Dr.-Ing. Eberhard Liß  -  Kognitive Logik im LISS-KOMPENDIUM - www.liss-kompendium.de/ki/ki-modelle.htm


Folgende Aussagen beziehen sich auf meine systemtheoretischen Konzepte einer Kognitiven Logik (publiziert seit 1978), insbesondere auf einige Thesen, Definitionen und gescannte Bilder der Veröffentlichung »Induktives Lernen kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen für intelligente Automaten«, - publiziert in 'messen-steuern-regeln'  msr, Berlin 29 (1986), H. 9, S. 411-416; H. 10, S. 465-470. - Verwiesen wird auf weitere Veröffentlichungen und drei seit 1980 praktisch erprobte Simulationsmodelle "Lernender Homöostat".


Beiträge zu Definitionen und Konzepten einer Kognitiven Logik

1. Multimodale Funktionshierarchie eines schematischen Gehirnmodells und definierte Lernformen

Die interdisziplinäre Erforschung von Gedächtnisprinzipien 'kognitiver Systeme' (nicht nur Gehirne) ermöglicht Denkmodelle für "Künstliche Intelligenz" (KI) mit dem Ziel der wissenschaftlich-technischen Entwicklung von nützlichen Artefakten und "intelligenten" Automaten, insbesondere von lernenden Robotern mit möglicher Selbstkontrolle und eingeschränkter Handlungsfreiheit für 'rationale' Autonomie gemäß einem sozialen Verhaltenskodex. - Durch interdisziplinäre Forschungsergebnisse zu verbessern ist das wissenschaftliche Verständnis von kognitiven Gedächtnisleistungen für höhere Lernformen hinsichtlich dynamischer Stabilität (Hömöostase) zwecks Selbsterhaltung unter veränderlichen Umweltbedingungen. [5][8][13]
Kognitive Leistungen des Gehirns kann der 'selbstreflexiv' denkende Mensch erforschen und darüber deklarative Aussagen formulieren, beispielsweise als Thesen zu prinzipiellen Erkenntnissen der möglichen Deutung seiner mentalen Reflexionen. Wegen der Komplexität von zu analysierenden Gehirnfunktionen gelingt nur ansatzweise die wissenschaftliche Bestimmung von kognitiven Gedächtnisleistungen für intelligentes Verhalten. Erzielt werden fundamentale Modellvorstellungen für systematische Beschreibungen und Erklärungen von Prinzipien lernfähiger Gedächtnisstrukturen, wozu eine hinreichende Selbsterkenntnis des Menschen notwendig ist. -
Ein Beitrag hierzu sind meine folgenden kenntnistheoretischen Begriffsdeutungen und neuartige Konzepte für relationale Modelle mit dynamischen 'kognitiv-logischen' Wissensdarstellungen zur Simulation kognitiver Leistungen von "denkenden" lernfähigen Gedächtnissystemen. [1] - [8]


    » Definierte Hirnabschnitte


Gehirnmodell - publ. 1986 [1]

Verglichen mit anatomisch ähnlichen Hirnabschnitten bei Wirbeltieren hat der Mensch eine evolutionär stark vergrößerte Großhirnrinde (Isocortex) mit assoziativen Bereichen (Assoziationscortex) für deklaratives Wissen, das mit expliziten Aussagen objektivierbar ist. Das menschliche Stirnhirn, besonders präfrontaler Cortex und Broca-Sprachzentrum, ist zuständig für symbolisch-abstraktes Denken mit sprachlichen Bewusstseinsformen für hoch entwickelte Intelligenz im Sinne der Fähigkeit zum Problemlösen durch 'vernünftiges' Urteilen und 'einsichtiges' Entscheiden unter der Voraussetzung von kognitiven Gedächtnisleistungen für Lernen. [9][13]
Der selbstlernende Mensch kann individuell denken, fühlen und handeln aufgrund von kognitiven Leistungen seines Gehirns, dessen impliziten und expliziten Funktionen wissenschaftlich erforschbar sind (vgl. Unbewusstes bzw. Bewusstsein). Das komplexe Zentralnervensystem ist beschreibbar als ein 'kognitives System' mit lernfähiger Gedächtnisstruktur, das markante Eigenschaften und Beziehungen von wahrgenommenen Gegenständen und Erscheinungen begrifflich unterscheiden und interpretativ verstehen kann. Aufgrund seiner 'strukturellen Lerndisposition' für ausbildbares Erfahrungswissen kann es neue Kenntnisse situationsbedingt erwerben und zusammen mit veranlagten Kenntnissen seines Basiswissens nutzen, um sein Verhalten situationsangepasst zu steuern. Unterschiedlich entwickelte Lernformen können hierarchisch klassifiziert werden und sind erklärbar mit meinem schematischen Gehirnmodell - als Arbeitshypothese für meine Patentanmeldung "Intelligenter Automat" (1978) und Computersimulation "Lernender Homöostat" (1980) - gemäß folgendem Bild aus [1]. [2][7][8]

Das Bild meines schematischen Gehirnmodells veranschaulicht für multimodal organisierte Hirnabschnitte (links im Bild) die multihierarchisch wechselwirkenden Funktionskomplexe in Zuordnung zu kognitiven Entwicklungsniveaus für 'gekapselt klassifizierte' Lernformen, - vom 'bedingten Reflex' aufsteigend zu höheren Lernformen (vgl. System- und Organisationskonzept in [2]). - Das Gehirnmodell dient als ein Forschungsansatz zur prinzipiellen Erklärung und Beschreibung von lernfähigen Gedächtnissystemen mit kognitiven Leistungen für intelligentes Verhalten, - basierend auf den definierten kognitiv-logischen Hauptprozessen: Identifikation von Objektklassen, Erkennung der Situation, Deutung und Beurteilung, Bewertung (für Antrieb, Emotion und Motivation), Entscheidung und Aktionssteuerung. Für modellierbare Funktionskomplexe gilt meine These: Die von sinnlichen Afferenzen (Input-Signalen) stimulierten 'interpretativen' Hauptprozesse der Identifikation, Erkennung und Beurteilung fungieren in multihierarchischer Wechselwirkung mit den 'reaktiven' Hauptprozessen der Bewertung, Entscheidung und Aktionssteuerung mittels Efferenzen (Output-Signalen), - vgl. mein Systemkonzept "Intelligenter Automat". [2][5][7][8]

Das natürliche Lernen im Sinne von erfahrungsbedingten Verhaltensänderungen ist charakteristisch für kognitive Systeme, die durch Selbstlernen ihr Verhalten an veränderliche Umweltbedingungen erfahrungsgemäß anpassen können. Lernen kann beitragen zur Selbsterhaltung eines kognitiven Systems in funktioneller Verbindung mit dessen dynamischer Stabilität (Homöostase) und 'rationaler' Autonomie (Selbstbestimmung) im Rahmen der Handlungsfreiheit.
Psycho-physiologisch klassifizierbare Lernformen für "intelligentes" Verhalten basieren auf individuell motivierten Entscheidungen für erfahrungsgemäß 'effektive' Handlungen (bedingte Aktionen), 'optimierte' Erwägungen oder 'einsichtige' Problemlösungen. Erforderlich für induktives Lernen und Problemlösen sind kognitive Gedächtnisleistungen zur Begründung empirischer Urteile unter dem Einfluss von subjektiven Bewertungen der kenntnisgemäß erinnerten Vorstellungen oder Erwartungen, insbesondere der mit Situationsmerkmalen assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" (Prädiktionen, vgl. 2.). [8][9]
Folgende Kategorien für 'hierarchisch gekapselt' klassifizierte Lernformen definierte ich in qualitativ aufsteigender Folge: 'bedingter Reflex', 'bedingte Reaktion', 'bedingte Aktion' (empirisches Urteil), 'bedingtes Erwägen optimaler Entscheidungen', 'Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge' und 'intentionales Lernen'. - Die definierten Lernformen (in hierarchischer Verschachtelung) sind prinzipiell vergleichbar mit zugeordneten Entwicklungsstufen des Gehirns analog philogentisch und epigenetisch entwickelten Funktionskomplexen in ausgebildeten Hirnabschnitten (vgl. Gehirnmodell, obiges Bild aus [1]). [2]
Die 'nieder entwickelten' Lernformen basieren auf reflexiven oder emotionalen Konditionierungen im evolutionär alten 'Reiz-Reaktion-System' des Nach-, Hinter- und Mittelhirns (vgl. Unbewusstes). - Qualitativ 'höher entwickelte' Lernformen werden bestimmt durch kognitiv-rationale Entscheidungen für 'erwogene' Entschlüsse (empirische Optimierung) oder 'vernünftige' Problemlösungen (rationale Einsicht). Diese basieren auf kognitiven Gedächtnisleistungen im Vorderhirn (Zwischenhirn und Endhirn). [9]
- Die Lernformen "bedingter Reflex", "bedingte Reaktion" oder "bedingte Aktion" werden 'primär unbewusst' vollzogen aufgrund von individuellen Erfahrungen für situationsbedingt erworbene Kenntnissse (def. bedingte Relationen in Form konditionierter Assoziationen) der lernfähigen Gedächtnisstruktur (vgl. 2. und 3.). Erfahrungsgemäß erinnerbar sind objektbezogene Erwartungen (assoziierte Voraussagen 1. Art), die als 'empirische Prädiktionen' berücksichtigt werden bei der 'synthetisierenden' Interpretation von erkennbaren Objekten oder Situationen (vgl. assoziative Afferenzsynthese). Die mit Situationsmerkmalen assoziierten Voraussagen werden subjektiv (emotional) bewertet und tragen dadurch funktionell bei zur Bestimmung von empirischen Urteilen (auch Vorurteilen) mit Auswirkungen auf 'erfahrungsbedingte' Entscheidungen und 'konditionierte' Handlungen (bedingte Aktionen bzw. angelernte Reiz-Reaktionen). [5][8]
- Die Lernform bedingte Aktion basiert auf einer "vorteilsorientiert" motivierten (emotional-egoistischen) Entscheidung entsprechend einer erfahrungsgemäßen Beurteilung der 'interpretativ' gedeuteten Situation (vgl. empirisches Urteil), beeinflusst durch die subjektive Bewertung der "aus Erfahrung" assoziierten Voraussage 1. Art als 'objektbezogene Erwartung' unter Berücksichtigung der subjektiven Lage und individuellen Einstellung (vgl. 2.). [7][8]
Das 'Lernen durch Erfahrung' oder 'Lernen am Effekt' (Erfolg durch Probieren) steht im Einklang mit der allgemeingültigen Lernmethode 'Versuch und Irrtum' (trial and error) für bedarfsabhängiges Problemlösen. [5]
Erfolgsorientierte Entscheidungen für 'effektive' Aktionen erfolgen unter dem Aspekt von situationsbedingten Handlungsabsichten (Motivationen) und werden erfahrungsgemäß mitbestimmt von subcorticalen Bewertungsinstanzen ('limbischen Strukturen' für Antrieb, Emotion, Motivation) in 'unbewusster' Wechselwirkung mit cortikalen Funktionskomplexen (assoziativer Cortex und Stirnhirnbereiche) für 'bewusste' kognitiv-rationale Leistungen (vgl. Arbeitsgedächtnis). - Durch 'rationale' Reflexion (Nachdenken) möglich sind wissentliche (bewusste) Überlegungen für logische Urteile oder erwägbare Entscheidungen, auch wenn sie keine unmittelbare Auswirkung auf die Planung und Steuerung von Handlungen haben (vgl. Macht des Unbewussten). - Mit Gedächtnisleistungen für "intelligentes" Verhalten gelingt die Entscheidungsfindung auf 'kognitiv-rationaler Ebene' in Wechselwirkung mit der 'obersten limbischen Ebene', wobei erwartete Konsequenzen von alternativ möglichen Handlungsoptionen bewusst oder zumindest halbbewusst abgewogen werden, um einen optimalen Entschluss mit vermutetem Effekt zu realisieren (vgl. empirische Optimierung). [9][13]
- Die Lernform bedingtes Erwägen optimaler Entscheidungen basiert auf Erfahrungen für erinnerbare effektorientierte Erwartungen (assoziierte Reafferenzen), die den mit abwägbaren Entscheidungsalternativen (Efferenzentwürfe/Efferenzkopien) assoziierten Voraussagen 2. Art entsprechen und zu bewerten sind als vermutete Konsequenzen von alternativ wählbaren Handlungsoptionen (vgl. These 5 unter 2.). - Die 'subjektiv' bewerteten Erwartungen von Handlungskonsequenzen (Voraussagen vermutlicher Effekte) werden bestimmt mit (induktiv) erworbenen Kenntnissen des Erfahrungswissens, insbesondere mit Erkenntnissen für angenommene Regeln, deren Übereinstimmung mit natürlichen Gesetzmäßigkeiten sich praktisch bewähren muss (vgl. Ungewissheit von Theorien). [2][13]
Für eine analysierte Problemsituation können alternative Lösungsansätze erfahrungsgemäß eingeschätzt werden durch "vorausschauendes" (antizipatorisches) Abwägen der zu bewertenden Erwartungen von möglichen Tatfolgen, wozu zweckdienliches Erfahrungswissen in ausreichendem Maße verfügbar sein muss (vgl. Implikationen für Regeln). - Notwendige Voraussetzung für "intelligentes" Problemlösen ist mindestens ein "kognitiver" Lösungsansatz als überprüfbare Vermutung (z. B. einer möglichen Mittel-Zweck-Relation) entsprechend einem hypothetischen Schluss auf einen wahrscheinlichen Sachverhalt (vgl. Abduktion bei C. S. Peirce).
Zum Auffinden optimaler Problemlösungen erforderlich sind (Er-)Kenntnisse durch "einsichtiges" Verstehen und kognitiv-logische Modellbildung gemäß Erfahrungswissen für möglichst adäquate Referenz-Modelle, die als 'prädiktive Modelle' für Voraussagen nutzbar sind (vgl. 2.). [5][13])[10]
- Das Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge wird bestimmt als 'hoch entwickelte' Lernform analog der rationalen Denkleistung für ein neues »konstruktives Konzept« zum Problemlösen (vgl. Einfall, Entwurf) unter Voraussetzuing der erfolgreichen Nutzung mindestens einer zweckdienlichen (zunächst) theoretischen Erkenntnis, - entsprechend einer kognitiv erfassten Beziehung des 'einsichtig verstandenen' Zusammenhangs von analytisch abstrahierten Fakten (Sinnesdaten, Begriffen), die erfinderisch in Beziehung gesetzt worden sind (vgl. neue Mittel-Zweck-Relation). -
Entwürfe für konstruktive Konzepte basieren auf neu erfassten Begriffsrelationen, die für symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen oder Ansätze für Problemlösungen nützlich sind (vgl. Ideen für Denkmodelle oder Lösungsansätze).
Die theoretische Modellbildung entspricht der 'einsichtigen' Ausbildung von (kognitiv-logischen) Begriffsstrukturen, die objektiviert dargestellt werden können mit deklarativen Aussagen für sprachliche Beschreibungen oder Erklärungen, - auch in übertragbaren Darstellungsformen für informative Mitteilungen zwecks interaktiver Kommunikation.
- Beim intentionalen Lernen durch (zweckdienliche) systematische Erforschung von erfassbaren Zusammenhängen realer Sachverhalte helfen heuristische Methoden, konstruktive Kritik und Fragen hinsichtlich der Bestimmung (Erkennung, Deutung), Bewertung (Beurteilung) und Erklärung (Begründung) von untersuchten Objekten oder Relationen.
Fördernden Einfluss auf 'kreative' Denk- und Kognitionsleistungen für hypothetische Vorstellungen (Entwürfe für Konzepte oder Theorien) haben motivierende Intentionen (Absichten für Pläne), insbesondere Handlungsziele zum Kennenlernen des Neuen (Erforschung, Erfindung), und auch heuristische Methoden zum "Lernen lernen" (methodisches Metawissen).

Methodisches Metawissen ist zweckdienliches (Vernunft-)Wissen, das systematisch übergeordnet ist dem dispositionalen (Verstand-)Wissen. Es basiert auf praktikablen Kenntnissen von Regelmäßigkeiten oder Prinzipien der Seinserfahrung. Beispiele für bewährtes methodisches Metawissen sind systematische Regeln für heuristische Methoden oder Suchstrategien, die nutzbar sind bei analytischen Untersuchungen zur kritischen Einschätzung von Problemsituationen zwecks Lösungsfindung.
Selbstreflexives Metawissen ist individuelles 'selbstbezügliches' Erfahrungswissen über den eigenen Status, d. h. 'Wissen vom Sein' (aufgefasst als Bewusstsein), das besonders durch Kommunikation bei der Individualentwicklung (ontogenetisch) ausgebildet werden kann. Darauf gründen sich "selbstbestimmte" Richtwerte und Absichten (Intentionen) für eigene Handlungen, d. h. auch eigene Ziele, Pläne oder Aufgaben.
Die Befähigung zu "eigenwilligen" Zielvorstellungen im Rahmen der Handlungsfreiheit ermöglicht dem lernenden System seine Aufmerksamkeit zu lenken (Interesse, Vorsicht, Rücksicht), - auch auf Neues zu orientieren (vgl. experimentelles Versuchen und Untersuchen von Neuem). Eigene Zielvorgaben und Wertvorstellungen für höhere Bewusstseinsformen sind begründbar mit 'selbstreflexivem Metawissen'. [2][9]
Das selbstreflexive 'deklarative' Wissen ist eine "bewusstseinsmäßige" Voraussetzung für äußerbare Statusreports des Subjektes (selbsterkannte Ich-Zustände, Gefühle, Motive oder Einstellungen). [8]

Sprachliche Aussagen werden bestimmt von dem aktuell nutzbaren, 'deklarativen' Erfahrungswissen einschließlich symbolisch-abstrakten Denkmodellen und methodischem oder selbstreflexivem Metawissen (vgl. kognitiv-logische Modellbildung).
Das Erlernen und die Nutzung individueller Sprachkenntnisse für 'wissentlich' äußerbare Gedanken als Aussagen geschieht in lokalisierbaren Funktionskomplexen der Großhirnrinde (Neocortex mit Broca- und Wernicke-Areal), die zuständig sind für kommunikative Sprachäußerungen und erlerntes Sprachverständnis für die semantische Deutung der erkennbaren syntaktischen Aussageformen.
Ein (philogenetisch und ontogenetisch) entwickeltes Sprachvermögen beruht auf sprachlichem Regelwissen, das erlernt werden kann (Syntax und Grammatik). Es ist die individuelle Voraussetzung für interaktiv mitteilbare und überprüfbare Ausdrucksformen, insbesondere zur expliziten Beschreibung und modellhaften Erklärung von deklarativem Wissen. - Dynamische Wissensdarstellungen sind möglich mit (symbolisch-konstruktiven) relationalen Modellen für 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen (vgl. 2.). [1][5][13]

Durch bewusste Selbstreflexion ist der selbstbezüglich denkende Mensch befähigt zu vernünftiger Zielsetzung und Handlungsplanung im Rahmen seiner 'rationalen Autonomie'. Für jede ihm bewusste Absicht (gegenüber Motivationen, Wünschen und ethischen Normativen) kann er die erwarteteten Konsequenzen seiner alternativ wählbaren Handlungsoptionen gemäß der erfahrungsgemäßen Bewertung von effektorientierten Erwartungen antizipatorisch abwägen, um dadurch eine optimale Entscheidung selbstbestimmt zu fällen (vgl. bedingtes Erwägen).
Das 'selbstbezüglich denkende' Gehirn ist beschreibbar als ein Gedächtnissystem mit Selbstmodell, das befähigt ist zu "vernünftiger" Selbstkontrolle durch eine 'kritische' Beurteilung und 'subjektive' Bewertung von individuell erkannten (bewusst gewordenen) System-Zuständen, die neuen Situationen unangemessen sein können (vgl. Probleme, auch Statusreports über Konflikte). - Dem Selbstmodell wird ein abstrakter »Ich-Begriff« als Selbstkonzept verallgemeinert zugeordnet.
Das individuelle Selbstmodell fungiert als Metawissen für die rationale Selbstreflexion, d. h. (selbst-)bewusstes Nachdenken über sich selbst, insbesondere unter Aspekten der möglichen Selbstkontrolle gemäß dem Selbstverständnis (vgl. Gewissensprüfung nach einem Verhaltenskodex) zur Begründung und Rechtfertigung eigener Aktionen (gegenüber Normativen von Ethik und Moral). Selbstbezügliche Vorstellungen bestimmen 'subjektive' Urteile, die objektivierbar sind als deklarative Aussagen hinsichtlich 'personeller' Eigenschaften, Fähigkeiten und Einstellungen, auch Bedürfnissen (vgl. Triebe, Leidenschaften, Interessen und Motive).
Ein persönliches Selbstmodell im menschlichen Gehirn entsteht ontogenetisch (während der Individualentwicklung) bedingt durch Umwelteinflüsse und ist beschreibbar als 'selbstbezügliches' Metawissen (vorrangig im Frontalhirn). - Die situationsbedingte Strukturierung (relationale Modifizierung) des Selbstmodells geschieht 'selbstbestimmt' (autonom) gemäß der selbstbezüglichen Einschätzung von eigenen Erlebniszuständen (Selbsteinschätzung) aufgrund der Selbsterkenntnis beim 'Selbsterleben durch Selbstbeobachtung'. Außerdem maßgeblich ist die durch umweltbedingte Seinserfahrungen gewonnene 'selbstkritische' Einsicht in den sozialen Kontext von eigenen Aktionen und Interaktionen (vgl. Fremderleben durch Fremdbeobachtung oder 'theory of mind').
Explizite Aussagen über Zustände des Selbstmodells sind 'wissentlich' formulierbar als Statusreports, wozu besonderes sprachliches Regelwissen (Grammatik, Vokabular) dient, das durch Lernen ausgebildet und verbessert werden kann.
Ein entwickelbares Selbstmodell wird konzeptionell definiert als systemeigenes 'Wissen vom Sein des Selbst' analog dem Selbstbewusstsein, das als konstruktive Entscheidungsgrundlage fungiert für die 'selbstbestimmte' Steuerung, Kontrolle, Begründung und Erklärung von zielorientierten Operationen eines lernfähigen Gedächtnissystems mit rationaler Autonomie (d. h. vernünftiger Selbstbestimmung).
Das Selbstbewusstsein ist eine 'hoch entwickelte' Bewusstseinsform des Menschen und ermöglicht ihm "vernünftige" Entscheidungen durch rationale Selbstreflexion und Selbstkontrolle (vgl. kritisches Erwägen mit Voraussicht), außerdem individuell äußerbare Statusreports. -
Das oberste Bewusstseinsniveau der Introspekrion und Selbstreflexion entspricht der höchsten Entwicklungsstufe des Gehirns mit vergrößertem Assoziationsindex und selbstbezüglichen Kontrollfunktionen im Stirnhirn (vgl. präfrontaler Cortex und explizites Arbeitsgedächtnis).

These 1: Höhere (rationale) Bewusstseinsformen, die als 'funktionelle Erscheinungen' des Gehirns aufgefasst werden, sind 'symbolisch-konstruktiv' (modellmäßig) erklärbar mit sog. Supervisor-Funktionen eines "superponiert kontrollierenden" »Meta-Automaten«, dessen Inputs und Outputs wechselwirkend verbunden sind mit mindestens einem relativ autonom fungierenden »Basis-Automaten« als Grundsystem (analog 'Grund-Bewusstsein' oder 'Unterbewusstsein' als Unbewusstes).
Der sprachbegabt-lernfähige Meta-Automat fungiert als eine "übergeordnete" Kontroll- oder Führungskomponente des hochentwickelten Gesamtsystems und steuert "wissentlich" dessen Selbstkontrolle gemäß seinem ausbildbaren 'selbstreflexiven' Metawissen, - auch für 'intentionales' Lernen (vgl. mein Systemkonzept 'Intelligenter Automat' als multihierarchisches offenes System, - ohne einen imaginären "Homunkulus" [2]).
Ein entwickelbarer Meta-Automat modelliert mindestens einen "sprachlich-reflexiven" Funktionskomplex im Stirnhirn (vgl. präfrontaler und orbitofrontaler Cortex analog Verstand bzw. Vernunft). Dieser verfügt über individuelles, situationsbedingt ausgebildetes 'deklaratives' Erfahrungswissen, 'erlerntes' Sprachwissen und 'selbstreflexives' Metawissen (vgl. Selbstmodell). Seine modellhaften Wissensdarstellungen sind deklarativ objektivierbar mit sprachlichen Ausdrücken für Aussagen zur Kommunikation, auch für explizite Beschreibungen und möglicherweise Erklärungen von situationsgemäßen Tatsachen (vgl. explizite Statusreports).
Der sprachbegabte Meta-Automat (vgl. sprachliches Bewusstsein) kann deklarative Aussagen formulieren als situationsbedingte Urteile oder Antworten, z. B. als erfragte Begründungen von Handlungen (vgl. logische Argumente) oder als aktuelle Statusreports (vgl. selbstreflexive Erklärungskomponente eines autonomen Gedächtnissystems [8]). [2]
Der "aufmerksame" Meta-Automat (als superponierte Controller-Komponente eines Intelligenten Automaten) interpretiert und bewertet ausgewählte, detektierte Signale des 'relativ autonomen' Basis-Automaten im Gesamtsystem (vgl. Unterbewusstsein). - Seine "wissentliche" Beurteilung der aktuellen Situation wird maßgeblich bestimmt von seiner "subjektiven Lage" (Bedürfnis, Einstellung gemäß Metawissen). Demzufolge kann er "führend" und notfalls "korrigierend" eingreifen in Entscheidungsroutinen und Handlungssteuerungen zwecks "intelligenter" Beeinflussung von prozeduralen Verhaltensprogrammen des "unbewussten" Basis-Automaten (analog "gewissenhafter" Selbstkontrolle trotz der 'Macht des Unbewussten' [9]).
Ein "zielsetzender" Meta-Automat beeinflusst die 'rationale Autonomie' des Gesamtsystems und steuert dessen Homöostase zielorientiert. Er kann besondere Aufmerksamkeit (Vorsicht, Rücksicht) oder individuelle Absichten (Intention, Plan) bestimmen, die für "intentionales" Problemlösen und Lernen wichtig sind (vgl. Gefahrvermeidung oder -abwehr, Interesse an Neuem oder Suchen, experimentelles Untersuchen und Versuchen von Unbekanntem).

Unbewusste emotionale Auswirkungen auf Bedürfnisse und Ziele haben 'subjektive' Bewertungen (nach vorgegebenen oder erlernten Kriterien), die sich beziehen auf analysierte (Problem-)Situationen, die synthetisiert werden mit assoziierten Vorstellungen (Prädiktionen oder Reafferenzen, vgl. 2.). Emotional beeinflusst werden auch interpretative Deutungen und möglicherweise (erfahrungs-)bedingte Erwägungen von optimalen Entscheidungen für situationsangemessene Aktionen. - Die individuellen Emotionen und Motivationen als (primär unbewusste) "subjektive" Bewertungsergebnisse beeinflussen 'empirische' Urteile und auch 'rational erwogene' Entscheidungen für 'wissentlich gewählte' Aktionen.

These 2: Ergebnisse der subjektiven Bewertung (vgl. Antrieb, Emotion und Motivation) von situationsbezogenen Erkennungs- und Deutungsergebnissen beeinflussen die erfahrungsgemäße Beurteilung (vgl. empirisches Urteil) der aktuellen Situation (subjektive Lage, wahrgenommen oder vorgestellt), - möglicherweise auch der alternativ wählbaren Handlungsoptionen (Entscheidungsalternativen) gemäß den 'antizipatorisch' bewerteten Erwartungen von 'abwägbaren' Handlungskonsequenzen (Reafferenzen pro Efferenzentwurf/Efferenzkopie) bei der empirischen Entscheidungsoptimierung. -
Eine notwendige Voraussetzung für die höheren Lernformen "bedingte Aktion" und "bedingtes Erwägen optimaler Entscheidungen", im Rahmen der Handlungsfreiheit des Subjekts, ist eine ziel- oder bedürfnisorientierte 'subjektive' Bewertung von mit Situationsmerkmalen assoziierten Voraussagen (objektbezogene oder effektorientierte Erwartungen, vgl. 2.).
Für subjektive Bewertungsfunktionen im Gehirn zuständig ist das komplexe limbische System (vgl. Bild). Es fungiert als neuronale Bewertungsinstanz für die 'subjektive Lage' und bewirkt unbewusste Affekte (intuitive Antriebe), Emotionen (erlebbar als Gefühle) und Motivationen, die als Handlungsabsichten auch bewusst bestimmbar sind (Intentionen). [vgl. Roth]

Ein 'routinemäßiger' Interpretationsprozess zur Erkennung und Deutung von Situationen erfolgt vor bewusster Wahrnehmung und rationalem Denken als unbewusste Informationsverarbeitung (ad hoc).
Das implizite System des Unbewussten gewährleistet mit seinen emotionalen und motivationalen Funktionen (vgl. limbische Strukturen) die Veranlassung der routinierten Steuerung von 'reflexiven' Reizreaktionen oder 'instinktiven' Handlungen, die gar nicht oder zu spät (für eine Selbstkontrolle) bewusst werden, - unabhängig von bewussten Überlegungen zu wählbaren Entschlüssen (vgl. Entscheidungen mittels explizitem Arbeitsgedächtnis). [9]
Unbewusste Reaktionen auf 'erregende' oder 'habituelle' Reizsituationen erfolgen meist impulsiv bzw. gewohnheitsmäßig "ad hoc", so dass sie nicht rechtzeitig durch eine 'bewusste Kontrolle' (Selbstkontrolle) verhindert oder korrigiert werden können.
Besonders charakteristisch für ein 'unkontrolliertes' Unbewusstes sind triebhafte Wünsche, krankhafte Zwangsvorstellungen und imaginäre Anschauungen, die dominierend sind für fiktive Behauptungen, falsche (Vor-)Urteile oder Fehleinschätzungen.
Die 'Macht des Unbewussten' (dominierendes Unterbewusstsein) ist erlebbar durch das verzögerte Gewahrwerden (Bewusstwerden) von unbewussten Emotionen als Gefühle (verstärkte Formen: Affekte, Leidenschaft, Sucht oder Phobie) und/oder von 'unwissentlichen' Ausdrücken, beispielsweise "unüberlegten" Äußerungen oder "nicht gewollten" (Re-)Aktionen (vgl. Affekthandlungen).
Das 'schwer kontrollierbare' Unbewusste im Gehirn bestimmt emotionale Motive orientiert auf die pragmatische Selbsterhaltung und Homöostase des Organismus aufgrund individueller Seinserfahrung (vgl. stabilisierende Dominanz des Basis-Automaten gegenüber seinem Meta-Automaten). -
Trotzdem möglich ist die 'bewusste' rationale Selbstkontrolle (vgl. Meta-Automat) orientiert auf 'wissentliche' Zielvorstellungen für Absichten (Intentionen) gemäß einer 'nicht zufälligen' Willensfreiheit, die als Kriterium für Verantwortlichkeit im Rahmen der realen Handlungsfreiheit gilt. [9]

Hoch entwickelte kognitive Leistungen für "einsichtiges" Lernen und "intelligentes" Problemlösen werden den 'rationalen' Stirnhirn-Funktionen zugeschrieben, - verbunden mit 'bewussten' Kontroll- und Planungsfunktionen im präfrontalen Cortex.
Die ontogenetische Hirnentwicklung beim Menschen führt erst viele Jahre nach der Geburt zur Ausreifung des (Neo- oder) Isocortex, besonders des präfrontalen und orbitofrontalen Cortex (Entwicklung bis ca. 11. Lebensjahr bzw. Pubertät).
Der präfrontale Cortex (oberer Teil beider Stirn- oder Frontallappen) bestimmt maßgeblich die "verstandesmäßigen" Interpretationen von Problemsituationen, z. B. Denkprozesse für 'einsichtige' Deutungen und 'intelligente' Lösungen gemäß erinnerbaren Vorstellungen. Er wird modellmäßig erklärt als das explizite Arbeitsgedächtnis für 'superponierte' Exekutivfunktionen' (Top-down-Instruktionen, meist unbewusste Ausführung) zur zielgerichteten Verhaltenssteuerung und Lenkung der Aufmerksamkeit auf neue wichtige Ereignisse, - verbunden mit 'wissentlichen' Vorgaben für Problemlösen, Entscheiden, Handlungsplanung und Verhaltenskontrolle. -
Der orbitofrontale Cortex (darunter, über den Augenhöhlen) ist zuständig für "vernünftige" Voraussicht und Überprüfung von hypothetischen Erwartungen (Voraussagen) gemäß einer 'rationalen' Selbstkontrolle des Gehirns. Aufgrund von gedanklicher Ereignisvorwegnahme (begriffliche Antizipation als Vermutung) sind optimale Enscheidungen "erwägbar", besonders durch "einschätzendes" Abwägen von voraussichtlichen Handlungskonsequenzen, - auch unter Berücksichtigung von ethisch-moralischen Normen für soziale Interaktionen (vgl. Gewissen). Außerdem werden ihm "bewusste" Zielvorstellungen, Motivationen und Gefühle zugeschrieben. - Funktionsstörungen des orbitofrontalen Cortex führen zu einem "unkontrollierten" impulsiven, individuell-egoistischen oder "unmoralischen" Verhalten, das von subcortikalen limbischen Zentren (vor allem Amygdala, mesolimbisches System und Hypothalamus) unbewusst gesteuert wird. - Für rationale Funktionen des Stirnhirns gilt prinzipiell:
Verstand ist Erkenntnisvermögen für "intellektuelle" Deutungen und Urteile durch 'praktische Einsicht' als handlungsorientierte Form des Verstehens (aufgrund von kognitiv-logischen Begriffsstrukturen), insbesondere für erfahrungsgemäße Schlüsse nach angenommenen Regeln (vgl. 'empirisch erlernte' induktive Inferenzen). -
Vernunft ist "rationales" Einsichtsvermögen für hypothetische Modellvorstellungen von kognitiv erfassten Zusammenhängen, die geeignet sind zur 'logischen' Argumentation oder 'antizipativen' Voraussicht mittels 'assoziierten' Voraussagen der jeweiligen Konsequenzen von alternativ wählbaren Handlungsoptionen, die 'gewissenhaft' abzuwägen sind vor der Entscheidung für eine als 'sozialverträglich' verantwortbare Handlung (gemäß 'sittlichem' Verhaltenskodex, vgl. Selbstkontrolle). -
Das verstandesmäßige Auffinden "intelligenter" Problemlösungen kann bestimmt werden mit vernünftigen Zielstellungen aufgrund von prädiktiven Denkmodellen des systematisierten Wissens für Theorien und Hypothesen (vgl. Meta-Wissen für rationale Funktionen). [9][13]
Vernünftige Selbstkontrolle zur lerntypischen Verbesserung des Verstehens ist möglich mit kritikfähiger Selbstreflexion.
Es gibt unterschiedliche philosophische Begriffsauffassungen zu Verstand (lat. intellectus) und Vernunft (lat. ratio). Für Immanuel Kant sind Verstandesbegriffe gleichbedeutend mit den Kategorien, die jeder Wahrnehmung und Erkenntnis vorausgehen (a priori). Er bestimmt Vernunftbegriffe als transzendentale 'regulative Ideen', die keinem Gegenstand der Erfahrung entsprechen und die Erkenntnis leiten können (z. B. Idee der Welt, von Gott, der Unsterblichkeit und der Freiheit). Kant stellte fest, dass aus einem (definierbaren) Begriff nicht die Existenz des Benannten geschlossen werden kann (z. B. Ablehnung des 'ontologischen' Gottesbeweises).
Weisheit als höchste Einsichtsfähigkeit ermöglicht theoretisches Wissen um Prinzipien der Seinserfahrung, das begründbar ist durch fundamentale Lebenserfahrung und rationale Einsicht in allgemeine Zusammenhänge.
Praktische oder theoretische Einsicht (für Klugheit bzw. Weisheit) basiert auf situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (Erkenntnissen für Wissen), die modellhaft erfassten 'begrifflichen' Beziehungen entsprechen. -
Objektivierbare (Er-)Kenntnisse können in Form relationaler Aussagen dargestellt und mitgeteilt werden, womit auch theoretische Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge wissenschaftlich vermittelbar ist (vgl. 2.).

Das Gewinnen einer Erkenntnis entspricht dem "mentalen" Begreifen, d. h. der kognitiven Erfassung mindestens einer begrifflichen Beziehung, die als erworbene Kenntnis gemäß ihrer praktischen Bewährung genutzt werden kann. - Eine gewonnene Erkenntnis wird deklarativ bestimmt als eine 'bisher bewährte' Kenntnis, die empirisch überprüfbar und logisch begründbar ist.
Individuell gewonnene empirische oder theoretische Erkenntnisse entsprechen 'bisher bewährten' erworbenen Kenntnissen, die für kognitive Leistungen erfahrungsgemäß genutzt werden können (vgl. Voraussagen für empirische Urteile), trotz der Ungewissheit ihrer angenommenen Adäquatheit gegenüber natürlichen Beziehungen (der objektiven Realität). Ihr Wahrheitsanspruch (vermutete Validität) muss ständig bezweifelt und empirisch überprüft werden, beispielsweise durch logische Kritik und wissenschaftliche Experimente mit beobachtbaren Fakten (vgl. praktische Bewährung von Theorien oder Modellen ohne Gewissheit, siehe 2.). [13]

Modellmäßige Vorstellungen (Modellvorstellungen) basieren auf empirisch zu überprüfenden (Er-)Kenntnissen des deklarativen Wissens und werden erinnerungsgemäß genutzt für kognitive Interpretationen.
»Kognition« (von lat. cognoscere = erkennen, wissen) bezeichnet Denkvorgänge aufgrund von Vorstellungen und Erinnerungen, insbesondere zur Ermöglichung der interpretativen Informationsverarbeitung des Verstehens im "denkenden Gedächtnis" (vgl. kognitive Gedächtnisleistungen, siehe 2.).

Verstehen wird bestimmt als sinngemäßes Deuten von erkennbaren Darstellungsformen erfassbarer Dinge, Sachverhalte oder Vorgänge entsprechend einer 'praktischen Einsicht' aufgrund nutzbarer Kenntnisse für vergleichbare begriffliche Vorstellungen aus dem erfahrungsgemäßen Erwartungs- oder Regelzusammenhang.
"Verstehen lernen" heißt kognitive Gewinnung von Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge von Sachverhalten der 'wirklichen' Erfahrungswelt gemäß dem individuellen Erkenntnisprozess. - Für kluges Handeln nutzbares Wissen ist erfahrungsgemäß erlernbar nach der Methode 'Versuch und Irrtum', d. h. Lernen aus Fehlern oder am Erfolg. [5][8][13]
Eine Voraussetzung für Erkennung und Verstehen ist eine unbewusste oder bewusste Fokussierung der Aufmerksamkeit auf bevorzugt selektierte Übertragungskanäle (sinnliche oder hirninterne Modalitäten) für besondere Signalereignisse von externen oder internen Quellen. -
Der stärkste Reiz zieht meist die Aufmerksamkeit auf sich. Aber auch ein schwächerer Reiz kann "willentlich" als wichtig eingeschätzt werden und dadurch Aufmerksamkeit erregen.[9]
Ein 'wissentlicher' Verstehensprozess gelingt unter 'rationaler Kontrolle' (vgl. präfrontaler Cortex) und kann 'selbstreflexiv' erklärt werden durch die Erkennung und Deutung (Identifikation und Interpretation) der aktuellen (internen und externen) Situation mittels ihrer unterscheidbaren Merkmale (im Vergleich mit kognitiven Schemata), die markant sind für ihre erfahrungsgemäße Klassifizierung zwecks begrifflicher Abstraktion (Kategorisierung, Informationsreduktion).
Eine rationale Erkennung und Deutung natürlicher Sachverhalte ist möglich durch begriffliche Bestimmung von 'kognitiven Schemata', die als symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen für empirisch prüfbare (Vor-)Aussagen fungieren und erst nach praktischer Bewährung als "relativ wahr" gelten können (vgl. 2.).

Resultate der Erkennung von Objekten oder Situationen werden interpretativ gedeutet (vgl. Bedeutung, Information) und subjektiv bewertet (vgl. Affekte, Emotionen und Motivationen), - mit funktionellem Einfluss auf ihre erfahrungsgemäße Beurteilung (vgl. empirische Urteile). Das geschieht zunächst unbewusst (unwissentlich) und kann nach einem Bewusstwerden zu deklarativen Aussagen führen.
Äußerbare Resultate der individuellen Erkennung und Deutung von Objekten oder Situationen können als 'informative' Aussagen formal dargestellt werden, um sie kommunikativ mitzuteilen (vgl. Objektivierung).
Explizite Aussagen sind 'wissentliche' Darstellungsformen von semantischen Begriffsstrukturen des deklarativen Wissens. Sie sind objektiviert formulierbar als verständliche Sprachausdrücke mit 'vereinbarten' Zeichen, die als Daten übertragen und richtig gedeutet werden können. Dabei gelten Zeichen als informative Symbole in vereinbarter Zuordnung zu abstrakten Begriffen (def. Begriffssymbole).

»Logisches Denken« bedeutet ein funktionelles Operieren mit elementaren Begriffsformen (als verifizierbaren Invarianten) für analytische/synthetische Urteile und argumentative (logische) Schlüsse, wobei kenntnisspezifisch ausdrückbare (Symbol-) Zuordnungen den jeweils in Beziehung gesetzten Begriffen entsprechen. - Beim logischen Urteilen, möglichst unbeeinflusst von emotionalen Bewertungen, entspricht jede begriffliche Zuordnung einer (logischen) Verknüpfung von mindestes zwei Begriffen, die in ihrem Kontext bestimmt werden mit relationalen Kenntnissen unter der Voraussetzung von bekannten Grundbegriffen. [5] [13]
Als Grundoperationen des logischen Denkens erklärbar sind situationsbedingtes Urteilen und folgerichtiges Schließen, worauf auch "rationales" Verstehen und "intelligentes" Problemlösen zurückführbar sind. Fundamentale logische Operationen (vgl. elementare Logik-Funktionen) sind konzeptionell nutzbar für deklarative Begriffsbestimmungen mittels im passenden Kontext verständlich vereinbarten Symbolen (vgl. verknüpfte Variablen, Zeichen oder Wörter). -
Durch logische Systematisierung möglich sind die prägnante Formulierung, kritische Überprüfung und sachliche Begründung von expliziten Aussagen, insbesondere von analytischen oder synthetischen Sätzen, deren Wahrheitswerte semantisch (bedeutungsgemäß) bzw. empirisch (beobachtungsgemäß, faktisch) bestimmt werden. [13]
Ein Schluss (Inferenz) ist eine Folgerung (Konklusion) durch logische Verknüpfung mehrerer Urteile (als Prämissen) zu einem theoretischen (möglichst gutem und zwingenden) Argument, das eine (möglichst gültige) Konlusion aus mindestens zwei Prämissen umfasst (vgl. Syllogismus oder Wenn-dann-Schluss als Implikation).
Logische Verknüpfungen von Begriffen und ihren Beziehungen gemäß (empirischen) Urteilen und Schlüssen können formal dargestellt werden mit verknüpften Relationen und Aussagevariablen für (bedingte) Logik-Funktionen zur (dynamischen) Wissensdarstellung. [4] - [8]
In konstruktive Denkvorgänge assoziativ einbezogen werden (mehr oder weniger bewusst) erinnerte Vorstellungsinhalte, die erfahrungsgemäßen oder fiktiven Begriffen entsprechen. Diese fungieren als 'assoziierte Informationen' (vgl. empirische Voraussagen oder theoretische Aussagen), die mit sog. Schlüsselinformationen situationsbedingt assoziiert werden können, unter der Voraussetzung von dafür nutzbaren relationalen Kenntnissen des Erfahrungswissens lernfähiger Gedächtnisstrukturen (vgl. 2.).

Die Simulation kognitiver Leistungen aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb gelingt durch innovative Modellierung von lernfähigen Gedächtnissystemen mit 'bedingten Logik-Funktionen', die ausgebildeten 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen entsprechen und auch für höhere Lernformen konzipierbar sind (vgl. 3. und 4.). - Entwickelbare relationale Modelle für kognitiv-logische Gedächtnissysteme mit 'dynamischen' Wissensdarstellungen sind systemanalytisch beschreibbar mit empirischen Implikationen (vgl. 'erfahrungsgemäße' Wenn-dann-Sätze) zur induktiven Bestimmung von bedingten Logik-Funktionen, die dann als relativ wahr gelten, wenn sie sich praktisch bewähren (vgl. 2.). [1][4][7]

2. Kognitive Gedächtnisleistungen für Lernen und Problemlösen - Thesen zu relationalen Modellen

Intelligente Verhaltensänderungen (vgl. höhere Lernformen) basieren auf kognitiven Gedächtnisleistungen für vorteilhafte Entscheidungen beim Problemlösen. Bestimmbare kognitive Grundprozesse von lernfähigen Gedächtnissytemen sind: der situationsbedingte Kenntniserwerb, die strukturelle Kenntnisspeicherung und die assoziative Kenntnisnutzung (Assoziieren "aus Erfahrung", vgl. Definition 4 unter 3.), insbesondere für situationsabhängige Deutungen mit erinnerten Vorstellungen oder erfahrungsgemäßen Erwartungen, die assoziierten Voraussagen entsprechen (s. u. Thesen). Die empirischen Voraussagen (Prädiktionen) werden (subjektiv) bewertet in Beurteilungs- und Entscheidungsprozesse einbezogen, z. B. beim 'bedingten Erwägen' einer optimalen Entscheidung gemäß dem antizipatorischen Awägen der erwarteten (hypothetischen) Konsequenzen von alternativen Handlungsoptionen (vgl. These 2 unter 1.).
Die lebendnotwendige Erkennung und Deutung von Gegenständen und Vorgängen gelingt mit dafür nutzbaren Kenntnissen von erfassten Zusammenhängen, die objektivierbaren begrifflichen Beziehungen entsprechen und neuronal implementiert werden mit synaptischen Verbindungen zwischen aktivierbaren Neuronen.
Aufgrund von bestimmten Merkmalen der wahrnehmbaren Objekte (Dinge) oder Ereignisse (Geschehnisse) lassen sich in Beziehung stehende Gegenstände begrifflich unterscheiden, (wieder-)erkennen und modellhaft beschreiben. -
Um etwas Bekanntes oder Untersuchtes (wieder-)erkennen zu können, werden zutreffende (Vor-)Kenntnisse benötigt, die allgemeine Abstrakta als begriffliche Kategorien (Begriffe) bestimmen in verallgemeinernder Zuordnung zu kennen gelernten Merkmalen (disjunktiv oder konjunktiv verknüpft). [5]
Die 'begriffliche' Erkennung des Wesentlichen einer abstrahierten Objektformation im passenden Kontext (vgl. Mustererkennung) ist eine kognitive Leistung des Verstehens. -
Die subjektive Sinn-Deutung beim Verstehen einer erkannten Darstellungsform (Formation) entspricht der 'interpretativen' Zuordnung mindestens einer Bedeutung (aufgefasst als semantische Information). [11]

Die verbundenen Denkformen der 'analytischen Erkennung' und 'synthetischen Deutung' werden deklarativ bestimmt durch gedankliche Selektion bzw. Integration.
Die individuelle Erkennung und Deutung von jeweils aktuellen Situationen geschieht durch die erfahrungsgemäße Interpretation von begrifflich zu deutenden Darstellungsformen, die situationsabhängig zugeordnet werden zu selektierten Formationen (z. B. Merkmalen, Mustern oder Zeichen kognitiver Schemata) auf unterschiedlichen Abstraktions- oder Zuordnungsniveaus, in funktioneller Abhängigkeit von aktuellen "subjektiven" Bewertungen, Einstellungen und Zielstellungen. [1][5][13]
Deutbare Sinneswahrnehmungen sind erklärbar durch funktionelle Aktivitäten von hierarchisch verknüpften Neuronen (vgl. axonale Aktionssignale), besonders ihrer funktionsspezifisch synchronisierten Ensembles, die modular beschreibbar sind mit selektierbaren Begriffssymbolen für hierarchisch zugeordnete Symbol-Formationen (auf 'Zuordnungsniveaus', siehe 3.).
Beim Erkennen und Deuten von Objekten oder Situationen mittels nutzbaren Kenntnissen des Erfahrungswissens resultieren Sinneswahrnehmungen (als empirische Deutungen) aus der begrifflichen Klassifizierung (Kategorisierung) durch Vergleiche mit kognitiven Schemata, die (kognitiv-logisch) verknüpften Begriffsrelationen (Begriffsstrukturen) entsprechen und logisch darstellbar sind mit disjunkten 'Merkmalskonjunktionen' (vgl. Merkmalsbeziehungen zur Objekterkennung) für einzelne Begriffe. Diese können als abstrahierte Vorstellungen fungieren in Darstellungsformen von ausgebildeten (neuronalen) Verknüpfungen der lernfähigen Gedächtnisstruktur. -
Resultate der Erkennung von Objekten oder Situationen werden interpretativ gedeutet (vgl. Bedeutung, Information) und subjektiv bewertet (vgl. Affekte, Emotionen und Motivationen), - mit funktionellem Einfluss auf ihre erfahrungsgemäße Beurteilung (vgl. empirische Urteile) hinsichtlich der 'subjektiven Lage' und möglicher Reaktionen. Das geschieht 'primär unbewusst' und kann zu bewusst erlebten Gefühlen mit wissentlichen Absichten für deklarative Aussagen oder situationsbedingte Aktionen führen
Situationsspezifische Erkennungs- und Deutungsergebnisse (Sinn-Deutungen) werden empirisch beurteilt (Urteile, Schlüsse) unter dem (primär unbewussten) Einfluss von 'subjektiven' Bewertungsergebnissen (Emotionen und Motivationen). Mögliche Resultate sind Gefühlsurteile (vgl. Gefallen/Missfallen, Erstaunen/Irritation oder Enttäuschung, auch Angst, Wut oder Ärger) oder Fehlurteile (Missverständnisse), die spontane Reaktionen (vgl. Affekte oder Gefahr-Reflexe) oder urteilsgemäße Handlungsabsichten (vgl. Intentionen, Ziele oder Pläne) bestimmen.

Das individuelle Verstehen von sinnlichen Wahrnehmungen mittels erinnerten Vorstellungen im Gehirn erfolgt durch kenntnisspezifische Erkennung und Deutung von situationsgemäß formierten Signalmustern unter assoziativer Einbeziehung von Erwartungen, Emotionen und Motivationen (vgl. Unbewusstes und Vorbewusstes). Aus dem unterschiedlichen, richtigen oder falschen Verstehen resultieren empirische Urteile (gemäß assoziierten Voraussagen) aufgrund subjektiver Bewertungen (gemäß emotionaler Konditionierung) hinsichtlich erfahrungsbedingter Handlungen oder Entscheidungen (auch für zielorientiert planbare Aktionen).
Dabei erfolgt eine assoziative Kenntnisnutzung gemäß verfügbarem Erfahrungswissen für erlernte (Re-)Aktionen (Routinen, Handlungen, Fertigkeiten), - aber auch für mögliche "kreative" Intuitionen (Einfälle) als "einsichtige" Abstraktionen oder Assoziationen für 'konstruktive Konzepte' (Entwürfe gemäß theoretischen Erkenntnissen).
Im empirischen Kontext nutzbare Kenntnisse ermöglichen 'assoziativ' erinnerte Vorstellungen, beispielsweise erfahrungsgemäße Erwartungen als assoziierte Voraussagen bei der interpretativen Wahrnehmung oder beim Erwägen einer optimalen Entscheidung für eine effektive Handlung.
Empirische Assoziationen (konditioniert für 'bedingte Relationen') einer 'assoziativ lernfähigen' Gedächtnisstruktur ermöglichen situationsabhängige (unbewusste oder bewusste) Erinnerungen als erfahrungsgemäße Vorstellungen, die als kenntnisspezifisch 'assoziierte Informationen' beim interpretativen Verstehen aktueller Situationen (emotionale und rational) bewertet werden.
Mit Situationsmerkmalen assoziierte Informationen als erinnerte Vorstellungen entsprechen besonderen Kenntnissen von erfahrungsgemäß 'angenommenen' Regelmäßigkeiten' für erfasste begriffliche Beziehungen (vgl. 'erlernte' Regeln oder 'definierte' Gesetze). - Wenn sie empirische Urteile beeinflussen, können sie verhaltensbestimmende Bedeutung haben und rationale Entscheidungen mitbestimmen. [1][5][8]
Neurophysiologisch erklärt werden 'assoziative' Kognitionsleistungen des Gehirns in Verstehensprozessen durch die 'wahrnehmungsbestimmende' Afferenzsynthese (korrelativ im "funktionalen System" nach P. K. Anochin), - zur ergänzenden Darstellung von empirischen Aussagen oder assoziierten Voraussagen (vgl. These 4a).
Ein lernfähiges Gedächtnissystem kann mit Situationsmerkmalen assoziierte Aussagen oder Voraussagen (Vorstellungen bzw. Erwartungen) empirisch "erinnern", womit seine Urteilsbildung erfahrungsgemäß beeinflusst wird.
Assoziierte Aussagen sind erfahrungsbedingte Darstellungsformen von assoziierten Informationen "aus Erfahrung" und werden symbolisch ausgedrückt mit 'assoziativ' verifizierten Invarianten (z. B. Signalwerten oder Zeichen), insbesondere auch als assoziierte Voraussagen. Ihre assoziative Entstehung erfolgt durch funktionelle Nutzung erworbener Kenntnisse, die als bedingte Relationen (in Form konditionierter Assoziationen) in modifizierte Verknüpfungen einbezogen worden sind (vgl. Definition 3 unter 3.). [1]

Empirische Prädiktionen sind erfahrungsgemäße Voraussagen als erinnerte Erwartungen, die individuellen Erfahrungen entsprechen und mit aktuellen Wahrnehmungen oder Vorstellungen 'assoziiert' entstehen (vgl. assoziativ bestimmte Afferenzen oder Reafferenzen). -
Solche assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" dienen zur Afferenzsynthese oder Antizipation, d. h. zur zeitlichen Vorwegnahme von 'erwarteten' Ereignissen.
Erfahrungsgemäße Voraussagen sind assoziiert (verbunden, verknüpft) mit situationsabhängigen Resultaten von Interpretationen (durch Erkennung und Deutung) oder mit selektierten Entscheidungsalternativen (Optionen, Efferenzentwürfen), denen erwartete Verhaltenskonsequenzen 'assoziativ' zugeordnet werden (def. Voraussagen 1. bzw. 2. Art, vgl. Thesen 3 bis 4c). [2][9]
These 3: Die empirischen Voraussagen enstehen situationsabhängig durch Nutzung von erworbenen Kenntnissen (Erfahrungen), die definiert werden als "erlernte" bedingte Relationen in Form 'konditionierter' Assoziationen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur (vgl. 3.).
Von fundamentaler Bedeutung sind 'aspektspezifische Kenntnisse' für die assoziierten Voraussagen, die zu bewerten sind zwecks funktioneller Unterstützung von Operationen für "intelligentes" Problemlösen und "vernünftige" Handlungskontrolle.
Assoziierte Voraussagen entsprechen erinnerten Erwartungen, die als 'prädiktive Vergegenwärtigungen' von Erfahrungen einbeziehbar sind in Erkennungs-, Beurteilungs- und Bewertungsfunktionen des lernfähigen Gedächtnissystems. Sie ermöglichen die erfahrungsgemäße Beeinflussung empirischer Urteile und situationsangepasster Entscheidungen, - zwecks vorteilhafter Aktionswahl für eine lerntypische Handlungssteuerung. [1][2][7][8]
These 4a: Assoziierte Voraussagen erster Art entsprechen den "objektbezogenen" Erwartungen (Prädiktionen), die als erinnerte Vorstellungen bewertet werden und empirische Urteile beeinflussen können. Diese 'situationsabhängig' assoziierten Voraussagen sind in Verbindung mit Wahrnehmungs- oder Erkennungsergebnissen (induktiv oder deduktiv) erzeugbar und dienen zur 'synthetischen' Ergänzung oder Vervollständigung von sensorischen Signalereignissen (Sinneswahrnehmungen, induktive bzw. deduktive Afferenzsynthese). Hypothetische Erwartungen können 'virtuelle' Wahrnehmungen vortäuschen, als ob die 'nur vorgestellten' Objekteigenschaften wirklich beobachtet vorlägen. [5]
These 4b: Assoziierte Voraussagen zweiter Art sind erinnerte Reafferenzen analog 'erfahrenen' Tatfolgen (pro Efferenzkopie) und entsprechen 'effektorientierten' Erwartungen möglicher Handlungskonsequenzen (pro Efferenzentwurf), die (emotional) bewertet und (empirisch) beurtelt werden können, insbesondere beim antizipatorischen Abwägen von alternativen Entscheidungsvorschlägen als Handlungsoptionen vor dem Entschluss (vgl. Organisationskonzept in [2]). [5]
These 4c: Die höheren Lernformen "bedingte Aktion" und "bedingtes Erwägen optimaler Entscheidungen" basieren auf erfahrungsgemäßer Beurteilung (empirischen Urteilen) für die 'subjektive Lage', - bestimmt durch die selbstbezügliche Bewertung (emotional-egoistisch) von mit aktuellen Situationsmerkmalen assoziierten Voraussagen (erster bzw. zweiter Art) als empirischen Prädiktionen. [1][2][7]
Empirische Urteile (auch Vorurteile) werden situationsabhängig (meist unbewusst) beeinflusst von Bewertungsergebnissen (Affekte, Emotionen und Motivationen, vgl. These 2) und sind maßgeblich für interpretative Deutungen (vgl. Afferenzsynthese) und/oder optimierte Erwägungen (erfahrungsgemäße Entscheidungsfindung). [7][8]
These 5: Die Lernform bedingtes Erwägen einer optimalen Entscheidung basiert auf der 'assoziativen' Kenntnisnutzung für effektorientierte Erwartungen entsprechend assoziierten Voraussagen zweiter Art, die als erfahrungsgemäße Reafferenzen assoziativ veranlasst werden vom jeweils ausgewählten Efferenzentwurf (= Efferenzkopie) entsprechend dem antizipatorisch abzuwägenden Entscheidungsvorschlag. [5]
Das Finden einer optimalen Entscheidung (kognitiv-rationaler Entschluss) gelingt durch antizipatorisches Abwägen von erwarteten Konsequenzen, - antizipativ (vorweggenommen) vor dem Entschluss. Bei der 'abwägenden' empirischen Optimierung erfolgt eine systemeigene (subjektive) Bewertung jeder erfahrungsgemäß erwarteten Handlungskonsequenz (assozierte Voraussage zweiter Art) für jede alternativ wählbare Handlungsoption (Alternative) als einzuschätzender Entscheidungsvorschlag im Rahmen der Handlungsfreiheit (vgl. 1.). [2][9]
Eine 'kognitiv-rationale' Entscheidung (Erwägung durch Abwägen) kann dann erfolgreich sein, wenn hierfür realistische Voraussagen nutzbar sind, die von problemspezifischem Erfahrungswissen bestimmt werden, das einen 'ausreichenden' Wahrheitsgehalt hat (Adäquatheit, keine Gewissheit). Dieses modellhafte Wissen entspricht dem jeweiligen Wissensstand (relative Wahrheit) gemäß der gewonnenen Einsicht in prinzipielle Zusammenhänge von natürlichen Sachverhalten unter veränderlichen Umweltbedingungen. [13]

Zur "rationalen" Erkennung und Deutung einer komplexen Problemsituation erforderlich sind nutzbare Kenntnisse, die als zutreffende Vorkenntnisse (realistisches Vorwissen) eine situationsspezifische Analyse ermöglichen, damit einzelne Lösungsschritte und ihre erwarteten Konsequenzen ermittelt bzw. abgeschätzt werden können (vgl. antizipatorisches Abwägen). Dafür notwendig ist nützliches Wissen über vorhandene und mögliche Zusammenhänge innerhalb des betrachteten Realitätsausschnitts (vgl. kognitive Schemata).
Bei einer 'kognitiven' Analyse erkennbarer Problemsituationen können neue Erkenntnisse (def. begriffliche Beziehungen) gewonnen werden. Ihre "integrative" Nutzung ermöglicht eine 'kombinierende' Synthese von Gedanken entsprechend konstruktiven Konzepten, die nutzbar sind für Problemlösungen und neue Denkprodukte.

These 6: Die hoch entwickelte Lernform Lernen durch Einsicht in prinzipielle Sinn-Zusammenhänge basiert auf der erfolgreichen Nutzung mindestens einer zweckdienlich erworbenen Kenntnis als einer neu erfassten begrifflichen Beziehung, die hypothetisch bestimmt wird als neue theoretische Erkenntnis für ein »konstruktives Konzept« des kognitiv erfassten Zusammenhangs von analytisch abstrahierten Fakten (Sinnesdaten), die erfinderisch in Beziehung gesetzt worden sind (z. B. neue Mittel-Zweck-Relation). [1]
Ein 'konstruktives Konzept' (Entwurf) ermöglicht ein neuartiges Verständnis gemäß der 'konzeptionellen' Einsicht in begriffene Zusammenhänge von abstrakt gedeuteten Darstellungsformen als Fakten mindestens eines Sachverhalts des untersuchten Gegenstandsbereichs.
Ein 'kreativer' Entwurf wird bestimmt als kognitive Urform eines 'konstruktiven Konzepts' gemäß einer begrifflich neu strukturierten (Modell-)Vorstellung, die als ein nützlicher Einfall (gute Idee) gewertet wird, insbesondere als ein 'gefundener' Lösungsansatz für eine Problemstellung. - Die 'konzeptionelle' Darstellung (Grob- oder Feinkonzept) einer hypothetischen Modellvorstellung ist versuchsweise nutzbar im 'logisch-funktionellen' Kontext von deklarativem Erfahrungswissen.
Konzeptionelle Aussagen von Entwürfen (konstruktive Konzepte) entsprechen hypothetisch ausgebildeten Begriffsstrukturen, die aufgefasst werden als neuartige 'mentale Konstrukte' (vgl. empirische oder theoretische Erkenntnisse). Diese können erfahrungsgemäß nützlich sein als Thesen für konstruktive Denkmodelle (vgl. prädiktive Modelle oder Theorien) gemäß induktiv angenommenen und praktisch überprüfbaren Regel- oder Gesetzmäßigkeiten. Thesenhafte Aussagen von konstruktiven Konzepten gelten als hypothetisch und müssen sich praktisch bewähren, damit sie weiterhin genutzt werden können (sonst Falsifizierung, Korrektur oder Umlernen). [2][13]
Ein 'konstruktives Konzept' ist systematisch darstellbar als These entsprechend einer "theoretischen" Begriffsstruktur mit ungewisser Gültigkeit (oder hypothetischer Wahrscheinlichkeit) und höchstens "relativer Wahrheit" aufgrund der Möglichkeit ihrer Nichtbewährung.

These 7: Ein konstruktives Konzept kann objektiviert werden als entwurfsgemäße Darstellungsform für assoziativ in Beziehung gebrachte Begriffe, wobei die neu verknüpften begrifflichen Beziehungen mit 'kognitiv-logischen Symbolverknüpfungen' darstellbar sind (vgl. bedingte Logik-Funktionen, Definition 9 und 10 unter 3.). [4] -
Eine 'kognitiv ausgebildete' Begriffsstruktur wird charakterisiert durch 'induktive' (verallgemeinerte) Einbeziehung von mindestens einer 'bedingten Relation' (erworbenen Kenntnis), die als erfasste begriffliche Beziehung (Begriffsrelation) funktionell nutzbar ist (vgl. These 9 und 3.). Diese kann objektiviert dargestellt werden mit verknüpften Begriffssymbolen für relationale Aussagen, insbesondere als prägnante Darstellungsformen von prinzipiellen Erkenntnissen (vgl. Logos-Relationen in [13]). [1] - [8]
Eine konzeptuelle Vorstellung von einem "begriffenen" Gegenstand entspricht mindestens einem abstrakten Begriff in Beziehung zu anderen Begriffen.
Die Definition eines allgemeinen Begriffs (als Abstraktes im Allgemeinen) wird ermöglicht durch funktionelle Zuordnung seines Begriffssymbols zu disjunkten Konjunktionen spezifischer Merkmale (Merkmalskonjunktionen) von (wieder-)erkennbaren Objekten oder Situationen (vgl. kognitiv-logische Grundstrukturen, Definition 10 unter 3.). [1][5]
Die begriffliche Kategorisierung (Identifikation, Klassifizierung) der "bestimmbaren" Gegenstände (Dinge oder Phänomene) gelingt mit für sie charakteristischen "kognitiv erfassten" Merkmalsbeziehungen analog kognitiven Schemata, die dann geeignet sind zur 'realistischen' Erkennung und Deutung (vgl. Wahrnehmung und Interpretation), wenn ihre erworbenen (Er-)Kenntnisse adäquat zu natürlichen Zusammenhängen sind.

Ein kognitives System mit Verstand und Lernfähigkeit informiert sich über wahrnehmbare Objekte oder erkennbare Zusammenhänge gemäß seinen 'subjektiven' Deutungen, wobei es zusätzlich zu seinen dafür notwendigen Kenntnissen auch neue Kenntnisse situationsbedingt erwerben kann (vgl. ausgebildetes Erfahrungswissen).
Neu erfasste 'begriffliche' Beziehungen entsprechen erworbenen Kenntnissen von 'kognitiv erfassten' (begriffenen) Beziehungen oder Zusammenhängen der untersuchten Sachverhalte. Nach ihrer praktischen Bewährung gelten sie als Erkenntnisse mit einem zu überprüfenden Wahrheitsanspruch (Bewährungspinzip). -
Überprüfte und bewährte 'prinzipielle' (Er-)Kenntnisse von als "gesetzmäßig" erfassten Kausalitätsbeziehungen gelten als Grunderkenntnisse zur Bestimmung von fundamentalen Urteilen für "intelligente" Entscheidungen. - Prinzipielle Aussagen von objektivierten Grunderkentnisse sind darstellbar als prägnant formulierte Basissätze (mit wenigen Worten), die als definierte 'Logos-Relationen' verstanden werden. [13]

Bei der Wahrnehmung von Unbekanntem wird versucht, dieses mit ähnlichem Bekannten zu vergleichen, d. h. Analogien zu finden, um das unbekannte Neue mit eigenen Kenntnissen "aus Erfahrung" zu beurteilen. - Wenn zum Verstehen neuer Situationen keine passenden Begriffe oder Vorstellungen nutzbar sind, fällt es Menschen sehr schwer, über den sinnlich erfahrbaren Tat-Folge-Zusammenhang hinauszudenken.
Die Erforschung von Neuem (Untersuchung von Unbekanntem) gelingt als ein "vertiefendes" Kennenlernen durch sukzessiven Kenntniserwerb einer lernfähigen Gedächtnisstruktur mit vorausgesetztem Wissen (Vorwissen), dessen kognitive Erweiterung (Ausbildung) ein "einsichtiges" Verstehen im passenden Begriffszusammenhang (Kontext) ermöglicht. [8][13]
Das kognitive Erfassen des entdeckten Neuen entspricht dem Begreifen beim Untersuchen durch relationales Einordnen in einen begrifflichen Zusammenhang für kognitive Schemata zur (Wieder-)Erkennung und Deutung der kennen gelernten Gegenstände oder Vorgänge des natürlichen Geschehens.
Der Kenntniserwerb im Gehirn beruht auf seiner "kognitiven" Fähigkeit zur Selbststrukturierung, d. h. zur 'selbstorganisierenden' Strukturerweiterung oder -änderung (Plastizität) komplexer Bereiche des Zentralnervensystems. -
Situationsbedingt erworbene Kenntnisse von erfassten Beziehungen untersuchter Sachverhalte werden aufgefasst als bedingte Relationen, die im Gedächtnis strukturell gespeichert und funktionell genutzt werden. Ihre Nutzung für empirische Urteile und logische Schlüsse wird ermöglicht analog relationalen Denkmodellen, die formal darstellbar sind mit Aussagen von begrifflichen Beziehungen (Begriffsrelationen, vgl. Thesen und Definitionen). [1][9][13]
Verständlich ausdrückbare Kenntnisse entsprechen objektivierbaren begrifflichen Beziehungen des deklarativen Wissens, die in Form expliziter Aussagen (sprachlich) darstellbar, übertragbar und interaktiv mitteilbar sind.

Das Lernen eines kognitiven Systems, d. h. seine Verhaltensänderung als 'vorteilhafte' Anpassung an "kennen gelernte" Umweltbedingungen, wird bestimmt von seiner lernfähigen assoziativen Gedächtnisstruktur durch Nutzung von erworbenen Kenntnissen des ausgebildeten Erfahrungswissens (vgl. lernfähige 'plastische' Gehirnstruktur für prozedurales und deklaratives Wissen). [9]
Situationsbedingt erworbene Kenntnisse eines kognitiven Systems entsprechen seinem gewonnenen Erfahrungswissen, d. h. jeweils dem 'erfahrungsgemäßen Wissenszuwachs' durch funktionelle Modifikation seiner lernfähigen Gedächtnisstruktur.-
Der 'funktionsverändernde' Kenntniserwerb im lernenden Gedächtnissystem wird bestimmt als kognitver Grundprozess des »strukturellen Lernens« im Sinne der situationsbedingten Funktionsänderung einer 'lernfähigen' Gedächtnisstruktur aufgrund ihrer (erfahrungs-)bedingten Strukturänderung (vgl. Definition 5 unter 3.). [1][5]
Strukturelles Lernen in neuronalen Funktionskomplexen basiert auf 'plastischen' synaptischen Verbindungen zwischen Nervenzellen. Damit können beim Lernen 'konditionierte Assoziationen' vernetzter Neuronen situationsbedingt aufgebaut (erlernt), bekräftigt (konsolidiert) oder abgebaut (vergessen) werden, - vgl. neuro- und kognitionswissenschaftliche sowie verhaltensphysiologische Forschungsergebnisse (vgl. Kognitiv-logische Modellbildung [10]). [12]

These 8: Als einzelne relationale Gedächtniselemente für erworbene Kenntnisse (erlernte 'bedingte Relationen' in Form konditionierter Assoziationen, vgl. Definition 1 unter 3.) fungieren 'lerndisponierte' Synapsen, die funktionell einbezogen sind in wissensrepräsentierende Verknüpfungen eines 'selbstlernenden' Neuronennetzwerks, das die natürliche Grundvoraussetzung ist zur situationsbedingten Ausbildung von 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen (vgl. symbolisch-konstruktive Modelle).
Neurobiologisch bestätigt wurde das (1949 von Hebb postulierte) Koinzidenzprinzip für die situationsbedingte funktionelle 'Bahnung' einzelner Synapsen, d. h. ihre verstärkte elektro-chemische Übertragungsfähigkeit (vgl. Definition 3 unter 3.). Außer der Effektivierung von (anfangs redundant) 'veranlagten' synaptischen Verbindungen ist auch eine Neubildung von dendritischen Synapsen (durch Wachstum mittels Zellkern-Proteinen) nachgewiesen worden. [12]

Ein strukturveränderliches Gedächtnissystem "erlernt" und "behält" (d. h. speichert lang- oder kurzzeitig) kognitiv erfasste Beziehungen als seine situationsbedingt erworbenen Kenntnisse (def. bedingte Relationen) von "erfahrenen" Zusammenhängen der sinnlich wahrnehmbaren Sachverhalte (Beobachtungen der objektiven Realität) oder von "erdachten" begrifflichen Beziehungen für theoretische oder fiktive Vorstellungen (symbolisch-abstrakte Reflexionen über Erinnerungen, Antizipationen).
Die damit ermöglichte Nutzung erworbener Kenntnisse bei der interpretativen Informationsverarbeitung ist charakteristisch für vorteilsorientierte "situationsangepasste" oder problemlösende "intelligente" Aktivitäten (Efferenzen für Aktionen), z. B. zwecks flexibler Anpassung des Verhaltens an veränderliche Umweltstrukturen (vgl. Selbsterhaltung durch Homöostase). -
Lerntypische Verhaltensänderungen basieren auf dem 'erlernten Verstehen' von Situationen und Ereignissen durch zutreffende (Wieder-)Erkennung und Deutung der 'kennen gelernten' Sinnzusammenhänge (vgl. kognitive Schemata).

Induktives Lernen eines kognitiven Systems wird bestimmt als "Lernen durch Erfahrung" gemäß seinen situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die dem individuell ausgebildeten Erfahrungswissen entsprechen und funktionell genutzt werden können für erinnerbare Vorstellungen oder Erwartungen (assoziierte Voraussagen für empirische Urteile, vgl. These 3 - 5). - Systemimmanente Voraussetzungen für induktive Lernprozesse sind veranlagtes Basis-Wissen (A-priori-Wissen) für notwendige Grundfunktionen und möglicherweise empirisches Vorwissen (nutzbares Erfahrungswissen), - was eine Abkehr vom "tabula rasa"-Postulat des Empirismus bedeutet. [1][5]
Beim induktiven Lernen wird die individuelle Gedächtnisstruktur für Vorwissen erfahrungsgemäß modifiziert, - durch den situationsbedingten Erwerb mindestens einer neuen Kenntnis von einem kognitiv erfassten Zusammenhang (zwischen Dingen oder Ereignissen) des untersuchten Sachverhalts (vgl. induktiv angenommene Regel- oder Gesetzmäßigkeit). -
Das 'induktiv erlernte' (empirisch ausgebildete) Erfahrungswissen basiert auf dem situationsbedingten Kenntniserwerb durch kognitive Zusammenhangserfassung, insbesondere gemäß den begrifflich verallgemeinerten Beobachtungen von Einzelfällen. Die dabei erworbenen Kenntnisse müssen kritisch überprüft werden, ob sie sich praktisch bewähren (Konsolidierung, sonst: Vergessen oder Umlernen zwecks Anpassung an Umweltänderungen). [1][7]
Aus beobachteten Einzelfällen induktiv (verallgemeinernd) angenommene Regel- oder Gesetzmäßigkeiten werden bestimmt als erlernte Regeln für 'empirische Implikationen' einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur. Diese gelten nur hypothetisch und müssen sich praktisch bewähren (Bestätigung, Konsolidierung), um nicht verworfen oder geändert zu werden (Falsifizierung bzw. Korrektur oder Umlernen). [8]
Die durch induktives Lernen situationsbedingt erworbenen Kenntnisse von kognitiv erfassten Beziehungen werden (empirisch verallgemeinert) genutzt als "bisher bewährtes" Teilwissen, dessen angenommene Allgemeingültigkeit (ungewisse Regelmäßigkeit) solange empirisch zu überprüfen ist, bis die praktische Bewährung (Konsolidierung) ausbleibt aufgrund einer Falsifizierung (vgl. notwendige Wissenskorrektur oder Umlernen gemäß veränderten Umweltbedingungen).

These 9: Beim Lernen ausgebildete Begriffsstrukturen entsprechen individuellem Erfahrungswissen als konstruktive Voraussetzung für "aus Erfahrung" assoziierte Voraussagen (Erwartungen) und empirische Urteile, besonders zur "optimierenden" Bestimmung von Entscheidungen für "intelligente" (problemlösende) Aktionen. -
Eine durch situationsbedingten Kenntniserwerb "kreativ" ausgebildete Begriffsstruktur kann verallgemeinert dargestellt werden mit neuartig verknüpften Begriffssymbolen, insbesondere mit ausgebildeten Konzeptformen von 'kognitiv-logischen Begriffsstrukturen' im lernfähigen Gedächtnissystem (siehe 3.). [1][5]

Die schwierige Objektivierung von 'symbolisch-abstrakten' Denkmodellen (vgl. empirische und theoretische Modellbildung [10]) gelingt mit verständlich mitteilbaren Darstellungsformen für begriffliche Beziehungen, beispielsweise mit sprachlichen Aussagesätzen (gemäß Vokabular und Grammatik) oder Funktionsausdrücken für logische Implikationen (Schlüsse, Inferenzen), womit situationsbedingte Urteile, Bewertungen oder Entscheidungen bestimmt werden können (vgl. Regeln oder Formeln).
Objektivierbare Beziehungen zwischen Begriffen des deklarativen Wissens sind bewusst formulierbare begriffliche Beziehungen und können kommunikativ mitgeteilt werden in sprachlichen Aussageformen für 'Begriffsrelationen'. Diese sind mit verknüpften begrifflichen Symbolen (Invarianten, Variablenwerten) darstellbar als kenntnisspezifische Relationen (Assoziationen, Verknüpfungen). Solche begrifflichen Symbolverknüpfungen werden genutzt zur modellhaften Beschreibung oder Erklärung von kognitiv erfassten Zusammenhängen (vgl. relationale Modelle und Logos-Relationen [13]).
Formal beschreibbar sind 'objektivierbare' Begriffsstrukturen des deklarativen Wissens mit kenntnisspezifischen Relationen (vgl. kausale oder analoge Beziehungen) zwischen verifizierbaren Invarianten (Variablenwerten, Formationen), die als verknüpfte Begriffssymbole für Stützinformationen fungieren. Diese werden induktiv oder deduktiv einbezogen in 'kognitiv-logische' Verknüpfungen auf unterschiedlichen Darstellungsstufen für abstrahierte oder verallgemeinerte Begriffsformen (vgl. analytisch oder synthetisch definierbare Konzeptformen [5]). -
Technisch implementierbar sind begriffliche Symbolverknüpfungen einer 'kognitiv-logischen' Struktur zur 'dynamischen' Wissensdarstellung mit bedingten Logik-Funktionen, die auf hierarchischen Zuordnungsniveaus fungieren und empirische Assoziationen in Vorwärts- und Rückwärtsrichtung ermöglichen (def. 'lernfähiger Zuordnungskomplex' [6]).
Sprachliche Darstellungsformen von objektivierten (Er-)Kenntnissen, aufgefasst als Begriffsrelationen, sind mitteilbare relationale Aussagen, beispielsweise logische Sätze oder Relationen (vgl. Implikationen oder Regeln).

These 10: Explizite Aussagen für relationale Modelle des deklarativen (Erfahrungs-)Wissens sind formulierbar mit 'kognitiv-logisch' verknüpften Relationen (vgl. Begriffsrelationen für ausgebildete Begriffsstrukturen), die bezogen sind auf funktionelle Variablen mit begriffsspezifischen Bedeutungen. Die 'dynamische' Wissensdarstellung entsprechend einer »kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur« gelingt mit erfahrunghsbedingt verknüpften Begriffssymbolen und bedingten Relationen (vgl. bedingte Logik-Funktionen). [1] - [8]
In Form von relationalen Modellen objektivierbar sind ausbildbare kognitiv-logische Begriffsstrukturen für entwickelbare 'kognitiv-logische Gedächtnisstrukturen', die erlernbare empirische Urteile und deklarative Aussagen ermöglichen. Mit symbolisch-abstrakten Darstellungsformen für 'situationsbedingt modifizierbare' Funktionsausdrücke (vgl. bedingte Logik-Funktionen) können 'erlernbare' logische Implikationen implementiert werden (induktiver Lernmechanismus, vgl. Definition 5 unter 3.). [7]
Relationale Modelle mit strukturellen Lerndispositionen sind Beschreibungsformen für dynamische Wissensdarstellungen lernfähiger Gedächtnissysteme mittels funktionell verknüpften Begriffssymbolen für netzwerkartige Darstellungsformen (Relationen und Variablen), insbesondere 'kognitiv-logische' Gedächtnisstrukturen mit modifizierbaren Relationsverknüpfungen für bedingte Logik-Funktionen. [1][4][13]

Erworbene Kenntnisse von "kennen gelernten" Beziehungen erfasster Zusammenhänge, die begrifflich aufgefasst werden als bedingte Relationen, sind beschreibar mit relationalen Aussagen für erlernte Regeln (vgl. empirische Implikationen) zur Darstellung von logisch verknüpften Begriffsrelationen in Form von theoretischen Modellen des objektivierbaren Wissens. Besondere Beispiele sind 'relationale Modelle' entsprechend erfahrungsgemäßen Theorien, die logisch zu begründen sind und auf ihre praktische Bewährung überprüft werden müssen (Kritik und empirische Bewährungsprobe). [1][4]
Empirisch überprüfte relationale Modelle sind 'bewährte' Wissensdarstellungen, die als 'prädiktive' Referenz-Modelle verallgemeinert nutzbar sind, weil sie prinzipielle Sachverhalte der objektiven Realität (mehr oder weniger) adäquat nachbilden.
Auf angenommenen Gesetzmäßígkeiten basierende Theorien entsprechen hypothetischen Modellvorstellungen aufgrund der 'kognitiv erfassten' (begriffenen) Zusammenhänge von untersuchten Sachverhalten der Wirklichkeit, die nur modellhaft abstrahiert (meist mathematisch) beschrieben werden können (vgl. Problem der wissenschaftlichen Wahrheitsfindung). [13]
Eine 'theoretische' Aussage ist nur dann wahr, wenn der von der Theorie beschriebene Sachverhalt mit der Wirklichkeit übereinstimmt. Der Wahrheitsgehalt einer Aussage wird entscheidend dadurch bestimmt, ob sie logisch widerspruchsfrei (konsistent) im Vergleich mit Erfahrungswissen ist.
Eine Theorie ist genau dann "wissenschaftlich", wenn sie so formuliert ist, dass sie an der Erfahrung scheitern kann (d. h. dass sie falsifizierbar ist, vgl. K. R. Popper). Solange eine wissenschaftliche Theorie nicht empirisch widerlegt ist, gilt sie als vorläufig bestätigt und 'bisher bewährt', d. h. als 'relativ wahr'.
Gemäß dem Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit (meine Definition) gelten logische (Vor-)Urteile, die in Form von Aussagesätzen mitteilbar und kritisch überprüfbar sind, als 'relativ wahr' aufgrund von bisher bewährten Regeln und bestimmten Ausnahmen für Sonderfälle, aber nur so lange diese Regeln nicht verändert werden (durch Lernen oder Umlernen). [8]

These 11: Ein lernfähiges Gedächtnissystem, das befähigt ist zur optimalen Entscheidungsfindung für "intelligentes" Handeln, wird definiert mit einer (technisch modellierbaren) 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstruktur zur dynamischen Darstellung von Erfahrungswissen, das ausbildbar ist gemäß einer strukturellen Lerndisposition (def. konditionierbare Assoziationen), - zusätzlich zu veranlagtem Basis-Wissen für systemimmanente Grundfunktionen. Sein situationsbedingt ausgebildetes Erfahrungswissen wird genutzt in Form modifizierter Verknüpfungen für (strukturell erlernte) bedingte Logik-Funktionen, die gekennzeichnet sind durch 'kenntnisspezifische' bedingte Relationen zwischen Systemvariablen auf unterschiedlichen Darstellungsniveaus (vgl. bedingte Symbolzuordnungen im lernfähigen Zuordnungskomplex, siehe 4.)
Ein lernfähiges 'kognitiv-logisches' Gedächtnissystem wird definiert als strukturveränderliches "offenes" System mit wechselwirkenden multimodalen Funktionseinheiten, die bedingte Logik-Funktionen für empirische Urteile und induktive Inferenzen (Schlüsse) ermöglichen. Dieses Systemmodell entspricht meiner Begrifsdefinition "denkendes Gedächtnis" (publiz. seit 1982 in [7] u. a.), das erfahrungsgemäß befähigt ist zu kognitiven Gedächtnisleistungen in Funktionseinheit mit 'mentalen' (Denk-)Operationen des Deutens, Urteilens und logischen Schliessens (d. h. funktionelle Einheit von assoziativer Informationsspeicherung und interpretativer Informationsverarbeitung, - vgl. 4.). [4][9][13]

    3. Kenntnistheoretische Definitionen zu lernfähigen kognitiv-logischen Gedächtnisstrukturen

Ein kognitiv-logisches Gedächtnissystem mit individuellem Erfahrungswissen ist befähigt zur "interpretativen" Informationsverarbeitung zwecks "intelligenter" Verhaltenssteuerung, besonders für erfolgreiche Aktionen und autonomes Agieren hinsichtlich seiner lerntypischen Anpassung an veränderliche Umweltbedingungen (vgl. Umlernen). Dabei kann es antizipatorische Erwägungen gemäß eigener Ziele (Intentionen) verfolgen, die nicht nur für den Selbsterhalt des lernenden Systems in seiner Umwelt notwendig sind. Seine (selbst-)reflexiven Interpretationen von äußeren und inneren Situationen erfolgen durch situationsabhängiges 'kognitiv-logisches' Operieren mit begrifflichen Symbolen (verifizierbaren Invarianten). Dadurch aktiviert werden funktionelle Zuordnungen von Signalwert-Mustern (als aktuell selektierte Formationen) auf hierarchischen Darstellungsniveaus. [6][7][8]
Die individuellen Symbol-Zuordnungen im interpretierenden und lernenden System entsprechen seinen semantisch-informellen Deutungen, d. h. systemeigenen Informationen (vgl. Definition: » Information - subjektive Nachricht für kognitive Systeme). [11]
Kenntnistheoretisch definiert wurden folgende drei Grundprozesse eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems für lerntypische Kognitionsleistungen: 'strukturelles Lernen', 'strukturelles Speichern' und 'Assoziieren aus Erfahrung', - zeitlich aufeinanderfolgend bestimmt für systeminternen Kenntniserwerb, dann Kenntisspeicherung bzw. Kenntnisnutzung (vgl. Bild 2 und Definitionen) [5].

Eine "lernfähige" kognitiv-logische Gedächtnisstruktur verfügt über potenziell vorgegebene, konditionierbare Assoziationen ihrer strukturellen Lerndisposition (vgl. Definition 5). Diese konzeptuelle Lernanlage ermöglicht eine situationsbedingte Ausbildung von individuellem Erfahrungswissen zusätzlich zu veranlagtem Basis-Wissen (A-priori-Wissen). Erlernbar sind (erfahrungs-)bedingte logische Verknüpfungen für empirische Implikationen (erinnerte Erwartungen, Voraussagen), die 'erfahrungsgemäße' Urteile und Bewertungen mitbestimmen.

Definition 1: Verknüpfte 'semantische Grundrelationen' zwischen funktionellen Invarianten (z. B. begrifflichen Merkmalen, Symbolen, Variablenwerten oder Mustern) einer kognitiv-logischen Gedächtnisstruktur sind elementare Kenntnisse des strukturimmaneten Wissens, die darstellbar sind als 'relationale Wissenselemente' in Form von prädeterminierten oder konditionierten Assoziationen (Verbindungen, Verknüpfungen). Die prädeterminierten Assoziationen (der veranlagten Grundstruktur) entsprechen den 'grundlegenden Kenntnissen' des A-priori-Wissens (vorgegebenes Basis-Wissen für Grundfunktionen). - Die situationsbedingt aufgebauten konditionierten Assoziationen entsprechen den 'erworbenen Kenntnissen', definiert als (versuchsweise) "erlernte" bedingte Relationen des ausgebildeten (Erfahrungs-)Wissens (vgl. Definition 6). Bedingte Relationen einer Gedächtnisstruktur bleiben für eine gewisse Dauer 'strukturell gespeichert' (lang- oder kurzzeitiges Behalten) und gelten als funktionell einbezogen solange wie sie empirisch bestätigt (konsolidiert) oder bis sie systemintern abgebaut werden (beim Vergessen oder Umlernen). [1][4]

Definition 2: Aufbau, Bekräftigung oder Abbau einer bedingten Relation (in Form einer konditionierten Assoziation) resultieren aus der kognitiven Annahme oder Bestätigung bzw. Nichtbestätigung einer "vermuteten" bzw. "erfahrenen" Regelmäßigkeit des untersuchten wirklichen Zusammenhangs (realer Konnex), der als begriffliche Beziehung erfasst werden konnte (Kenntniserwerb).
Definition 3: Für jeweils zwei 'verbindbare' Signalereignisse, die nach dem Prinzip der Vereinbarkeit miteinander in Beziehung gesetzt werden können, gilt eine zu erfüllende Koinzidenzbedingung als Kriterium der Konnexanalyse des 'strukturellen Lernens' (vgl. Definition 5). Eine "beobachtete" aktuelle Koinzidenz wird systemintern detektiert als zeitliches Neben- oder Nacheinander (Kontiguität) zweier Signalwerte, die 'konjunktiv' verifizierten Invarianten entsprechen und als Begriffs- oder Ereignissymbole formal ausdrückbar sind (vgl. Bild 1). Die Vorbedingung eines situationsabhängigen Kenntniserwerbs, d. h. eines (graduellen oder abrupten) Aufbaus einer bedingten Relation beim strukturellen Lernen, ist eine "situationsbedingt erfasste" (festgestellte) einmalige oder mehrmalige Koinzidenz zweier aufeinander beziehbarer Signalwerte (begrifflicher Invarianten), die hinreichend andauernd bzw. genügend häufig zusammentreffen (vgl. neurale Koinzidenzdetektion vor einer funktionellen Bahnung synaptischer Verbindungen im plastischen Neuronennetz). [1][12]

Definition 4: Die funktionelle Nutzung bedingter Relationen (Kenntnisnutzung) bei der erfahrungsgemäßen Informationsverarbeitung ist der kognitive Grundprozess des 'Assoziierens aus Erfahrung' von kenntnisspezifisch 'assoziierten' (verknüpften) Informationen, die 'assoziativ' verifizierten Begriffssymbolen entsprechen. Empirische Assoziationen sind formal ausdrückbar durch funktionelle (erfahrungs-)bedingte Zuordnungen von logisch verknüpfbaren Invarianten (Signal- oder Variablenwerten), denen als begriffliche Symbole 'informelle' semantische Inhalte entnehmbar sind. Eine aktuelle 'Schlüsselinformation' kann mit mehreren anderen repräsentierten Informationen 'assoziiert' sein, die als 'hypothetisch vorgestellte' empirische Erwartungen erinnert werden (z. B. als assoziierte Voraussagen 1. oder 2. Art, siehe 2.). Solche 'assozierten' Informationen können wie 'reale' Informationen logisch verknüpft werden, als ob die ihnen entsprechenden Merkmale, Objekte oder Situationen tatsächlich wahrgenommen worden sind. Ihre funktionelle Einbeziehung bei der Wahrnehmung ermöglicht eine induktive (verallgemeinernde) Ergänzung von Erkennungsergebnissen mit assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" (Rekognition durch assoziative Afferenzsynthese). Empirisch "erinnerte" Informationen können nicht nur in afferente Informationskanäle sondern auch in systeminterne logische Verknüpfungen 'assoziativ' einbezogen werden, z. B. für empirische Urteile und (Vor-)Entscheidungen, verbunden mit erwarteten Konsequenzen (vgl. Reafferenzen). [2][5][7]

Definition 5: Die strukturelle Lerndisposition eines 'kognitiv-logischen' Gedächtnissystems entspricht der konzeptionellen Anlage (veranlagte Menge, Vorgabe-Satz) von konditonierbaren Assoziationen zwecks vorbestimmter Befähigung zur situationsabhängigen Ausbildung von 'induktiv erlernten' Verknüpfungen (Assoziationen) der damit funktionell modifizierten Gedächtnisstruktur (vgl. bedingte Logik-Funktionen). Die vorgegebene Lerndisposition der Gedächtnisstruktur ermöglicht ihren situationsbedingten Kenntniserwerb, der erklärbar ist entsprechend dem kognitiven Grundprozess des 'strukturellen Lernens'. - Die beim Lernen erworbene und (temporär) behaltene Kenntnis entspricht mindestens einer 'aufgebauten' bedingten Relation in Form einer konditionierten Assoziation der 'lernenden' Gedächtnisstruktur für ausgebildetes Erfahrungswissen. Die Konditionierung kenntnisspezifischer Assoziationen wird ermöglicht mit einem induktiven Lernmechanismus für jede kognitiv erfassbare Beziehung (im Rahmen der strukturellen Lerndisposition). - Resultierend aus der situationsgemäßen Konnexanalyse wird ein relationaler Zusammenhang zwischen Begriffssymbolen dann "induktiv" angenommen, wenn die jeweils zu prüfende Koinzidenzbedingung hinreichend erfüllt worden ist (vgl. Definitionen 1 bis 3). -
Induktive Lernmechanismen mit unterschiedlichen Koinzidenzbedingungen ermöglichen die Ausbildung von individuellem Erfahrungswissen durch (hypothetische) Verallgemeinerung von "erlernten" begrifflichen Beziehungen, - als bedingte Relationen in Form konditionierter Assoziationen, - entsprechend einer "kognitiven" Erfassung von begrifflichen Zusammenhängen. [1][4]

Definition 6: Situationsbedingt erworbene Kenntnisse von 'kognitiv erfassten' (begriffenen) Beziehungen entsprechen 'erfahrungsgemäßen Begriffsrelationen' im Sinne von empirisch "angenommenen" relationalen Wissenselementen der lernfähigen Gedächtnisstruktur (vgl. Thesen 8 und 11), die strukturell gespeichert (behalten) werden und dadurch so lange funktionell verfügbar bleiben, wie sie "(auf-)bewahrt" und nicht "abgebaut" (vergessen, verlernt) werden, - insbesondere bei fehlender Konsolidierung und falls Nichtbewährung (Falsifizierung oder Umlernen). -
Erworbene Kenntnisse sind objektivierbar in Form von kognitiv-logischen Verknüpfungen bedingter Relationen in Bezug auf begriffliche Variablenwerte, die als 'verifizierbare Invarianten' formal definiert werden für bedingte Logik-Funktionen des darstellbaren Erfahrungswissens (vgl. Definition 1). [1] - [7]

Definition 7: Eine situationsbedingte induktive Merkmalseinbeziehung in die modifizierbare Invarianten-Verknüpfung eines (disjunktiv oder konjunktiv) verallgemeinerbaren Begriffs erfolgt durch 'reale' oder 'assoziative' Konditionierung beim strukturellen Lernen mittels unterschiedlicher Vorkenntnisse (vgl. Bild 1, Kopie aus [1]):
Die reale Konditionierung einer empirischen Assoziation als 'wirklichkeitsnahe' Merkmalsbindung für eine 'empirische' Kenntnis (Erfahrung) erfordert "relativ gesicherte" Vorkenntnisse (A-priori-Wissen) zur 'realen' Erfüllung der Koinzidenzbedingung mit Hilfe 'sensorisch' verifizierter Invarianten infolge von Wahrnehmung oder Erkennung (auf Grund sensorischer Signalereignisse, vgl. Definitionen 2 und 3).
Die assoziative Konditionierung einer hypothetischen Assoziation für ein 'angenommenes' Merkmal oder eine 'theoretische' Kenntnis (Vermutung) beruht auf der Nutzung von mindestens einer bedingten Relation als "erworbenen Vorkenntnis" (relatives a priori) zur 'assoziativen' Erfüllung der Koinzidenzbedingung, d. h. unter Beteiligung einer 'assoziativ' verifizierten Invariante (z. B. C'B in Bild 1).

Definition 8: Außer der assoziativen Einbeziehung von diskreten Merkmalen (Cx) in eine kognitiv-logische Begriffsstruktur (für Cy) ist auch ein induktives Kennenlernen "wahrscheinlicher" Merkmale möglich. Diese werden durch graduell konditionierte, d. h. partiell ausgebildete, Assoziationen für "unscharfe" Relationen bestimmt. Erlernte Verbindungsgrade für unscharfe Merkmalseinbeziehungen entsprechen empirischen Relationsgewichten (definiert mit Assoziationsindizes gemäß beurteilten Konnexmaßen, siehe Näheres in [1]).

Objektivierbare 'kognitiv-logische' Begriffsstrukturen sind formal darstellbar mit (kognitiv-logisch) verknüpften Begriffssymbolen (def. Invarianten, z. B. Zeichen, Wörter oder Muster) als explizite Aussagen, die kommunikativ genutzt werden können (siehe 2.).
Objektivierbare begriffliche Beziehungen (zwischen Begriffen des deklarativen Wissens) können als 'wissentliche' Beziehungen (Relationen) sprachlich ausgedrückt und mitgeteilt werden. Formale Relationen (Zeichen-Assoziationen, Verknüpfungen) dienen zur verständlichen Darstellung von Aussagen mit Hilfe von begrifflichen Invarianten (Symbolen, Variablenwerten), z. B. bekannten Zeichen, Worten oder Sätzen. Aussagesätze (Relationen, Axiome) oder Funktionsausdrücke (Regeln, Formeln) sind Beispiele für Ausdrucksformen begrifflicher Symbolverknüpfungen. [13]
'Erlernte' begriffliche Beziehungen entsprechen erworbenen Kenntnissen, die definiert werden als bedingte Relationen einer Gedächtnisstruktur für individuell ausgebildetes Erfahrungswissen (vgl. funktionelle Gedächtniselemente, These 8). - Durch situationsbedingten Kenntniserwerb erfolgt eine strukturelle Erweiterung oder Modifikation des ausbildbaren Erfahrungswissens, zusätzlich zum veranlagten Basis-Wissen (für Grundfunktionen a priori). - Neben den Grundrelationen des Basis-Wissens gibt es (erfahrungs-)bedingte Relationen des induktiv erweiterten (Erfahrungs-)Wissens.

Empirische Urteile und induktive Schlüsse (d. h. Inferenzen vom Besonderen zum Allgemeinen) können als explizite (Vor-)Aussagen logisch formuliert werden. Solche theoretischen Aussagesätze sind kausal oder argumentativ begründbar mit kenntnisspezifischen Vorstellungen (Erinnerungen) von "induktiv" angenommenen Regelmäßigkeiten der Wirklichkeit, die kognitiv erfasst worden sind als 'bedingte Relationen' (der lernfähigen Gedächtnisstruktur) entsprechend den situationsbedingt erworbenen Kenntnissen (vgl. 1. und 2.).
Für situationsabhängige und aspektorientierte Inferenzen erforderlich sind (veranlagte und bedingte) Relationen der Gedächtnisstruktur als nutzbare Kenntnisse, die begrifflichen Beziehungen entsprechen. -
Maßgeblichen Einfluss auf empirische Urteile und induktive Inferenzen haben empirische Implikationen für bedingte Relationen in kognitiv-logischen Grundverknüpfungen einer lernfähigen Gedächtnisstruktur.

Definition 9: Situationsbedingt erworbene empirische oder theoretische (Er-)Kenntnisse (d. h. 'erlernte' begriffliche Beziehungen) können als bedingte Relationen dargestellt werden, die funktionell einbezogen sind in 'bedingte logische Grundverknüpfungen' (vgl. elementare CAND-/COR-Knoten, Definition 10) für definierte bedingte Logik-Funktionen eines lernfähigen Inferenzsystems mit kognitiv-logischer Gedächtnisstruktur. [1][5]
Bedingte Relationen für bedingte Logik-Funktionen werden konzeptionell definiert mit elementaren Darstellungsformen für empirische Implikationen, beispielsweise mit erlernten 'Wenn-dann'-Regeln für induktive Inferenzen (verallgemeinernde Schlüsse, vgl. 4.).

Definition 10: Als kognitiv-logische Grundstrukturen werden elementare Konzeptformen definiert mit "kognitiven" OR- und AND-Knoten (def. COR- bzw. CAND-Knoten) einer 'nichtklassischen' Kognitiven Logik. Diese entsprechen begrifflich ausbildbaren Grundverknüpfungen von ausbildbaren 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen.
Jeder definierte COR- oder CAND-Knoten ist dispositionell vorgesehen zur synthetischen Verallgemeinerung bzw. analytischen Abstraktion eines jeweils dargestellten Begriffs. Das wird knotenspezifisch ermöglicht mit konditionierbaren Assoziationen gemäß der strukturellen Lerndisposition (vgl. Bild 1, wie in [1]).
Mit einem COR- bzw. CAND-Knoten beschrieben wird die jeweilige kognitiv-logische Grundfunktion zur Verifikation mindestens eines Begriffssymbols (z. B. C'B bzw. CBa). Damit darstellbar ist ein logisches Urteil, das definiert werden kann als Elementaraussage auf mindestens einem Zuordnungsniveau eines lernfähigen Zuordnungskomplexes. [4][5][6]

Definition 11: Prinzipielle begriffliche Verallgemeinerungen, die systemtheoretisch unterschieden werden in 1. oder 2. Art, sind simulierbar durch situationsbedingte (induktive) Ausbildung von kognitiv-logischen Grundstrukturen (COR- oder CAND-Knoten) unter speziellen oder allgemeinen Koinzidenzbedingungen des strukturellen Lernens. Diese situationsabhängig detektierbaren Kriterien werden unterschiedlich definiert, jeweils als logische Konjunktion zweier zuordenbarer Begriffssymbole für aufeinander beziehbare Signalereignisse (d. h. als Koinzidenz verifizierbarer Invarianten, z. B. Ci und CB bzw. C'B im Bild 1, siehe Näheres in [1]). [5]

Objektivierbare Konzeptformen für begriffliche Grundverknüpfungen sind implementierbar mit elementaren Funktionseinheiten, die definiert werden als 'Konzept-Module' lernfähiger Zuordnungseinheiten (vgl. Zuordnungskomplex [6]). Ihre 'begrifflich-strukturelle' Lerndiposition mit induktivem Lernmechanismus für konditionierbare Assoziationen ermöglicht eine Simulation der 'analytischen Abstraktion' und 'synthetischen Verallgemeinerung' von Begriffssymbolen für kognitiv-logische Aussagen. [5]

Kognitiv-logische (Denk-)Operationen werden beeinflusst von 'strukturell erlernten' bedingten Relationen, die aufgefasst werden als 'erworbene Kenntnisse' analog ausgebildeten begrifflichen Beziehungen (Begriffsrelationen) des Erfahrungswissens. Diese bestimmen symbolisch-abstrakte Modellvorstellungen (Erinnerungen) und assoziierte Voraussagen (Erwartungen), die funktionellen Einfluss haben auf empirische Urteile für situationsangepasste Schlüsse (vgl. induktiv erlernte Inferenzen) und optimale Entscheidungen für "intelligentes" (problemlösendes) Verhalten. [1]
Meine Begriffsdefinition 'lernfähiges kognitiv-logisches Gedächtnissystem' entspricht einem »denkenden Gedächtnis« mit kognitiv-logischen Funktionsprinzipien, d. h. einem neuen Paradigma im Sinne der funktionellen Einheit von Informationsspeicherung und -verarbeitung (keine Trennung von Speicher und Prozessor wie bei Computern). Damit sind kognitiv-logische Gedächtnisleistungen für Denkoperationen prinzipiell erklärbar durch Grundprozesse für situationsbedingten Kenntniserwerb, strukturelle Kenntnisspeicherung und assoziative Kenntnisnutzung, die wirksam sind für empirische Urteile und logische Schlüsse (Inferenzen), - insbesondere durch die funktionelle Einbeziehung von (erfahrungs)bedingten oder (neu)entworfenen (Begriffs-)Relationen, die den gewonnenen empirischen bzw. theoretischen Erkenntnissen entsprechen (vgl. induktives Erlernen empirischer Assoziationen für bedingte Verknüpfungen, siehe Bild oben). [1][9][13]
Mit aufgezeigten Konzepten für Kognitive Logik erreichbar ist eine technische Implementation der situationsabhängigen Ausbildung von bedingten Logik-Funktionen eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems mit struktureller Lerndisposition und A-priori-Wissen. [1] - [8]

    4. Lernfähige kognitiv-logische Gedächtnissysteme mit bedingten Logik-Funktionen

Eine kybernetische Aufgabe ist die Simulation kognitiver Gedächtnisleistungen für höhere Lernformen, die gekennzeichnet sind durch erfahrungsgemäß assoziierte Voraussagen, empirische Urteile, subjektive Bewertungen, erwogene Entschlüsse, einsichtige Aussagen oder erlernte Handlungen. [1][2]
Kognitiv-logisch bestimmte empirische Aussagen oder assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung", die erinnerten Erwartungen oder Vorurteilen entsprechen, basieren auf situationsbedingt erworbenen Kenntnissen, die als (erfahrungs-)bedingte Relationen in Form von konditionierten Assoziationen (bedingten Symbolverknüpfungen) darstellbar sind.
Kognitiv-logisch konzipierbar sind dynamische Wissensdarstellungen mit sprachlich ausdrückbaren Relationen (Assoziationen) für bedingte Zuordnungen funktioneller Formationen (repräsentierter Invariantensätze), die dargestellt werden mit (erfahrungs-)bedingt verknüpften (konditioniert assoziierten) Begriffssymbolen, - definiert als logisch verifizierbare Invarianten (Variablenwerte). [1][4][5]

Neuere Erkenntnisse der Hirnforschung zu lokalisierbaren (genetisch veranlagten) Funktionskomplexen mit lernfähigen Gedächtnisstrukturen (Lerndispositionen assoziativer Cortexareale und subcortikaler Strukturen) bestätigen meine Thesen und Definitionen zu Funktionsprinzipien eines kognitiv-logischen Gedächtnissystems, das konzeptionell bestimmt wird durch sein vorgegebenes Basis-Wissen (A-priori-Wissen), das durch situationsbedingten Kenntniserwerb erweitert und verbessert werden kann. Die Ausbildung von Erfahrungswissen wird ermöglicht durch 'strukturelles Lernen' im Rahmen seiner 'strukturellen Lerndisposition' als Anlage von konditionierbaren Assoziationen (für erlernbare 'bedingte Relationen').
Zusätzlich zu veranlagtem Basis-Wissen für konzeptionelle Grundfunktionen in lernfähigen Gedächtnissystemen wird individuelles Erfahrungswissen situationsbedingt ausgebildet gemäß den erworbenen Kenntnissen von 'kognitiv erfassten' Zusammenhängen, die neuen begrifflichen Beziehungen (Begriffsrelationen) entsprechen.
In lernfähigen Gedächtnisstrukturen ausbildbar sind kenntnisspezifische bedingte Relationen, die in Form von konditionierten Assoziationen temporär oder langzeitig behalten (gespeichert) werden und funktionell nutzbar sind für situationsabhängig erinnerte Vorstellungen oder Erwartungen (assoziierte Voraussagen "aus Erfahrung"). Ihre funktionelle Nutzung (Assoziieren aus Erfahrung) ermöglicht hypothetische Voraussagen (Erwartungen) zur Beeinflussung von empirischen Urteilen im selbstlernenden Gedächtnissystem.
Durch situationsbedingten Kenntniserwerb ausgebildetes Erfahrungswissen ist analog 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen deklarativ darstellbar mit (erfahrungs)bedingt verknüpften Relationen für Zuordnungen von Begriffssymbolen (def. als 'kognitiv-logisch' verifizierbare Invarianten, z. B. funktionelle Variablenwerte). [1] - [8]

Charakteristisch für eine 'dynamische' Wissensdarstellung mit kognitiv-logischen Gedächtnisstrukturen sind erlernbare Symbolverknüpfungen mittels ausbildbarer 'bedingter Relationen' zwischen verifizierbaren Invarianten (Variablenwerte, Zeichen, Begriffssymbole), die selektierbaren Funktionswerten begrifflich entsprechen. Eine lerntypische Ausbildung von bedingten Relationen als situationsbedingt erworbenen Kenntnissen wird ermöglicht mit einem Vorgabe-Satz von 'konditionierbaren Assoziationen' (veranlagte Menge relationaler Gedächtniselemente, vgl. Synapsen) einer 'strukturellen Lerndiposition' des lernfähigen Gedächtnissystems. Dabei dienen (nicht klassische) logische Darstellungsformen für ausbildbare Begriffsstrukturen zur dynamischen Wissensdarstellung mit kognitiv-logischen Grundstrukturen. [4][5]
Die bei der lerntypischen Ausbildung von Gedächtnisstrukturen situationsbedingt 'erworbenen Kenntnisse' (vgl. induktiver Lernmechanismus für 'strukturelles Lernen') werden systemtheoretisch bestimmt als bedingte Relationen, die in Form konditionierter Assoziationen fungieren. Ihre funktionelle Einbeziehung (Implikation) in kognitiv-logische Verknüpfungen entspricht der jeweiligen empirischen Implikation für die bedingte Zuordnung von Begriffssymbolen (vgl. 'lernfähiger Zuordnungskomplex' [6]). [1] - [5]
Aufgezeigte Modelle kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen erzielen prinzipielle Simulationen:
- des situationsabhängigen Kenntniserwerbs durch lerntypische Ausbildung mindestens einer 'bedingten Relation' im assoziativen Gedächtnis unter einer aktuell erfüllten Koinzidenzbedingung (aufeinander beziehbarer Signalereignisse) für mindestens eine konditionierbare Assoziation einer 'strukturellen Lerndisposition', d. h. durch empirische 'reale' oder hypothetische 'assoziative' Konditionierung (auch Konsolidierung) beim simulierten Erwerb empirischer bzw. theoretischer Kenntnisse (Erkenntnisse),
- der kurz- oder langzeitigen Kenntnisspeicherung durch 'strukturelles Speichern' von bedingten Relationen (in Form konditionierter Assoziationen), einbezogen in empirische logische Verknüpfungen einer lernfähigen 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstruktur,
- und der erfahrungsabhängigen Kenntnisnutzung beim funktionellen 'Assoziieren aus Erfahrung' (Erinnerung, Voraussage, Erwartung) zur Bestimmung von 'bedingten Logik-Funktionen' im lernfähigen Gedächtnissystem.

Konstruktive Konzepte der definierten »Kognitiven Logik« dienen dem innovativen Forschungsziel einer symbolisch-abstrakten Modellierung von 'kognitiven Systemen' mit lernfähigen Gedächtnisstrukturen. Bei der Simulation kognitiver Leistungen (aufgrund von situationsbedingtem Kenntniserwerb) wird orientiert auf die Implementation von bedingten Logik-Funktionen für dynamische Wissensdarstellungen, die ausgebildeten 'kognitiv-logischen' Begriffsstrukturen entsprechen. [1][5][13]
Konzeptuell definierte 'kognitiv-logische' Gedächtnissysteme sind befähigt zu assoziierten Voraussagen "aus Erfahrung" für empirische Urteile und Entscheidungen aufgrund "subjektiver" Bewertungen, besonders unter Aspekten der Gewährleistung von "rationaler" Autonomie und Homöostase (dynamische Stabilität). [2][7][8]
Kognitiv-logische Gedächtnissysteme sind gekennzeichnet durch modifizierbare logische Verknüpfungen gemäß ihrer strukturellen Lerndisposition als konzeptionelle Veranlagung zur situationsbedingten Ausbildung von Erfahrungswissen durch 'strukturelles Lernen'. Damit können zusätzlich zu Grundfunktionen (Basis-Wissen) "erlernte" bedingte Relationen ausgebildet werden. Diese entsprechen den erworbenen (empirischen oder theoretischen) Kenntnissen eines kognitiven Systems, dessen lerntypische Funktions- und Verhaltensänderungen auf (erfahrungs-)bedingte Relationen zurückführbar sind (Postulat meiner 'Kenntnistheorie'). [1] - [8]
Bedingte Relationen sind kennzeichnend für 'kognitiv-logisches' Erfahrungswissen, das genutzt wird, um empirische Aussagen und assoziierte Voraussagen (1. und 2. Art) auszudrücken. Damit ermöglicht werden technische Simulationen von intelligentem Verhalten und höheren (hierarchisch gekapselten) Lernformen. [1][2]
Kritisch überprüfte Modellvorstellungen, die auf kognitiv-logischen Grunderkenntnissen basieren, sind darstellbar mit prinzipiellen Aussagen in prägnanter Form (definiert als Logos-Relationen). [13]

Technisch modellierbare 'lernfähige kognitiv-logische Gedächtnissysteme' können systemtheoretisch beschrieben werden als lernfähige Zuordnungskomplexe mit logischen Grundfunktionen (a priori veranlagt als Basis-Wissen). [5] - [8] Diese unterscheiden sich vorteilhaft von technisch realisierten konnektionistischen 'Neuronalen Netzen' für induktives Lernen an Beispielen ohne nutzbares Basis-Wissen (vgl. Tabula-rasa-Ansatz des Empirismus/Behaviorismus). [1] Bisherige Computersimulationen nutzen arithmetische Neuronenmodelle, die als elementare Verknüpfungseinheiten auf mehreren Niveaus miteinander vernetzbar sind, wobei ihre Verbindungen durch Training graduell konditioniert werden können. Anfangs "unwissende" Neuronale Netze sind befähigt zur angelernten Mustererkennung infolge Belehrung mit vielen Beispielvorgaben, aber erst dann, wenn sie besonders markante Merkmalskonfigurationen durch statistische Ermittlung erlernt haben. Entsprechend ihren antrainierten Reiz-Klassifikationen simulieren diese 'lernenden Zuordner' nur die niedere Lernform der bedingten Reaktion infolge wiederholter Konditionierung.
Konditionierbare »Neuronale Netze« sind Modelle einfacher Reiz-Reaktions-Systeme ohne eigene Bewertungsfunktionen. Solche durch Belehrung lernenden Zuordner sind nicht befähigt zu empirischen Urteilen, beeinflusst von eigenen 'assoziierten Voraussagen' (erinnerten Erwartungen), die bei selbst lernenden Gedächtnissystemen ein 'autonomes Agieren' ermöglichen. - Bei ihnen vermisst wird eine kognitv-logische Beurteilung von aktuellen Situationen durch erfahrungsgemäße Einbeziehung von zu bewertenden Voraussagen, um ihre Entscheidungen 'intelligent' zu bestimmen, z. B. für 'bedingte Aktionen' oder beim 'bedingten Erwägen optimaler Entscheidungen' (höhere Lernformen, vgl. 1.). Ihnen fehlen auch sprachliche Ausdrucksmöglichkeiten für individuelle Statusreports über ihre inneren Zustände und Einstellungen (vgl. Metawissen für superponierte Erklärungskomponente und Selbstmodell). [2][8]

Meine kenntnistheoretischen Definitionen und Konzepte einer »Kognitiven Logik« erzielen entwickelbare 'relationale Modelle', die gekennzeichnet sind durch empirische Implikationen für assoziierte Voraussagen (vgl. prädiktive Modelle). Auf ihrer Basis können 'kognitiv-logische' Inferenzsysteme mit lernfähigen (assoziativen) Gedächtnisstrukturen auch für höhere Lernformen konzipiert werden. [1] - [8]
Mit dynamischen Wissensdarstellungen simulierbar sind bedingte Aktionen oder erwogene Entscheidungen durch 'subjektive' Bewertung von mit Situationsmerkmalen assoziierten Voraussagen (Erwartungen) zur Bestimmung empirischer Urteile und Schlüsse zwecks "intelligenter" Aktionswahl (vgl. meine Simulationsmodelle [7][8]).
Die kognitive Logik solcher lernfähiger Inferenzsysteme basiert auf fundamentalen Logik-Funktionen (d. h. veranlagten Regeln des Basis-Wissens), die mit zusätzlichen 'bedingten Relationen' (in Form konditionierter Assoziationen) verändert oder erweitert werden können. Die situationsbedingte Ausbildung bedingter Logik-Funktionen wird bestimmt von 'strukturell erlernten' bedingten Relationen (im Unterschied zur "starren" klassischen Logik). Das strukturelle Lernen im kognitiv-logischen Gedächtnissystem geschieht durch situationsbestimmte, möglichst sofortige Konditionierung (auch: Konsolidierung oder Falsifizierung) erlernter Assoziationen für bedingte Relationen in "kognitiv-logischen Verknüpfungen", - unter der Voraussetzung von mindestens einem induktiven Lernmechanismus mit definierter Koinzidenzbedingung. [1]

Technisch realisierbare 'Gedächtniselemente' für "erlernbare" bedingte Relationen wurden definiert als Kognitive Relatoren. Diese sind einsetzbar in erfinderisch aufgezeigten 'kognitiv-logischen Verknüpfungs- und Speichereinheiten' für lernfähige Gedächtnissysteme. Diese sind realisierbar mit perspektivischer "kognitiv-logischer" Hardware (lernfähige Logik-Chips) zum Erzielen kürzester Operationszeiten für erlernte Symbol-Zuordnungen aufgrund bedingter Logik-Funktionen, - viel schneller als entsprechende Software-Lösungen ermöglichen (vgl. meine » Patentanmeldungen seit 1978).

Mein kognitiv-logisches Systemkonzept 'Intelligenter Automat' (vgl. [2]) diente zur Entwicklung mehrerer Simulationsmodelle mit hierarchisch vernetzten Funktionseinheiten für 'Zuordnungsniveaus', - definiert als lernfähige Zuordnungskomplexe (seit 1978). [4][6][13]
Programmtechnisch implementiert wurden (erfahrungs-)bedingte Logik-Funktionen aufgrund von konzeptionellem Basis- und Meta-Wissen zwecks prinzipieller Simulation der kognitiv-logischen Hauptprozesse: Identifikation, Erkennung, Beurteilung, Bewertung und Entscheidung gemäß interpretativ gedeuteten Situationen (vgl. Bild aus [1] s. o.). Eine im Jahr 1980 erprobte Computersimulation 'Lernender Homöostat' wurde neu programmiert in JavaScript als interaktives KI-Modell mit Beschreibung, das seit 2001 im Internet zugänglich ist. [7][8]
Der Modell-Ansatz für kognitiv-logische Zuordnungskomplexe ermöglicht neue KI-Konzepte zur perspektivischen Entwicklung von lernfähigen Homöostaten und 'intelligenten' Automaten, z. B. als 'autonome Agenten' einer kognitiven Robotik. [2][13]

Fazit: Die aufgezeigte "Kognitive Logik" (vgl. meine seit 1978 publizierten Thesen, Definitionen und Konzepte) ermöglicht einen systemtheoretischen Paradigmenwechsel hinsichtlich der Entwicklung von lernfähigen 'kognitiv-logischen' Gedächtnisstrukturen, die gekennzeichnet sind durch "dynamische" Wissensdarstellungen entsprechend ihren veranlagten und bedingten Relationen bezogen auf mehrwertige Aussage-Variablen, womit auch induktive Inferenzen (vgl. 'nicht deduktive' oder "buttom up"-Schlüsse) implementierbar sind. [1] [4] - Dagegen ist die "starre" klassische (formale oder mathematische) Logik orientiert auf argumentativ begründbare formale Aussagen gemäß festgesetzten normativen Regeln für deduktive Inferenzen, d. h. "top down"-Schlüsse (vgl. starres Regelwissen für abgeleitete Schlussfolgerungen).
Logische (deduktive oder induktive) Inferenzen, d. h. Schlüsse (Konklusionen aus Prämissen), ausgehend von bereits gefolgerten, tatsächlichen oder vorgestellten Situationen, werden bestimmt durch die Einbeziehung (Implikation) von veranlagten und/oder bedingten (Begriffs-)Relationen des Basis- bzw. Erfahrungswissens (beschreibbar mit Regeln). -
Die induktiven Inferenzen beeinflussen 'empirische' Urteile oder 'wahrscheinliche' Aussagen (vgl. assoziierte Voraussagen) aufgrund von empirischen Implikationen, insbesondere nach induktiv (verallgemeinernd) 'angenommenen' Regeln. Praktisch überprüfte induktive Inferenzen gelten nur so lange als regelgemäß bestätigt, wie sie sich praktisch bewähren (Konsolidierung, sonst: Falsifizierung, Korrektur oder Umlernen), weil gemäß dem Unschärfeprinzip der relativen Wahrheit (von Theorien) auch für 'bisher bewährte' Regeln mit möglichen Ausnahmen oder Korrekturen zu rechnen ist (vgl. philosophisches Induktionsproblem). [1][8][13]
Die Definitionen und Konzepte einer aufgezeigten 'Kognitiven Logik' orientieren auf die Entwicklung von lernfähigen Inferenzsystemen mit kognitiv-logischen (assoziativen) Gedächtnisstrukturen, die ihre (erfahrungs-)bedingten Logikfunktionen situationsabhängig und zweckorientiert (ohne langes Training) selbst erlernen und auch umlernen können (vgl. meine Simulationsmodelle [7][8]). [3]
Als konzeptionelle Systemveranlagungen vorausgesetzt werden systemeigenes Basis-Wissen für notwendige Grundfunktionen und mindestens eine strukturelle Lerndisposition (potentielle Anlage) für 'erlernbare' bedingte Relationen, womit eine situationsbedingte Ausbildung von Erfahrungswissen ermöglicht wird (vgl. induktiver Lernmechanismus für 'strukturelles Lernen'). Damit kenntnisspezifisch erinnerbar sind beim interpretativen Verstehen assoziierte Voraussagen, die unter 'subjektiven' Aspekten bewertet werden und dadurch Einfluss haben auf empirische Urteile und optimale Entscheidungen für "intelligente" Handlungen (Problemlösungen oder vorteilhafte Aktivitäten). [1][7][8]
Mein aufgezeigtes kognitiv-logisches Systemkonzept Intelligenter Automat ist technisch implementierbar für innovative KI-Modelle und lernende Artefakte mit 'rationaler Automomie' (gemäß ihrem Verhaltenskodex). Perspektivisch entwickelbar sind kognitive Roboter mit simulierten kognitiven Gedächtnisleistungen für höhere Lernformen und individuelles Problemlösen zwecks Selbsterhaltung in einer veränderlichen Umwelt. [2][13]

  Literatur

[1] Liß, E.: Induktives Lernen kognitiv-logischer Gedächtnisstrukturen (I und II) - mit zwei Kopien aus msr, Berlin 29 (1986), H. 9 und H. 10 (s. o.)
[2] Liß, E.: Systemkonzept 'Intelligenter Automat' für kognitive Logik - Definitionen, Thesen, Gehirnmodell und Organisationskonzept (PDF-Datei)
[3] Liß, E.: Kognitive Logik für Intelligente Automaten - Erläuterte Weblink-Übersicht für wiss. Seiten, hrsg. im LISS-KOMPENDIUM seit 2001
[4] Liß, E.: Dynamische Wissensdarstellung in kognitiv-logischen Gedächtnissystemen - aus Nachrichtentechnik-Elektronik, Berlin (1983), H. 10
[5] Liß, E.: Grundbegriffe zur Kognitiven Logik - ein Anhang für systemtheoretische Begriffsdefinitionen, - herausgegeben im LISS-KOMPENDIUM
[6] Liß, E.: KI-Konzept 'Lernfähiger Zuordnungskomplex' - ein Ansatz für Kognitive Logik - aus Nachrichtentechnik-Elektronik, Berlin (1984), H. 7
[7] Liß, E.: LERNENDER HOMÖOSTAT - erstes Simulationsmodell mit kognitiver Logik - Kopie der Veröffentlichung in msr, Berlin 25 (1982), H. 9
[8] Liß, E.: Beschreibung des interaktiven KI-Modells LERNENDER HOMÖOSTAT aus dem Jahr 2001 - mit Links zur Computersimulation u. a.
[9] Liß, E.: Gehirnstrukturen für Lernen und Gedächtnis - Übersichtsbeitrag zu lernfähigen Gedächtnisstrukturen und Funktionskomplexen
[10] Liß, E.: Kognitiv-logische Modellbildung - Exzerpt mit Zitaten namhafter Autoren zu Denkmodellen in Hirnforschung und Wissenschaft
[11] Liß, E.: Information - subjektive Nachricht für kognitive Systeme - Interview mit Heinz Zemanek zum Informationsbegriff - mit Erläuterungen
[12] Liß, E.: Synaptische Verbindungen im plastischen Neuronennetz - Neurobiologische Erkenntnisse zum strukturellen Lernen - Lerndisposition
[13] Liß, E.: Kognitiv-logische Grunderkenntnisse - Gedächtnisprinzipien, Logos-Relationen, Denkprodukte - Darstellung von Begriffsstrukturen


» TOP     Seite aktualisiert: 09/13  -  www.liss-kompendium.de  © 2002  Copyright by Eberhard Liß

Klick für Startseite www.liss-kompendium.de