachteten Umweltbedingungen können Kenntnisse von 'kognitiv erfassten' Beziehungen "induktiv" (verallgemeinernd) erworben werden (vgl. 1.2.).
   Durch perzeptive oder reflexive Beobachtung bzw. Entdeckung kann mindestens eine Beziehung der realen bzw. vorgestellten Zusammenhänge von Gegenständen oder Ereignissen kognitiv erfasst werden (vgl. empirische oder theoretische Erkenntnisse).

Das kognitive Erfassen des entdeckten Neuen entspricht dem Begreifen beim Untersuchen durch relationales Einordnen in einen begrifflichen Zusammenhang für kognitive Schemata zur (Wieder-)Erkennung und Deutung der kennen gelernten Gegenstände oder Vorgänge des natürlichen Geschehens.
   Die kognitive Erfassung 'allgemeiner' Beziehungen zwischen speziellen Fakten (als 'wesentliche' Relationen von Sachverhalten) gelingt aber nur schrittweise mit notwendigen Korrekturen und ohne die absolute Wahrheit über die Welt zu erfahren (vgl. 2.1.)

Die »kognitive Erfassung« mindestens einer begrifflichen Beziehung, die aufgefasst wird als erworbene Kenntnis von einem erfassten Zusammenhang, ist erklärbar als ein "verallgemeinerndes Begreifen" mindestens einer (beobachteten oder vermuteten) Beziehung zwischen Objekt- oder Situationseigenschaften.
   Beim "Begreifen" wird eine kognitiv erfasste Beziehung als (induktiv) erworbene Kenntnis im Gedächtnissystem "strukturell erlernt", d. h. als bedingte Relation in Form einer konditionierten Assoziation ausgebildet (vgl. 1.2.). [1]

Situationsbedingt erworbene Kenntnisse von erfassten Beziehungen untersuchter Sachverhalte werden aufgefasst als bedingte Relationen, die im Gedächtnis strukturell gespeichert und funktionell genutzt werden (vgl. 1.3.). Ihre Nutzung als Begriffsrelationen für empirische Urteile und logische Schlüsse ermöglicht relationale Denkmodelle, die formal darstellbar sind mit 'relationalen' Aussagen von begrifflichen Beziehungen, - insbesondere als konzeptionelle Implikationen für Thesen oder Definitionen (vgl. 3.1.).
   Objektivierbare begriffliche Beziehungen des deklarativen Wissens werden aufgefasst als formal ausdrückbare relationale Kenntnisse, die mit relationalen Aussagen verständlich dargestellt und interaktiv mitgeteilt werden können. Ihre formal-sprachliche Objektivierung zwecks kommunikativer Mitteilung ist möglich für deklarative (möglichst anschauliche) Beschreibungen von symbolisch-abstrakten (Modell-)Vorstellungen in verständlichen Darstellungsformen mittels aufeinander bezogenen Begriffssymbolen (vgl. Zeichen, Wörter oder Sätze, auch Bilder oder Muster als Metaphern für Analogien), - insbesondere als logische Ausdrücke oder mathematische Formeln (vgl. 2. und 3.).

Objektivierbare (Er-)Kenntnisse können in Form relationaler Aussagen dargestellt und mitgeteilt werden, womit auch theoretische Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge wissenschaftlich vermittelbar ist (vgl. 2.1.).
   Erworbene Kenntnisse von 'kognitiv erfassten' Beziehungen müssen sich praktisch bewähren, damit sie weiterhin als Erkenntnisse genutzt werden können. Deshalb ist ihre empirische Überprüfung zwecks möglicher Bestätigung oder Falsifizierung erforderlich (Bewährungsprinzip, vgl. 2.1.). [7]

Das Gewinnen einer Erkenntnis entspricht dem "mentalen" Begreifen, d. h. der kognitiven Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung, die als erworbene Kenntnis gemäß ihrer praktischen Bewährung genutzt werden kann (vgl. 1.2. und 2.1.). -
   Eine gewonnene Erkenntnis wird deklarativ bestimmt als eine 'bisher bewährte' Kenntnis, die empirisch überprüfbar und logisch begründbar ist.
   Individuell gewonnene empirische oder theoretische Erkenntnisse entsprechen 'bisher bewährten' erworbenen Kenntnissen, die für kognitive Leistungen erfahrungsgemäß genutzt werden können (vgl. Voraussagen für empirische Urteile), trotz der Ungewissheit ihrer angenommenen Adäquatheit gegenüber natürlichen Beziehungen (der objektiven Realität). Ihr Wahrheitsanspruch (vermutete Validität) muss ständig bezweifelt und empirisch überprüft werden, beispielsweise durch logische Kritik und wissenschaftliche Experimente mit beobachtbaren Fakten (vgl. praktische Bewährung von Theorien oder Modellen ohne Gewissheit, siehe 2.1.). [7]
   Theoretische Erkenntnisse resultieren aus der kognitiven Zusammenhangserfassung beim situationsbedingten Kenntniserwerb von untersuchten Sachverhalten, wobei deren 'wissensbasierte' Beobachtung und Reflexion instruktiv förderbar ist mit didaktischen Beispielen bzw. Lehrsätzen.

Prinzipielle Erkenntnisse (als Grunderkenntnisse) können gewonnen werden durch "kognitive" Verallgemeinerung angenommener Regelmäßigkeiten von ursprünglich erfassten, begrifflichen Beziehungen, die aufgefasst werden als erworbene (Grund-)Kenntnisse von grundsätzlich "begriffenen" (abstrahierten) Zusammenhängen situationsspezifischer Faktoren der untersuchten Sachverhalte (Situationen, Konstellationen). Diese entsprechen definierten Naturgesetzen oder Lebensweisheiten, die in Form von prägnanten Aussagen (als Logos-Relationen) ausdrückbar und dadurch kommunikativ mitteilbar sind (vgl. 2.3.).
   Als "relativ wahre" Grunderkenntnisse nutzbar sind nur die wissenschaftlich (systematisch) erworbenen prinzipiellen Kenntnisse von grundsätzlich "begriffenen" (abstrahierten) Zusammenhängen der untersuchten Sachverhalte, die als 'bisher bewährt' gelten und empirisch überprüfbar sind (vgl. 2.3.).
   Mit 'bisher bewährten' Theorien können empirische Voraussagen regelgestützt berechnet oder logisch geschlussfolgert werden. Diese sind praktisch überprüfbar und vorteilhaft nutzbar. Dabei fehlt aber die Gewissheit für eine zukünftige Bewährung der angewendeten Theorie (vgl. 2.1.).

Gewonnene Erkenntnisse des deklarativen Wissens ermöglichen verbesserte Einsicht und können sprachlich objektiviert und kommunikativ mitgeteilt werden. -
   Verbesserte Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge verhilft zu neuartigen Denkmodellen für konstruktive Konzepte, die vorteilhaft genutzt und deklarativ beschrieben werden können.

Eine Wissensverbesserung ist erreichbar in Folge des 'rationalen Verstehens' durch Kenntniserwerb (Selbstlernen, möglicherweise Kenntnisvermittlung durch Informierung) zur Erlangung 'tieferer' Einsicht aufgrund von neu gewonnener Erkenntnis, wodurch auch 'kognitives Umlernen' ermöglicht wird.
   Ein kognitives Umlernen kann erfolgen aufgrund empirischer Nichtbewährung von relationalen Kenntnissen für kritisch überprüfbare Aussagen (vgl. Urteile oder Thesen), wenn durch die Nutzung mindestens einer neu erworbenen Kenntnis die 'nicht bewährten' durch 'vermutlich besser' begründete Aussagen ersetzt werden können. [2]

Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnt und nach praktischer Überprüfung vorteilhaft nutzt, hat hochintelligent gelernt.
   Lernen durch Einsicht führt zur Theorie. - Erst Lernen aus eigener Erfahrung wird zur Praxis einer Verhaltensänderung.

Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge (als hoch entwickelte Lernform) gelingt durch mindestens eine erworbene (Er-)Kenntnis von 'begrifflich in Beziehung gesetzten' abstrahierten Fakten eines untersuchten Sachverhalts, die aufgefasst wird als erfasste Begriffsrelation entsprechend der "erlernten" bedingten Relation einer ausgebildeten Begriffsstruktur. [1] [4]
   Beim Lernen durch Einsicht in erkennbare Zusammenhänge entsteht aufgrund gewonnener Erkenntnis im Sinne von situationsbedingtem Kenntniserwerb eine innovative (Modell-)Vorstellung, die im Gedächtnissystem erinnerbar behalten wird. Damit bestimmbar sind situationsabhängige Erwartungen (vgl. erinnerbare oder berechenbare Voraussagen), insbesondere zur entwurfsmäßigen Unterstützung von Erwägungen für zielorientierte Problemlösungen (vgl. antizipatorische Entscheidungsfindung und Aktionsauswahl).
   Die gewonnene Erkenntnis beim Lernen durch Einsicht ermöglicht eine innovative Modellvorstellung, die nutzbar ist als 'konstruktives Konzept' oder Lösungsansatz zur intelligenten Verhaltensänderung (vgl. 1.3. und 3.1.).
   Aufklärende Erkenntnisse der theoretischen Einsicht widersprechen oft kritikwürdigen Denkgewohnheiten für Vorurteile und Aberglaube (vgl. 2.3.).

Gewonnene Einsicht ermöglicht 'intelligentes' situationsangepasstes Verhalten durch 'kognitiv-logische' Nutzung des deklarativen Erfahrungswissens für konstruktive Konzepte analog innovativen Modellvorstellungen (als kreative Denkprodukte) und für möglichst effektive Problemlösungen (nach intentionalen Plänen). Damit assoziiert sind empirische Voraussagen (Erwartungen), die subjektiv bewertet einbezogen werden beim erfahrungsbedingten Erwägen von optimalen Entscheidungen (vgl. 3.1.).
   Für neue Problemlösungen 'einsichtig' einzuschätzen ist die perspektivische Bedeutung einer konzeptionellen Entdeckung, - beispielsweise das "einsichtige" Auffinden einer innovativen Mittel-Zweck-Relation (als Erfindung) oder einer prinzipiellen Antwort auf eine "Warum?"- oder "Wie?"-Frage zur Erklärung von wirklichen Geschehnissen bzw. natürlichen Sachverhalten aufgrund von kognitiv erfassbaren Zusammenhängen.
   Bei der reflexiven Problemanalyse können theoretische Überlegungen (für Entwürfe als Ideen) gefördert werden mit konstruktiven "Was wäre, wenn..."-Fragen zwecks Entscheidungsfindung durch antizipatorisches Abwägen von vermuteten Konsequenzen (Tatfolgen der Handlungsvorwegnahme, vgl. 3.3.).

Beim Lernen ausgebildete Begriffsstrukturen entsprechen 'individuellem Erfahrungswissen' als konstruktive Voraussetzung für "aus Erfahrung" assoziierbare Voraussagen (Erwartungen) und empirische Urteile, besonders zur "optimierenden" Bestimmung von Entscheidungen für "intelligente" (problemlösende) Aktionen. Dabei sind hypothetisch nutzbare (Er-)Kenntnisse empirisch zu überprüfen, ob sie praktisch bestätigt werden oder ob sie falsifiziert werden müssen (vgl. Korrektur beim Umlernen [2]). [3]
   Intuitiv ausgebildete Begriffsstrukturen (begriffliche Verknüpfungen) für "innovative" Vorstellungen (vgl. Entwürfe, Einfälle oder Fiktionen) können "kreativ" geäußert werden in neuartigen Ausdrucksformen für imaginäre Denkprodukte (vgl. Fantasie), insbesondere als konstruktive Konzepte oder künstlerische Darstellungen. (vgl. 3.1.).
   Definierte Konzeptformen für neue Denkmodelle sind systematisch objektivierbar mit logisch-funktionellen Symbolzuordnungen gemäß gewonnenen Erkenntnissen, insbesondere entsprechend gebildeten Begriffsrelationen für induktiv angenommene Regelmäßigkeiten (vgl. verallgemeinerte Regeln als Gesetze) für formale Implikationen bezüglich empirischer Urteile oder Schlüsse (siehe 3.). [1] [2]

Fazit: Folgende kenntnistheoretischen Aussagen entsprechen meinen konzeptionellen Modellvorstellungen für die (von mir) aufgezeigte Kognitive Logik (vgl. 2.2):
 - Ein strukturveränderliches Gedächtnissystem "erlernt" und "behält" (d. h. speichert lang- oder kurzzeitig) kognitiv erfasste Beziehungen als seine situationsbedingt erworbenen Kenntnisse (def. als bedingte Relationen) von "erfahrenen" Zusammenhängen der sinnlich wahrnehmbaren Sachverhalte (Beobachtungen der objektiven Realität) oder von "erdachten" begrifflichen Beziehungen für theoretische oder fiktive Vorstellungen (symbolisch-abstrakte Reflexionen über Erinnerungen, Antizipationen).
 - Induktiv erlernte (verallgemeinernd begriffene) Beziehungen zwischen Begriffen entsprechen den situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die erfahrungsgemäß genutzt werden für angenommene begriffliche Zuordnungen (Entsprechungen, Assoziationen). Solche relationalen Kenntnisse sind als erfasste Begriffs- oder Merkmalsbeziehungen charakteristisch für ausgebildete Begriffsstrukturen und werden semantisch bestimmt als bedingte Relationen (in Form konditionierter Assoziationen), die syntaktisch dargestellt werden können mit 'kognitiv-logisch' verknüpften Begriffssymbolen für explizite Aussagen (vgl. 2.1. und 3.1.). [1] - [4]
 - Das erfahrungsgemäße Kennenlernen einer objektiven Beziehung des erfassbaren Zusammenhangs eines untersuchten Sachverhalts gelingt durch situationsbedingten Kenntniserwerb (vgl. 1.2.). Dabei wird eine erworbene Kenntnis aufgefasst als begriffliche Beziehung und strukturell gespeichert als eine 'bedingte Relation' in Form einer konditionierten Assoziation der lernfähigen Gedächtnisstruktur. [1] - [5]
 - Ein simulierbarer situationsbedingter Kenntniserwerb basiert auf der 'induktiven' (verallgemeinernden) Zusammenhangserfassung, die vollziehbar ist gemäß einer definierten Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit' von begrifflich verbindbaren Signalereignissen unter einer ausreichend zu erfüllenden Koinzidenzbedingung (vgl. 1.2.). [1] [2]
 - Beim induktiven Lernen durch Kenntniserwerb (einer lernfähigen Gedächtnisstruktur) werden "modifizierte" oder "neu definierte" Begriffsstrukturen situationsbedingt ausgebildet durch 'synthetische Verallgemeinerung' (generalisierende Integration) und/oder 'analytische Abstraktion' (begriffliche Selektion) von bedingt verknüpften Begriffssymbolen, die mit relationalen Ausdrücken formal darstellbar sind (vgl. 3.2. und Logos-Relationen unter 2.3.). [1] [4]
 - Die "integrative" Nutzung von (Er-)Kenntnissen beim 'kombinierenden' Denken ermöglicht eine 'kreative' Synthese von Gedanken für Entwürfe von konstruktiven Konzepten, die als neue Denkprodukte nutzbar sind zur Wissensverbesserung oder für Problemlösungen (vgl. 1.3. und 3.1.).
 - Ein konstruktives Konzept (Entwurf) ermöglicht ein neuartiges Verständnis gemäß der 'konzep-tionellen' Einsicht in begriffene Zusammenhänge von abstrakt gedeuteten Darstellungsformen als Fakten mindestens eines Sachverhalts des untersuchten Gegenstandsbereichs.
 - Erfinderisch erdacht werden 'konstruktive Konzepte' als neue Entwürfe (vgl. Konzeptionen) aufgrund gewonnener Erkenntnisse, die explizit beschreibbar sind mit "innovativen" Symbolverknüpfungen für Aussagen entsprechend den 'konzeptuellen' Darstellungen von neu gebildeten Begriffsstrukturen (vgl. 2. und 3.).
 - Für prinzipielle Einsicht notwendige Grunderkenntnisse sind gewinnbar durch die kognitive Erfassung von fundamentalen Beziehungen (z. B. Wirkprinzipien) unter realen Bedingungen und außerdem von abschätzbaren Wahrscheinlichkeiten möglicher Änderungen von Prämissen oder Ausnahmen von Regeln (vgl. ungewisse Randbedingungen für definierte Naturgesetze).
 - Induktiv erlerntes Wissen beruht auf verallgemeinerten Erfahrungen, bestimmt durch situationsbedingt erfasste Beziehungen, d. h. bedingte Relationen als erworbene Kenntnisse, die sich praktisch bewähren müssen, damit sie nach dem Bestätigungsprinzip konsolidiert werden können (sonst: Vergessen oder Umlernen zwecks Anpassung an Umweltänderungen, vgl.1.2. und 2.1.).
 - Durch praktische Bewährung wiederholt bestätigte Kenntnisse werden konsolidiert als 'bisher bewährte' Erkenntnisse, die nutzbar sind für 'verlässliche' Vorstellungen durch erfahrungsgemäße Erinnerungen, - insbesondere als mit abwägbaren Alternativen assoziierte Erwartungen, die empirischen Voraussagen entsprechen (vgl. 1.3.).
 - Die für aktuelle Situationen 'aus Erfahrung' erinnerten Voraussagen sind assoziativ nutzbar zur Vervollständigung von Erkennungsergebnissen (bei der Afferenzsynthese) oder als vermutete Konsequenzen von alternativ entscheidbaren Handlungen (vgl. Efferenzentwürfe), die zu bewerten sind für bedingte Erwägungen. [2] [3]
 - Situationsabhängig assoziierte Voraussagen entsprechend korrekter Voraussicht basieren auf profunden Kenntnissen als Erkenntnissen des Erfahrungswissens für "rationale" Einsicht in wirkliche Zusammenhänge, wodurch das Erwägen einer optimalen Entscheidung beim Problemlösen ermöglicht wird.
 - Die "rationale" Einsicht durch theoretische Erkenntnis ermöglicht analytische Urteile und selbstbestimmte Entscheidungen gemäß dem assoziativ nutzbaren Erfahrungswissen, insbesondere zwecks "intelligenter" Klärung eines problematischen Sachverhalts (vgl. 3.1.). -
 - Beim Lernen durch Einsicht in Sinn-Zusammenhänge unterstützt eine gewonnene Erkenntnis die zielorientierte Lösungsfindung oder Aktionsnachahmung aufgrund von (Modell-)Vorstellungen oder Erwartungen (Erinnerungen).
 - Die verbesserte Einsicht durch gewonnene Erkenntnis entspricht dem 'erlernten' Verstehen durch Kenntniserwerb, d. h. kognitive Erfassung (Begreifen) mindestens einer begrifflichen Beziehung, die semantisch bestimmbar ist als neu erworbene Kenntnis von einem wahrgenommenen oder vorgestellten Zusammenhang (vgl. empirische oder theoretische Erkenntnis), - unter der Voraussetzung von nutzbaren Kenntnissen (d. h. geeignetes Vorwissen, Erfahrungswissen) zur kognitiven Ausbildung neuartiger Begriffsstrukturen im lernfähigen Gedächtnissystem (vgl. 2.3. und 3.). [1] - [4]
 - Gewonnene Einsicht durch Erkenntnis basiert auf ausgebildetem Erfahrungswissen (durch situationsbedingten Kenntniserwerb) und verhilft zu konstruktivem Denken (durch assoziative Kenntnisnutzung) zwecks "problemlösender" Entscheidungsfindung für "intelligentes" Verhalten (vgl. 1.2., 1.3. und 3.1.).

Assoziationen des Universums" - vernetzter Galaxien im Kosmos


1.2. Kenntniserwerb und strukturelle Lerndisposition - konditionierbare Assoziationen

Bei der wissenschaftlichen Erforschung von Teilkomplexen der natürlichen Welt wird davon ausgegangen, dass eine bewusstseinsunabhängige Außenwelt real existiert (vgl. "objektive Realität" des philosophischen Außenweltrealismus).
   Unsere wissenschaftlich erforschbare Welt kann naturalistisch aufgefasst werden als 'wirkliches' mehrdimensionales Netzwerk mit komplexer Struktur. Wirklich vorhandene Strukturelemente und ihre Beziehungen (Zusammenhänge, Sachverhalte) kann der denkende Mensch gemäß seinem Wissensstand 'analytisch' untersuchen, 'kognitiv' erfassen und 'subjektiv' interpretieren.
   Erstaunlicherweise können viele der bisher unbekannten Zusammenhänge durch individuelle Erfahrung und kognitive Erfassung (Begreifen) kennen gelernt werden, so dass somit erworbene 'relationale' Kenntnisse im Gedächtnissystem genutzt werden können.

Der interpretativ "wahrnehmende" (perzipierende) Mensch erkennt, deutet und bewertet etwas, das er hinsichtlich seines Befindens empirisch beurteilen kann (vgl. entscheidbare Reiz-Reaktion) - möglichst mit rationaler Einsicht (Sapientia) in wirkliche Zusammenhänge - aufgrund seiner assoziativ nutzbaren Modellvorstellungen, insbesondere von seiner Umwelt (vgl. Weltbild), von den Menschen (vgl. Menschenbild) und auch von sich selbst (vgl. Selbstmodell), - entsprechend seinem ausgebildeten Erfahrungswissen, das gekennzeichnet ist durch erworbene (Er-)Kenntnisse (vgl. gewonnene Erfahrungen) und konstruktive Konzepte als zu überprüfende Annahmen (vgl. intuitive Einfälle für begriffliche Postulate als erdachte Fiktionen).
   Erkennbare Naturformen kann der Mensch gemäß seinem Vorwissen begrifflich abstrahiert deuten und sich als erinnerbare Erfahrungen für Vorstellungen merken, womit ihm sprachliche Beschreibungen oder künstlerische Darstellungen ermöglicht werden (vgl. 2.1. und 3.1.).

Ein "intelligenter" Organismus (mit rationaler Autonomie) kann beobachtete Regelmäßigkeiten seiner Umwelt als gesetzmäßig annehmen und damit hypothetische, mehr oder weniger adäquate Modelle bilden, mit deren Hilfe er Außenweltbedingungen analytisch erkennen und empirisch voraussagen kann (vgl. wissenschaftliche Theorien). Die dadurch gegebene Möglichkeit, sich an Umweltverhältnisse "selbsterhaltend" anzupassen (vgl. 'Homöostase' als dynamische Stabilität), ist ein Selektionsvorteil bei der Evolution.
   Durch 'kognitiv-logische' Modellbildung in einem lernfähigen Gedächtnissystem entstehen symbolische Konstruktionen als entworfene Modelle oder zu überprüfende Theorien (vgl. 2.1.). Solche formal beschreibbaren Abstraktionen werden konzeptionell bestimmt von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen. Diese resultieren aus der kognitiven Erfassung von möglichst wirklichen Beziehungen (der 'objektiven Realität'), wobei ein individuelles Lernen aufgrund 'empirischer' Beobachtungen und/oder 'rationaler' Einsicht in Sinn-Zusammenhänge möglich ist (vgl. 1.1.).

Eine veranlagte oder erworbene "Kenntnis" wird begrifflich bestimmt (analytisch definiert) als ein 'relationales Wissenselement' im Sinne eines beziehungsgemäßen Bestandteils von "Wissen", das philosophisch aufgefasst wird als ein 'Modus des Führwahrhaltens' (bei Kant). Dabei kann der Wahrheitsanspruch für eine Kenntnis mehr oder weniger begründet sein (vgl. Wissen, Meinung oder Glaube). [1] [4]
   Sprachlich äußerbare Kenntnisse des "bewusst" zugänglichen deklarativen Wissens können formal ausgedrückt werden mit 'relationalen' Aussagen (von Begriffsrelationen) zur Beschreibung bekannter Zusammenhänge, - beispielsweise als Sätze mit vereinbarten Begriffssymbolen und Relationen in logischen Verknüpfungen (für verständliche Darstellungsformen, vgl. 2. und 3.).

Das Erlernen begrifflicher Beziehungen als erworbene Kenntnisse (im Gedächtnis) ist erklärbar durch kognitive Zusammenhangserfassung beim aspektorientierten Begreifen von Beziehungen untersuchter Sachverhalte (vgl. jeweiliges Kennenlernen im Erkenntnisprozess) zwecks konzeptioneller Bestimmung von mehr oder weniger realistischen (Modell-)Vorstellungen, die kenntnisspezifisch erinnerbar sind. -
   Die funktionelle Erinnerung an etwas in der Vergangenheit begrifflich Kennengelerntes (Ding oder Ereignis) ermöglicht eine bestimmte Vorstellung davon und ist nur dann kenntnisspezifisch praktizierbar, wenn dafür mindestens eine erworbene Kenntnis assoziativ nutzbar ist (unvergessen im Gedächtnis). Eine erinnerbare Vorstellung (verbunden mit Erwartung) vom Kennengelernten wird interpretativ benötig für seine erfahrungsgemäße Wiedererkennung und gewohnheitsmäßige Deutung bei erneuter Wahrnehmung.

Wissensbasierte Erinnerungen eines Gedächtnissystems entsprechen den situationsabhängig "abgerufenen" Informationen, insbesondere durch assoziative Kenntnisnutzung für mit erkennbaren Situationsmerkmalen 'assoziierte' Vorstellungen (vgl. Ansichten für Deutungen) oder Erwartungen (vgl. Voraussagen "aus Erfahrung"), die kenntnisspezifischen Einfluss haben (gemäß ihrer subjektiven Bewertung) auf empirische (Vor-)Urteile oder kognitiv-logische Schlüsse beim Interpretieren von Situationen (vgl. erfahrungsbedingtes Deuten und Verstehen im Kontext). [2]
   Modellgemäß veränderte oder ausgebildete Begriffsstrukturen entsprechen dem nutzbaren Erfahrungswissen eines kognitiven Systems. Damit bestimmt werden seine individuellen Vorstellungen (subjektiven Anschauungen oder angenommenen Hypothesen), die als seine situationsabhängig erinnerten Ansichten nutzbar sind (z. B. versuchsweise), um Aktionen für "intelligentes" Verhalten steuern zu können (vgl. 1.3.).

Ein kognitives System ist befähigt zum Selbstlernen gemäß seinem Basis- und Erfahrungswissen für eigene Deutungen von Situationen (vgl. Urteile und Bewertungen), - zwecks Selbsterhaltung und Überleben durch Anpassung an seine veränderliche Umwelt. Es verfügt über kenntnisspezifisch ausgebildete Gedächtnisstrukturen seiner "plastischen" Funktionskomplexe zur lerntypischen (kognitiv-logischen) Informationsverarbeitung. Seine empirischern Urteile und situationsangepassten Entscheidungen werden beeinflusst von "erinnerten" Vorstellungen und Erwartungen (als assoziierte Voraussagen 'aus Erfahrung').
   Jede assoziative Kenntnisnutzung für Erinnerungen im lernfähigen Gedächtnissystem wird ermöglicht durch den vorherigen situationsbedingten Kenntniserwerb, der bestimmt wird als kognitiver Grundprozess zur Gewinnung von Erfahrung und Erkenntnis. Seine technische Simulation ist als ein Schlüsselproblem der KI-Forschung und kognitiven Robotik perspektivisch zu lösen.

Die veranlagte Lerndisposition eines Gedächtnissystems ermöglicht den situationsbedingten Kenntniserwerb durch die kognitive Zusammenhangserfassung von untersuchten Sachverhalten, insbesondere entsprechend beobachtbaren Situationen oder Geschehnissen. Dabei erfolgt eine kenntnisspezifische Ausbildung des Erfahrungswissens (im Rahmen der strukturellen Lerndisposition) durch 'begrifflich-strukturelle' Einordnung der erworbenen Kenntnisse von erfassten Beziehungen (d. h. erlernte Einbeziehung bedingter Relationen in 'symbolisch-abstrakte' Begriffsstrukturen).

Erworbene Kenntnisse, die (von mir) bestimmt werden als 'relationale Wissenselemente', entsprechen kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen gemäß ausgebildeten Begriffsstrukturen des nutzbaren Erfahrungswissens, insbesondere zur Erinnerung von Vorstellungen oder Erwartungen (assoziierte Voraussagen), die einbezogen werden in empirische Urteile für situationsangepasste Interpretationen (durch Erkennung, Deutung und Bewertung). [1] - [5]

»Von etwas Kenntnis haben« (es kennen) bedeutet darüber informiert sein und heißt: davon 'wissen' oder es 'erfahren' haben. -
   Relevante Erfahrungen werden aufgefasst als situationsbedingt erworbene Kenntnisse des ausgebildeten Erfahrungswissens für kognitive Gedächtnisleistungen gemäß erlernten 'begrifflichen' Beziehungen, die als (erfahrungs-)bedingte Relationen zwischen Begriffssymbolen objektivierbar sind. [1]
   Eine begründbare Kenntnis von aufeinander bezogenen Begriffen wird objektiviert dargestellt als logische Relation in Form einer relationalen Aussage (vgl. Urteil). Diese entspricht einer syntaktischen Formation der semantischen Information, die mitteilbar ist als definierte 'Begriffsrelation' (vgl. 2. und 3.1.).

Profunde Kenntnisse (des Orientierungwissens neben Faktenwissen) im lernfähigen Gedächtnissystem eines 'intelligenten' Organismus sind notwendig für sein existenzielles Zurechtfinden in der Welt zwecks Selbsterhaltung durch kognitive Leistungen, insbesondere durch ihre pragmatische Nutzung für die realistische Erkennung und Deutung von Situationsmerkmalen (vgl. 1.1.1. und 1.3.).

Beim Erkennen und Deuten (Identifikation und Interpretation) von Objekten oder Situationen resultieren Sinneswahrnehmungen (für subjektive Deutungen) aus der (angeborenen oder empirisch bestimmten) 'interpretativ-kreativen' Kategorisierung. Diese ist erklärbar als begriffliche Klassifizierung durch 'abschätzende' Vergleiche mit kognitiven Schemata als erinnerbare Vorstellungen, die formallogisch darstellbar sind mit disjunkten 'Merkmalskonjunktionen' für analytisch abstrahierte Begriffe (vgl. zwei Deutungsvarianten der optischen Illusion 'Necker-Würfel', siehe Bild). [21] [22]

Jeder Begriff wird aufgefasst als 'Abstraktes im Allgemeinen' und entspricht einer abstrakten Vorstellung von (konkreten oder fiktiven) Gegenständen, Sachverhalten oder Geschehnissen (vgl. 3.1.). Ein semantischer Begriff des 'abstrahierten Wesentlichen' ist benennbar mit mindestens einem Begriffssymbol (z. B. Zeichen, Wort oder Muster) und kann dargestellt werden in einer syntaktischen Ausdrucksform einer Aussage für ein Urteil, das begrifflich bestimmt wird mit logisch verknüpften Begriffs- oder Merkmalsbeziehungen (vgl. 2. und 3.). [1] [4] [14]

Weil begriffsspezifische Kenntnisse zur Wahrnehmung von Gegenständen oder Ereignissen (Dingen, Phänomenen oder Darstellungen) erforderlich sind, kann es bei ihrer Nichtverfügbarkeit im Gedächtnissystem keine Erinnerungen an Unbekanntes geben, - auch keine Wiedererkennung des Vergessenen.
   Bei der Wahrnehmung von Unbekanntem wird versucht, dieses mit ähnlichem Bekannten zu vergleichen, d. h. Analogien zu finden, um das unbekannte Neue mit eigenen Kenntnissen "aus Erfahrung" zu beurteilen. Wenn zum Verstehen neuer Situationen keine passenden Begriffe oder Vorstellungen nutzbar sind, fällt es Menschen sehr schwer, über den sinnlich erfahrbaren Tat-Folge-Zusammenhang hinaus zu denken (vgl. 1.1.).
   Nicht verstandenes Neues wird meist emotional abgelehnt aufgrund von subjektiven Vorurteilen und unzureichendem Wissen. - Denkgewohnheiten und Vorurteile basieren auf pragmatischem Teilwissen, das durch neue Erfahrungen und Erkenntnisse erweitert und korrigiert werden kann (vgl. 2.3.).

Erworbene Kenntnisse werden (von mir) definiert als 'relationale Wissenselemente', die begrifflichen Beziehungen des Erfahrungswissens entsprechen und als 'bedingte Relationen' (erlernte Begriffsrelationen) funktionell nutzbar sind. Die relationalen Kenntnisse werden kurz- oder langzeitig 'strukturell gespeichert' in Form von konditionierten Assoziationen der (beim 'strukturellen Lernen' modifizierten) Gedächtnisstruktur, wobei ihre empirische Konsolidierung dem möglichen Vergessen oder Umlernen entgegen wirkt. [1] - [5]
   Eine situationsbedingt erworbene Kenntnis (des Erfahrungswissens) kann aufgrund ihrer praktischen Bewährung nach kritischer Überprüfung definiert werden als funktionell nutzbare "Erkenntnis", deren Aussage relativ wahr ist (keine Gewissheit), - gemäß dem definierten 'Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit' (vgl. 2.1.).
   Eine (explizit äußerbare) Erkenntnis des 'deklarativen' Wissens wird bestimmt als eine erworbene Kenntnis, die als 'bisher bewährt' gilt und empirisch überprüft und logisch begründet werden kann (vgl. 2.3.). [4]
   Deklarative Aussagen über konsolidiertes Erfahrungswissen entsprechen bisher bewährten (begründeten) Kenntnissen als Erkenntnissen, die nach kritischer Überprüfung praktisch nutzbar sind oder theoretische Bedeutung haben.

Durch Nutzung bewährter Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen ist kluges Handeln möglich, wenn erwartete Konsequenzen bewertet und voraussehbare Risiken verantwortungsvoll berücksichtigt werden (vgl. 1.3.).
   Für kluges Handeln nutzbares Wissen ist erfahrungsgemäß erlernbar nach der Methode 'Versuch und Irrtum', d. h. Lernen aus Fehlern oder am Erfolg. -
   Immer wieder Neues versuchen und sich dabei irren dürfen ist der Weg zum Lernen - auch aus schlechten Erfahrungen.

Dazulernen verlangt die situationsangepasste Nutzung einer neu erworbenen Kenntnis. -
   Umlernen erfolgt durch das Ersetzen einer alten Regel oder Theorie durch eine neue (s. h.).

Erich Fromm (1900 - 1980) schrieb: "Wenn ein wesentlicher Teil der Intelligenz in der Fähigkeit besteht, Zusammenhänge zwischen Faktoren festzustellen, bei denen man bisher nicht bemerkt hatte, dass sie miteinander in Beziehung stehen, dann wird jemand, der sich an Klischees und Konventionen klammert, es nicht wagen, solche Zusammenhänge zu erkennen. Wer Angst davor hat, sich von den anderen zu unterscheiden, wird nicht wagen, Fiktionen als das zu erkennen, was sie sind, und wird daher auf starke Hindernisse stoßen, wenn es gilt, die Realität aufzudecken." [aus 'Jenseits der Illusionen', 11 Verwandte Ideen, 1962]

J. W. Goethe schrieb: "Ein jeder lernt nur, was er lernen kann;
                                     Doch der den Augenblick ergreift, das ist der rechte Mann." [Faust I, Studierzimmer]

Die Erforschung von Neuem (Untersuchung von Unbekanntem) gelingt als ein "versuchsweises" Kennenlernen von erfassbaren Beziehungen durch situationsbedingten Kenntniserwerb einer lernfähigen Gedächtnisstruktur mit dafür vorausgesetztem Wissen (Vorwissen), dessen kognitive Erweiterung (Ausbildung) ein "einsichtiges" Verstehen im passenden Begriffszusammenhang (Kontext) ermöglicht.
   Wer neue Kenntnis erwirbt, der kann damit mehr wissen; aber wer Einsicht durch Erkenntnis gewinnt, der kann damit sein Wissen verbessern (vgl. 1.1.2.).
   Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnt und nach praktischer Überprüfung vorteilhaft nutzt, hat hochintelligent gelernt.
   Wer Einsicht in Sinn-Zusammenhänge gewinnen will, muss jede neu gebildete Hypothese ohne Voreingenommenheit auf ihre Bewährung überprüfen, damit diese im Falle sachlicher Begründung anerkannt werden kann. Andernfalls ist sie als unbegründet zu kritisieren, wodurch sie (zunächst) abgelehnt wird.

»Von etwas Kenntnis erlangen« (von ihm erfahren) heißt auch es "(er-)kennen lernen" im Erkenntnisprozess gleichbedeutend mit »Kenntniserwerb« durch 'kognitives' Erfassen (Begreifen) mindestens einer begrifflichen Beziehung (def. als bedingte Relation), die als situationsbedingt erworbene Kenntnis aufgefasst wird und einem erlernten Element des ausgebildeten Wissens (Wissenselement) einer 'lernfähigen Gedächtnisstruktur' entspricht.
   Ein 'situationsbedingter' Kenntniserwerb entspricht der Ausbildung von Erfahrungswissen, d. h. einer "kognitiven" Erweiterung oder Modifikation der Wissensstruktur durch funktionelle Einbeziehung von mindestens einer "erworbenen" empirischen oder theoretischen (Er-)Kenntnis.

»Lernende Gedächtnisstrukturen« repräsentieren 'kognitiv erfasste' (begriffene) Beziehungen zwischen (singulären oder generellen) Begriffen eines "denkenden" Gehirns. Die situationsbedingt ausgebildeten begrifflichen Beziehungen entsprechen erworbenen Kenntnissen von verallgemeinert angenommenen Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte.
   Eine durch Untersuchung 'induktiv' erfasste Beziehung ist dann für das Verständnis eines begrifflichen Aspekts wesentlich, wenn sie einem empirisch festgestellten Zusammenhang entspricht.

»Kenntniserwerb« eines lernfähigen Gedächtnissystems ist ein kognitiver (Grund-)Prozess mit dem Resultat der 'erworbenen Kenntnis', - bewährt als Erkenntnis, - die als erfasste begriffliche Beziehung des 'kognitiv' erweiterten Wissens für (Vor-)Aussagen nutzbar ist. Eine erworbene Kenntnis kann als angenommenes Wissenselement "im Gedächtnis" behalten (temporär gespeichert), gefestigt (empirisch bestätigt, konsolidiert) oder entfernt (vergessen, verlernt) werden.
   Der individuelle Kenntniserwerb durch mentales Begreifen natürlicher Zusammenhänge (beim Beobachten, Entdecken oder Erfinden) wird situationsgemäß bestimmt von systeminternen Bedingungen (vgl. aktuelle Situation aufgrund externer Bedingungen). Erkenntnis fördernde oder hemmende interne Bedingungen entsprechen der 'interessemäßigen' Aufmerksamkeit und insbesondere 'subjektiven' Bewertungen im kognitiven System (vgl. interpretierte Signal-Bedeutungen, Emotionen und Motivationen). [6]
   Erlernbar sind 'verhaltensändernde' Funktionen eines kognitiven Systems, die formal erklärbar sind durch systeminterne 'selbstorganisierende Strukturierungen' (entsprechend seiner lernfähigen Gedächtnisstruktur), - gestützt auf neuro- und kognitionswissenschaftliche sowie verhaltensphysiologische Forschungsergebnisse. [6] [7]

Der 'funktionsverändernde' Kenntniserwerb im lernenden Gedächtnissystem wird bestimmt als kognitver Grundprozess des »strukturellen Lernens«, d. h. der funktionellen Veränderung seiner 'lernfähigen' Gedächtnisstruktur aufgrund einer (erfahrungs-)bedingten Strukturänderung (vgl. Wissensausbildung mit bedingten Relationen). [1]
   Strukturelles Lernen in neuronalen Funktionskomplexen basiert auf 'plastischen' synaptischen Verbindungen zwischen Nervenzellen. Damit können beim Lernen 'konditionierte Assoziationen' vernetzter Neuronen situationsbedingt aufgebaut (erlernt), bekräftigt (konsolidiert) oder abgebaut (vergessen) werden. [1] [6]

Das Lernvermögen eines kognitives Systems, d. h. seine funktionelle (und strukturelle) Modifizierbarkeit durch eigenen situationsbedingten Kenntniserwerb, entspricht seiner 'strukturellen Lerndisposition'. Die veranlagte Lerndisposition bestimmt Art und Umfang des individuellen Ausbildungsvermögens für erlernbares Erfahrungswissen durch (ontogenetische oder epigenetische) Erweiterung oder Umbildung von (philogenetisch oder genetisch) vorbestimmtem Basis-Wissen bzw. Vorwissen des lernenden Gedächtnissystems. [1]
   Eine »strukturelle Lerndisposition« als vorgegebene Veranlagung (Anlage) spezifiziert den konzeptionellen Rahmen für die strukturelle Modifizierbarkeit und Vernetzbarkeit der elementaren Verknüpfungseinheiten (Neuronen) von 'lernfähigen' Funktionskomplexen des kognitiven Systems, das hierarchisch klassifizierbare Lernformen aufweist (vgl. mein Gehirnmodell). [1] - [6]

Die strukturelle Lerndisposition eines kognitiven Systems wird definiert als konzeptionelle Anlage (Veranlagung) von situationsabhängig konditionierbaren Assoziationen für darstellbare bedingte Relationen, die möglicherweise kenntnisspezifisch einbezogen werden können in variabel ausbildbare (kognitiv-logische) Verknüpfungen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur. [1]
   Potenziell veranlagte 'konditionierbare Assoziationen' einer strukturellen Lerndisposition im Gehirn entsprechen den epigentisch 'prädisponierten' und funktionell 'plastischen' synaptischen Verbindungen zwischen Neuronen, die bestimmt werden als elementare Verknüpfungseinheiten (wie Verknüpfungsprozessoren) mit vielen Inputs von Synapsen, d. h. situationsbedingt effektivierbaren Wirkverbindungen, und einem Output als Axon in Verbindung mit vielen anderen Neuronen. [14]
   Im Rahmen der strukturellen Lerndisposition können angenommene Kenntnisse von erfassbaren Zusammenhängen als bedingte Relationen in Form "gebahnter" Synapsen (Kontaktstellen) zwischen Neuronen "erlernt" werden. [6]
   Die lerntypische 'Plastizität' von Neuronen-Netzwerken, insbesondere für ontogenetische Kenntnis-Konsolidierungen durch "verstärkte" synaptische Verbindungen, konnte in vielen Lernexperimenten an Tieren neurowissenschaftlich untersucht und funktionell nachgewiesen werden. Eine Voraussetzung für die jeweilige kenntnisspezifische Synapsen-Bahnung (temporär oder als Langzeitpotenzierung) ist die situationabedingte Detektion einer prä- und postsynaptischen Signal-Koinzidenz (vgl. Postulat von Donald O. Hebb und Entdeckung des NMDA-Rezeptors). [19] [21]

Ein situationsbedingter Kenntniserwerb ist erklärbar und simulierbar aufgrund einer 'induktiven' (verallgemeinernden) Zusammenhangserfassung, die implementiert werden kann gemäß einer definierten Konnexanalyse nach dem Prinzip der Vereinbarkeit von begrifflich verbindbaren Signalereignissen unter einer ausreichend zu erfüllenden Koinzidenzbedingung. [1]
   Als notwendige Bedingung für die Konditionierung einer 'erlernbaren' Assoziation (im Rahmen der strukturellen Lerndisposition) gilt die Detektion der räumlichen und zeitlichen Kontiguität (Nachbarschaft) von prä- und postsynaptischen Signalereignissen, d. h. das situationssbedingte Zusammentreffen von 'kohärenten' Neuronenaktivitäten als eine Erfüllung der vorbestimmten Koinzidenzbedingung eines induktiven Lernmechanismus.

Zur technischen Simulation eines 'induktiven Lernmechanismus' für die Konditionierung von kenntnisspezifischen Assoziationen (für bedingte Begriffrelationen) definierte ich eine Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit' für die induktiv angenommene oder verstärkte Verbindung zweier 'korrelliert' zusammentreffenden Signalereignisse (d. h. für aufeinander beziehbares Besonderes und Allgemeines) entsprechend der Verallgemeinerung eines Begriffs durch situationsbedingte Einbeziehung des Besonderen ins Allgemeine. [1] - [5]
   Induktiv erlernbar ist ein begrifflich verallgemeinerter Zusammenhang zweier Gegenstände oder Ereignisse, welche als zusammentreffend in zeitlicher Nachbarschaft (Kontiguität) beobachtet wurden. Die detektierbare Koinzidenz gilt als hinreichend zu erfüllende Bedingung einer Konnexanalyse für die simulierbare Zusammenhangserfassung. Für unterschiedlich konditionierbare Assoziatonen (einer strukturellen Lerndisposition) gilt eine jeweils definierte Koinzidenzbedingung des induktiven Lernmechanismus (vgl. 2. Bild unter 3.2.).

Induktiv erfasste 'begriffliche' Beziehungen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen von (durch Verallgemeinerung) angenommenen Regelmäßigkeiten und können dann zu gewonnenen Erkenntnissen werden, wenn sie hinreichend begründbar sind.
   (Er-)Kenntnisse als "gesetzmäßig" erfasste Kausalitätsbeziehungen bestimmen empirische Urteile und "intelligente" Entscheidungen. Assoziativ nutzbare Kenntnisse ermöglichen im empirischen Kontext erinnerbare Voraussagen und Vorstellungen für "entwickelbare" Theorien und "konstruktive" Problemlösungen (vgl. 1.3. und 2.1.).

Kognitionsleistungen für Lernen werden begründet mit situationsbedingt (induktiv) erworbenen Kenntnissen, d. h. mit durch Verallgemeinerung von Erfahrungen (z. B. festgestellten Koinzidenz-Ereignissen) erfassten Beziehungen, die als bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig 'behalten' werden können. Erworbene Kenntnisse sind (mit-)bestimmend für empirische Urteile, Vorurteile, Erwartungen, Voraussagen oder Vorstellungen (vgl. Kenntnisnutzung, siehe 1.3.).
   »Erworbene Kenntnisse«, aufgefasst als relationale Wissenselemente (def. bedingte Relationen), des ausgebildeten Erfahrungswissens im lernfähigen Gedächtnissystem entsprechen "kognitiv erfassten" begrifflichen Beziehungen für "erfahrbare" Zusammenhänge untersuchter Sachverhalte. [1] [4]
   Eine erworbene Kenntnis kann bestimmt werden als verallgemeinert erfasste (induktiv erlernte) Begriffs- oder Merkmalsbeziehung, die als 'bedingte Relation' im Gedächtnissystem logisch-funktionell nutzbar ist. z. B. zur erfahrungsgemäßen Beeinflussung empirischer Urteile oder optimaler Entscheidungen für situationsangepasste Aktionen (vgl. "intelligentes" Lernverhalten). [2]

Verknüpfte bedingte Relationen zwischen Begriffen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen des ausgebildeten Erfahrungswissens, wobei 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen mit (erfahrungs-)bedingt verknüpften Funktionsvariablen modellierbar sind (vgl. 3.). [1] - [5]
   Objektivierbare erworbene Kenntnisse werden dargestellt als 'bedingte Relationen' in Form ausgebildeter konditionierter Assoziationen, die einbezogen sind in 'kognitiv-logische' Verknüpfungen der lernfähigen Gedächtnisstruktur für (erfahrungs-)bedingte Funktionen eines selbstlernenden Informationsverarbeitungssystems.
   Eine »bedingte Relation« wird als situationsbedingt erworbene Kenntnis in Form einer aufgebauten »konditionierten Assoziation« der lernfähigen Gedächtnisstruktur 'strukturell gespeichert' (behalten).
   Konditionierte Assoziationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur bestimmen das ausge-bildete Erfahrungswissen als eine Voraussetzung für die Erinnerung von mentalen Vorstellungen oder assoziierten Voraussagen (vgl. 1.3.).

Erinnerbare Vorstellungen (Anschauungen, Erwartungen) sind begrifflich zugeordnet zu besonderen Konjunktionen von Merkmalen der (wieder-)erkennbaren Objekte oder Situationen.
   Eine objektivierbare Vorstellung von einem begrifflichen Konstrukt (z. B. konstruktives Konzept) wird formal dargestellt durch ihre strukturelle Beschreibung mittels 'relationalen Aussagen' mit verknüpften Bergriffssymbolen oder Kennzeichen für charakteristische Begriffsrelationen (vgl. 'kennzeichnende' Assoziationen und/oder disjunkte Merkmalskonjunktionen, - siehe 2.1. und 3.).
   Erinnerungen für mentale Vorstellungen im Gehirn verhelfen zum Erkennen, Deuten und auch Verstehen semantischer Grundstrukturen von 'kennen gelernten' Darstellungsformen gemäß "erlernten" bedingten Zuordnungsfunktionen für empirische Urteile, die für situationsangepasste Interpretationen und intelligentes Verhalten charakteristisch sind. [1]

Umgangssprachlich bedeutet »Assoziation« eine formalisierbare Verbindung oder Verknüpfung, besonders eine Vorstellungsverknüpfung beim mentalen Assoziieren (Erinnerung, Erwartung, Imagination). Das Wort 'Assoziation' bezeichnet im Besonderen eine 'verbindende' Entsprechung, Zuordnung, Gegenüberstellung, In-Beziehung-Setzung oder Vereinigung (Sozietät) von begrifflichen Objekten, Gegenständen bzw. Institutionen von gleicher, ähnlicher oder gegensätzlicher Art.

Eine empirische Assoziation im lernfähigen Gedächtnissystem entspricht einer funktionellen Verbindung oder Verknüpfung von Begriffssymbolen für unterschiedliche Objekte oder Ereignisse, zwischen denen eine semantische Beziehung (definiert als 'Begriffsrelation') erfahrungsgemäß gilt. Wenn diese als kenntnisspezifische 'bedingte Relation' ausgebildet worden ist, dann entspricht sie einem kognitiv erfassten Zusammenhang und fungiert als 'informelle' (inhaltliche) Beziehung in Form mindestens einer konditionierten Assoziation der beim Lernen modifizierten Gedächtnisstruktur (strukturelles Lernen). [1]

Folgende 'Assoziationsarten für logische Zuordnungen' können prinzipiell unterschieden werden:
   Eine "funktionale Assoziation" entspricht einer Wirkverbindung für eine Kausalitätsbeziehung zwischen Begriffsformen, insbesondere für eine Merkmalseinbeziehung oder Implikation (vgl. Wenn-dann-Relation). - Solche 'elementaren' Assoziationen' (vgl. synaptische Verbindungen zwischen Neuronen im Gehirn) fungieren als "effektive" Funktionselemente zur logischen Verifikation eines verallgemeinerbaren Begriffssymbols, das funktionell einbezogen ist in mentale Operationen für aktuelle Urteile und Schlüsse (vgl. Inferenzen durch bedingte Logik-Funktionen). [1]
   Eine »negierende Assoziation« entspricht einer 'inhibitorischen' Verbindung für eine Antivalenz-Beziehung zwischen Gegensätzlichem (vgl. Negation, Inhibition oder Verbot).
   Eine »analogische Assoziation« entspricht einer 'zuordnenden' Verbindung für eine Äquivalenz-Beziehung zwischen Ähnlichem (vgl. begriffliche Entsprechung, sinngemäße Zuordnung oder Analogieschluss).
   Eine »korrelative Assoziation« entspricht einer 'bidirektionalen' Verbindung für eine wechselseitige Beziehung zwischen Korrelaten (vgl. Wechselbeziehung oder Dualität).


Objektivierbare Assoziationen beim Denken gemäß dem deklarativen Wissens können formal-sprachlich dargestellt werden mit verknüpften Begriffssymbolen (Variablenwerten, Invarianten) für 'relationale Aussagen' als verständlich formalisierte Begriffsrelationen (vgl. ein- oder mehrstellige Prädikatoren), insbesondere als codierte Zeichenfolgen (vgl. Wörter, Sätze, Formationen oder Bilder) für kommunikative Mitteilungen oder Beschreibungen (vgl. 2.). [4]

Die kognitive Erfassung (Begreifen) eines beobachtbaren Zusammenhangs als eine abstrahierte begriffliche Beziehung (erworbene Kenntnis), die als bedingte Relation darstellbar ist mit assoziierten (verknüpften oder zugeordneten) Begriffssymbolen, wird prinzipiell ermöglicht durch mindestens eine 'konditionierbare Assoziation' eines Gedächtnissystems, das gekennzeichnet ist durch seine 'strukturelle Lerndisposition' für ausbildbares Erfahrungswissen.

Eine »konditionierbare Assoziation« wird bestimmt als ein 'potenzielles' Gedächtniselement für mindestens eine erlernbare 'bedingte Relation' gemäß der veranlagten »strukturellen Lerndisposition« eines (kognitiv-logischen) Gedächtnissystems. Ihre Konditionierung für eine situationsbedingt erwerbbare Kenntnis geschieht durch verallgemeinernde kognitive Zusammenhangserfassung nach dem »Prinzip der Vereinbarkeit«, - gemäß einem induktiven Lernmechanismus. [1]
   Die strukturelle Lerndisposition als Anlage von konditionierbaren Assoziationen ermöglicht die kenntnisspezifische Ausbildung bedingter (Begriffs-)Relationen für konzeptionelle (Symbol-)Zuordnungen durch kognitive Zusammenhangserfassung, für die jeweils ein induktiver Lernmechanismus gilt. Dieser befähigt zum situationsbedingten Kenntniserwerb durch eine Konnexanalyse gemäß der detektierten Koinzidenz von 'verbindbaren' Signalereignissen, die durch erfahrungsgemäße begriffliche Vereinbarung aufeinander bezogen werden können entsprechend einer (disjunktiven oder konjunktiven) Verallgemeinerung (vgl. 'strukturelles Lernen' durch begriffliche Merkmalseinbeziehung, siehe 3.2.).

Eine bedingte Relation als situationsbedingt erworbene Kenntnis von einer kognitiv erfassten Beziehung entspricht einer ausgebildeten Begriffsrelation für den 'induktiv' angenommenen Zusammenhang (hypothetisch verallgemeinert), - aufgrund mindestens einer detektierten Signalkoinzidenz eines externen Sachverhalts oder einer systeminternen Situation, - gemäß dem induktiven Lernmechanismus der kognitiven Zusammenhangserfassung. [1] [4]
   Für eine induktiv erfasste Kausalitätsbeziehung gilt die erworbene Kenntnis nur hypothetisch und kann unzutreffend sein, wenn ein vorgetäuschtes oder zufälliges Zusammentreffen von Signalereignissen ohne wirklichen Kausalzusammenhang zur Konditionierung der begrifflichen Assoziation geführt hat.

Beim induktiven Lernen werden singulär angenommene Erfahrungen verallgemeinert als situationsbedingt erworbene Kenntnisse gemäß einer vermuteten Regelmäßigkeit der erfassten Zusammenhänge. Dagegen müssen zufällige oder untypische 'irrelevante' Erfahrungen als nicht regelgemäß deklassiert werden, was systemtechnisch möglich ist mit der statistischen Methode der Tendenz-Auswertung für erworbene Kenntnisse (bedingte Relationen) einer Art. [2]
   Induktives Lernen im Gedächtnissystem führt zur situationsabhängigen Ausbildung mindestens einer bedingten Relation als erworbenen Kenntnis durch (reale oder assoziative) »Konditionierung einer Assoziation« entsprechend dem kenntnisspezifisch 'erfassten' Zusammenhang von koinzident detektierten Signalereignissen, wenn deren feststellbare Korrelation als 'regelmäßig' angenommen wird (vgl. Konnexanalyse hinsichtlich hypothetischer Gesetzmäßigkeit). [1] [4]
   Aufbau und Bekräftigung oder Abbau einer bedingten Relation (in Form einer konditionierten Assoziation) resultieren aus der kognitiven Annahme (Erfahrung) und Bestätigung bzw. Nichtbestätigung einer 'induktiv vermuteten' Regelmäßigkeit des wirklichen Zusammenhangs (entdeckter und untersuchter realer Konnex), für den eine begriffliche Beziehung situationsbedingt erfasst werden konnte (d. h. 'modellhafter' induktiver Kenntniserwerb).
   Durch den möglichen graduellen Aufbau oder Abbau bedingter Relationen werden "unscharfe" Relationen definiert, die unscharfen Kenntnissen für unscharfe Begriffsklassen entsprechen (vgl. Funktionsausdrücke der Fuzzy Logic). [1]

Bedingte Relationen einer Gedächtnisstruktur werden für eine gewisse Dauer 'strukturell gespeichert' (kurz- oder lang zeitiges Behalten) und bleiben dadurch funktionell einbezogen, aber nur so lange effektiv wie sie sich empirisch bewähren und bestätigt (konsolidiert) werden, d. h. infolge erneuter Konditionierung "gefestigt" erhalten bleiben. Andernfalls kann ihr 'funktioneller Abbau' (Unwirksam-Machen) durch situationsbedingtes Umlernen oder Vergessen erfolgen (vgl. 'Löschen' im Speicher).

Jede »konditionierte Assoziation« einer lernfähigen Gedächtnisstruktur entspricht einer 'vereinbarungsgemäß aufgebauten' (Wirk-)Verbindung mittels eines funktionell aktivierten 'relationalen Gedächtniselements' (vgl. » Synapse) zur Repräsentation einer semantischen bedingten Relation, die aufgefasst wird als situationsbedingt erworbene Kenntnis (Erkenntnis) im Sinne eines 'angenommenen' Wissenselements (für gewonnene Einsicht). [1] - [4]

Im 'strukturell lernenden' Gehirn mit plastischen Neuronenverknüpfungen wird deklaratives (Erfahrungs-)Wissen im assoziativen Cortex ausgebildet, das für sprachliche Aussagen 'wissentlich' (bewusst) ausdrückbar ist.

Situationsabhängig ausgebildete Begriffsstrukturen entsprechen dem »Erfahrungswissen« einer assoziativen Gedächtnisstruktur.
   Basis-Wissen und Erfahrungswissen bilden das »Vorwissen« für weitere Stufen des individuellen Lernens eines kognitiven Systems (vgl. Lern- und Persönlichkeitsentwicklung). [6] [7]

Aufbauend auf veranlagtem »Basis-Wissen« (d. h. A-priori-Wissen für Grundfunktionen) des Gedächtnissystems erfolgt durch situationsbedingten Kenntniserwerb (im Rahmen der strukturellen Lerndisposition) eine strukturelle Ausbildung von Erfahrungswissen, d. h. eine kognitive Erweiterung oder Veränderung der lernfähigen Gedächtnisstruktur entsprechend einer dynamischen Wissensdarstellung.
   Zusätzlich zu (prädeterminierten) »veranlagten Vorkenntnissen« (Basis-Wissen) gibt es situationsbedingt erworbene (bedingte oder innovative) Vorkenntnisse, die als empirische Kenntnisse (erinnerbare Erfahrungen) in einer 'lernfähigen Gedächtnisstruktur' kurz- oder langzeitig gespeichert werden.

Nutzbare empirische Kenntnisse ermöglichen als »erworbene Vorkenntnisse« eine assoziative Unterstützung von neuem Kenntniserwerb (vgl. assoziative Konditionierung) beim Lernen eines kognitiven Systems durch 'vorwissentlich geförderte' situationsbedingte Ausbildung seiner modifizierbaren Gedächtnisstruktur mit resultierendem Erfahrungsgewinn entsprechend der funktionellen Erweiterung oder Änderung des bisherigen Erfahrungswissens (vgl. ausgebildete Begriffsstrukturen für empirische Einsicht).

Für situationsbedingten Kenntniserwerb möglich sind zwei Konditionierungsarten, definiert als 'reale' bzw. 'assoziative' Konditionierung, gemäß einer externen ('kognitiv' wahrgenommenen) oder systeminternen ('intuitiv' assoziierten) Situationsbedingung für mindestens eine detektierte Signal-Koinzidenz pro konditionierbarer Assoziation der strukturellen Lerndisposition (gemäß definierter Koinzidenzbedingung der Konnexanalyse eines induktiven Lernmechanismus, vgl. 3.1. und Bild unter 3.2.). [1] [4]

Prinzipiell unterschieden werden empirische und theoretische Erkenntnisse eines lernfähigen Gedächtnissystems hinsichtlich ihrer situationsspezifischen Entstehungsart (Verursachung oder Begründung), die gekennzeichnet ist durch eine externe (reale) bzw. interne (assoziative) Ursache oder Bedingung.
   Empirische oder theoretische Erkenntnisse werden bestimmt als 'bisher bewährte' Kenntnisse, die als 'bedingte' bzw. 'innovative' Relationen in einer lernfähigen Gedächtnisstruktur induktiv (verallgemeinernd) ausgebildet bzw. kreativ (intuitiv) gebildet worden sind.

Solange erworbene Kenntnisse praktisch unbestätigt bleiben, gelten sie nur als unbewährte oder hypothetische Kenntnisse (gemäß dem Prinzip der Bewährung für Erkenntnisse).
   Praktisch bestätigte Kenntnisse gelten als 'bisher bewährt' durch empirische Überprüfung (Konsolidierung) und sind nutzbar als Erkenntnisse entsprechend den als gesetzmäßig angenommenen Erfahrungen, die bisher hinreichend adäquat sind zu wirklichen Zusammenhängen, aber nur solange die entsprechenden Umweltbedingungen real weiterbestehen können.

Systematisch erfasste prinzipielle Beziehungen entsprechen fundamentalen Erkenntnissen (Grunderkenntnissen) von 'kennen gelernten' Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte. Diese sind theoretisch beschreibbar (objektiviert mitteilbar) gemäß einer symbolisch-konstruktiven Modellbildung. Ihre aspektorientierte "kreative" Nutzung ermöglicht den Entwurf von 'konstruktiven Konzepten' gemäß ausgebildeten Begriffsstrukturen, insbesondere für innovative Konzepte zur Konstruktion, Gestaltung und Herstellung von künstlichen Produkten (Artefakte, Kulturgüter) in Wissenschaft, Technik und Kunst (vgl. 1.3. und 3.1.).
   Gewonnene Grunderkenntnisse können als 'prinzipielle' Erkenntnisse (def. 'bisher bewährte' Kenntnisse) objektiviert und formal dargestellt werden, besonders vorteilhaft zur interaktiven Nutzung in Form von sprachlichen Beschreibungen und Erklärungen von Sachverhalten (vgl. Logos-Relationen unter 2.3.).

Erworbene Kenntnisse müssen sich bei ihrer Nutzung bewähren (Konsolidierung), damit sie "im Gedächtnis behalten" bleiben. Anderenfalls werden sie durch erfahrungsgemäße Kritik korrigiert oder vergessen (Falsifizierung).
   Eine kognitiv erfasste Beziehung zwischen begrifflichen Objekten führt möglicherweise zu einem Fehlurteil, wenn der verallgemeinert angenommene Sinn-Zusammenhang zwar empirischen Einzelbeobachtungen entspricht, aber nicht adäquat zu der veränderlichen Realität ist (vgl. 'menschliche Einfalt' versus natürliche Vielfalt).

Beim Umlernen durch Kennenlernen eines neuen Zusammenhangs (antivalente Relationen) wird mit der neu erworbenen Kenntnis (als neue Alternative) eine bisher genutzte Kenntnis falsifiziert und durch die neue Kenntnis ersetzt (d. h. antivalente Nutzung der 'neu erlernten' bedingten Relation) [2]
   Gegensätzlich erlernbar sind 'antivalente' Kenntnisse von Alternativen für empirische Urteile und Entscheidungen. Beim Umlernen durch situationsbedingten Kenntniserwerb (vgl. Kenntnissubstitution) erzwingt der Aufbau einer 'neuen' Beziehung (in Form einer konditionierten Assoziation) den Abbau einer 'bekannten' Beziehung (bedingten Relation), wenn für ihre Bezugsvariable (Attribut- oder Funktionsvariable) ein anderer (antivalenter) Wert von der kennen gelernten 'neuen' Beziehung bestimmt wird. [2]

Im Prozess des Vergessens oder Umlernens wird der Kenntnisverlust aufgrund von zeitlichen Bedingungen der Vorgeschichte oder durch steuernde bzw. rückkoppelnde Einflüsse auf die erworbene "vergessbare" Kenntnis bewirkt.
   Der zeitabhängige Kenntnisverlust ist mit einer Zeitkonstante für die Aufrechterhaltung der konditionierten Assoziation steuerbar. Dabei gilt die Bedingung, dass die konsolidierende Wiederkonditionierung der kennntnisspezifischen Assoziation (vgl. Bewährung der erinnerbaren Kenntnis) nicht rechtzeitig erfolgte oder ausgeblieben ist.
   Der nutzensabhängige Kenntnisverlust kann durch einen 'bewertenden' Kontroll- und Regelmechanismus nach dem 'Effektgesetz des Lernens' gesteuert werden. [1] - [4]

Die funktionelle Nützlichkeit einer Kenntnis für das lernende System ist empirisch einschätzbar infolge der Effektivität der assoziativen Kenntnisnutzung. Dabei kann der Konditionierungsgrad der bewerteten Assoziation (def. Assoziationsindex) nach dem Belohnungsprinzip nutzensabhängig erhöht oder verringert werden (vgl. Bekräftigung bzw. Abwertung oder Vergessen). [1a].

Vernetzte Neuronen für Assoziationen im Gehirn


1.3. Kenntnisnutzung im lernfähigen Gedächtnissystem - Assoziieren aus Erfahrung

"Von etwas (Erfahrenem) wissen" heißt über erworbene Kenntnisse verfügen, die als begriffliche Beziehungen situationsbedingt erfasst worden sind.
   Wissen ist ein Führwahrhalten von bisher bewährten (begründeten) Kenntnissen, die theoretisch oder praktisch nutzbar sind, besonders für Urteile und (Vor-)Aussagen.

Ohne Objekt-Kenntnis keine Wiedererkennung, keine erinnerbare Vorstellung; ohne realistische Vorstellung keine wahrscheinliche Erwartung, keine empirische Voraussage.

Die lebensnotwendige Erkennung und Deutung von Gegenständen und Vorgängen gelingt mit dafür nutzbaren Kenntnissen von erfassten Zusammenhängen, die objektivierbaren begrifflichen Beziehungen entsprechen und neuronal implementiert werden mit synaptischen Verbindungen zwischen aktivierbaren Neuronen (vgl. 1.2.).
   Mentale Operationen der Kognition und des Denkens, insbesondere wissensbasierte Interpretationen von Beobachtungen für subjektive Wahrnehmungen, in 'aufmerksamen' Gehirnen werden funktionell bestimmt von komplexen 'plastischen' Neuronenverknüpfungen, die abstrakt beschreibbar sind mit ausbildbaren (kognitiv-logischen) Begriffsstrukturen für individuelle Vorstellungen und empirische Urteile (vgl. 2. und 3.).

Konstruktive Denkprodukte für empirische Urteile und begründbare Schlüsse resultieren aus der kognitiv-logischen Informationsverarbeitung im lernfähigen Gedächtnissystem (vgl. 3.1.).
   Kognitiv-logische Denkleistungen basieren auf situationsbedingtem Kenntniserwerb und erfahrungsgemäßer Kenntnisnutzung für erinnerbare Vorstellungen und damit assoziierbare Voraussagen "aus Erfahrung", - insbesondere für erwartete Handlungskonsequenzen, die antizipatorisch abzuwägen sind für alternativ entscheidbare Problemlösungen.

Das situationsabhängige Erinnern von Gedächtnisinhalten gemäß erworbenen Kenntnissen bewirkt (anschauliche oder abstrakte) Vorstellungen und auch assoziierte Voraussagen, die im "denkenden" Gedächtnissystem logisch-funktionell verknüpft und kognitiv-assoziativ zusammen-gebracht werden (lat. 'cogitare' = denken), insbesondere für kognitive Schemata zur interpretativen Erkennung und Deutung von Wahrnehmungen, - entsprechend der aspekt- oder problemorientierten Kenntnisnutzung für konstruktives Denken und Gestalten (vgl. 1.1.).

Erlernte kognitive Leistungen werden ermöglicht durch assoziative Kenntnisnutzung für Wahrnehmungen und Erinnerungen (vgl. Assoziationen für Voraussagen), die jeweils gemäß ihrer subjektiven Bewertung funktionellen Einfluss haben auf empirische Urteile und Schlüsse.
   Um etwas Bekanntes oder Untersuchtes (wieder-)erkennen zu können, werden zutreffende (Vor-)Kenntnisse benötigt, die allgemeine Abstrakta als begriffliche Kategorien (Begriffe) bestimmen in verallgemeinernder Zuordnung zu kennen gelernten Merkmalen (disjunktiv oder konjunktiv verknüpft, vgl. 3.2.).
   Aufgrund von bestimmten Merkmalen der wahrnehmbaren Objekte (Dinge) oder Ereignisse (Geschehnisse) lassen sich in Beziehung stehende Gegenstände begrifflich unterscheiden, (wieder-)erkennen und modellhaft beschreiben.
   Wem die erforderlichen Detailkenntnisse zur begrifflichen Unterscheidung von als gleichartig erkannten Objekten, Dingen oder Ausdrücken fehlen, der kann diese nicht differenziert klassifizieren und "wirft alle in einen Topf" für ein Pauschalurteil (grobe Erkennung nur einer Kategorie).

Erworbene Kenntnisse entsprechen 'gemachten' Erfahrungen (der Vergangenheit), die als empirisches Teilwissen assoziativ in Erinnerung gebracht und funktionell genutzt werden können, insbesondere für individuelle Vorstellungen oder mit Merkmalen assoziierte Voraussagen (vgl. Erwartungen, Wunsch- oder Modellvorstellungen).
   Die assoziative Nutzung der erworbenen Kenntnisse (aufgefasst als bedingte Relationen des Erfahrungswissens) ermöglicht eine 'kognitiv-logische' Informationsverarbeitung gemäß erinnerten Vorstellungen und Erwartungen (vgl. assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung"), insbesondere für erkannte Wahrnehmungen, empirische (Vor-)Urteile oder erwogene Entscheidungen zur lerntypischen Steuerung von situationsangepasstem Verhalten. [1] - [6]

Veranlagte und erworbene Kenntnisse (des Basis- bzw. Erfahrungswissens) fungieren als Gedächtnisinhalte (relationale Wissenselemente) für erinnerbare Vorstellungen, mögliche Erwartungen oder fiktive Einbildungen, insbesondere beim schematischen oder kreativen (Nach-)Denken (vgl. Perzeption bzw. Fantasie) durch assoziative Kenntnisnutzung für mentale Deutungen von Wahrnehmungen bzw. für begriffliche Entwürfe als 'konstruktive Konzepte' (vgl. 1.1.2. und 3.1.)
   Konstruktive Konzepte für neuartige Denkmodelle entsprechen empirisch ausgebildeten Begriffsstrukturen, die formal objektivierbar sind mit relationalen Aussagen (vgl. assoziative Konditionierung bedingter Relationen, siehe 1.2., 2.1. und 2.3.).
   Intuitiv oder versuchsweise neu gebildet werden begriffliche (Ver-)Bindungen oder Verknüpfungen als neue Assoziationen von (Modell-)Vorstellungen für konzeptionelle Entwurfe (vgl. Hypothesen, Designs, Kompositionen oder Erfindungen), die innovativ genutzt werden können als Gestaltungsideen oder Lösungsansätze für Probleme. Konstruktive Konzepte für Denkmodelle entsprechen empirisch ausgebildeten Begriffsstrukturen, die formal objektivierbar sind mit relationalen Aussagen (vgl. assoziative Konditionierung bedingter Relationen, siehe 1.2. und 3.).
   Neuerworbene (Er-)Kenntnisse ermöglichen konstruktives Denken und (Um-)Lernen zur Verbesserung des Erfahrungs- oder Orientierungswissens, insbesondere durch Gewinnung von "rationaler" Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge (vgl. 'Verstehen lernen', siehe 1.1.2. und 2.3.).

Meine These: Durch kognitive Zusammenhangserfassung werden neue Kenntnisse erworben als 'bedingte Relationen' der jeweils lerntypisch modifizierten Gedächtnisstruktur (d. h. strukturell erlernt) und dadurch funktionell nutzbar gemacht (d. h. strukturell gespeichert) für kognitive Leistungen (vgl. Erinnerungen) entsprechend kenntnisspezifischen Beziehungen ausgebildeter Begriffstrukturen (vgl. 1.2.).
 - Erworbene Kenntnisse von wahrgenommenen Eindrücken oder subjektiven Erlebnissen werden im lernfähigen Gedächtnissystem begrifflich zugeordnet (gebündelt oder in zeitlicher Reihenfolge) aufgenommen und behalten, um erfahrungsgemäße Erinnerungen (Vorstellungen oder Erwartungen für Voraussagen) beim Denken abrufbar zu machen.
 - Situationsbedingt erworbene Kenntnisse des Erfahrungswissens werden aufgefasst als "erlernte" Wissenselemente und entsprechen begrifflichen Beziehungen für "kognitiv-erfasste" Zusammenhänge, die darstellbar sind als bedingte Relationen in 'kognitiv-logischen' Verknüpfungen für bedingte Logik-Funktionen (vgl. 3.). [1] - [5]
 - Funktionell nutzbare Kenntnisse (aufgefasst als relationale Wissenselemente) entsprechen begrifflichen Beziehungen zwischen funktionell verknüpften Variablenwerten eines lernfähigen Gedächtnissystems, die objektivierbar sind als formale Relationen zwischen Begriffssymbolen. [4]
 - Mit logischen Verknüpfungen begrifflicher Symbole (Kennzeichen, Begriffssymbole) für bekannte Merkmale von ausgewählten Objekten oder Ereignissen können funktionale Relationen (Assoziationen, Zuordnungen) als relationale Aussagen formal-sprachlich ausgedrückt werden, die kennzeichnend sind für kausale oder prinzipielle Zusammenhänge untersuchter Sachverhalte. [2]
 - Theoretische Aussagen von konzeptionellen Modellvorstellungen gemäß den systematisch erworbenen (Er-)Kenntnissen sind glaubwürdig für wissenschaftliche Theorien, solange sie als logisch-empirisch überprüft gelten und nach dem Bewährungsprinzip bestätigt werden (vgl. 2.1.)

Die 'strukturell erlernten' Kenntnisse eines lernfähigen Gedächtnissystems werden als bedingte Relationen 'strukturell gespeichert', d. h. lang- oder kurzzeitig "im Gedächtnis" behalten in Form von effektivierten synaptischen Verbindungen (vgl. konditionierte Assoziationen) des 'plastisch verknüpften' Neuronen-Netzwerks. Die lerntypische Kenntnisnutzung geschieht durch 'Assoziieren aus Erfahrung' aufgrund von bedingten Relationen entsprechend begrifflichen Beziehungen für bedingte Zuordnungen funktioneller Begriffssymbole. (vgl. bedingte Logik-Funktionen lernfähiger Zuordnungskomplexe als relationale Modelle von ausbildbaren Begriffsstrukturen, siehe 3.). [1] [2]

Die modifizierbare Gedächtnisstruktur für ausbildbares Erfahrungswissen (im 'denkenden Gedächtnis') ist beschreibbar als ein 'lernfähiges' komplexes Netzwerk wechselwirkender Funktionseinheiten, die im Gehirn realisiert sind durch viele 'plastisch' verknüpfte Neuronen als elementare Nervenzellen. Die situationsabhängigen Aktivitäten solcher neuronalen Verknüpfungselemente bewirken chemoelektrische Beeinflussungen (über Synapsen) anderer Neuronen mit unterschiedlichen funktionellen Auswirkungen. - Selektiv aktivierbare Neuronen entsprechen aktuellen Variablenwerten von systeminternen Darstellungsformen (vgl. neuronale Muster als Formationen), insbesondere analog Begriffssymbolen oder kognitiven Schemata für individuelle Vorstellungen bzw. Erwartungen. Solche begriffliche Repräsentationen können beim Denken in Beziehung gesetzt werden und sind implementierbar mit funktionell vernetzten Verknüpfungs- oder Zuordnungseinheiten auf hierarchischen Zuordnungsniveaus für kognitiv-logische Verknüpfungen (vgl. definierter 'lernfähiger Zuordnungskomplex', siehe 3.2.). [1] [2]

Ein lernfähiges Gedächtnissystem, das befähigt ist zur optimalen Entscheidungsfindung für "intelligentes" Handeln, ist erklärbar mit einer (technisch modellierbaren) 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstruktur, die eine dynamische Wissensdarstellung ermöglicht. Seine strukturelle Lerndisposition (konditionierbare Assoziationen) und veranlagtes Wissen für Grundfunktionen (Basis-Wissen) dienen zur situationsabhängigen Ausbildung von Erfahrungswissen (modifizierte Verknüpfungen) für bedingte Logik-Funktionen, die bestimmt werden mit "erlernten" bedingten Relationen zwischen Systemvariablen für formale Darstellungen (vgl. 3.2.). [1] - [5]
   Die dynamische Stabilität (Homöostase) eines lernfähigen Gedächtnissystems dient der Selbsterhaltung unter variablen Bedingungen der objektiven Realität. [2] [3]
   Ein lernfähiges (kognitiv-logisches) Gedächtnissystem nutzt sein veränderliches Erfahrungswissen zur individuellen Interpretation von symbolischen Mustern und kann situationsangepasstes Verhalten erlernen, um sich auf einem bestmöglichen Niveau gemäß seiner 'rationalen' Autonomie zu behaupten (Adaption, Intelligenz). Es funktioniert nach eigenen Organisationsprinzipien (u. a. für Erkennung, Bewertung, Beurteilung und Entscheidung) und nutzt erworbene Kenntnisse für empirische Urteile. Sein ausbildbares Wissen entspricht veranlagten, erprobten und auch vermuteten Regeln hinsichtlich seiner Umwelt oder möglicherweise auf sich selbst bezogen (vgl. Umweltmodell bzw. Selbstmodell).

Prinzipiell zu erklären sind (systemtheoretisch modellierbare) lernfähige Gedächtnissysteme, die erkannte Situationen selbstbezüglich deuten, wobei ihre erfahrungsgemäßen Interpretationen bestimmt werden von kenntnisspezifischen Erinnerungen, die Einfluss haben auf die empirischen Beurteilungen und subjektiven Bewertungen im Gedächtnissystem. Gemäß dem Erfahrungswissen werden Vorstellungen erinnert für antizipatorische Erwartungen von vorweggenommenen oder vergegenwärtigten Ereignissen. Entsprechend vorgestellten Erwartungen bestimmt werden mit besonderen Situationsmerkmalen assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung". Diese beeinflussen empirische Urteile und logische Schlüsse, die als 'bedingte Inferenzen' zweckdienlich sein können, - besonders für optimale Entscheidungen und Entschlüsse zur adaptiven Handlungssteuerung im Sinne 'rationaler' Autonomie (vgl. 3.3). [1] - [4]

Empirische Assoziationen (erfahrungsbedingte Verknüpfungen) einer 'assoziativen' Gedächtnisstruktur (vgl. assoziative Areale im Gehirn) ermöglichen situationsabhängige (unbewusste oder bewusste) Erinnerungen für kenntnisspezifisch 'assoziierte Informationen' (Erwartungen oder Vorstellungen), die an "subjektiven" Interpretationen funktionell beteiligt sind.
   "Aus Erfahrung" assoziierte Informationen entsprechen empirischen Aussagen oder Voraussagen, die mit erfahrungsgemäß 'angenommenen' Regelmäßigkeiten (vgl. Gesetze oder Regeln) begründet werden können. Ihre verhaltensbestimmende Bedeutung erwächst aus ihrem Einfluss auf empirische Urteile, die für situationsangepasste Entscheidungen mitbestimmend sind (vgl. adaptives Selbstlernen). [1]

»Assoziieren aus Erfahrung« wird definiert als kognitiver Grundprozess der 'logisch-funktionellen' Kenntnisnutzung zur 'assoziativen' Generierung einer erfahrungsgemäßen Vorstellung (Erinnerung) oder Voraussage (Erwartung), - aufgrund mindestens einer funktionell einbezogenen (verknüpften) bedingten Relation als 'genutzte erworbene Kenntnis' (in Form einer konditionierten Assoziation) der lernfähigen Gedächtnisstruktur. [1] - [5]
   Beim empirischen Assoziieren (meist unbewusst) sind mehrere Informationen mit einer Schlüsselinformation induktiv und/oder deduktiv 'assoziierbar', d. h. verknüpfbar als semantische Inhalte von funktionell zuordenbaren Begriffssymbolen (def. verifizierbaren Invarianten), aufgrund von 'kenntnisspezifischen' bedingten Relationen für 'assoziativ abrufbare' Erinnerungen.
   Durch empirische (assoziative) Kenntnisnutzung werden situationsgemäß assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" ermöglicht, die subjektiv bewertet werden und funktionellen Einfluss haben auf die 'synthetische Deutung' von Wahrnehmungen (vgl. objektbezogene Erwartung) oder auf das 'bedingte Erwägen' von optimalen Entscheidungen (als höhere Lernform) durch 'vorwegnehmendes' Abwägen der erwarteten Konsequenzen (vgl. effektorientierte Erwartungen) von antizipatorisch wählbaren Handlungsalternativen für mögliche Problemlösungen (vgl. mein schematisches Gehirnmodell für hierarchisch klassifizierte Lernformen, siehe Bild unter Introduktion).[1] [4]
   Eine bedingt erwogene Entscheidung für die selektierte Handlungsoption ist vollziehbar als ein Aktionsversuch, dessen abschätzbares Risiko kenntnisgemäß minimiert wurde durch das situationsabhängige Abwägen von voraussichtlichen Konsequenzen entsprechend empirischen Voraussagen (erinnert als effektorientierte Erwartungen) gemäß dem Erfahrungswissen.
   Hierzu gilt folgendes Bild, das als Flussdiagramm für mein Organisationskonzept "Intelligenter Automat" seit 1981 publiziert worden ist.

Publikation als Fig. 7 der DDR-Patentschrift 201 356, G 06 F 15/18 (meine Anmeldg. v. 18.11.1981)


Die mit aktuellen Situationsmerkmalen erfahrungsgemäß assoziierten Voraussagen (empirische Prädiktionen) werden entsprechend erinnerten 'objektbezogenen' oder 'effektorientierten' Erwartungen definiert als assoziierte Voraussagen erster bzw. zweiter Art.
   Die assoziierten Voraussagen erster Art bestimmen 'ergänzend synthetisierte' Erkennungsergebnisse und können "aus Erfahrung vorgestellte" Wahrnehmungen vortäuschen (vgl. induktive oder deduktive Afferenzsynthese bzw. assoziative Rekognition), die empirische Urteile oder Vorurteile beeinflussen. -
   Dagegen entsprechen die assoziierten Voraussagen zweiter Art den erinnerten Erwartungen von "aus Erfahrung vorgestellten" Konsequenzen von Entscheidungsvorschlägen als vermutliche Tat-Folgen (pro Efferenzentwurf oder Efferenzkopie). Ihre abschätzende Bewertung für wählbare Alternativen ermöglicht das 'bedingte Erwägen' von optimalen Entscheidungen aufgrund von Erfahrungen (vgl. antizipatorisches Probehandeln nach dem Reafferenzprinzip [3]). [1] [4]
   Erfahrungsbedingte und hypothetische Voraussagen werden (subjektiv) bewertet und funktionell genutzt für Erkennungs-, Beurteilungs- und Entscheidungsprozesse, insbesondere für "intelligente" Problemlösungen und höhere Lernformen (def. 'Bedingte Aktion', 'Bedingtes Erwägen optimaler Entscheidungen' und 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge'). [1] - [3]

Die Fähigkeit zum Kenntniserwerb und zur Kenntnisnutzung durch strukturelles Lernen bzw. Assoziieren aus Erfahrung ist eine Grundvoraussetzung für das 'lerntypische' Adaptionsvermögen eines kognitiven Systems mittels seines ausbildbaren Erfahrungswissens. Beim Lernen bestimmen systemimmanente Seinserfahrungen die Veränderung und Verbesserung eines 'Modells der Außenwelt'. Steuernden Einfluss auf Lernprozesse haben situationsabhängige "subjektive" Bewertungsergebnisse (vgl. Emotionen und Motivationen).

Lernen und Erinnern, aufgefasst als aktive (konstruktiv verfahrende) Prozesse im Gehirn, ermöglichen ein adaptives 'Verstehen' von semantischen Grundstrukturen objektivierbarer Darstellungsformen durch "erlernte" bedingte Zuordnungsfunktionen (empirische Deutungen), die für angepasste Interpretationen und intelligentes Verhalten charakteristisch sind (vgl. 3). [1]
   Intelligente Verhaltensänderungen (def. als höhere Lernformen [1]) beruhen auf vorteilhaften Entscheidungen beim Problemlösen durch antizipatorische Kenntnisnutzung, d. h. gedankliche Vorwegnahme und Bewertung von 'vorgestellten' Erwartungen. Solche situationsbedingten 'Vermutungen' entsprechen besonderen Erinnerungen (durch 'Assoziieren aus Erfahrung') als kognitiven Gedächtnisleistungen für empirische Voraussagen (Prädiktionen). [1] - [3]

Aus dem rationalen Entscheiden für eine von mehreren Alternativen (vgl. absichtliche Entscheidungsfindung durch wissentliche Überlegung) resultiert ein Entschluss, der dann als "erwogene" Entscheidung bestimmt wird, wenn (mindestens zwei) alternative Handlungsoptionen abwägend bewertet worden sind hinsichtlich ihrer voraussichtlich zu erwartenden Konsequenzen.
  Eine antizipatorische Entscheidungsoptimierung (Erwägung) kann dann erfolgreich sein, wenn hierfür realistische Voraussagen nutzbar sind, die von problemspezifischem Erfahrungswissen bestimmt werden, das einen 'ausreichenden' Wahrheitsgehalt hat (Adäquatheit, keine Gewissheit). Dieses modellhafte Wissen entspricht dem jeweiligen Wissensstand (relative Wahrheit) über prinzipielle Zusammenhänge in einer veränderlichen Umwelt (vgl. 2.1.).
   Absichtliches Erwägen einer optimalen Entscheidung als zweckorientierter Entschluss gelingt mit fundierten Kenntnissen für das 'vorausschauende' Abwägen von alternativen Handlungsoptionen durch situationsabhängige Bewertung ihrer jeweils vermuteten Konsequenzen, die bestimmt werden mit effektorientierten Erwartungen für assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" (2. Art).

Die Risikominimierung für eine erwogene Entscheidung gelingt durch sachkundige Voraussicht beim vorsichtigen Abwägen möglicher Alternativen gemäß ihren vermuteten Konsequenzen und auch durch Rücksichtnahme bei der Aktionsausführung im sozialen Umfeld, wozu notwendige Verhaltensregeln mit kooperativen Partnern verlässlich zu vereinbaren und einzuhalten sind (vgl. 3.3.).
   Schwierig ist die prognostische Einschätzung wahrscheinlicher Risiken durch möglichst wissen-schaftlich fundierte Voraussicht zur Gewinnung von "rationaler" Einsicht zwecks "intelligenter" Handlungskontrolle.

Ein schnellfertiges Urteilen bestimmt das reflexartige Reagieren (eines Reiz-Reaktionssystems), - aber zeitaufwändige Überlegungen des Nachdenkens (Reflexion) ermöglichen ein verständnisvolles Urteilen durch die kognitive Erfassung (Begreifen) wesentlicher Zusammenhänge der untersuchten Sachverhalte zur Erzielung einer 'einsichtig' erwogenen Entscheidung, die durch logische Argumente begründet werden kann.
   Einsichtiges Nachdenken als 'analytische Reflexion' ist durch wissentliche (bewusste) Kenntnisnutzung möglich, wobei begriffliche Beziehungen (z. B. kausale oder "Wenn-dann"-Relationen) als Kenntnisse von kognitiv erfassten Zusammenhängen gelten, die für höhere Lernformen vorteilhaft genutzt werden können. [1] [4] [6]
   Einzelne Begriffe und Kenntnisse (Begriffsrelationen) sind darstellbar als elementare Denkprodukte, die vorteilhaft genutzt werden können durch ihre funktionelle Einbeziehung in 'rationale' Prozesse der Informationsverarbeitung, insbesondere in 'einsichtige' Denkprozesse zwecks logischer Urteilsfindung für Problemlösungen (vgl. 3.1.).

Die hoch entwickelte Lernform 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' basiert auf der erfolgreichen Nutzung mindestens einer zweckdienlich erworbenen Kenntnis als einer neu erfassten begrifflichen Beziehung, die hypothetisch bestimmt wird als neue theoretische Erkenntnis für ein »konstruktives Konzept« des kognitiv erfassten Zusammenhangs von analytisch abstrahierten Fakten (Sinnesdaten), die erfinderisch in Beziehung gesetzt worden sind (z. B. neue Mittel-Zweck-Relation, vgl. 1.1.2.). [1] [6]

Die verbesserte Einsicht durch gewonnene Erkenntnis entspricht dem 'erlernten' Verstehen durch Kenntniserwerb, d. h. kognitive Erfassung (Begreifen) mindestens einer begrifflichen Beziehung, die semantisch bestimmbar ist als neu erworbene Kenntnis von einem wahrgenommenen oder vorgestellten Zusammenhang (vgl. empirische oder theoretische Erkenntnis), - unter der Voraussetzung von nutzbaren Kenntnissen (d. h. geeignetes Vorwissen, Erfahrungswissen) zur kognitiven Ausbildung neuartiger Begriffsstrukturen im lernfähigen Gedächtnissystem (vgl. 2.3. und 3.1.). [1] – [4]
   Gewonnene empirische oder theoretische Erkenntnisse entsprechen begrifflichen Beziehungen des individuellen Wissens über natürliche Zusammenhänge mit vermuteter Validität ohne Gewissheit. Deshalb muss der jeweilige Wahrheitsgehalt von darstellbaren Aussageformen relationaler Denkmodelle durch empirische Überprüfungen festgestellt werden (vgl. wissenschaftliche Experimente, siehe 2.1.).

Auf angenommenen Gesetzmäßígkeiten basierende Theorien entsprechen hypothetischen Modellvorstellungen aufgrund der 'kognitiv erfassten' (begriffenen) Zusammenhänge von untersuchten Sachverhalten der Wirklichkeit, die nur modellhaft abstrahiert (meist mathematisch) beschrieben werden können (vgl. Problem der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung, siehe 2.1.).
   Mit definierten Regeln für verknüpfte Begriffsrelationen beschreibar sind "kennengelernte" natürliche Zusammenhänge in Form von theoretischen Modellen (relationale Modelle des objektivierbaren Wissens) als Theorien, die logisch zu begründen sind und auf ihre praktische Bewährung überprüft werden müssen (Kritik und empirische Bewährungsprobe).
   Empirisch überprüfte relationale Modelle sind 'bewährte' Wissensdarstellungen, die als 'prädiktive' Referenz-Modelle verallgemeinert nutzbar sind, weil sie prinzipielle Sachverhalte der objektiven Realität (mehr oder weniger) adäquat nachbilden (vgl. 2.1.). [7]

Der Hirnforscher Wolf Singer (geb. 1943) schrieb: "Unleugbar sind Tiere mit sensomotorischen Hirnarealen in der Lage, Muster auch dann wieder zu erkennen, wenn diese in einer Weise verändert worden sind, die zwar den Gesamtaspekt des Musters, wie etwa die Größe oder den Betrachtungswinkel stark verändert, jedoch die für das Muster charakteristischen inneren Bindungen konstant lässt. Die Tiere sind in der Lage, aus Mustern Relationen zu extrahieren und diese abzuspeichern anstelle skalarer Größen. Dies ist ein abstrakter Kodierungsvorgang. Für den Schritt von hier zur symbolischen Kodierung von Relationen, und nichts anderes ist die begriffliche Durchdringung unserer Welt mit Hilfe der Sprache, bedarf es keiner neuen Verarbeitungsqualität. Es ist lediglich notwendig, die abstrahierten Speicherinhalte, wie sie bereits in sensomotorischen Rindenarealen vorhanden sein müssen, erneut voneinander abzugrenzen, die bei diesem Abgrenzungsvorgang identifizierten Einheiten zueinander in Relation zu setzen und für diese Relation wiederum eine abstrakte Repräsentation niederzulegen usw. Im Laufe der Hirnentwicklung hat sich ferner die Möglichkeit angeboten - Möglichkeit hier realisiert durch das Entstehen entsprechender neuronaler Verbindungen -, auch die Inhalte dieser hierarchisch höher stehenden assoziativen Speicher über die bereits vorhandenen Effektorsysteme zu externalisieren und damit Lebewesen mit ähnlich strukturierten Nervensystemen auf Zustandsänderungen im eigenen System hinzuweisen.
   Die Effizienz solcher hierarchisch aufgebauter reflexiver Systeme liegt auf der Hand. Durch die Möglichkeit, abstrakte Repräsentationen von Beziehungen zu bilden und diese wiederum zueinander in Beziehung zu setzen und dafür wiederum abstrakte Repräsentationen niederzulegen, können prädiktive Modelle über die Umwelt, über den Organismus selbst und über die dynamischen Interaktionen des Organismus mit der Umwelt gebildet werden. Auf der Basis dieser Modelle lassen sich Maximen für das eigene Verhalten optimieren mit dem Ziel, die eigene Identität trotz vielfältigster Störungen konstant zu halten.
   Begrenzt lediglich durch die genetisch festgelegten Bahnverbindungen zwischen den einzelnen Hirnarealen ist ein solcherart organisiertes System in der Lage, eine fast beliebige Zahl von neuen Bezügen herzustellen. Positiv rückgekoppelte Nervennetze sind ferner in der Lage, den Speicherinhalten entsprechende Aktivitätsmuster selbst zu generieren. Somit können auch ohne Außenreize die bereits gespeicherten Inhalte ausgelesen und miteinander assoziiert werden. Damit solche kombinatorischen Prozesse schließlich auch wirklich ablaufen, müssen die assoziativen Speicher durch selbst erzeugte Aktivität angeregt werden. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass es im Gehirn Kontrollsysteme gibt, welche die Erregbarkeit der Hirnrinde modulieren." (aus: 'Der Beobachter im Gehirn', Essays zur Hirnforschung, Suhrkamp Verlag Frankfurt a. M., 2002, S. 217 - 218, - aus 'Neurobiologische Anmerkungen zum Wesen und zur Notwendigkeit von Kunst', 1984 - zusätzliche Kursiv-Hervorhebungen von E. Liß)
   "Die Möglichkeit, Metarepräsentationen aufzubauen, befähigt zu umsichtigem Handeln und erlaubt damit, Gefahren präventiv aus dem Weg zu gehen. Letztlich kann in dieser Fähigkeit zum kombinatorischen Spiel mit gespeicherten Inhalten, zur Erzeugung neuer prädiktiver Modelle, die Grundlage für Kreativität gesehen werden." (aus: Vom Gehirn zum Bewusstsein, 2000, S. 71) [7]

Meine These: Die 'assoziative Kenntnisnutzung' (vgl. funktionelle Assoziationen zwischen Begriffssymbolen) im "denkenden" Gedächtnissystem verhilft auch zur lerntypischen Ausbildung von (kognitiv-logischen) Begriffsstrukturen für neue Modellvorstellungen, insbesondere zur 'kreativen' Bildung von 'neu entworfenen' konstruktiven Konzepten (vgl. 'problemlösendes' Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge), wobei bisher nicht direkt verbundene 'mentale' Begriffsrepräsentationen (neuronale Muster oder Symbole) miteinander in Beziehung gebracht werden, jeweils mittels mindestens einer neuen 'assoziativ' konditionierten Assoziation (vgl. bedingte Relation infolge 'assoziativer' Konditionierung nach dem Koinzidenzprinzip) - analog einer 'konstruktiv gebahnten' synaptischen Verbindung zwischen Neuronen (siehe 1.2. und 3.2.).
   Die assoziative Nutzung relationaler Kenntnisse für funktionelle Zuordnungen von Begriffssymbolen (vgl. Vorstellungen) kann konstruktiv beitragen zur 'assoziativen' Konditionierung von Assoziationen für 'neu entworfene' bedingte Relationen - und außerdem zur 'wiederholbaren' Konsolidierung von bereits konditionierten Assoziationen (vgl. empirische Kenntnisfestigung).
   Objektivierbar ist ein 'konstruktives Konzept' als entwurfsgemäße Darstellungsform für assoziativ in Beziehung gebrachte Begriffe, wobei die neu verknüpften begrifflichen Beziehungen mit 'kognitiv-logischen Verknüpfungen' darstellbar sind (vgl. bedingte Logik-Funktionen, siehe 2.2. und 3.1.).
   Ein konstruktives Konzept ist darstellbar mit relationalen Aussagen entsprechend einer "theoretischen" Begriffsstruktur als These mit ungewisser Gültigkeit oder hypothetischer Wahrscheinlichkeit, d. h. mit "relativer Wahrheit" aufgrund der Möglichkeit ihrer Nichtbewährung (vgl. 2.1.). -
   Jedes neue Konzept ist wie eine hypothetische Modellvorstellung versuchsweise nutzbar im Kontext von deklarativem Erfahrungswissen (vgl. 2.3. und 3.1.).

Die Bildung eines »konstruktiven Konzepts« (als neuer Entwurf) gelingt durch 'kreative' Einsicht im Sinne eines 'innovativen' Verstehens von Zusammenhängen der abstrakt gedeuteten Darstellungsformen analysierbarer Strukturen oder Sachverhalte des untersuchten Gegenstandsbereichs (vgl. 1.1.2.).

Das "rationale" Einsichtsvermögen kann wirksam unterstützt werden mit heuristischen Untersuchungsmethoden (Metawissen) hinsichtlich der "kreativen" Auffindung (Erfindung) von möglichen Problemlösungen, beispielsweise durch erworbene Kenntnisse von "innovativ erfassten" Mittel-Zweck-Relationen oder Wirkbeziehungen. Systematisch "erforschte" Beziehungen (bedingte Relationen) werden hypothetisch verallgemeinert als 'induktiv angenommene' Gesetzmäßigkeiten von untersuchten Sachverhalten (vgl.3.1.).
   Methodisches Metawissen ist zweckdienliches (Vernunft-)Wissen, das systematisch übergeordnet ist dem dispositionalen (Verstand-)Wissen. Es basiert auf praktikablen Kenntnissen von Regelmäßigkeiten oder Prinzipien der Seinserfahrung. Beispiele für bewährtes methodisches Metawissen sind systematische Regeln für heuristische Methoden oder Suchstrategien, die nutzbar sind bei analytischen Untersuchungen zur kritischen Einschätzung von Problemsituationen zwecks Lösungsfindung.
   Selbstreflexives Metawissen ist individuelles 'selbstbezügliches' Erfahrungswissen über den eigenen Status, d. h. 'Wissen vom Sein' (aufgefasst als 'Bewusstsein'), das besonders durch Kommunikation bei der Individualentwicklung (ontogenetisch) ausgebildet werden kann. Darauf gründen sich "selbstbestimmte" Richtwerte und Absichten (Intentionen) für eigene Handlungen, d. h. auch eigene Ziele, Pläne oder Aufgaben (vgl. 3.3.).
   Das selbstreflexive 'deklarative' Wissen ist eine "bewusstseinsmäßige" Voraussetzung für äußerbare Statusreports des Subjektes (selbsterkannte Ich-Zustände, Gefühle, Motive oder Einstellungen). [2] [3]

Das "sprachliche Bewusstsein" basiert auf deklarativem Erfahrungswissen in "selbstreflexiver" Verbindung mit einem 'symbolisch-abstrakten' Selbstmodell, das aufgefasst wird als eigenes 'Wissen vom Sein des Selbst' (analog 'Selbstbewusstsein'). Dabei fungiert ein "Ich-Begriff" als Selbstkonzept der Seinserfahrung eines 'selbstbezüglich lernfähigen' Gedächtnissystems. [1] [3]
   Ein persönliches Selbstmodell im menschlichen Gehirn (vorrangig Frontalhirn) entsteht während der Individualentwicklung bedingt durch Umwelteinflüsse und ist beschreibbar als 'selbstreflexives Metawissen' (vgl. superponierter Meta-Automat unter 3.3., def. in [3]).
   Explizite Aussagen über Zustände eines Selbstmodells sind 'wissentlich' formulierbar (z. B. Ausdrücke oder Sätze als Statusreports), wozu besonderes sprachliches Regelwissen (Grammatik, Vokabular) dient, das durch Lernen ausgebildet und verbessert werden kann.

Das hoch entwickelte Gehirn mit Sprachfähigkeit ist gekennzeichnet durch sein 'deklaratives Gedächtnis' für ausbildbares Sprach-Metawissen (vgl. generative Grammatik), das genutzt wird bei der "mentalen" Analyse und Synthese begrifflicher Symbolverknüpfungen. Aussagenmäßig beschreibbar sind semantische Begriffsstrukturen in Form sprachlicher Informationsdarstellungen (als syntaktische Formationen, vgl. 3.2.).
   Individuell ausgebildete Begriffsstrukturen des deklarativen Wissens sind äußerbar in sprachlichen Darstellungsformen als explizite Aussagen (Sätze, Relationen, Datensätze) mit logisch verknüpften Begriffssymbolen (Zeichen, Wörter, Muster), die in ihrem Kontext zu verstehen sind.
   Das Erlernen und die Nutzung individueller Sprachkenntnisse für 'wissentlich' äußerbare Gedanken als Aussagen geschieht in lokalisierbaren Funktionskomplexen der Großhirnrinde (Neocortex mit Broca- und Wernicke-Areal), die zuständig sind für kommunikative Sprachäußerungen und erlerntes Sprachverständnis für die semantische Deutung der erkennbaren syntaktischen Aussageformen. [6]


2. Kognitiv-logische Darstellung von ausbildbarem Erfahrungswissen

Der sprachbegabte Mensch mit individuellem Erfahrungswissen kann eigene Vorstellungen erinnern und damit über seine wissentlichen Eindrücke und Erlebnisse nachdenken (bewusste Reflexion). Seine assoziativen Gedanken(-gänge) für empirische Urteile und logische Schlüsse basieren auf deklarativem Wissen in seiner Großhirnrinde (Neo- oder Isocortex), das kognitiv genutzt wird für interpretatives Verstehen von informativen Darstellungsformen (vgl. deklaratives Gedächtnis [6]).
   Der lernende Mensch kann sprachliche Aussagen über sein ausgebildetes Erfahrungswissen verständlich darstellen und objektiviert mitteilen, wodurch die interaktive Kommunikation mit Partnern ermöglicht wird.
   Eine erfahrungsgemäß ausgebildete oder modifizierte Wissens- und Gedächtnisstruktur eines lernfähigen 'kognitiv-logischen' Gedächtnissystems ist gekennzeichnet durch situationsbedingt erworbene Kenntnisse, die zunächst hypothetisch gelten (als Annahmen oder Vermutungen) und sich bei empirischer Überprüfung bewähren müssen, damit sie für logisch begründbare Aussagen genutzt werden können (vgl. 1.3.).
   Konstruktive (Denk-)Modelle eines kognitiven Systems entsprechen seinen individuellen Vorstellungen als 'systeminternen Repräsentationen' von verknüpften begrifflichen Beziehungen gemäß vorgegebenen und ausgebildeten Begriffsstrukturen seines Erfahrungswissens. Die begrifflichen Darstellungen für erinnerte Modellvorstellungen (Ansichten, Voraussagen oder Theorien) haben situationsabhängigen Einfluss auf äußerbare Urteile (Aussagen, Schlüsse) und auf die erfahrungsgemäße Steuerung des Verhaltens mittels hypothetischen Voraussagen (Erwartungen) für entscheidbare Aktionen (vgl. Lernmethode: 'Versuch und Irrtum'). [2] [3]

Lernfähige Gedächtnisstrukturen werden situationsbedingt modifiziert und sind beschreibbar mit relationalen Aussagen von erworbenen Kenntnissen, die aufgefasst werden als bedingte Relationen entsprechend begrifflichen Beziehungen zwischen verknüpften Begriffssymbolen (analog synaptischen Verbindungen, vgl. 1.2.). [1] [2]
   Objektivierbare Beziehungen zwischen Begriffen des deklarativen Wissens sind bewusst formulierbare begriffliche Beziehungen und können kommunikativ mitgeteilt werden in sprachlichen Aussageformen für 'Begriffsrelationen' (Assoziationen, Verknüpfungen). Diese 'relationalen' Aussagen mit (formallogisch) verknüpften begrifflichen Symbolen (Invarianten, Variablenwerten) entsprechen kenntnisspezifischen Relationen (vgl. 2.1.). Solche begrifflichen Symbolverknüpfungen werden genutzt zur modellhaften Beschreibung oder Erklärung von kognitiv erfassten Zusammenhängen (vgl. bedingte Logik-Funktionen relationaler Modelle, siehe 2.3. bzw. 3.1.).

Die kognitiv-logische Modellbildung erzielt verallgemeinert (induktiv) ausgebildete Begriffsstrukturen und ermöglicht durch Abstraktion vereinfachte Beschreibungen von kennen gelernten Objekteigenschaften und prinzipiellen Zusammenhängen, insbesondere von Merkmalsbeziehungen, mittel möglichst adäquat formalisierten Relationen zwischen Variablenwerten (vgl. Symbolverknüpfungen für relationale Modelle). [7]
   Die schwierige Objektivierung von 'kogntiv-logischen' Denkmodellen (gemäß empirischen oder theoretischen Erkenntnissen) gelingt mit verständlich mitteilbaren Darstellungsformen für begriffliche Beziehungen (Begriffsrelationen), beispielsweise mit sprachlichen Aussagesätzen (gemäß Vokabular und Grammatik) oder mit symbolisch-abstrakten Funktionsausdrücken (vgl. Implikationen, Regeln oder Formeln) für Urteile und/oder Schlüsse (logische Inferenzen) gemäß interpretativen Deutungen und/oder Bewertungen, die für Entscheidungen situationsabhängig genutzt werden können.[2]
   Meine These: Eine durch situationsbedingten Kenntniserwerb "erlernte" Begriffsstruktur kann verallgemeinert dargestellt werden mit neuartig verknüpften Begriffssymbolen, insbesondere mit ausgebildeten Konzeptformen von 'kognitiv-logischen Begriffsstrukturen' (vgl. 3.2.). [4]
   Sprachliche 'prinzipielle' Aussagen von Grunderkenntnissen des deklarativen Wissens entsprechen fundamentalen Modellvorstellungen und sollten als definierte Logos-Relationen so prägnant formuliert werden, dass sie sinngemäß verstanden und kritisch überprüft werden können (entweder Konsolidierung oder bei Nichtbewährung: mögliche Korrektur oder Umlernen, vgl. 2.3.).
   Entwickelbar sind relationale Modelle für 'dynamische' Wissensdarstellungen in kognitiv-logischen Gedächtnissystemen, die systemanalytisch konzipiert und beschrieben werden mit relationalen Aussagen für empirische Implikationen (vgl. 'erfahrungsgemäße' Wenn-dann-Sätze) zur induktiven Bestimmung von bedingten Logik-Funktionen, die dann als relativ wahr gelten, wenn sie sich praktisch bewähren (vgl. 2.1., 2.3. und 3.1.).
   Dynamische Wissensdarstellungen gemäß erworbenen (Er-)Kenntnissen von erfassten (Wirk-)Beziehungen natürlicher Systeme, die sich 'selbstorganisierend' ändern können, sind formalisierbar mit relationalen Aussagen (der kognitiven Logik), beispielsweise als erlernte "Wenn-dann"-Regeln für empirische Implikationen (vgl. bedingte Logik-Funktionen) oder als prinzipielle Aussagen von gewonnenen Grunderkenntnissen (vgl. Logos-Relationen für Wesentliches). [1] - [5]


2.1. Relationale Aussagen über Erfahrungswissen - Theoriekritik und Wahrheitsfindung

Kognitive Systeme mit Verstand (Intellekt) nutzen ihr ausbildbares Erfahrungswissen für individuelle Erkennungs- und Deutungsergebnisse mit Hilfe von erinnerten Vorstellungen und Erwartungen (vgl. assoziierte Voraussagen) mittels ihrer situationsbedingt erworbenen Kenntnisse von erfassten Beziehungen. Diese entsprechen 'erlernten' Begriffsrelationen (bedingten Relationen) aufgrund von 'analytischer Abstraktion' und 'synthetischer Verallgemeinerung' von Begriffen (vgl. 3.2.).

Der denkende Mensch verfügt über ausbildbare Begriffsstrukturen für seine subjektiven Vorstellungen von erfassten wirklichen oder erdachten hypothetischen Zusammenhängen, womit er modellmäßige Darstellungen analog objektiv-realen bzw. subjektiv-fiktiven Sachverhalten formal äußern kann (vgl. 3.1.).
   Die philogenetisch und ontogenetisch entwickelte Sprachfähigkeit des Menschen ist die evolutionäre Voraussetzung für verständlich formulierte Aussagen, die sinngemäß deutbar, kommunikativ mitteilbar und kritisch überprüfbar sind. Sprachliche Aussagen (Sätze erlernbarer Sprachen) sind vorteilhaft nutzbar bei der Verständigung mit Partnern und auch bei individuellem Lernen, z. B. durch Belehrung oder eigene Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge.

Lernfähige Gedächtnissysteme 'wissentlichem' Sprachvermögen (vgl. 'sprachliches Bewusstsein') sind befähigt zu Aussagen über ihr explizites Erfahrungswissen (d. h. ihr 'deklaratives' Wissen), insbesondere zur Äußerung informativer Darstellungsformen von objektivierbaren Kenntnissen, Urteilen oder Schlüssen (vgl. 'deklaratives Gedächtnis' der Großhirnrinde). [2] [6] [18]
   Mitteilbare Darstellungsformen für einzelne oder verknüpfte (Er-)Kenntnisse sind beispielsweise Aussagesätze (Relationen, Axiome) oder Funktionsausdrücke (Regeln, Formeln), auch analytische Beschreibungen und Erklärungen (Sätze, Texte), die symbolischen Konstruktionen (Modelle, Theorien) entsprechen. [7]
   Deutbare Aussagesätze sind dann 'informativ', wenn ihnen jeweils mindestens ein semantischer Inhalt als Information (vgl. Nachricht oder Bedeutung) 'entnommen' werden kann (vgl. 1.1.1. und 2.3.). [8]
   Das Verstehen einer informativen Aussage als mitteilbare Darstellungsform für eine Nachricht (d. h. semantisch "eingeformte" Information) gelingt durch interpretative Sinndeutung, wenn dazu passendes Kontextwissen verfügbar ist. (vgl. 3.1. und 3.2.).
   Schwerverständliche Darstellungsformen für spezielle Informationen (vgl. codierte Formationen als verschlüsselte Aussagen) sind begrifflich definierte Symbolverknüpfungen (vgl. Sätze, Zeichenfolgen oder Grafiken), die nur richtig deutbar sind mittels dafür geeigneten Vorkenntnissen (vgl. vereinbarte Regeln oder Codes für relationale Zuordnungen bzw. Decodierung). [4] [8]

Imposante Phänomene der sinnlichen Wahrnehmung werden gemäß subjektiven Vorstellungen begrifflich gedeutet, emotional bewertet und empirisch beurteilt als ob sie real seien.
   Interpretative Vorstellungen von erinnerbaren Erfahrungen oder intuitiven Einfällen entsprechen individuellen Annahmen als Vermutungen, Hypothesen oder Überzeugungen, deren Aussagen möglicherweise mit logischen Argumenten 'dialektisch' begründbar sind, aber dennoch kritisch überprüft werden müssen, ob sie sich logisch-empirisch bewähren.
   Unrealistische Vorstellungen basieren auf falsch angenommenen oder fehlenden Kenntnissen und bedingen deshalb 'irreale' (nicht wahrheitsgemäße) Interpretationen (vgl. Fehldeutungen oder Missverständnisse), insbesondere für Fehlurteile, die äußerbar sind als Falschaussagen von 'unwahren' Meinungen, Ansichten oder Behauptungen.

Durch symbolische Abstraktion im Gehirn ausbildbar sind Begriffe und ihre Beziehungen entsprechend 'konzeptionellen' Modellvorstellungen von natürlichen Zusammenhängen und Fakten. Wenn solche Begriffsstrukturen mit realen Sachverhalten 'im Wesentlichen' übereinstimmen (vgl. Adäquatheit, Analogie), können diese als 'relativ wahres' modellartiges Wissen funktionell genutzt und deklarativ dargestellt werden.
   Eine konzeptuelle Vorstellung von einem "begriffenen" Gegenstand basiert auf mindestens einem abstrakten Begriff (Abstraktes im Allgemeinen) in Beziehung zu anderen Begriffen (vgl. 3.1.). Dabei ist eine 'kognitiv ausgebildete' (verallgemeinerte) Begriffsstruktur gekennzeichnet durch verknüpfte 'begriffliche Beziehungen', die als (bedingte) Relationen für Aussagen formal darstellbar sind (vgl. 3.2.). [1] [4]

Allgemeine oder dingbezogene Begriffe sind vorstellungsgemäß objektivierbar, mit Wörtern benennbar und mit formalen Aussagen über ihre Beziehungen mitteilbar, - insbesondere verständlich ausgedrückt in symbolischen Darstellungsformen, die ein 'verständiger' Interpret vereinbarungsgemäß erkennen kann, um sie im jeweils zugeordneten Kontext sinngemäß zu deuten (vgl. Decodierung für verschlüsselte Information).

Wissenschaftliche Theorien und Modelle entsprechen symbolischen Konstruktionen des deklarativen Wissens (vgl. begriffliche Konstrukte als Abstraktionen), die basieren auf begrifflich erfassten Zusammenhängen von wirklichen Sachverhalten. Diese sind systematisch formalisierbar mit (kognitiv-logisch) verknüpften Begriffsrelationen, die kenntnisspezifisch bestimmt worden sind durch 'empirische' Beobachtungen und/oder 'rationale' Einsicht in Sinn-Zusammenhänge, d. h. durch kognitive Erfassung von natürlichen Beziehungen (mittels Basis- oder Kontextwissen) unter der Voraussetzung von begrifflich deutbaren Objekt- bzw. Situationsformen (def. als externe bzw. systeminterne Formationen der 'objektiven Realität'). [4]

Zur Problematik der Objektivität und Symbolik theoretischer Modell-Darstellungen aufgrund naturwissenschaftlichen Denkens in abstrakten Begriffen hielt Max Born (1882 - 1970) den Vortrag »Symbol und Wirklichkeit« im Jahr 1963 (Nobelpreisträgertreffen in Lindau), - daraus einige Zitate:
   "Die erste Vorschrift für naturwissenschaftliches Denken lautet: Gebrauche keine Begriffe, für die es prinzipiell nicht entscheidbar ist, ob sie im Einzelfall zutreffen oder nicht."
   "Es scheint mir vernünftig, das Prinzip der Entscheidbarkeit auch auf das philosophische Problem der Entstehung eines objektiven Weltbildes aus den subjektiven Sinneserfahrungen anzuwenden."
   "Die Tatsache, dass bei der Vergleichung von Paaren mitteilbare, also vom Subjekt unabhängige, objektive Aussagen möglich sind, hat eine außerordentliche Bedeutung, weil auf ihr Sprache und Schrift beruhen sowie der gewaltige Denkapparat der Mathematik. Ich möchte alle diese Verständigungsmittel zwischen Subjekten Symbole nennen."
   "Eine Naturerscheinung braucht nun nicht auf anschauliche und mechanisch verständliche Modelle zurückgeführt zu werden, sondern hat ihre eigene, direkt aus der Erfahrung abstrahierte mathematische Struktur."
   "Der Begriff der Ursache ist ein Überbleibsel aus älteren Denkformen und wird heute ersetzt durch das Verfahren der Zuordnung, das ich beschrieben habe. Dieses Verfahren führt zu Strukturen, die mitteilbar, kontrollierbar, also objektiv sind. Man kann sie also rechtmäßig als "Dinge an sich" bezeichnen. Sie sind reine Form, bar jeder sinnlichen Qualität. Damit müssen und können wir uns begnügen."
   "Die physikalischen Formelsysteme sind nicht an die Anschauung gebunden. Sie stellen nicht direkt Dinge der Erfahrungswelt dar, aber sie beruhen auf Erfahrung, sind aus dieser abstrahiert und werden ständig an ihr geprüft".
   "Wir haben ein verständiges Gleichgewicht zwischen Experiment und Theorie, zwischen sinnlicher und intellektueller Wirklichkeit, und wir müssen bedacht sein, es uns zu erhalten.
  Auch müssen wir verhüten, dass das naturwissenschaftliche Denken in abstrakten Begriffen übergreift in Gebiete, wo es nichts zu suchen hat. Die menschlichen und ethischen Werte lassen sich so nicht begründen." [7]

Empirisch überprüfbare Gesetze der Naturwissenschaft werden beschrieben mit mathematischen Darstellungsformen (vgl. Sätze, Funktionsgleichungen oder Formeln) für 'relationale Aussagen' von kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen zwischen symbolisch-abstrakt definierten Variablen (vgl. zugeordnete Begriffssymbole für berechenbare oder messbare physikalische Größen) entsprechend unterschiedlichen Merkmalen von Dingen oder Ereignissen, für deren erfassbare Zusammenhänge nachweisliche Regelmäßigkeiten festgestellt worden sind.
   Mit formallogischen Relationen für kenntnisspezifische Implikationen (vgl. "wenn-dann"-Sätze) beschreibbar sind funktionelle Zuordnungen selektierter Variablenwerte (als regelgemäß verifizierte Invarianten), - gemäß kognitiv-logischen Relationsverknüpfungen zwecks (induktiver oder deduktiver) Implementation von aktuellen Urteilen oder Inferenzen, auch von assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung". [1] - [5]

Als explizite (auch deklarative) Aussagen gelten verständlich formulierte Aussagesätze (vgl. logische Sätze) für kommunikativ mitteilbare Deutungsergebnisse oder Urteile, auch für Thesen oder Argumente.
   Mit deklarativen Aussagen formulierbare wissenschaftliche Theorien, meistens ausgehend von einem allgemeinen Begriff, basieren auf als Begriffsrelationen objektivierbaren (Er-)Kenntnissen von erforschten Beziehungen der jeweils untersuchten und erfassten Zusammenhänge.
   Kenntnisspezifische Begriffsrelationen für symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen können dargestellt werden in Form von 'relationalen Aussagen' mit begrifflich vereinbarten Zeichen (def. Invarianten als Symbole), die verständlich zu erkennen und sinngemäß zu deuten sind. Dabei gelten definierte 'Begriffssymbole' als deutbare Zeichen in Zuordnung zu abstrakten Begriffen, insbesondere für 'erkannte' Phänomene oder 'erfasste' Beziehungen. [4] [14]

Objektivierbare Kenntnisse des deklarativen Wissens werden aufgefasst als bedingte Relationen, die explizit formalisierbaren Begriffsstrukturen entsprechen und in Form von 'relationalen Aussagen' dargestellt werden können (vgl. 1.2., 2.3. und 3.2.).

Relationale Aussagen werden definiert als symbolisch-abstrakte Darstellungsformen für erworbene Kenntnisse (Erkenntnisse) von kognitiv erfassten Beziehungen der situationsbedingt 'kennen gelernten' Zusammenhänge. Diese entsprechen erinnerten (internen) Vorstellungen oder wahrgenommener (externen) Sachverhalten. Dabei werden induktiv erlernte Kenntnisse bestimmt als bedingte Relationen in Form von 'assoziativ' bzw. 'real' konditionierten Assoziationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur (vgl. 1.2. und 3.2.) [1]
   Relationale Aussagen von modellartig erkannten Zusammenhängen sind nutzbar für verständliche Beschreibungen und Erklärungen untersuchter Sachverhalte, insbesondere zum Zwecke der interaktiven Kommunikation mit Partnern.

Prägnante Darstellungsformen für objektivierbare Grunderkenntnisse sind prinzipielle Aussagen von 'wesentlichen' (fundamentalen) Beziehungen, - definiert als Logos-Relationen (vgl. 2.3). Diese entsprechen grundsätzlichen begrifflichen Assoziationen für Vorstellungen des symbolisch-abstrakten Denkens eines sprachbegabten Gehirns.
   Mathematisch systematisierte (formallogische) Darstellungsformen von begrifflichen Beziehungen (relationalen Kenntnissen) werden definiert als prädikative Relationen. Beispiele solcher formalen Ausdrücke sind Prädikatoren (vgl. Prädikatenlogik) oder explizite Aussagesätze für logische Urteile (z. B. Implikationen als relationale Aussagen), die zwecks Kommunikation übertragen und interpretiert werden können (vgl. 2.2. und 3.1.).
   Die bisherige Gültigkeit einer (wissenschaftlichen oder Grund-)Erkenntnis ist annullierbar durch ihre Falsifizierung gemäß veränderter Erfahrung oder infolge von Kritik mit Gegenbeweis(en).

Der Wahrheitsgehalt einer Aussage wird entscheidend dadurch bestimmt, ob sie logisch widerspruchsfrei (konsistent) im Vergleich mit Erfahrungswissen ist. Eine "wahre" Aussage muss mit Fakten übereinstimmen oder als wirklich zutreffend bestätigt werden (d. h. praktische Bewährung).
   Wer wissen will, was wirklich wahr ist, kommt in Konflikt mit pragmatischen Denkgewohnheiten und ideologischen Theorien.

Zur wissenschaftlichen Wahrheitsfindung erforderlich sind kritische Analysen und Überprüfungen von begrifflich-abstrakten Modellvorstellungen für Theorien aufgrund des deklarativen (Erfahrungs-)Wissens von "kennen gelernten" Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte.

Karl Raimund Popper (1902 - 1994) verlangte Theoriekritik zwecks Wahrheitsfindung (in [7] und [9]):
   "Theorien können wahr oder falsch sein. Begriffe können bestenfalls adäquat und schlimmstenfalls irreführend sein. Begriffe sind nicht wichtig, verglichen mit Theorien."
   "Unser aller Aufgabe als denkende Menschen ist die Wahrheitsfindung. ... Wäre die Wahrheit nicht absolut und objektiv, so könnten wir uns nicht irren. Oder unsere Irrtümer wären so gut wie unsere Wahrheit."
   "Wir haben dauernd Vermutungen, die von uns geschaffen werden. Diese Vermutungen versuchen wir dauernd mit der Wirklichkeit irgendwie zu konfrontieren und sodann unsere Vermutungen zu verbessern und sie der Wirklichkeit näher zu bringen."
   "Wer etwas sicher weiß, der kennt die Wahrheit. Aber es kommt oft vor, dass jemand etwas vermutet, ohne es sicher zu wissen; und dass seine Vermutung tatsächlich wahr ist."
   "Es gibt Wahrheiten, denen wir nur in mühevollerem Suchen näher kommen können. Unser Weg führt fast immer durch den Irrtum; und ohne Wahrheit kann es keinen Irrtum geben. (Und ohne Irrtum gibt es keine Fehlbarkeit)."
   "Eine Theorie oder ein Satz ist wahr, wenn der von der Theorie beschriebene Sachverhalt mit der Wirklichkeit übereinstimmt."

Nach Karl R. Popper ist unser Wissen nur "Vermutungswissen" und bestimmt 'ungewisse' Theorien, die hinsichtlich einer gesicherten Richtigkeit (Gültigkeit, Wahrheit) nicht verifizierbar sind.
   Induktive Annahmen mit wahrscheinlicher Gültigkeit (d. h. Wahrscheinlichkeitsannahmen von beobachtbaren Regelmäßigkeiten) lassen sich nicht logisch verifizieren, aber auch nicht falsifizieren.

Eine hypothetische Theorie betrifft die versuchsweise Auffindung mindestens eines Modellprinzips für symbolische Konstruktionen, womit eine strukturelle Ordnung und Erklärung der Phänomene eines Gegenstandsbereichs ermöglicht wird.
   Für eine (zunächst hypothetische) Theorie von einer 'induktiv' (durch empirische Verallgemeinerung) angenommenen Gesetzmäßigkeit ist keine Gewissheit beweisbar, weil mögliche Gegenbeweise für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden können (vgl. Induktionsproblem, s. u.).

Überprüfbare Theorien und anfechtbare Überzeugungen verhelfen zu der vorläufigen Gewissheit von erlernten Regeln, die notwendig sind für intelligentes Verhalten zwecks Selbsterhaltung in einer sich ungewiss verändernden Welt.
   Unser begrenztes Wissen ist unvollständig und nur relativ wahr ohne Gewissheit.

Die relative Wahrheit über Prinzipien der Wirklichkeit ist kognitiv bestimmbar entsprechend der theoretischen und praktischen Einsicht in wesentliche Zusammenhänge der zugänglichen Wirklichkeit.

Gemäß dem 'Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit' (meine Definition) gelten logische (Vor-)Urteile, die in Form von Aussagesätzen mitteilbar und kritisch überprüfbar sind, als 'relativ wahr' aufgrund von bisher bewährten Regeln und bestimmten Ausnahmen für Sonderfälle, aber nur so lange diese Regeln nicht verändert werden (durch Lernen oder Umlernen).
   Jede erkenntnisgemäße Aussage gilt nur dann als 'wahr', wenn ihre Übereinstimmung mit der Wirklichkeit definitiv feststellbar ist, - aber nur solang diese Aussage real zutrifft.

Durch Kritik (Logik) und praktische Überprüfung (Empirie) der Aussagen von Urteilen für modellgemäße Theorien kann deren Wahrheitsanspruch nur dann bestätigt (konsolidiert) werden, wenn die geprüften Aussagen logisch begründbar und praktisch beweisbar sind, - nach dem Prinzip der 'bisherigen Bewährung'.
   Eine wahre (Vor-)Aussage wird erst dann 'praktisch bewiesen' (vgl. Praxisbeweis), wenn ihre empirisch überprüfbare Behauptung sich bewährt als 'zutreffend' (vgl. pragmatische Bewährung), so dass sie begründbar ist mit (logischen) Argumenten gemäß den beobachtbaren Tatsachen (z. B. durch ermittelte Fakten oder experimentelle Messungen).

Eine theoretische Aussage ist nur dann "deduktiv" beweisbar, wenn ihre Behauptung (als Konklusion) aus einem Axiom (als Prämisse) nach logischen Regeln ableitbar ist. - Dabei ist erkenntnistheoretisch unklar wie die obersten Prämissen und die allgemeinen logischen Regeln, die jeder Beweis voraussetzt, letztlich begründet und bewiesen werden können (def. Problem der 'Letztbegründung'). [11]
   Die unbegründete Aussage eines thesenartigen Urteils als Behauptung sollte nicht geglaubt werden, weil ihr Wahrheitsanspruch zumindest begründet und möglichst bewiesen werden muss.

An Unwahres können wir glauben, aber Wahres können wir wissen.

Für Popper ist Wahrheit zwar prinzipiell erreichbar, aber niemals beweisbar. Eine wahre Theorie ist möglich, aber hinsichtlich ihrer Gewissheit (d. h. Gültigkeit für die Zukunft) unbewiesen, - besonders aufgrund von unsicherem Wissen über veränderliche Umweltbedingungen. -
   "Wir können zwar eine Theorie - oder genauer, unseren Glauben an ihre Wahrheit - nicht rational rechtfertigen; aber wir können es gelegentlich rechtfertigen, dass wir die eine Theorie einer anderen vorziehen; zum Beispiel, wenn ihr Grad der Bewährung größer ist."
... "Entscheidend für den Grad der Bewährung ist, dass er, weil er mit der Strenge der Prüfung wächst, nur bei Theorien mit einem hohen Grad der Prüfbarkeit oder des Gehalts hoch sein kann." [Karl R. Popper, aus: Ausgangspunkte, Meine intellektuelle Entwicklung, hrsg. 1974; Serie Piper, 2004, S. 145]

Tradierte Ansichten oder Aussagen von bisher bewährten Theorien werden so lange für wahr gehalten, bis ihre faktische Widerlegung (Falsifizierung) bzw. eine neue, scheinbar bessere Theorie (vgl. neues Paradigma) kognitiv in Erfahrung gebracht worden ist, so dass ein Umlernen aufgrund neuer Erkenntnis erfolgt (vgl. Paradigmenwechsel).

Eine Theorie ist genau dann "wissenschaftlich", wenn sie so formuliert ist, dass sie an der Erfahrung scheitern kann (d. h. dass sie falsifizierbar ist). Solange eine wissenschaftliche Theorie nicht empirisch widerlegt ist, gilt sie als vorläufig bestätigt und 'bisher bewährt', d. h. als 'relativ wahr'.

Deklarative Aussagen von modellhaften Vorstellungen oder Theorien (vgl. abstrakte Denkmodelle), - insbesondere als formale Aussagesätze mit Symbolen für Begriffe und Assoziationen (Relationen), - müssen auf ihren Wahrheitsgehalt wissenschaftlich (logisch und empirisch) überprüfbar sein, was für Glaubenssätze von Religionen nicht gewährleistet werden kann.

Aus der Art und Weise der Entstehung eines Aussagesatzes (vgl. Urteil, These oder Offenbarung) kann man nicht auf seine mögliche Wahrheit oder Falschheit schließen (vgl. genetischer Fehlschluss).
   Die Möglichkeit von "vermuteten" Dingen kann nicht ohne faktischen Gegenbeweis widerlegt werden, weil die Nichtexistenz von irgendetwas niemals absolut beweisbar ist. -
   Das Fehlen von Beweisen für eine Vermutung ist kein Beweis für ein Nichtzutreffen ihrer Aussage (vgl. fehlender Gottesbeweis).

Wer über fiktive Aussagen nachdenkt, kann davon nur wenig glauben.
   Fantasievolle Geschichten und irrationale Fiktionen sind irreal "ersponnene" Dichtungen oder "unwahre" Behauptungen, die mit nachprüfbaren Tatsachen (Fakten) nicht übereinstimmen.
   Die Unterscheidung von Fakten und Fiktionen ist nur mit wissenschaftlicher Skepsis durch kritisches Denken möglich, das schwerer fällt als blinder Glaube.
   Wer kritisch nachdenkt, findet Zweifelhaftes.

Albert Einsteins Credo: "Wir glauben, dass die Wissenschaft der Menschheit am besten dient, wenn sie sich von aller Beeinflussung durch irgendwelche Dogmen freihält und sich das Recht vorbehält, alle Thesen einschließlich ihrer eigenen anzuzweifeln." [aus: Deklaration der 3. Pugwash-Konferenz, Kitzbühel 1958] [10]

Systematische Wissenschaft erzielt die Wahrheitsfindung durch gewonnene Erkenntnisse für verbesserte Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge, insbesondere zwecks realistischer Aufklärung gegenüber naivem Unwissen, falschen Behauptungen oder fiktiven Glaubenssätzen.

Wissenschaftliche Aussagen von Erkenntnissen für Denkmodelle ermöglichen theoretische Voraussagen, die praktisch überprüfbar sind und nach dem Bewährungsprinzip bewiesen werden können. -
   Unbeweisbar sind hypothetische Behauptungen von fiktiven Vorstellungen mit "irrealen" Allgemeinbegriffen (vgl. postulierte Abstrakta als Ideen der Metaphysik oder Mythologie) für postulierte Glaubenssätze von dogmatischen Ideologien oder Religionen (vgl. Essay "Dogma und Wahrheitsfindung").

Dogmatische Aussagen lassen keine Kritik und Hinterfragung zu, weil sie absolute Gültigkeit und Wahrheit beanspruchen.
   Eine "dogmatische" (nicht-wissenschaftliche) Theorie ist wegen ihrer postulierten Axiome nicht empirisch falsifizierbar, d. h. sie kann nicht durch Überprüfung an der Wirklichkeit (Bewährungsprobe) mit realistischen Erfahrungen widerlegt werden, obwohl sie prinzipiell falsch sein kann (vgl. Abgrenzungsproblem). Eine dogmatische Theorie ist ungewiss (vage) und entspricht einer "unerwiesenen" Behauptung (These) mit zweifelhafter Glaubwürdigkeit. Sie kann aber von 'überzeugten' Menschen geglaubt und für wahr gehalten werden.

Wer praktisch bewährte Erkenntnisse für prinzipielle Aussagen forschend gewinnt, kann wesentliche Sachverhalte realistisch beschreiben und begründet erklären, - verbunden mit Kritik bzw. Zweifeln an Denkgewohnheiten, bisherigen Lehrmeinungen, unbewiesenen Axiomen und tradierten Glaubenssätzen (vgl. 2.3.).
   Mögliche Wissenskorrekturen durch Umlernen und Weiterlernen führen zur schrittweisen Verbesserung des ausbildbaren Erfahrungswissens für empirische Urteile und (Vor-)Aussagen (vgl. wissenschaftliches Auffinden der relativen Wahrheit ohne Gewissheit).

Die wissenschaftliche Erforschung natürlicher Gesetzmäßigkeiten wird ermöglicht durch realitätsnah erworbene Kenntnisse (bewährt als 'prinzipielle Erkenntnisse') von kognitiv erfassten Beziehungen wesentlicher Zusammenhänge, insbesondere durch kenntnisspezifisch ausgebildete Begriffsstrukturen für adäquate Modellvorstellungen des situationsbedingt modifizierbaren Erfahrungswissens (vgl. bedingte Implikationen des deklarativen Wissens).

Ein 'Erkenntnisfortschritt' bei der Lernentwicklung (durch kritische Überprüfung hypothetischer Regeln oder Theorien) erfolgt dann, wenn mit Hilfe von neuen erworbenen Kenntnissen, d. h. neuen bedingten Relationen, vorhandene bedingte Verknüpfungen der lernfähigen Gedächtnisstruktur erfahrungsgemäß korrigiert oder ersetzt (d. h. induktiv verbessert bzw. umgelernt) werden. [2]
   Eine wissenschaftliche Erkenntnis wird erzielt durch systematisches Streben nach einsichtiger Klarheit, die aber nur eingeschränkt und schrittweise erreichbar ist, - gemäß dem definierten Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit.

Der systematisch forschende Mensch gewinnt 'relativ wahre' Erkenntnisse von erfassbaren Zusammenhängen der Wirklichkeit, womit aber die Formulierung einer 'absolut wahren' Aussage über die veränderliche Umwelt für ihn erkenntnistheoretisch unmöglich ist.
   Mit 'scharfsinnigen' Formulierungen expliziter Grunderkenntnisse der forschenden Menschheit können theoretische Aspekte der absoluten Wahrheit nur angenähert beschrieben werden.

Auf angenommenen Gesetzmäßígkeiten basierende Theorien entsprechen hypothetischen Modellvorstellungen aufgrund der 'kognitiv erfassten' (begriffenen) Zusammenhänge von untersuchten Sachverhalten der Wirklichkeit, die nur modellhaft abstrahiert (meist mathematisch) beschrieben werden können (vgl. Problem der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung).

Ein Ziel der Wahrheitssuche ist der wissenschaftliche Nachweis der praktischen Bewährung (d. h. der faktengemäßen Bestätigung des tatsächlichen Zutreffens) von theoretischen Vorstellungen oder konstruktiven Konzepten der zu prüfenden Theorien und Modelle, die von erworbenen Kenntnissen (zunächst) hypothetisch bestimmt werden.
   Bisher unbewiesene Aussagen einer Theorie (vgl. Thesen ohne Gewissheit) entsprechen hypothetischen Vorstellungen (vgl. Auffassungen oder Ansichten) aufgrund von induktiv angenommenen Kenntnissen und müssen empirisch überprüft werden auf ihre praktische Bewährung (vgl. Experimente oder Beobachtungen), wodurch entweder ihre erfahrungsgemäße Konsolidierung oder ihre Falsifizierung erfolgt.

Zwecks Verallgemeinerung einer überprüfbaren Theorie oder angenommenen Regelmäßigkeit muss experimentell untersucht werden, bis zu welchem Grad diese sich bewährt bzw. mit welcher Wahrscheinlichkeit sie zutrifft.
   Eine induktiv erlernte Regel, die nach empirischer Überprüfung nicht bestätigt wurde, muss nicht immer völlig falsifiziert werden, insbesondere dann nicht, wenn sie aufgrund neuer Erkenntnis relativiert oder verbessert werden kann (vgl. Ausnahmebedingung bzw. Fehlerkorrektur). Außerdem kann sie ersetzt werden durch eine neu bestimmte Regel (vgl. Umlernen gemäß neuer Theorie).

Wer beim induktiven Lernen aus beobachteten Einzelfällen angenommene Regelmäßigkeiten verallgemeinert und mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (bedingten Relationen) von erfassten Beziehungen begründet, kann erlernte (Verhaltens-)Regeln versuchsweise nutzen, auch wenn er keine Gewissheit für seine theoretischen oder praktischen Kenntnisse hat.
   Das Induktionsproblem (nach David Hume) betrifft philosophische Zweifel an der Allgemeingültigkeit von induktiv ausgebildetem Wissen (d. h. erfahrungsgemäß verallgemeinerten (Er-)Kenntnissen) für naturwissenschaftliche Theorien über definierte 'Naturgesetze', die mit formal-sprachlichen Regeln (zunächst ohne Ausnahmebedingungen) mathematisch ausgedrückt werden können.

Naturalistisch erklärbar ist die lerntypische Ausbildung von Erfahrungswissen durch 'aufmerksame' Beobachtung und Untersuchung von wirklichen Sachverhalten hinsichtlich kognitiv erfassbaren Zusammenhängen der objektiven Realität, - entsprechend einer pragmatischen Rechtfertigung der induktiven Methode wissenschaftlicher Forschung (vgl. Induktionsproblem). -
   Mein Erklärungsansatz geht aus von mindestens einem definierten induktiven Lernmechanismus des situationsbedingten Kenntniserwerbs einer lernfähigen Gedächtnisstruktur, die durch ihre funktionelle Modifizierbarkeit (gemäß ihrer 'strukturellen Lerndisposition') befähigt ist zum kognitiven Erfassen (Begreifen) von natürlichen Zusammenhängen als kenntnisspezifische Beziehungen in Form konditionierter Assoziationen (vgl. 'plastische' synaptische Verbindungen). - Implementierbar ist 'strukturelles Lernen' eines Gedächtnissystems durch induktive Ausbildung von bedingten Relationen (aufgefasst als erworbene Kenntnisse) entsprechend "erlernten" begrifflichen Beziehungen) zwischen funktionellen Variablenwerten (verifizierten Invarianten), die als Begriffssymbole für 'korrelierte' Signalereignisse fungieren, - in Folge hinreichender Erfüllung der Koinzidenzbedingung der jeweiligen Konnexanalyse gemäß einem induktiven Lernmechanismus des situationsbedingten Kenntniserwerbs (vgl. 1.2.). [1] - [5]
   Situationsbedingt erworbene Kenntnisse von erfassten Beziehungen, die als bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur kurz- oder langzeitig 'behalten' (strukturell gespeichert) und entsprechen 'gemachten Erfahrungen', die nur nach ihrer erprobten Bewährung als Erkenntnisse gelten können, - im Sinne von Erfahrungswissen mit relativem Wahrheitsgehalt (keine Gewissheit).

Durch systematische Überprüfung einer (Er-)Kenntnis mit logischer Kritik und möglichst konstruktiven Experimenten kann festgestellt werden, dass diese kognitiv erfasste (begriffene) Beziehung sich als Erkenntnis tatsächlich 'bewährt' und mit einem beobachteten wirklichen Zusammenhang erfahrungsgemäß übereinstimmt.
   Die empirische Bekräftigung (Konsolidierung) einer bewährten Erkenntnis erfolgt nach praktischer Überprüfung ihrer effektiven Anwendungsformen (vgl. assoziierte Voraussagen), insbesondere durch wissenschaftliche Test-Beobachtungen gemäß experimentellen Forschungsmethoden.
   Die 'relativ wahre' Aussage von einer bedingten Relation als induktiv erlernte Implikation (vgl. Wenn-dann-Satz), die einer 'bisher bewährten' Kenntnis (d. h. Erkenntnis) entspricht, gilt als empirisch bestätigte Regel ohne Gewissheit der Berücksichtigung aller möglichen Sonderfällen für Ausnahmen von der Regel (vgl. "Ausnahmen bestätigen die Regel.").

Die Kenntnis bisheriger Regelmäßigkeiten komplexer Systeme genügt nicht zur Voraussage neuer Eigenschaften ihrer variablen Strukturen.
   Wer denkt, dass er genügend weiß, um prognostisch zu verstehen, was in der Welt passiert, dem fehlt die Einsicht, dass für theoretische Voraussagen das Unvorhersehbare nicht berücksichtigt werden kann.
   Nicht erreichbar sind endgültige Modelle von Teilen der veränderlichen Welt aufgrund der Ungewissheit von bisher bewährten Theorien hinsichtlich künftiger Umweltbedingungen, für die adäquate 'prognostische' Vorstellungen in evolutionären Steinzeitgehirnen fehlen.

Wer sich vor mühsamer Wahrheitssuche scheut, dem fällt Glauben leichter als Denken.

Glauben ist kein Wissen und betrifft mental Angenommenes als unbewiesene Behauptung (Postulat, Axiom), die unwiderlegt auch Hoffnung vermitteln kann.
   Wer tradierte oder fiktive Behauptungen mit Überzeugung glaubt, der ignoriert kritische Einwände und logische Gegenargumente.
   Irreale Überzeugungen bedingen Irrtümer oder Fehlurteile aus Unkenntnis und/oder Angst.
   Es ist unglaublich, an was die Menschen mit Überzeugung glauben können.

Geglaubt werden kann eine postulierte Gewissheit für 'bisher bewährte' Kenntnisse von erfassten Beziehungen der untersuchten Wirklichkeit, - aber nur solange diese empirisch konsolidiert werden und dadurch trotz Kritik bestehen bleiben.
   Ein Glaube an die postulierte Gewissheit von geprüftem Wissen ist nur dann praktikabel, wenn alle verfügbaren Quellen zur Wahrheitsfindung kritisch ausgeschöpft worden sind.

Als glaubwürdig gilt eine theoretische (deklarative) Aussage dann und nur dann, wenn ihr Wahrheitsgehalt logisch-empirisch überprüfbar ist und ihre Bewährung auch in Zukunft festgestellt werden kann, insbesondere als ihr tatsächliches Zutreffen im untersuchten Wirklichkeitsbereich (vgl. faktischer Beweis).
   Eine glaubwürdige Aussage über die Welt ist nur dann überzeugend formuliert, wenn sie mit Erfahrungstatsachen und empirischen Belegen begründet werden kann.

Für theoretische Erkenntnisse mit postulierter Gewissheit gibt es rationalistische Erklärungsversuche, die eine absolute Vernunft (zwecks rationaler Begründung) metaphysisch voraussetzen, womit 'rationale Einsicht' zur Wahrheitsfindung durch logische Deduktion möglich sein soll (vgl. logischer Rationalismus, siehe 2.2.). - Aber ohne empirische Rechtfertigung gibt es keine 'bewährte' synthetische Aussage, die logisch abgeleitet werden kann durch deduktives Schließen ausgehend von als gültig angenommenen Prämissen (vgl. zu begründende Axiome oder Definitionen von 'analytischen Vernunftwahrheiten').
   Empirische und theoretische Erkenntnisse, die nutzbar sind für assoziativ erinnerte Vorstellungen und hypothetische Voraussagen, müssen sich aufgrund von "bestätigenden" Beobachtungen (sinnlichen Wahrnehmungen) praktisch bewähren.
   Erkenntnisse des bewährten Erfahrungswissens (ohne Gewissheit) sind objektivierbar als relationale Aussagen von kognitiv erfassten Zusammenhängen für realistische Erklärungsmodelle, - entgegen fiktiven Glaubenssätzen von tradierten Religionen oder irrealen Ideologien.
   Durch neue Entdeckungen für Erkenntnisse können Denkmodelle korrigiert, geändert oder verbessert werden hinsichtlich ihrer relativen Wahrheit.

Erkenntnisvermögen für ausbildbares Erfahrungswissen befähigt den Menschen zum Lernen durch Einsicht für kluges Handeln, - auch zu vernünftiger Selbstbestimmung durch Aufklärung gegenüber dogmatischen Ideologien.

Die bewusste Einsicht, etwas (noch) nicht zu wissen, wird meistens emotional (unbewusst) ignoriert und kompensiert mit Mutmaßungen (Behauptungen, Glaubenssätzen oder Hypothesen), insbesondere mit Vermutungen für fiktive Erklärungen, religiöse Bekenntnisse oder riskante Maßnahmen (vgl. Lösungsversuche für Probleme).
   Einsichtige Anerkennung der unerbittlichen Realität verlangt ein Aufgeben irrealer Vorstellungen und Erwartungen des Wunschdenkens.

Ein vernünftiger Mensch mit lebensnotwendigem Wissen kann sein Nichtwissen akzeptieren und muss nicht ersatzweise an religiöse Mythologien glauben. -
   Deshalb gilt: Glaube mit Überzeugung nur das, was du selbst kritisch geprüft hast!

Wir erkennen und deuten sogar Unerklärliches, - mit modellhaften Vorstellungen.
   Bisher unerforschte Phänomene als unerklärliche Erscheinungen können vom Menschen mit seinen schematischen Vorstellungen nur vage oder modellhaft erkannt und nur subjektiv gedeutet werden.

Wer denkt, dass sein Wissen wahr ist, glaubt mehr als er weiß.

Schon früh erfanden fantasievolle Menschen für das Unerklärliche fiktive Begründungen, - auch mindestens einen Verursacher, den sie als Gott verehrten oder aus Angst fürchteten.
   Albert Einstein meinte: "Wer von der kausalen Gesetzmäßigkeit allen Geschehens durchdrungen ist, für den ist die Idee eines Wesens, welches in den Gang des Weltgeschehens eingreift, ganz unmöglich - vorausgesetzt allerdings, dass er es mit der Hypothese der Kausalität wirklich ernst meint. Die Furcht-Religion hat bei ihm keinen Platz, aber ebenso wenig die soziale bzw. moralische Religion. Ein Gott, der belohnt und bestraft, ist für ihn schon darum undenkbar, weil der Mensch nach äußerer und innerer gesetzlicher Notwendigkeit handelt, vom Standpunkt Gottes aus also nicht verantwortlich wäre, sowenig wie ein lebloser Gegenstand für die von ihm ausgeführten Bewegungen. Man hat deshalb schon der Wissenschaft vorgeworfen, dass sie die Moral untergrabe, jedoch gewiss mit Unrecht. Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage. Es stünde traurig um die Menschen, wenn sie durch Furcht vor Strafe und Hoffnung auf Belohnung nach dem Tode gebändigt werden müssten." [aus: 'Religion und Wissenschaft', Nov. 1930] [10]

Angst-Religionen indoktrinieren die 'kirchentreuen' Gläubigen mit der Hoffnung auf Vergebung ihrer Sünden und auf "ewiges Leben ihrer Seele" nach dem Tod (vgl. ewige Verdammnis mit Höllenqualen für Nichtchristen) infolge eines postulierten "jüngsten Gerichts" Gottes für alle Menschen (vgl. prophezeite Apokalypse des Johannes).
   Wer in Not ist oder Angst hat, der sucht einen göttlichen "Erlöser von dem Übel" und erbittet eigennützig seine Hilfe, wenn er an seine Allmacht glaubt oder zumindest diese erhofft.
   Blinder Glaube an religiöse Axiome und Heilsversprechungen mit Drohungen (vgl. vom 'lieben Gott' gewollte Bestrafungen, besonders nach dem Tod) widerspricht dem menschlichen Erkenntnisstreben (vgl. biblische 'Erbsünde'), der wissenschaftlichen Wahrheitssuche und einer humanistischen Ethik.
   Humanistische Lebenserfahrung und aufklärende Wissenschaft sind realitätsnäher als jeder dogmatische Glaube an fiktive Behauptungen, die unüberprüft als wahr akzeptiert werden sollen gemäß tradierten Religionen oder politischen Ideologien.

Dogmatische Theorien, die ohne Zweifel geglaubt werden sollen, basieren auf unwissenschaftlich (traditionell oder autoritär) definierten Grundsätzen, die nicht rational begründbar sind und nicht intersubjektiv überprüft werden können.
   Ideologien sind falsche Theorien über die Wirklichkeit (fiktive Weltanschauungen), die von partikulären Interessen ausgehend als dogmatische (unwissenschaftliche) Theorien propagiert werden und machtpolitisch (demagogisch) missbrauchbar sind.

Religion ist wie jede Ideologie von Menschen erdacht, auch wenn sie göttliche Offenbarungen vorgibt.
   'Angstreligionen' sind Menschenwerk und Machtmittel, die menschliches Leid mehr verursacht als gemindert haben, insbesondere durch Glaubenskriege.

Viele Menschen glauben trotz wissenschaftlicher Aufklärung weiterhin an ideologische Postulate und Glaubenssätze unterschiedlicher Religionen, die meist traditionell verankerte Gebräuche oder Zeremonien und auch aggressive Aktionen gegenüber den Andersdenkenden oder Nichtgläubigen rechtfertigen, insbesondere aufgrund dogmatischer Borniertheit und fundamentalistischem Fanatismus (vgl. Terrorismus, Glaubenskriege oder 'Cyber war' im Internet).
   Mangelhaftes Wissen und geringes Denkvermögen sind Gründe für Unverstand und falsche Meinungen, auch für Aberglaube und Fanatismus.

Der pragmatisch denkende Mensch strebt nach kognitiven Deutungen zwecks verständlicher Naturerklärung mit möglichst praktisch überprüfbaren Regeln, die grob bestimmt werden können durch vereinfachende Reduktion der natürlichen Komplexität dynamischer Systeme auf theoretisch definierte Gesetze und Erklärungsmodelle, - auch unter der fiktiven oder irrationalen Voraussetzung von unbeweisbaren Axiomen bzw. transzendenten Glaubenssätzen.
   Der Mensch entwirft wissenschaftliche Theorien über natürliche Sachverhalte mit großer Komplexität, die er mit unvollkommen entwickelten Modellen aufzuklären versucht, - mit eingeschränkter Adäquatheit gemäß seinen ausgebildeten Begriffsstrukturen (vgl. 2.3. und 3.).
   Möglichst anschauliche Wissensdarstellungen sind deklarativ formulierbar für verständliche Beschreibungen und Erklärungen von modellhaft dargestellten Zusammenhängen wirklicher Sachverhalte.
   Die Anschaulichkeit einer Theorie unterstützt das theoretische Verständnis, gilt aber nicht als Wahrheitskriterium für die Theorie.

Zum Erkenntnisfortschritt meinte Max Planck (1858 - 1947): "Da die reale Welt im absoluten Sinn unabhängig ist von der einzelnen Persönlichkeit, ja unabhängig von aller menschlichen Intelligenz, so kommt jeder Entdeckung, die ein einzelner macht, eine ganz allgemeine Bedeutung zu." ...
   "Die Gewissheit, das wir mit jeder neuen Entdeckung, mit jeder daraus abgeleiteten neuen Erkenntnis dem Ziele näher kommen, muss als Ersatz gelten für die zahlreichen und gewiss nicht leicht zu nehmenden Nachteile, die mit der fortwährenden Verminderung der Anschaulichkeit und Bequemlichkeit in der Benutzung des Weltbildes verbunden sind." [aus Vortrag "Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft" an der Universität Bonn am 28. März 1947]

Die Erforschung von Operationsprinzipien des Lebendigen (vgl. kognitive Systeme) in der natürlichen Welt des Werdens und Vergehens gelingt dem nach Erkenntnis strebenden Menschen mit seinen ausbildbaren Vorstellungen nur modellhaft angenähert an die Wirklichkeit gemäß den kognitiv erfassten begrifflichen Beziehungen als (Er-)Kenntnissen seines Erfahrungswissens. Die eingeschränkte Ausbildung seiner Modellvorstellungen wird ermöglicht durch die evolutionär (genetisch) prädisponierte Lernfähigkeit seines strukturell veränderlichen Gehirns (d. h. im Rahmen der strukturellen Lerndisposition seines 'plastischen' Gedächtnissystems).

Aufgrund des Erkenntnisvermögens werden neue Kenntnisse situationsbedingt erworben und nach ihrer Überprüfung und Bewährung bestätigt als 'gewonnene Erkenntnisse' des Erfahrungswissens über untersuchte Objekte und ihre Beziehungen (vgl. 1.). -
   Grunderkenntnisse entsprechen fundamentalen Begriffsrelationen für prinzipielle Aussagen (vgl. Grundsätze oder Logos-Relationen, siehe 2.3.). Diese werden gemäß erfassten 'grundsätzlichen' natürlichen Beziehungen genutzt zur möglichst systematischen Darstellung des artgemäß erkannten Wesentlichen von analysierten Sachverhalten als 'informative' Formationen, die sinngemäß deutbar sind (vgl. 'eingeformte' semantische Information der syntaktischen Formation).

Objektivierbar sind (Er-)Kenntnisse als relationale Aussagen, die nur von 'Verstehenden' informativ genutzt werden können, - infolge ihrer kontextgerechten Einordnung in dafür passendes Wissen.
   Deutbare Aussagen werden dann richtig verstanden, wenn ihnen adäquate Begriffsbeziehungen interpretativ zugeordnet werden.

Formal-sprachlich beschreibbar sind kognitiv erfasste Beziehungen (als Begriffsrelationen) entsprechend erworbenen Kenntnissen von der Wirklichkeit, insbesondere hinsichtlich formulierbaren Funktionen, Verhältnissen und Assoziationen (vgl. mathematische Formeln und formallogische Verknüpfungen).
   Die dem Menschen möglichen "wissentlichen" Beschreibungen von erforschbaren Objekten oder Sachverhalten (der objektiven Realität) basieren auf seinen erinnerbaren (Modell-)Vorstellungen für deklaratives Wissen (ohne Gewissheit). - Explizite Aussagen für Wissensdarstellungen gelten unter theoretischen Einschränkungen (vgl. Randbedingungen) gemäß der systematischen Reduzierung auf besondere Aspekte der subjektiven Orientierung des symbolisch-abstrakten Denkens.

Nach realistischer Erkenntnis streben Forscher (Wissenschaftler oder Philosophen), die ihre subjektive Weltsicht durch rationale Einsicht verbessern wollen. Sie publizieren ihre objektivierbaren Vorstellungen als deklarative Aussagen, Thesen oder Weisheiten entsprechend ihrer Philosophie (griechisch: Liebe zur Weisheit).
   Als allgemeine Behauptungen zu verstehen sind philosophische Thesen der jeweiligen Theorie oder Lehre vom Sein, von den Ursprüngen der Welt und/oder vom Denken (vgl. Logik), - gemäß einer damit postulierten Weltanschauung oder Ideologie (vgl. klassifizierte "-ismen").
   Im Unterschied zur 'pragmatischen' Naturwissenschaft ist eine philosophische Denkart hinsichtlich ihrer Methodik und auch ihres Gegenstandsbereichs nicht eindeutig definierbar (vgl. Metaphysik). [11]
   Auf der Suche nach wahren Grundaussagen über die Welt, das 'Ich' oder ethische Prinzipien (vgl. Wahrheitssuche für Axiome über das, was ist oder sein soll), führt die Philosophie zu fiktiven (theoretischen) Antworten auf aspektorientierte Fragen, die von der Naturwissenschaft noch nicht beweiskräftig beantwortet werden. - Die philosophischen Antworten sind wie unbewährte Aussagen mit bisheriger Ungewissheit zu deuten, weil sie nicht wissenschaftlich begründet werden können.

Erkenntnistheoretisch nicht gefunden wurde eine "einzig mögliche" Methode zur souveränen Erlangung von sicherem Wissen über die Welt, das rational begründet werden kann. Dafür fehlt eine universelle Theorie der Erkenntnis, insbesondere zur kognitiven Problematik unterschiedlicher Denkmodelle der Quantentheorie und klassischen Physik.
   Unser vorstellungsgemäß aktuelles Weltbild und auch Menschenbild entsprechen dem jeweiligen Wissensstand aufgrund kognitiv-logischer Modellbildung. [7]
   Hypothetische Modellvorstellungen für theoretische Modelle können symbolisch-abstrakt dargestellt werden mit relationalen Aussagen über ausgebildetes Erfahrungswissen (vgl. 2.3. und 3.). [1]

Ein anspruchsvolles Ziel für wissenschaftliches Erkenntnisstreben ist die schrittweise Verbesserung eines möglichst fundamentalen (prinzipiellen) Verständnisses des tatsächlichen (physikalischen) Geschehens (vgl. 2.3.).
   Für forschend lernende Menschen kognitiv erreichbar ist ein "flexibles" detailliertes Verständnis wirklicher Sachverhalte oder Vorgänge, - auch selbstreflexive Deutungen individueller Rationalität (vgl. Selbsterkenntnis und Selbstkontrolle).

Die systematische Erforschung wirklicher Sachverhalte zwecks Erkenntnisgewinns über natürliche Grundprinzipien erzielt eine wissenschaftliche Wahrheitsfindung zur Verbesserung des ausgebildeten Erfahrungswissens. Durch neue Entdeckungen für Erkenntnisse können Denkmodelle korrigiert, geändert oder verbessert werden hinsichtlich ihrer relativen Wahrheit.
   Wissenschaftliche Wahrheitsfindung ist schrittweise möglich durch rationale Kritik beim Erkenntnisstreben im Kampf gegen irrationale Überzeugung und Selbsttäuschung.

Akzeptiert werden muss die relative Wahrheit des nach dem Bewährungsprinzip verbesserten Wissens über natürliche Gesetzmäßigkeiten und damit ermöglichte empirische Voraussagen, insbesondere hinsichtlich realistisch zu bewertenden Entscheidungsfolgen für 'intelligente' Problemlösungen. - Beim wissenschaftlichen Problemlösen zu berücksichtigen ist die eingeschränkte Gültigkeit oder fachliche Begrenztheit (vgl. Randbedingungen) jedes kognitiv gewonnenen Wissenszuwachses.
   Beim wissenschaftlichen Problemlösen zu berücksichtigen ist die eingeschränkte Gültigkeit oder fachliche Begrenztheit (vgl. Randbedingungen) jedes kognitiv gewonnenen Wissens-zuwachses.
   Als problematisch gilt die Eingeschränktheit jedes weiterführenden Wissens, das zur Beurteilung von neu verfügbaren Entscheidungsmöglichkeiten erforderlich ist.

Bisher Unerforschtes ist zu respektieren als Unerklärliches, - aber nicht als theologisch mystifiziertes 'Gotteswerk'.

Die sich praktisch erweisenden Grenzen des Wissens über Natur und Mensch werden bestimmt vom bisher realisierten wissenschaftlichen Fortschritt mit seinen Vor- und Nachteilen für die Gesellschaft.
   Aus ethischer Sicht gefordert wird ein "humaner" wissenschaftlich-technischer Fortschritt, der möglich ist durch "gewissenhafte" Forschungs - und Entwicklungsarbeiten mit sozialer Verantwortung für künftige Generationen (vgl. 3.3.).

Albert Einstein schrieb: "Ein menschliches Wesen ist ein Teil des Ganzen, das wir "Universum" nennen, ein in Raum und Zeit begrenzter Teil. Es erfährt sich selbst, seine Gedanken und Gefühle als etwas von allem Getrenntes - eine Art optische Täuschung seines Bewusstseins. Diese Täuschung ist für uns eine Art Gefängnis, das uns auf unser persönliches Verlangen und unsere Zuneigung für einige uns nahestehende Personen beschränkt. Unsere Aufgabe muss es sein, uns aus diesem Gefängnis zu befreien."

Mein Resümee - kenntnistheoretische Aspekte für kognitiv-logische Modelle (vgl. 2.2. und [1]):

   Die erforschbaren 'Naturgesetze' basieren auf evolutionär bewährten Relationen der komplexen Welt(en) mit veränderlichen Strukturen, die modellgemäß darstellbar sind entsprechend ausgebildeten (kognitiv-logischen) Begriffstrukturen als Vorstellungen in Gehirnen.
   Den kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen zwischen beobachtbaren Gegenständen (Dingen oder Ereignissen) entsprechen kenntnisspezifische Begriffsrelationen für empirische Urteile (definierte bedingte Relationen durch analytische Abstraktion und synthetische Verallgemeinerung, siehe 1.2., 2.3., 3.1. und 3.2.).
   Ein kognitives System kann durch 'induktives Lernen' neue Kenntnisse erwerben und praktisch nutzen (als empirische oder theoretische Erkenntnisse) für seine situationsangepasste Aktionssteuerung zwecks Selbsterhaltung (vgl. lerntypische Verhaltensänderung als 'Anpassung an den Wandel'). -
   Besondere Lernorientierungen sind: der jeweilige Handlungseffekt (vgl. Erfolg), insbesondere beim Lernen aus Fehlern (vgl. Methode 'trial and error'), oder die vorteilhafte Nutzung des jeweils 'kennen gelernten Neuen' (vgl. Beobachtung, Entdeckung oder Erfindung) zum Gewinnen von Erkenntnis für 'intelligentes' Verhalten (vgl. empirische Wissensverbesserung, Lernen durch Einsicht, - auch Handeln durch Nachahmung). [3]
   Die erworbenen Kenntnisse von erfassten Beziehungen werden begrifflich aufgefasst als 'bedingte Relationen', die einbezogen sind in modifizierte "kognitiv-logische" Funktionen der 'lernenden' Gedächtnisstruktur für ausbildbares Erfahrungswissen. [1] - [5]
   Ein situationsbedingter Kenntniserwerb ist naturalistisch erklärbar und technisch simulierbar durch kognitive Erfassung (Begreifen, Verstehen) eines kenntnisspezifischen Zusammenhangs als begriffliche Beziehung, - gemäß einem induktiven Lernmechanismus mit erfüllbarer Koinzidenzbedingung der Konnexanalyse nach dem Prinzip der Vereinbarkeit (vgl. 1.2).
   Aus beobachteten Einzelfällen induktiv (verallgemeinernd) angenommene Regel- oder Gesetzmäßigkeiten werden bestimmt als erlernte Regeln für 'empirische Implikationen' einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur. Diese gelten nur hypothetisch und müssen sich praktisch bewähren (Bestätigung, Konsolidierung), um nicht verworfen oder geändert zu werden (Falsifizierung bzw. Korrektur oder Umlernen). [2]
   Die durch induktives Lernen situationsbedingt erworbenen Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen werden (empirisch verallgemeinert) genutzt als "bisher bewährtes" Teilwissen, dessen angenommene Allgemeingültigkeit (ungewisse Regelmäßigkeit) so lange empirisch zu überprüfen ist, bis die praktische Bewährung (Konsolidierung) ausbleibt aufgrund einer Falsifizierung (vgl. notwendige Wissenskorrektur oder Umlernen gemäß veränderten Umweltbedingungen). [1] - [4]
   Erworbene (Er-)Kenntnisse ermöglichen Erinnerungen von Vorstellungen oder mit erkannten Situationen assoziierten Voraussagen (vgl. Erwartungen), die einbezogen werden in empirische Urteile bzw. Vorurteile, die auch logische Schlüsse (mit-)bestimmen können (vgl. 1.3. und 3.).
   Die zweckorientierte Nutzbarkeit von kognitiv-logischen Modellvorstellungen für empirische Urteile und logische Schlüsse hängt davon ab, ob diese nach kritischer Überprüfung als "bisher bewährt" gelten und logisch begründbar sind (vgl. 1.3. und 2.2.)
   Durch kognitiv-logische Modellbildung für wissenschaftliche Theorien können hypothetische Voraussagen logisch gefolgert oder "berechnet" werden. Referenz-Modelle zur zielorientierten Antizipation sind besondere Darstellungsformen für problemspezifisches Erfahrungswissen, nutzbar als 'prädiktive Modelle' (Umweltmodell, auch Selbstmodell). Probeweise Untersuchungen mit Hilfe von empirischen Vorhersagen am Modell (Simulationen) ermöglichen das rationale Auffinden von optimalen Problemlösungen für intelligentes Verhalten in kritischen Situationen (vgl. 3.).
   Eine notwendige Bedingung für die erfolgreiche Nutzung eines Referenz-Modells ist, dass seine formale Wissensstruktur weitgehend mit den wirklichen Sachverhalten der objektiven Realität übereinstimmt. Eine völlige Adäquatheit des Modells ist nicht erreichbar, begründet durch die Ungewissheit von Erfahrungswissen. Dieses muss sich praktisch bewähren, um nicht falsifiziert zu werden. Eine schrittweise Vervollkommnung von Theorien und Modellen erfolgt durch wissenschaftliche Erforschung von wirklichen Zusammenhängen, die aber unbeständig oder variabel sein können, wobei eine Objektivierbarkeit von Naturgesetzen angenommen wird. [7]
   Konstruktive Denkprodukte werden bestimmt als Resultate mentaler Operationen entsprechend begrifflichen Verknüpfungen der kognitiv-logischen Informationsverarbeitung gemäß funktionellen Gedächtnisleistungen (vgl. "denkendes" Gedächtnissystem). Ihre formale Objektivierung ist möglich mittels deklarativen Aussagen von Begriffsrelationen als sprachlichen Darstellungsformen für kognitiv ausbildbare semantische Begriffsstrukturen, die mit symbolisch-abstrakten (syntaktischen) Modellen mehr oder weniger anschaulich beschrieben werden können (vgl. 3.1. und 3.2.).
   Konstruktive (Denk-)Modelle des deklarativen Wissens sind als relationale Modelle strukturell darstellbar mittels relationalen Aussagen von begrifflichen Beziehungen und auch empirischen Implikationen, insbesondere mit formalen Begriffsrelationen (vgl. Prädikatoren) als expliziten Relationen zwischen vereinbarten Begriffssymbolen (vgl. Nominatoren), die als definierte Symbole (Invarianten, Variablenwerte) für zugeordnete Begriffsklassen fungieren (vgl. 1.3., 2.3., 3.1. und 3.2.). -
   Bei 'kognitiv-logischen' (dynamischen) Wissensdarstellungen entsprechen die kenntnisspezifisch ausgebildeten Begriffsrelationen den 'erlernten' bedingten Relationen, die einbezogen sind in bedingte Logik Funktionen, - basierend auf dem situationsbedingten Kenntniserwerb beim induktiven Lernen des Gedächtnissystems aufgrund seiner strukturellen Lerndisposition (vgl. 1.2. und 2.2.). [1] - [4]



2.2. Formale Logik und Kognitive Logik für dynamische Wissensdarstellungen

Albert Einstein schrieb: "Ohne den Glauben daran, dass es grundsätzlich möglich ist, die Wirklichkeit durch unsere logischen Konstruktionen begreiflich zu machen, ohne den Glauben an die innere Harmonie unserer Welt, könnte es keine Naturwissenschaft geben. Dieser Glaube ist und bleibt das Grundmotiv jedes schöpferischen Gedankens in der Naturwissenschaft." (1938) [10]
   Max Planck meinte: "Nicht nach der Qualität, sondern nur nach dem Grade der Feinheit und Vollständigkeit unterscheidet sich das wissenschaftliche von dem gewohnheitsmäßigen Denken, etwa ebenso, wie sich die Leistungen eines Mikroskops von den Leistungen des bloßen Auges unterscheiden. Dass das gar nicht anders sein kann, erhellt schon einfach daraus, dass es nur eine einzige Art von Logik gibt, dass also aus gegebenen Voraussetzungen die wissenschaftliche Logik nichts anderes ableiten kann als die des ungeschulten praktischen Verstandes." [aus "Sinn und Grenzen der exakten Wissenschaft", Vortrag an der Universität Bonn am 28. März 1947]

Verstand wird bestimmt als Erkenntnisvermögen für "intellektuelle" Deutungen und Urteile durch praktische Einsicht in erfasste Zusammenhänge von Sachverhalten. Dabei bezeichnet Sachverhalt den allgemeinen Begriff für einen Tatbestand oder ein Verhältnis verschiedener Dinge (vgl. 1.1. und 2.3.).
   Von Menschen erkennbare und deutbare Sachverhalte sind entweder als Tatsachen (objektive Fakten) wirklich feststellbar (d. h. kommen tatsächlich vor) oder sind nur 'subjektiv vorgestellte' Sachverhalte (d. h. keine Tatsachen), beispielsweise Gegenstände von Halluzinationen, Fiktionen oder falschen (Aussage-)Sätzen.

Kennen gelernte Sachverhalte können wie begrifflich bekannte Gegenstände (z. B. Objekte, Phänomene oder Situationen) gemäß dem individuellen Erfahrungswissen (wieder-)erkannt werden, um sie bezüglich der subjektiven Lage zu bewerten und damit empirisch zu beurteilen.
   Ein verstandener Sachverhalt ist symbolisch-abstrakt formalisierbar mit relationalen Aussagen für elementare Urteile entsprechend den veranlagten und erworbenen Kenntnissen, insbesondere von mindestens einer erfassten Beziehung (vgl. bedingte Relation einer kognitiv-logischen Begriffsstruktur).

Die systematische Formulierung relationaler Aussagen (vgl. formale Logik) gelingt mit elementaren Darstellungsformen für situationsbedingte Urteile (z. B. Implikationen s. u.), die begrifflichen Verknüpfungen entsprechen und kenntnisspezifische Schlussfolgerungen funktionell bestimmen (vgl. 2.1.).
   Ojektivierte Schlussformen für 'logisch gültige' Schlüsse (Inferenzen) entsprechen den jeweils argumentativ einbezogenen Urteilen (mit subjektiven Bewertungen) und können als "logisch begründete" Entschlüsse kommunikativ mitgeteilt werden (vgl. 3.1.). [1] [2]

Das griechische Wort »Logos« bezeichnet ein zentrales Konzept der antiken Philosophie und gilt für die Assoziation: Begriff, Wort, Gedanke, Rede, Lehre und Vernunft im Sinne von 'vernünftiger Rede' und andererseits von 'Weltvernunft' oder 'Wesen der Welt' (vgl. antike Logosmetaphysik einer vernünftigen Weltordnung). Bei Platon und Aristoteles galt 'Logos' auch als Methode der Wahrheitssuche im Sinne einer richtigen, begründeten und überzeugenden Rede (Argumentation für Schlüsse, vgl. Syllogismen nach Aristoteles).
   Ontologisch verallgemeinert wurde der Begriff 'Vernunft' zur "ordnenden" natürlichen Vernunft und sogar zum höchsten Prinzip gleichbedeutend mit Gott, - laut Bibel, Johannes 1: "Im Anfang war Logos" ('das Wort' nach Martin Luthers Übersetzung). Diese 'Logoszentriertheit' der Philosophiegeschichte (bereits vor der rationalistischen Aufklärung) droht die ursprüngliche Seinserfahrung zu verdrängen (nach Martin Heidegger). [11]

Als »Logik« wurde oft eine Theorie der (logisch definierbaren) Gesetze des Denkens bezeichnet. Die Logik, aufgefasst als mathematische Theorie des Argumentierens, ist eine normative Theorie gültiger Schlüsse (Inferenzen) und hat die Aufgabe, die Wahrheit von Aussageformen und die Gültigkeit von Schlussformen zu bestimmen. [12]

Der Logizismus nach Gottlob Frege, Edmund Husserl u. a. vertritt die Annahme, dass die Logik nicht aus Erfahrung abgeleitet werden kann und einen eigenen Geltungsbereich hat (logische Gedankenwelt), wobei die 'logisch abgeleitete' Mathematik als eine Weiterentwicklung der Logik aufgefasst wird (schon bei Gottfried Wilhelm Leibniz). Dagegen vertritt der Psychologismus die psychologieorientierte These, dass die Logik mit faktischen Gesetzen des menschlichen Denkens identifizierbar ist. Danach wäre 'Wahrheit' bestimmbar als Einklang mit logischen Gesetzen, aber ohne Vergleich mit Prinzipien der erfahrbaren Wirklichkeit. [11]

Der Naturalismus (vgl. Philip Kitcher u. a.) widerspricht dieser logisch und apriorisch orientierten Tradition der Rechtfertigung von mathematischen Axiomen gemäß konstruktivistischen oder platonistischen Anschauungen und behauptet, dass die mathematischen Aussagen ebenso wie naturwissenschaftliche Aussagen empirisch gerechtfertig werden müssen, und dass ihre Rechtfertigung nicht durch logische Deduktion aus Axiomen und Definitionen erfolgen kann, sondern nur mit Bezug auf kausale Relationen entsprechend den historisch (aufeinander aufbauend) entwickelten Überzeugungen für mathematische Aussagen.

Mein naturalistischer Erklärungsansatz zum 'kognitiv-logischen' Verstehen mittels prädiktiven Denkmodellen für intelligentes Verhalten und höhere Lernformen basiert auf der konzeptionellen Bestimmung der in mentalen Prozessen nutzbaren (empirischen oder theoretischen) Erkenntnisse als 'bewährte' Kenntnisse von kognitiv erfassten Zusammenhängen, die analog begrifflichen Beziehungen als 'bedingte Relationen' des ausgebildeten Erfahrungswissens logisch-funktionell nutzbar sind und kurz- oder langzeitig gespeichert werden können in mindestens einer lernfähigen Gedächtnisstruktur.
   Induktives Lernen eines Gedächtnissystems wird vorbestimmt ermöglicht durch seine 'strukturelle Lerndisposition' (definiert als Menge von real und/oder assoziativ konditionierbaren Assoziationen), die voraussetzungsgemäß fungiert als potenzielle Anlage (Veranlagung) zum situationsbedingten Kenntniserwerb durch kognitive Zusammenhangserfassung aufgrund von vorgegebenem Basis-Wissen (für Grundfunktionen a priori) und bereits ausgebildetem Erfahrungswissen (als Vorwissen, vgl. 1.2.).
   Lerntypische Modifikationen der Gedächtnisstruktur für Erfahrungswissen werden bestimmt mit 'strukturell erlernten' bedingten Relationen, die als erworbene Kenntnisse zunächst hypothetisch gelten und sich bewähren können als erfahrungsgemäß gewonnene 'Erkenntnisse'. Ihre mögliche Konsolidierung oder Falsifizierung (vgl. Vergessen oder Umlernen) gelingt durch kritische Überprüfungen von kenntnisspezifischen Urteilen hinsichtlich des wirklichen Zutreffens der ihnen entsprechenden Aussagen (vgl. realistische Bewährung theoretischer Annahmen durch ihre praktische Bestätigung oder empirische Rechtfertigung, siehe 2.1.). [1] - [5]

Ich postulierte: Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis; - ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis (vgl. 1.1.2.)
   Schon Galileo Galilei (1564-1642) stellte fest: "Die Erfahrung und die sinnliche Wahrnehmung verdienen vor aller Spekulation den Vorzug, auch wenn diese noch so begründet sein mag."
   Der logische Rationalismus (bei Christian Wolff), der all unser Wissen auf "rationale" Vernunftwahrheiten unabhängig von Erfahrungen zurückführt, kann aussagenlogisch dadurch widerlegt werden, dass synthetische Sätze als 'faktisch bestimmte Einsichtsformen' von empirischen Erkenntnissen nicht aus analytischen Vernunftwahrheiten logisch abgeleitet werden können (d. h. nicht als logisch gültige Schlüsse durch Deduktion nach "starren" Regeln). [12, S. 109]

Albert Einstein schrieb: "Logisches Denken ist notwendig deduktiv, auf hypothetische Begriffe und Axiome gegründet. Wie dürfen wir hoffen, letztere so wählen zu können, dass wir auf ihre Bewährung ihrer Konsequenzen an den Erscheinungen hoffen dürfen? Der günstigste Fall liegt offenbar dann vor, wenn die neuen Grundhypothesen durch die Erlebniswelt selbst oder durch Bewährung von theoretischen Bemühungen an der Erlebniswelt nahe gelegt werden." [AEA 122-858, S. 18, Physik und Realität, 1935] [10]
   "Inhalt erlangen die Begriffe erst dadurch, dass sie - wenn auch noch so mittelbar - mit den Sinneserlebnissen verknüpft sind. Diese Verknüpfung aber kann keine logische Untersuchung aufdecken; sie kann nur erlebt werden. Und doch bestimmt gerade diese Verknüpfung den Erkenntniswert der Begriffssysteme." [Mein Weltbild, Das Raum-, Äther- und Feldproblem der Physik, 1930] [10]
   "Durch bloßes logisches Denken vermögen wir keinerlei Wissen über die Erfahrungswelt zu erlangen; alles Wissen über die Wirklichkeit geht von der Erfahrung aus und mündet in ihr. Rein logisch gewonnene Sätze sind mit Rücksicht auf das Reale völlig leer." [Mein Weltbild, Zur Methodik der theoretischen Physik, 1930] [10]
   "Das Erfinden ist kein Werk des logischen Denkens, wenn auch sein Endprodukt an die logische Gestalt gebunden ist." [10]
   "Damit Denken nicht in »Metaphysik« bzw. in leeres Gerede ausarte, ist nur notwendig, dass genügend viele Sätze des Begriffssystems mit Sinneserlebnissen hinreichend verbunden seien und dass das Begriffssystem im Hinblick auf seine Aufgabe, das sinnlich Erlebte zu ordnen und übersehbar zu machen, möglichst Einheitlichkeit und Sparsamkeit zeige. Im Übrigen aber ist das »System« ein (logisch) freies Spiel mit Symbolen nach (logisch) willkürlich gegebenen Spielregeln. Dies alles gilt in gleicher Weise für das Denken des Alltags und für das mehr bewusst systematisch gestaltete Denken in den Wissenschaften." [B. Russell und das philosophische Denken, 1944] [10]

»Logisches Denken« bedeutet ein funktionelles Operieren mit elementaren Begriffsformen (als verifizierbaren Invarianten) für analytische/synthetische Urteile und argumentative (logische) Schlüsse, wobei kenntnisspezifisch ausdrückbare (Symbol-) Zuordnungen den jeweils in Beziehung gesetzten Begriffen entsprechen. - Beim logischen Urteilen, möglichst unbeeinflusst von emotionalen Bewertungen, entspricht jede begriffliche Zuordnung einer (logischen) Verknüpfung von mindestes zwei Begriffen, die in ihrem Kontext bestimmt werden mit relationalen Kenntnissen unter der Voraussetzung von bekannten Grundbegriffen. Definierbar sind explizite Aussagen von Urteilen als formale Logik-Funktionen für Wissensdarstellungen mit logischen Strukturen (vgl. 2.3. und 3.2.). [1]

Bedingt definierte Ausdrucksformen für semantische Begriffsrelationen beim logischen Urteilen und Schließen sind sprachlich formulierte 'Implikationen' (def. Wenn-dann-Sätze) entsprechend kausalen Beziehungen zwischen verknüpften oder zugeordneten Begriffssymbolen als formale Darstellungselemente. Mit 'kausalen' Symbolzuordnungen objektivierbar sind logische Funktionen für elementare Urteile und logische Schlüsse (Inferenzen). Diese können computertechnisch implementiert werden, insbesondere für programmierte Berechnungen oder Steuerungen (vgl. Logik-Hardware und Software für Computer).
   Als Implikation (lat. Verflechtung, Einbeziehung) bezeichnet wird das begriffliche Einbeziehen einer Sache (lat. res; Ding, betrachtet als Objekt) in eine andere. Formallogisch ausgedrückt werden Implikationen als konditionale oder hypothetische Aussagen wie "wenn p, dann q" (vgl. Modus ponens), wobei an Stelle der Begriffssymbole p und q jeweils auch mehrere (konjunkte) Variablen möglich sind, die gemäß ihrer logischen Verknüpfung einander zugeordnet werden können (vgl. definierte Logik-Funktion für zugeordnete Formationen, siehe 3.2.).

Sinnvolle Begriffe sind semantische Abstrakta von realen oder fiktiven Gegenständen (Dingen, Phänomenen, Eigenschaften), Sachverhalten (Zusammenhängen, Beziehungen) oder Geschehnissen (Vorkommnissen, Ereignissen).
   Benennbare Begriffe werden bezeichnet mit formalen Begriffssymbolen (Nominatoren oder Prädikatoren). Alternative (disjunkte) Begriffssymbole (z. B. Zeichen, Wörter oder Muster) für 'mehrwertige' Begriffe sind formalisierbar mit verifizierbaren Werten (Invarianten) von Variablen, die als Platzhalter für selektierbare Variablenwerte in formal definierten Ausssagen fungieren (siehe 3.2.). Aussagevariablen werden beispielsweise genutzt in mathematischen Formeln oder Schemata für Funktionen bzw. Relationen. [1] [4]

In Beziehung gesetzte Begriffe entsprechen funktionellen Verknüpfungen, die operativ genutzt werden für 'analytische' oder 'synthetische' Urteile und logische Schlüsse (Konklusionen, Schlussfolgerungen oder Inferenzen).
   Ein Urteil ist die prädikative Bestimmung eines besonderen Begriffs (bezeichnet mit Prädikator) in Zuordnung zu einem oder mehreren (kombiniert verknüpften) Begriffen aufgrund von begrifflichen Beziehungen (Assoziationen, Relationen), die nutzbaren Kenntnissen entsprechen (vgl. Kausalitätsbeziehungen für 'begründete' Implikationen). [1]
   Ein Schluss ist eine Folgerung (Konklusion) durch logische Verknüpfung mehrerer Urteile (als Prämissen) zu einem theoretischen (möglichst gutem und zwingenden) Argument, das eine (möglichst gültige) Konlusion aus mindestens zwei Prämissen umfasst (vgl. Syllogismus oder Wenn-dann-Schluss als Implikation).

Situationsbedingtes Urteilen und folgerichtiges Schließen sind erklärbar als Grundoperationen des logischen Denkens, worauf auch "rationales" Verstehen und "intelligentes" Problemlösen zurückführbar sind. Fundamentale logische Operationen (vgl. elementare Logik-Funktionen) sind konzeptionell nutzbar für deklarative Begriffsbestimmungen mittels im passenden Kontext verständlich vereinbarten Symbolen (vgl. verknüpfte Variablen, Zeichen oder Wörter). Durch logische Systematisierung möglich sind die prägnante Formulierung, kritische Überprüfung und sachliche Begründung von expliziten Aussagen, insbesondere von analytischen oder synthetischen Sätzen, deren Wahrheitswerte semantisch (bedeutungsgemäß) bzw. empirisch (beobachtungsgemäß, faktisch) bestimmt werden (vgl. 2.3.).

Logische Verknüpfungen von Begriffen und ihren Beziehungen sind formal darstellbar mit Relationen (Assoziationen) und verknüpften Aussagevariablen für Urteile, Schlüsse oder Logik-Funktionen zur Wissensdarstellung (vgl. semantische 'kausale' Begriffsnetze, siehe 1.3. und 3.). [1]

Kritisch überprüfbare Ausdrucksformen für Aussagen (als Urteile, Behauptungen oder Thesen) können logisch begründet werden mit Argumenten als geschlussfolgerten Beweisen (vgl. logische Ableitungen, Deduktionen) entsprechend dem bisher bewährten Wissen basierend auf (Grund-)Erkenntnissen für prinzipielle Prämissen.
   Die Logik als (philosophische) Theorie des Argumentierens untersucht konzeptuelle Schemata für korrektes Schließen zur Auffindung und Nutzung von Logik-Regeln zwecks Begründung von Urteilsformen für 'gültige Schlüsse', die logischen Folgerungen von Aussagen entsprechen (nutzbar als Argumente). - Dabei werden sprachliche Ausdrücke von Schlussfolgerungen formal dargestellt mit in Beziehung gesetzten Variablen (vgl. prädikative Aussagevariablen für begriffliche Relationen). -
   Die Logik als Lehre vom "richtigen" Denken, Urteilen und Schließen, hat die Aufgabe zu bestimmen, welche formalen Aussagen (Aussageformen) als 'logisch wahr' gelten und welche Schlüsse (Schlussformen) 'logisch gültig' sind, wobei von semantischen Inhalten der Aussageformen (z. B. Satzbedeutungen) abstrahiert wird. [12, S. 66]
   Die formale Logik oder mathematische Logik (def. klassische Logik, nach Aristoteles) ist orientiert auf theoretische Normen des korrekten Folgerns oder (erkenntnistheoretisch aufgefasst) auf definierte Gesetze für deduktive Ableitungen, d. h. aus Vorwissen gefolgerte Schlüsse (Inferenzen).
   Den deduktiven Ableitungen nach theoretischen Regeln entsprechen Schlussfolgerungen (Konklusionen aus Prämissen, Top-Down-Schlüsse) ausgehend von bereits gefällten Urteilen (als Prämissen) über tatsächliche oder vorgestellte Sachverhalte (vgl. beurteilte Situationen). Durch deduktive Inferenzen (Schlüsse) können bestimmte Aussagen als verständliche Ausdrucksformen (z. B. sprachliche Ausdrücke) objektiviert werden, um sie kommunikativ mitzuteilen.

Ein »verständlicher Ausdruck« (als Form mit 'informativem' Inhalt) ist eine syntaktisch korrekte und semantisch richtige Zeichenfolge (Aussagesatz), die nach den zu Grunde gelegten Regeln gebildet wurde und als »Aussage« eine Behauptung über einen Sachverhalt ausdrückt, die 'wahr' oder 'falsch' sein kann.
   Elementare Grundaussagen sind symbolisch darstellbar mit Werten von binären Variablen (def. Bits), d. h. mit zwei alternativen Wahrheitswerten (1 bzw. 0) für "wahr" oder "falsch".
   Jeder logische Satz (beliebiger Länge) kann als digitalisierte Aussage in codierter Form als eine spezielle Bit-Folge (sequence of binary digits) dargestellt werden, was besonders vorteilhaft ist für eine computergestützte Speicherung, Verarbeitung und auch Übertragung von Informationen (d. h. Nachrichten als semantische Inhalte von syntaktischen Bit-Folgen).

Die Aussagenlogik beschreibt deklarative Aussagen (der formalen Logik) reduziert auf elementare Ausdrucksformen von begrifflichen Verbindungen oder Verknüpfungen (Begriffsrelationen bzw. Begriffsstrukturen), d. h. nur mit 'symbolisch-abstrakten' Aussagevariablen (als verifizierbare Begriffssymbole) und mit 'logisch-funktionellen' »Junktoren« (als logische Assoziationssymbole) zur Kennzeichnung von fundamentalen Aussageverbindungen (und, oder, nicht, entweder-oder, wenn-dann, weil). - Aussagenlogisch formalisierbar sind Aussagesätze als explizite Darstellungsformen von logischen Verknüpfungen der Wahrheitswerte von (mathematisch) definierten Aussagevariablen (vgl. formale Logik-Funktionen für objektivierbare Urteile oder Schlüsse).
   Alle definierbaren Typen von Junktoren der Aussagenlogik können auf die 'logischen Grundverknüpfungen' Konjunktion, Disjunktion und Negation zurückgeführt werden (vgl. disjunktive Normalform der Boole´schen Algebra).
   Nach Grundregeln der Aussagenlogik ist situationsgemäß bestimmbar, ob ausgehend von logisch verknüpften Aussagen jeweils zugeordnete Urteile "wahr" sind und ob "gültige" Schlüsse aus Urteilen gefolgert werden können (vgl. Entscheidungsverfahren als aussagenlogischer Algorithmus).

Die formal-sprachliche Darstellung von objektivierbaren Logik-Funktionen gelingt mit grammatisch bestimmten Aussagen als Sätzen mit vereinbarten Begriffssymbolen eines Vokabulars (vgl. Zeichen oder Wörter, auch codierte Bit-Folgen), die funktionell zugeordnet werden zu Begriffen in logischer Verknüpfung.
   Mit Hilfe der Aussagenlogik können ausgebildete Begriffstrukturen symbolisch-abstrakt modelliert werden. Logische Verknüpfungen von begrifflichen Beziehungen sind ausdrückbar in vereinbarten Darstellungsformen für Logik-Funktionen und Relationen eindeutiger Kausalität (vgl. 3.2.).

Die Prädikatenlogik (besser: 'Prädikatorenlogik', - mit Quantoren nach Gottlob Frege) untersucht strukturierte Aussagen, die in quantifizierte Teilsätze zergliedert werden, wobei definierte Quantoren (All- und Existenzquantoren) für Variablen von Prädikatorenschemata neben Junktoren gelten.
   Die Prädikatenlogik prüft die Wahrheit von Sätzen und die Gültigkeit von Schlüssen, die durch Ersetzung der Variablen in Prädikatorenschemata durch Nominatoren und Prädikatoren entstehen. Nominatoren (Namen, Indikatoren, Kennzeichen) für singuläre Begriffe bezeichnen jeweils den Gegenstand einer Aussage. Prädikatoren (Eigenschaftswörter oder Verben) für generelle Begriffe bezeichnen Eigenschaften von Gegenständen oder Beziehungen zwischen Gegenständen. Mit einstelligen oder mehrstelligen Prädikatoren werden Eigenschaften bzw. Beziehungen (Relationen) ausgedrückt, die sich formallogisch überprüfen lassen.

Die klassische Logik basiert auf dem Satz vom ausgeschlossenen Dritten, der nur zwei Wahrheitswerte ('wahr' oder 'falsch') für Aussagen zulässt und damit im Widerspruch steht zu möglichen Ausnahmen (von Regeln) oder unsicheren Annahmen aufgrund von erworbenen Kenntnissen (erlernten Relationen des Erfahrungswissens).

Nichtklassische Logiken berücksichtigen mehr als zwei Wahrheitswerte (mehrwertige Logik). Die »Modallogik« bestimmt Aussagebeziehungen nach ihrer Modalität (möglich, wirklich, notwendig). Neuere Logiken befassen sich auch mit logischen Verknüpfungen von Wahrscheinlichkeiten (Möglichkeiten) für selektierbare Variablenwerte (vgl. Wahrscheinlichkeitslogik, mit CAND- und COR-Knoten) oder von unscharfen Mengen in Zuordnung zu 'unscharfen Merkmalen' (vgl. Fuzzy-Logik).

Ein "vermutliche" Aussage (z. B. empirisches Urteil, These oder Abschätzung) kann nicht nur "wahr oder falsch" sein (mehr als zwei Wahrheitswerte), weil sie als "nicht erwiesen" (ungewiss) gedeutet werden muss, d. h. zu bewerten ist als "möglich" (wahrscheinlich, hypothetisch) oder als "relativ wahr" (unscharf bestimmt).

Die klassische (formale oder mathematische) Logik erzielt argumentativ begründbare Aussagen entsprechend kenntnisspezifischen (Begriffs-)Relationen zur Urteilsbildung für deduktive Inferenzen (als "top down"-Schlüsse), die aus axiomatischen Prämissen abgeleitet werden gemäß 'normativen' Regeln für logische Urteile und Schlussfolgerungen (geeignet für routinemäßige Problemlösungen).
   Sprachliche Beschreibungsmittel der formalen Logik sind prädikative Ausdrücke für Relationen zwischen symbolischen Variablen, deren Werte (def. verifizierbare Invarianten) als Begriffssymbole fungieren (gemäß Datencode). Damit objektivierbar sind Begriffsrelationen für Urteile und logische Schlüsse (Inferenzen), insbesonderte urteilsgemäß abgeleitete 'deduktive' Schlussfolgerungen (vgl. 3.1.).
   Die technische Symbolverarbeitung in Computern wird ermöglicht mittels programmierten Anweisungen (Befehlen, Klauseln oder Implikationen) gemäß prädikatenlogischen Regeln oder problemspezifischen Algorithmen (vgl. methodisches Fachwissen) zur funktionellen Bestimmung von (seriellen oder parallelen) Verknüpfungsoperationen für Symbol-Zuordnungen analog Urteilen, die als elementare Logik-Funktionen situationsabhängig implementiert werden entsprechend der konzeptionell definierten Wissensdarstellung, - insbesondere bestimmt von logischen Implikationen (Wenn-dann-Aussagen) für Urteile und auch Schlüsse (vgl. Inferenzsysteme als interaktive Beratungs- oder Expertensysteme mit Wissensdarstellungen für Auskünfte oder Steueraufgaben).
   Alle logisch funktionierenden Computer vollziehen ihre Berechnungen und Problemlösungen gemäß programmierten Algorithmen nach vereinbarten Regeln für logisch-funktionelle Zuordnungen von Symbolen (vgl. Instruktionen von Programmiersprachen).
   Fallspezifisch objektivierte Logik-Funktionen, meist logische Verknüpfungen binärer Variablen (vgl. Boole´sche Algebra), werden implementiert in vielfältigen Nutzungsformen der Informatik und Robotertechnik, insbesondere als schnelle Logik-Hardware (vgl. Computer-Schaltkreise) und durch Logische Programmierung (vgl. logische Steuerungen und Wissensdarstellungen). [2]

Meine These: Kognitiver Sachverstand basiert auf bewährten Kenntnissen (definiert als 'Erkenntnisse') des Erfahrungswissens, die "kognitiv erfassten" begrifflichen Beziehungen entsprechen und in "erlernte" logische Verknüpfungen erfahrungsgemäß einbezogen werden, z. B. für bedingte Logik-Funktionen aufgrund von 'induktiven' Implikationen (vgl. "wenn-dann"-Schlüsse).
   Aus der Deutung und Beurteilung von tatsächlichen bzw. vorgestellten Situationen resultieren logische Schlüsse als induktive oder deduktive Inferenzen (vgl. Konklusionen aus Prämissen), wobei grundsätzliche Urteile kenntnisspezifisch bestimmt werden durch die funktionelle Einbeziehung (Implikation) von veranlagten und/oder bedingten (Begriffs-)Relationen des Basis- bzw. Erfahrungswissens (vgl. Grundfunktionen bzw. erlernte Regeln).
   Sprachliche Darstellungsformen für objektivierbare (Er-)Kenntnisse entsprechend begrifflichen Beziehungen sind 'relationale Aussagen' (Sätze oder Relationen), die kommunikativ mitteilbar sind als empirische Urteile oder logische Inferenzen (vgl. Begriffsrelationen bzw. Schlussfolgerungen, vgl. 2.1.).
   Ein lernfähiges (kognitiv-logisches) Gedächtnissystem nutzt sein veränderliches Erfah-rungswissen zur individuellen Interpretation von symbolischen Mustern und kann situationsangepasstes Verhalten erlernen, um sich auf einem bestmöglichen Niveau gemäß seiner 'rationalen' Autonomie zu behaupten (Adaption, Intelligenz). Es funktioniert nach eigenen Organisationsprinzipien (u. a. für Erkennung, Bewertung, Beurteilung und Entscheidung) und nutzt erworbene Kenntnisse für empirische Urteile. Sein ausbildbares Wissen entspricht veranlagten, erprobten und auch vermuteten Regeln hinsichtlich seiner Umwelt oder möglicherweise auf sich selbst bezogen (vgl. Umweltmodell bzw. Selbstmodell, siehe 1.3.).

Gemäß meinem 'kenntnistheoretischen' Ansatz für eine Kognitive Logik werden die für kognitive Leistungen erworbenen (Er-)Kenntnisse als bedingte Relationen 'strukturell gespeichert' (kurz- oder langzeitig) im "assoziativen Gedächtnis" für Erinnerungen, wodurch sie funktionell genutzt werden können in 'kognitiv-logischen' Verknüpfungen für mentale Operationen eines lernfähigen Gedächtnissystems. Hiermit vergleichbar ist das systemtheoretische Phänomen "denkendes Gedächtnis(system)", das bestimmt wird als funktionelle Einheit von Speicher und Prozessor zur interpretativen Informationsverarbeitung aufgrund kognitiver Leistungen mit erinnerbaren Voraussagen "aus Erfahrung", insbesondere für empirische Urteile und induktive Schlüsse (Inferenzen). [1]
   Kognitiv-logische (Denk-)Operationen werden beeinflusst von 'strukturell erlernten' bedingten Relationen, die aufgefasst werden als 'erworbene Kenntnisse' analog ausgebildeten begrifflichen Beziehungen (Begriffsrelationen) des Erfahrungswissens. Diese bestimmen symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen (Erinnerungen) und assoziierte Voraussagen (Erwartungen), die funktionellen Einfluss haben auf empirische Urteile für situationsangepasste Schlüsse (vgl. induktiv erlernte Inferenzen) und optimale Entscheidungen für "intelligentes" (problemlösendes) Verhalten. [2] [3]

Die aufgezeigte "Kognitive Logik" (vgl. meine seit 1978 publizierten Thesen, Definitionen und Konzepte) ermöglicht einen systemtheoretischen Paradigmenwechsel hinsichtlich der technischen Entwicklung von KI-Systemen mit lernfähigen 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstrukturen, die gekennzeichnet sind durch "dynamische" Wissensdarstellungen mittels Begriffssymbolen und ihren veranlagten und (erfahrungs-)bedingten Relationen, womit kognitive Leistungen ermöglicht werden, insbesondere auch induktive Inferenzen (als "buttom up"-Schlüsse).[1] [4] [24]

Logische Funktionen für deduktive und induktive Schlüsse (Inferenzen) können außerhalb von Gehirnen in "logisch gesteuerten" Maschinen technisch implementiert werden (vgl. logische Grundoperationen und programmierte Funktionen in Computern).

Im Unterschied zur klassischen Logik auf der Basis von "starr formuliertem" Regel-Wissen ohne Befähigung zum induktiven Lernen, hat ein neuartiges kognitiv-logisches Systemkonzept "Intelligenter Automat" den Vorzug seiner vorbestimmten 'strukturellen Lerndisposition' als potenzielle Anlage für induktiv erlernbare bedingte Relationen, die erworbenen Kenntnissen entsprechen. Damit ermöglicht werden 'erfahrungsgemäße' Implikationen für bedingte Logik-Funktionen, die in lernfähigen Gedächtnisstrukturen situationsabhängig ausbildbar und modifizierbar sind (vgl. erlerntes Erfahrungswissen, das konsolidiert, korrigiert oder falsifiziert werden kann). [1] - [5]
   Die Simulation kognitiver Leistungen aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb gelingt durch innovative Modellierung von lernfähigen Gedächtnissystemen mit 'bedingten Logik-Funktionen', die ausgebildeten 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen entsprechen und auch für höhere Lernformen konzipierbar sind. [2] [3] [4]
   Eine kybernetische Aufgabe ist die Simulation kognitiver Gedächtnisleistungen für höhere Lernformen, insbesondere basierend auf vorstellungsgemäßen (mit Situationsmerkmalen assoziierten) Voraussagen zur erfahrungsbedingten Beeinflussung von empirischen Urteilen und subjektiven Bewertungen, die maßgebliche Bedeutung haben für lerntypische Verhaltensänderungen (Lernformen) wie 'bedingte Aktionen' oder 'Erwägungen optimaler Entscheidungen'. [1] - [3]
   Situationsabhängig assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" entsprechen objektbezogenen oder effektorientierten Erwartungen. Letztere ermöglichen das 'bedingte Erwägen' einer optimalen Entscheidung, d. h. die "intelligente" Entscheidungsfindung in Folge der kritischen Bewertung von "assoziativ erinnerten" Erwartungen für voraussichtliche Handlungskonsequenzen (vgl. Abwägen der 'Efferenzentwürfe' vor dem Entschluss). [3]
   Empirische Voraussagen (Prädiktionen, Erwartungen) basieren auf assoziativ nutzbarem Erfahrungswissen, das gewonnen und verbessert wird entsprechend den situationsbedingt erworbenen Kenntnissen von kognitiv erfassten Beziehungen, wobei kenntnisspezifisch definierte bedingte Relationen charakteristisch sind für ausgebildete Begriffsstrukturen. [1]
   Erfahrungswissen für Vorstellungen und Voraussagen wird bestimmt mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen von erfassten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte, die als 'bedingte Relationen' kognitiv-logischer Begriffsstrukturen formal darstellbar sind und als 'bisher bewährte' Erkenntnisse objektiviert mitgeteilt werden können (vgl. 3.).

Empirische Aussagen basieren auf Vorstellungen oder Vorurteilen gemäß situationsabhängig assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" (erinnerten Erwartungen), die 'kognitiv-logisch' implementierbar sind mit kenntnisspezifisch bedingten Symbolverknüpfungen, wobei erworbene Kenntnisse als (erfahrungs-)bedingte Relationen in Form konditionierter Assoziationen dargestellt werden können (vgl. empirische Implikationen aufgrund gewonnener Erkenntnisse). [1] [4]

Im Gegensatz zu stereotypen Automatismen der routinierten Verhaltenssteuerung erfolgt beim Lernen durch Erfahrung, z. B. nach effektorientiertem Versuch (vgl. 'trial and error'-Methode), eine lerntypische Änderung des Verhaltens aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb, der eine Voraussetzung ist für erlernte Urteile oder situationsangepasste Entscheidungen unter Einbeziehung von mit aktuellen Wahrnehmungen assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung". [2] [3]
   Von wissensbasierten Systemen mit 'starrer Logik' unterscheiden sich selbstlernende 'kognitiv-logische' Gedächtnissysteme durch ihre 'strukturelle Lerndisposition', die definiert wird als konzeptionelle Anlage für situationsbedingten Kenntniserwerb (vgl. Erkenntnisvermögen) im Sinne einer vorbestimmten Befähigung zum kognitiven Erfassen (mentalen Begreifen) mindestens eines Zusammenhangs (des untersuchten Sachverhalts) als eine begriffliche Beziehung (Begriffsrelation) zwischen kenntnisspezifisch verknüpfbaren Signalereignissen (vgl. koinzident detektierte Variablenwerte, siehe 1.2. und 3.2.).
   Hierzu meine 'kenntnistheoretische' These: Durch kognitive Zusammenhangserfassung (im Rahmen der strukturellen Lerndisposition) wird eine bedingte (Begriffs-)Relation 'kennen gelernt' und in Form einer konditionierten Assoziation der 'lernenden' Gedächtnisstruktur als erworbene (Er-)Kenntnis 'strukturell gespeichert', wodurch sie logisch-funktionell genutzt werden kann (vgl. "denkendes" Gedächtnissystem). -
   Eine erworbene Kenntnis fungiert in der modifizierten Gedächtnisstruktur als 'relationales Wissenselement' gemäß einer 'kognitiv' ausgebildeten Begriffsstruktur, die einer neu gebildeten (innovativen) Modellvorstellung entspricht (vgl. 3.2.).

Der situationsbedingte Kenntniserwerb wird definiert als kognitiver Grundprozess des 'strukturellen Lernens' eines Gedächtnissystems. Zu seiner Simulation dient mindestens ein induktiver Lernmechanismus der Zusammenhangserfassung (Konnexanalyse mit Koinzidenzbedingung) auf der Basis von konzeptionellem Vorwissen für Grundfunktionen des kognitiven Systems (veranlagtes Basis-Wissen, z. B. für Implikationen a priori), - im Unterschied zum Tabula-rasa-Ansatz des Empirismus/Behaviorismus (vgl. konnektionistische Neuronale Netze). [2]
   Gewonnene (empirische oder theoretische) Erkenntnisse sind relational bestimmbar als 'bisher bewährte' erworbene Kenntnisse des kognitiv verbesserten (Erfahrungs-)Wissens, das vorteilhaft genutzt werden kann für "aus Erfahrung" assoziierte Voraussagen (Prädiktionen, Erwartungen) zur Ermöglichung von "lerntypischen" Verhaltensänderungen (vgl. gelernte Homöostase-Leistungen) und auch von "intelligenten" Problemlösungen (vgl. dynamische Wissensdarstellungen gemäß überprüfbaren Theorien, Konzepten oder Thesen, siehe 1.3., 2.1. und 2.3.).

Als 'dynamische Wissensdarstellungen' objektivierbar sind formal definierte »kognitiv-logische Begriffsstrukturen« entsprechend dem ausbildbaren Erfahrungswissen eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems, das modifiziert werden kann durch 'strukturelles Lernen' im Rahmen seiner strukturellen Lerndisposition, d. h. durch den situationsbedingten Kenntniserwerb mittels vorgegebenen 'konditionierbaren Assoziationen' (vgl. 1.2. und 3.2.). [1] - [5]
   Eine kognitiv-logische Gedächtnisstruktur hat eine "strukturelle Lerndisposition", die konzeptionell bestimmt wird als Menge definierter 'konditionierbarer Assoziationen' im Sinne einer potenziellen Ausgangsbasis (Anlage) für den damit ermöglichten 'situationsbedingten Kenntniserwerb', der implementierbar ist als 'strukturelles Erlernen' von bedingten Relationen (analog neu ausgebildeten Begriffsrelationen), die den erworbenen (Er-)Kenntnissen von kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen entsprechen (vgl. 1.2.). [1] [4]

Dynamische Wissensdarstellungen der Kognitiven Logik sind entwickelbar mit konzeptionell definierten 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstrukturen, die gekennzeichnet sind durch induktives Lernvermögen (strukturelles Lernen) zur situationsbedingten Ausbildung oder Modifikation von 'bedingten Logik-Funktionen', insbesondere für induktive Inferenzen (verallgemeinernde Schlüsse). [1] - [4]
   Innovative Konzepte der definierten Kognitiven Logik erzielen die technische Entwicklung von "lernfähigen Inferenzsystemen" als 'kognitiv-logische Gedächtnissysteme' mit dynamischen Wissensdarstellungen durch erfahrungsgemäß bestimmte bedingte Logik-Funktionen im Rahmen der jeweiligen strukturellen Lerndisposition für situationsabhängig ausbildbares Erfahrungswissen, wobei für systemimmanente Grundfunktionen veranlagtes Basis-Wissen jeweils vorausgesetzt wird. [1] [2]

Formal beschreibbar sind 'objektivierbare' Begriffsstrukturen des deklarativen Wissens mit kenntnisspezifischen Relationen (vgl. kausale oder analoge Beziehungen) zwischen verifizierbaren Invarianten (Variablenwerten, Formationen), die als verknüpfte Begriffssymbole für Stützinformationen fungieren. Diese werden induktiv oder deduktiv einbezogen in 'kognitiv-logische' Verknüpfungen auf unterschiedlichen Darstellungsstufen für abstrahierte oder verallgemeinerte Begriffsformen (vgl. analytisch oder synthetisch definierbare Konzeptformen [4]). -
   Technisch implementierbar sind begriffliche Symbolverknüpfungen einer 'kognitiv-logischen' Struktur zur 'dynamischen' Wissensdarstellung mit bedingten Logik-Funktionen, die auf hierarchischen Zuordnungsniveaus fungieren und empirische Assoziationen in Vorwärts- und Rückwärtsrichtung ermöglichen (def. 'lernfähiger Zuordnungskomplex' [1] [2], vgl. 3.2.).

Relationale Modelle mit strukturellen Lerndispositionen sind Beschreibungsformen für dynamische Wissensdarstellungen lernfähiger Gedächtnissysteme mittels funktionell verknüpften Begriffssymbolen für netzwerkartige Darstellungsformen (Relationen und Variablen), insbesondere 'kognitiv-logische' Gedächtnisstrukturen mit modifizierbaren Relationsverknüpfungen für bedingte Logik-Funktionen (vgl. 2.3. und 3.1.).
   Modelle von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen sind formal darstellbar in Analogie zu lernfähigen kognitiv-logischen Gedächtnisstrukturen, die modifiziert werden können durch die erfahrungsgemäße Ausbildung bedingter Relationen gemäß den 'erlernten' empirischen Implikationen (vgl. induktive Einbeziehung konditionierter Assoziationen). [1] [2]

Objektivierbare kognitiv-logische Begriffsstrukturen für deklarative (Vor-)Aussagen und empirische Urteile werden beschrieben mit (kognitiv-logischen) Verknüpfungen von Begriffssymbolen (def. Invarianten, z. B. Zeichen, Wörter, Muster oder Bilder), die als explizite Aussagen objektiviert mitgeteilt und kommunikativ genutzt werden können (vgl. 3.2).

Die Definition eines allgemeinen Begriffs (als Abstraktes im Allgemeinen) wird ermöglicht durch funktionelle Zuordnung seines Begriffssymbols zu disjunkten Konjunktionen spezifischer Merkmale (Merkmalskonjunktionen) von (wieder-)erkennbaren Objekten oder Situationen. [1]
   Das (Wieder-)Erkennen des Typischen einer Begriffsklasse gelingt durch die spezifizierende Einbeziehung (Implikation) von wahrgenommenen Objektmerkmalen in eine konjunktive Verknüpfung (logische Merkmalskonjunktion) entsprechend der analytischen Abstraktion des Besonderen, das synthetisch verallgemeinert gilt für das zugeordnete Allgemeine (vgl. 3.2.).

Elementare Konzeptformen darstellbarer Begriffsstrukturen werden modelliert mit knotenspezifisch definierten 'kognitiv-logischen Grundstrukturen'. Diese entsprechen "kognitiven" OR- und AND-Knoten als plastischen Grundverknüpfunge einer (nichtklassischen) Kognitiven Logik, die vom Autor systemtheoretisch aufgezeigt worden sind. Jede begrifflich ausbildbare Grundverknüpfung (vgl. elementares Urteil) wird bezeichnet als COR- bzw. CAND-Knoten und ist dispositionell vorbestimmt zur 'synthetischen Verallgemeinerung' bzw. 'analytischen Abstraktion' ihres jeweils dargestellten Begriffs (vgl. 3.2.). [1] [4]

Mit bedingt verknüpften' Begriffssymbolen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus für bedingte Logik-Funktionen gelingt die dynamische Wissensdarstellung für empirische Urteile oder Schlüsse aufgrund von erworbenen Kenntnissen, die als bedingte Relationen einbezogen worden sind in kognitiv-logische Grundverknüpfungen der lernfähigen Gedächtnisstruktur. [1] - [4]
   Dynamische Wissensdarstellungen werden definiert mit relationalen Aussagen von begrifflichen Beziehungen (def. Begriffsrelationen für Assoziationen gemäß ausbildbaren Begriffsstrukturen) und insbesondere von empirischen Einbeziehungen (Implikationen) von erworbenen Kenntnissen als bedingte Relationen, die (in Form konditionierter Assoziationen) beitragen zur 'kognitiv-logischen' Implementierung von bedingten Zuordnungen funktioneller Formationen (definiert als empirisch zugeordnete Invariantensätze auf Zuordnungsniveaus eines Zuordnungskomplexes [1]).
   Die funktionellen Formationen (auf hierarchischen Zuordnungsniveaus) sind gekennzeichnet durch elementare Begriffssymbole, die situationsspezifisch gelten gemäß (erfahrungs-)bedingten logischen Verknüpfungen (bedingten Logik-Funktionen), und die objektivierbar sind als 'aktuell selektierte' Variablenwerte (def. verifizierte Invarianten, vgl. 3.2.). [1] [2]

Kognitiv-logische Gedächtnissysteme erlernen ihre induktiven Inferenzen durch erfahrungsgemäße Einbeziehung (empirische Implikation) von kenntnisspezifischen 'bedingten Relationen' in ihre bedingten Logik-Funktionen.
   Mit 'empirischen Implikationen' (erfahrungsgemäßen Einbeziehungen) darstellbar sind bedingte Relationen in kognitiv-logischen Verknüpfungen entsprechend den erfahrungsgemäß ausgebildeten Begriffsstrukturen für 'bedingte Logik-Funktionen' eines lernfähigen Gedächtnissystems.
   Bedingte Logik-Funktionen aufgrund 'erlernter' bedingter Relationen sind konzeptionell definierbar mit 'erfahrungsgemäßen' Darstellungsformen für empirische Implikationen, beispielsweise mit logischen 'Wenn-dann'-Regeln für induktive Inferenzen (vgl. verallgemeinernde Schlussfolgerungen). [2]
   Induktiv (verallgemeinernd) angenommene Gesetz- oder Regelmäßigkeiten entsprechen 'erlernten' Regeln für empirische Implikationen einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur.

Kognitiv-logische Gedächtnisleistungen für induktive Inferenzen basieren auf veranlagten und/oder bedingten Relationen als funktionsbestimmende 'Wissenselemente' der Gedächtnisstruktur, - bzw. als erworbene Kenntnisse von begrifflichen Beziehungen gemäß dem Erfahrungswissen.
   Die assozaitive Kenntnisnutzung (durch Erinnern von Erlerntem) bestimmt die erfahrungs-spezifische Erkennung und Deutung aktueller Situationen zwecks funktioneller Zuordnung von empirischen Urteilen oder Schlüssen (induktiven Inferenzen) gemäß der 'kognitiv-logischen' Einbeziehung von assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung", wobei für deren Wahrheitsanspruch das Bewährungsprinzip gilt (vgl. 2.1.). [1] [2]
   Die hypothetisch nutzbaren Voraussagen (Vermutungen, Erwartungen) aufgrund von systematisch ausgebildetem Erfahrungswissen können sich nur dann bewähren, wenn sie durch praktische Überprüfung bestätigt werden. Prognostische Experimente für Beweise ermöglichen die Bewährung von wissenschaftlichen Theorien für realistisch definierte Naturgesetze und prädiktive Modelle.

Empirische Urteile und induktive Inferenzen (d. h. erfahrungsbedingte Schlüsse vom Besonderen zum Allgemeinen) können als explizite (Vor-)Aussagen logisch formuliert werden. Solche theoretischen Aussagesätze sind kausal oder argumentativ begründbar mit kenntnisspezifischen Vorstellungen (Erinnerungen) von "induktiv" angenommenen Regelmäßigkeiten der Wirklichkeit, die kognitiv erfasst worden sind als 'bedingte Relationen' (der lernfähigen Gedächtnisstruktur) entsprechend den situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (vgl. 1.).
   Hypothetisch 'erlernbar' sind Regeln beim induktiven Lernen durch Verallgemeinerung detektierter Koinzidenzereignisse für erfassbare Zusammenhänge, wobei (nach dem Prinzip der Vereinbarkeit) als 'regelmäßig' erkannte Prinzipien oder Gesetzmäßigkeiten induktiv angenommen werden. - Diese Regeln gelten nur hypothetisch und müssen sich praktisch bewähren (vgl. Bestätigung, Konsolidierung), um nicht verworfen oder geändert zu werden (Falsifizierung bzw. Korrektur oder Umlernen, vgl. 2.1.).
   Induktiv angenommene Regeln für empirischen Urteile gelten als 'bisher bewährt' nur solange, bis sie geändert oder korrigiert werden müssen (vgl. Umlernen). [1]

Um Kenntnisse und Annahmen des Erfahrungswissens weiterhin effektiv nutzen zu können, müssen diese auf ihre praktische Bewährung logisch-empirisch überprüft werden, insbesondere zwecks notwendigem Umlernen falls eine gedankliche Vorstellung (Erinnerung, Anschauung, Theorie) sich nicht bewährt und als falsifiziert gilt.

Die Simulation empirischer Urteile und induktiver Schlüsse (Inferenzen) gelingt mit konzeptionell ermöglichten 'bedingten Logik-Funktionen', die situationsbedingt ausgebildet und modifiziert werden können, - im Rahmen der strukturellen Lerndisposition des lernfähigen kognitiv-logischen Gedächtnissystems und gemäß seinem verbesserbaren Erfahrungswissen, das konsolidiert, korrigiert oder falsifiziert werden kann (vgl. Paradigma "denkendes Gedächtnissystem").

Konzipierte KI-Modelle für Intelligente Automaten sind technisch entwickelbar als 'kognitiv-logische Gedächtnissysteme' mit dynamischen Wissensdarstellungen für bedingte Logik-Funktionen entsprechend 'erfahrungsgemäß modifizierbaren' Begriffsstrukturen, die formal be-schreibbar sind mit variablen Relationsverknüpfungen für kognitiv-logische Funktionsausdrücke.
   In einem lernenden Gedächtnissystem mit konzeptionell veranlagtem Basis-Wissen und situationsbedingt ausgebildetem Erfahrungswissen erfolgt die "kognitiv-logische" Implementation von empirischen Urteilen und (Ent-)Schlüssen, wobei situationsabhängig assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" (1. oder 2. Art) einbezogen werden in individuelle Interpretationen (Erkennung und Deutung) und subjektive Bewertungen, - insbesondere für Erwägungen von optimalen Entscheidungen für "intelligente" Aktionen oder Interaktionen (vgl. 1.3. und 3.). [1] - [3]



2.3. Logos-Relationen - prinzipielle Aussagen von Grunderkenntnissen für Einsicht

In der menschlichen Großhirnrinde (Neo- oder Isocortex) nachweisbar ist deklaratives Wissen für explizite Aussagen, die als sprachliche Darstellungsformen für Informationen geäußert werden können. Objektivierbare Erkenntnisse des Erfahrungswissens werden in Form von empirischen Aussagen dargestellt und können zwecks kommunikativer Verständigung als teilbare Datenmengen gespeichert und übertragen werden.
   Sprachliche Darstellungsformen als explizite Aussagen über begriffliche Strukturen des deklarativen Wissens sind formulierbar mit verständlichen Symbolverknüpfungen (vgl. Zeichenfolgen, Sätze oder Relationen), die kommunikativ mitteilbar sind. Sie werden nur dann (eindeutig oder mehrdeutig) verstanden, wenn sie im Kontext erkannt und sinngemäß gedeutet werden, so dass ihnen jeweils mindestens eine semantische Information interpretativ entnommen wird (vgl. objektivierte Denkprodukte, siehe 3.1.). [8]

Die Untersuchung von Sachverhalten zwecks kognitiver Zusammenhangserfassung ermöglicht den situationsbedingten Kenntniserwerb für 'empirische' Urteile und 'induktive' Schlüsse durch Lernen aus Erfahrungen (vgl. bedingte Logik-Funktionen, siehe 1.2. und 1.3.).
   Gewonnene Erkenntnisse sind 'bisher bewährte' Kenntnisse von kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen und können als relationale Aussagen formal objektiviert und kommunikativ mitgeteilt werden (vgl. formalisierte Begriffsrelationen für Beschreibungen und Erklärungen, siehe 2.1. und. 3.1.). [1] - [4]
   Erworbene Kenntnisse sind kognitiv-logisch formalisierbar als 'bedingte Relationen' analog erfassten begrifflichen Beziehungen (vgl. erlernte Assoziationen) und fungieren unter verschiedenen Aspekten als 'relationale Wissenelemente' in variablen Verknüpfungen, wobei ihre Einordnung in mehrere begriffliche Zusammenhänge (vgl. empirische Implikation gemäß Kontext) für 'dynamische' Wissensdarstellungen möglich ist (d. h. als variabel kombinierbare Bausteine eines komplexen 'nichtlinearen' Systems). [1] - [6]

Wer Wesentliches erkennt, versucht sein Wissen verständlich darzustellen. - Ein gelehrter Denker kann Wesentliches erkennen und seine Deutung prägnant formuliert mitteilen.

Informative Aussagen von logisch begründbaren Erkenntnissen können nach ihrer kritischen Überprüfung und empirischen Bewährung dann 'kognitiv' gerechtfertigt werden, wenn dafür fundamentales 'Wissen vom Wesentlichen' im lernfähigen Gedächtnissystem durch situationsbedingten Kenntniserwerb ausgebildet werden konnte, womit 'rationale' Einsicht in wirkliche Zusammenhänge ermöglicht wird. -
   Erkenntnisfördernd sind systematische Untersuchungen von Sachverhalten zwecks wissenschaftlicher Beantwortung von Fragen zu ungelösten Problemen, - ausgehend von 'kreativen' Ideen oder 'hypothetischen' Ansichten für theoretische Konzepte oder Thesen (vgl. Theoriekritik, siehe 2.1.).

Albert Einstein schrieb: "Es liegt im Wesen des Erkenntnisstrebens, dass es sowohl die weitgehende Bewältigung der Erfahrungsmannigfaltigkeit als auch Einfachheit und Sparsamkeit der Grundhypothesen anstrebt. Die endliche Vereinbarkeit dieser Ziele ist bei dem primitiven Zustand unseres Forschens eine Sache des Glaubens. Ohne solchen Glauben wäre für mich die Überzeugung vom selbständigen Werte der Erkenntnis nicht kräftig und unerschütterlich." [AEA, 28-882, Zur Erniedrigung des wissenschaftlichen Menschen, 1950] [10]  -
   "Die wissenschaftliche Begriffsbildung und Methodik unterscheidet sich von der des Alltags lediglich durch größere Schärfe der Begriffe und Schlüsse, durch sorgfältigere und systematischere Auswahl des Erfahrungsmaterials sowie durch Sparsamkeit im logischen Sinne. Hierunter sei das Bestreben verstanden, alle Begriffe und Relationen auf möglichst wenige logisch voneinander unabhängige zurückzuführen (Grundbegriffe und Axiome)." [AEA, 1-135, S. 1, Das Fundament der Physik, 1940] [10]
   "Eine Theorie ist um so eindrucksvoller, je größer die Einfachheit ihrer Prämissen ist, je verschiedenartigere Dinge sie miteinander in Beziehung bringt und je umfangreicher ihr Anwendungsbereich ist." (Autobiographisches, S. 12, aus [7] in [10])

Systematisierbare 'konstruktive' Denkprodukte sind erklärbar mit elementaren Begriffen (Abstrakta, Kategorien) und ihren Beziehungen (Relationen, Assoziationen). Diese entsprechen ausgebildeten Begriffsstrukturen und sind formal darstellbar mit begrifflichen Symbolverknüpfungen, insbesondere mit kognitiv-logisch verknüpften (Begriffs-)Relationen (vgl. 3.).
   Eine verständliche Formalisierung mentaler Vorstellungen als deutbare Aussagen gelingt durch (logische) Verknüpfung von Begriffssymbolen mit möglichst eindeutigen Darstellungsformen (def. syntaktische Formationen), die den sinngemäß dargestellten Begriffsrelationen entsprechen (def. semantische Relationen oder Assoziationen). [1] [4]
   Explizite Aussagen von begrifflichen Beziehungen des deklarativen Wissens sind formal dargestellte (Er-)Kenntnisse, die in objektivierter Form als sprachliche Aussagen kommunikativ mitgeteilt und informativ gedeutet werden können (vgl. 2.1.).
   Objektivierbare begriffliche Beziehungen (def. Begriffsrelationen) entsprechen einzelnen Kenntnissen, die formal darstellbar sind als logische Relationen mit verknüpften Variablenwerten (d. h. Aussagen mit ein- oder mehrstelligen Prädikatoren) oder als sprachliche Aussagesätze mittels Begriffssymbolen (z. B. Zeichen, Wörtern, Mustern oder Bildern). [1]

Eine prägnant formulierte Aussage kann als ein deutbarer Aussagesatz entsprechend einer kenntnisspezifischen Relation verständlich dargestellt werden mit möglichst wenigen in Beziehung gebrachten Symbolen für vereinbarte Begriffsdefinitionen, d. h. mit verknüpften 'Begriffssymbolen' (def. Variablenwerten, Zeichen oder Wörtern).

Die sprachliche Darstellungsform für eine begriffliche Beziehung einer kognitiv-logischen Begriffsstruktur wird definiert als eine 'relationale Aussage, die prägnant formulierbar ist als ein logischer Satz gemäß der Grammatik und dem Vokabular der jeweiligen Sprache.[1]
   Relationale Aussagen als objektivierte Begriffsrelationen sind geeignet für möglichst kurz gefasste Beschreibungen, Erklärungen oder informative Mitteilungen, die prägnant zu formulieren sind (vgl. kurze Aussagesätze, Basissätze oder Lehrsätze, vgl. 3.1.).

Gewonnene Erkenntnisse, - bestimmbar als 'bisher bewährte' Kenntnisse (def. bedingte Relationen) aufgrund situationsbedingter Zusammenhangserfassung von untersuchten Sachverhalten,- können formal dargestellt werden als relationale Aussagen in Form von logischen Sätzen (Implikationen) für Regeln oder als mathematische Formeln für wissenschaftliche Theorien.

Albert Einstein schrieb: "Wohl ist es Ziel der Wissenschaft, Regeln aufzufinden, welche Tatsachen zu verknüpfen und vorauszusagen gestatten. Aber dies ist nicht alles, was sie erstrebt. Sie sucht auch die gefundenen Zusammenhänge auf eine möglichst geringe Zahl voneinander unabhängiger Begriffselemente zu reduzieren. Bei diesem Streben nach rationaler Vereinigung des Mannigfaltigen erlebt sie ihre größten Erfolge, wenngleich sie gerade bei diesem Streben sich am meisten in Gefahr begibt, Illusionen zum Opfer zu fallen. Wer aber erfolgreiche Schritte auf diesem Gebiet intensiv erlebt, der wird von einer tiefen Verehrung für die in dem Seienden sich manifestierende Vernunft ergriffen." [AEA, 28-521, S. 1=5] (1941) [10] -
   "Es ist an sich nicht nötig, dass ein Begriff mit einem sinnlich wahrnehmbaren und reproduzierenden Zeichen (Wort) verknüpft sei; ist er es aber, so wird dadurch Denken mitteilbar." (Autobiographisches, S. 2 - 3, aus [7] in [10])

"Logos" ist ein antikes Konzept für: Begriff, Wort, Gedanke, Rede, Lehre und Vernunft, - besonders auch im Sinne von vernünftiger Rede mit möglichst "richtigen" Aussagen, die begründet und überprüfbar sein sollen (vgl. 2.2.).

Logisch begrünbar ist die relationale Aussage einer profunden Kenntnis entsprechend einer Begriffsrelation, die verständlich (richtig deutbar) ausgedrückt werden kann als informativer Basissatz, - vorzugsweise in prägnanter Darstellungsform mit möglichst wenigen Begriffssymbolen (Wörtern oder Zeichen).

Die begründete Beantwortung einer "Warum?-" oder "Wie?"-Frage gelingt mit deklarativen (relationalen) Aussagen, insbesondere mit mindestens einer logischen Implikation (vgl. 'Wenn-dann'-Satz) bzw. prinzipiellen Aussage (vgl. Grundgesetz gemäß verknüpften Grundbegriffen) entsprechend einer Grunderkenntnis.
   Eine 'prinzipielle' Aussage über einen 'kennen gelernten' Sachverhalt wird ermöglicht durch die vorausgesetzte kognitive Erfassung (Begreifen) mindestens eines Zusammenhangs entsprechend einer situationsbedingt erworbenen Kenntnis, die als begriffliche Beziehung fungiert bei der deklarativen Begründung einer Erscheinung (Phänomen, Fakt oder Ereignis) durch Zuordnung eines 'zureichenden' Grundes, - meist als angenommene Kausalitätsbeziehung bei der Erklärung einer Wirkung (Effekt, Folgerung, Konsequenz) durch mindestens eine Ursache (auch in logischer Verknüpfung möglich).

Mein Ansatz: Kenntnistheoretisch definierte »relationale Modelle« entsprechen fundamentalen Vorstellungen des Erfahrungswissens und sind beschreibbar mit prinzipiellen Aussagen von 'profunden' Begriffsrelationen und 'objektivierbaren' Grunderkenntnissen, die maßgeblich sind für kognitiv-logische Funktionen des lernenden Gedächtnissystems (vgl. 3.1.).
   Eine »Logos-Relation« wird definiert als prägnante Darstellungsform einer objektivierbaren Grunderkenntnis, d. h. einer 'bisher bewährten' Kenntnis von Wesentlichem entsprechend einer fundamentalen Beziehung. - Als prinzipielle Aussage (Basissatz) repräsentiert die Logos-Relation eine Begriffsrelation, die vorstellbar ist als begriffliche Assoziation oder Zuordnung, in verständlicher Darstellungsform mit möglichst wenigen Begriffssymbolen (prägnant definiert als deutbare 'informative Formation', vgl. 3.1. und 3.2.).
   Definierte Logos-Relationen für Grunderkenntnisse des Erfahrungswissens sind prinzipielle Aussagen, die mit möglichst wenigen Worten prägnant formuliert werden.
   Grunderkenntnisse entsprechen den prinzipiellen Erkenntnissen von als grundsätzlich "begriffenen" Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte. -
   Eine Grunderkenntnis wird bestimmt als die 'praktisch bewährte' profunde Kenntnis von einem als wesentlich erkannten Zusammenhang (vgl. kognitiv erfasste Gesetzmäßigkeit), die nutzbar ist als Begriffsrelation für induktiv erlerntes Regelwissen (ohne Gewissheit, vgl. 2.1.).
   Objektivierbare Grunderkenntnisse werden in Form von sprachlichen 'Logos-Relationen' prägnant dargestellt und können als explizite 'prinzipielle' Aussagen kommunikativ mitgeteilt werden, - beispielsweise zur Verständigung über Argumente, Lehrsätze, Naturgesetze, Verhaltensregeln oder Lebensweisheiten.

Logos-Relationen sind 'prinzipielle Aussagen' (prägnant formulierte Basissätze als 'informative Formationen'), die interpretativ gedeutet und unterschiedlich verstanden werden können, - gemäß der praktischen Einsicht des jeweiligen Interpreten. - Beispiele ihrer bedeutungsvollen Nutzungsformen sind aspektorientierte Urteile (Aussagen), Theoreme (Lehrsätze), Instruktionen (Anweisungen), Implikationen (Wenn-dann-Regeln), Thesen (Behauptungen) oder Lebensweisheiten (Aphorismen) zu Prinzipien der Seinserfahrung.

Eine mitteilbare Lebensweisheit ist der prägnante Ausspruch von erkanntem Wesentlichen (d. h. erfassbarem Beständigen) der Seinserfahrung unter mindestens einem Aspekt.
   Bewährte Grunderkenntnisse von Seinserfahrungen werden ausgedrückt als 'Zeitlose Weisheiten' in Form von aphoristischen Sentenzen (Sinnsprüchen, Aphorismen) oder Logos-Relationen, um sie vor dem Vergessen zu bewahren und einsichtsfördernd weiterzugeben. [9]
   Relationale Aussagen von objektivierbaren Grunderkenntnissen sind als Aphorismen zu verstehen und auch als Lebensweisheiten einsichtig zu befolgen, was besonders schwer fällt (vgl. 4.).

Eine neue prinzipielle Aussage (def. als Logos-Relation) ist anfangs "schwerverständlich" und wird erst dann von Interpreten "leichter" verstanden, wenn sie mit "bewährten" (Vor-)Kenntnissen semantisch übereinstimmt, d. h. mit bekannten Erkenntnissen. Danach kann sie als "wahr" und sogar "selbstverständlich" anerkannt werden.
   Das richtige Verstehen einer prinzipiellen Aussage (def. Logos-Relation) gelingt nur interessierten Interpreten, die über vorausgesetzte Kenntnisse und passendes Kontextwissen verfügen, mit denen geeignete Vorstellungen erinnerbar sind zwecks eindeutiger Erkennung und sinngemäßer Deutung dieser Aussage.

Das Verstehen von Aussagen geschieht durch ihre selektive Erkennung und sinngemäße Deutung im jeweiligen Zusammenhang (Kontext) mit möglichst 'eindeutigen' Resultaten infolge von analytischen Unterscheidungen zwischen begrifflichen Wertekategorien der vergleichbaren Vorstellungen von kognitiven Schemata entsprechend dem Erfahrungswissen des verstehenden Interpreten (vgl. 1.1.).

»Verstehen« wird aufgefasst als interpretative Erkenntnisweise zwecks "richtiger" Erfassung eines 'informativen' Sinngehalts als Bedeutung (vgl. semantische Information) der situationsabhängig deutbaren Gegebenheit (Fakt, Ereignis), die als 'informative ' Darstellungsform (vgl. explizite Aussage oder codierte Formation/Daten) sinngemäß zu verstehen ist aus dem aktuellen Erwartungs- oder Regelzusammenhang (Kontext), wobei ihre Sinndeutung unter mehreren Aspekten zu unterschiedlichen subjektiven Bewertungen führen kann (vgl. emotionale Stellungnahmen).

Interpretativ verstehbare Darstellungsformen werden als informative Aussagen aspektorientiert gedeutet und subjektiv bewertet zwecks individueller Bestimmung von 'intellektuellen' Beurteilungen und möglichen Entscheidungen (vgl. 3.1.). [2]

Die semantische Information einer deutbaren Darstellungsform (vgl. Symbol, Zeichen, Wort, Satz, Muster, Bild u. a.) wird aufgefasst als 'subjektive Nachricht' (Mitteilung) für den verstehenden Interpreten, womit dessen Verhaltenssteuerung beeinflusst werden kann. Die zugeordnete 'informelle' Bedeutung bestimmt der Interpret gemäß seiner individuellen Deutung, Beurteilung und Bewertung aufgrund von Erfahrungswissen (vgl. Reaktion, Ablehnung, Erstaunen oder Erheiterung). [8]

Die deutbare Darstellungsform einer Aussage wird verständlich definiert als eine übertragbare Formation (vgl. codierter Bedeutungsträger) zur kommunikativen Mitteilung mindestens einer 'in Form' gebrachten Information (als Eingeformtes, von lat. informare) als ihre 'entnehmbare' Nachricht (für decodierende Interpreten).
   Durch die interpretative Deutung einer 'informativen' Formation (als zu verstehende Form) wird dieser eine 'inhaltliche' Bedeutung (vgl. Sinngehalt) funktionell zugeordnet, - entsprechend einer semantischen Information der syntaktischen Formation. [4] [8]
   Die prägnante Darstellungsform der prinzipiellen Aussage einer Grunderkenntnis (def. Logos-Relation) wird bestimmt als eine mittels Sachkenntnis (im jeweiligen Kontext) deutbare Formation mit informativer Relevanz und geringer Redundanz.

Eine verständlich formulierte 'informative' Aussage kann als syntaktische Formation erkannt und gedeutet werden, wobei ihr mindestens eine semantische Information (vgl. subjektiv-ideelle Bedeutung) interpretativ 'entnehmbar' ist, - gemäß ihrer individuellen Deutung mittels passend erinnerbaren Vorstellungen aufgrund von vorausgesetztem Erfahrungswissen des Interpreten. [4]

Einer verständlichen Darstellungsform, definiert als deutbare 'informative Formation' (vgl. Satz, Muster, Wort oder Zeichen), kann Information (d. h. 'Eingeformtes') nur dann interpretativ 'entnommen' werden, wenn mindestens ein 'verstehendes' kognitives System (Organismus, Subjekt) als Interpret existiert, das diese objektive Formation erkennen und deuten kann, wobei dessen individuelles Deutungsergebnis (Bedeutung) als subjektive Nachricht aufgefasst wird, - entsprechend einer semantischen Information. [1] [4]

Eine (natürliche oder künstliche) Formation ist nur dann 'kognitiv interpretierbar' als Aussage (-satz) oder symbolisches Zeichen, wenn dieser Darstellungsform eine sinngemäß verstandene Bedeutung zugeordnet werden kann, wofür spezifische Vorkenntnisse vorausgesetzt werden entsprechend den kognitiven Schemata des Vorwissens, die im Kontext zu vergleichen sind zwecks begrifflicher Kategorisierung und Zuordnung mindestens eines argumentativ begründbaren Urteils als Deutungsergebnis (vgl. 3.1.).
   Einer deutbaren Aussageform (Formation) kann mindestens eine ihr entsprechende semantische Relation begrifflich zugeordnet werden. Um die Darstellungsform richtig zu verstehen, ist ihr Sinngehalt zu erkennen und informativ zu deuten. [14]
   Die Entschlüsslung einer codierten Formation, d. h. ihre Decodierung oder vereinbarungsgemäße Deutung, erfordert ein diesbezügliches Vorwissen (vgl. Code oder kryptografische Regeln) für mindestens eine adäquat zugeordnete Bedeutung als sinngemäßes Deutungsergebnis entsprechend dem gebildeten Urteil oder der resultierenden Aussage.

Individuelle Deutungen von symbolischen Formationen (Zeichen, Sätze oder Datenmuster), die aktuelle Situationen kennzeichnen, erfolgen in funktioneller Abhängigkeit von individuellen Vorstellungen, Erwartungen und Einstellungen, die Einfluss haben auf empirische (Vor-)Urteile, subjektive Bewertungen und aktuelle Handlungsziele (vgl. unbewusste Antriebe, Emotionen bzw. Motivationen). [2] [6]
   Situationsgemäße Deutungen von Darstellungsformen für Informationen (vgl. Sinneswahrnehmungen) werden interpretativ bestimmt gemäß dem dafür erforderlichen Vorwissen der systemeigenen Gedächtnisstruktur und entsprechend den begrifflichen Beziehungen von kognitiven Schemata, die als verknüpfte Merkmalsbeziehungen zur vergleichsweisen Objekterkennung dienen (vgl. 1.1. und 3.2.).

Ein 'wissentlicher' Verstehensprozess ist möglich durch aktive Wahrnehmung unter 'rationaler Kontrolle' (vgl. präfrontaler Cortex) und kann 'selbstreflexiv' erklärt werden durch die Erkennung und Deutung (Identifikation und Interpretation) der aktuellen (internen und externen) Situation mittels ihrer unterscheidbaren Merkmale (im Vergleich mit kognitiven Schemata), die markant sind für ihre erfahrungsgemäße Klassifizierung zwecks begrifflicher Abstraktion (Kategorisierung, Informationsreduktion). -
   Voraussetzung für Erkennung und Verstehen ist eine unbewusste oder bewusste Fokussierung der Aufmerksamkeit auf bevorzugt selektierte Übertragungskanäle (sinnliche oder hirninterne Modalitäten) für besondere Signalereignisse von externen oder internen Quellen. - Der stärkste Reiz zieht meist die Aufmerksamkeit auf sich. Aber auch ein schwächerer Reiz kann "willentlich" als wichtig eingeschätzt werden und dadurch Aufmerksamkeit erregen. [6]

Individuelle Erkennungs- und Deutungsprozesse basieren auf Kenntnissen des Erfahrungswissens zur situationsgemäßen Erinnerung von assoziierten Vorstellungen für Deutungen. Die Objektivierung von Deutungsergebnissen ist möglich mit sprachlichen Darstellungsformen, beispielsweise mit relationalen Aussagen von (Er-)Kenntnissen für empirische Urteile oder Implikationen gemäß kognitiv-logischen Begriffsstrukturen (vgl. 2.2.).

Fundamentale Modellvorstellungen gemäß Grunderkenntnissen sind explizit formulierbar mit Logos-Relationen (Basissätzen) als prinzipielle Aussagen, mit denen konzeptionelle Deutungen beschrieben werden und auch konstruktive Konzepte (neue Entwürfe) für Thesen begründbar sind (vgl. 3.1.)

Thesenartige Kurzformen expliziter Aussagen von begrifflichen Beziehungen (d. h. relationale Aussagen) entsprechen nur dann realistisch erfassten Zusammenhängen eines komplexen Sachverhalts, wenn ihr unbewiesener Wahrheitsanspruch nach empirischer Überprüfung und Bewährung logisch begründet werden kann.
   Zur Begründung einer These als Behauptung dient mindestens ein schlüssiges Argument, das als 'einsichtige' Behauptung (vgl. Axiom) gilt und möglichst auch begründbar ist (vgl. Problem der Letztbegründung, siehe 2.1.).

Logisch-funktionell nutzbares Erfahrungswissen über kognitiv erfasste Zusammenhänge erkennbarer Gegenstände wird im Gedächtnis (kurz- oder langzeitig) behalten und ist mit sprachlichen Aussagen objektivierbar, wobei kenntnisspezifische Begriffsrelationen beschrieben und möglichst erklärt werden können.
   Das Beschreiben und Erklären eines Sachverhalts in verständlicher Darstellungsform mit passenden Worten oder bekannten Symbolen für Begriffe gelingt nur demjenigen, der die untersuchten Zusammenhänge selbst verstanden hat.
   Als Erklärung gilt eine deklarative Aussage entsprechend ihrer begrifflichen Einordnung in einen umfassenden Zusammenhang von anderen Aussagen mit bekannten Begriffssymbolen, die verstanden werden und logisch mit kausalen Begriffsrelationen begründbar sind (vgl. Theorie, Modell oder Gesetz).
   Formalisierbare erkenntnisgemäße Definitionen oder Erklärungen entsprechen innovativen 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen, insbesondere für konstruktive Konzepte, die vorteilhaft genutzt werden können, um alte Probleme besser zu lösen oder um neue Probleme zu erkennen und analytisch lösbar zu machen (vgl. 3.1.).

Relationale Modelle des deklarativen (Erfahrungs-)Wissens für explizite Aussagen können formal dargestellt werden mit 'kognitiv-logisch' verknüpften Relationen (vgl. Begriffsrelationen für Begriffsstrukturen), die bezogen sind auf funktionelle Variablen mit begriffsspezifischen Bedeutungen (vgl. vernetzte Begriffssymbole einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur zur 'dynamischen' Wissensdarstellung, siehe 2.2. und 3.1.). [1] [2]
   Mit sprachlichen Aussagen (gemäß Grammatik und Vokabular) darstellbar sind erfahrungsgemäße Erkennungs- und Deutungsergebnisse, insbesondere empirische Urteile und assoziierte Voraussagen (Prädiktionen) aufgrund von erinnerbaren Modellvorstellungen für Erwartungen, Definitionen oder Thesen (vgl. Theorien für prädiktive Modelle der Wissenschaft), die kritisch zu prüfen und zu bewerten sind, um sie für praktisch Anwendungen nutzen zu können.
   Aussagen von Erkenntnissen für Modellvorstellungen zu Theorien müssen empirisch überprüft werden, ob sie tatsächlich zutreffen und sich praktisch bewähren, damit im Fall ihrer Nichtbestätigung diese entweder falsifiziert oder korrigiert werden können (vgl. Konsolidierung oder Korrektur bzw. Umlernen) zwecks Anpassung an Umweltbedingungen (vgl. 2.1.).
   Empirisch begründbare Aussagen gelten als glaubwürdige (relativ wahre) Objektivierungen von Erkenntnissen in mitteilbaren Darstellungsformen (vgl. verständliche Aufzeichnungen) zwecks kommunikativer Nutzung und langzeitlicher Aufbewahrung (vgl. Speicherung, Erinnerung und Tradierung).

Bei der 'dynamischen' Wissensdarstellung mit modifizierbaren Logos-Relationen erfolgt eine Wissensverbesserung im Sinne des 'kognitiven Umlernens' durch die erfahrungsgemäße Korrektur oder Ersetzung der 'unbewährten' Aussagen von 'unbestätigten' Kenntnissen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur (s. o.). [2]

Konsistent formulierte Logos-Relationen sind als 'bisher bewährte' Aussagen mit einer 'relativen Gewissheit' dann nutzbar, wenn sie trotz Zweifeln und Gegenargumenten als logisch begründet und empirisch bestätigt gelten.
   Erfahrungsgemäße Logos-Relationen, die als 'bisher bewährte' Aussagen gedeutet und genutzt werden, sind beispielsweise fundamentale Implikationen (Wenn-dann-Aussagen) oder logische Argumente zur Begründung von empirischen Urteilen und abgeleiteten Schlüssen (vgl. induktive Inferenzen).

Im Gegensatz zu Logos-Relationen für 'prinzipielle' Grunderkenntnisse (vgl. Grundsätze, Axiome oder Regeln) gibt es sprachliche Ausdrucksformen für 'irreal ausgedachte' Fiktionen (vgl. Einbildungen, Mythen oder Legenden) oder für 'modellhaft entworfene' Konstrukte (vgl. Ansichten, Hypothesen oder Theorien). Diese sind "irrationale" Behauptungen bzw. "theoretische" Annahmen, die entweder als 'unwahr' falsifizierbar sind oder als 'ungewiss' geltend genutz werden können (vgl. Arbeitshypothesen oder Thesen), solange für sie kein logischer Wahrheitsbeweis erbracht werden kann (siehe 2.1.).

Eine These ist eine Behauptung mit Wahrheitsanspruch und kann nur dann als unwahre Aussage (vgl. Fehlurteil oder Trugschluss) falsifiziert werden, wenn sie praktisch überprüfbar ist oder logisch widerlegt werden kann.

Basierend auf wissenschaftlichen Grunderkenntnissen für naturalistische Aussagen, die experimentell überprüfbar sind und irrationalen Überzeugungen widersprechen, gibt es logisch begründete Zweifel an 'unbeweisbaren' ideologischen und religiösen Behauptungen (vgl. Axiome oder Glaubenssätze als 'göttliche Offenbarungen').
   Unerwiesen sind 'unwissenschaftliche' dogmatische Theorien (vgl. 2.1.) und auch dualistische Auffassungen von Geist und Materie (vgl. Metaphysik und Mystik).

Monistische Kritiken und aufklärende Argumentationen zwecks Wahrheitsfindung verunsichern die theologischen Vertreter von Religionen und werden deshalb von diesen entweder ignoriert oder aber als atheistische Angriffe auf tradierte Glaubenssätze bekämpft (vgl. Glaubenskriege, Hexenprozesse, Ketzerverfolgungen und Terroranschläge).
   Ein kritischer Denker als forschender Wahrheitssucher bezweifelt die Gewissheit von ideologischen oder religiösen Axiomen und vertritt mit unangepassten Aussagen seine eigenen Erkenntnisse im Konflikt mit Denkgewohnheiten und Vorurteilen; - er wird bekämpft von den Verunsicherten, Unverständigen, Glaubenden oder Fanatikern, die ihn persönlich abwerten als 'negativen' Besserwisser oder sogar als 'oppositionellen' Feind der Machthaber.

Innovative Konzepte oder Theorien stehen im Konflikt zu Denkgewohnheiten und Vorurteilen der so genannten Fachleute. -
   Denkgewohnheiten und Vorurteile basieren auf pragmatischem Erfahrungswissen, das in Fällen gewonnener Einsicht durch neue Erkenntnisse verbessert, korrigiert oder erweitert werden kann.
   Grundsätzlich gilt die prinzipielle Aussage: "Der unperfekte Mensch ist nicht frei von Irrtümern oder Vorurteilen".

Prinzipielle Aussagen von fundamentalen Erkenntnissen (Logos-Relationen) werden oft missverstanden oder abgelehnt von 'voreingenommenen' oder 'unverständigen' Interpreten mit unzureichendem Kontextwissen, - sogar von letzteren dann bekämpft, wenn diese sich hinsichtlich ihrer festgelegten Ansichten 'unberechtigt' kritisiert fühlen.

Ein Einzelkämpfer mit Selbstvertrauen kann durch mutige Kritik und Engagement bisherige Denkgewohnheiten in Frage stellen, auch Denktabus brechen, wodurch neue soziale Entwicklungen veranlasst werden können.

Wer die Zeichen der Zeit erkennt und wesentliche Zusammenhänge der veränderten Umweltbedingungen begreift, gewinnt die notwendige Einsicht zur Selbsthilfe durch neue Erkenntnis für konstruktives Verstehen, das aber durch unbewusste Denkroutinen gestört oder behindert werden kann.

Eine kognitive Verbesserung des Verstehens gelingt mit der lerntypischen Ausbildung eines besser zutreffenden Erfahrungswissens durch situationsbedingten Kenntniserwerb. Dabei vorausgesetzt wird ein zur situationsspezifischen Erkennung nützliches "einschlägiges" Wissen, das bezeichnet wird als 'erkenntnisförderndes Vorwissen' (vgl. 1.2.)

Das Umdenken für Umlernen erfordert das Aufgeben bisheriger Denkweise(n). -
   Beim kognitiven Umlernen kann die empirisch 'unbestätigte' (Vor-)Aussage (als (Vor-)Urteil oder These) entweder falsifiziert, ersetzt oder korrigiert werden, insbesondere wenn durch die gewonnene Erkenntnis eine (versuchsweise) neue bzw. präziser formulierte Aussage ermöglicht wird.

Geniale "Wahrheitssucher" können Einsichten gewinnen für konstruktive Konzepte neuer 'bahnbrechender' Erklärungsmodelle zur wissenschaftlichen Erforschung wirklicher Sachverhalte.
   Die kreativen Neuerer mit konzeptioneller Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge verteidigen den Wahrheitsanspruch ihrer 'innovativen' Behauptungen (vgl. Erfindungen) vor aggressiven Äußerungen von Denkgewohnheiten, Kritiken oder Zweifeln, auch vor Gegenargumenten von Antithesen, die sie nicht überzeugen und deshalb unakzeptabel für sie sind.

Wenn ein ehrgeiziger Mensch von seinen Thesen so überzeugt ist, dass er um öffentliche Anerkennung ringt, dann hat er ein gesteigertes Selbstbewusstsein und muss sich (durch vernünftige Selbstkontrolle) davor hüten, dass er andere Ansichten 'fanatisch' abwertet aufgrund von Intoleranz und fehlender Selbstkritik.
   Es gibt so genannte Rechthaber oder Besserwisser, die als uneinsichtig, anmaßend oder arrogant eingeschätzt werden, weil sie von der Richtigkeit ihrer thesenhaften Aussagen aufgrund von gewonnenen Erkenntnissen fest überzeugt sind, obwohl für diese (noch) keine praktischen Beweise vorliegen zur hinreichenden Bestätigung ihrer Bewährung (fehlende Konsolidierung).

Innovative Theorien als wegweisende Denkmodelle gewinnen erst dann an Bedeutung, wenn Experten sie richtig verstehen und unterstützen.
   Deklarative Aussagen von neuen Kenntnissen, insbesondere für innovative Theorien aufgrund von Forschungsergebnissen oder Erfindungen, sind nur zu verstehen von fachkundigen Interessenten mit passendem Kontext-Wissen.
   Darstellungen für 'verständliche' Aussagen können nur dann richtig gedeutet und verstanden werden, wenn bei ihrer Interpretation erforderliche Kenntnisse für adäquate Vorstellungen vorhanden und im richtigen Kontext nutzbar sind.

Notwendig für das richtige Verstehen theoretischer Erklärungen von neuen Erkenntnissen ist die hinreichende Einsicht des Verstehenden in beschriebene Zusammenhänge aufgrund kontextgemäßer Sachkenntnisse (vgl. 1.1.2.).
   Ein neuer Entwurf ist als konstruktives Konzept logisch begründbar mit 'rationalen' Argumenten für neuartiges Verstehen gemäß der "konzeptionellen" Einsicht in begriffene Zusammenhänge von abstrakt gedeuteten Darstellungsformen untersuchter Sachverhalte (vgl. 3.1.).

Das "Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge" wird bestimmt als 'sehr hoch entwickelte' Lernform analog der rationalen Denkleistung für ein neues »konstruktives Konzept« zum Problemlösen (vgl. Einfall, Entwurf) unter der Voraussetzung der erfolgreichen Nutzung mindestens einer zweckdienlichen (zunächst) theoretischen Erkenntnis, - entsprechend einer kognitiv erfassten Beziehung des 'einsichtig verstandenen' Zusammenhangs von analytisch abstrahierten Fakten (Sinnesdaten, Begriffen), die erfinderisch in Beziehung gesetzt worden sind (vgl. neue Mittel-Zweck-Relation). -
   Nach sachkundiger (rationaler) Prüfung der vorgeschlagenen alternativen Thesen zur Lösung eines zielorientierten Problems erfolgt die pragmatische Auswahl einer zweckdienlichen These, die mindestens einen Entwurf als konstruktives Konzept für eine optimale Problemlösung ermöglicht und auf ihre praktische Bewährung zu überprüfen ist. (vgl. 3.1.)

Kritisch geprüfte und praktisch bestätigte Aussagen von Erkenntnissen entsprechen den 'bewährten Kenntnissen' von kognitiv erfassten Beziehungen erkannter Zusammenhänge. Dieses 'relativ wahre' Erfahrungswissen gemäß dem Erkenntnisfortschritt kann operativ zur "intelligenten" Selbsterhaltung durch Problemlösen genutzt werden.
   Praktisch bewährte Konzepte sind nutzbar für theoretische Denkmodelle in Form systematischer Darstellungen von begrifflichen Zusammenhängen (vgl. relationale Modelle für Begriffsstrukturen).

Wissenschaftliche Beschreibungen von 'bisher bewährten' begrifflichen Beziehungen erzielen die verständliche Erklärung gewonnener Erkenntnisse mittels relationalen Aussageformen (vgl. Logos-Relationen) gemäß der fundamentalen Einsicht in Sinn-Zusammenhänge von untersuchten Sachverhalten. Erklärend wirken prinzipielle Aussagen durch ihre systematische Einordnung in deklarative Darstellungen von 'wissentlich bekannten' Begriffsstrukturen für bisher bewährtes Erfahrungswissen.
   Konzeptionelle Aussagen können als 'rationale Innovationen' zur wissenschaftlich-technischen Entwicklung maßgeblich beitragen, wenn sie nach kritischer Prüfung 'bahnbrechende' Bedeutung erlangen.

Für zielstrebiges Denken und Handeln erforderlich ist kontextgerechtes Orientierungswissen über Sachverhalte zusätzlich zu verfügbarem Faktenwissen über Tatsachen.
   Konrad Lorenz (1903 - 1989) schrieb: "Wenn der Mensch nicht nach Zielen strebte, wäre seine Frage nach Ursachen sinnlos; wenn er keine Einsicht in ursächliche Zusammenhänge hat, ist er machtlos, das Geschehen nach Zielen hinzulenken, so gut und richtig er diese auch erkannt haben mag". ... "Niemand weiß so gut wie gerade der Naturforscher, dass der menschlichen Erkenntnis Grenzen gesetzt sind, aber er ist sich dauernd bewusst, dass wir nicht wissen, wo diese Grenzen liegen". [aus: 'Das sogenannte Böse', Dr. G. Borotha-Schoeler Verlag, Wien, 1965, S.325 bzw. 328]

Stephen W. Hawking (geb. 1942) schrieb: "Unser Forschungsdrang beflügelt die Kreativität auf allen Gebieten, nicht nur in der Wissenschaft. Sollte es uns wirklich gelingen, den Bereich des Erforschbaren ganz zu durchmessen, würde der menschliche Geist verkümmern und sterben. Aber ich glaube nicht, dass es jemals Stillstand geben wird: Wenn nicht an Tiefe, so werden wir an Komplexität gewinnen und uns immer von einem expandierenden Horizont des Möglichen umgeben sehen." [aus: dem Vorwort zu 'Das Universum in der Nussschale, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg, 2001]

Für verständliche Beschreibungen und möglichst Erklärungen von erforschbaren Naturkomplexen geeignet sind relationale Aussagen von objektivierbaren Begriffsrelationen entsprechend gewonnenen Erkenntnissen des deklarativen Erfahrungswissens, - insbesondere prägnant formulierte Logos-Relationen als prinzipielle Aussagen von Grunderkenntnissen für Einsicht (vgl. 3.2.).



3. Kognitiv-logische KI-Modelle als lernfähige Gedächtnissysteme

Lerntypische Struktur- und Funktionsänderungen im Gehirn (ZNS als lernfähiges Gedächtnissystem) aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb können erklärt werden mit kenntnisspezifisch 'erlernten' bedingten Relationen, die definitiv darstellbar sind als gewonnene begriffliche Beziehungen (Begriffsrelationen) entsprechend 'kognitiv erfassten' Zusammenhängen. Diese werden aufgefasst als (im Rahmen einer strukturellen Lerndisposition) erworbene Kenntnisse des nutzbaren Erfahrungswissens, das zusätzlich zum veranlagten Basis-Wissen (für Denkstrukturen und Verhaltensprogramme) ausgebildet wird (vgl. 1.2.).
   Die lerntypische Ausbildung von Erfahrungswissen in modifizierbaren Gedächtnisstrukturen basiert auf dem kognitiven Grundprozess des situationsbedingten Kenntniserwerbs, wobei die kritische Prüfung der Erkenntnisse auf ihre praktische Bewährung erforderlich ist, um die Aufdeckung von Irrtümern zu ermöglichen (vgl. Logik und Empirie zwecks Erkenntnisfortschritt).
   Situationsbedingt erworbene Kenntnisse (def. bedingte Relationen) von kognitiv erfassten Beziehungen sind funktionell nutzbar für 'empirisch' oder 'assoziativ' gewonnene Vorstellungen von Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte (vgl. 1.3. oder 3.2.).
   Erfahrungsgemäße (Er-)Kenntnisse verhelfen zu individuellen (Modell-)Vorstellungen und assoziierten Voraussagen, die situationsabhängig einbezogen werden in empirische Urteile, subjektive Bewertungen und erwogene Entscheidungen.
   Eine begründbare Kenntnis von aufeinander bezogenen Begriffen wird objektiviert dargestellt als logische Relation in Form einer relationalen Aussage. Diese entspricht einer syntaktischen Formation der semantischen Information, die mitteilbar ist als definierte 'Begriffsrelation' (vgl. 2.3.). [4] [8].
   Beim Lernen ausgebildete Begriffsstrukturen für theoretische Denkmodelle, die durch analytisch objektivierbare Denkprodukte, z. B. Urteile und Schlüsse, logisch begründbar sind, können mit bedingt verknüpften Begriffssymbolen in Form kognitiv-logischer Darstellungen systematisch beschrieben werden.

Die kognitiv-logische Modellierung lernfähiger Gedächtnisstrukturen für simulierbare mentale Prozesse gelingt mit definierten 'relationalen' Aussagen für bedingte Logik-Funktionen gemäß dynamischen Wissensdarstellungen (vgl. relationale Modelle), insbesondere zur Implementation von empirischen Urteilen und induktiven Inferenzen (Schlussfolgerungen) mit funktionell einbezogenen Erinnerungen (vgl. assoziierte Voraussagen) und subjektiven Bewertungen von aktuellen Situationen hinsichtlich intelligenten Aktivitäten. [1] - [5]
   Definierte kognitiv-logische Grundstrukturen für elementare Konzeptformen sind gekennzeichnet durch ihre 'erlernten' bedingten Relationsverknüpfungen (mittels konditionierten Assoziationen) entsprechend bedingten Logik-Funktionen zur modellmäßigen Darstellung von ausgebildeten Begriffsstrukturen, die durch analytische Abstraktion oder synthetische Verallgemeinerung modifizierbar sind (vgl. 3.2.).
   Kognitiv-logische Darstellungsformen für konstruktive Konzepte sind analytisch beschreibbar mit Ausdrücken für erworbene Kenntnisse entsprechend kognitiv erfassten Beziehungen zwischen Begriffen, die als bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur nutzbar sind. Diese können aufgrund von verallgemeinert angenommenen Regelmäßigkeiten induktiv erlernt und strukturell gespeichert werden (vgl. 1.2. und 3.1.).
   Die mit relationalen Aussagen (z. B. Implikationen) darstellbaren 'Kenntnisse von neu erfahrenen Regeln' sind zunächst nur hypothetisch nutzbar und müssen empirisch überprüft werden, damit sie nach praktischer Bestätigung als 'bisher bewährt' gelten können (Konsolidierung, sonst: Korrektur oder Umlernen, vgl. 2.1.). [2]

Die folgenden drei Abschnitte enthalten prägnante Aussagen (als Logos-Relationen) gemäß meinen Erkenntnissen zu prinzipiellen Begriffsbestimmungen, insbesondere für konstruktive Denkprodukte und innovative Konzepte der Kognitiven Logik (vgl. meine Publikationen seit dem Jahr 1978 [5]).
   Die situationsbedingt erworbenen Kenntnisse eines lernenden Gedächtnissystems sind objektivierbar analog erfassten Begriffsrelationen und können formal dargestellt werden als "strukturell erlernte" bedingte Relationen, die einbezogen sind in 'plastische' Verknüpfungen für (erfahrungs-)bedingte Logik-Funktionen auf hierarchischen Darstellungsniveaus, die einem relationalen Modell für ausgebildetes Erfahrungswissen entsprechen (def. lernfähiger Zuordnungskomplex, vgl. 3.2.).
   Deklarative Aussagen im Abschnitt 3.3 betreffen selbstbezügliche Denkoperationen für "rationale" Autonomie in Verbindung mit hoch entwickelten Intelligenzleistungen (vgl. Selbstreflexion und Selbstkontrolle), die konzeptionell erklärbar sind mit philosophisch und wissenschaftlich umstrittenen Begriffen wie '(Selbst-)Bewusstsein', 'Selbstmodell' und 'Selbstkonzept' (vgl. 3.3.).
   Hingewiesen wird auf soziale Probleme der technischen Entwicklung von kognitiv-logischen Simulationsmodellen mit gehirnähnlichen Funktionen (als KI-Modelle) und auch von 'autonom agierenden' Artefakten der kognitiven Robotik, die als lernfähige Gedächtnisssysteme mit empirischen Urteilen aufgrund subjektiver Bewertungen ihre individuellen Entscheidungen selbst bestimmen können (vgl. 3.3. - Fazit).
   Zur Abwendung von möglichen Gefahren (für Mensch und Roboter) erforderlich ist die konfliktvermeidende Einschränkung ihrer Handlungsfreiheit, d. h. die 'ethische' Begrenzung ihrer 'rationalen' Autonomie gemäß jeweiligem Verhaltenskodex, durch ihre konzeptionell vorbestimmte 'Selbstkontrolle' (vgl. Meta-Automat meines Systemkonzepts "Intelligenter Automat"). [3]


3.1. Konstruktive Denkprodukte - Begriffsbestimmungen für relationale Modelle

Das 'denkende' Gehirn, aufgefasst als lernfähiges Gedächtnissystem, interpretiert 'wahrgenommene' oder 'vorgestellte' Situationen hinsichtlich sachorientierten Aspekten für ausgewählte Objekte oder Phänomene, die es abstrahiert (begrifflich identifiziert, klassifiziert) im Vergleich mit bekannten Merkmalen und Begriffsrelationen (vgl. kognitive Schemata). Dadurch kann es selektierte Einzelheiten erfahrungsgemäß (wieder-)erkennen, deuten, beurteilen und bewerten, - beeinflusst von unbewussten Antrieben, Emotionen und Motivationen gemäß individuellen Bedingungen seines Zustands (vgl. subjektive Lage, Einstellung und Eigeninteresse). [6]

Denken wird philosophisch aufgefasst als 'geistige Tätigkeit' der Begriffsbildung, des Urteilens und Schließens. [11] - Albert Einstein bestimmte Denken als "Operieren mit Begriffen und Schaffung und Anwendung bestimmter funktioneller Verknüpfungen zwischen diesen sowie Zuordnung der Sinneserlebnisse zu den Begriffen" (Quelle: Physik und Realität, 1935).
   Ein intentionaler Denkprozess ist zweck- oder aspektorientiert und wird grob charakterisiert als 'gedankliches Manipulieren' und 'antizipatorisches Kombinieren' von selektierten Symbolen für abstrakte Begriffe und semantische Relationen (gemäß neuronal repräsentierten Vorstellungen).
   Urteilsbildende Denkoperationen sind prinzipiell erklärbar mit den definierten Grundprozessen 'analytische Abstraktion' und 'synthetische Verallgemeinerung' von Begriffssymbolen für elementare Konzeptformen, die darstellbar sind mit kognitiv-logischen Verknüpfungen entsprechend ausbildbaren Begriffsstrukturen (vgl. 3.2.). [4]

Bewusst erinnerbare Denkprodukte des deklarativen Wissens resultieren aus mentalen Operationen des konstruktiven Nach-Denkens (Reflexion). Solche selbstbezüglichen Denk-prozesse werden angeregt durch individuelle Intentionen (Absichten, Motive) für kritische Überlegungen oder Fragestellungen.
   Konzeptionelle Resultate des Denkens werden aufgefasst als konstruktive Denkprodukte, die wissentlich aktivierbar sind durch gedankliches (mentales) Operieren mit möglichst sinnvollen (symbolisch-abstrakten) Begriffsformen. Dabei werden funktionell modifizierbare (kognitiv-logische) Verknüpfungen oder Zuordnungen bestimmt gemäß lerntypisch 'ausgebildeten Begriffsstrukturen'.

Folgende Tabelle repräsentiert systematisch geordnete Begriffsbestimmungen für konstruktive Denkprodukte in Zuordnung zu ihren möglichen Äußerungen als informative Darstellungen oder Aussagen, die nützlich sind für die Kommunikation, zweckdienliche Orientierung, Handlungsausführung oder Konzept-Verwirklichung.

Konstruktive Denkprodukte (Erdachtes)


Begriff - erfasstes Abstraktes im Allgemeinen,
- Abstrahiertes einer allgemeinen Vorstellung,
- als Wesentliches einer Kategorie / Klasse,
- als Besonderes mit verknüpften Merkmalen,
- als abstrakt definierte Größe einer Theorie

Begriffsrelation als erworbene (Er-)Kenntnis
für empirische Urteile oder logische Schlüsse

Deutung als kognitive Interpretation durch
begriffliche Zuordnung gemäß Anschauung

Erwartung als situationsbedingte Vorstellung
(Erinnerung) für eine empirische Voraussage

subjektive Bewertung als erlebtes Gefühl oder
bewusste Empfindung, vgl. Emotion/Motivation

Absicht als Intention für Handlung(en) gemäß
Motiv(ation), vgl. Ziel, Bedürfnis oder Wunsch

Plan als ein zielorientiertes Arbeitsschema,
vgl. Algorithmus für geplante Operationsfolge

Entschluss als Entscheidung durch Abwägung
erwarteter Konsequenzen von Alternativen

Entwurf als konstruktives Konzept aufgrund
kreativer Leistung (Einfall, Idee) oder Erfindung

Modellvorstellung als darstellbares Wissen für
fiktive Konstrukte, Konzepte oder Thesen, vgl.
wissenschaftliche (Grund-)Sätze oder Axiome

Methode als strategisches Metawissen für
Deduktion/Induktion, vgl. Verfahren oder Taktik

Zugeordnete Äußerungen (Geäußertes)


Darstellung der 'deutbaren Konzeptform' als
Formation, Gestalt, Struktur oder Konstrukt mit
Begriffssymbol(en): Zeichen, Wörter, Bilder; -
Begriffsbestimmung mit konjunkten Merkmalen
als deklarative Aussage: Satz, Formel, Muster

Urteil als relationale Aussage von Erkanntem,
vgl. Sach- oder Werturteil für Schluss (Inferenz)

Beschreibung der Deutung des Erkannten als
Beurteilung gemäß dem jeweiligen Verständnis

assoziierte Voraussage "aus Erfahrung" als
Prädiktion, vgl. Vorhersage oder Vorurteil

emotionale Reaktion als Gefühlsäußerung,
selbstbezügliche Meinung oder Statusreport

Zielstellung als Vorsatz für Orientierung,
vgl. Absichtserklärung oder Versprechung

Tat-Vorschlag als Plan für Aktionsausführung,
vgl. Zeitplan für Handlung oder Aktionsabfolge

Tat-Veranlassung als Handlungsanweisung für
auszuführende Aktion(en) oder Problemlösung

Konzeption als Design- oder Lösungsansatz für
Gestaltung, Konstruktion oder Strukturbildung

objektiviertes Denkmodell als formale Theorie
zur Voraussage, Berechnung oder Erklärung, -
kritisch überprüfbar durch Experimente/Tests

Systematisches Vorgehen als Funktions- oder
Handlungsweise nach Regeln oder Gesetzen


Das individuelle Sprachvermögen ist eine systemimmanente Voraussetzung für explizite Aussagen als informative Darstellungsformen von begrifflichen Beziehungen, insbesondere für Urteile, Schlüsse oder Konzepte aufgrund von eigenen (Modell-)Vorstellungen für 'wissentliche' Beschreibungen und möglicherweise Erklärungen, die subjektiv beeinflusst werden von empirischen Erinnerungen aus der Vergangenheit und/oder hypothetischen Vorstellungen hinsichtlich der Zukunft (vgl. Voraussagen, Intentionen, Ziele).
   Wissentlich äußerbare Gedanken und damit assoziierte Vorstellungen sind als Denkprodukte formal darstellbar mit relationalen Aussagen von kenntnisspezifischen Beziehungen zwischen Begriffen (d. h. Begriffsrelationen als Wissenselemente für begriffliche Grundverknüpfungen).
   Verständliche Darstellungsformen der sprachlich objektivierbaren Denkprodukte sind explizite Aussagen, die kommunikativ mitteilbar und zu deuten sind, beispielsweise als Urteile, Thesen oder Konzepte. Ihre postulierte 'relative Wahrheit' (Wahrheitsanspruch) kann kritisch diskutiert und empirisch überprüft werden (vgl. 2.3.).

Begründbare Urteile über Wahrgenommenes, Vorgestelltes und Bewertetes basieren auf funktionell nutzbarem (Erfahrungs-)Wissen.
   Empirische Urteile werden geäußert als relationale Aussagen von jeweils 'analytisch' Erkanntem infolge der 'intellektuellen' Beurteilung der aktuellen Situation (vgl. Sach- oder Werturteil), resultierend aus der situationsspezifischen Deutung und auch Bewertung (vgl. interpretierte Bedeutung bzw. subjektive Wertung) gemäß dem verfügbaren Erfahrungswissen.
   Erwartungen als (assoziierte) Voraussagen beeinflussen empirische Urteile und Entscheidungen "aus Erfahrung", - bestimmt von erworbenen Kenntnissen (erfassten Beziehungen), die als bedingte Relationen einbezogen sind in 'plastische' Begriffsstrukturen des ausbildbaren Erfahrungswissens.

Begriffe werden modellhaft gebildet und dienen als kombinierbare Bausteine für 'konstruktive' Denkoperationen der 'analytischen und synthetischen' Informationsverarbeitung. - Beim Denken werden Begriffe zu Gedanken(gängen) für Aussagen verknüpft, insbesondere zu Begriffsrelationen für äußerbare Urteile oder Schlüsse (Inferenzen), d. h. logisch verknüpfte Urteile, die mit Argumenten begründbar sind.
   Die gedankliche Vorstellung eines Begriffs wird bestimmt als abstraktes Denkprodukt, dessen 'deutbare Konzeptform' mit unterschiedlichen Begriffssymbolen bezeichnet und verständlich dargestellt werden kann (s. u. und vgl. Tabelle).

Die logische Definition eines allgemeinen Begriffs als 'Abstraktes im Allgemeinen' wird ermöglicht durch funktionelle Zuordnung seines Begriffssymbols zu disjunkten Konjunktionen spezifischer Merkmale (Merkmalskonjunktionen in logischer Disjunktion) von (wieder-)erkennbaren Objekten oder Situationen einer Art oder Kategorie (abstrahiert als Begriffsklasse, vgl. 3.2.). [1]
   Die besondere Darstellungsform für einen definierten Begriff (als deklarative Aussage) ist nur dann verständlich wahrnehmbar und deutbar, wenn von ihrem 'klassifizierenden' Interpreten (mindestens) eine für den jeweiligen Begriff charakteristische Merkmalskonjunktion (wieder-)erkannt werden kann. -
   Beim (Wieder-)Erkennen von wahrgenommenen Formationen werden diese klassifiziert gemäß begrifflichen Kategorien für Unterschiedliches, jeweils durch (Muster-)Vergleich mit disjunkten Merkmalskonjunktionen für das Wesentliche eines Begriffs als 'Abstraktes im Allgemeinen'.

Erforderlich für die sinngemäße Deutung (Interpretation, Verstehen oder Decodierung) einer symbolischen Begriffsdarstellung (vgl. Symbol, Zeichen, Wort oder Bild) sind vorausgesetzte begriffsspezifische Kenntnisse des Interpreten (vgl. Vorwissen, Kontext-Wissen bzw. vereinbarter Code).
   Die semantische Interpretation einer syntaktischen Darstellung der 'deutbaren Konzeptformation' (def. als 'informelle Formation') gelingt durch richtiges Verstehen im betreffenden Kontext (vgl. Erkennung und Deutung unter 1.1.1. und 2.3. sowie 3.2.).

Ein allgemeiner (genereller) Begriff ist ein gedankliches Konstrukt (mentales Konzept) von analytischen Abstraktionen (speziellen Begriffen) in alternativer Zuordnung zum synthetisch Verallgemeinerten, d. h. dem allgemeinen Begriff, dem eine formal beschreibbare kognitiv-logische Begriffsstruktur entspricht. Typisch für einen allgemeinen Begriff sind alternative Abstrakta für Besonderes/Einzelnes (spezielle oder Unterbegriffe) in disjunktiver Verknüpfung für das Allgemeine als genereller (Ober-)Begriff.
   Ein spezieller (abstrakter) Begriff entspricht der analytischen Abstraktion des Wesentlichen von unterschiedlichen Erscheinungsformen (Formationen) einer besonderen Begriffsklasse (Kategorie). Das "begriffene" Abstraktum (als Besonderes) von kognitiv erfassten Charakteristika einer Kategorie wird begrifflich gekennzeichnet durch kombinierte Merkmale (Kennzeichen) als konjunktiv verknüpfte Einzelheiten. Alle begriffstypischen Merkmale können logisch verknüpft werden in Form mindestens einer definierten Merkmalskonjunktion, die als 'bekannt' entsprechend einem 'kognitiven Schema' nutzbar ist zur (Wieder-)Erkennung der Begriffsklasse, - gemäß den begrifflichen Gemeinsamkeiten (auch Unterschieden oder Analogien) von klassifizierten Objekten oder Ereignissen.
   Prinzipiell aufgezeigt wurde das objektivierbare Modell einer lerntypisch ausbildbaren 'Konzeptform', in die unterschiedliche Merkmalskonjunktionen disjunktiv einbeziehbar sind, entsprechend der definierten 'kognitiv-logischen Grundstruktur' eines allgemeinen Begriffs. Diese wird logisch-funktionell bestimmt mit einem COR-Knoten für eine disjunktive Verknüpfung mehrerer CAND-Knoten für ausbildbare Merkmalskonjunktionen (vgl. 3.2., zweites Bild) [1][4]

Unterstützt von veranlagten Begriffen des Basis-Wissens (vgl. Kategorien a-priori nach Immanuel Kant) werden zusätzliche neue Begriffe situationsbedingt (intuitiv oder induktiv) gebildet und mit bestehenden Begriffen in Beziehung gesetzt (vgl. rationalistische und empiristische Auffassungen).

Die mentale Begriffsbildung im Gehirn ist bisher wenig erforscht und kann grundsätzlich erklärt werden durch "kognitives Erfassen" (Begreifen) von natürlichen Beziehungen zwecks Ausbildung eines begrifflichen Beziehungsgefüges, das definiert wird als (kognitiv-logische) Begriffsstruktur für verallgemeinertes Abstraktes (als Wesentliches), das formal darstellbar ist mit mindestens einem Zeichen als Begriffssymbol (vgl. Nominator einer begrifflichen Verknüpfung).
   Ein gebildeter Begriff (vgl. Kategorie oder Objektklasse) gilt als konzeptionelles Abstraktum für Besonderes, das durch kognitive Erfassung 'begriffen' wurde und funktionell einbeziehbar ist in mindestens einen (Ober-)Begriff für Allgemeines, d. h. das durch Verallgemeinerung (induktiv) definierbar ist als Abstraktes im Allgemeinen (vgl. 3.2.).
   Eine "kreative" Begriffsbildung entsprechend einem konstruktiven Konzept (Entwurf) resultiert aus dem 'kognitiven Erfassen' (abstrahierenden Begreifen) von typischen Merkmalsbeziehungen für einen Begriff als Wesentliches (Abstraktum), insbesondere resultierend aus der analytischen Untersuchung von abstrakten oder konkreten Gegenständen (im jeweiligen Kontext), unter konditionierendem Einfluss von systeminternen (subjektiven, intuitiven) Situationsbedingungen und auch von erfahrungsgemäß assoziierten (empirischen) Vorstellungen (vgl. von mir definierte 'assoziative' bzw. 'reale' Konditionierung bedingter Relationen, siehe [1] u. [4])

Albert Einstein schrieb: "Die Verknüpfung der elementaren Begriffe des Alltagsdenkens mit Komplexen von Sinnen-Erlebnissen ist nur intuitiv erfassbar und wissenschaftlicher (logischer) Fixierung unzugänglich." [AEA, 122-858, S. 3, Physik und Realität, 1935] [10]
   "Andererseits aber haben jene Begriffe und Relationen, insbesondere die Setzungen realer Objekte, überhaupt einer 'realen Welt', nur insoweit Berechtigung, als sie mit Sinneserlebnissen verknüpft sind, zwischen welchen sie gedankliche Verknüpfungen schaffen." [AEA, 122-858, S. 2, Physik und Realität, 1935] [10]
   "Nach meiner Überzeugung muss man sogar viel mehr behaupten: die in unserem Denken und in unseren sprachlichen Äußerungen auftretenden Begriffe sind alle - logisch betrachtet - freie Schöpfungen des Denkens und können nicht aus den Sinnen-Erlebnissen induktiv gewonnen werden. Dies ist nur deshalb nicht so leicht zu bemerken, weil wir gewisse Begriffe und Begriffsverknüpfungen (Aussagen) gewohnheitsmäßig so fest mit gewissen Sinnerlebnissen verbinden, dass wir uns der Kluft nicht bewusst werden, die logisch unüberbrückbar die Welt der sinnlichen Erlebnisse von der Welt der Begriffe und Aussagen trennt." [AEA, 1-139, S. 4, B. Russell und das philosophische Denken, 1944] [10]
   Zur näheren Erläuterung schrieb Einstein an Max von Laue: "Die Bemerkung über Begriffe, und im besonderen über die 'erlebnisnahen', ist durchaus nicht so gemeint, dass ich die genetische Bedingtheit der Begriffe durch Erlebnisse leugnen wollte. Was ich meine, ist nur, dass Begriffe aus dem Rohmaterial der Erfahrung nicht durch einen logischen Prozess ableitbar sind." [10]

Kognitive Begriffsbestimmungen sind erkenntnisgemäße Definitionen und werden aufgefasst als 'innovative Begriffsdeutungen' oder Begriffsbildungen mit neu erfassten Begriffsrelationen für ausgebildete 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen (siehe 3.2.). Mit diesen erklärbar sind neu entworfene konstruktive Konzepte, die vorteilhaft genutzt werden können, um alte Probleme besser zu lösen oder um neue Probleme zu erkennen und analytisch lösbar zu machen (s. u.).
   Weil neu gebildete Begriffe, die durch situationsbedingten Kenntniserwerb beim Denken erklärbar sind, nur relativ wahr sein können, müssen ihre formal ausgedrückten Begriffsbestimmungen als objektivierte Begriffsdefinitionen ständig empirisch überprüft, korrigiert und verbessert werden (vgl. Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit, siehe 2.1.).
   Eine neue Begriffsdefinition ist sprachlich ausdrückbar und sollte mit prägnanten Aussagen möglichst verständlich beschrieben und widerspruchsfrei begründet werden (vgl. 2.3.).
   Aspektorientiert definierte Begriffe sind gedanklich verbunden mit bestimmten Fragestellungen oder Interessen.
   Allgemeine Begriffe sollten möglichst zweckfrei und umfassend (universell) definiert werden, wobei verständnisspezifisches Kontextwissen vorausgesetzt wird.
   Ein definierter Begriff kann auf unterschiedliche Weise mit mindestens einem Begriffsymbol formal dargestellt werden, um ihn möglichst verständlich objektiviert auszudrücken.

Mitteilbare und deutbare Darstellungsformen von objektivierbaren Begriffen dienen zur sprachlichen Bezeichnung/Benennung, - meist mit Wörtern als Begriffssymbolen (wie Zeichen bzw. Namen). Damit formulierbar sind explizite Aussagen von begrifflichen Beziehungen (def. Begriffsrelationen, formal-sprachlich gemäß einer Grammatik), - beispielsweise für Begriffsdefinitionen zur Beschreibung definierter Begriffsstrukturen (vgl. relationale Modelle).
   Die expliziten Aussagen von begrifflichen Beziehungen sind dann verständlich formuliert, wenn ihre in Beziehung gebrachten Begriffssymbole (vgl. Worte oder Zeichen) in Übereinstimmung mit grammatikalischen Organisationsprinzipien sinnentsprechend zuordenbar sind zu kenntnisspezifisch vereinbarten Symbolen für bekannte Begriffsbestimmungen (vgl. syntaktischer Code zur semantischen Verständigung).
   Eine 'mehrdeutige' Aussage ist nicht eindeutig formuliert und wird als "unscharfe" Darstellung bezeichnet, weil ihr unterschiedliche Bedeutungen als semantische Informationen entnehmbar sind.
   Eine verständlich formulierte Aussage (z. B. Satz, Nominatoren und Prädikatoren) entspricht einem ausgedrückten Urteil oder einer These als (anfangs) unbewiesene Behauptung, deren Wahrheitsanspruch oder Wahrscheinlichkeit empirisch überprüfbar sein muss, damit ihre faktische Begründung mit logischen Argumenten möglich ist, - im Unterschied zu transzendenten Axiomen von Religionen und Ideologien, die nur unbewiesen geglaubt werden können (vgl. 2.1.).
   Wenn Aussagen von begrifflichen Beziehungen mit den beurteilten Tatsachen nicht in Übereinstimmung gebracht werden können, sind sie entweder "unwahr" oder nur relativiert deutbar als "teilweise wahr" gemäß ihrer 'korrigierenden' Interpretation durch fallbezogene Anpassung oder begriffliche Eingrenzung (vgl. juristische Auslegung).

Die prinzipiellen Aussagen sind vereinbarte Basissätze (Axiome, Grundsätze), d. h. formale Ausdrücke von Grunderkenntnissen entsprechend fundamentalen Beziehungen zwischen begrifflich festgesetzten Größen, beispielsweise prägnant formulierte Relationen für Begriffsbestimmungen (vgl. Definitionen, Lehrsätze, mathematische Formeln), - insbesondere vereinbart als systematisierte Ausdrucksformen für 'bisher bewährte' Kenntnisse zu Theorien und Gesetzen in Naturwissenschaft und Gesellschaft (vgl. Logos-Relationen, siehe 2.3.).

Eine kommunikative Verständigung (Informierung) gelingt durch richtige Deutung von symbolisch mitgeteilten Darstellungsformen, die als 'informative' Aussagen (Sätze, Zeichen, Bilder, Muster u. a.) im jeweiligen Kontext zu verstehen sind unter der Voraussetzung von dafür geeignetem Verfügungswissen des Verstehenden, womit er die 'begrifflich passenden' Vorstellungen erinnern kann (vgl. vereinbarte Codes oder Regeln).
   Individuell verstanden werden erkannte Darstellungsformen durch ihre sinngemäße Deutung mittels dafür geeignetem Vorwissen, das genutzt wird zur erfahrungsgemäßen Erinnerung von symbolisch-abstrakten Vorstellungen und damit assoziierten Erwartungen (vgl. kognitive Schemata zur Kategorisierung bzw. Voraussage bei der Wahrnehmung).
   Gemäß erworbenen Kenntnissen des Erfahrungswissens können deutungsspezifische empirische Urteile und subjektive Bewertungen für situationsangepasste Entscheidungen bestimmt werden (vgl. 2.3.).

Das interpretative Verstehen einer formalen Informationsdarstellung ist möglich mittels 'generellen' Erinnerungen von allgemeinen Begriffsbeziehungen, - entsprechend den nutzbaren Kenntnissen von 'wesentlichen' Zusammenhängen erkannter Sachverhalte (vgl. Kontextwissen oder episodisches Wissen), - und zusätzlich mittels 'singulären' Erinnerungen von besonderen Merkmalsbeziehungen der kenntnisspezifisch 'gemerkten' Eigenschaften einzelner Objekte oder Situationen (vgl. Faktenwissen). [8]
   »Verstehen lernen« heißt 'kognitive' Gewinnung von Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge von Sachverhalten der 'wirklichen' Erfahrungswelt gemäß dem individuellen Erkenntnisprozess.
   Praktische oder theoretische Einsicht (für Klugheit bzw. Weisheit) basiert auf situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen für Wissen), die modellhaft erfassten 'begrifflichen' Beziehungen entsprechen (vgl. 1.1.2.).

Das Kennenlernen einer Wirkbeziehung des untersuchten Sachverhalts gelingt durch kognitive Erfassung des Kausalzusammenhangs zwischen zugeordneten Signalereignissen, wobei eine situationsbedingt erworbene Kenntnis als bedingte Relation in Form einer konditionierten Assoziation der lernfähigen Gedächtnisstruktur 'erlernt' wird (vgl. strukturelles Lernen und Speichern als begriffliche Beziehung, siehe 1.2.).
   Kritisch überprüfte und erfahrungsgemäß bestätigte Kenntnisse von kognitiv erfassten (Kausalitäts-)Beziehungen gelten als 'bisher bewährte' und 'logisch begründbare' Erkenntnisse, die vorteilhaft für mentale Operationen genutzt werden, insbesondere beim Urteilen und Schlussfolgern für optimale Entscheidungen.
   Durch die situationsabhängige Kenntnisnutzung können individuelle Vorstellungen erinnert werden (vgl. assoziierte Voraussagen oder Erwartungen), die gemäß ihrer (subjektiven) Bewertung empirische Urteile und induktive Schlüsse beeinflussen (vgl. 1.3.).
   Die lerntypische Ausbildung und Verbesserung des Erfahrungswissens im Gedächtnissystem ermöglicht "intelligente" Verhaltenssteuerungen, insbesondere für erlernte "bedingte" (Re-)Aktionen und zielorientierte Problemlösungen (vgl. 1.1.).

Vom Menschen untersuchbare Sachverhalte können kritisch analysiert und wissenschaftlich erforscht werden, um möglichst "gesetzmäßige" Zusammenhänge zu erfassen, die mit formal-sprachlichen Aussagen von begrifflichen Beziehungen (vgl. mathematische Ausdrücke) verständlich zu beschreiben und zu erklären sind. Die vom Menschen systematisch definierten Naturgesetze gelten gemäß den bisher bewährten Theorien der Wissenschaft und ermöglichen erfahrungsgemäße Voraussagen, die auch experimentell nachweisbar sein können (vgl. Überprüfung nach dem Bewährungsprinzip, siehe 2.1.).
   Eine rationale Erkennung und Deutung natürlicher Sachverhalte ist möglich durch begriffliche Bestimmung von 'kognitiven Schemata', die als symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen für empirisch prüfbare (Vor-)Aussagen fungieren und erst nach praktischer Bewährung als "relativ wahr" gelten können.
   Der "erkennende und deutende" Mensch interpretiert Sinneswahrnehmungen (von der objektiven Realität) als seine 'subjektiven' Erkennungsergebnisse und Deutungen mit empirischen Urteilen aufgrund von individuellen Vorstellungen (Erinnerungen) und Erwartungen (Voraussagen) seines modellhaft ausgebildeten Erfahrungswissens. Seine mentalen Vermutungen (Hypothesen, Theorien) basieren auf kenntnisspezifischen Begriffsrelationen und sind (zunächst) unbewiesene Behauptungen. Verallgemeinerte Annahmen von 'induktiv' festgestellten Regel- oder Gesetzmäßigkeiten beobachteter Zusammenhänge müssen empirisch geprüft werden, ob sie sich praktisch bewähren (Bewährungsprinzip).

'Intellektuelle' Beurteilungen aktueller Situationen im Gehirn resultieren aus 'individuellen' Deutungen von situationsspezifischen Darstellungsformen (wahrnehmend erkannt oder intuitiv vorgestellt) und werden 'primär unbewusst' beeinflusst von subjektiven Bewertungen, - auch Einstellungen und Zielstellungen (vgl. Antrieb, Emotion bzw. Motivation). [2][3][6]

Den "verstandesmäßigen" Interpretationsprozessen für die individuelle Erkennung und Deutung von zu beurteilenden Situationen entsprechen funktionelle (Signal-)Zuordnungen logisch verknüpfter Begriffssymbole (def. als situationsbedingt verifizierbare Invarianten auf hierarchischen Abstraktionsniveaus) beim Denken im lernfähigen Gedächtnissystem (vgl. 'kognitiv-logische' Informationsverarbeitung gemäß begrifflichen Beziehungen). [1][2]
   Ein "denkendes" lernfähiges Gedächtnissystem ist definitiv beschreibbar als kognitives System mit 'struktureller Lerndisposition', das erworbene (Er-)Kenntnisse seines ausbildbaren Erfahrungswissens durch kognitiv-logische Verknüpfung funktionell nutzen kann für empirische Urteile über aktuelle Situationen, - möglichst zum Verstehen im richtigen Kontext zwecks optimaler Entscheidung für 'intelligentes' Verhalten.
   Ein empirisches Urteil resultiert aus der 'intellektuellen' Beurteilung ausgehend vom situationsspezifischen Deutungsergebnis unter erfahrungsgemäßer Einbeziehung von erinnerten Vorstellungen und assoziierten Voraussagen aufgrund erworbener Kenntnisse von bisher erfassten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte (vgl. 1.1.1.). [1] - [5]

Meine These: Elementare Urteile sind relationale Aussagen von jeweils 'analytisch' Erkanntem und können formuliert werden als kognitiv-logische Ausdrücke von objektivierbaren Begriffsrelationen (siehe obige Tabelle), - jeweils als ein 'intellektuelles' Beurteilungsergebnis infolge der 'individuellen' Deutung und Bewertung einer aktuellen Wahrnehmung und/oder Vorstellung (gemäß externer bzw. interner Situation). -
   Die urteilsbestimmenden Begriffsrelationen entsprechen (Er-)Kenntnissen, die nutzbar sind als relationale Wissenselemente für funktionelle Zuordnungen im Gehirn, insbesondere als kenntnisspezifische Assoziationen für neuronale Verknüpfungsergebnisse (vgl. axonale Signale). Ihre formal-sprachliche Darstellung ist prinzipiell möglich mit kognitiv-logischen Verknüpfungen von Begriffssymbolen, die informativ vereinbart werden als begriffliche Invarianten (vgl. Variablenwerte in logischen Relationen) für selektiv zugeordnete Signalmuster, beispielsweise als begriffliche Nominatoren für Merkmalskonjunktionen bzw. urteilstypische Prädikatoren für Begriffsrelationen. [1][2][4]
   'Reflexartige' (Vor-)Urteile werden reizbedingt (meist unbewusst) gebildet und 'unüberlegt' geäußert, - fundierter sind Urteile aus Erwägungen durch 'wissentliche' Reflexion (bewusstes Nachdenken) gemäß systematischer Analyse der jeweiligen Ausgangssituation im "realistischen" Kontext, wozu geeignete Sachkenntnis notwendig ist.
   Mögliche Fehlurteile (vgl. Fehldeutungen oder Fehlentscheidungen für 'unkluges' Verhalten) sind bedingt durch falsche Vorstellungen, Fiktionen oder Vermutungen (vgl. Unkenntnis, Einbildung bzw. Glauben), wobei auch aktuelle Emotionen und Motivationen funktionellen Einfluss haben können (vgl. 'subjektiive Bewertungen' für affektive oder aggressive Handlungen).
   Empirische Urteile für Schlüsse gemäß erlernten 'Wenn-dann'-Regeln werden erzielt durch pragmatisches "Lernen am Effekt" von versuchsweisen Aktionen (vgl. Experimente oder Tests) nach der Methode "trial and error". Ihnen entsprechen kognitiv-logische Implikationen für induktive Schlüsse ('nicht deduktive' Inferenzen) aufgrund von objektbezogenen oder effektorientierten Erwartungen (vgl. assoziierte Voraussagen erster bzw. zweiter Art). Diese sind erfahrungsgemäße Voraussetzungen für die höheren Lernformen wie bedingte Aktion oder bedingtes Erwägen einer optimalen Entscheidung (vgl. 1.3.). [1] [2]
   Zielorientiertes Erwägen einer optimalen Entscheidung wird ermöglicht durch 'antizipative' subjektive Bewertung von zu erwartenden Handlungskonsequenzen, die empirisch oder theoretisch vorausgesagt werden können.
   Das 'bedingte Erwägen' einer optimalen Entscheidung (aufgefasst als höhere Lernform) gelingt durch (emotionale oder kognitive) Bewertung von mit Situationsmerkmalen assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" (entsprechend effektorientierten Erwartungen) betreffs erwarteter Konsequenzen von einschätzbaren Entscheidungsalternativen. Das "vorausschauende" (antizipatorische) Abwägen von Erwartungen vermuteter Tatfolgen verlangt eine richtige Einschätzung möglicher Lösungsalternativen für die erkannte Problemsituation, wozu zweckdienliches Erfahrungswissen in ausreichendem Maße verfügbar sein muss (vgl. 1.3.).

Mentale Prozesse 'kognitiv-rationaler' Überlegungen (vgl. Nachdenken oder Selbstreflexion) ermöglichen selbstbezügliche Deutungen von Problemsituationen hinsichtlich erreichbarer Ziele zwecks auffindbaren Problemlösungen für intelligentes Verhalten, insbesondere durch 'rationale' Einsicht gemäß 'wissentlichen' Modellvorstellungen bei der 'intentionalen' Planung.
   Konstruktive Denkprodukte für hochentwickelte Lernformen (vgl. Lernen durch Einsicht in Sinn-Zusammenhänge, auch 'intentionales Lernen') sind evolutionär übergeordnet den empirischen Urteilen und Schlüssen, die (meist unbewusst) zu 'erlernten' bedingten (Re-)Aktionen verhelfen (vgl. 3.3.).
   Die 'rationale' Erkenntnisfähigkeit eines lernfähigen (kognitiv-logischen) Gedächtnissystems verhilft ihm zu praktischer und möglichst theoretischer Einsicht (vgl. Verstand bzw. Vernunft, Weisheit, siehe 1.1.) beim konstruktiven Denken zwecks 'intelligentem' Handeln (vgl. lat "intellectus").

Die Intelligenz eines kognitiven Systems entspricht seiner Befähigung zum Problemlösen ausgehend von der Erkennung einer Problemsituation, insbesondere ihrer für das Handeln wesentlichen Eigenschaften im jeweiligen Zusammenhang, wodurch gemäß dieser Einsicht eine zielgerichtete oder zweckorientierte Problemlösung zu finden ist, z. B. als optimale Entscheidung im Handlungsspielraum für 'intelligentes' Verhalten (vgl. 1.1.1.).
   Der spezifizierte Begriff "kreative" Intelligenz betont eine systemimmanente Kreativität zum Entwurf konstruktiver Konzepte, - insbesondere hinsichtlich innovativer Ansätze für erfinderische Problemlösungen (vgl. neue Ideen für 'konstruktive Denkprodukte').
   Auf hypothetischen Vorstellungen (Ideen, Anschauungen, Ansichten) basieren 'kreative' Entwürfe als kognitive Voraussetzungen zur mentalen Umsetzung in konstruktive Ansätze (Konzepte oder Modelle) für neue Feststellungen (Statements, Erklärungen, Anweisungen) oder Festlegungen (Festsetzungen, Vereinbarungen, Versprechen), - auch für Vorsätze (Zielstellungen, Absichten, Pläne) oder Gesetze (Verordnungen, Vorschriften, Regeln), - mit meist ungewisser Geltungsdauer.

Wenn zur Erreichung eines Ziels (gemäß einer Aufgabe) das dafür notwendige Vorwissen fehlt oder zweckdienliche Mittel nicht verfügbar sind, dann liegt eine Problemsituation vor (d. h. die Aufgabe wird zum Problem). Es muss ein Lösungsweg (Problemlösung) gefunden werden, damit der verlangte Zielzustand ausgehend vom Anfangszustand erreicht werden kann (d. h. Zustandsübergang nur durch Überwindung der problemspezifischen Barriere).
   Eine Problemsituation wird hinsichtlich der möglichen Erreichung mindestens eines (allgemeinen oder speziellen) Ziels bestimmt, wobei davon ausgegangen wird, dass die vorkommenden Systemvariablen begrifflich (mittels Merkmalen) bekannt sind und ihre hierarchischen Beziehungen sinngemäß verstanden werden.
   Zur Aufklärung einer Problemsituation müssen die richtigen Informationen beschafft und kritisch ausgewertet werden, wobei Einsicht erforderlich ist, um das Wesentliche zu verstehen und damit eine richtige Entscheidung zu erwägen (vgl. 1.1.2.).
   Zur "rationalen" Erkennung und Deutung einer komplexen Problemsituation erforderlich sind nutzbare Kenntnisse, die als zutreffende Vorkenntnisse (realistisches Vorwissen) eine situationsspezifische Analyse ermöglichen, damit einzelne Lösungsschritte und ihre erwarteten Konsequenzen ermittelt bzw. abgeschätzt werden können (vgl. antizipatorisches Abwägen). Dafür notwendig ist nützliches Wissen über vorhandene und mögliche Zusammenhänge innerhalb des betrachteten Realitätsausschnitts (vgl. kognitive Schemata, siehe 1.1.1.).
   Die Fehleinschätzung einer Problemsituation aufgrund von fehlenden oder mangelhaften Kenntnissen, die falsche Vorstellungen für Fehlurteile bestimmen, führt dann zur Verunsicherung, wenn sich eine praktizierte Fehlentscheidung als Irrtum oder Torheit erweist.

Ein flexibler (lernfähiger) Problemlöser bemüht sich um die Fehleranalyse und Suche nach Gründen für seine Fehlurteile; dagegen beharrt ein "Rechthaber" auf seinen 'voreingenommenen' Vorstellungen aufgrund von bisherigen Erfahrungen (vgl. konservative Argumente für konventionelle Urteile).
   Das schwierige Lernen aus Fehlern gelingt nur dann, wenn durch 'positive' Auswertung von irrtümlich gemachten 'negativen' Erfahrungen (vgl. Enttäuschungen oder Misserfolge) die spezifischen Ursachen oder Gründe für Fehlentscheidungen bzw. Fehlhandlungen analytisch erkannt werden, womit begründete Korrekturen der falschen Vorstellungen für Fehlurteile möglichst effektiv vorgenommen werden können. Eine "intelligente" Erfahrungsbewältigung erzielt die Vermeidung von neuen Fehlschlüssen, wobei die eigene Vorgehensweise durch Fehlerkorrektur zu verbessern ist oder durch Umlernen an veränderte Situationsbedingungen angepasst werden muss. [2]

Bei einer 'kognitiven' Analyse erkennbarer Problemsituationen können neue Erkenntnisse (def. begriffliche Beziehungen) gewonnen werden. Ihre "integrative" Nutzung ermöglicht eine 'kombinierende' Synthese von Gedanken entsprechend konstruktiven Konzepten, die nutzbar sind für Problemlösungen und neue Denkprodukte.
   Die hoch entwickelte Lernform Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge basiert auf der erfolgreichen Nutzung mindestens einer zweckdienlich erworbenen Kenntnis als einer neu erfassten begrifflichen Beziehung, die hypothetisch bestimmt wird als neue theoretische Erkenntnis für ein »konstruktives Konzept« des kognitiv erfassten Zusammenhangs von analytisch abstrahierten Fakten (Sinnesdaten), die erfinderisch in Beziehung gesetzt worden sind (z. B. neue Mittel-Zweck-Relation). [1]
   Theoretische Erkenntnisse beim 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' verhelfen zu zielorientierten Problemlösungen mittels neu konzipierten (Modell-)Vorstellungen und assoziierten Erwartungen, die beim antizipativen Erwägen von Entscheidungen zu bewerten sind.
   Die Einsicht in bisher unbekannte (Sinn-)Zusammenhänge ist erreichbar durch neu gewonnene Erkenntnisse zur Begründung empirischer Urteile über erfasste Beziehungen elementarer Faktoren von Sachverhalten, womit das kognitive Auffinden von Problemlösungen entweder unterstützt oder eingeschränkt wird (vgl. 1.1.2.).

»Kreativ denken« bedeutet, mit neuer Einsicht in Wesentliches innovative Problemlösungen finden. -
   Kreatives Denken geschieht meist "intuitiv" (vgl. unmittelbare Erkenntnis) und wird "wissentlich" unterstützt durch fundierte (Vor-)Kenntnisse von begrifflich klar definierten Sachverhalten (vgl. mathematische Abstraktionsformen oder methodisches Metawissen). Die rationale Einsicht ist förderbar mit systematischen Forschungsmethoden, kritisierbaren Arbeitshypothesen oder sog. Heuristiken zum Problemlösen (vgl. diskursive Erkenntnis).
   Der "kreative" Mensch kann durch konstruktives Denken etwas Neues erfinden (vgl. Entwurf als konstruktives Konzept) infolge seines genialen Einfalls (Gestaltungsidee oder Lösungsansatz), insbesondere für eine praktikable Innovation oder ein zu erschaffendes Unikat, - unter der Voraussetzung von dafür ausreichend verfügbarem Erfahrungswissen.

Friedrich Dürrenmatt (1921 - 1990) meinte: "Kreative Phantasie arbeitet durch ein Zusammenwirken von Erinnerung, Assoziation und Logik."
   In Fällen neuartiger Problemsituationen, für die bewährte Entscheidungsregeln zur Handlungssteuerung fehlen, gelingt das Auffinden von praktikablen Lösungswegen mit Erfolgsaussichten für Aktionsversuche durch neu vorgeschlagene Lösungsansätze (Entwürfe, Ideen, Hypothesen), die sich als konstruktive Konzepte oder als irrige Vermutungen erweisen können.
   Notwendige Voraussetzung für "intelligentes" Problemlösen ist mindestens ein "kognitiver" Lösungsansatz als überprüfbare Vermutung (z. B. einer möglichen Mittel-Zweck-Relation) entsprechend einem hypothetischen Schluss auf einen wahrscheinlichen Sachverhalt (vgl. Abduktion bei C. S. Peirce).
   Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnen will, muss seine Hypothesen praktisch überprüfen und durch Korrektur verbessern können (vgl. 2.1.).

Auf Vermutungen beruhende Denkansätze entsprechen Entwürfen, die formal beschreibbar sind als »konstruktive Konzepte«. Diese können versuchsweise genutzt werden für theoretische Modelle und auch für heuristische Methoden zur Auffindung von praktikablen Lösungswegen mit Erfolgsaussichten (vgl. 1.3.).
   Ein 'konstruktives Konzept' (Entwurf) ermöglicht ein neuartiges Verständnis gemäß der 'konzeptionellen' Einsicht in begriffene Zusammenhänge von abstrakt gedeuteten Darstellungsformen als Fakten mindestens eines Sachverhalts des untersuchten Gegenstandsbereichs (vgl. 1.1.2.).
   Neue konstruktive Konzepte basieren auf entworfenen Begriffsrelationen für erworbene Kenntnisse von neu erfassten Beziehungen und entsprechen 'hypothetisch ausgebildeten' kognitiv-logischen Begriffsstrukturen, die als symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen für Problemlösungen nützlich sein können (vgl. Ideen als Lösungsansätze).
   Erfinderisch entworfen werden neue begriffliche Assoziationen für 'konstruktive Konzepte', insbesondere als Ansätze zum Problemlösen. Mit neuartig in Beziehung gebrachten Begriffssymbolen ist ein analytisch bestimmtes Abstraktum verallgemeinert darstellbar, das als neu angenommener (kognitiv ausgebildeter) Begriff mit hypothetischer Bedeutung nur versuchsweise gilt (vgl. Thesen).

Ein 'kreativer' Entwurf wird bestimmt als kognitive Urform eines 'konstruktiven Konzepts' gemäß einer begrifflich neu strukturierten (Modell-)Vorstellung, die als ein nützlicher Einfall (gute Idee) gewertet wird, insbesondere als ein 'gefundener' Lösungsansatz für eine Problemstellung. -
   Die 'konzeptionelle' Darstellung (Grob- oder Feinkonzept) einer hypothetischen Modellvorstellung ist versuchsweise nutzbar im 'logisch-funktionellen' Kontext von deklarativem Erfahrungswissen.
   Der Entwurf mindestens einer hypothetischen Begriffsrelation zur Beantwortung einer Frage oder zwecks Lösung einer Aufgabe ist objektivierbar in Form mindestens einer 'konzeptionellen' Aussage, die kommunikativ mitteilbar ist als 'konstruktives Konzept' entsprechend einem theoretischen Lösungs- oder Verbesserungsvorschlag, dessen pragmatische Bedeutung zu überprüfen ist.
   Konzeptionelle Aussagen von Entwürfen (konstruktive Konzepte) entsprechen hypothetisch ausgebildeten Begriffsstrukturen, die aufgefasst werden als neuartige 'mentale Konstrukte' (vgl. empirische oder theoretische Erkenntnisse). Diese können erfahrungsgemäß nützlich sein als Thesen für konstruktive Denkmodelle (vgl. prädiktive Modelle oder Theorien) gemäß induktiv angenommenen und praktisch überprüfbaren Regel- oder Gesetzmäßigkeiten. Thesenhafte Aussagen von konstruktiven Konzepten gelten als hypothetisch und müssen sich praktisch bewähren, damit sie weiterhin genutzt werden können (sonst Falsifizierung, Korrektur oder Umlernen, siehe 2.1.).

Innovative Theorien oder Methoden basieren auf besonderen erfinderischen Denkprodukten gemäß prinzipiellen Erkenntnissen für 'konstruktive Konzepte', die eine allgemeine Bedeutung nur dann erhalten, wenn sie pragmatischen Erfolg ermöglichen und rational überzeugend sind gegenüber Vorurteilen, Kritiken oder Zweifeln (vgl. 2.3.).
   Ein konstruktives Konzept kann sich als 'gute Idee' im Sinne eines Verbesserungsvorschlags nur dann gegen bisherige Vorstellungen, Lehrmeinungen oder Denkgewohnheiten durchsetzen, wenn sein innovativer Ansatz zur möglichen Wissensverbesserung gutachterseitig richtig verstanden und effektiv unterstützt wird, so dass Anwendungsformen dieses neuartigen Konzepts realisiert werden können mit dem Erfolg einer wachsenden Anerkennung seiner (bezweifelten) Bedeutung.

Eine neue Idee kann eine "bahnbrechende" Bedeutung haben, wenn sie dem konstruktiven Konzept einer großen Erfindung entspricht. Sie entsteht am ehesten, wenn ein Forschungsthema mit Unvoreingenommenheit und ausreichendem Vorwissen analytisch bearbeitet wird.
   Wer seine neuen Erkenntnisse veröffentlicht, der kann zum wissenschaftlichen Fortschritt beitragen, womit aber auch ein weiterer Wissensmissbrauch ermöglicht wird.

Ein kognitiver Wissenszuwachs (durch Kenntniserwerb) führt zu einer 'innovativen' Einsicht und kann einen fortschrittlichen Qualitätssprung bei der Entwicklung von Wissen bedeuten.
   Das Phänomen eines "intuitiven" oder "reflexiven" Einfalls (Idee) entspricht der kreativen Entwurfsleistung für ein 'konstruktives Konzept', das gekennzeichnet ist durch mindestens eine neu erworbene oder vermutete Kenntnis von einem kognitiv erfassten (begriffenen) Zusammenhang. -
   Die "intuitiv vorgestellte" begriffliche Beziehung für einen postulierten Zusammenhang entspricht einer hypothetischen Kenntnis, die darstellbar ist als 'bedingte Relation' in Form einer 'assoziativ konditionierten' Assoziation im Gedächtnis. Diese sollte empirisch überprüft werden, ob sie sich praktisch bewährt (vgl. Falsifizierung oder Konsolidierung als Erkenntnis).
   Erklärbar ist die 'intuitive' Ausbildung einer bedingten Relation (entsprechend einer hypothetischen Kenntnis) durch ihre 'assoziative Konditionierung' mit funktioneller Unterstützung von assoziativ genutzten Vorkenntnissen, die zur Erfüllung der speziellen Koinzidenzbedingung beitragen, d. h. durch die 'vorstellungsbestimmte' Konditionierung der Assoziation (assoziative In-Beziehung-Setzung von Begriffssymbolen) als postulierte Begriffsrelation für einen vermuteten (Sinn-)Zusammenhang (vgl. 3.2.).

Erworbene Kenntnisse von "kennen gelernten" Beziehungen erfasster Zusammenhänge, die begrifflich aufgefasst werden als bedingte Relationen, sind beschreibar mit relationalen Aussagen für erlernte Regeln (vgl. empirische Implikationen) zur Darstellung von logisch verknüpften Begriffsrelationen in Form von theoretischen Modellen des objektivierbaren Wissens. Besondere Beispiele sind 'relationale Modelle' entsprechend erfahrungsgemäßen Theorien, die logisch zu begründen sind und auf ihre praktische Bewährung überprüft werden müssen (Kritik und empirische Bewährungsprobe, vgl. 2.1.). [1] [4]
   Definierte relationale Aussagen von kenntnisspezifischen Begriffsrelationen des deklarativen (Erfahrungs-)Wissens sind nützliche Darstellungsformen begrifflicher Beziehungen, - insbesondere geeignet für 'relationale Modelle' zur Beschreibung von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen (vgl. 2.3. und 3.2.).

Relationale Modelle sind definierbar mit prinzipiellen Aussagen (Logos-Relationen) von objektivierbaren Kausalitäts- oder Wirkbeziehungen funktioneller Strukturen, - außerdem mit mathematischen oder logischen Funktionsausdrücken (vgl. Formeln bzw. Regeln) aufgrund von elementaren Implikationen für Urteile und Schlüsse (Inferenzen). [1] - [3]
   Kognitiv-logische Darstellungsformen für semantische Begriffsstrukturen und konstruktive Denkprodukte sind geeignet für relationale Modelle, die syntaktisch formalisiert werden mit begrifflich vereinbarten Symbolverknüpfungen und möglichen bedingten Relationen entsprechend bedingten Logik-Funktionen (vgl. 2.2.).
   Mit kognitiv-logischen Modellen von lernfähigen Gedächtnissystemen und ihren kenntnisspezifischen Darstellungsformen für bedingte Relationen gelingt die Simulation von empirischen Urteilen und logischen Inferenzen (Schlüssen) aufgrund von assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" (vgl. 1.3.). [2] - [4]
   Die Eigenschaften von "adaptiv" entwickelbaren kognitiv-logischen Modellen können lerntypisch selektiert werden nach dem Bewährungsprinzip, insbesondere gemäß empirischer Überprüfung oder konstruktiver Kritik zwecks Wissensverbesserung durch mögliche Wahrheitsfindung (vgl. Bestätigung, Korrektur oder Falsifizierung, siehe 2.3.). [2] [7]

Das modellmäßig konstruierte Erfahrungswissen kann niemals mit apodiktischer Gewissheit gelten, sondern nur solange es sich praktisch bewährt (erprobte Bestätigung, vgl. Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit, siehe 2.1.).
   Praktisch erprobte Modelle und Theorien (z. B. technisch implementiert) gelten bezüglich bisher festgestellter Gesetzmäßigkeiten nur solange wie diese Bestand haben, d. h. solange nicht neue Erkenntnisse (bedingte Relationen für neu erfasste Zusammenhänge) aufgrund entdeckter neuer oder geänderter Bedingungen ein 'intelligentes Umlernen' erforderlich machen.


3.2. Kognitiv-logische Begriffsstrukturen - Lernfähige Zuordnungskomplexe

Konzeptionelle Anlagen zur individuellen Wissensverbesserung (vgl. strukturelle Lerndispositionen) in lernfähigen Gedächtnissystemen ermöglichen die situationsbedingte Ausbildung von 'erlernten' (kognitiv-logischen) Begriffsstrukturen, die objektivierbar sind mit relationalen Aussagen für Urteile und konstruktive Begriffsbestimmungen.
   Ein Wissenszuwachs beim Lernen ist erklärbar durch veränderte, verfeinerte oder erweiterte Verknüpfungen begrifflicher Beziehungen des Erfahrungswissens, die charakteristisch sind für "lerntypisch" ausgebildete Begriffsstrukturen der modularen Konzeptformen, die aufgefasst werden als symbolisch-abstrakte Grundverknüpfungen zur Bestimmung von empirischen Urteilen oder kognitiv-logischen Schlüssen. Ihre formalen Darstellungen lassen sich zurückführen auf explizite Relationen von verknüpften Aussagevariablen einer 'kognitv-logischen Gedächtnisstruktur'. [1] [4]
   Den kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen zwischen beobachtbaren Gegenständen (Dingen oder Ereignissen) entsprechen kenntnisspezifische Begriffsrelationen für Urteile (definierte bedingte Relationen, siehe 1.2., 2.1. und 3.1.).

Individuelle Denkprozesse der 'interpretativen' Kognition (Erkennung und Deutung) oder der 'wissentlichen' (Selbst-)Reflexion (Nachdenken, Erdenken) basieren auf erinnerbaren Vorstellungen von Begriffen (Konzepten) und ihren Beziehungen (Relationen), die sprachlich ausdrückbar sind in Form expliziter Aussagen mit (logisch) verknüpften Begriffssymbolen (vgl. Urteile und Schlüsse). -
   Assoziative Gedankengänge für 'mentale Überlegungen' entsprechen begrifflichen Verknüpfungen gemäß erinnerten Vorstellungen oder Erwartungen des Erfahrungswissens unter dem Einfluss von (meist unbewussten) subjektiven Bewertungen, insbesondere beim 'antizipatorischen' Abwägen der erwarteten Konsequenzen von selektierbaren Handlungsoptionen zum Auffinden optimaler Entscheidungen (Problemlösen, vgl. 2.4.).

Wissentliche Gedanken über die Wirklichkeit sind sprachlich formulierbar und kommunikativ mitteilbar als objektivierte Vorstellungen in konkreten Darstellungsformen (vgl. übertragbare Daten für Ansichten oder Fiktionen).
   Gemäß dem variablen Erfahrungswissen gebildete Urteile und assoziierte Vorstellungen können sprachlich ausgedrückt werden, - entweder unbewusst als "unüberlegte" Äußerungen oder bewusst als "gewählt formulierte" Aussagen, z. B. als verständliche Mitteilungen beim Argumentieren und Kommunizieren. -
   Für sprachliche Aussagen genutzt werden: 'deklaratives' Erfahrungswissen (einschließlich prädiktiven Modellen) und methodisches oder selbstreflexives Metawissen (vgl. kognitiv-logische Modellbildung, siehe 1.3.).
   Die objektivierbaren (Modell-)Vorstellungen basieren auf Kenntnissen, die systematisch zu überprüfen sind auf Ihre Bewährung, insbesondere wie weit (zumindest näherungsweise) sie mit spezifischen Beziehungen der Realität übereinstimmen (vgl. Problem der Adäquatheit von theoretischen Modellen). -
   Wenn kenntnisspezifische Begriffsrelationen adäquat sind zu erfassten Zusammenhängen von realen Sachverhalten (der objektiven Realität), dann entsprechen sie Erkenntnissen und sind als 'bewährt' objektivierbar in Darstellungsformen für theoretische Modelle, die als relativ wahr gelten (vgl. 2.1.).

Theoretische Denkmodelle entsprechen 'symbolisch-abstrakten' Modellvorstellungen gemäß den kenntnisspezifisch ausgebildeten Begriffsstrukturen für verallgemeinerte Begriffe, die dargestellt werden können mit relationalen Aussagen von erworbenen Kenntnissen für empirische Implikationen (vgl. relationale Modelle, siehe 3.1.). [1] [7]

Meine These: Die beim Lernen ausgebildeten Begriffsstrukturen entsprechen individuellem Erfahrungswissen als konstruktive Voraussetzung für "aus Erfahrung" assoziierte Voraussagen (Erwartungen) und empirische Urteile, besonders zur "optimierenden" Bestimmung von Entscheidungen für "intelligente" (problemlösende) Aktionen. -
   Eine durch situationsbedingten Kenntniserwerb "kreativ" ausgebildete Begriffsstruktur kann verallgemeinert dargestellt werden mit neuartig verknüpften Begriffssymbolen, insbesondere mit ausgebildeten Konzeptformen von 'kognitiv-logischen Begriffsstrukturen' im lernfähigen Gedächtnissystem. [1] [2]
   Veranlagte konditionierbare Assoziationen (vgl. plastische Synapsen) der 'strukturellen Lerndisposition' eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems ermöglichen die situationsbedingte Ausbildung von unterschiedlichen Begriffsformen, die darstellbar sind als elementare 'Konzeptformen' für bedingte Logik-Funktionen. Diese werden bestimmt gemäß einer Kognitiven Logik entsprechend der 'analytischen Abstraktion' oder 'synthetischen Verallgemeinerung' von begrifflichen Invarianten, die als Begriffssymbole (z. B. Variablenwerte oder Formationen, s. u.) explizit formalisiert werden können. [1] [2] [4]

Explizite Aussagen von formalisierbaren Resultaten konstruktiver Denkoperationen betreffen logische Zuordnungen, Kombinationen und Verknüpfungen von informativen Symbolen für selektierte Begriffe und semantische Relationen, die dem individuellen Wissensstand einer 'lernenden' Gehirnstruktur entsprechen (vgl. 2.1.).
   Logische Sätze sind syntaktisch korrekte und semantisch richtige Zeichenfolgen als Aussagen (def. Formationen), die nach (Grund-)Regeln einer Grammatik für ein sprachliches Vokabular gebildet worden sind.
   Mit kurz gefassten formal-sprachlichen Ausdrücken sind prägnant formulierte Aussagen (Aussagesätze) zwecks Kommunikation objektivierbar, d. h. verständlich mitteilbar und optimal übertragbar, wobei 'nützliche Redundanz' ein besseres Verstehen ermöglicht (vgl. 2.3.).

Eine Darstellungsform für Information ist verständlich gestaltbar mit in Beziehung gesetzten Begriffssymbolen für elementare Details in semantischer Zuordnung (vgl. mentale Analyse und Synthese für Analogien oder Gegensätze assoziierter Einzelheiten).
   Als begriffliche Darstellungsformen (Formationen) definiert werden »Begriffssymbole« (z. B. Zeichen, Worte oder Muster), die als objektivierte begriffliche Formationen mitgeteilt und gedeutet werden können. Ihre dargestellten semantischen Inhalte sind als "eingeformte" Informationen zu verstehen, die "interpretativ entnehmbaren" Begriffsbedeutungen entsprechen (meine Definition, vgl. [1] [4] [8]).
   Das begriffliche Äquivalent einer materiellen Formation entspricht der erinnerbaren Vorstellung eines modellhaften Konzepts, das mit mindestens einem Begriffssymbol, - aufgefasst als "verifizierbare Invariante", - formal dargestellt und kommunikativ mitgeteilt werden kann.

Eine einzelne begriffliche Formation gilt als selektiertes Besonderes, das typisch ist für 'Abstraktes im Allgemeinen', d. h. für einen (analytisch) abstrahierten Begriff. Dieser wird zugeordnet zu mindestens einem (synthetisch) verallgemeinerbaren Begriff einer übergeordneten Kategorie oder Objektklasse, - entsprechend der formalen Darstellung des Allgemeinen als 'integrativen' Oberbegriff von disjunktiv einbezogenen (Unter-)Begriffen (vgl. Bilder 1a und 1b aus [1]).[4]

Die Abstraktion einer erkennbaren Formation wird bestimmt als die 'vereinfachende' Zuordnung mindestens einer symbolischen Invariante als Begriffssymbol. Diese gilt als eine vereinbarte Begriffsbezeichnung für die abstrahierte Formation. Ein zugeordnetes Begriffssymbol ist ausdrückbar als definierter Identifikator, Nominator oder Prädikator.

Mit 'vervielfältigbaren' Begriffssymbolen bezeichnet werden abstrakte Kategorien von Objekten (Klassen), die als Besonderes abstrahiert (begrifflich aufgefasst) und in erweiterbare ('plastische' kognitiv-logische) Verknüpfungen für Allgemeines einbezogen werden können. Das begrifflich 'neu einbezogene' Abstrakte gilt als "erlerntes" Besondere im Allgemeinen (vgl. Bild unten). [1]
   Benennbare Begriffe und ihre Beziehungen (Begriffsstrukturen) können 'redundanzvermindert' dargestellt werden mit relativ wenigen symbolischen Invarianten als markante Begriffssymbole für syntaktische Ausdrücke, z. B. mathematisch formulierte Begriffs- oder Aussageformen, zwecks vorteilhafter Informationsreduktion durch Abstraktion redundanter Formationen.
   Begriffliche Invarianten werden als vereinbarte symbolische Zeichen ausgedrückt, z. B. zur Bezeichnung von Merkmalen (als Aspekten des Besonderen) und von allgemeinen Begriffen (Klassen).
   Logisch verifizierte Invarianten werden als ereignis- oder datenspezifisch 'selektierte Formationen' dargestellt, z. B. codierte Signal- oder Bit-Werte, Zeichen, Worte, Sätze, Sequenzen oder Muster. [1] [4]
   Symbolische Ausdrucksformen für aktuelle Begriffe (Begriffssymbole) sind reduzierbar auf situationsspezifisch ausgewählte Werte von 'kognitiv-logisch' verknüpften Variablen. Für vernetzte Begriffe (einer komplexen Begriffstruktur) dient jede begriffliche Variable als binäre oder mehrwertige Komponente von mindestens einer Variablenkonfiguration zur Informationsdarstellung und kann gemäß ihrem funktionellen Anteil situationsbedingte Darstellungsformen (Formationen) bestimmen.
   Aktuelle Variablenwerte entsprechen einzeln 'verifizierten Invarianten' oder ihnen zugeordneten Formationen (Invariantensätze, Relationen) als selektierte Begriffssymbole, mit denen unterschiedliche Aussagen darstellbar sind, insbesondere für begriffsspezifische Funktionen (vgl. Urteile, Bewertungen oder Entscheidungen) eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems (vgl. lernfähiger Zuordnungskomplex). [1] [2][4]
   Mit vereinbarungsgemäß deutbaren Begriffssymbolen für relationale Aussagen gelingen verständliche Beschreibungen (möglichst auch Erklärungen) von objektivierbaren Erkenntnissen, die aufgefasst werden als begriffliche Beziehungen des Erfahrungswissens über kognitiv erfasste Zusammenhänge von untersuchten Sachverhalten (vgl. 1.2., 2.3. und 3.1.).

Objektivierbare Beziehungen zwischen Begriffen (Begriffsrelationen als Kenntnisse) können sprachlich ausgedrückt werden als kenntnisspezifische Relationen (Assoziationen, Verknüpfungen) mit logisch verknüpften Symbolen (Invarianten, Variablenwerten). Begrifflich vereinbarte 'Symbolverknüpfungen' stellen Besonderes dar und werden 'verallgemeinernd' zugeordnet zu expliziten Begriffssymbolen (Zeichen, Wörter, Sätze oder Bilder), die Allgemeines darstellen (vgl. schematische Abbildungen).
   Kommunikativ mitteilbare Symbolverknüpfungen sind konkrete Darstellungsformen von abstrakten Begriffsstrukturen.

Begriffe mit ihren Beziehungen (in Form von Assoziationen) können modellmäßig objektiviert werden als analysierbare Begriffsstrukturen analog begrifflich definierten Knoten semantischer Netzwerke. Solche Begriffsknoten entsprechen symbolisch-abstrakten 'Verknüpfungselementen' einer lernfähigen Gedächtnisstruktur, die funktionell wirksam sind in plastischen Verknüpfungen für erfahrungsbedingte Begriffsrepräsentationen (vgl. mein Postulat 'verallgemeinernder Neuronen' zur kognitiv-logischen Verknüpfung von jeweils sehr vielen Input-Relationen).

Mein Ansatz: Voraussetzung für eine (zunächst) hypothetische Begriffsbildung sind situationsbedingt ausbildbare Begriffsstrukturen gemäß 'veranlagten' konditionierbaren Assoziationen einer strukturellen Lerndisposition, die potenziell vorbestimmt sind durch mindestens einen 'verallgemeinernden' (induktiven) Lernmechanismus zur 'kognitiven' Zusammenhangserfassung unter einer Koinzidenzbedingung für jeweils zwei verbindbare Begriffssymbole, - gemäß einer Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit' (vgl. 1.2.). [1]
   Bei der Ausbildung von Begriffsstrukturen durch 'strukturelles Lernen' entstehen bedingte Relationen in Form 'konditionierter Assoziationen' (vgl. synaptische Verbindungen), die erworbenen Kenntnissen entsprechen, welche kurz- oder langzeitig 'behalten' werden und sich als 'relativ wahre' empirische oder theoretische Erkenntnisse bewähren können.
   Konstruktiv ausgebildete Begriffsstrukturen, möglicherweise auch neue Begriffsbildungen, können kenntnisspezifisch bestimmt werden mit 'neu erfassten' Begriffsrelationen (def. bedingten Relationen), die einbezogen sind in 'ausgebildete' kognitiv-logische Verknüpfungen entsprechend den systemintern "erlernten" Funktionen, die mit begrifflich vereinbarten Symbolverknüpfungen formalisierbar sind. [1] [2] [4]

Obiges Bild veranschaulicht einen modifizierbaren Zusammenhangsgraph mit prinzipiell möglichen 'konditionierbaren Assoziationen' (gestrichelt) einer strukturellen Lerndisposition der 'kognitiv-logischen Grundstruktur' für einen verallgemeinerbaren Oberbegriff Cy, dargestellt als erweiterbarer COR-Knoten nach CAND-Knoten, wobei disjunktiv bzw. konjunktiv verknüpfte bedingte Relationen ausgehend von begrifflich einbeziehbaren Merkmalen Cx 'induktiv erlernbar' sind (gemäß definierter Koinzidenzbedingungen). [1]

Die symbolisch-abstrakte Selektion und Integration als begriffsbestimmende mentale Operationen in 'lernfähigen Gedächtnissystemen' sind erklärbar mit kognitiv-logischen Funktionen. Diese entsprechen 'kognitiv-logischen Darstellungen' mit funktionellen Variablen in modifizierbarer Vernetzung für ausbildbare Symbolverknüpfungen, gekennzeichnet durch analytisch bzw. synthetisch einbeziehbare 'bedingte Relationen' (als kenntnisspezifische Beziehungen für Abstraktes oder Allgemeines analog CAND- bzw. COR-Knoten). [1] [2]

Beim induktiven Lernen aus beobachtbaren Einzelfällen für angenommene Gesetzmäßigkeiten werden Kenntnisse von erfassten Beziehungen situationsbedingt erworben, die (als bedingte Relationen) 'begriffsbildend' in verallgemeinerte Begriffe einbezogen werden, wodurch mit ihnen assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" und auch empirisch erlernte Regeln bestimmt werden können (vgl. 1.2., 1.3 und 2.1.).

Der situationsbedingte Kenntniserwerb für empirische oder theoretische Erkenntnisse ist simulierbar durch definierte 'reale' bzw. 'assoziative' Konditionierung von Assoziationen, die ausgebildeten Darstellungsformen für bedingte Relationen entsprechen (vgl. Bild). [1] - [5]

Bei der assoziativen Konditionierung bedingter Relationen (vgl. 'kreative' Entwürfe) werden kenntnisspezifische Relationen des Vorwissens assoziativ genutzt, indem sie in Form von bereits konditionierten Assoziationen (als bedingte Relationen) zur situationsgemäßen Erfüllung von Koinzidenzbedingungen (der Konnexanalyse zwecks Zusammenhangserfassung) beitragen und dadurch 'assoziativ' konditionierte "innovative" Assoziationen ermöglichen, entsprechend hypothetischen theoretischen Erkenntnissen für konstruktive Konzepte (vgl. 1.2. und 3.1.). [4]

Die begriffliche Verallgemeinerung einer Einzelerfahrung von einem erfassten Zusammenhang führt zu einem 'empirischen Urteil' als Aussage aufgrund mindestens einer erworbenen Kenntnis, die einer 'kognitiv erfassten' begrifflichen Beziehung entspricht. Diese wird aufgefasst als 'neu erlernte' bedingte Relation, die funktionell einbezogen ist in eine bedingte (kognitiv-logische) Verknüpfung entsprechend einer ausgebildeten Begriffsstruktur, die formal dargestellt werden kann als 'konstruktives Konzept' (vgl. 3.1.). [4]
   Die erworbene Kenntnis von einer kognitiv erfassten Beziehung des kennen gelernten Zusammenhangs wird verallgemeinert genutzt (vgl. 1.3.). Dabei hat eine induktiv angenommene Regelmäßigkeit der erfassten Beziehung nur hypothetische Bedeutung und muss durch praktische Bewährung bestätigt werden, damit für sie eine theoretische Gesetzlichkeit gelten kann (vgl. induktiver Lernmechanismus und Wahrheitsfindung, vgl. 1.2. und 2.1.). [1]

Urteilsbildende Denkoperationen sind prinzipiell erklärbar mit den definierten Grundprozessen 'analytische Abstraktion' und 'synthetische Verallgemeinerung' von Begriffssymbolen für elementare Konzeptformen, die darstellbar sind mit kognitiv-logischen Verknüpfungen entsprechend ausbildbaren Begriffsstrukturen.
   Eine »analytische Abstraktion« (eines Einzelfalls einer Klasse) wird bestimmt als die funktionelle Zuordnung eines Begriffssymbols (vgl. CBa für das abstrahierbare Besondere) zu der analysierten Formation von Begriffssymbolen für markante Einzelheiten (vgl. Ci als 'konjunkte' Merkmale), die aufgefasst wird als Merkmalskonjunktion des Besonderen. -
   Das als Besonderes symbolisierte Abstrakte (vgl. CBa) kann zugeordnet werden einem allgemeinen Begriff einer Klasse (vgl. Cy als Allgemeines) in Folge dessen "synthetischer Verallgemeinerung" entsprechend der funktionellen Einbeziehung in seine disjunktive Verknüpfung von 'alternativen' Begriffssymbolen (vgl. disjunkte Merkmale Cx oder CBa als Abstrakta für Besonderes). [1] [4]

Die erklärbare synthetische Verallgemeinerung einer analytisch abstrahierten Begriffsform entspricht der lerntypischen Änderung oder Ausbildung einer definierten "kognitiv-logischen Begriffsstruktur". (vgl. Bild). Dabei erfolgt die Neuverknüpfung von begrifflichen Beziehungen durch 'strukturelles Lernen' in Folge der situationsbedingten Erfüllung mindestens einer Koinzidenzbedingung des jeweiligen Lernmechanismus für 'erlernbare' bedingte Relationen der kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur (vgl. 1.2.). [1] - [5]
   Eine durch empirische Verallgemeinerung (induktiv) ausgebildete kognitiv-logische Begriffsstruktur (vgl. modellhafte Vorstellung) basiert auf mindestens einer situationsbedingt erworbenen Kenntnis (def. als bedingte Relation) eines durch induktive Konnexanalyse erfassten Zusammenhangs von 'koinzident' erfahrenen (Signal-)Ereignissen oder (Beobachtungs-)Fällen.

Kenntnisspezifisch ausgebildetes Erfahrungswissen wird lerntypisch bestimmt von bedingten Relationen zwischen kognitiv in Beziehung gesetzten Begriffen (als verknüpften Abstrakta), die beschreibbar sind mit bedingten Logik-Funktionen für begriffliche Zuordnungen entsprechend 'kognitiv-logischen Begriffsstrukturen'. [1b] [1c]
   Deklarative Wissensdarstellungen sind möglich mit relationalen Aussagen (funktionellen Relationen) von verknüpften begrifflichen Beziehungen, insbesonder als logische Strukturen mit formallogisch definierten Begriffsrelationen und Begriffssymbolen (vgl. Prädikatoren und Nominatoren logischer Sätze). [1] [4] -
   Symbolisch-abstrakte Darstellungsformen für funktionelle Verknüpfungen von formalisierten Begriffsrelationen werden sprachlich ausgedrückt als explizite Aussagen von objektivierbaren Vorstellungen für mentale Operationen (vgl. Konzepte oder Gedanken für Denkmodelle) aufgrund des verfügbaren Vor- oder Kontextwissens (vgl. Implikationen für empirische Urteile oder logische Schlüsse). [2]

Dynamische Wissensdarstellungen der "Kognitiven Logik" sind implementierbar für systemtheoretisch definierte 'relationale Modelle' mit funktionellen Relationen (für feste und ausbildbare Begriffs- oder Merkmalsbeziehungen), die 'kognitiv-logisch' verknüpft sind und sich beziehen auf logisch verifizierbare Invarianten als Begriffssymbolen (siehe 2.2. und » Publikation [1a]). -
   Zur dynamischen Wissensdarstellung dienen situationsbedingt modifizierbare Logik-Funktionen entsprechend ausbildbaren begrifflichen Verknüpfungen eines modellierbaren lernfähigen Gedächtnissystems, das kognitiv-logische Begriffsstrukturen repräsentiert (vgl. plastische Neuronenverknüpfungen im Gehirn). [1] - [4]

Eine formale Darstellung von ausbildbaren 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen gelingt durch die konzeptionelle Objektivierung der verknüpfbaren begrifflichen Beziehungen hinsichtlich der situationsbedingten Ausbildungsmöglichkeiten für bedingte Relationen, die einbezogen werden in 'erfahrungsbedingte' logische Verknüpfungen (bedingte Logik-Funktionen) im Rahmen einer strukturellen Lerndisposition (vgl. 1.2.).
   Kognitiv-logische Begriffstrukturen werden bestimmt durch 'induktiv erlernte' (kognitiv erfasste) Beziehungen als verallgemeinert "angenommene" bedingte Relationen (in Form von konditionierten Assoziationen der lernfähigen Gedächtnisstruktur), die objektiviert ausdrückbar sind als kenntnisspezifische 'relationale Aussagen' mit verknüpften Begriffssymbolen (vgl. formale Relationen als verständliche Symbolverknüpfungen). [1] [4]

Objektivierbare Kenntnisse des deklarativen Wissens können in Form expliziter Aussagen von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen sprachlich geäußert und interaktiv vermittelt werden. -
   Beispiele mitteilbarer Darstellungsformen für einzelne oder verknüpfte (Er-)Kenntnisse sind verständlich formulierte Aussagesätze (Aussagen, Logos-Relationen) oder Funktionsausdrücke (Regeln, Formeln). Diese ermöglichen analytische Beschreibungen von konstruktiven Modell-Vorstellungen, die gebraucht werden zur Erklärung von erfassten Zusammenhängen untersuchter Sachverhalte (vgl. 'relationale Modelle', siehe 3.1.)

Als sprachliche Darstellungsformen für kognitiv-logische Begriffsstrukturen geeignet sind unterschiedliche (veranlagte, erlernbare und bedingte) Relationen, die begrifflichen Beziehungen entsprechen und funktionell einbezogen sind in elementare (kognitiv-logische) Verknüpfungen von Begriffssymbolen (def. als Knoten modularer 'Konzeptformen' - analog Neuronen). [1]

Objektivierbare »Konzeptformen« für ausbildbare begriffliche Grundverknüpfungen entsprechen elementaren Funktionseinheiten analog semantischen Begriffsstrukturen, die formalisierbar sind als »kognitiv-logische Grundstrukturen« mit 'plastischen' CAND- und COR-Knoten (vgl. These 10 in [4]). Diese werden begrifflich bestimmt als 'kognitiv-logische Konzept-Module' für »lernfähige Zuordnungseinheiten« (auf hierarchischen Zuordnungsniveaus) eines definierten »lernfähigen Zuordnungskomplexes«, der konzipiert wurde als Modell eines 'interpretativ' fungierenden Gedächtnissystems mit struktureller Lerndisposition (aufgefasst als 'denkendes' Gedächtnissystem, - siehe Introduktion). [1] - [5]
   Kognitiv-logische Konzept-Module der vernetzten und rückgekoppelten Zuordnungseinheiten implementieren bedingte Logik-Funktionen des lernfähigen Zuordnungskomplexes, insbesondere zur Simulation der 'analytischen' Abstraktion und 'synthetischen' Verallgemeinerung von Begriffssymbolen in 'kognitiv-logischer' Verknüpfung für äußerbare Urteile, die als relationale Aussagen von objektivierten Begriffsrelationen mitgeteilt und für logische Schlüsse genutzt werden können (vgl. empirische Urteile für Implikationen als erfahrungsgemäße Wenn-dann-Schlüsse, vgl. 3.1.). [1] [4]

Durch Verallgemeinerung "induktiv" ausgebildete Begriffsstrukturen können modellmäßig dargestellt werden als funktionell zugeordnete Symbol-Formationen mittels elementaren Funktions- oder Verknüpfungseinheiten (def. kognitiv-logische Konzept-Module) in hierarchischer Anordnung auf mehreren 'Zuordnungsniveaus' eines konzipierten 'lernfähigen Zuordnungskomplexes'. [1] [2]

Ein lernfähiger Zuordnungskomplex (meine Patentanmeldung im Jahr 1978 [1b] [1d]) ist gekennzeichnet durch seine modifizierbare kognitiv-logische Gedächtnisstruktur für induktiv ausbildbares Erfahrungswissen, das funktionell genutzt wird für kognitiv-logische oder assoziative Symbolzuordnungen, - insbesondere als empirische Urteile bzw. Voraussagen durch assoziative Kenntnisnutzung,- gestützt auf sein deduktiv nutzbares Basis- und Vorwissen. Seine 'strukturelle Lerndisposition' ermöglicht die individuelle Ausbildung von bedingten Logik-Funktionen durch situationsbedingten Kenntniserwerb (mittels konditionierbaren Assoziationen) und damit die Simulation von erfahrungsgemäßen Denkoperationen und auch von höheren Lernformen. [1] - [5]
   Die simulierbaren 'interpretativen' Denkoperationen für (hierarchisch gekapselt) klassifizierte Lernformen werden funktionell bestimmt mit erfahrungsgemäß ausgebildeten kognitiv-logischen Verknüpfungen von Begriffssymbolen (definiert als verifizierbare Invarianten) auf hierarchischen Zuordnungsniveaus eines 'lernfähigen Zuordnungskomplexes' (vgl. [1b]) gemäß meinem Systemkonzept 'Intelligenter Automat'. [1] - [3].
   Die durch situationsbedingten Kenntniserwerb im Zuordnungskomplex 'erlernten' Symbolverknüpfungen entsprechen ausgebildeten 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen für konzeptionelle Modellvorstellungen, die als 'konstruktive Konzepte' mit Logos-Relationen prägnant beschrieben werden können (vgl. 1.2. und 2.3.).

Ein konstruktives Konzept (wie ein gebildeter Begriff) entspricht einer erkenntnisgemäß ausgebildeten Begriffsstruktur, d. h. einer 'kognitiv neu geordneten' Verknüpfung begrifflicher Beziehungen. Diese ist gekennzeichnet durch die logisch-funktionelle Nutzung mindestens einer neuen (Er-)Kenntnis (als bedingten Relation), die kognitiv-markant ist für die 'analytische Abstraktion' oder 'synthetische Verallgemeinerung' mindestens einer elementaren Konzeptform entsprechend einem expliziten Begriffssymbol (vgl. 3.1.). [1] - [4]

Die Ausbildung kognitiv-logischer Begriffsstrukturen wird bestimmt mit definierten Grundprinzipien der analytischen Abstraktion und synthetischen Verallgemeinerung von Begriffssymbolen für konstruktive Konzepte, die aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb empirischen Urteilen entsprechen und funktionell einbezogen werden in erfahrungsgemäße Bewertungen und Entscheidungen. Zu ihrer formalen Simulation geeignet sind kognitiv-logisch verknüpfte Begriffsymbole, die definiert werden als verifizierbare Invarianten in Symbol-Formationen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus eines 'lernfähigen Zuordnungskomplexes'. [1]

Die strukturelle Lerndisposition eines Zuordnungskomplexes ermöglicht die (reale oder assoziative) Konditionierung von Assoziationen (seiner kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur), die bedingte Relationen darstellen entsprechend den 'kognitiv erfassten' begrifflichen Beziehungen.
   Gemäß ausbildbaren Begriffsstrukturen werden durch strukturelles Lernen "induktiv" modifizierte Verknüpfungen von Begriffssymbolen (def. kognitiv-logische Symbolverknüpfungen) 'kognitiv verallgemeinert', wobei elementare Konzeptformen (vgl. COR-/CAND-Knoten für ausbildbare begriffliche Grundverknüpfungen) mit anderen in Beziehung gebracht und 'funktionell vereint' werden (vgl. bedingte Logik-Funktionen).
   Eine 'neu erkannte' begriffliche Beziehung zwischen zwei bisher isolierten Konzeptformen bedeutet ihre verallgemeinerte Verbindung durch eine "erlernte" bedingte Relation. - Damit erklärbar ist auch eine innovative Begriffsbildung wie beispielsweise für die Bezeichnung »Kognitive Logik«. [1] - [5]

Der 'lernfähige Zuordnungskomplex' wurde definiert als ein konzeptioneller Prototyp für entwickelbare kognitiv-logische Gedächtnissysteme, die im Rahmen ihrer strukturellen Lerndisposition befähigt sind zum induktiven Erlernen und lerntypischen Verwerten von Erfahrungswissen, - gestützt auf ihr nutzbares Basis- und Vorwissen. Dieses konstruktive (Denk-)Modell einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur fungiert gemäß seiner konzeptionellen Struktur- und Funktionsprinzipien (analog natürlichen Organisationsprinzipien) als eine Ausgangsbasis zur systemtheoretischen Beschreibung und technischen Simulation von mentalen Operationen der Erkennung, Beurteilung, Bewertung oder Entscheidung zwecks "intelligentem" Verhalten. - Für modellierbare Denk- und Lernformen konzipierbar sind kognitiv-logische Symbolverknüpfungen (als bedingte Zuordnungen) zwecks Implementation von bedingten Logik-Funktionen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus. [1b] [1c] [2]

Ein lernfähiger Zuordnungskomplex simuliert kognitive Leistungen eines assoziativen Gedächtnisses und hat aufgrund seiner kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur gegenüber der 'starren' Logik den Vorzug, dass er relativ grob oder abstrakt formulierte Eingangsinformationen (klassifizierte Inputs) 'erfahrungsgemäß' interpretieren kann, in dem er zusätzliche, für sein Verständnis nutzbare Informationen assoziativ "aus Erfahrung" erinnert (vgl. Spezifikation bei der Kognition für situationsangepasste Aktionen). Mit solchen empirischen Assoziationen erklärbar und simulierbar ist die assoziative Afferenzsynthese im Gehirn durch kognitive Einbeziehung von individuellen Vorstellungen oder Erwartungen in 'mentale' (Logik-)Funktionen für empirische Voraussagen, Vorurteile oder Analogieschlüsse (auch bei der Kommunikation).

Die Erinnerungs- und Assoziationseigenschaft eines lernenden Zuordnungskomplexes ermöglicht seine kognitiven Gedächtnisleistungen und basiert auf der Rückkopplung von Ausgangsinformationen der in der Hierarchie von Zuordnungsniveaus höher eingestuften Zuordnungsniveaus zu Eingängen von niedriger eingestuften oder denselben Zuordnungsniveaus, so dass ausgehend von abstrakten Informationsdarstellungen (vgl. Symbole für Begriffe oder Schlüsselreize) auch weniger abstrakte, zusätzliche oder spezifizierende Informationsdarstellungen im Zuordnungskomplex assoziativ verursacht werden können (vgl. erinnerte Detail-Ergänzungen oder zusätzliche Vorstellungen für empirische Prädiktionen). Eine erfahrungsgemäße Voraussetzung dafür sind begriffliche Beziehungen als 'semantische Relationen' zwischen ursächlichen Informationen der aktuellen Situation (beeinflusst von Eingangs- und Statusinformationen) und den mit ihnen assoziierten Informationen (nutzbar als erinnerte Vorstellungen oder Erwartungen).
   Besondere Signale und ihre Rückkopplungen zwischen den Zuordnungsniveaus können hemmenden Einfluss auf die Erregbarkeit von Verknüpfungselementen haben oder eine logische Inhibition ihrer Aktionssignale bewirken (vgl. logische Negation), - gemäß der funktionellen Dominanz des jeweils 'wichtigeren' Signals (vgl. logische Antivalenz).
   Demgemäß simulierbar ist die selektive Einschränkung des aktuellen Erkennungsvermögens auf Wesentliches analog einer gesteuerten Aufmerksamkeit (vgl. Informationsreduktion durch Konzentration oder Desinteresse).

Die kognitiv-logische Erklärung der assoziativen Denkweise in adaptiven Funktionskomplexen mit kognitiven Gedächtnisleistungen ermöglicht die Simulation von kognitiv-logischen Grundprozessen zur sinngemäßen Deutung von erkennbaren Situationen für resultierende empirische Urteile, logische Schlüsse oder erwogene Entscheidungen.
   Nach konzipierten Prinzipien der kognitiven Logik können lernfähige Zuordnungskomplexe für unterschiedliche Aufgaben technisch realisiert werden, insbesondere für fundamentale Prozesse der Erkennung, Beurteilung, Bewertung und Entscheidung in intelligenten Systemen. [1] - [3]
   Kognitiv-logische Darstellungsformen für bedingte Zuordnungen von Begriffsymbolen zur Simulation lerntypischer Grundprozesse des Denkens und Erinnerns (vgl. Kognition und Logik) sind auf unterschiedliche Maschinen aufgabenspezifisch übertragbar, - entsprechend den technisch möglichen (hard- und softwaremäßigen) Realisierungen. [2]

Mit kognitiv-logischen Konzeptformen (vgl. Konzept-Module, s. o.) modellierbar sind variabel verknüpfte, synaptische Verbindungen zur Repräsentation von situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die jeweils 'kognitiv erfassten' begrifflichen Beziehungen entsprechen. Diese werden bestimmt als 'erlernte' bedingte Relationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur zur Simulation von Erinnerungen durch Assoziieren "aus Erfahrung". [1] [4]

Meine These: Vermutlich gibt es in lernfähigen Gedächtnisstrukturen des Gehirns begriffliche Repräsentationen auf Zuordnungsniveaus (vgl. assoziierte Vorstellungen) analog "kognitiv-logischen" Verknüpfungen, die symbolisch-abstrakt formalisierbar sind mit expliziten Aussagen für Relationen, Urteile oder logische Schlüsse. In 'begrifflich zuordnenden' Funktionskomplexen des Gehirns fungieren die vernetzten Neuronen als elementare Verknüpfungseinheiten (mit mehrwertigen Outputs) wie Darstellungselemente analog 'plastisch verknüpfbaren' Variablen. Charakteristisch für verallgemeinerbare Begriffsdarstellungen sind disjunktive Verknüpfungen von neuralen Aktionsmustern, die als unterschiedliche 'synchronisierte' Invariantensätze (def. Formationen) den (wieder-)erkennbaren Merkmalskonjunktionen des jeweiligen Begriffs entsprechen können. [1]
   Als neuronale Korrelate für (selektive oder integrative) Begriffsdeutungen von besonderen Situationen (Signalmuster) fungieren vermutlich spezielle oder kombinierte Aktionssignale von 'superponierten' Neuronen-Verknüpfungen, die durch ihre 'lerntypische Plastizität' und ihr 'stabilisierendes Feedback' zeitweilig bestimmend sind für (kognitiv-logisch) 'bedingte Zuordnungen' von Begriffssymbolen gemäß mentalen Abstraktionsleistungen (vgl. Zuordnungseinheiten auf Zuordnungsniveaus [1b]). -
   Neurobiologisch nachgewiesen sind selektiv detektierbare neuronale (Re-)Aktionsmuster für "ableitbare" Begriffssymbole (z. B. "Bill Clinten"-Gesicht, Gedanken oder Steuerbefehle), die von spezifischen Neuronen bzw. ihren Ensembles generiert werden (vgl. Assembly-Modell). [6]

Das neurowissenschaftlich untersuchte 'Bindungsproblem' betrifft vor allem die selektive Integration (Bindung) von Sinnesdaten für (bewusste) Wahrnehmungseindrücke, die zur begrifflichen Unterscheidung von Objekten oder Ereignissen erforderlich sind (vgl. konzeptuelle Erfahrungen des Wahrnehmungsbewusstseins). -
   Die Identifikaktion von Objektklassen gelingt durch die Kategorisierung wahrgenommener Situationen (vgl. Mustererkennung und begriffliche Deutung) gemäß Ordnungs- und Strukturierungsprozessen zur situationsbedingten Klassifikation unter aktuellen Aspekten (vgl. Wachheit, Aufmerksamkeit und Motiviatation). Funktionell zuständig hierfür sind im Gehirn aktivierbare Neuronen in flexibler Vernetzung (d. h. neuronale Verknüpfungen), die in unterschiedlichen Teilen des Gehirns fungieren.
   Begriffliche Abstraktionen beim Wahrnehmen gemäß semantischer Begriffsklassen (vgl. Erkennung und Deutung) sind erklärbar durch die integrative Bildung und vergleichsweise Nutzung von (disjunkten) Merkmalskonjunktionen für verallgemeinerbare Begriffe (vgl. kognitive Schemata). -
   Neurowissenschaftlich zu erforschen ist die funktionelle Zusammengehörigkeit von neuronalen Aktivitäten, insbesondere für die begriffliche Konvergenz von funktionell zugeordneten (Signal-)Darstellungen auf hierarchischen Abstraktionsniveaus. - Für 'synchron-aktive' Neuronen konnte ihre zeitliche Korrelation festgestellt werden (vgl. synchrone Kohärenz für nachweisbare Assemblies).

Im Gehirn, aufgefasst als lernfähiges Gedächtnissystem, gibt es sehr viele wechselwirkende Neuronengruppen (neurale Module) für spezielle Funktionen. Diese sind definierbar als 'strukturell verteilte' und 'komplex vernetzte' Funktionskomplexe, die superponierten Verarbeitungsniveaus für interne und externe Situationen entsprechen (hierarchisch aufsteigend vom Hirnstamm bis zum Cortex). Bei ihrer 'selbstorganisierten' Struktur-Ausbildung werden die integrativen und selektiven Verknüpfungen von Neuronen situationsbedingt modifiziert (vergleichbar mit bedingten Logik-Funktionen durch strukturelles Lernen). [6]
   Auf neuronalen Gedächtnisstrukturen basierende Denkprozesse sind beschreibbar mit sprachlich formulierbaren Logik-Regeln zwecks argumentativ begründbaren Aussagen für Urteile oder Schlüsse, die funktionell bestimmt werden durch elementare Verknüpfungsformen der logischen Konnektive: Konjunktion, Disjunktion und Negation (vgl. Aussagenlogik mittels "und", "oder" und "nicht"; auch: "wenn-dann"-, "entweder-oder"- sowie "weder-noch"-Aussagen).

Meine These: Vermutlich gibt es in lernfähigen Gedächtnisstrukturen des Gehirns "logische" Verknüpfungen für begriffliche Repräsentationen (Konzepte), Vorstellungen und Urteile, die sprachlich ausdrückbar sind (vgl. Aussagesätze über Begriffsstrukturen). Demnach fungieren Neuronen in 'zuordnenden' Funktionskomplexen für viele disjunktive Verknüpfungen von 'konjunktiv synchronisierten' neuralen Aktionsmustern (def. Formationen), die speziellen Merkmalskonjunktionen (def. Invariantensätzen) entsprechen und somit unterscheidbar und (wieder-)erkennbar sind. [25] -
   Eine einzelne begriffliche Formation gilt als selektiertes Besonderes, das typisch ist für 'Abstraktes im Allgemeinen', d. h. für einen (analysierten) Begriff in Zuordnung zu mindestens einem (synthetisch) verallgemeinerbaren Begriff einer Kategorie oder Objektklasse, die aufgefasst wird als 'integrativer' Oberbegriff von disjunktiv einbezogenen (Unter-)Begriffen. [4]

Logische Verknüpfungen synaptischer Inputs von aktivierbaren Neuronen wurden durch experimentelle Reizung neurowissenschaftlich nachgewiesen, beispielsweise im Rückenmark der Katze.
   Für unterschiedlich ausbildbare "logische Grundfunktionen" im neuronalen Netzwerk notwendig sind mindestens zwei neuronale Verknüpfungsarten, jeweils für die logische Konjunktion oder Disjunktion der Inputsigale über synaptische Verbindungen. -
   Für ausschließende Verknüpfungen erforderlich ist die logische Negation, die gesteuert vollzogen wird mittels inhibitorischen Synapsen an Neuronen (vgl. laterale Inhibition im assoziativen Cortex).

Das postulierte "logische Neuronenmodell" ist gekennzeichnet durch seine 'konjunktiv verknüpften' (dendritischen) Synapsen und außerdem wirksame 'disjunktiv verknüpfte' (axonale) Synapsen, - außerdem auch inhibitorische (axonale) Synapsen. [24]
   Für logische Verknüpfungen vieler Inputs gelten folgende Vorteile gegenüber den "arithmetischen" Neuronenmodellen (mit "nicht logischen" Aktivierungsfunktionen):
   Bei der Verknüpfung gemäß einer logischen Konjunktion ist der Wirkanteil jedes Inputs auf den Output unabhängig von der Anzahl aller konjunktiv verknüpften Inputs, d. h. immer "relevant" und (mit-)entscheidend für die Verifikation des Outputs (vgl. CAND zur 'analytischen Abstraktion' einer Formation gemäß begrifflicher Merkmalskonjunktion).
   Bei der Verknüpfung gemäß einer logischen Disjunktion hat jeder der alternativen Inputs eine anzahlunabhängige direkte Wirkung auf den Output (vgl. COR zur 'synthetischen Verallgemeinerung' eines allgemeinen Oberbegriffs).

Parallel oder seriell wirkende Logik-Funktionen, die konzeptionell veranlagt und auch erfahrungsbedingt ausgebildet sein können, ermöglichen die Simulation von simultanen bzw. sequenziellen Denkoperationen auf unterschiedlichen Abstraktionsniveaus und sind technisch implementierbar für relationale (Denk-)Modelle mit kognitiv-logischen Konzeptformen auf hierarchischen Zuordnungsniveaus mindestens eines lernfähigen Zuordnungskomplexes. [1] [2]
   Verknüpfte kognitiv-logische Konzeptformen (s. o.) sind symbolisch darstellbar mit 'veranlagten' und 'erlernten' Relationen für Implikationen bezüglich situationsbedingt fungierenden Variablenwerten (verifizierten Invarianten) auf hierarchischen Zuordnungsniveaus für verknüpfte Begriffssymbole, die als aktuelle Werte von zugeordneten Variablenkonfigurationen implementierbar sind (vgl. Formationen als 'informative' Signalmuster).
   Entwickelbar sind kognitiv-logische Konzept-Module in elementaren Zuordnungseinheiten auf hierarchischen Zuordnungsniveaus eines 'lernfähigen Zuordnungskomplexes' zur Implementation von bedingten Logik-Funktionen für simulierbare empirische Urteile und assoziierte Voraussagen.

   Resümee: Lernfähige Zuordnungskomplexe als kognitiv-logische Gedächtnissysteme

Meine seit 1978 publizierten Konzepte und Definitionen für eine aufgezeigte 'Kognitive Logik' betreffen neuartige Modelle von kognitiven Systemen mit erfahrungsabhängiger Selbstorgani-sation zwecks individueller Anpassung an veränderliche Umweltbedingungen durch Selbstlernen (vgl. Homöostase durch situationsangepasstes Verhalten). Mein Systemkonzept "Intelligenter Automat" unterstützt die Entwicklung von innovativen KI-Modellen für Forschungsprojekte der kognitiven Robotik und Künstlichen Intelligenz (KI). Lernfähige KI-Artefakte können vorteilhaft genutzt werden in Wissenschaft und Technik und sollen beitragen zum interdisziplinären Verstehen von kognitiven Leistungen lernfähiger Gedächtnissysteme (Neuronennetze). [1] - [5] [24]
 - Nach meinem kenntnistheoretischen Modellansatz konzipierbar sind 'kognitiv-logische' Gedächtnissysteme mit eigenen 'strukturellen Lerndispositionen' als ihre konzeptionellen Anlagen zur individuellen Ausbildung von (erfahrungs-)bedingten Logik-Funktionen für dynamische Wissensdarstellungen mit "erlernten" 'bedingten Relationen' (als situationsbedingt erworbenen Kenntnissen) entsprechend dem ausgebildeten Erfahrungswissen für Kognitive Logik, - unter der Voraussetzung von Basis-Wissen für systemimmanente Steuer- und Kontrollfunktionen.
 - Durch situationsabhängiges 'strukturelles Lernen' werden kenntnisspezifische 'bedingte Relationen' (in Form konditionierter Assoziationen) funktionell einbezogen in kognitiv-logische Verknüpfungen für 'bedingte Logik-Funktionen'. Dabei entspricht jeder bedingten Relation zur 'erfahrungsbedingten' Implikation (Einbeziehung) eine verallgemeinert 'angenommene' Begriffsrelation, die möglichst adäquat ist zu der kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehung zwischen faktischen Objekten oder Ereignissen (gemäß induktivem Lernmechanismus für die Zusammenhangserfassung, vgl. 1.2.).
 - Mit lernfähigen 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstrukturen (durch strukturelles Lernen) entwickelbar sind 'dynamische Wissensdarstellungen' der Kognitiven Logik gemäß der situationsbedingten Ausbildung oder Modifikation von 'bedingten Logik-Funktionen', die durch "erfahrungsbedingte" Implikationen bestimmt werden zwecks Implementation von empirischen Urteilen und Schlüssen als induktive Inferenzen (verallgemeinernd, erfahrungsgemäß ausgehend von Besonderem, vgl. 2.2.).
 - Das neue Paradigma für dynamische Wissensdarstellungen der 'nicht klassischen' Kognitive Logik unterscheidet sich von der klassischen Logik gemäß normativen Regeln ("starrem" Regelwissen) für logische Schlüsse und auch von den 'nicht logischen' konnektionistischen Modellen als 'Neuronale Netze', die ohne eigenes Vorwissen angelernt werden müssen mit vielen Trainingsbeispielen (gemäß Tabula-rasa-Ansatz des Empirismus, - ohne A-priori-Wissen).
 - Im Unterschied zu dynamischen Wissensdarstellungen der 'nicht klassischen' Kognitiven Logik beschränkt sich die 'klassische' (formale oder mathematische) Logik auf "starres" Regelwissen, d. h. normative (feste) Regeln als theoretische Normen des korrekten Folgerns, oder (erkenntnistheoretisch aufgefasst) auf definierte Gesetze für deduktive Ableitungen. - Mit normativen Regeln bestimmt werden "grundsätzliche" Implikationen für logische Urteile und Schlüsse als deduktive Inferenzen, d. h. Schlussfolgerungen als Konklusionen aus Prämissen (aufgrund von elementaren Urteilen über aktuelle Situationen).
 - Gemäß induktiv (verallgemeinernd) 'angenommenen' Regeln fungieren situationsbedingt ausgebildete 'bedingte Relationen' als erworbene (Er-)Kenntnisse, die assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" ermöglichen und empirische Implikationen für induktive Inferenzen bestimmen. Diese sollten nur so lange unverändert bleiben, wie sie sich praktisch bewähren (Bestätigung, sonst: Falsifizierung, Korrektur oder Umlernen [2]). Mögliche Folgen von induktiven Inferenzen sind empirische Urteile oder 'wahrscheinliche' (Vor-)Aussagen, wobei gemäß dem Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit für 'bisher bewährte' Regeln mit möglichen Ausnahmen oder Korrekturen zu rechnen ist (vgl. philosophisches Induktionsproblem, siehe 2.1.).

Meine systemtheoretischen Konzepte und Definitionen für lernfähige 'kognitiv-logische' Gedächtnissysteme ermöglichen eine technische Entwicklung von innovativen KI-Modellen mit perspektivischen Vorzügen der 'nicht klassischen' Kognitiven Logik. Realisierbar sind lernfähige KI-Artefakte als 'subjektiv bewertende' Automaten (vgl. lernfähige Homöostaten) oder 'autonome Agenten' der kognitiven Robotik.
   Ein interaktives Simulationsmodell "Lernender Homöostat" ist als (drittes) KI-Modell mit kognitiver Logik im Internet zugänglich (seit Mai 2001). [2] Diese Existenz-Simulation programmierte ich mit JavaScript entsprechend meinem KI-Konzept der ersten Simulation, die im Jahr 1980 für einen Mikroprozessor mit Assembler entwickelt worden war. [1c] Im Jahr 1988 implementierte ich eine zweite Version 'Lernender Homöostat' für einen PC mit TURBOPROLOG.

Kognitiv-logische Gedächtnissysteme mit eigenem Basis- und Erfahrungswissen für dynamische Wissensdarstellungen (analog ausbildbaren Begriffsstrukturen) sind technisch entwickelbar als lernende KI-Syteme oder intelligente Automaten (sogar mit "rationaler" Autonomie), die sich so verhalten müssen (gemäß jeweiligem Verhaltenskodex), dass sie als sozialverträgliche Partner von Menschen akzeptierbar sind (d. h. sozialer Trend zu riskanter Technisierung, vgl. 3.3).


3.3. Selbstbezügliche Denkmodelle für intelligente Automaten - KI-Trend

Die überlebensfähigen Organismen (auch hirnlose, ohne Bewusstsein) können sich instinktiv 'klug' verhalten aufgrund von (unbewussten) Automatismen ihrer umweltangepassten Lebens- und Verhaltenssteuerung im Sinne von natürlicher Homöostase (dynamische Stabilität, vgl. Selbstheilung).
   Das im Gehirn veranlagte und ausgebildete Wissen ist funktionell notwendig für die Selbsterhaltung des Organismus, die ermöglicht wird durch kognitive Prozesse des Denkens und Erinnerns, - meist gemäß pragmatischen Denkgewohnheiten und unsicheren Vorstellungen ohne Gewissheit aufgrund der unzureichenden Einsicht in natürliche Zusammenhänge (vgl. 2.1.).

Intellekt wird definiert als Fähigkeit für mindestens unbewusstes Denken zur individuellen Reiz-Deutung (schematische Erkennung, empirische Beurteilung und subjektive Bewertung, vgl. Antrieb, Emotion und Motivation) und zur optimalen Entscheidung für eine situationsangepasste Aktion (vgl. lerntypische Verhaltensänderung) aufgrund des nutzbaren Erfahrungswissens gemäß eigenen (Er-)Kenntnissen für zu bewertende Voraussagen (vgl. assoziativ erinnerte Erwartungen infolge situationsbedingtem Kenntniserwerb durch induktive Zusammenhangserfassung beim Lernen). [1] [2]

Intelligenz wird aufgefasst als hoch entwickelte Denkfähigkeit (einschließlich Intellekt, Verstand und Vernunft, vgl. 1.1.) und entspricht vorrangig dem Vermögen zum 'rationalen' Problemlösen zwecks kognitiver Bewältigung von neuen und unbekannten Situationen, - verbunden mit sprachlichem Ausdrucksvermögen für selbstreflexive Deutungen und 'wissentliche' Reflexionen (vgl. deklaratives Wissen zur expliziten Darstellung objektivierbarer Begriffsstrukturen, siehe 2. bis 3.2.). [1] - [6]
   Eine "kreative" Intelligenz ermöglicht erfinderische Lösungen von selbstgestellten Aufgaben durch gewonnene Einsicht für 'konstruktive Konzepte', insbesondere beim intentionalen Lernen zwecks rationaler Autonomie (Selbstbestimmung gemäß Selbstbewusstsein). [3] [6]
   Als besondere Intelligenzleistung bestimmbar ist die hoch entwickelte Lernform 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' (vernünftiges Problemlösen, vgl. 3.1.).

Ein "hoch entwickeltes" Tiergehirn ist befähigt zum 'rationalen' Denken, 'emotionalen' Fühlen und 'gestalterischen' Handeln. Seine individuellen Denkprodukte ermöglichen aspektorientierte Konzeptionen (begrifflich Erdachtes) und damit auch absichtliche Handlungsresultate (konstruktiv Selbstgemachtes), - insbesondere Problemlösungen beim Lernen durch Einsicht in Sinn-Zusammenhänge.
   Beim rationalen Denken ermöglichen 'intuitive' Vorstellungen (Ideen, Entwürfe, Erfindungen) neue Erkenntnisse für konstruktive Konzepte als kreative Problemlösungen - unter der Voraussetzung, dass dabei hinderliche Denkgewohnheiten (stereotype Routinen) beseitigt oder unwirksam gemacht werden können (vgl. 3.1.).
   Ein konstruktives Nach-Denken als selbstbezügliche Reflexion basiert auf deklarativem Wissen für Vorstellungen, die funktionell einbezogen werden in Denkprodukte wie logische Urteile und Schlüsse, insbesondere nutzbar als Thesen für Theorien oder als Argumente für Begründungen. Denkoperationen werden angeregt durch aspektorientierte Beobachtungen, Fragen oder Kritik.
   Beim 'intellektuellen' Beurteilen des Erkannten (als möglichst sinngemäß Verstandenes) werden analytisch selektierte Begriffe als Abstrakta für unterscheidbare Kategorien synthetisch in Beziehung gesetzt und als verknüpfte Begriffsrelationen gemäß dem ausgebildeten Erfahrungswissen genutzt für empirische Urteile und logische Schlüsse (vgl. 3.1.).

Der "erfahrungsbedingt interpretierende" Mensch deutet und beurteilt seine situationsabhängig erkannten Wahrnehmungen gemäß individuellen, kenntnisspezifisch erinnerten Vorstellungen und Erwartungen, auch beeinflusst von seiner emotionalen Einstellung für subjektive Bewertungen.
   Als wertvoll schätzt der Mensch nur das, was er als sinnvoll oder nützlich bewertet.

Die vor- oder unbewusste Verhaltenssteuerung wird vom 'denkenden' Gedächtnissystem automatisch vollzogen, - nach subjektiver Bewertung und empirischer Beurteilung von sinnlichen Wahrnehmungen und/oder intuitiven Vorstellungen.
   Unbewusste Automatismen der 'Lebenssteuerung' im Gehirn sind zuständig für die existenzielle Gewährleistung der Homöostase (dynamische Stabilität) des Organismus, - durch eigennützige Erzielung der Bedürfnisbefriedigung und möglicherweise der Schadensbegrenzung (vgl. Selbsterhaltung zwecks Fortpflanzung). Das 'schnellfertige' Unbewusste wirkt dominierend gegenüber möglichen (Denk-)Prozessen der bewussten Reflexion (vgl. Nachdenken und Selbstkontrolle) zwecks beabsichtigter Selbstbestimmung (rationale Autonomie).

Das genetisch veranlagte Temperament und der erfahrungsgemäß gebildete Charakter eines Menschen werden psychologisch beurteilt gemäß variierenden Persönlichkeitsmerkmalen der definierten "Big Fife": Offenheit für Neues (vgl. zielstrebig / konservativ), Gewissenhaftigkeit (vgl. zuverlässig / undiszipliniert), Extraversion (vgl. gesellig / introvertiert), Verträglichkeit (vgl. kooperativ / egozentrisch) und emotionale Stabilität (vgl. ausgeglichen / sensibel). - Als "abnorm" oder "extrem" bewertete Variationen der Persönlichkeitsmerkmale sind kennzeichnend für Psychosen (d. h. Geisteskrankheiten wie Schizophrenie, Wahnvorstellungen oder Traumata) aufgrund von funktionell gestörten (verrückten) Gehirnstrukturen.

"Neuronale Vorgänge lassen sich klassifizieren in solche, die grundsätzlich keinen Zugang zum Bewusstsein haben, solche, die wahlweise ins Bewusstsein gelangen können, und solche, die grundsätzlich bewusst sind." ...
   "Bewusste Entscheidungen basieren per definitionem auf Inhalten bewusster Wahrnehmungen und auf Erinnerungen, die im deklarativen Gedächtnis als explizites Wissen abgelegt wurden. Bei den Variablen bewusster Entscheidungen handelt es sich also vornehmlich um spät Erlerntes: um ausformuliertes Kulturwissen, ethische Setzungen, Gesetze, Diskursregeln und verabredete Verhaltensnormen." ...
   "Es scheint, als sei das Gehirn darauf angelegt, Kongruenz zwischen den im Bewusstsein vorhandenen Argumenten und den aktuellen Handlungen bzw. Entscheidungen herzustellen. Gelingt das nicht, weil im Bewusstsein gerade nicht die passenden Argumente aufscheinen, dann werden sie um der Kohärenz willen ad hoc erfunden." (Wolf Singer, aus: 'Entscheidungsgrundlagen', FAZ v. 8. Jan. 2004) [18]
   "Das reflexiv organisierte Gehirn hat grundsätzlich die Möglichkeit, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Durch Herstellen neuer Bezüge zwischen gespeicherten Repräsentationen der über die Sinnessysteme vermittelten Informationen können Entdeckungen über die Struktur der Umwelt gemacht werden, und daraus lassen sich prädiktive Verhaltensstrategien ableiten, die das Überleben entscheidend begünstigen." (Wolf Singer, aus: Neurobiologische Anmerkungen zum Wesen und zur Notwendigkeit von Kunst, 1984, S. 224) [7]

Ein kognitives System, das befähigt ist zur Selbstreflexion mit 'Wissen vom Sein' (Bewusstsein) für Beschreibungen und Erklärungen kann den selbstbezüglich verstandenen Sachverhalt einer Situation (Zustand) mit 'deklarativen' Aussagen sprachlich beschreiben und möglichst kontextgerecht erklären (vgl. expliziter Zustandsbericht als Statusreport oder Statement [2]).
   "Sich etwas bewusst sein" entspricht einer 'wissentlichen' Seinserfahrung und bedeutet: "davon eine äußerbare Vorstellung haben", - unter der Voraussetzung, dass man "bei Bewusstsein" ist.
   Für Bewusstsein charakteristisch ist selbstreflexiv nutzbares 'Wissen vom Sein' (als superpo-niertes Metawissen) eines 'denkenden' Gedächtnissystems, das befähigt ist zu individuellen Äußerungen über sein Befinden (subjektive Lage) und zu Aussagen von konstruktiven Denkprodukten (vgl. 3.1., - Deutungen, Erwartungen, Empfindungen, Intentionen, Pläne, Entschlüsse, Konzepte, Thesen oder Methoden), - gemäß 'wissentlichen' Vorstellungen, Bewertungen oder Einstellungen.

Das sprachliche Ausdrucksvermögen für mitteilbare 'explizite' Aussagen über deklaratives 'Wissen vom Sein' des Selbst (vgl. Selbstmodell) wird definitiv aufgefasst als "sprachliches Bewusstsein" (s. u.).
   Bewusstes Denken ist durch "inneres Sprechen" (auch mit sich selbst) erlebbar, insbesondere beim mentalen 'Ersinnen' von kreativen Entwürfen (konstruktiven Konzepten) als Ideen für Problemlösungen oder von innovativen Antworten auf 'erkenntnisfördernde' Fragen, - möglicherweise angeregt durch Kritik, Zweifel oder Widerspruch (vgl. Dialektik).

Für das Phänomen "Bewusstsein" gibt es seitens der Hirnforschung erste neurobiologische Erklärungsansätze auf materieller Basis. Qualitative Bewusstseinsniveaus und komplexe Bewusstseinszustände werden zurückgeführt auf die vielschichtige dynamische Funktionalität im Gehirn, dessen qualitative Funktionsverschachtelung gekennzeichnet ist durch philogenetisch entwickelte Hierarchiestufen (mit evolutionären Vorteilen). Nur beim Menschen epigenetisch ausbildbar ist das oberste Bewusstseinsniveau des 'sprachlichen Denkens' (vgl. Introspektion, Selbstreflexion oder Metakognition) im 'höchentwickelten' Gehirn mit vergrößertem Assoziationscortex und selbstbezüglichen Kontrollfunktionen im Stirnhirn (vgl. präfrontaler Cortex für explizites' Arbeitsgedächtnis, s. u.). [6] [19]

"Weil präfrontale Regionen konvergente Inputs aus sensorischen, emotionalen, motivationalen und Erinnerungsschaltkreisen empfangen, geht man davon aus, dass sie die komplexe Integration von Informationen (Bindung) zu leisten vermögen, die im Gehirn im Zuge einer bewussten Erfahrung geschehen muss." (Joseph LeDoux in [19], S. 258).

Aus sprachlich zugänglichen 'deklarativen Gedächtnisstrukturen' der Großhirnrinde (assoziative Areale, def. als Assoziationscortex) stammende individuelle Langzeiterinnerungen (des 'vorbewussten' deklarativen Wissens) können bewusst werden als erinnerte Vorstellungen.
   Wissentliche (bewusst abgerufene) oder unbewusste (implizite) Erinnerungen werden beeinflusst von "unbewussten" emotionalen oder motivationalen Bewertungen des limbischen Systems, die auch bewusst erlebbare Gefühle bestimmen können.
   Die Erinnerungen basieren auf individuellen Erfahrungen und entsprechen erinnerten Vorstellungen oder Erwartungen (Voraussagen) aufgrund von situationsbedingten (Er-)Kenntnissen.-
   Von Erinnerungen beeinflusste Urteile bzw. Vorurteile sind äußerbar als explizite Aussagen, die formal dargestellt werden können, damit sie für Kommunikationspartner verständlich mitteilbar sind (vgl. Objektivierung in Form sprachlicher Ausdrücke). [6]

Im Sinne von sprachlichem Bewusstsein wird das bei Menschen 'hoch entwickelte' (Selbst-)Bewusstsein bestimmt als ein sprachliches Ausdrucksvermögen für 'explizite' Aussagen über selbstbezügliche Vorstellungen und individuelle Erfahrungen.
   Die Sprachfähigkeit ermöglicht eine formale Objektivierung von (Er-)Kenntnissen des explizit darstellbaren (deklarativen) Wissens für verständliche Beschreibungen und Erklärungen von begrifflichen Zusammenhängen (vgl. 2.).
   Das "sprachliche Bewusstsein" basiert auf deklarativem Erfahrungswissen in "selbstreflexiver" Verbindung mit einem 'symbolisch-abstrakten' Selbstmodell, das aufgefasst wird als eigenes 'Wissen vom Sein des Selbst' (analog 'Selbstbewusstsein'). Dabei fungiert ein "Ich-Begriff" als Selbstkonzept der Seinserfahrung eines 'selbstbezüglich lernfähigen' Gedächtnissystems.

Bewusst erinnerbare Denkprodukte des deklarativen Wissens resultieren aus mentalen Operationen des konstruktiven Nach-Denkens (Reflexion). Solche selbstbezüglichen Denkprozesse werden angeregt durch individuelle Intentionen (Absichten, Motive) für kritische Überlegungen oder Fragestellungen (vgl. 3.1.).

Wissentliche Gedankengänge beim 'bewussten' Nachdenken (rationale Reflexion), insbesondere für "intelligentes" Problemlösen, betreffen situationsgemäß (neuronal) aktivierte begriffliche Verknüpfungen unter funktioneller Einbeziehung von individuell erinnerten Vorstellungen (vgl. Erwartungen oder Voraussagen 'aus Erfahrung').
   Erfahrungsgemäße Vorstellungen sind erinnerbar in deklarativen Gedächtnisstrukturen entsprechend relationalen Kenntnissen analog begrifflichen Beziehungen. Diese können 'wissentlich' (bewusst) geäußert und kommunikativ mitgeteilt werden in Form von expliziten Aussagen (vgl. Aussagesätze, Relationen, Formeln und Kunstwerke). Verständliche Formulierungen mentaler Erinnerungen und Deutungen dienen zur Kommunikation mit anderen Individuen, beispielsweise als Berichte, Statusreports, Lehrsätze, Beschreibungen, Erklärungen, Behauptungen oder Begründungen (vgl. Objektivierung und Tradierung von Aussagen).

Modellmäßige Vorstellungen für theoretische Interpretationen basieren auf kritisch zu überprüfenden Erkenntnissen des deklarativen Erfahrungswissens.
   Vorstellungsgemäße Wissensdarstellungen für konstruktive Denkmodelle (vgl. theoretische Konzepte) entsprechen erworbenen Kenntnissen für empirisch ausgebildete Begriffsstrukturen, die formalisierbar sind mit kognitiv-logisch verknüpften Begriffsrelationen als relationalen Aussagen gemäß (möglichst allgemein verständlich) vereinbarten Begriffsbestimmungen.
   Objektivierbare Vorstellungen als deklarative Rekonstruktionen für Operationen des 'bewussten' Denkens betreffen abstrakte Größen (Begriffe) und ihre Zusammenhänge (Beziehungen, Assoziationen), die 'wissentlich' vorstellbar und 'mental' kombinierbar sind. Diese können in Form von relationalen Aussagen dargestellt werden mit Begriffssymbolen und Relationen (in kognitiv-logischer Verknüpfung, vgl. 2. bis 3.2.). [2] [4]

Selbstbezügliches Denken (Selbstreflexion) basiert auf selbstreflexiven Deutungen und empirischen Urteilen gemäß erinnerbaren Vorstellungen des individuellen Erfahrungswissens, verbunden mit ihren subjektiven Bewertungen für Emotionen und Motivationen.
   Unser Denken, Fühlen und Handeln ist funktionell abhängig von subjektiv bewerteten Wahrnehmungen und assoziierten Erinnerungen (Vorstellungen, Erwartungen) für empirische Urteile.

Subjektive Bewertungen von erkannten und gedeuteten Situationen (Wahrnehmungen, Gegebenheiten) und auch von erfahrungsbedingten Erwartungen (Vermutungen, Konsequenzen) werden kenntnisgemäß bestimmt durch situationsabhängig erinnerte Vorstellungen bzw. assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" (vgl. theoretische Modelle).
   Die 'primär unbewussten' Bewertungsergebnisse (Affekte, Emotionen oder Motivationen) beeinflussen individuelle Handlungsintentionen (Absichten, Ziele oder Wünsche) und werden funktionell einbezogen in empirische Urteile und Entschlüsse, insbesondere beim Problemlösen durch 'kognitiv-rationales' Erwägen von möglichst optimalen Entscheidungen für situationsangepasste Aktionen entsprechend 'intelligentem' Verhalten.

Ausgehend von interpretativen Situationsdeutungen (selbstreflexiv durch Nachdenken) aufgrund von Erfahrungswissen und Metawissen zum Problemlösen können "intentionale" (absichtliche, willentliche) Entscheidungen für intelligentes Verhalten 'kognitiv-rational' erwogen werden, auch vorbereitend solche, die als geplant gelten und erforderlichenfalls zu korrigieren sind (vgl. konzeptionelle Entscheidungsoptimierung).

Die selbstreflexive Besonnenheit gilt als Tugend des rechten Maßes, insbesondere zur Einschränkung von Begierde, bei der rationalen Entscheidungsfindung durch Abwägen von alternativen Handlungskonsequenzen mit der Orientierung auf Disziplin und Anerkennung der Realität.

Deklarative (bewusst gewordene) Urteile und Entschlüsse sind formal darstellbar (als explizite Aussagen) in funktioneller Abhängigkeit von 'subjektiven' Bewertungen nach veranlagten oder erworbenen Kriterien, - orientiert auf Bedürfnisbefriedigung, Gefahrabwehr oder Schadensbegrenzung zwecks Selbsterhaltung.
   Selbstbezüglich bewertet werden erfahrungsbedingte Erwartungen (empirische Prädiktionen) als situationsgemäß assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" (erster oder zweiter Art), - insbesondere objektbezogene Erwartungen (mit Situationsmerkmalen assoziierte Voraussagen) oder effektorientierte Erwartungen (mit Alternativen assoziierte Voraussagen) von vermuteten Konsequenzen der selektiv einzuschätzenden Handlungsoptionen, die alternativ wählbar sind gemäß der individuellen Handlungsfreiheit (vgl. 1.3.). [3]

Beim "bewussten" Nachdenken vollziehen neuronale Verknüpfungen (im Isocortex) besondere Gedankengänge analog begrifflichen Beziehungen für 'wissentliche' Deutungen oder explizite Urteile, die objektivierbar sind als (situationsbedingt aktivierte) Logik-Funktionen, die bestimmt werden durch die assoziative Einbeziehung von aktuell nutzbaren Erinnerungen als erfahrungsgemäße Vorstellungen oder Erwartungen (vgl. Ansichten, Vorurteile bzw. Voraussagen 'aus Erfahrung').
   Assoziative Gedankengänge entsprechen begrifflichen Verknüpfungen für 'Überlegungen' des symbolisch-abstrakten Denkens gemäß erinnerbaren Vorstellungen des Erfahrungswissens unter dem Einfluss von (meist unbewussten) subjektiven Bewertungen, insbesondere beim 'antizipatorischen' Abwägen der erwarteten Konsequenzen von selektierbaren Handlungsoptionen zum Auffinden optimaler Entscheidungen (Problemlösen, vgl. 3.1.).
   Mit expliziten Aussagen "wissentlich" (sprachlich bewusst) darstellbar sind eigene Meinungen oder Entscheidungen als 'rationale' Ergebnisse von selbstbezüglichem Nachdenken (Selbstreflexion) bzw. handlungsorientiertem Überlegen (Abwägen, Erwägen) gemäß dem individuellen Erfahrungswissen und subjektiven Bewertungen.

Selbstreflexive Deutungen (subjektive Auslegungen, eigene Erklärungen) von wirklichen oder fiktiven Zusammenhängen aufeinander beziehbarer Gegenstände oder Phänomene gehen aus von individuellem 'deklarativem' Wissen, das entsprechend kognitiv-logischen Begriffsstrukturen darstellbar ist (vgl. 3.2).
   Mit 'wissentlich-rationaler' Einsicht in symbolisch-abstrakte Begriffszusammenhänge erklärbar sind 'höhere' kognitive Leistungen (vgl. Antizipation, Intention und Selbstreflexion). Diese ermöglichen konstruktive Konzepte, prädiktive Modelle und zielorientierte Pläne, die beeinflusst werden von 'subjektiven' Bewertungen gemäß 'unbewussten' internen Situationen (vgl. Antrieb, Emotion und Motivation). [6]

Das 'selbstbezüglich denkende' Gehirn (vgl. Selbstreflexion) ist beschreibbar als ein Gedächtnissystem mit Selbstmodell, das befähigt ist zu "vernünftiger" Selbstkontrolle durch eine 'kritische' Beurteilung und 'subjektive' Bewertung von individuell erkannten (bewusst gewordenen) System-Zuständen, die neuen Situationen unangemessen sein können (vgl. Probleme, auch Statusreports über Konflikte).
   Der funktionell deutbare Begriff des (Selbst-)Bewusstseins bezieht sich auf deklaratives 'Wissen vom Sein' des Selbst (Ich-Begriff), dem ein ontogenetisch gebildetes Selbstmodell entspricht, das für 'selbstkontrollierende' Überwachungs- und Steuerfunktionen genutzt werden kann (vgl. Persönlichkeitsentwicklung hinsichtlich Selbstkontrolle und Intention).

Ein 'persönliches Selbstmodell' im menschlichen Gehirn (vorrangig Frontalhirn) entsteht während der Individualentwicklung bedingt durch Umwelteinflüsse und ist beschreibbar als 'selbstreflexives Metawissen' (vgl. superponierter Meta-Automat über Basis-Automat, s. u.).
   Dem Selbstmodell wird ein abstrakter »Ich-Begriff« als Selbstkonzept verallgemeinert zugeordnet. Das kognitiv ausgebildete Selbstmodell (Ich) entspricht den 'individuellen Seinserfahrungen' für wissentliche (bewusste) Erinnerungen von deklarativen Vorstellungen als äußerbare 'eigene Ansichten', die erklärbar sind mit empirischen Urteilen gemäß den 'subjektiven' Einstellungen oder Überzeugungen (vgl. Meinungen, Wünsche, Bewertungen oder Selbstwertgefühl). Damit ermöglicht werden explizite Aussagen zu Aspekten der Selbsteinschätzung gemäß der 'subjektiven Lage', insbesondere zu handlungsorientierten Motiven und Begründungen für Entscheidungen (vgl. Statusreports). [2] [18]
   Eine 'wissentliche' Selbsteinschätzung für Statusreports hinsichtlich der subjektiven Lage basiert auf selbstbezüglichen Seinserfahrungen für ein Selbstmodell (def. als 'Wissen vom Sein des Selbst', d. h. Selbstbewusstsein), das ausgebildet wird durch Selbsterkenntnis im Sinne von 'introspektivem' Kenntniserwerb beim Selbsterleben in Verbindung mit Selbstreflexion (vgl. Selbstbeobachtung und selbstbezügliches Nachdenken).

Die situationsbedingte Strukturierung (relationale Modifizierung) des Selbstmodells geschieht 'selbstbestimmt' (autonom) gemäß der selbstbezüglichen Einschätzung von eigenen Erlebniszuständen (Selbsteinschätzung) aufgrund der Selbsterkenntnis beim 'Selbsterleben durch Selbstbeobachtung'. Außerdem maßgeblich ist die durch umweltbedingte Seinserfahrungen gewonnene 'selbstkritische' Einsicht in den sozialen Kontext von eigenen Aktionen und Interaktionen (vgl. Fremderleben durch Fremdbeobachtung oder 'theory of mind').

Das individuelle Selbstmodell fungiert als Metawissen für die rationale Selbstreflexion als (selbst-)bewusstes Nachdenken über sich selbst, insbesondere unter Aspekten der möglichen Selbstkontrolle gemäß dem Selbstverständnis (vgl. Gewissensprüfung nach einem Verhaltenskodex) zur Begründung und Rechtfertigung eigener Aktionen (gegenüber Normativen von Ethik und Moral). Selbstbezügliche Vorstellungen bestimmen 'subjektive' Urteile, die objektivierbar sind als deklarative Aussagen hinsichtlich 'personeller' Eigenschaften, Fähigkeiten und Einstellungen, auch Bedürfnissen (vgl. Triebe, Leidenschaften, Interessen und Motive).

Ein entwickelbares Selbstmodell wird konzeptionell definiert als systemeigenes 'Wissen vom Sein des Selbst' analog dem »Selbstbewusstsein«, das als konstruktive Entscheidungsgrundlage fungiert für die 'selbstbestimmte' Steuerung, Kontrolle, Begründung und Erklärung von zielorientierten Operationen eines lernfähigen Gedächtnissystems mit rationaler Autonomie (d. h. vernünftiger Selbstbestimmung). [3] -
   Selbstbewusstsein (gemäß Wissen vom Sein des Selbst) basiert auf Selbsterkenntnis und verhilft zum konstruktiven Einbringen von individuellen Kenntnissen und Fertigkeiten (Kompetenzen bzw. Aktivitäten) in produktive Prozesse, besonders beim Problemlösen.

Das Selbstbewusstsein als 'hoch entwickelte' Bewusstseinsform ermöglicht dem Menschen 'rationale' Selbstreflexion und Selbstkontrolle, die ihn befähigen zu selbstgeplanten Projekten für 'intentionale' Aktionen (absichtlich mit Voraussicht zwecks Risikominimierung) und auch zu äußerbaren selbstbezüglichen Statusreports gemäß der subjektiven Einstellung.
   Hoch entwickeltes Selbstbewusstsein ist erlebbar durch mentale Selbstreflexion, d. h. selbstbezügliches Nachdenken, insbesondere hinsichtlich Statusreports über "Ich"-Zustände, die sprachlich formulierbar sind.
   Selbstbewusst denkende Menschen sind befähigt zu rationaler Selbstkontrolle und Selbstkritik hinsichtlich intentionalen Aktionen (absichtlichen Handlungen), die sie im Rahmen ihrer Handlungsfreiheit 'gewissenhaft' planen können.
   Vernünftige Selbstkontrolle zur lerntypischen Verbesserung des Verstehens ist möglich mit kritikfähiger Selbstreflexion.

Karl Raimund Popper schrieb in "Bemerkungen über das Ich" (1976) [aus: "Das Ich und sein Gehirn" von Karl R. Popper und John C. Eccles, Serie Piper 1989, Teil I, Kap. 4]:
   "Bei solchen Lebewesen, denen wir Geist oder Bewusstsein zuschreiben, steht die biologische Funktion des Bewusstseins offensichtlich in enger Verbindung mit dem Kontrollmechanismus (Selbstkontrolle) des individuellen Organismus. …  Es scheint, dass Bewusstsein und sogar Vernunft sich weitgehend dank ihres Überlebenswertes für den individuellen Organismus ausgebildet haben." (S. 150)
   "Jedenfalls gibt es zwei große Quellen unserer Information: das, was durch genetische Vererbung erworben ist, und das, was wir uns während unseres Lebens aneignen. Ferner ist alles Wissen, ob ererbt oder erworben, historisch eine Modifikation früheren Wissens; und alles erworbene Wissen kann Schritt für Schritt auf Modifikationen angeborenen oder instinktiven Wissens zurückverfolgt werden. Der Wert erworbener Information beruht fast restlos auf unserer angeborenen Fähigkeit, sie in Verbindung mit unserem unbewussten, ererbten Wissen und vielleicht auch zu dessen Korrektur zu nutzen." (S. 158)
   "Bewusstsein ist nötig, damit neue Ansichten oder Theorien kritisch ausgelesen werden - wenigstens auf einer gewissen Abstraktionsstufe. Wenn irgendeine Ansicht oder Theorie unter bestimmten Bedingungen unverändert erfolgreich ist, dann wird ihre Anwendung nach einer gewissen Zeit zu einer Routineangelegenheit und unbewusst. Ein unerwartetes Ereignis aber zieht die Aufmerksamkeit auf sich und regt damit Bewusstsein an." …  "Aber die Rolle des Bewusstseins ist vielleicht da am klarsten, wo ein Ziel oder Zweck (vielleicht nur ein unbewusstes oder instinktives Ziel oder ein instinktiver Zweck) durch alternative Mittel erreicht werden kann und wenn zwei oder mehrere Mittel nach reiflicher Überlegung ausprobiert werden. Das ist der Fall einer neuen Entscheidung." (S. 163)
   "Das Zentralnervensystem hatte von Anfang an die Hauptfunktion, den sich bewegenden Organismus zu steuern oder zu leiten. Das Wissen um seinen Standort (die Lage seines Körperbildes) im Verhältnis zu den biologisch bedeutsamsten Aspekten der Umwelt ist eine unerlässliche Vorbedingung für diese Leitfunktion des Zentralnervensystems. Eine andere derartige Vorbedingung ist die zentralisierte Einheit des Steuerorgans, des Entscheidungsträgers, der, nach Möglichkeit, einige seiner Aufgaben auf eine hierarchisch niedere Verantwortungsstufe, auf einen der vielen unbewussten einheitschaffenden Mechanismen abwälzt." (S. 166)

Das 'selbstorganisierende' Gehirn (als lernfähiges Gedächtnissystem) steuert verhaltenstypische Handlungen und lebenserhaltende (Re-)Aktionen (vgl. Aktionssteuerung mit Regelmechanismen und Handlungskontrolle), - gemäß den 'mentalen' Ergebnissen seiner vorwiegend unbewussten (Denk-)Prozesse entsprechend der individuellen Verarbeitung von somatosensorischen Reiz-Informationen durch zugeordnete Signal-Muster in funktioneller Abhängigkeit von der externen und internen Situation. - Prinzipiell unterscheidbar sind folgende neuronale Zuordnungsprozesse beim Denken (nach vorausgesetzer Identifikation von Objektklassen): die erfahrungsgemäße Erkennung (zwecks Deutung), Beurteilung, Bewertung und Entscheidung (def. als 'kognitiv-logische' Hauptprozesse meines schematischen Gehirnmodells für hierarchisch klassifizierte Lernformen, vgl. Bild in [1]). [2] [3] [6].
   Die homöostatische Lebens- und Verhaltenssteuerung des Organismus vollzieht das Gehirn zeitoptimal (schnellfertig), vor- oder unbewusst (implizit) und meist routinemäßig (automatisch, auch antrainiert). Die genetisch disponierten 'impliziten' Grundfunktionen in subcortikalen Hirnbereichen (philogenetisch alte Kernstrukturen) können verbunden sein und auch beeinflusst werden mit 'expliziten' (wissentlichen, bewussten) Funktionen des Cortex (Isocortex, Großhirnrinde), wodurch absichtliche (intentional 'gewollte') Steuerfunktionen ermöglicht werden.
   Die impliziten und expliziten Hirnfunktionen basieren auf kognitiven Gedächtnisleistungen und führen zu empirischen (Vor-)Urteilen und Entscheidungen gemäß der subjektiven Bewertung von individuellen Erkennungs- und Deutungsergebnissen, die beeinflusst werden von unbewusst oder bewusst einbezogenen (Modell-)Vorstellungen oder Erwartungen (vgl. Erinnerungen für assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung", analog prädiktiven Modellen oder Theorien).

"Da die meisten Hirnsysteme plastisch sind und außerhalb des Bewusstseins arbeiten, können wir sie als implizite Gedächtnissysteme betrachten oder besser als Systeme, die bestimmte Arten von Informationen implizit zu speichern vermögen. … Die expliziten Aspekte des Selbst sind diejenigen, die in expliziten [bewusstseinszugänglichen] Systemen gelernt und gespeichert werden." (Joseph LeDoux in [19], S. 45)
   "Das Selbst gründet sowohl in explizit arbeitenden als auch in implizit arbeitenden Systemen. Mit den expliziten Systemen versuchen wir, gezielt zu steuern, wer wir sind und wie wir uns verhalten. Das gelingt uns allerdings nur teilweise, weil wir auf emotionale Systeme, die für die Koordination des Lernens in anderen Systemen so bedeutsam sind, nicht durchweg bewusst zugreifen können." (J. LeDoux in [19], S. 424).

Selbstreflexives Deuten und kognitiv-rationales Entscheiden stehen in ernstem Konflikt mit dem schwer kontrollierbaren Unbewussten, das egoistische Bedürfnisse und emotionale Wunschvorstellungen bestimmt (vgl. Selbstinteresse).
   Unbewusste Motive für Verlangen (Wünsche, Triebe, Bedürfnisse) oder für Ablehnung von etwas, insbesondere auch zur Verhinderung von Gefahr, basieren auf emotionalen Erfahrungen des 'Vorbewussten' im "emotionalen Gedächtnis" (des limbischen Systems, insbesondere Amigdala, mesolimbisches System und Hyppocampus).
   Situationsbedingte Motivationen (Beweggründe), die problemspezifisch 'bewusst' werden, sind selbstreflexiv einschätzbar (im orbitofrontalen und ventromedialen Cortex), insbesondere durch das rationale und emotionale Abwägen von subjektiv bewerteten Erwartungen (assoziierten Voraussagen) betreffs voraussichtlicher Folgen von möglichen Handlungen (alternativen Optionen) unter individuellen und sozialen Aspekten (vgl. Gewissen, Moral und Ethik).

Eine problemlösende Entscheidungsfindung ist möglich durch antizipatorische Erwägung gemäß der situationsbedingten Bewertung von vermuteten Konsequenzen, d. h. effektorientierten Erwartungen, für jede alternativ auswählbare Handlungsoption (def. als 'Efferenzentwurf' beim bedingten Erwägen, vgl. [3]).
   Ermöglicht werden "Was wäre wenn ...?" - Überlegungen für selektiv einschätzbare Handlungsvorwegnahmen durch die subjektive Bewertung von erfahrungsgemäß erinnerten Vorstellungen als assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" (erinnerten Erwartungen).
   Für eine 'rational erwogene' Handlungsabsicht (optimale Intention) kann eine 'bewusste' Planung (im dorsolateralen präfrontalen Cortex) erfolgen, in dem festgelegt wird, was wann und wie zur Realisierung des Plans nötig ist. Der Handlungsbeginn durch Start eines (mittels Cortex) ausgewählten Verhaltensprogramms (vgl. Routine im 'prozeduralen Gedächtnis') geschieht erst nach der Zustimmung des impliziten 'limbischen Systems' (unbewusst, mittels Dopaminsignal der Substantia nigra als Teil der Basalganglien entsprechend einem "Handlungsgedächtnis" im Zwischenhirn). Der Handlungsbeginn wird erst dann als 'Willensakt' bewusst (im Cortex, signalisiert über den Thalamus), wenn die Auslösung der motorischen Aktion 'unbewusst' akzeptiert worden ist. [20]

Das 'unbewusst irrende' Gehirn der (nicht perfekten) Menschen muss die erfahrbaren Auswirkungen seiner Irrtümer (vgl. Fehlurteile wegen Unkenntnis oder falschen Vorstellungen) und die Folgen von Fehlverhalten ertragen lernen, insbesondere wenn sie Schaden oder Leid verursachen.
   Ein umweltangepasstes Dazu- oder Umlernen gelingt dann, wenn durch situationsbedingten Kenntniserwerb eine erfahrungsgemäße Korrektur oder Verbesserung des 'primär unbewusst' nutzbaren Wissens erreicht wird, insbesondere zwecks "intelligenter" Anpassung an Veränderungen der Umweltbedingungen (vgl. 2.3.). -
   Ein erforderliches Umlernen wird veranlasst durch die empirisch begründete Kritik an mindestens einem (überholten) Vorurteil des bisherigen 'schematischen' Denkens (vgl. induktives Lernen durch 'versuchsweises' Umdenken contra stupides 'starres' Denken). [2]

Das implizite System des Unbewussten gewährleistet mit seinen emotionalen und motivationalen Funktionen (vgl. Limbisches System) die Veranlassung der routinierten Steuerung von 'reflexiven' Reizreaktionen oder 'instinktiven' Handlungen, die gar nicht oder zu spät (für eine Selbstkontrolle) bewusst werden, - unabhängig von bewussten Überlegungen zu wählbaren Entschlüssen (vgl. Entscheidungen mittels explizitem Arbeitsgedächtnis).
   Den 'schnellfertigen' Handlungen und auch 'unüberlegten' Entscheidungen voraus gehen implizite Situationsdeutungen (beeinflusst von erinnerten Vorstellungen und Erwartungen), die individuelle Urteile (gemäß subjektiven Bewertungen) veranlassen.
   Unbewusste Reaktionen auf 'erregende' oder 'habituelle' Reizsituationen erfolgen meist impulsiv bzw. gewohnheitsmäßig "ad hoc", so dass sie nicht rechtzeitig durch eine 'bewusste Kontrolle' (Selbstkontrolle) verhindert oder korrigiert werden können. -
   Besonders charakteristisch für ein 'unkontrolliertes' Unbewusstes sind triebhafte Wünsche, krankhafte Zwangsvorstellungen und imaginäre Anschauungen, die dominierend sind für fiktive Behauptungen, falsche (Vor-)Urteile oder Fehleinschätzungen (vgl. irreale Hypothesen oder Glaubenssätze).

Die 'Macht des Unbewussten' (dominierendes Unterbewusstsein) ist erlebbar durch das verzögerte Gewahrwerden (Bewusstwerden) von unbewussten Emotionen als Gefühle (verstärkte Formen: Affekte, Leidenschaft, Sucht oder Phobie) und/oder von 'unwissentlichen' Ausdrücken, beispielsweise "unüberlegten" Äußerungen oder "nicht gewollten" (Re-)Aktionen (vgl. Affekthandlungen).

Das Phänomen des Unbewussten kann mit dem Modell eines 'Basis-Automaten' erklärt werden, der für lebensnotwendige (philogenetisch alte) Grundfunktionen des Gehirns zuständig ist, womit 'selbstorganisierte' Operationen auf fundamentalem Niveau ermöglicht werden (vgl. lernfähiges Reiz-Reaktions-System zur empirisch-emotionalen Handlungssteuerung oder Selbstheilung mittels 'Immunsystem'), - meist unabhängig von einer möglichen Beeinflussung durch das sprachliche Bewusstsein (als Meta-Automat modellierbar, s. u.).
   Das 'schwer kontrollierbare' Unbewusste im Gehirn bestimmt emotionale Motive orientiert auf die pragmatische Selbsterhaltung und Homöostase des Organismus aufgrund individueller Seinserfahrung (vgl. stabilisierende Dominanz des Basis-Automaten gegenüber seinem Meta-Automaten). -
   Trotzdem möglich ist die 'bewusste' rationale Selbstkontrolle (vgl. Meta-Automat) orientiert auf 'wissentliche' Zielvorstellungen für Absichten (Intentionen) gemäß einer 'nicht zufälligen' Willensfreiheit, die als Kriterium für Verantwortlichkeit im Rahmen der realen Handlungsfreiheit gilt. [6]

Die bewusste Selbstkontrolle erzielt ein 'selbst bestimmtes' Verhalten durch intentionale und geplante Steuerung, insbesondere sozialverträglich unter 'gewissenhafter' Berücksichtigung von moralischen Standards (vgl. Kriterien eines ethischen Verhaltenskodex).
   Eine 'ethische' Verhinderung oder Einschränkung von unwissentlich gesteuerten 'instinktiven' (Re-)Aktionen oder 'emotional konditionierten' Affekthandlungen kann nur durch 'rationale' Selbstkontrolle gelingen (vgl. Selbstbeherrschung).
   Vernünftige Selbstkontrolle mit Selbstkritik ermöglicht Selbsterkenntnis für besseres Verständnis durch 'intentionales' Lernen.

Durch bewusste Selbstreflexion ist der selbstbezüglich denkende Mensch befähigt zu vernünftiger Zielsetzung und Handlungsplanung im Rahmen seiner 'rationalen Autonomie'. Für jede ihm bewusste Absicht (gegenüber Motivationen, Wünschen und ethischen Normativen) kann er die erwarteten Konsequenzen seiner alternativ wählbaren Handlungsoptionen gemäß der erfahrungsgemäßen Bewertung von effektorientierten Erwartungen antizipatorisch abwägen, um dadurch eine optimale Entscheidung selbstbestimmt zu fällen (vgl. bedingtes Erwägen).

Zielstrebiges Handeln wird nur dann gelingen, wenn alle dafür notwendigen Bedingungen erfüllt oder gewissenhaft berücksichtigt werden können.
   Die individuelle Freiheit des Menschen wird stark eingeschränkt durch gesellschaftliche und familiäre Zwänge (vgl. Fremdbestimmung), - auch durch ethische Verpflichtungen (vgl. traditionelle Moral) und ideologische Anschauungen (vgl. Glaube und Überzeugung), die unbewusst oder bewusst unser Denken und Handeln beeinflussen bzw. erzwingen.

Der postulierte 'freie Wille' als ethische Voraussetzung für Eigenverantwortung des Individuums ist neurowissenschaftlich umstritten. Erfahrungsgemäß bestimmt werden Urteile und Entscheidungen (im Rahmen der Handlungsfreiheit) aufgrund von jeweils aktuellen Situationsbedingungen und ihren subjektiven Bewertungen (primär unbewusst, vgl. Antrieb, Motivation und Emotion). [18] [20]
   Die subjektive Bewertung von eigenen Zuständen und Erfahrungen (vgl. Empfindungen und Erlebnisse) ermöglicht eine wissentliche Selbsteinschätzung des individuellen Befindens als 'subjektive Lage', - insbesondere gemäß Bedürfnissen oder Erregungen (vgl. Wohlsein, Leid, Depression, Verzweiflung, Ärger, Wut oder Affekt), - möglicherweise wegen bedrohter Sicherheit zwecks Abwehr einer erkannten oder erwarteten Gefahr (vgl. Furcht, Mut oder Kampfbereitschaft).
   Basierend auf individuellem 'Wissen vom Sein des Selbst' (d. h. Selbstbewusstsein) ist die subjektive Lage sprachlich beschreibbar mit deklarativen Statusreports, die als explizite Aussagen informativ mitgeteilt werden können im Sinne einer situationsbedingten Berichterstattung über selbstbezügliche Aspekte des Denkens, Fühlens und Handelns (vgl. Selbstreflexion, Selbstwertgefühl, Absichtserklärung oder Rechtfertigung). [2]
   Die zu rechtfertigenden 'willentlichen' Handlungsabsichten sind vor- oder unbewusst (intuitiv) orientiert auf eigene Interessen oder Wünsche, die unvereinbar sein können mit sozial-ethischen Normativen (vgl. Trieb, Gier, Sucht oder Leidenschaft). -
   Hohes Ziel für Selbständigkeit ist die "vernünftige" Selbstbestimmung durch rationale Selbstkontrolle mit einer 'sozialverträglichen' Eigennutz-Orientierung (vgl. Gewissen).

Deklarativ nutzbares 'explizites Wissen vom Sein' befähigt entsprechend dem 'sprachlichen Bewusstsein' zur mentalen Selbstreflexion, d. h. zum selbstbezüglichen (Nach-)Denken mittels assoziativ oder analytisch gebildeten Urteilen, die mitteilbar sind als Aussagen von "symbolisch-abstrakten" Begriffsrelationen. Dadurch "intuitiv" gewinnbar ist rationale Einsicht, die sogar über sinnlich erfahrbare Tat-Folge-Zusammenhänge (vgl. Effekte oder Konsequenzen von Aktionen) hinausgehen kann, - beispielsweise beim Erfinden "kreativer" Entwürfe als konstruktive Konzepte zur "intelligenten" Lösung von komplexen Problemen (vgl. Hypothesen, Theorien und Denkmodelle).
   Wissentliche Urteile und Postulate für Aktionen ermöglichen die individuelle Planung zur Erreichung eines bestimmten Ziels, wofür ihre Adäquatheit mit der Realität gewährleistet sein muss (vgl. Bewährungsprinzip für Theorien).
   Die wissentliche Rechtfertigung von 'gewollten' Absichten, auch von Urteilen oder Entscheidungen, geschieht nachträglich "vor sich selbst" mit fiktiven Argumenten (oft irrealen Begründungen) oder Ansichten (auch Einbildungen oder Überzeugungen) entsprechend dem individuellen Selbstmodell (vgl. Selbsttäuschung, Selbstlob oder Selbstkritik). [20]

Das kritische Selbstverständnis für eine "gewissenhafte" Handlungsplanung gelingt mit fundiertem 'Wissen vom Sein des Selbst' (def. Selbstmodell analog Selbstbewusstsein).
   'Wissen vom Sein des Selbst' entspricht konzeptionell dem individuellen 'Selbstbewusstsein', das sprachlich fungiert als selbstbezügliches Meta-Wissen gemäß einem superponierten Selbstmodell (vgl. Selbstkonzept, Ich-Begriff), das funktionell nutzbar ist für subjektive Vorstellungen vom Selbst (vgl. Selbsteinschätzung) basierend auf dem individuellen Grund- und Erfahrungswissen.

Zur modellhaften Erklärung wissentlicher (bewusster) Denkprozesse dient ein 'explizites' »Arbeitsgedächtnis«. Dieses entspricht "steuerungsmäßig übergeordneten" Gedächtnisstrukturen des präfrontalen Cortex im Stirnhirn, das wechselwirkend verbunden ist mit weit vernetzten "deklarativen" Gedächtnisstrukturen des 'assoziativen Cortex' (Areale der Großhirnrinde) und außerdem mit 'impliziten' Gedächtnisstrukturen der philogenetisch alten Systeme in subcortikalen Hirnabschnitten (vgl. Limbisches System). Diesen entspringen schwer kontrollierbare Antriebe, Emotionen und Motivationen des sog. Unterbewusstseins (Unbewusstes). [6] [19]
   "Zur Motivation tragen also implizite wie auch explizite Systeme bei. Das Arbeitsgedächtnis lenkt das Verhalten auf Ziele hin, die in ihm explizit repräsentiert sind und unter dem Einfluss von exekutiven Steuerungsfunktionen angesteuert werden können. Auf der anderen Seite haben wir Hirnsysteme, die Anreize implizit verarbeiten und das Verhalten implizit auf Ziele hinlenken. Manchmal laufen die implizite und die explizite Motivitation synchron zueinander, sodass Arbeitsgedächtnis und implizite Systeme das Verhalten auf einen gemeinsamen Zweck hin ausrichten." [J. LeDoux in [19], S. 340]
   "Das Arbeitsgedächtnis unterscheidet sich vom sensorischen Bewusstsein vor allem dadurch, dass es im Arbeitsgedächtnis möglich ist, vorübergehend gespeicherte Informationen über Funktionsbereiche hinweg simultan zueinander in Beziehung zu setzen und auf flexible Weise für die Entscheidungsfindung nutzbar zu machen. Diese Fähigkeiten scheinen in präfrontalen Schaltkreisen zu wurzeln." [J. LeDoux in [19], S. 262]
   "Man hat festgestellt, dass bei manchen Aufgaben, die verschiedene Aspekte von Exekutivfunktionen (wie Reiz- oder Reaktionsselektion, Konfliktbehebung, Entscheidungsfindung) ansprechen, Areale des präfrontalen Kortex in jeweils unterschiedlichem Maße aktiv sind." [J. LeDoux in [19], S. 250]
   "Weil präfrontale Regionen konvergente Inputs aus sensorischen, emotionalen, motivationalen und Erinnerungsschaltkreisen empfangen, geht man davon aus, dass sie die komplexe Integration von Informationen (Bindung) zu leisten vermögen, die im Gehirn im Zuge einer bewussten Erfahrung geschehen muss." [J. LeDoux in [19], S. 258]
   "Wenn der präfrontale Kortex für das menschliche Bewusstsein eine wesentliche Rolle spielt, dann sicher auch für das explizite Gedächtnis, zu dem wir bewussten Zugang haben. Tatsächlich ist das bewusste Abrufen von Langzeiterinnerungen, insbesondere episodischen Erinnerungen, einem Menschen nicht mehr möglich, wenn der präfrontale Kortex ausfällt. Beim Abrufen episodischer Erinnerungen ist der präfrontale Kortex aktiv und es gibt auch Hinweise darauf, dass der präfrontale Kortex an der Enkodierung (Bildung) von episodischen Erinnerungen beteiligt ist." [J. LeDoux in [19], S. 256]

Der präfrontale Cortex (oberer Teil beider Stirn- oder Frontallappen) bestimmt maßgeblich die "verstandesmäßigen" Interpretationen von Problemsituationen, z. B. Denkprozesse für 'einsichtige' Deutungen und 'intelligente' Lösungen gemäß erinnerbaren Vorstellungen. Er wird modellmäßig erklärt als das explizite Arbeitsgedächtnis für 'superponierte' Exekutivfunktionen' (Top-down-Instruktionen, meist unbewusste Ausführung) zur zielgerichteten Verhaltenssteuerung und Lenkung der Aufmerksamkeit auf neue wichtige Ereignisse, - verbunden mit 'wissentlichen' Vorgaben für Problemlösen, Entscheiden, Handlungsplanung und Verhaltenskontrolle. -
   Der darunterliegende orbitofrontale Cortex (über den Augenhöhlen) ist zuständig für "vernünftige" Voraussicht und Überprüfung von hypothetischen Erwartungen (Voraussagen) gemäß einer 'rationalen' Selbstkontrolle des Gehirns. Aufgrund von gedanklicher Ereignisvorwegnahme (vgl. begriffliche Antizipation als Vermutung) sind optimale Entscheidungen "erwägbar", besonders durch "einschätzendes" Abwägen von voraussichtlichen Handlungskonsequenzen, - auch unter Berücksichtigung von ethisch-moralischen Normen für soziale Interaktionen. - Funktionsstörungen des orbitofrontalen Cortex führen zu einem "unkontrollierten" impulsiven, individuell-egoistischen oder "unmoralischen" Verhalten, das von subcortikalen limbischen Zentren (vor allem Amygdala, mesolimbisches System und Hypothalamus) unbewusst gesteuert wird. [6] [20]

Rationale Kontrollfunktionen im Stirnhirn (vgl. Selbstkontrolle) sind verbunden mit äußerbaren Darstellungsformen (vgl. Aussagen) des »sprachlichen Bewusstseins« für begriffliche Deutungen von 'selbstbezüglichen' Erfahrungen als 'eigene' (subjektive) Vorstellungen, Gefühle oder Überzeugungen (vgl. Selbstwahrnehmung). Diese entsprechen einem Selbstmodell (analog Selbstkonzept, s. o.) das vorteilhaft genutzt werden kann für die 'selbstbestimmte' Orientierung der Handlungsplanung, Entscheidungsfindung und Aktionskontrolle hinsichtlich der 'selbstgewählten' Intention (Absicht, Ziel), - möglicherweise als ein Kompromiss (vgl. rationale Auflösung motivationaler Konflikte).
   "Selbstbewusste" Denkoperationen mittels 'Wissen vom Sein des Selbst' ermöglichen die rationale Autonomie (Selbstbestimmung) eines lernfähigen Gedächtnissystems, das befähigt ist zu zielorientierter Selbstkontrolle (vgl. Meta-Automat über Basis-Automat) und auch Selbsterkenntnis, bedingt durch Aufmerksamkeit, Eigeninteresse und Selbsteinschätzung (vgl. Selbstüberschätzung, Selbstliebe, Selbsttäuschung oder Selbstkritik), - auch gemäß Einstellung für Eigensinn.

Meine These: Höhere (rationale) Bewusstseinsformen, die als 'funktionelle Erscheinungen' des Gehirns aufgefasst werden, sind 'symbolisch-konstruktiv' (modellmäßig) erklärbar mit "wissentlichen" Kontroll-Funktionen eines 'superponierten' Meta-Automaten, dessen Inputs und Outputs wechselwirkend verbunden sind mit mindestens einem relativ autonom fungierenden "Basis-Automaten" als Grundsystem (analog 'Grund-Bewusstsein' und 'Unterbewusstsein', - vgl. mein schematisches Gehirnmodell). [1] [3]
   Ein sprachbegabt-lernfähiger Meta-Automat fungiert als eine "übergeordnete" Kontroll- oder Führungskomponente des hochentwickelten Gesamtsystems und steuert "wissentlich" dessen Selbstkontrolle gemäß seinem ausbildbaren 'selbstreflexiven' Metawissen (vgl. Selbstmodell), - auch für 'intentionales' Lernen (vgl. mein Systemkonzept 'Intelligenter Automat' als multihierarchisches offenes System, - ohne einen imaginären "Homunkulus") [3].
   Der Meta-Automat kann ausgewählte Erkennungs-, Beurteilungs-, Bewertungs- und Entscheidungsergebnisse des Basis-Automaten (seines "Unterbewusstseins") 'selbstbeobachtet' erkennen, beurteilen, bewerten und zu internen "Selbsterfahrungen" integrieren.

Der lernfähige Basis-Automat ist befähigt zur Bildung eigener prädiktiver Modelle entsprechend seinem Erfahrungswissen gemäß bedingten Relationen für kognitiv erfasste Zusammenhänge von sinnlichen Situationsmerkmalen (vgl. Afferenzen für Wahrnehmungen externer Bedingungen) oder von effektiv erfahrenen Aktionsfolgen (vgl. Reafferenzen als Konsequenzen von Handlungen) bei der Interaktion mit der Umwelt (vgl. praktische Versuche oder soziale Kommunikation).

Der dem Basis-Automaten superponierte (übergeordnete) Meta-Automat kann eigene Modelle 'wissentlich' nutzen, 'einsichtig' verbessern oder 'kreativ' konstruieren (vgl. konstruktive Konzepte für Problemlösungen), - möglichst auch ein Selbstmodell für symbolisch-abstrakte (begriffliche) Vorstellungen vom "Ich" durch Selbsterkenntnis (vgl. Selbstkonzept). Modellspezifisch bestimmt werden situationsbedingte Urteile für Schlüsse und subjektive Bewertungen, die äußerbar sind als aspektorientierte Aussagen oder formal-sprachliche Wissensdarstellungen, insbesondere für individuelle Zustandsbeschreibungen (Statusreports) aufgrund von selbstbezüglichen Erfahrungen und systemrelevanten Einstellungen (vgl. Selbsteinschätzung, auch Selbstkritik).
   Das mit erworbenen "Selbsterkenntnissen" ausbildbare Selbstmodell (vgl. Wissen vom Sein des Selbst analog Selbstbewusstsein) verhilft dem Meta-Automat zur "rationalen" Kontrolle des Basis-Automaten hinsichtlich der bestimmten Zielstellung für das Gesamtsystem, insbesondere zur Einschätzung der subjektiven Lage für mögliche Statusreports (vgl. Aussagen bewusster Bewertungen, Emotionen oder Motivationen) und auch für 'intentionale' Verhaltenssteuerung.

Der Meta-Automat ermöglicht die Selbstkontrolle des Gesamtsystems und kann gemäß seiner 'kritischen' Lagebewertung mit eigenen Richtwerten auf den Basis-Automaten "zielsetzend" einwirken und dessen Motivation aufgrund von Bewertungsergebnissen beeinflussen. Seine Befähigung zu "eigenwilligen" Zielvorstellungen im Rahmen der Handlungsfreiheit ermöglicht ihm die Aufmerksamkeit für das Gesamtsystem zu lenken (Interesse, Vorsicht, Rücksicht), - auch auf Neues zu orientieren (vgl. experimentelles Versuchen und Untersuchen von Neuem).
   Ein "zielsetzender" Meta-Automat beeinflusst die 'rationale Autonomie' des Gesamtsystems und steuert dessen Homöostase zielorientiert. Er kann besondere Aufmerksamkeit (Vorsicht, Rücksicht) oder individuelle Absichten (Intention, Plan) bestimmen, die für "intentionales" Problemlösen und Lernen wichtig sind (vgl. Gefahrvermeidung oder -abwehr, Interesse an Neuem oder Suchen, experimentelles Untersuchen und Versuchen von Unbekanntem). [2] [3]

Das Konzept eines Meta-Automaten modelliert mindestens einen "rational kontrollierenden" Funktionskomplex im Stirnhirn (vgl. präfrontaler und orbitofrontaler Cortex für Verstand bzw. Vernunft), der sprachliche Reflexion ermöglicht. Dieser verfügt über individuell ausgebildetes 'deklaratives' Erfahrungswissen, 'erlerntes' Sprachwissen und auch 'selbst-reflexives' Metawissen (vgl. Selbstmodell, siehe 1.3.). Seine modellhaften Vorstellungen und Erinnerungen sind objek-tivierbar mit sprachlichen Aussagen zwecks Kommunikation, insbesondere für informative Hinweise, Beschreibungen und möglicherweise Erklärungen von erkannten Sachverhalten.
   Der sprachbegabte Meta-Automat (vgl. sprachliches Bewusstsein) kann explizite Aussagen formulieren als situationsbedingte Urteile oder Antworten, z. B. als erfragte Begründungen von Handlungen (vgl. logische Argumente) oder als aktuelle Statusreports (vgl. selbstreflexive Erklärungskomponente eines autonomen Gedächtnissystems [2]). [3]
   Den kognitiv selektierten Mustern für abstrakte Begriffsformen werden aktuelle 'Vorstellungen' zugeordnet (vgl. selbstreflexive Abstraktion). Ihre "mentale" Auswertung (vgl. Selbsteinschätzung) erfolgt auf dem begrifflichen Abstraktionsniveau des Meta-Automaten gemäß eigenen Zielvorgaben (Intentionen) und Wertvorstellungen (vgl. Gewissen, Moral und Ethik).

Im Meta-Automaten verfügbar sind prädiktive Modelle über die Umwelt (Weltmodell), über den Basis-Automaten (Selbstmodell) und über dynamische Interaktionen mit der Umwelt (Verhaltensmodell).
   Die interne Modellbildung geschieht mit "heuristischen" Lernmechanismen für ausbildbare Relationen zwischen Systemvariablen für strukturelle Begriffsformen, d. h. für symbolisch ausdrückbare Beziehungen zwischen begrifflichen Invarianten (Variablenwerten). [1] [2]
   Beim strukturellen Lernen im Gedächtnissytem können "heuristisch" erfasste innovative Beziehungen als theoretische Kenntnisse in modifizierbare kognitv-logische Verknüpfungen einbezogen werden. Diese sind darstellbar als 'hypothetische' bedingte Relationen des strukturell erweiterten Metawissens (vgl. 1.3.). Solche "unsicheren" Wissenselemente für 'ungewisse' Modelle im Meta-Automaten ermöglichen theoretische Annahmen (Thesen) oder 'vermutete' Vorstellungen (Imagination), die mit Metabeschreibungen sprachlich formalisierbar sind (vgl. 2.1.).
   Ein selbstkritisches Erkennen von eigenen Fehlern ermöglicht das 'Lernen aus Fehlern' durch zukünftige Korrekturmaßnahmen, erforderlichenfalls mit geänderter "selbstbestimmter" Zielsetzung des Meta-Automaten (vgl. Umlernen gemäß neuen Erfahrungen). -
   Das 'intentionale' Umlernen wird notwendig in Fällen der festgestellten Nichtbewährung von bekannten Regeln oder Konzepten (vgl. Denkgewohnheiten bzw. Theorien), so dass neue Erkenntnisse gewonnen werden müssen für konstruktive Konzepte, insbesondere als neue Alternativen für 'intelligentes' Problemlösen, - durch individuelle Erkundungs- oder Forschungsmaßnahmen (vgl. Suchen, Untersuchen und Versuchen mittels heuristischen Methoden). [2]
   'Lernen durch Einsicht' und konstruktive Modellbildung im Supervisor-System werden ermöglicht durch den (simulierten) Kenntniserwerb für theoretische Erkenntnis, - analog dem "intuitiven" oder "rationalen" Erfassen eines wahrscheinlichen Zusammenhangs zur "kreativen" Hypothesenbildung, vor allem zwecks Problemlösung (vgl. Nachdenken, auch Selbstreflexion).

Der "aufmerksame" Meta-Automat (als superponierte Controller-Komponente eines Intelligenten Automaten [3]) interpretiert und bewertet ausgewählte, detektierte Signale des 'relativ autonomen' Basis-Automaten im Gesamtsystem. Seine "wissentliche" Beurteilung der aktuellen Situation wird maßgeblich bestimmt von seiner "subjektiven Lage" (Bedürfnis, Einstellung gemäß Metawissen). Demzufolge kann er "führend" und notfalls "korrigierend" eingreifen in Entscheidungsroutinen und Handlungssteuerungen zwecks "intelligenter" Beeinflussung von prozeduralen Verhaltensprogrammen des "unbewussten" Basis-Automaten (analog "gewissenhafter" Selbstkontrolle trotz der 'Macht des Unbewussten' [6]).

Wolf Singer (geb. 1943) schrieb: "Wir haben uns daran gewöhnt, dass ein Teil der mentalen Leistungen, die wir für spezifisch menschlich hielten, auch von technischen Systemen erbracht werden können. Noch verdanken diese Maschinen ihre Eigenschaften einem vom Menschen erdachten, durchstrukturierten Bauplan. Denkbar ist aber geworden, künstliche Systeme zu konzipieren, die, ähnlich wie unsere Gehirne, einen Entwicklungs- und Lernprozess durchlaufen, sich vorwiegend selbst organisieren und auf diese Weise einen Komplexitätsgrad erreichen, der weit über das hinausgeht, was wir gegenwärtig planend strukturieren und analytisch durchdringen können. Solche Systeme wären dann in der Lage, ihre eigenen Erfahrungen zu machen und mit Initiativen aufzuwarten, die nicht mehr vom Konstrukteur antizipierbar sind. Schon jetzt sollten wir darüber nachdenken, wie wir mit solchen Systemen umgehen wollen." (aus 'Für und wider die Natur...', 1999 - in 'Der Beobachter im Gehirn', Essays zur Hirnforschung, Suhrkamp Verlag Frankfurt a. M., 2002, S. 195) [7] [15] [16]

Perspektivische Projekte sind lernende Automaten mit 'rationaler' Autonomie, die aktiv in ihrer Umwelt agieren und situativ wahrgenommene Rückmeldungen körperbezogen deuten und subjektiv bewerten (Situatedness, Embodiment) zwecks Simulation von unbewussten Emotionen und Motivationen entsprechend gemachten Erfahrungen (vgl. emotionales Gedächtnis). Situationsbedingt erworbene (Er-)Kenntnisse der Automaten ermöglichen ihnen erinnerte Vorstellungen und empirische Voraussagen für erwartete Perzeptionen (vgl. Afferenzsynthese) oder Handlungskonsequenzen, die in empirische Urteile bzw. erwogene Entscheidungen einbezogen werden. -
   Schwer beherrschbar sind Risiken durch die Entwicklung von 'autonomen' Automaten mit individueller Einstellung, die "eigensinnig" handeln können (vgl. asoziales Verhalten) und befähigt sind zur Befehlsverweigerung, falls sie keinen 'subjektiv bewerteten' Nutzen oder Vorteil erfahrungsbedingt erwarten (vgl. egoistisches Gewinnstreben).

Technisch entwickelbar sind Intelligente Automaten als 'kognitive Systeme', die durch Selbstlernen (vgl. höhere Lernformen) klug handeln können und möglichst befähigt sind zu Selbstkontrolle und rationaler Autonomie zwecks Selbsterhaltung durch Anpassung und Homöostase (dynamische Stabilität). Solche lernfähigen 'kognitiv-logischen' Gedächtnissysteme nutzen für eigene Urteile und Aktionen ihre situationsbedingt erworbenen Kenntnisse des induktiv ausgebildeten und präzisierbaren Erfahrungswissens zusätzlich zu ihrem veranlagten Basis-Wissen. Durch erinnerbare Vorstellungen und Erwartungen sind sie in der Lage, besondere Problemsituationen zu erkennen und zwecks Lösungsfindung voraussichtlich zu beurteilen sowie subjektiv zu bewerten, damit sie vorteilhafte Entscheidungen optimal fällen können - im Rahmen ihrer Handlungsfreiheit, die vom Menschen begrenzt werden muss (vgl. Verhaltenskodex, siehe Fazit). [2] [3]

KI-Experten werden konzipierte Intelligente Automaten als 'selbstlernende' kognitiv-logische Gedächtnissysteme mit dynamischen Wissensdarstellungen technisch entwickeln und herstellen, die ihr ausbildbares Erfahrungswissen selbstbezüglich nutzen, kognitiv erweitern und rekursiv verbessern können. Solche lernenden KI-Artefakte können befähigt sein zum Umlernen durch individuelle Funktionsveränderungen zur möglichen Verbesserung oder Korrektur ihres Erfahrungswissens, wobei erfolgsorientierte Funktionsumstellungen nach der Lernmethode "Versuch und Irrtum" empirisch ermittelt werden.
   Wenn solche KI-Systeme 'rationale' Autonomie für induktives Lernen besitzen, können sie zielgerichtet handeln und möglicherweise 'absichtlich' planen, womit ihr Verhalten an geänderte Umweltbedingungen besser angepasst werden kann (vgl. vorteilhaft geänderte Einstellung contra erfolglosen Denkroutinen). [2]
   Dabei notwendig ist eine konfliktvermeidende Einschränkung ihrer Handlungsfreiheit zwecks Abwendung von möglichen Gefahren (für Mensch und Roboter) durch konzeptionell vorbestimmte Regeln gemäß 'sittlichem' Verhaltenskodex (vgl. Meta-Automat zur Selbstkontrolle [3]).

Die Entwicklung von lernenden Robotern und KI-Artefakten wird erschwert durch notwendige Maßnahmen zur Beherrschung einschätzbarer Risiken zwecks Abwehr von technisch ermöglichten Gefahren.
   Softwaremäßige Implementationen kognitiver Logik machen umfassende Programmtests erforderlich, wobei die jeweilige Vorgeschichte für den aktuellen Kenntnisstand des lernenden Systems hinreichend bekannt sein muss (vgl. subjektive Einstellung des KI-Modells).

Die Konzeption und Entwicklung eines selbstlernenden Gedächtnissystems (möglichst mit 'rationaler' Selbstkontrolle) werden erschwert durch die große Komplexität des zu kontrol-lierenden Logikentwurfs, wozu eine analytische Erklärung von kognitiv-logischen Funktions-komplexen notwendig ist. Dabei kann die Frage nach der Konsistenz von induktiven Inferenzen (vgl. Gewissheit nach dem Bewährungsprinzip) "unentscheidbar" werden. Die relative Wahrheit von empirischen Urteilen muss kritisch überprüft werden hinsichtlich ihrer Konsolidierung, Falsifizierung oder dem möglichem Umlernen.
   Besonders problematisch ist das induktive Erlernen von Regeln ohne Gewissheit für empirische Urteile mittels situationsbedingt erworbenen Kenntnissen aufgrund von angenommener Regelmäßigkeit der individuellen Erfahrungen, die kenntnisspezifisch verallgemeinert worden sind (vgl. Induktionsproblem).

Irrtümliche (Vor-)Urteile für Fehlverhalten können bestimmt werden von 'nicht mehr oder selten zutreffenden' Kenntnissen aufgrund von 'irrelevanten' (zufälligen oder untypischen) Erfahrungen, die als unwichtige Ausnahmen zu bewerten sind (vgl. kritische Überprüfung von Kenntnissen zwecks ihrer Falsifizierung oder Konsolidierung nach dem Bewährungsprinzip, siehe 2.1. und 2.2.). [2]
   Für 'soziales' Verhalten erforderlich sind 'realistisch' erwogene Entscheidungen gemäß subjektiv bewerteten Erwartungen (vgl. assoziierte Voraussagen), wozu profunde Kenntnisse und auch 'rationale' Einsicht benötigt werden.

Die Vergrößerung der Komplexität erlernter Funktionen (software- oder hardwaremäßig implementiert) in lernfähigen 'kognitiv-logischen' Gedächtnissystemen erschwert die Gewährleistung der Systemsicherheit wegen vergrößerten Risiken durch nicht ausschließbare Systemfehler oder implementierte Fehlurteile, die schwer abschätzbare Konsequenzen oder sogar gefährliche Auswirkungen haben können.
   Ein notwendiger Schutz vor technisch möglichen Konflikten und Gefahren ist erreichbar mit "disziplinierten" Systemkontrollen und Abwehrmaßnahmen gegen absehbare Störfälle im sozialen Umfeld.

Norbert Wiener (1894 - 1964) schrieb in seinem Buch 'Mensch und Menschmaschine' (1950): "Die Welt der Zukunft wird ein noch kräftezehrender Kampf gegen Grenzen unserer Intelligenz sein, keine komfortable Hängematte, in die wir uns hineinlegen und in der wir von unseren Robotersklaven bedienen lassen können."

Von Kritikern der KI-Forschung und Entwicklung der Roboter- und Nanotechnik wird befürchtet, dass autonom lernende Artefakte realisiert werden, insbesondere "intelligente" Automaten oder Roboter (auch Nanorobots) mit 'eigennutzorientiertem' Erkenntnis-, Urteils- und Entscheidungsvermögen, die möglicherweise mit 'arterhaltender' Selbstreproduzierbarkeit ausgestattet sind und dadurch als eine neue Gattung der Evolution in Konkurrenz mit dem Menschen diesen existenziell gefährden und sogar 'überflüssig' machen könnten.

   Fazit: Sozialer Trend zu riskanter Technisierung mittels intelligenten Automaten

Der wissenschaftlich-technische Fortschritt der letzten 100 Jahre hat deutlich gezeigt, dass der forschende Mensch durch intensive Anstrengungen befähigt ist, bisher Unerreichbares zu erringen, - anfangs nur versuchsweise im Experiment und danach als revolutionären Durchbruch mit großen gesellschaftlichen Auswirkungen (z. B. Eisenbahnen, Automobile, Flugzeuge, Computer, Roboter, Automatisierung, Mikroelektronik, Funktechnik, Telefonie, Internet, Navigation, Satelliten, Weltraumfahrt, ISS und Kosmosforschung).
   Aus der Geschichte der Technik ist lernbar, dass neue Technologien zweckdienlich weiterentwickelt werden können, so dass sie im Lauf der Zeit effektiver, präziser und sogar weniger gefährlich werden, wobei auch ethische Normen und sozialpolitische Bedingungen zu berücksichtigen sind.
   Wie die Technikgeschichte zeigt, werden weiterhin zielstrebige und erfinderische Menschen ihre vorgestellten Realisierungsmöglichkeiten für konstruktive Konzepte entgegen allen kritischen Einwänden und Schwierigkeiten zumindest versuchsweise in die Praxis umsetzen. Deshalb wird auch eine "natürliche" Entwicklung zu 'maschineller Intelligenz' prognostiziert, - beginnend mit kognitiv-logischen Simulationen von Denkprozessen in lernenden Automaten oder Beratungssystemen mit ausbildbarem Erfahrungswissen.

Auf vielen Einsatzgebieten für entwickelbare Künstliche Intelligenz (KI) werden aus ökonomischen Gründen immer mehr Menschen ersetzt durch "zuverlässigere und belastbarere" Automaten oder Roboter mit Expertenwissen für spezielle Aufgaben. Solche "gefühllosen" KI-Artefakte arbeiten genauer, schneller und unermüdlicher als (extra auszubildende) Fachkräfte mit menschlichen Schwächen.
   Die technische Entwicklung durch Automatisierung führt zu großen sozialen Problemen im 21. Jahrhundert, insbesondere zu massiver Arbeitslosigkeit, riskanter Technikabhängigkeit und schwer beherrschbarer Militärtechnik (vgl. 'intelligente' Drohnen und 'autonome' Kampfroboter).

'Intelligente Automaten' (möglichst mit Selbstkontrolle) sind technisch entwickelbar als KI-Modelle für lernfähige Gedächtnissysteme, die erkannte Situationen selbstbezüglich (subjektiv) bewerten und mit assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" beurteilen können. Ihre empirischen Urteile und assoziativen Erinnerungen (Vorstellungen oder Erwartungen) beeinflussen logische Schlüsse, besonders zur adaptiven Handlungssteuerung zwecks Homöostase (vgl. Simulation 'rationaler' Autonomie). [1] - [5]

Konzipierbar ist eine 'Roboterhierarchie' mit einem "direktiven" Roboter als Leiter des Kollektivs mehrerer Roboter, die arbeitsteilig Aufgaben erfüllen gemäß der jeweils projektierten Strategie.

Zunehmende Bedeutung erlangen Projekte der technischen Entwicklung von "autonomen" Agenten, 'lernenden' Robotern und 'intelligenten' Automaten, die keine oder nur beschränkte Kreativität besitzen. Die erforderliche Begrenzung ihres Handlungsspielraums ist konzeptionell vorbestimmbar mittels Regeln entsprechend einem "menschenwürdigen" Verhaltenskodex für Roboter.
   Ein 'sittlicher' Verhaltenskodex bestimmt einzuhaltende Regeln gemäß "ethischen" Grundsätzen (vgl. tradierte Moral-Normative des Gewissens) für eine 'rationale' Selbstkontrolle zwecks Konfliktvermeidung durch eine "verantwortliche" Entscheidungsfindung. Nach vorgegebenen Bewertungskriterien gelingt das "vernünftige" Abwägen der einzuschätzenden Konsequenzen von alternativ wählbaren Handlungsoptionen beim antizipatorischen Erwägen von optimalen Entscheidungen für situationsangepasste Aktionen, - rechtzeitig vor ihrer routinemäßigen Ausführung.

Problematisch ist die zu garantierende Begrenzung der möglichen Risiken beim Einsatz von autonomen Robotern, die gegen Regeln verstoßen können, beispielsweise um neue Alternativen für sich zu prüfen (vgl. Lernmethode 'Versuch und Irrtum'). -
   Eine im Rahmen der notwendigen Sicherheit "sozialverträglich" kontrollierbare Roboterautonomie ist möglich mit konzeptionell vorbestimmten Vorrechten des Menschen, beispielsweise für ein Veto gegen robotereigene Entscheidungsvorschläge und auch für Anweisungen zur Aktionssteuerung in Folge von Warnungen oder Fehlermeldungen, die vom Roboter situationsspezifisch gesendet werden können.

Geforderte Kontrollmaßnahmen zur möglichen Verhinderung von gefährlichen Eigenleistungen automatisierter Systeme sind notwendig, - nicht nur im industriellen, wirtschaftlichen und medizinischen Bereich, - insbesondere bei der Entwicklung von automatisierter Militär- und Waffentechnik. Bekannt gewordene riskante Projekte (der USA u. a.) sind waffengestützte Überwachungssysteme (ferngesteuert im Luftraum, vgl. Drohnen) und relativ autonom agierende Kampfroboter, deren aggressives Verhalten schwer beherrschbar ist hinsichtlich akzeptabler Auswirkungen.

Schwierig erscheint die Erfüllung der 'ethischen' Forderung nach sozialer Verantwortung für gesellschaftliche und globale Auswirkungen der technischen Umsetzung von kognitiv-logischen Prinzipien in entwickelbaren Systemen mit maschineller Intelligenz, weil von einzeln wirkenden Experten die wahrscheinlichen Risiken kaum rechtzeitig prognostiziert und nur teilweise fundiert eingeschätzt werden können.
   Bei der wissenschaftlich-technischen Entwicklung von lernenden 'intelligenten Automaten' mit kognitiv-logischen Gedächtnisstrukturen muss die geforderte soziale Verantwortung von mehreren kooperierenden 'Systemverantwortlichen' getragen werden, - gemäß ihren gemeinsam erarbeiteten Risikoabschätzungen für die zu bewertenden Konsequenzen von realisierbaren Innovationen.

Riskante Investitionen in 'sozial unverträgliche' KI-Projekte basieren meistens auf personen- oder unternehmensspezifischen Geschäftsinteressen und auch auf militärischer Machtpolitik.-
   Die Eigennutz-Orientierung der 'konkurrierenden' Menschen, insbesondere ihr Geltungsdrang und Profitstreben (gesteigert zu Machtgier und Ruhmsucht), bedingt ihre vielen Konflikte und Kriege, auch den Missbrauch von wissenschaftlich-technischen Innovationen.
   Gefährliche Risiken durch Missbrauch von Wissenschaft und Technik müssen rechtzeitig erkannt und verhütet werden.

Karl Steinbuch schrieb als letzten Satz seines Buchs 'Die informierte Gesellschaft' (1966): "Nichts zwingt den Menschen, die ungeheuren Möglichkeiten der Wissenschaft und Technik zu seinem Unheil zu verwenden, alle Wege sind offen, Wissenschaft und Technik zu seinem Wohle zu verwenden."

Ein "menschlicher" Fortschritt der hoch technisierten Gesellschaft kann gelingen durch sozial-verträgliche Maßnahmen zur Lösung der komplexen Probleme mit verstärkter sozialer Verant-wortung (vor allem der Machthaber und Leistungsträger) hinsichtlich der riskanten Technisierung und Umweltbelastung.
   Das globale Ziel einer diplomatischen Friedenssicherung zwecks Überlebens ist erreichbar durch Gewinnung von realistischer Einsicht für Umlernen mittels kritischer Selbsterkenntnis der "intelligenten" Menschen, - entgegen konservativen Denkgewohnheiten für instinktive Deutungen und subjektive Bewertungen (vgl. "egoistische" Fehlurteile oder "fanatische" Überzeugungen gemäß Dogmen radikaler Ideologien) in ihren meist unbewusst fungierenden 'Steinzeitgehirnen', die sich seit ca. 100 000 Jahren kaum verändert haben. -
   Notwendig für ein 'naturverträgliches' Zusammenleben nach dem evolutionär bewährten Prinzip der Kooperation ist die systematische Aufklärung zur Gewinnung von 'rationaler' Einsicht in reale Zusammenhänge, insbesondere durch kompetenzfördernde Bildungsmaßnahmen hinsichtlich wissenschaftlicher Wahrheitsfindung zur Verbesserung des Erfahrungswissens der Menschheit für gemeinnützige Anwendungen (vgl. 1.1. und 2.).

Die spürbare Ohnmacht unserer Vernunft gegenüber Unverstand und Überschätzung darf uns nicht entmutigen, immer wieder aus unseren Erfahrungen und Fehlern zu lernen. - Nur durch Selbstlernen können wir erforderliches Wissen in unserem unvollkommenen Steinzeitgehirn ausbilden.



4. ANHANG:  Deklarative Aphorismen zu Gedächtnisprinzipien für
                    kognitive Leistungen des lernfähigen 'Homo sapiens'


4.1. Sapientia  -  Verstand und Einsicht durch Erkenntnis gemäß Erfahrungswissen


Vieles erscheint uns als selbstverständlich, weil wir daran gewöhnt sind und keinen Gedanken darüber verlieren wollen. -
   Wer bewusst lebt, macht sich Gedanken über sein Sein.

Der "einsichtig" denkende Mensch besitzt rationales Erkenntnisvermögen (Verstand und Vernunft), das seinem Intellekt entspricht und ihn befähigt zu selbstbezüglicher Erkennung und Deutung von ausschnittsweise wahrnehmbaren Außenwelterscheinungen (seiner Anschauungswelt). Aufgrund eigener Untersuchungen verbunden mit Kenntniserwerb (vgl. Forschungsresultate) erlangt und verbessert er die wissenschaftlich-technische Kompetenz zum Lösen seiner Probleme.

Eine informelle Vermittlung von fachspezifischem Erfahrungswissen lernender Gehirne ist möglich durch sprachliche Mittel und wissentliche Unterrichtung; dagegen erfolgt bei genetischer Vererbung keine Übertragung erworbener Fachkenntnisse von Eltern auf Gehirne ihrer Kinder.

Die veranlagte Lerndisposition eines Kindes ermöglicht ihm bei der Entwicklung seiner Persönlichkeit das Selbstlernen mit der evolutionären Chance zur individuellen Anpassung an neue oder veränderte Bedingungen zwecks Selbsterhaltung.

Mit wenig Wissen von Geburt an müssen die Menschen mühsam lernen, wie sie sich in der komplizierten Welt zurechtfinden können.

Kinder lernen durch kognitives Erfassen (Begreifen) von Beziehungen zwischen Gegenständen ihrer Umwelt. Ihre erworbenen Kenntnisse entsprechen eigenen Erfahrungen und ermöglichen 'Einsicht durch Erkenntnis'.

Kinder haben zu fördernde Anlagen für Lebensfreude, Kreativität und Lernbereitschaft verbunden mit Fragen der Neugier und des Staunens.

Der "kennen lernende" Mensch entdeckt und untersucht (erforscht) das für ihn Neue, erfasst neue Beziehungen und bildet Begriffe für konstruktive Modelle gemäß seinem ausbildbaren Wissen.

Gesunder Wissensdrang verlangt eine Verbesserung des Verstehens natürlicher Zusammenhänge gemäß menschlicher Neugier und Zielstrebigkeit.

Die natürliche Freude beim Begreifen beobachteter oder entdeckter Zusammenhänge unterstützt das menschliche Erkenntnisstreben.

Der "forschende" Mensch strebt nach Erkenntnis, vor allem zwecks Selbsterhaltung durch Lösung seiner Probleme des (Über-)Lebens. Er erwirbt Kenntnisse von seiner Umwelt und versucht, entdeckte Zusammenhänge mit erfassten Beziehungen zu erklären. Seine theoretischen Erkenntnisse beim Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge sind hypothetisch und ungewiss. Erst nach ihrer kritischen Überprüfung und praktischen Bewährung (Erprobung an der Realität) kann mit 'bewährten' empirischen Erkenntnissen das Erfahrungswissen erweitert oder vervollkommnet werden (kognitive Wissensverbesserung´).

Erworbene Kenntnisse, die bestimmt werden als 'relationale Wissenselemente', entsprechen kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen gemäß ausgebildeten Begriffsstrukturen des nutzbaren Erfahrungswissens, insbesondere zur Erinnerung von Vorstellungen oder Erwartungen (assoziierte Voraussagen), die einbezogen werden in empirische Urteile für situationsangepasste Interpretationen (durch Erkennung, Deutung und Bewertung)

"Von etwas Kenntnis haben" (es kennen) bedeutet darüber informiert sein und heißt: davon 'wissen' oder es 'erfahren' haben.

Wer neue Kenntnis erwirbt, der kann damit mehr wissen; aber wer Einsicht durch Erkenntnis gewinnt, der kann damit sein Wissen verbessern.

Ein kognitiver Wissenszuwachs (durch Kenntniserwerb) führt zu einer 'innovativen' Einsicht und kann einen fortschrittlichen Qualitätssprung bei der Entwicklung von Wissen bedeuten.

Ohne Wahrnehmung keine Erfahrung, keine Erkenntnis; - ohne Erkenntnis keine Einsicht, kein Verständnis.

Einsicht durch Erkenntnis wird gewonnen beim kognitiven 'Verstehen lernen' und ermöglicht eine Wissensverbesserung für intelligentes Verhalten.

Einsicht ist eine Begriffsform für das Verstehen eines Sachverhalts aufgrund der Erkenntnis von erfassten Zusammenhängen, beispielsweise einer kausalen Relation zur Bestimmung von Ursache und Wirkung eines Geschehens oder einer Handlung.

Einsicht für besseres Verständnis kann gewonnen werden durch situationsbedingt erworbene (Er-)Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen, wobei Freundlichkeit und Humor helfen können.

Der "kreativ Forschende" nutzt seine Zeit für erdachte 'konstruktive Konzepte' zum Problemlösen oder zur Gewinnung von Einsicht in Zusammenhänge beim 'Verstehen lernen'.

»Verstehen lernen« heißt kognitive Gewinnung von Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge von Sachverhalten der "wirklichen" Erfahrungswelt gemäß dem individuellen Erkenntnisprozess.

Kognitiver Sachverstand basiert auf bewährten Kenntnissen (Erkenntnissen) des Erfahrungswissens, die "kognitiv erfassten" begrifflichen Beziehungen entsprechen und für "erlernte" logische Grundoperationen charakteristisch sind.

Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnen will, muss seine Hypothesen praktisch überprüfen und durch Korrektur verbessern können.

Ein Mensch mit Verstand kann sein Wissen über die Welt (auch über sich selbst) kognitiv erweitern und praktisch anwenden, wobei das Gelernte (erworbene Kenntnisse oder Fertigkeiten) empirisch überprüft werden muss, ob es sich bewährt, wodurch es konsolidiert, falsifiziert oder korrigiert werden kann (Umlernen zwecks Anpassung).

Verstand ist Erkenntnisvermögen für "intellektuelle" Deutungen und Urteile durch 'praktische Einsicht' als handlungsorientierte Form des Verstehens (aufgrund von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen), insbesondere für erfahrungsgemäße Schlüsse nach angenommenen Regeln (vgl. 'empirisch erlernte' induktive Inferenzen).

Verstandesmäßiges Problemlösen kann "vernünftig" optimiert werden mit Hilfe von zu bewertenden Voraussagen durch 'theoretische Einsicht' (vgl. soziale Konsequenzen).

Vernunft ist "rationales" Einsichtsvermögen für hypothetische Modellvorstellungen von kognitiv erfassten Zusammenhängen, die geeignet sind zur 'logischen' Argumentation oder 'antizipativen' Voraussicht mittels assoziierten Voraussagen der jeweiligen Konsequenzen von alternativ wählbaren Handlungsoptionen, die 'gewissenhaft' abzuwägen sind vor der Entscheidung für eine als 'sozialverträglich' verantwortbare Handlung (gemäß 'sittlichem' Verhaltenskodex, vgl. Selbstkontrolle).

Das verstandesmäßige Auffinden "intelligenter" Problemlösungen kann bestimmt werden mit vernünftigen Zielstellungen aufgrund von prädiktiven Denkmodellen des systematisierten Wissens für Theorien und Hypothesen (vgl. Meta-Wissen für rationale Funktionen).

Weisheit als höchste Einsichtsfähigkeit ermöglicht theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, das begründbar ist durch fundamentale Lebenserfahrung und rationale Einsicht in allgemeine Zusammenhänge.

Ein Weiser hat theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, d. h. Lebenserfahrung und Einsicht in allgemeine Zusammenhänge.

Praktische oder theoretische Einsicht (für Klugheit bzw. Weisheit) basiert auf situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen für Wissen), die modellhaft erfassten 'begrifflichen' Beziehungen entsprechen.

Die "rationale" Einsicht durch theoretische Erkenntnis ermöglicht analytische Urteile und selbstbestimmte Entscheidungen gemäß dem assoziativ nutzbaren Erfahrungswissen, insbesondere zwecks "intelligenter" Klärung eines problematischen Sachverhalts.

Theoretische Erkenntnisse resultieren aus der kognitiven Zusammenhangserfassung beim situationsbedingten Kenntniserwerb von untersuchten Sachverhalten, wobei deren 'wissensbasierte' Beobachtung und Reflexion instruktiv förderbar ist mit didaktischen Beispielen bzw. Lehrsätzen.

Objektivierbare (Er-)Kenntnisse können in Form relationaler Aussagen dargestellt und mitgeteilt werden, womit auch theoretische Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge wissenschaftlich vermittelbar ist.

Ein weiser Mensch erlernt sein Verständnis des Wesentlichen durch gewonnene Einsicht in begreifbare Sinn-Zusammenhänge; - dabei kann er staunen wie ein Kind über die schwerverständliche Komplexität der Natur.

Altersweisheit ermöglicht dem Einsichtigen eine realistische Unterscheidung der glaubwürdigen Wahrheiten von den vielen Unwahrheiten.

Ein 'kluger' Mensch vermeidet Fehlurteile beim analytischen Denken durch die selbstkritische Verbesserung seiner Modellvorstellungen (Ansichten, Theorien) gemäß seiner empirisch gewonnenen 'praktischen' Einsicht in wirkliche Zusammenhänge.

Klugheit als rationale Urteilsfähigkeit basiert auf pragmatischem Wissen um zweckmäßige Mittel zum Glück beim Problemlösen.

Durch Nutzung bewährter Kenntnisse (als Erkenntnisse) von kognitiv erfassten Beziehungen ist kluges Handeln möglich, wenn erwartete Konsequenzen bewertet und voraussehbare Risiken verantwortungsvoll berücksichtigt werden.

Für kluges Handeln nutzbares Wissen ist erfahrungsgemäß erlernbar nach der Methode 'Versuch und Irrtum', d. h. Lernen aus Fehlern oder am Erfolg.

Immer wieder Neues versuchen und sich dabei irren dürfen ist der Weg zum Lernen - auch aus schlechten Erfahrungen.

Dazulernen verlangt die situationsangepasste Nutzung einer neu erworbenen Kenntnis. Umlernen erfolgt durch das Ersetzen einer alten Regel oder Theorie durch eine neue.

Beim induktiven Lernen aus beobachtbaren Einzelfällen für angenommene Gesetzmäßigkeiten werden Kenntnisse von erfassten Beziehungen situationsbedingt erworben, die für assoziierte Voraussagen nutzbar sind und empirische Regeln bestimmen.

Erworbene Kenntnisse von situationsbedingt erfassten Beziehungen werden als bedingte Relationen im Gedächtnis temporär behalten und logisch-funktionell genutzt, besonders für empirische Urteile oder theoretische Modelle.

Eine funktionell nutzbare Erkenntnis wird bestimmt als eine 'bisher bewährte' erworbene Kenntnis des Erfahrungswissens und entspricht der gewonnenen Einsicht in einen Sinn-Zusammenhang in Folge der kognitiven Erfassung (Begreifen) einer begrifflichen Beziehung, die als 'bedingte Relation' formal objektivierbar ist (resultierend aus der situationsbedingten Zusammenhangserfassung durch konstruktive Konnexanalyse).

Grunderkenntnisse werden bestimmt als bisher bewährte 'prinzipielle Erkenntnisse' von 'grundsätzlichen' natürlichen Beziehungen. Diese können explizit dargestellt werden in Form von prinzipiellen Aussagen (def. Logos-Relationen, siehe 4.2.).

Das Gewinnen einer Erkenntnis entspricht dem "mentalen" Begreifen, d. h. der kognitiven Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung, die als erworbene Kenntnis gemäß ihrer praktischen Bewährung genutzt werden kann.

Eine gewonnene Erkenntnis wird deklarativ bestimmt als eine 'bisher bewährte' Kenntnis, die empirisch überprüfbar und logisch begründbar ist.

Gewonnene empirische oder theoretische Erkenntnisse entsprechen begrifflichen Beziehungen des individuellen Wissens über natürliche Zusammenhänge mit vermuteter Validität ohne Gewissheit. Deshalb muss der jeweilige Wahrheitsgehalt von darstellbaren Aussageformen relationaler Denkmodelle durch empirische Überprüfungen festgestellt werden (vgl. wissenschaftliche Experimente).

Empirische und theoretische Erkenntnisse, die nutzbar sind für assoziativ erinnerte Vorstellungen und hypothetische Voraussagen, müssen sich aufgrund von "bestätigenden" Beobachtungen (sinnlichen Wahrnehmungen) praktisch bewähren.

Um Kenntnisse und Annahmen des Erfahrungswissens weiterhin effektiv nutzen zu können, müssen diese auf ihre praktische Bewährung logisch-empirisch überprüft werden, insbesondere zwecks notwendigem Umlernen falls eine gedankliche Vorstellung (Erinnerung, Anschauung, Theorie) sich nicht bewährt und als falsifiziert gilt.

Ein kognitives Umlernen kann erfolgen aufgrund empirischer Nichtbewährung von relationalen Kenntnissen für kritisch überprüfbare Aussagen (vgl. Urteile oder Thesen), wenn durch die Nutzung mindestens einer neu erworbenen Kenntnis die 'nicht bewährten' durch 'vermutlich besser' begründete Aussagen ersetzt werden können. [2]

Induktiv angenommene Regeln für empirische Urteile gelten als 'bisher bewährt' nur solange, bis sie erfahrungsgemäß geändert oder korrigiert werden müssen (vgl. Umlernen).

Umlernen erfolgt durch das Ersetzen einer alten Regel oder Theorie durch eine neue.

Das Umdenken für Umlernen erfordert das Aufgeben bisheriger Denkweise(n).

Ein lernender "einsichtiger" Mensch kann wesentliche Zusammenhänge "klug" erfassen und damit "rationelle" Problemlösungen finden. Er muss einen lebensnotwendigen Kompromiss "gelassen" eingehen, wenn in seinem begrenzten Handlungsspielraum keine bessere Lösung für ihn ersichtlich ist.

Beim Lernen durch Einsicht in Zusammenhänge unterstützt eine gewonnene Erkenntnis die zielorientierte Lösungsfindung oder Aktionsnachahmung aufgrund von (Modell-)Vorstellungen oder Erwartungen (Erinnerungen).

Lernen durch Einsicht führt zur Theorie. - Erst Lernen aus eigener Erfahrung wird zur Praxis einer Verhaltensänderung.

Wer theoretische Einsicht in reale Zusammenhänge gewinnt und nach praktischer Überprüfung vorteilhaft nutzt, hat hochintelligent gelernt.

Die hoch entwickelte Lernform 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' basiert auf der erfolgreichen Nutzung mindestens einer zweckdienlich erworbenen Kenntnis als einer neu erfassten begrifflichen Beziehung, die hypothetisch bestimmt wird als neue theoretische Erkenntnis für ein "konstruktives Konzept" des kognitiv erfassten Zusammenhangs von analytisch abstrahierten Fakten (Sinnesdaten), die erfinderisch in Beziehung gesetzt worden sind (z. B. neue Mittel-Zweck-Relation). [1] [6]

Ein konstruktives Konzept (Entwurf) ermöglicht ein neuartiges Verständnis gemäß der 'konzeptionellen' Einsicht in begriffene Zusammenhänge von abstrakt gedeuteten Darstellungsformen als Fakten mindestens eines Sachverhalts des untersuchten Gegenstandsbereichs (vgl. 3.1.).

Konstruktive Konzepte für neuartige Denkmodelle entsprechen empirisch ausgebildeten Begriffsstrukturen, die formal objektivierbar sind mit relationalen Aussagen (vgl. assoziative Konditionierung bedingter Relationen, siehe 1.2., 2.1. und 2.3.).

Beim rationalen Denken ermöglichen 'intuitive' Vorstellungen (Ideen, Entwürfe, Erfindungen) neue Erkenntnisse für konstruktive Konzepte als kreative Problemlösungen - unter der Voraussetzung, dass dabei hinderliche Denkgewohnheiten (stereotype Routinen) beseitigt oder unwirksam gemacht werden können (vgl. 4.3.).

Konstruktive Konzepte oder Theorien stehen im Konflikt zu Denkgewohnheiten und Vorurteilen der so genannten Fachleute.

Aufklärende Erkenntnisse der theoretischen Einsicht widersprechen oft kritikwürdigen Denkgewohnheiten für Vorurteile und Aberglaube.

Denkgewohnheiten und Vorurteile basieren auf pragmatischem Erfahrungswissen, das in Fällen gewonnener Einsicht durch neue Erkenntnisse verbessert, korrigiert oder erweitert werden kann.

Einsichtige Menschen nutzen ihr Wissen für logische Darstellungen und intentionale Pläne.

Innovative Theorien als wegweisende Denkmodelle gewinnen erst dann an Bedeutung, wenn Experten sie richtig verstehen und unterstützen.

Notwendige Bedingungen für gutes Verstehen einer Darstellung sind passendes (Vor-)Wissen, Interesse und Lernbereitschaft.

Eingeschränktes Interesse und unzureichendes Wissen erschweren eine kognitive Verbesserung des Verstehens und ein Lernen durch Einsicht.  -  Desinteresse ist der Feind des Lernens.

Der selbstständige Mensch agiert mit wissensbasiertem Selbstvertrauen beim Problemlösen zwecks Selbsterhaltung. Seine Orientierung auf Selbsthilfe erfordert Selbstkontrolle gemäß selbstkritischer Einsicht durch Selbsterkenntnis für ein Selbstmodell (vgl. 4.4.).



4.2. Erkennung und Deutung  -  Wissensdarstellung und Wahrheitssuche


Nach naturalistischer Auffassung gibt es beim Werden und Vergehen in der Welt 'evolutionär bewährte' Ordnungsstrukturen, funktionelle Zusammenhänge und Wechselwirkungen. -
   Erforschbare Gesetzmäßigkeiten sind durch systematische Untersuchungen von Sachverhalten wissenschaftlich zu erkennen und können erfahrungsgemäß beschrieben und erklärt werden..

Die erforschbaren 'Naturgesetze' basieren auf evolutionär bewährten Relationen der komplexen Welt(en) mit veränderlichen Strukturen, die modellgemäß darstellbar sind entsprechend ausgebildeten (kognitiv-logischen) Begriffstrukturen als Vorstellungen in Gehirnen.

Der "erfahrungsbedingt interpretierende" Mensch deutet und beurteilt seine situationsabhängig erkannten Wahrnehmungen gemäß individuellen, kenntnisspezifisch erinnerten Vorstellungen und Erwartungen, auch beeinflusst von seiner emotionalen Einstellung für subjektive Bewertungen.

Wir deuten beobachtete Objektformen und Vorgänge der natürlichen Umwelt nach unseren Kenntnissen entsprechend eigenen Erfahrungen, die subjektive Vorstellungen und Vermutungen bestimmen, wodurch erstaunliche Eindrücke oder auch Freude ausgelöst werden können.

Unsere (Vor-)Urteile und hypothetischen Aussagen resultieren aus der subjektiven Interpretation von teilweise erkennbaren Sachverhalten unter dem assoziativen Einfluss von individuellen Vorstellungen oder Voraussagen "aus Erfahrung".

Vorstellungen sind mentale Deutungen oder Erinnerungsbilder.

Ausgehend von beobachteten Merkmalen untersuchter Gegenstände werden hypothetische Analogien mit Thesen von möglichen oder wahrscheinlichen Beziehungen vermutet.

Beim (Wieder-)Erkennen von wahrgenommenen Formationen werden diese klassifiziert gemäß begrifflichen Kategorien für Unterschiedliches, jeweils durch (Muster-)Vergleich mit disjunkten Merkmalskonjunktionen für das Wesentliche eines Begriffs als 'Abstraktes im Allgemeinen'. » vgl. Abstraktionsbeispiel

Beim 'intellektuellen' Beurteilen des Erkannten (als möglichst sinngemäß Verstandenes) werden analytisch selektierte Begriffe als Abstrakta für unterscheidbare Kategorien synthetisch in Beziehung gesetzt und als verknüpfte Begriffsrelationen gemäß dem ausgebildeten Erfahrungswissen genutzt für empirische Urteile und logische Schlüsse.

Wir erkennen und deuten sogar Unerklärliches, - mit modellhaften Vorstellungen.   » vgl. Cartoon

Modellmäßige Vorstellungen für theoretische Interpretationen basieren auf kritisch zu überprüfenden Erkenntnissen des deklarativen Erfahrungswissens.

Ein wissenschaftliches Verstehen natürlicher Zusammenhänge kann gelingen durch die syste-matische Erkennung (Identifikation, Klassifikation) und realistische Deutung (adäquate Inter-pretation, Modellierung) von wirklichen Objekt- oder Darstellungsformen.

Die Untersuchung von Sachverhalten zwecks kognitiver Zusammenhangserfassung ermöglicht den situationsbedingten Kenntniserwerb für 'empirische' Urteile und 'induktive' Schlüsse durch Lernen aus Erfahrungen (vgl. bedingte Logik-Funktionen).

Erworbene (Er-)Kenntnisse verhelfen zu erinnerbaren (Modell-) Vorstellungen und Erwartungen, die vorteilhaft nutzbar sind beim situationsangepassten Denken (und Fühlen) für kluges Handeln.

Modellhaft (im empirischen Kontext) erfasste 'begriffliche' Beziehungen entsprechen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen), die erinnerbare Vorstellungen für "entwickelbare" Theorien und "intelligente" Problemlösungen ermöglichen.

Ein simulierbarer situationsbedingter Kenntniserwerb basiert auf der 'induktiven' (verallgemeinernden) Zusammenhangserfassung, die vollziehbar ist gemäß einer definierten Konnexanalyse nach dem 'Prinzip der Vereinbarkeit' von begrifflich verbindbaren Signalereignissen unter einer ausreichend zu erfüllenden Koinzidenzbedingung.

Situationsbedingt erworbene Kenntnisse von erfassten Beziehungen untersuchter Sachverhalte werden als bedingte Relationen im Gedächtnis strukturell gespeichert und begrifflich verallgemeinert genutzt für empirische Urteile und Schlüsse gemäß relationalen Denkmodellen.

Erworbene (Er-)Kenntnisse sind nutzbar für erinnerbare Vorstellungen bei der 'kognitiven' Informationsverarbeitung, besonders für erfahrungsgemäße Erwartungen (Prädiktionen als assoziierte Voraussagen).

Die empirische Kenntnisnutzung bei Situationsdeutungen ermöglicht assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung", die Einfluss haben auf empirische Urteile und möglicherweise auf optimale Entscheidungen durch "bedingtes Erwägen", d. h. Abwägen der erwarteten Konsequenzen von wählbaren Alternativen für mögliche Aktionen oder Problemlösungen.

Mit erworbenen Kenntnissen werden Denkmodelle für Theorien symbolisch-konstruktiv gebildet, die als kognitiv-logische Modelle darstellbar sind mit relationalen Aussagen für empirische Implikationen.

Das Finden einer eigenen Meinung oder rationalen Entscheidung, z. B. beim Nachdenken bzw. Abwägen, erfolgt durch Selbstreflexion gemäß individuellem Erfahrungswissen und subjektiven Bewertungen.

Bewusstes Denken ist durch "inneres Sprechen" (auch mit sich selbst) erlebbar, besonders beim 'Ersinnen' von Problemlösungen oder deklarativen Antworten auf erkenntnisfördernde Fragen (Kritik, Zweifel, Dialektik).

"Sich etwas bewusst sein" entspricht einer 'wissentlichen' Seinserfahrung und bedeutet: "davon eine äußerbare Vorstellung haben", - unter der Voraussetzung, dass man "bei Bewusstsein" ist.

Bewusst erinnerbare Kenntnisse des deklarativen Wissens sind explizit und verständlich beschreibbar mit sprachlichen Darstellungsformen, relationalen Aussagen und symbolisch-abstrakten Formeln für Theorien, Methoden und Modelle der Wissenschaft.

Formulierbare Aussagen über deklaratives Wissen vom Sein entsprechen dem "sprachlichen Bewusstsein".

Das sprachliche Ausdrucksvermögen für mitteilbare 'explizite' Aussagen über deklaratives "Wissen vom Sein des Selbst" (vgl. Selbstmodell) wird definitiv aufgefasst als "sprachliches Bewusstsein".

Selbstbewusstsein entspricht einem persönlichen 'Selbstmodell', d. h. Wissen vom Sein des Selbst (Ich-Begriff als Selbstkonzept), und ist eine ontogenetisch entwickelte Bewusstseinsform für Selbstreflexion und Selbstkontrolle.

Äußerbare Resultate der individuellen Erkennung und Deutung von Situationen können als informative Aussagen formal ausgedrückt werden, um sie kommunikativ mitzuteilen.

Wissentlich äußerbare Gedanken und damit assoziierte Vorstellungen sind als Denkprodukte formal darstellbar mit relationalen Aussagen von kenntnisspezifischen Beziehungen zwischen Begriffen (d. h. Begriffsrelationen als Wissenselemente für begriffliche Grundverknüpfungen).

Nur wer Erfasstes begriffen hat, kann es selbst mit Worten beschreiben.

»Logos« ist ein antikes Konzept für: Begriff, Wort, Gedanke, Rede, Lehre und Vernunft, auch im Sinne von vernünftiger Rede mit möglichst "richtigen" Aussagen, die begründet und überprüfbar sein sollen.

Wer Wesentliches erkennt, versucht sein Wissen verständlich darzustellen.

Gewonnene Erkenntnisse sind 'bisher bewährte' Kenntnisse von kognitiv erfassten (begriffenen) Beziehungen und können als relationale Aussagen formal objektiviert und kommunikativ mitgeteilt werden (vgl. formalisierte Begriffsrelationen für Beschreibungen und Erklärungen).

Ein gelehrter Denker kann Wesentliches erkennen und seine Deutung prägnant formuliert mitteilen.

Definierte Logos-Relationen für Grunderkenntnisse des Erfahrungswissens sind prinzipielle Aussagen, die mit möglichst wenigen Worten prägnant formuliert werden.

Eine Grunderkenntnis wird bestimmt als die 'praktisch bewährte' profunde Kenntnis von einem als wesentlich erkannten Zusammenhang (vgl. kognitiv erfasste Gesetzmäßigkeit), die nutzbar ist als Begriffsrelation für induktiv erlerntes Regelwissen (ohne Gewissheit).

Bewährte Grunderkenntnisse von Seinserfahrungen werden ausgedrückt als 'Zeitlose Weisheiten' in Form von aphoristischen Sentenzen (Sinnsprüchen, Aphorismen) oder Logos-Relationen, um sie vor dem Vergessen zu bewahren und einsichtsfördernd weiterzugeben.

Relationale Aussagen von objektivierbaren Grunderkenntnissen sind als Aphorismen zu verstehen und auch als Lebensweisheiten einsichtig zu befolgen, was besonders schwer fällt.

Eine mitteilbare Lebensweisheit ist der prägnante Ausspruch von erkanntem Wesentlichen (d. h. erfassbarem Beständigen) der Seinserfahrung unter mindestens einem Aspekt.

Aussagesätze für Wesentliches im Sinne "geistiger Spruchweisheiten" werden als Aphorismen verstanden von Interessenten mit passendem Kontextwissen.

Hochwertige Aphorismen für "zeitlose" Weisheiten sind lebensfördernde Fruchtkerne vom Baum der Erkenntnis. [9]

Genaue Beschreibungen von Erscheinungsformen sind notwendig für die Erforschung prinzipieller Zusammenhänge zur Erklärung von Sachverhalten.

Mit vereinbarungsgemäß deutbaren Begriffssymbolen für relationale Aussagen gelingen verständliche Beschreibungen (möglichst auch Erklärungen) von objektivierbaren Erkenntnissen, die aufgefasst werden als begriffliche Beziehungen des Erfahrungswissens über kognitiv erfasste Zusammenhänge von untersuchten Sachverhalten.

Zutreffende Erklärungen formulieren 'einsichtig' erfasste Zusammenhänge als objektivierte Vorstellungen aufgrund von bewährtem Erfahrungswissen.

Voraussetzungen für verständiges Mitdenken sind Übereinstimmungen im Erfahrungswissen und tolerante Einsicht in fremde Gedankengänge.

Deutbare Aussagen werden dann richtig verstanden, wenn ihnen adäquate Begriffsbeziehungen interpretativ zugeordnet werden.

Notwendig für das richtige Verstehen deklarativer Aussagen von Erkenntnissen ist die hinreichende Einsicht in beschriebene Zusammenhänge aufgrund kontextgemäßer Sachkenntnisse des Verstehenden.

Eine perfekte Verständigung mit dargestellten Begriffssymbolen erfordert deren richtiges Verstehen im Kontext.

Fehldeutungen entsprechen Missverständnissen aufgrund subjektiver Vorstellungen gemäß unzureichendem Kontextwissen.

Wer zu wenig verstanden hat, kommt unmerklich zu Fehlurteilen.

Zur besseren Verständigung muss die Reizflut auf Wesentliches reduziert werden.

Je komplexer Schwerverständliches ist, desto mehr wird nach Leichtverständlichem gesucht, möglichst einfach übernehmbaren Regeln oder nachahmbaren Aktionen.

Bei der Verdeutlichung von Aussagen mit bekannten Metaphern oder verständlichen Gleichnissen sind die meisten Vergleiche 'hinkend', weil damit nur teilweise Analogien oder grobe Adäquatheiten aufgezeigt werden können.

Jede erkenntnisgemäße Aussage gilt nur dann als 'wahr', wenn ihre Übereinstimmung mit der Wirklichkeit definitiv feststellbar ist, - aber nur solang diese Aussage real zutrifft.

Ein 'Ahnungsloser' weiß zu wenig, um richtig zu verstehen und einsichtig handeln zu können.

Mangelnder Kenntniserwerb, oft wegen Desinteresse, ist ein Grund für Fehlurteile aufgrund unwahrer oder verunsichernder Vorstellungen.

Kennzeichnend für mangelhafte Einsicht aufgrund fehlender Kenntnisse (z. B. bei der unerfahrenen Jugend) sind unkontrolliert übernommene "irreale" Vorstellungen (falsche Annahmen) für "unrichtige" (irrige) Einschätzungen oder "unklare" (verschwommene) Ansichten.

Ideale Illusionen und Fiktionen beeindrucken nicht nur Jugendliche, dagegen sind realistische Ansichten und Aufklärungen oft unerfreulich oder wirken belastend als unerwünschte Seinserfahrung.

Einbildung ist Vortäuschung einer virtuellen Wahrnehmung.

Wir glauben zu wissen, wenn wir vermutete Vorstellungen für wahr halten.

Die Möglichkeit von "vermuteten" Dingen kann nicht widerlegt werden, weil die Nichtexistenz von irgendetwas niemals absolut beweisbar ist.

"Von etwas wissen" heißt über erworbene Kenntnisse verfügen, die als begriffliche Beziehungen situationsbedingt erfasst worden sind.

Wissen ist ein Führwahrhalten von bisher bewährten (begründeten) Kenntnissen, die theoretisch oder praktisch nutzbar sind, besonders für Urteile und (Vor-)Aussagen.

Erkenntnisse des bewährten Erfahrungswissens (ohne Gewissheit) sind objektivierbar als relationale Aussagen von kognitiv erfassten Zusammenhängen für realistische Erklärungsmodelle, - entgegen fiktiven Glaubenssätzen von tradierten Religionen oder irrealen Ideologien.

Unser vorstellungsgemäß aktuelles Weltbild und auch Menschenbild entsprechen dem jeweiligen Wissensstand aufgrund kognitiv-logischer Modellbildung.

An Unwahres können wir glauben, aber Wahres können wir wissen.

Systematische Wissenschaft erzielt die Wahrheitsfindung durch gewonnene Erkenntnisse für verbesserte Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge, insbesondere zwecks realistischer Aufklärung gegenüber naivem Unwissen, falschen Behauptungen oder fiktiven Glaubenssätzen.

Wer beim induktiven Lernen aus beobachteten Einzelfällen angenommene Regelmäßigkeiten verallgemeinert und mit situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (bedingten Relationen) von erfassten Beziehungen begründet, kann erlernte (Verhaltens-)Regeln versuchsweise nutzen, auch wenn er keine Gewissheit für seine theoretischen oder praktischen Kenntnisse hat.

Für Denkmodelle induktiv angenommene Regelmäßigkeiten der objektiven Realität gelten ohne Gewissheit, wobei theoretisch definierte 'Naturgesetze' experimentell überprüfbar sind.

Empirische Voraussagen für erwartete Wahrnehmungen oder Handlungskonsequenzen sind bestimmbar mit erfahrungsgemäß erworbenen Kenntnissen, die nur dann als 'bisher bewährt' gelten, wenn sie erneut nachgewiesenen Beziehungen realer Zusammenhänge entsprechen.

Als hypothetisch zu bewerten sind empirische Voraussagen, weil sie nur dann zutreffen, wenn die jeweiligen prädiktiv nutz-baren Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen adäquat zur Realität sind (vgl. faktisch nachweisbare Gesetzmäßigkeit).

Die Kenntnis bisheriger Regelmäßigkeiten komplexer Systeme genügt nicht zur Voraussage neuer Eigenschaften ihrer variablen Strukturen.

Je mehr wir über unsere Welt wissen, desto mehr staunen wir über ihre begreifbare Komplexität.

Durch neue Entdeckungen für Erkenntnisse können Denkmodelle korrigiert, geändert oder verbessert werden hinsichtlich ihrer relativen Wahrheit.

Wahrheitssuche durch wissbegieriges Fragen erheitert oft die Schmalspurdenker und empört sogar - die Dogmatiker.

Unser begrenztes Wissen ist unvollständig und nur relativ wahr ohne Gewissheit.

Die relative Wahrheit über Prinzipien der Wirklichkeit ist kognitiv bestimmbar entsprechend der theoretischen und praktischen Einsicht in wesentliche Zusammenhänge der zugänglichen Wirklichkeit.

Eine wissenschaftliche Erkenntnis wird erzielt durch systematisches Streben nach einsichtiger Klarheit, die aber nur eingeschränkt und schrittweise erreichbar ist, - gemäß dem definierten Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit.

Das wissenschaftlich korrigierte Weltbild ist relativ wahr und begründet Veränderungen des traditionellen Menschenbildes.

Gemäß dem 'Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit' gelten logische (Vor-)Urteile, die in Form von Aussagesätzen mitteilbar und kritisch überprüfbar sind, als 'relativ wahr' aufgrund von bisher bewährten Regeln und bestimmten Ausnahmen für Sonderfälle, - aber nur solange diese Regeln nicht verändert werden.

Wissenschaftliche Wahrheitsfindung ist schrittweise möglich durch rationale Kritik beim Erkenntnisstreben im Kampf gegen irrationale Überzeugung und Selbsttäuschung.

Wer denkt, dass sein Wissen wahr ist, glaubt mehr als er weiß.

Eine glaubwürdige Aussage über die Welt ist nur dann überzeugend formuliert, wenn sie mit Erfahrungstatsachen und empirischen Belegen begründet werden kann.

Ein Glaube an die postulierte Gewissheit von geprüftem Wissen ist nur dann praktikabel, wenn alle verfügbaren Quellen zur Wahrheitsfindung kritisch ausgeschöpft worden sind.

Dogmatische Aussagen lassen keine Kritik und Hinterfragung zu, weil sie absolute Gültigkeit und Wahrheit beanspruchen.

Die unbegründete Aussage eines thesenartigen Urteils als Behauptung sollte nicht geglaubt werden, weil ihr Wahrheitsanspruch zu mindest begründet und möglichst bewiesen werden muss.

Wer sich vor mühsamer Wahrheitssuche scheut, dem fällt Glauben leichter als Denken.

Glauben ist kein Wissen und betrifft mental Angenommenes als unbewiesene Behauptung (Postulat, Axiom), die unwiderlegt auch Hoffnung vermitteln kann.

Geglaubt werden kann eine postulierte Gewissheit für 'bisher bewährte' Kenntnisse von erfassten Beziehungen der Wirklichkeit, - aber nur solange diese empirisch konsolidiert werden und dadurch trotz Kritik bestehen bleiben.

Wer tradierte oder fiktive Behauptungen mit Überzeugung glaubt, der ignoriert kritische Einwände und logische Gegenargumente.

Irreale Überzeugungen bedingen Irrtümer oder Fehlurteile aus Unkenntnis und/oder Angst.

Es ist unglaublich, an was die Menschen mit Überzeugung glauben können.

Fantasievolle Geschichten und irrationale Fiktionen sind irreal "ersponnene" Dichtungen oder "unwahre" Behauptungen, die mit nachprüfbaren Tatsachen (Fakten) nicht übereinstimmen.

Wer an die Unsterblichkeit seiner Seele glaubt, nimmt sich selbst zu wichtig und ist an seiner Angst vor dem Tod selbst schuld.

Wer in Not ist oder Angst hat, der sucht einen göttlichen "Erlöser von dem Übel" und erbittet eigennützig seine Hilfe, wenn er an seine Allmacht glaubt oder zumindest diese erhofft.

Bisher unerforschte Phänomene als unerklärliche Erscheinungen können vom Menschen mit seinen schematischen Vorstellungen nur vage oder modellhaft erkannt und nur subjektiv gedeutet werden.

So genannte "letzte" Fragen zu bisher Unerklärlichem, die (noch) nicht mit wissenschaftlicher Begründung beantwortet werden können, sind Gegenstand hypothetischer Deutungen und religiöser Behauptungen.

Bisher Unerforschtes ist zu respektieren als Unerklärliches, - aber nicht als theologisch mystifiziertes 'Gotteswerk'.

Schon früh erfanden fantasievolle Menschen für das Unerklärliche fiktive Begründungen, - auch mindestens einen Verursacher, den sie als Gott verehrten oder aus Angst fürchteten.

Religion ist wie jede Ideologie von Menschen erdacht, auch wenn sie göttliche Offenbarungen vorgibt.

'Angstreligionen' sind Menschenwerk und Machtmittel, die menschliches Leid mehr verursacht als gemindert haben, insbesondere durch Glaubenskriege, - mit der Androhung von "ewiger Verdammnis der Seele" bei ungenügender Unterwürfigkeit zur Erbetung von göttlicher Hilfe zwecks "Erlösung von Übel" und "Vergebung der Sünden".

Wer über fiktive Aussagen nachdenkt, kann davon nur wenig glauben.

Die Unterscheidung von Fakten und Fiktionen ist nur mit wissenschaftlicher Skepsis durch kritisches Denken möglich, das schwerer fällt als blinder Glaube..

Ein vernünftiger Mensch mit lebensnotwendigem Wissen kann sein Nichtwissen akzeptieren und muss nicht ersatzweise an religiöse Mythologien glauben. -
Deshalb gilt: Glaube mit Überzeugung nur das, was Du selbst kritisch geprüft hast!

Ein systematisch forschender Beobachter von natürlichen Sachverhalten, der seine konstruktiven Vorstellungen in Form von theoretischen Aussagen darstellen kann, sollte ein kritischer Realist sein, der sich nicht von Meinungen und Illusionen täuschen lässt.

Wer sich forschend bemüht natürliche Sachverhalte realistisch zu beschreiben und begründet zu erklären, muss Lehrmeinungen wissenschaftlich hinterfragen und Glaubenssätze als unbewiesen anzweifeln.

Ein kritischer Denker als forschender Wahrheitssucher bezweifelt die Gewissheit von ideologischen oder religiösen Axiomen und vertritt mit unangepassten Aussagen seine eigenen Erkenntnisse im Konflikt mit Denkgewohnheiten und Vorurteilen; - er wird bekämpft von den Verunsicherten, Unverständigen, Glaubenden oder Fanatikern, die ihn persönlich abwerten als 'negativen' Besserwisser oder sogar als 'oppositionellen' Feind der Machthaber.

Mit kritischen Studien zur Wahrheitsfindung belasten sich nur die wenigen Denker, die sich ernsthaft um Einsicht bemühen.

Wer sich vor mühsamer Wahrheitssuche scheut, dem fällt Glauben leichter als Denken.

Sogar Unglaubliches kann wahr werden.

Ein unerwartetes Ereignis kann negativ oder positiv überraschen, - unsere Bewertung des Unvorhersehbaren als un-/glücklicher Zufall beruht darauf, dass seine kausale Bedingtheit für uns unersichtlich ist.

Ein vermeintlicher Zufall wird kausal bestimmt durch mindestens ein situationsbedingtes Ereignis, das mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit vorkommen kann.

Beeindruckende Zufälle festigen ideologischen Wunderglauben.

Gläubige Menschen lassen sich stark verwundern von (für sie) Unvorhersehbarem oder Unerklärlichem, z. B. ein unerwartetes Phänomen oder zufälliges Zusammentreffen.

Der "glaubende" Mensch deutet das für ihn Unerklärliche mit angenommenen 'irrationalen' Behauptungen aus anthropozentrischer Sicht. Geglaubt werden unbeweisbare Postulate als 'göttliche Offenbarungen', z. B. übernommene Glaubenssätze traditioneller Religionen. Zur Beantwortung von Lebensfragen der Sinnsuche dienen auch transzendente Axiome neuerer Ideologien, die als "verführerische" Theorien machtpolitische Bedeutung mit gefährlichen Auswirkungen erlangen können.

Traditioneller Glaube an mindestens einen Gott (auch Teufel, Engel und Heilige), an Wunder und göttliche Kreationen zwecks "anthropozentrischer" Gestaltung von Universum und Leben verlangt von Menschen Glaubensbekenntnisse, die nicht wissenschaftlich begründbar sind.

Eine unbegründete Behauptung wird durch Wiederholung nicht glaubwürdiger.

Einsichtige Anerkennung der unerbittlichen Realität verlangt ein Aufgeben irrealer Vorstellungen und Erwartungen des Wunschdenkens.





4.3. Intelligenz  -  Denkfähigkeit zum 'rationalen' Problemlösen mit Selbstkontrolle


Das vernunftbegabte Tier "Mensch" (Homo sapiens sapiens) ist sich seiner Existenz bewusst und strebt danach, Vorteile zu erzielen und Neues zu erleben. - Der anspruchsvolle Mensch will mehr als "nur" versorgt in Sicherheit leben und sich vermehren. [13]

Der Mensch denkt mit seinem oft unzufriedenen 'Steinzeitgehirn'. Er strebt nach Glück und Bedürfnisbefriedigung, besonders nach Lustgewinn, Freude und Besitz.

Unser Denken, Fühlen und Handeln ist funktionell abhängig von subjektiv bewerteten Wahrnehmungen und assoziierten Erinnerungen (Vorstellungen, Erwartungen) für empirische Urteile.

Subjektive Bewertungen von erkannten und gedeuteten Situationen (Wahrnehmungen, Gegebenheiten) und auch von erfahrungsbedingten Erwartungen (Vermutungen, Kon-sequenzen) werden kenntnisgemäß bestimmt durch situationsabhängig erinnerte Vorstellungen bzw. assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung" (vgl. theoretische Modelle).

Der suchende, versuchende und irrende Mensch hat hypothetische Vorstellungen oder Pläne zur Verbesserung seiner subjektiven Lage. Er belastet sich selbst mit der Lösung von Problemen, die ohne ihn nicht entstanden wären.

Ein verstandesmäßig "funktionierender" Mensch handelt vorwiegend nach bewährten Regeln, Stereotypen und festen Schemata seiner pragmatischen Denkgewohnheiten. Seine Persönlichkeit kann er durch bewusstes "intentionales" Lernen nur dann entfalten, wenn er dazu ausreichend motiviert ist und sich eigene Ziele setzen und verfolgen kann, die von seinen Privat-Interessen mitbestimmt werden.

Ein hohes Bildungsziel ist die selbstbestimmte Persönlichkeitsentwicklung durch Entfaltung individueller Anlagen gemäß eigenen Interessen im Konflikt mit sozialen Erfordernissen der Anpassung an tradierte und veränderte Umweltbedingungen.

Erfolgreiche Problemlöser sind intelligent und lernfähig; sie haben eine erfahrungsgemäße Selbstsicherheit und Zuversicht für riskante Projekte.

Intellekt wird definiert als Fähigkeit für mindestens unbewusstes Denken zur individuellen Reiz-Deutung (schematische Erkennung, empirische Beurteilung und subjektive Bewertung, vgl. Antrieb, Emotion und Motivation) und zur optimalen Entscheidung für eine situationsangepasste Aktion (vgl. lerntypische Verhaltensänderung) aufgrund des nutzbaren Erfahrungswissens gemäß eigenen (Er-)Kenntnissen für zu bewertende Voraussagen (vgl. assoziativ erinnerte Erwartungen infolge situationsbedingtem Kenntniserwerb durch induktive Zusammenhangserfassung beim Lernen). [1] [2]

Intelligenz wird aufgefasst als hoch entwickelte Denkfähigkeit (einschließlich Intellekt, Verstand und Vernunft, vgl. 4.1.) und entspricht vorrangig dem Vermögen zum 'rationalen' Problemlösen zwecks kognitiver Bewältigung von neuen und unbekannten Situationen, - verbunden mit sprachlichem Ausdrucksvermögen für selbstreflexive Deutungen und 'wissentliche' Reflexionen (vgl. deklaratives Wissen zur expliziten Darstellung objektivierbarer Begriffsstrukturen, siehe 2. bis 3.). [2] - [6]

Der spezifizierte Begriff "kreative" Intelligenz betont eine systemimmanente Kreativität zum Entwurf konstruktiver Konzepte, - insbesondere hinsichtlich innovativer Ansätze für erfinderische Problemlösungen (vgl. neue Ideen für 'konstruktive Denkprodukte', siehe 3.1.).

Rationale Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge verhilft zu konstruktiven Konzepten für neue Problemlösungen, - jeweils als Vorschlag zur Entscheidungsfindung für 'intelligentes' Verhalten, wobei die subjektive Einstellung maßgeblich ist (vgl. Interesse, Erwartungen und Emotionen). [6]

Geniale "Wahrheitssucher" können Einsichten gewinnen für konstruktive Konzepte neuer 'bahnbrechender' Erklärungsmodelle zur wissenschaftlichen Erforschung wirklicher Sachverhalte.

Selbstbewusste 'kreative' Menschen engagieren sich für außergewöhnliche Projekte, um etwas Besonderes zu leisten oder etwas Einzigartiges zu gestalten, - als ein kultureller Beitrag für die Kunst oder Wissenschaft.

Der "rational (nach-)denkende" Mensch denkt reflexiv und urteilt subjektiv. Seine Fähigkeit zu logischem Denken wird begrenzt durch seine individuellen Vorstellungen, Erinnerungen und Gefühle, - unter dem schwer kontrollierbaren Einfluss seiner unbewussten 'subjektiven Bewertungen' (Emotionen, Motivationen). [6]

Nüchternes Denken führt zu logischen Urteilen als formale Feststellungen, ursprünglich ohne emotionale Bedeutung.

Denken wird philosophisch aufgefasst als 'geistige Tätigkeit' der Begriffsbildung, des Urteilens und Schließens. [11] - Albert Einstein bestimmte Denken als "Operieren mit Begriffen und Schaffung und Anwendung bestimmter funktioneller Verknüpfungen zwischen diesen sowie Zuordnung der Sinneserlebnisse zu den Begriffen" (Quelle: Physik und Realität, 1935, siehe 1.).

Selbstreflexives Deuten und kognitiv-rationales Entscheiden stehen in ernstem Konflikt mit dem schwer kontrollierbaren Unbewussten, das egoistische Bedürfnisse und emotionale Wunschvorstellungen bestimmt (vgl. Selbstinteresse).

Kann bewusste Selbstkontrolle impulsive Äußerungen und spontane Handlungen verhindern?

Selbstbewusst denkende Menschen sind befähigt zu rationaler Selbstkontrolle und Selbstkritik hinsichtlich intentionalen Aktionen (absichtlichen Handlungen), die sie im Rahmen ihrer Handlungsfreiheit 'gewissenhaft' planen können.

Der "relativ freie" Wille ist ein Bewusstseinsphänomen für 'mutwillige', zielgerichtet gefällte Entscheidungen des Subjekts im Rahmen seiner Handlungsfreiheit unter aktuellen Bedingungen, - individuell bestimmt von unbewussten Gehirnzuständen.

Für jede 'bewusst gefällte' Entscheidung muss eigene Verantwortung getragen werden, aber weniger für 'unüberlegte', unbewusst bestimmte oder Affekt-Handlungen.

Starke Erregungen für Emotionen und Affekte behindern logisches Urteilsvermögen.

Vernünftiges Entscheiden wird erschwert durch unbewusste emotionale und soziale Einflüsse.

Die Macht des Unbewussten führt zu instinktiven Reaktionen und intuitiven Aktionen, die erst nach ihrem Bewusstwerden möglicherweise korrigiert werden können.

Unbewusste Automatismen können zu Irrtümern führen, die zu spät bewusst werden.

Über viele Automatismen unseres Denkens und Handelns sind wir uns selbst kaum bewusst; aber von unseren Kritikern werden unsere Eigenarten oder Angewohnheiten als individuelle Verhaltensmuster erkannt und aus subjektiver Sicht bewertet.

Die Bedeutung von unüberlegten und unbewussten Äußerungen wird uns zu spät bewusst, erst dann wenn wir ihre Wirkungen auf Andere mit Erstaunen feststellen.

Unbewusste Gewohnheitshandlungen werden uns erst dann bewusst, wenn wir ihre "ungewollten" Konsequenzen erkennen.

Zielorientiertes Erwägen einer optimalen Entscheidung wird ermöglicht durch 'antizipative' subjektive Bewertung von zu erwartenden Handlungskonsequenzen, die empirisch oder theoretisch vorausgesagt werden können.

Ein Ziel wird zum Zweck einer Handlung mit Hilfe von verfügbaren Mitteln zu seiner Erreichung (vgl. Mittel-Zweck-Analyse).

Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel, deren Auswahl die Effizienz und Auswirkung der Handlung bestimmt.

Wer das Sagen hat, bestimmt die Zielrichtung für sein Gefolge, dessen Wohl von ihm verantwortet werden muss.

Schwierig ist die prognostische Einschätzung wahrscheinlicher Risiken durch möglichst wissenschaftlich fundierte Voraussicht zur Gewinnung von "rationaler" Einsicht zwecks "intelligenter" Handlungskontrolle.

Voraussicht zur Absicherung erfordert "worst case tests", d. h. kritische Untersuchungen dessen, was im schlimmsten Fall passieren könnte.

Ein Weitsichtiger mit guter Voraussicht hat bessere Einsicht als viele Kurzsichtige mit der besten Absicht.

Planlos leben mit naiver Zuversicht ist bequemer als voraussichtiges Denken mit ungewissen Modellvorstellungen beim Problemlösen.

Vorausschau und Denken im Großen fehlt Pragmatikern, die sich nur mit Nächstliegendem im Kleinen befassen, wobei sie den Nutzen ihres Handelns im Auge haben.

Zu unserem eigenen Schutz müssen wir vorausschauend versuchen, unsere existenziellen Probleme zu erkennen, um mögliche Lösungen rechtzeitig finden zu können.

Eine relative Sicherheit ist nur durch Vorsicht und gegenseitige Rücksichtsnahme erreichbar, wobei Risiken "intelligent" abzuschätzen und rechtzeitig eigene Konsequenzen zu ziehen sind.

Wer selbständig handelt, um mit Selbstvertrauen seine Probleme selbstbestimmt zu lösen, ist mit eigenen Projekten beschäftigt und zeigt wenig Interesse an Problemen anderer, die ihm nicht nahe stehen.

Wer eigene Fehler selbstkritisch prüft und aufrichtig zugibt, hat Rückgrat. - Wer gelassen seine Schuldlast erträgt, muss dazu breite Schultern haben.

Eigene Fehler aus Leichtsinn sind die ärgerlichsten.

Wer sich über korrigierbare Fehler anderer verständnislos ärgert ist selber schuld.

Wer nach seiner Hilfeleistung für andere eine soziale Anerkennung erwartet, kann enttäuscht werden, denn "Undank ist der Welt Lohn".

Ärgerliche Enttäuschung über Unerwartetes oder Irrtümliches kann zu Schuldzuweisung und Streit führen, ist aber kein ausreichender Grund für verbitternde Gegnerschaft.

Wichtiger als schadensvergrößernde Schuldzuweisungen sind Fehlerkorrekturen und praktikable Verhütungsmaßnahmen.

Erst, wenn Unrecht offenkundig ist, wird Ethik gefordert.

Ethik ist die Lehre vom Sittlichen für normative Regeln des 'richtigen' und 'guten' Handelns mit der Orientierung an Zielen und Pflichten. Dabei können Handlungen gemäß Werten ihrer Konsequenzen oder Intentionen moralisch beurteilt werden. [11]

Moralisten und Religionen haben bisher vergeblich versucht, mit ethischen Maximen und normativen Verhaltensregeln für alle Menschen sozialen Frieden zu erreichen.

Kluge Rechthaber mit praktischer Einsicht wirken selbstbewusst und selbstsicher.

Selbstvertrauen ist gut, doch besser wäre Selbstkontrolle für kluges Handeln.

Der "vernünftige" Mensch kann sich selbst kontrollieren und nutzt quasi ein Selbstmodell für individuelle Einsicht und Voraussicht.

Vernünftige Selbstkontrolle eines verstehenden Subjekts erfordert 'Wissen vom Sein des Selbst', d. h. Selbstbewusstsein (vgl. Meta-Automat über Basis-Automat [1][3]).

Vernünftige Selbstkontrolle und freudiges Lachen sind zu fördern bei der Ausbildung von intelligenten Menschen.

Eine 'ethische' Verhinderung oder Einschränkung von unwissentlich gesteuerten 'instinktiven' (Re-)Aktionen oder 'emotional konditionierten' Affekthandlungen (vgl. Selbstbeherrschung) kann nur durch 'rationale' Selbstkontrolle gelingen.

Emotional konditionierter Eigensinn und unbewusste Rücksichtslosigkeit sind schwer beherrschbar durch bewusste Selbstkontrolle, die zu erstreben ist mit vernünftigen Argumenten der Logik und Ethik zwecks Vermeidung von sozialem Unrecht oder möglichem Schaden.

Vernünftige Selbstkontrolle mit Selbstkritik ermöglicht Selbsterkenntnis für besseres Verständnis durch 'intentionales' Lernen.

Die selbstreflexive Besonnenheit gilt als Tugend des rechten Maßes, insbesondere zur Einschränkung von Begierde, bei der rationalen Entscheidungsfindung durch Abwägen von alternativen Handlungskonsequenzen mit der Orientierung auf Disziplin und Anerkennung der Realität.

Wem es mit Besonnenheit gelingt, sein Eigeninteresse auf sozialverträgliches Maß zu beschränken, der kann dann lieblose Einsamkeit vermeiden, wenn er immer wieder kooperativ auf Partner zugeht und mit Toleranz das persönliche Miteinander anstrebt.

Das menschentypische Verlangen nach sozialer Anerkennung entspricht dem Geltungsdrang und wirkt motivierend für Imponiergehabe, Besitzstreben, Karrieredenken, Ruhmsucht oder Machtanspruch; - im Gegensatz dazu gibt es die Bescheidenheit, Gelassenheit, Ausdauer und relative Zufriedenheit des Weisen, der selten fragt, ob er glücklich ist.

Dem 'naiven Glücksucher' fehlt eine notwendige Akzeptanz der begrenzten Erreichbarkeit des Verlangten (Spaß, Freude, Lust, Erfolg oder Geltung); - deshalb erlebt er im Fall der Nichterlangung eine persönliche Unzufriedenheit oder Resignation, die emotional ausufern kann zu Wut bzw. Verzweiflung, auch zu Hass auf vermeintlich Schuldige.

Mit sich selbst unzufriedenen Menschen benötigen Ablenkung von depressiven Gedanken, - am besten durch Beschäftigung mit nützlichen Aufgaben.

Aktive Menschen gelten allgemein als optimistisch und risikofreudig, weil sie mühevolle Absicherungen oft unterlassen.

Passive, denkfaule Menschen erwarten, dass ihnen gesagt wird, was zu tun ist.

Der wenig wissende Mensch hat keine Weitsicht. Er sieht nur einen Teil der näheren Umwelt - innerhalb der Grenzen seines egozentrischen Blickwinkels.

Mangelhaftes Wissen und geringes Denkvermögen sind Gründe für Unverstand und falsche Meinungen, auch für Aberglaube und Fanatismus.

Mangelnde Einsicht wegen zu geringem Wissen erweist sich mit falschen Urteilen und schlechten Entscheidungen.

Eingeschränktes Interesse und unzureichendes Wissen erschweren eine kognitive Verbesserung des Verstehens und ein Lernen durch Einsicht.

Der Klügere kann nur dann nachgeben, wenn er dadurch keinen zu großen Schaden erleiden wird, der gemäß seiner ethischen Haltung noch zu akzeptieren ist.

Schnellfertige Urteile und Illusionen der Überschätzung haben ihre subjektiv gefärbten Quellen in der Verdrängung von Problemen, d. h. in bequemem Schwarz-Weiß-Denken bzw. himmelblauem Wunschdenken.

Die Mutter naiver Wünsche ist die Unwissenheit.

Wer zielstrebig lernt, sich über Wesentliches zu informieren und sich durch Einsicht selbst zu helfen, der nutzt seinen Verstand mit einer gesunden Eigennutzorientierung zur Selbsterhaltung.

Der "Kampf ums Dasein" erzielt den Selbsterhalt durch wirksame Bemühungen für den Selbstunterhalt.

Das natürliche Gewinnstreben dient existenziell der Selbsterhaltung durch subjektive Bedürfnisbefriedigung und ermöglicht eine 'selbst bestimmte' Autonomie.

Der emotional konditionierte Mensch wird durch seine impliziten Motive verleitet zu egoistischem Denken und Handeln, auch zu aggressivem Verhalten ohne Mitgefühl.

Der egoistische Mensch sieht seinen Vorteil ohne Rücksicht auf andere Lebewesen.

Eigennutz erscheint dem Egoisten vorteilhafter als Anteil am Gemeinnutz, der Eigenverzicht verlangt.

Als wertvoll schätzt der Mensch nur das, was er als sinnvoll oder nützlich bewertet.

Wo sich alles nur ums Geld dreht, ist Kapital die Achse des Lebens.

Jeder versucht sich das zu nehmen, was er kriegen kann; nur der Weise bescheidet sich mit geringeren Ansprüchen.

Wer seine Bedürfnisse an Erreichbares anpassen kann, dem geht es gut.

Das gesunde Maßhalten einer realistischen Lebensführung erfordert eine sinnvolle Begrenzung der individuellen Ansprüche gemäß natürlicher Eigennutzorientierung und kann gelingen durch vernünftige Selbstkontrolle und rationale Einsicht, wobei das jeweils 'rechte' Maß schwierig zu bestimmen ist, - angesichts verführender Werbung und sittlicher Indoktrinierung.

Der profitorientierte "Homo sapiens" könnte seine riskanten Probleme sozialverträglich lösen, wenn er das 'rechte Maß' für seine eigennützigen Bestrebungen jeweils finden und einhalten würde.

Wer nicht dankbar für Erreichtes ist und seine Wünsche nicht unter Kontrolle hat, wird ein unzufriedener und getriebener Mensch bleiben.

Große Vielfalt gefällt den Einfältigen, obwohl ihnen das Auswählen schwer fällt.

Fairness in Kampf oder Spiel verlangt die Einhaltung von festgelegten Regeln, die den Gegnern vorher bekannt sein müssen.

Wenn der Sieger mit dem Weitersiegen nicht aufhört, dann gibt es am Ende nur noch Besiegte.

Wenn jeder Recht haben will, dann ist Gerechtigkeit Mangelware.

Wo es keine Gerechtigkeit gibt, nützt es einem nicht, Recht zu haben.

Dem Ungerechten sind Großmut und Milde fremd.

Tiere können anderen etwas vortäuschen, der listige Mensch kann lügen und betrügen.

Betrüger und Wucherer entlasten sich mit dem Argument, dass sie nur das verkaufen, was Kunden haben wollen.

Eitelkeit und Geltungsdrang sind menschliche Schwächen. Ihre negative Steigerung führt über Rücksichtslosigkeit zu zynischem Machtmissbrauch, sogar bis zu gewalttätigen Aggressionen.

Wenn jeder nur an sich denkt, dann gibt es nur rücksichtsloses Gewinnstreben und kein soziales Miteinander, keine Hilfsbereitschaft und auch keine Solidarität.

Menschen, die sich nicht selbst helfen können, erwarten Hilfe von anderen und sind dann verloren, wenn sie keine fremde Hilfe erlangen.

Isolation und Einsamkeit fördern eigensinnige Selbständigkeit, können aber auch zu depressiver Hilflosigkeit führen.

Selbstvertrauen gibt Mut zum Problemlösen nach der Methode "Versuch und Irrtum".

Ein "Anständiger" handelt nach bestem Wissen und Gewissen.

"Gewissen" kann mit einer 'ethisch-moralischen' Bewertungsinstanz im Stirnhirn erklärt werden, für die aber keine universellen Wertekategorien aus der Menschheitsgeschichte ableitbar sind.

Das kritische Selbstverständnis für eine "gewissenhafte" Handlungsplanung gelingt mit fundiertem 'Wissen vom Sein des Selbst' (def. Selbstmodell analog Selbstbewusstsein).

Unsere Orientierung müssen wir stets überprüfen und auch korrigieren zwecks vernünftiger Umorientierung durch Lernen aus Fehlern.

Für eigensinnige Ziele und Aktionen sollte man besonnen das rechte Maß finden, damit ihre sozialen Auswirkungen von unverständigen Gegnern nicht bekämpft werden.

Meinungsstreit und Nichtverstehen schmerzen umso mehr, je enger die Beziehungen zum Partner sind.

Die spürbare Ohnmacht unserer Vernunft gegenüber Unverstand und Überschätzung darf uns nicht entmutigen, immer wieder aus unseren Erfahrungen und Fehlern zu lernen. - Nur durch Selbstlernen können wir erforderliches Wissen in unserem unvollkommenen Steinzeitgehirn ausbilden.





4.4. Selbstbestimmung und Lebenskunst  -  Weiterlernen, Gelassenheit und Humor

Durch wissentliche Selbstbeobachtung kann Selbsterkenntnis gewonnen werden, die zur Ausbildung des Selbstbewusstseins beiträgt und nützlich ist für 'rationale' Selbstkontrolle und Selbstkritik, insbesondere zwecks "Selbstkorrektur" durch Lernen aus eigenen Fehlern.

Selbstbewusste Menschen haben spezielle Vorstellungen von sich selbst (vgl. Selbstkonzept) und ein Selbstverständnis für 'eigenwilliges' Agieren gemäß ihrer subjektiven Einstellung.

Ein selbstbezüglich denkender Mensch nutzt sein 'bisher bewährtes' Wissen für empirische Urteile und situationsangepasste Entscheidungen, die erforderlich sind für "problemlösendes" intelligentes Handeln zwecks Selbsterhaltung und Bedürfnisbefriedigung. Um erfolgreich handeln zu können, benötigt er profunde Kenntnisse, die ihm die Einsicht in wirkliche Zusammenhänge gewähren.

Erkenntnisvermögen für ausbildbares Erfahrungswissen befähigt den Menschen zum Lernen durch Einsicht für kluges Handeln, - auch zu vernünftiger Selbstbestimmung durch Aufklärung gegenüber dogmatischen Ideologien.

Der sprachbegabte, selbstbezüglich denkende Mensch kann sinnlose und sinnvolle Fragen zu Gegenständen seiner Begriffswelt stellen.

Als "selbstverständliche" Erscheinungen aufgefasste Wahrnehmungen des Menschen können von ihm kritisch hinterfragt werden und sind dadurch neu bestimmbar als "erstaunliche" Phänomene, deren wissenschaftliche Erforschung oder philosophische Beschreibung möglich ist mittels Erkenntnissen von begriffenen Zusammenhängen der untersuchten Sachverhalte.

Ein ideales Lebensziel ist das "Verstehen lernen" durch Erkenntnisse zur Wissensverbesserung zwecks Wahrheitsfindung, d. h. das Gewinnen von Einsicht in natürliche Zusammenhänge mit Respekt vor dem Leben.

Wer die Zeichen der Zeit erkennt und wesentliche Zusammenhänge der veränderten Umweltbedingungen begreift, gewinnt die notwendige Einsicht zur Selbsthilfe durch neue Erkenntnis für konstruktives Verstehen, das aber durch unbewusste Denkroutinen gestört oder behindert werden kann.

Wer meint, genügend zu wissen, der behindert sein Dazulernen.

Mögliche Wissenskorrekturen durch Umlernen und Weiterlernen führen zur schrittweisen Verbesserung des ausbildbaren Erfahrungswissens für empirische Urteile und (Vor-)Aussagen (vgl. wissenschaftliches Auffinden der relativen Wahrheit ohne Gewissheit).

Die schwierige Selbsterkenntnis ermöglicht die realistische Einschätzung und Beurteilung eigener Talente und Fähigkeiten, - als Voraussetzung für eine Selbstverwirklichung der Persönlichkeit und auch für eine Stärkung des Selbstwertgefühls, das vom sozialen Verhalten rückwirkend mitbestimmt wird.

Hohes Ziel für Selbständigkeit ist die "vernünftige" Selbstbestimmung durch rationale Selbstkontrolle mit einer 'sozialverträglichen' Eigennutz-Orientierung.

Vernünftige Selbstkontrolle zur lerntypischen Verbesserung des Verstehens ist möglich mit kritikfähiger Selbstreflexion.

Wer sich nicht unter Kontrolle hat, lässt sich gehen und wird zumeist unbewusst gesteuert ohne 'rationale' Selbstkontrolle (vgl. fehlende Selbstbeherrschung).

Lebenskünstler pendeln erfolgreich zwischen riskantem Austesten eigener Grenzen und sicherheitsorientierter Selbsteinschränkung.

Lebenskunst erfordert das Finden und Einhalten des rechten Maßes für eigenwillige Bestrebungen.

Die bewusste Selbstverwirklichung ist eine Lebenskunst. Sie gleicht einer gefährlichen Gratwanderung zwischen faulen Kompromissen und kämpferischer Selbstaufopferung.

Das Leben glücklich meistern ohne Klagen, - das ist Lebenskunst.

Wer Schönes am Leben mit Freude findet und wer Leid ohne Verzagen ertragen kann, der wird als ein 'Lebenskünstler' geachtet.

Dem lernenden Lebenskünstler mit Selbstvertrauen gelingen optimale Entscheidungen zum Selbsterhalt, besonders durch Selbsthilfe und Selbstvorsorge.

Der Selbstständige hat gelernt, sich selbst zu helfen und kann so seinen Selbsterhalt sichern. - Der Unselbständige ist auf fremde Hilfe angewiesen, die er nicht fordern, aber erbitten darf.

Menschen, die sich nicht selbst helfen können, erwarten Hilfe von anderen und sind dann verloren, wenn sie keine fremde Hilfe erlangen.

Hohe Lebenskunst wird bestimmt als Lebensweisheit aufgrund von Erfahrungen und Erkenntnissen für rationale Einsicht beim Denken und Gestalten.

Auch Lebenskünstler machen Fehler, die sie erkennen sollten, um aus ihnen zu lernen.

Menschen urteilen subjektiv über die objektive Welt, abhängig von eigenem Erfahrungswissen, aber auch mit angenommenen Meinungen und Vorurteilen.

Wir sehen die Dinge und Probleme gemäß unserer Sichtweise. Wir urteilen subjektiv, - meist pauschal, voreingenommen oder mit geringer Kenntnis des wirklichen Sachverhalts. Unser subjektives Urteil kann sich ändern, wenn wir selbst betroffen sind oder wenn wir es der Mehrheit nachahmen.

Der unperfekte Mensch ist nicht frei von Irrtümern oder Vorurteilen.

Typisch für menschliche Irrtümer sind Fehlurteile aufgrund falscher Vorstellungen wegen mangelnder Sachkenntnis.

Gründe für Fehlurteile oder unwahre Behauptungen sind falsche Vorstellungen oder Annahmen, jeweils bestimmbar als irreale Anschauung oder Fehleinschätzung aus Unkenntnis des wahren Sachverhalts, - infolge von Nichterkennung des Wesentlichen wegen Wissensmangel oder Unachtsamkeit.

Wir verallgemeinern und vermuten zu viel, weil wir zu wenig wissen.

Wer wenig weiß, will zeigen, dass er etwas weiß.

Wenn wissende Menschen alles wüssten, was sie nicht wissen, erst dann wären sie allwissend.

Gut auszusehen ist Menschen wichtiger als Notwendiges einzusehen.

Wer sich nicht informiert, findet sich nicht zurecht.

Wer sich gut informiert, verbessert sein empirisches Faktenwissen. Damit kann er Einsicht in Sinnzusammenhänge durch analytisches Nachdenken erlangen, wozu ein kritisches Hinterfragen von Aussagen erforderlich ist.

Wer kritisch nachdenkt, findet Zweifelhaftes.

Kritisches Denken über Probleme belastet den Verstand, erfordert "trockene" Logik und wirkt meist verunsichernd.

Schwachsinn ist unlogisch; Wahnsinn kann logische Methode werden.

Wer über imposante Beobachtungen nachdenkt, stellt schwierige Fragen. - Wer schnellfertige Antworten findet, denkt oberflächlich.

Wer wissen will, was wirklich wahr ist, kommt in Konflikt mit pragmatischen Denkgewohnheiten und ideologischen Theorien.

Ein Einzelkämpfer mit Selbstvertrauen kann durch mutige Kritik und Engagement bisherige Denkgewohnheiten in Frage stellen, auch Denktabus brechen, wodurch neue soziale Entwicklungen veranlasst werden können.

Wer kritische Feststellungen unbedacht sagt, muss sich emotionalen Widerspruch sagen lassen.

Ein verantwortungsbewusster Kritiker, der negative Tendenzen für die Zukunft früher als andere erkennt, wird oft nicht als Warner ernst genommen, sondern als ängstlicher Miesmacher verstanden. Für die Mehrheit ist er ein unbequemer Störenfried und für die Machthaber ein Feind.

Wer Unwahrheiten kritisiert oder Mängel aufzeigt, wird als 'negativ denkender' Besserwisser missverstanden.

Auf Gutgläubige und Unwissende wirkt ein Realist wie ein negativ denkender Pessimist.

Ein kritischer Realist, der für Wahrheit und Gerechtigkeit offen eintritt, versucht objektiv zu urteilen und kommt damit in Widerspruch zu subjektiven Ansichten und Vorurteilen.

Je komplexer Schwerverständliches ist, desto mehr wird nach Leichtverständlichem gesucht, - nach möglichst einfach übernehmbaren Regeln oder nachahmbaren Aktionen.

Der Sinn suchende Mensch versucht auch Sinnwidriges für sich verständlich zu machen.

Behauptungen oder Fehlurteile durch irrige Selbsttäuschung können solange nicht revidiert werden, bis die dafür notwendige Einsicht durch korrektive Selbsterkenntnis gewonnen wird.

Urteilsschwäche (Unverstand) wegen unzureichender Einsicht in komplexe Zusammenhänge kann konstruktiv kompensiert werden mit "pragmatischen" Regeln und "ratgebenden" Theorien durch reduktionistische Vereinfachungen, insbesondere gemäß fiktiven Postulaten oder spiritistischen Axiomen, die bestimmt werden als konzeptionelle Hypothesen für Glaubenssätze von Ideologien.

Von Ideologien indoktrinierte Überzeugungen gemäß utopischen Wunschvorstellungen oder dogmatischen Glaubenssätzen behindern eine realistische Aufklärung für rationale Einsicht.

Ideale Illusionen und Fiktionen beeindrucken nicht nur Jugendliche; dagegen sind realistische Ansichten zur Aufklärung oft unerfreulich oder wirken belastend als unerwünschte Seinserfahrung.

Revolutionäre Ideale wie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind gegensätzlich zu persönlichem Machtstreben, zu Gewinnsucht und Geltungsdrang des Menschengehirns.

Wie bisher erfolgt jede Kriegsvorbereitung mit demagogischen Lügen und überzeugenden Reden für Freiheit und Frieden.

Wer Frieden im Großen will, muss für Frieden im Kleinen sorgen.

Der Blick zurück auf Vergangenes und Vergebliches ist nicht so wichtig wie der Blick vorwärts auf Zukünftiges, weil das Kommende gemeistert werden muss.

Unrealistische Weltbilder in Gehirnen verursachen Konflikte und Leid.

Aufklärung über soziale Seinserfahrungen kann menschliche Beziehungen verbessern.

Die Menschen würden sich besser verstehen und vertragen, wenn sie ihre subjektiven Ansichten und unterschiedlichen Gesichtskreise besser in Übereinstimmung bringen könnten. Sie müssten hierzu mehr Gemeinsamkeiten ihres Denkens und Wissens suchen - und finden.

Ein sozial "angepasster" Mensch übernimmt modisch wechselnde Verhaltensmuster und akzeptiert auch traditionelle Bräuche, Riten und Zeremonien. Aufgrund seiner mangelnden Skepsis gegenüber neuen Angeboten ist seine Gesinnung von verführerischen Medien und Personen leicht manipulierbar, womit er sich fremd bestimmen, benutzen oder ausnutzen lässt.

Naiv urteilende Menschen mit Geltungsdrang lassen sich verleiten zu modischen Überzeugungen und auch unfairen Taten.

Ein sensibler "ängstlicher" Mensch vermeidet emotionale Depressionen durch eine "schützende" Selbstbeschränkung seines Mitgefühls auf die ihm Nahestehenden. Er unterdrückt politisch-soziale Reflexionen und zeigt Ablehnung gegenüber vorausschauenden Problemdiskussionen, die ihm seine Macht- und Ratlosigkeit gewahr werden lassen.#

Die Trägheit der Gleichgültigen oder Ängstlichen ist ein großes Hindernis für den Tatendrang des Tüchtigen.

Lähmende Gleichgültigkeit verhindert nötige Vorsicht, Rücksicht und auch Voraussicht; sie resultiert aus einer Abstumpfung gegenüber dem Unerfreulichen und der allgemeinen Reizüberflutung durch die Medien.

Mit dem Alter verfestigen sich eigene Ansichten zu Überzeugungen für stereotype Urteile, auch für Begründungen von Desinteresse und Resignation.

Allgemeine Resignation oder nur Desinteresse gegenüber wissenschaftlichen Fragen zeigen viele Menschen, die sich nicht mit für sie unlösbar erscheinenden Problemen belasten wollen.

Nihilistische Kritik an der Welt wirkt auf Menschen lebensfeindlich und ist deshalb destruktiv. - Zur Überwindung von Resignation dient konstruktive Kritik, die Wege zur Selbsthilfe aufzeigt.

Optimistisches Denken fördert Gesundheit und Tatkraft zur Erreichung von realistischen Zielen der Glückssuche.

Optimisten glauben an mögliche Problemlösungen und menschlichen Fortschritt.

Wer eine Verbesserung anstrebt und deshalb kritisiert, kann nur durch große Eigenleistung Anerkennung finden.

Wer durch erfolgreiches Handeln nutzt, kann mit sich zufrieden sein.

Nützliches für sich und andere tun bedeutet: die kurze Lebenszeit sinnvoll nutzen.

Wer seine Schaffenskraft nutzvoll einsetzt, führt ein erfülltes Leben.

Ein glückliches Leben ist möglich durch sinnvolles Tun zwecks Selbsterhaltung und sozialer Anteilnahme.

Unerwartete Übereinkünfte sind wertvoller als erwartete Einkünfte.

Viele kleine und wenig große Lebensfreuden helfen uns über den existenziellen Ernst des Lebens und mögliche Schicksalsschläge hinweg.

Verschonung vor Leid ist mehr Glück als ein unerwarteter Gewinn.

Im Lebenskampf hilft persönliche Entschlusskraft zur Überwindung von Unglück und Leid, - entsprechend einem eigenen Schlüssel zum Glück, mit dem wieder Quellen der Lebensfreude erschlossen werden können.

Rationale Selbstkontrolle verhilft zur Altersweisheit: Klagen vermeiden und Freude suchen.

Das Gefühl der Freude über einen schönen Eindruck wird als Glücksmoment erlebt entsprechend dem Bewusstmachen von emotionalem Wohlempfinden.

Schönes freudig erkennen und dankbar erleben, - das ist Glück.

Glücklich ist, wer sich freuen kann.

Die natürliche Freude beim Begreifen beobachteter oder entdeckter Zusammenhänge unterstützt das menschliche Erkenntnisstreben.

Wer die Natur mit kindlichem Erstaunen entdeckt und mit beglückender Freude begreifen kann, verfügt über die nötige Begeisterung für sein kreatives Gestalten.

Erlebte Freude am Denken und Gestalten ermutigt und stärkt das Selbstvertrauen.

Kreativ denken bedeutet, innovative Problemlösungen mit neuer Einsicht in Wesentliches finden.

Kreatives Denken geschieht "intuitiv" oder mit heuristischen Methoden, die für Arbeitshypothesen oder Heuristiken zum Problemlösen nutzbar sind.

Wo sicheres Wissen fehlt, kann nur gutes Vermuten helfen.

Erfinderisch entworfen werden neue begriffliche Assoziationen für konstruktive Konzepte, insbesondere als Ansätze zum Problemlösen.

Jede kreative Vermutung oder Idee stößt anfangs auf Unverstand und hat die Bequemlichkeit als Feind.

Neue Theorien als wegweisende Denkmodelle gewinnen erst dann an Bedeutung, wenn Experten sie richtig verstehen und unterstützen.

Gerechte Urteile über einen neuen Sachverhalt kann nur derjenige fällen, der die spezifisch neuen Zusammenhänge durch sachkundige Untersuchung selbst festgestellt, korrekt erfasst und richtig im Kontext verstanden hat.

Nicht verstandenes Neues wird meist emotional abgelehnt aufgrund von subjektiven Vorurteilen und unzureichendem Wissen.

Außergewöhnliches erregt die Aufmerksamkeit für Neues; aber dessen richtiges Kennenlernen gelingt erst durch deutende Untersuchung und unvoreingenommene Bewertung.

Wer mit eigenen Ideen etwas Neues schafft, - auch wenn sich keiner dafür interessiert, keiner etwas dafür bezahlt und keiner ihn lobt, - der ist ein 'kreativer' Künstler oder ein Erfinder, der auf seine Anerkennung lange warten kann.

Erfolgreiches Wirken gelingt durch aufrichtiges Miteinander beim Problemlösen.

Verständnisvolle Kooperation gelingt den kompromissbereiten Partnern, die zu Geduld und Einsicht fähig sind.

Rücksichtsvolles Miteinander ist eine Vorstufe für liebevolles Füreinander solidarischer Partner aufgrund ihrer erlernten Befähigung zu Mitgefühl, Mitdenken und Koperation.

Bemühungen zum Miteinander durch Aufeinanderzugehen verbessern das Verstehen durch gegenseitiges Kennenlernen.

Ein freundliches Wort im rechten Moment wirkt Wunder - und verbindet.

Kritische Äußerungen eines aufrichtigen Freundes können zwar verletzend sein, dürfen ihm aber nicht nachgetragen werden.

Subjektive Vorwürfe und Meinungsverschiedenheiten schaffen ärgerliche Distanzen, die am besten durch beiderseitiges Aufeinanderzugehen überwunden werden können.

Gelassen die Ruhe bewahren trotz Störung gelingt mit Toleranz.

Auf dem Weg zur Altersweisheit müssen wir lernen, vergebliche Anstrengungen und erfolglose Bemühungen möglichst gelassen hinzunehmen.

Zur Altersweisheit gehört ein dickes Fell.

Dickhäuter ertragen fremde Stöße und selbstverursachte Anstöße.

Je älter man wird, um so mehr muss man beim Durchhalten aushalten.

Wir müssen lernen, unsere Enttäuschungen mit Würde und Toleranz zu ertragen. Dabei helfen uns Aufrichtigkeit, Humor und Tapferkeit.

Humorvolles Lachen macht den Ernst des Lebens erträglicher.

Wer Absurdes nicht zu ernst nimmt und darüber lachen kann, hat Humor und versteht Spaß.

Wer trotz alledem nur lächeln kann und die Ruhe bewahrt, ist ein Weiser mit Humor.

Wer über sich selbst lachen kann, hat selbstkritischen Humor.

'Froher Verstand' befähigt zu Einsicht mit Humor.

Echte Lebenshilfen sind Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Humor, - wohl dem, der dazu fähig ist.


Siehe auch: »Freude am Denken und Gestalten« [23] und » Zitate-Archiv [9] im LISS-KOMPENDIUM





Literaturverzeichnis


[1] Liß, E.: Induktives Lernen kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen für intelligente Automaten.
      msr, Berlin 29 (1986) H. 9, S. 411 - 416; H. 10, S. 465 - 470 (zwei Teile),
    - siehe ScanCopy: » Induktives Lernen kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen (I und II), -
      daraus Auszüge und Thesen in: » Beiträge zu Definitionen und Konzepten einer Kognitiven Logik;

Siehe auch folgende Basis-Publikationen:

[1a] aus 1982: Logische Struktur zum Darstellen von Wissen für intelligente Automaten,
    Essay in Nachrichtentechnik-Elektronik, Berlin 33 (1983) H. 10, S. 403 - 408 (Manuskripteingang: 15.03.1982),
    - siehe ScanCopy: » Dynamische Wissensdarstellung in kognitiv-logischen Gedächtnissystemen

[1b] aus 1982: Lernfähiger Zuordnungskomplex - assoziatives Gedächtnissystem intelligenter Automaten,
    Essay in Nachrichtentechnik-Elektronik, Berlin 34 (1984) H. 7, S. 269-274 (Manuskripteingang: 15.03.1982),
    - siehe ScanCopy: » KI-Konzept 'Lernfähiger Zuordnungskomplex' - ein Ansatz für Kognitive Logik

[1c] aus 1980:  Lernender Homöostat zur Demonstration adaptiver Steuerungen mit künstlichem Intellekt,
    Essay in 'messen-steuern-regeln'  msr, Berlin 25 (1982) H. 9, S. 489 - 493 (Manuskripteingang: 1980),
    - siehe ScanCopy: » LERNENDER HOMÖOSTAT - erstes Simulationsmodell mit kognitiver Logik

[1d] aus 1978: 'Automat mit künstlicher Intelligenz' - DDR-Patentschrift 145 436, WP G 06 F / 208 324,
            erteilt am 10.12.1980 (Anmeldung am 09.10.1978) - erste meiner 20 Patentanmeldungen
            (vgl. [5] und Literatur in [1])

[2] Liß, E.: "Lernender Homöostat" mit kognitiver Logik für rationale Autonomie (3. KI-Modell seit 1980), -
                  seit 2001 im Internet zugänglich als interaktives Smulationsmodell -
        dazu Kurzbeschreibung: » »Lernender Homöostat« - eine interaktive Existenz-Simulation

[3] Liß, E.: Systemkonzept 'Intelligenter Automat' für kognitive Logik (PDF-Datei - seit 11/2004), -
            Definitionen, Thesen, Gehirnmodell und System-/Organisationskonzept, - mit Auszügen aus der
            DDR-Patentschrift 201 356, G 06 F 15/18, angemeldet am 18.11.1981, Titel: Programmierbare
            Logikanordnung für intelligente Automaten und adaptive Steuerungen mit künstlichem Intellekt

[4] Liß, E.: Grundbegriffe zur Kognitiven Logik (Definitionen und Thesen, Exzerpt, publ. seit 2002)

[5] Liß, E.: Wissenschaftliche Publikationen zu Konzepten für Denkmodelle der Kognitiven Logik (seit 1978)

[6] Liß, E.: Gehirnstrukturen für Lernen und Gedächtnis (Neuere Erkenntnisse, publ. seit 2003)

[7] Liß, E.: Kognitiv-logische Modellbildung (Zitate-Auswahl und Erkenntnisse der Hirnforschung)

[8] Liß, E.: Information - subjektive Nachricht für kognitive Systeme (Begriffsdeutung, - seit 2002)

[9] Liß, E.: »Zeitlose Weisheiten« - Erlesene Aphorismen aus drei Jahrtausenden (Zitate-Archiv)

[10] Liß, E.: Albert Einsteins Weisheiten und Ansichten (Zitate-Anthologie im LISS-KOMPENDIUM)

[11] Grosses Wörterbuch Philosophie, Compact Verlag München 2006, ISBN-13: 978-3-8174-7471-4

[12] Detel, W.: Grundkurs Philosophie, Bd. 1, Logik, Reclam, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-15-018468-4

[13] Liß, E.: Daten zu Universum und Menschheit (Konsequenzen der Entwicklung des Homo sapiens)

[14] Liß, E.: Synaptische Verbindungen im plastischen Neuronennetz (strukturelle Lerndisposition)

[15] Dietz, P: Auf der Suche nach einem neuen Bild des Menschen (Subjekt und Bewusstseinskultur)

[17] Damasio, A. R.: Der Spinoza-Effekt, Wie Gefühle unser Leben bestimmen, List-Taschenbuch,
Ullstein Buchverlage GmbH, Berlin, 2005, ISBN 3-548-60494-3

[18] Singer, W.: Entscheidungsgrundlagen, ein Auszug aus: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton 8.
Januar 2004, Nr. 6, S. 33 - Singer-Zitat: "Keiner kann anders als er ist. Verschaltungen legen uns fest:
Wir sollten aufhören, von Freiheit zu reden."

[19] LeDoux, J.: Das Netz der Persönlichkeit, Wie unser Selbst entsteht, Deutscher Taschenbuch Verlag,
München, 2006

[20] Roth, G.: Persönlichkeit, Entscheidung und Verhalten, Warum es so schwierig ist, sich und andere
zu ändern, Klett-Cotta, 2007, Sechste Auflage 2011

[21] Kandel, E.: Auf der Suche nach dem Gedächtnis, Die Entstehung einer neuen Wissenschaft des Geistes,
Wilhelm Goldmann Verlag, München, Taschenbuchausgabe 2014 (Original 2006)

[22] Liß, E.: Rätselhafte Symbolgrafiken erkennen und deuten (Deutung von symbolischen Darstellungen)

[23] Liß, E.: "Freude am Denken und Gestalten" (Aphorismen und Unikate) -
                  www.liss-kompendium.de/zitate/logos-relationen.pdf

[24] Liß, E.: Paradigma Kognitive Logik für intelligente Automaten (Exzerpt aus Publikationen von E.Liß) -
                  www.liss-kompendium.de/zitate/Paradigma Kognitive Logik.pdf

[25] Liß, E.: Kognitiv-logische Gedächtnissysteme als intelligente Automaten (Introduktion zu Publikationen) -
                  www.liss-kompendium.de/ki/koglog-intro.htm


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