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» Religion und Kirche « - ein Zitate-Archiv

Teil 3:  Zitate zu 'Kirche und Macht'  



Von der rechten Art und Weise zu beten

5. Und wenn du betest, sollst du nicht seyn
wie die Heuchler, die da gerne stehen und
beten in den Schulen, und an den Ecken
auf den Gassen, auf dass sie von den Leuten
gesehen werden. Wahrlich, ich sage
euch: Sie haben ihren Lohn dahin.

6. Wenn aber Du betest, so gehe in dein
Kämmerlein, und schließe die Thür zu, und
bete zu deinem Vater im Verborgenen;
und dein Vater, der in das Verborgene
siehet, wird dirs vergelten öffentlich.

7. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht
viel plappern, wie die Heiden; denn sie
meinen, sie werden erhöret, wenn sie viele
Worte machen.

Bergpredigt, Evangelium Matthäi 5-7, Luther-Bibel, Dresden 1866


Der Glaube einer gottesdienstlichen Religion ist ein Fron- und Lohnglaube und kann nicht für den seligmachenden angesehen werden, weil er nicht moralisch ist. Denn dieser muss ein freier, auf lauter Herzensgesinnungen gegründeter Glaube sein.

Die enge Pforte und der schmale Weg, der zum Leben führt, ist der des guten Lebenswandels; die weite Pforte und der breite Weg, den viele wandeln, ist die Kirche.

...ein jeder Kirchenglaube, so ferne er bloß statuarische Glaubenslehren für wesentliche Religionslehren ausgibt, hat eine gewisse Beimischung von Heidentum; denn dieses besteht darin, das Äußerliche der Religion für wesentlich anzusehen.

Das Pfaffentum ist die Verfassung einer Kirche, so ferne in ihr ein Fetischdienst regiert, welches allemal da anzutreffen ist, wo nicht Prinzipien der Sittlichkeit, sondern statuarische Gebote, Glaubensregeln und Observanzen die Grundlage und das Wesentliche desselben ausmachen.

Immanuel Kant, Philosoph (1724-1804)


In dem, was dem Menschen am teuersten ist, in seiner Verbindung mit Gott, darin erkühnst du dich, mir meine Freiheit zu nehmen?

Friedrich Gottlieb Klopstock, Dichter (1724-1803)


Jeder Stoiker war ein Stoiker; wo aber ist im Christentum der Christ?

So wie die Gebete der Menschen eine Krankheit des Willens sind, so sind ihre Glaubensbekenntnisse eine Krankheit des Geistes.

Die Menschen sind besser als diese Theologie.

Ralph Waldo Emerson, Philosoph (1803-1882)


Mit allen Mitteln ist die Hierarchie zu bekämpfen, welche der weltlichen Macht einen geistlichen Mantel umhängt und die Leichtgläubigkeit der ungebildeten Volksmassen zur Förderung ihrer egoistischen Zwecke ausnutzt.

Die katholische Kirche versucht, diese Angst, die dazugehört, dass man ein Mensch ist und ein Individuum wird, zu beschwichtigen, indem sie ihre eigenen Institutionen als haltgebend an die Stelle Gottes rückt.

Mein Hauptvorwurf an die katholische Kirche: Sie ist überhaupt nicht daran interessiert, dass Menschen sich als Person in Freiheit entwickeln. Das fürchtet sie geradezu. Denn es untergräbt ihr Herrschaftssystem. ... Wer sagt, dass Menschen Gott in ihrer Seele finden können, der wird der Kirche fürchterlich. Den muss sie bekämpfen. Der macht den Apparat der Außenlenkung offenbar überflüssig. Glaubensfragen werden so zu Machtfragen.

Man sollte nicht primär Priester ausbilden, sondern das Priesterliche im Menschen fördern. Das ist Frauen mindestens so eigen wie Männern. Ursprünglich und religionsgeschichtlich waren Frauen Priester. Davor hat die katholische Kirche Angst. Es würde die gesamte Kirchenstruktur verändern. Die Frau als Priesterin, offen zur Sexualität und zur Natur, wäre in vielfachem Sinn poetisch. Das gefährdet die verwaltete Amtshierarchie.

Die Priester wären für mich Menschen, die Vertrauen übertragen. Sie müssten Ängste durcharbeiten bis in die Physis und die Psyche hinein - durch menschliche Begegnung. Wo das geschieht, findet etwas priesterliches statt.

Die Kirche ist kulturell ohnmächtig. Von ihr geht nichts mehr aus, weil in ihr nicht gelebt wird.

Eugen Drewermann, Theologe (geb.1940)


Welch tröstliches Gefühl der Sicherheit verleiht es ichschwachen und beschädigten Individuen, einer weltumspannenden und jahrtausendealten Organisation anzugehören!

Sozialpsychologisch geurteilt, handelt es sich um ein Entlastungsphänomen: um eine Ersparnis an neuer Überlegung und neuer Entscheidung. Begünstigt und gerechtfertigt wird dieses Verhalten durch die traditionelle Gedankenlosigkeit, Christentum und Humanität kurzerhand zu identifizieren, wie das gängige Lippenbekenntnis zum vermeintlich so hohen Ethos der Bergpredigt beweist.

Wer sich über das Christentum nicht empört, kennt es nicht.

Joachim Kahl, Soziologe (geb. 1941)


Die ganze Geschichte des Papsttums, wie sie durch Tausende von zuverlässigen Quellen und von handgreiflichen historischen Dokumenten unwiderleglich festgenagelt ist, erscheint für den unbefangenen Kenner als ein gewissensloses Gewebe von Lug und Trug, als ein rücksichtsloses Streben nach absoluter geistlicher Herrschaft und und weltlicher Macht, als eine frivole Verleugnung aller der hohen sittlichen Gebote, welche das wahre Christentum predigt: Menschenliebe und Duldung, Wahrheit und Keuschheit, Armut und Entsagung. Wenn man die lange Reihe der Päpste und der römischen Kirchenfürsten, aus denen sie gewählt wurden, nach dem Maßstabe der reinen christlichen Moral mustert, ergibt sich klar, dass die große Mehrzahl derselben schamlose Gaukler und Betrüger waren, viele von ihnen nichtswürdige Verbrecher. Diese allbekannten historischen Tatsachen hindern aber nicht, dass noch heute Millionen von "gebildeten" gläubigen Katholiken an die "Unfehlbarkeit" dieses "Heiligen Vaters" glauben, die er sich selbt zugesprochen hat; ... [vatikan. Konzil am 13.07.1870]

Ernst Haeckel in "Die Welträtsel", 1918, S. 347


Der Glaube an böse Geister und ihre unheilvolle Macht ist einer der Grundbestandteile aller primitiven Religion.

R. Knopf, Theologe


Die Furcht vor dem Übernatürlichen, vor dem Unbekannten ist der Keim der religiösen Vorstellungen ... Der Keim dieser Vorstellungen wie so vieler anderen wird bei dem Menschen nur weiter ausgebildet, zu einem System, einem Glauben verarbeitet. ... Ein jeder Naturforscher wird wohl, denke ich, bei einigermaßen folgerichtigem Denken auf die Ansicht kommen, dass all jene Fähigkeiten, die wir unter dem Namen der Seelentätigkeiten begreifen, nur Funktionen der Gehirnsubstanz sind; oder, um mich einigermaßen grob hier auszudrücken, dass die Gedanken in demselben Verhältnis etwa zum Gehirn stehen wie die Galle zu der Leber oder der Urin zu den Nieren. ... (Anm. Die Pfaffen)... bedürfen der Furcht vor der Strafe, der Hoffnung auf Belohnung in einem geträumten Jenseits, um sich auf dem rechten Weg zu halten - wir hoffen, dass uns das Bewusstsein genügen möge, Mensch unter Menschen zu sein, und dass in unseren Handlungen die Erkenntnis der gleichen Rechte aller auch die Richtschnur sein werde, nach der wir uns bewegen, ohne andere Hoffnung als diejenige der Anerkennung unserer Mitmenschen, ohne andere Furcht als diejenige der Verletzung unserer Menschenwürde.

Karl Vogt, Zoologe (geb. 1817)


Die positiven ganzheitlichen Erfahrungen vieler Naturreligionen hat das Christentum ausgemerzt. An die Stelle des Sanften, Lebensbewahrenden ist das Harte, Zerstörerische getreten. Die weißen Europäer, die als Konquistadoren, als Eroberer mit dem Schwert ihren Glauben verbreiteten, haben den Völkern Amerikas und Afrikas nicht nur die Lebensgrundlagen geraubt, sondern mit der Zerstörung der Religionen auch die kulturelle Identität. Und sie haben überall hin ihre unchristliche Philosophie mitgebracht: Besitz- und Profitsucht.

Ich bin und bleibe ein Gegner der Institution Kirche, vor allem der katholischen. Überall da, wo Religion zur institutionalisierten Macht oder Staatskirche wird oder sich mit ihr verschwägert, geht der Sinngehalt der humanitären Lehre verloren. Dieser Sinngehalt kann nur in kleinen Gemeinschaften und in direkter sozialer Aktion überleben. Die Kirche, aus der ich austrat, war die Kirche Adenauers und Defreggers. Enge und Intoleranz zeichneten sie aus. Der obszöne Pomp und die alltägliche Heuchelei, aber auch ihre herrschaftsstützende Rolle stießen mich ab. Das ist und war eine so bürokratisierte, versteinerte Kirche, die dem Urheber dieser Lehre eigentlich längst den Rücken gekehrt hat. Man kann durchaus sagen: Das hat alles mit Christus nichts mehr zu tun, das ist inzwischen eine verwaltete, verkrustete, verfettete Amtskirche, eine unheilige Allianz zwischen Großkapital, Klerus und einer Partei, die das C gepachtet hat und die sich hier dann auch noch militärisch verpflichtet fühlt.

Das Christentum hat sich lange als alleinseligmachend verstanden. So wurden fremde Kulturen zerstört, bisweilen sogar unter dem falschen Gesichtspunkt der Barmherzigkeit. Man glaubte, man würde diesen Heiden, diesen Wilden, damit einen Gefallen tun. So hat man ihnen ihre Seele gestohlen, hat sie ökonomisch und kulturell überrollt.

Ich verstehe Religion nicht als Jenseitsglauben, sondern als diesseitige soziale Verantwortung. Vertröstungen aufs Jenseits verhindern mögliche Veränderungen in unserem begrenzten Diesseits. Es wird keine Gesellschaft geben, die das Himmelreich auf Erden errichten wird ... wohl aber sind Annäherungen möglich.

Günter Wallraff, Schriftsteller (geb. 1942)


O Vater Abraham! Was diese Christen sind, deren eigenes hartes Handeln sie lehrt, die Gedanken anderer zu verdächtigen!

William Shakespeare, Dichter (1564-1616)


Jesus, den die Juden einst verkauften,
Wär' er auf Erden jetzt, ich glaube, die Getauften
Verkauften ihn zum größten Teile.

Reinmar von Zweter, Dichter um 1250


Es ist die Pflicht eines jeden Katholiken, Ketzer zu verfolgen.

Papst Gregor IX


Zur größten Ketzerei gehört es, wenn man nicht ans Hexenwesen glaubt.

Heinrich Institoris (geb. um 1430) und Jakob Sprenger (geb. um 1436),
Dominikanermönche, im 1489 erschienenen Buch "Der Hexenhammer"


Nicht ist es diese oder jene meiner Meinungen, um derentwillen ich verfolgt wurde und werde, sondern die Feindschaft der Jesuiten.

Galileo Galilei, Physiker (1564-1642)


Gegen Ende des 4. Jahrhunderts wurde in Trier der erste Ketzer hingerichtet, aus Verfolgten waren Verfolger geworden. - Um 1770 bei Würzburg wurde die letzte Hexe verbrannt, die allerletzte wurde in St. Gallen/CH im Jahr 1825 verbrannt.

Rudolf Augstein (aus: DER SPIEGEL 21/1999)


Die Verteidiger der Kirche, die seit anderthalb Jahrtausenden Millionen Menschen ermordet hat, versuchen begreiflicherweise alles, um die Absolutheit des evangelischen Pazifismus zu bagatellisieren.

Jean Charles Daniel-Rops, Historiker (1901-1965)


Es ist kein Zufall, dass die katholische Kirche bis heute im Kampf gegen die Sünden des Sexualbereichs, ein größeres Engagement zeigt als gegen die Verbrechen gegen das menschliche Leben bei Krieg, Massentötung und Todesstrafe.

Eine Menschenopfer-Religion, die der Meinung ist, durch Blutvergießen seien wir erlöst. Eine Religion, die ständig von ihren Gläubigen und Priestern verlangt, Blut zu trinken, ist für mich eine Religion für Kannibalen.

Uta Ranke-Heinemann, Theologin (geb. 1927)


Das schlimmste an der christlichen Religion ist ihre krankhafte und unnatürliche Einstellung zur Sexualität.

Die Kirche erklärte die Ehe für unauflösbar und rottete jede Kenntnis der ars amandi (Liebeskunst) aus; so tat sie alles, was in ihrer Macht stand, damit die einzige Form der Sexualität, die sie gestattete, möglichst wenig Vergnügen und möglichst viel Leid mit sich brachte.

An der Sexualität ist nichts Schlechtes, und die herkömmliche Einstellung dazu ist krankhaft. Ich glaube, in unserer Gesellschaft bewirkt kein anderes Übel soviel menschliches Elend...

Jede Unwissenheit ist bedauerlich, aber Unwissenheit auf einem so wichtigen Gebiet wie der Sexualität ist eine ernste Gefahr.

Das Christentum unterscheidet sich von anderen Religionen durch seine größere Bereitschaft zu Verfolgungen. Die ganze Vorstellung von Gott stammt von den alten orientalischen Gewaltherrschaften. Es ist eine Vorstellung, die freier Menschen unwürdig ist.

Eine gute Welt braucht Wissen, Güte und Mut; sie braucht keine schmerzliche Sehnsucht nach der Vergangenheit, keine Fesselung der freien Intelligenz durch Worte, die vor langer Zeit von unwissenden Männern gesprochen wurden.

Wenn man sich umsieht, so muss man feststellen, dass jedes bisschen Fortschritt im humanen Empfinden, jede Verbesserung der Strafgesetze, jede Maßnahme zur Verminderung der Kriege, jeder Schritt zur besseren Behandlung der farbigen Rassen oder jede Milderung der Sklaverei und jeder moralische Fortschritt auf der Erde durchweg von der organisierten Kirche bekämpft wurde. Ich sage mit vollster Überlegung, dass die in ihren Kirchen organisierte christliche Religion der Hauptfeind des moralischen Fortschritts in der Welt war und ist.

Bertrand Russel, Philosoph (1872-1970)


Wehe dem, der ein Kind in Furcht erzieht, und wenn es die Furcht vor Gott wäre! Denn er schändet unabsehbare Menschengeschlechter.

Walther Rathenau, Politiker (1867-1922)


Indem das Christentum solche hohen Anforderungen stellt,
macht es sie selbst undurchführbar und unnütz.

Jean Jacques Rousseau, Philosoph (1712-1778)


Bricht einst mein Lebensmut,
Dann könnt ihr vielleicht mich erwerben;
Denn eure Lehr' ist gut
Zu nichts auf der Welt als zum Sterben.

Dies Richtmaß halte fest! Der Glaube wird zum Toren,
Zum Narr'n die Wissenschaft, wo sie das Maß verloren.

Die Liebe Gottes kann so werden übertrieben,
Dass sie für Sünd' es hält, den Menschen auch zu lieben.



Man soll zu Recht erkennen,
Und schaffen schnellen Rath:
Wie ist die Eh' zu trennen
Der Kirche mit dem Staat?

Als Recht, als ausgemachtes,
Vor Gott und vor der Welt
Gilt, dass sein Eingebrachtes
Ein jeder Theil erhält.

Der Kirche bleib der Glaube,
Das Uebrige dem Staat,
Damit man keinem raube,
Was es von Haus aus hat

Das neue Gotteshaus,
Preist es,
Wo alle Religionen
Verträglich zusammenwohnen;
Deist, Theist und Atheist,
Jud und Heid und Christ.
Mag unter dem Gottesanbeterhaufen
Ein Teufelsverehrer auch mitlaufen,
Wir müssens uns lassen gefallen
In unseren Freiheitshallen.

Friedrich Rückert, Dichter (1788-1866)


Am 10. November 1938, an Luthers Geburtstag, brennen in Deutschland die Synagogen ... In dieser Stunde muss die Stimme des Mannes gehört werden, der als der deutsche Prophet im 16. Jahrhundert einst aus Unkenntnis als Freund der Juden begann, der, getrieben von seinem Gewissen, getrieben von Erfahrungen und der Wirklichkeit, der größte Antisemit seiner Zeit geworden ist, der Warner seines Volkes wider die Juden.

Martin Sasse, evang. Landesbischof von Thüringen 1938


Eifersucht, Mord, Selbstmord, Perversionen jeglicher Art, Heuchelei, zahlreiche Frustrationen und Aggressionen, totale Verdinglichung der Frau ... Entwertung der Lebensgemeinschaft von zwei Personen zu lebenslänglichem Gefängnis und Vernachlässigung der Hauptaufgaben der Ehe und der Familie bzw. der verantwortungsvollen Sorge für die Kinder sind einige der zahllosen Früchte der sexualfeindlichen Moral der Kirchen, die ihr destruktives Werk im sexuellen Bereich des Menschen noch heute im Namen Christi und mit allen Mitteln gegen alle Menschen verteidigen...

Demosthenes Savramis, Theologe


Die Vervollkommnung der Glaubenslehren und der Systeme ist oftmals eher alles, nur nicht Vervollkommnung der Religion; ja nicht selten schreitet jene fort ohne die geringste Gemeinschaft mit dieser.

Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte.

Sooft ein Fürst eine Kirche für eine Korporation erklärte, für eine Gemeinschaft mit eigenen Vorrechten, für eine ansehnliche Person in der bürgerlichen Welt sooft ein Fürst, sage ich, zu dieser gefährlichsten und verderblichsten aller Handlungen sich verleiten ließ, war das Verderben dieser Kirche unwiderruflich beschlossen und eingeleitet. Wie ein furchtbares Medusenhaupt wirkt eine solche Konstitutionsakte politischer Existenz auf die religiöse Gesellschaft: alles versteinert sich, sobald sie erscheint.

Friedrich Ernst Daniel Schleiermacher, Theologe (1768-1834)


Es wäre doch wirklich an der Zeit, die christliche Mythologie mit all ihren Göttern, Halbgöttern, Sehern, Himmeln und Höllen (und natürlich auch die rezenten Dekorationen) dahin abzustellen, wohin sie historisch und wertmäßig gehört: nämlich in die Nähe der römischen und griechischen.

Gibt denn niemand die Tatsache zu denken, dass von unserem großen Sechsfachgestirn - Goethe, Herder, Klopstock, Lessing, Schiller, Wieland, - nie sah die Welt gleichzeitig ihresgleichen! -, dass von diesen Sechsen nicht einer katholisch war; dafür aber drei - die besseren Drei! - erklärte Feinde jeder positiven Religion, deutlicher: des Christentums?!

Arno Schmidt, Schriftsteller (1914-1979)


Das Martern der Angeklagten, um ihnen Geständnisse oder auch nur Steuerschulden abzupressen, ist in der christlichen Zeit viel häufiger und grausamer gewesen, als in den vorhergehenden Jahrhunderten. Und wenn man die Folterkammern besucht, die unser frommes Mittelalter hinterlassen hat, so staunt man über die Erfindungskraft, die alles, was das heidnische Altertum im Menschenschinden geleistet hat, unendlich weit hinter sich lässt.

Otto Seeck, Historiker (geb. 1850)


Weist nur die Menschen in den Himmel, wenn ihr sie um alles Irdische betrügen wollt.

Wo die meiste sogenannte positive Religion war, war immer die wenigste Moralität.

Wenn das Christentum schuld an allem Unheil wäre, das man bei seinen Priestern und durch seine Priester sieht, so wäre der Stifter der hassenswürdigste der Menschen.

Johann Gottfried Seume, Schriftsteller (1763-1810)


Niemals ist jemand weniger Priester gewesen als Jesus, niemals ein größerer Feind der Formen, welche die Religion unter dem Vorwande, sie zu beschützen, ersticken.

Ernest Renan, Religionswissenschaftler (1823-1892)


Das Christentum aber hat seinen Weg in die Welt dem Judentum wie dem Heidentum gegenüber mit einer entschlossenen Ablehnung des liturgischen Erbes angetreten...Jesus selbst war liturgisch durchaus uninteressiert und hat sich über eine künftige Gestaltung des Gottesdienstes seiner Gemeinde keine Gedanken gemacht.

Franz Rendtorff, Theologe (geb. 1860)


Dass viele der im Alten und Neuen Testament geschilderten Ereignisse auf Vorgänge zurückgehen, die sich in dieser oder jener Form tatsächlich ereignet haben, kann kein vernünftiger Mensch leugnen. Warum das aber beweisen soll, dass auch die spekulativen Mitteilungen der Bibel wahr sind, bleibt das Geheimnis derer, die solche Behauptungen in die Welt setzen.

Schlimmer noch als Anmaßung und Unredlichkeit der Christen ist die Tatsache, dass diejenigen, die keine Christen sind, solches hinnehmen.

Gerhard Szczesny, Schriftsteller (geb. 1918)


Es gibt keinen einzigen christlichen Gedanken..., der nicht schon vor Jesus in der "heidnischen" oder jüdischen Literatur nachweisbar wäre.

Die siegreiche christliche Gemeinde war in allen Punkten das gerade Gegenteil jener Gemeinde, die von armen Fischern und Bauern Galiläas und Proletariern Jerusalems drei Jahrhunderte vorher begründet worden war.

Karl Kautsky, Politiker (1854-1938)


Der Originaltext (Evangelien) verschwindet immer mehr; man bemerkt die immer zahlreicher werdenden Widersprüche zwischen den Handschriften verschiedener Überlieferung und versucht sie auszugleichen: - das Ergebnis ist ein Chaos.

E. C. Hoskyns und F. N. Davey, Theologen


Die Fälschungen beginnen in neutestamentlicher Zeit und haben nie aufgehört.

Was am Sonnenmythos schön und erhaben war, hat das Christentum übernommen; Helios wurde Christus.

Vor allem haben zwei große griechische Mythenschöpfungen das Christentum aufs tiefste beeinflusst, der Mythos von dem menschgewordenen Gott, der mit den Menschen leidet und stirbt, und der Mythos von der gefangenen Seele und ihrer Befreiung durch einen göttlichen Erlöser.

Aus der Gemeinschaft der Liebe wurde die Kirchenzucht, aus dem allgemeinen Priestertum eine juristisch einwandfreie Amtshierarchie, aus dem göttlichen Herrn im Geist der gesetzlich geschützte Bischof. An die Stelle der Ekstatiker traten die Advokaten, und schließlich wurde auch das Verhältnis Gottes zum Menschen durch einen Rechtskodex geregelt.

Nur der kleinste Teil bildete sich aus eigenen Kräften des Christentums, der weitaus überwiegende wurde aus der Philosophie der Umwelt übernommen und christlichen Bedürfnissen angepasst.

Schließlich schrickt man vor keinem Kitsch und vor keiner Sentimentalität mehr zurück, weil die große Masse es so will.

Die staatlichen Machtmittel traten allmählich in den Dienst der Kirche, diese wurde freilich vom Staat abhängig. Tragischer aber ist, dass nun die Unzulänglichkeit des Menschen einsetzt: aus den Verfolgten werden Verfolger.

Man kann schon verstehen, dass Julian und mancher andere den Gegensatz zwischen Ideal und Wirklichkeit im Christentum so groß fand, dass sie als ehrliche Menschen mit einem Ideal brechen mussten, das so wenig Kraft besaß.

Es hat selten in der Geschichte einen so grundsätzlichen und kompromisslosen Antisemitismus gegeben wie im Frühchristentum.

Vor dem Sieg des Christentums verlangt man, dass der Staat keinen zu einer bestimmten Gottesverehrung zwingen darf, dann aber verlangt man in dem gleichen Ton, dass er alle zur eigenen Gottesverrehrung der Christen zwingen muss, und zwar mit Anwendung aller Gewalt.

Sogar als Heilige sind Brandstifter und Diebe verehrt worden wie Martin von Tours...Theodor von Amasea...oder Karterios. - Die Anzahl der heidnischen Märtyrer war besonders in Ägypten und Gallien groß.

Carl Schneider, Theologe


Es ist eine unbestrittene Wahrheit, dass die Päpste Jahrhunderte lang an der Spitze eines Mord- und Raubsystems gestanden haben, das mehr Menschenleben geschlachtet, als irgend ein Krieg oder eine Seuche "im Namen Gottes und Christi". Der Weg des Papsttums ist ein Weg des Grauens und Entsetzens. Rechts und links ist er eingesäumt von Tausenden von Scheiterhaufen und Tausenden von Blutgerüsten. Prasselnd schlagen die Flammen zum Himmel empor.

Unser Fuß überschreitet rinnende Bäche von Menschenblut. Menschenleiber krümmen sich in der roten Glut. Menschenköpfe rollen über den Weg. An uns vorübergeschleppt werden Jammergestalten; ihre Augen sind erloschen im langen Dunkel der Kerker; ihre Glieder sind verrenkt und zerfleischt von der Folter, ihre Seelen geknickt, entehrt und geschändet.

Graf Paul von Hoensbroech, Philosoph (geb. 1852)


Was hat Christus die Welt gelehrt?: "Schießt einander tot; hütet den Reichen die Geldsäcke; unterdrückt die Armen, nehmt ihnen das Leben in meinem Namen, wenn sie zu mächtig werden...Die Kirche soll Schätze sammeln aus dem Leid ihrer Kinder, sie soll Kanonen und Granaten segnen, Zwingburg um Zwingburg errichten, Ämter erjagen, Politik treiben, im Verderben schwelgen und meine Passion wie eine Geißel schwingen!"

Emil Belzner, Schriftsteller (geb. 1901)


Ein Blutstrom fließt durch achtzehn Jahrhunderte, und an seinen Ufern wohnt das Christentum.

Dein Verstand ist schwankend, wird er nicht auf die Sinne gebaut; dein Glaube ist dunkel, wenn ihn die Vernunft nicht beleuchtet.

Dienen aber soll man nur Gott, das heißt: allem, allen und sich selber; denn alles, alle und wir selbst sind in Gott, und Gott ist in allem, in allen und in uns.

Ludwig Börne, Schriftsteller (1786-1837)


Die Religion der Liebe, die christliche, ist seit mehr als achtzehn Jahrhunderten gegen alle Andersdenkenden eine Religion des Hasses, der Verfolgung, der Unterdrückung gewesen. Keine Religion der Welt hat der Menschheit mehr Blut und Tränen gekostet als die christliche, keine hat mehr zu Verbrechen der scheußlichsten Art Veranlassung gegeben; und wenn es sich um Krieg und Massenmord handelt, sind die Priester aller christlichen Konfessionen noch heute bereit, ihren Segen zu geben, und hebt die Priesterschaft der einen Nation gegen die feindlich ihr gegenüberstehende Nation flehend die Hände um Vernichtung des Gegners zu einem und demselben Gott, dem Gott der Liebe, empor.

Das Christentum ist freiheits- und kulturfeindlich. ... Es hat die Menschheit in der Knechtschaft und Unterdrückung gehalten und ist bis auf den heutigen Tag als vornehmstes Werkzeug politischer und sozialer Ausbeutung benützt worden und hat dazu gedient.

Das Gute, das während der Herrschaft des Christentums entstanden, gehört ihm nicht, und das viele Üble und Schlimme, das es gebracht, das wollen wir nicht, das ist mit zwei Worten unser Standpunkt.

August Bebel, Politiker (1840-1913)


Es ist leicht zu verstehen, warum das Christentum Jesu sich politisch und sozial nicht durchsetzen und durch Polizei und Kirche leicht unterdrückt werden konnte, während der Paulinismus die ganze westliche zivilisierte Welt... überflutete.

Es ist für mich ebenso leicht, zu glauben, dass das Weltall sich selber geschaffen hat, als dass ein Schöpfer des Weltalls sich selber schuf, nein vielleicht sogar leichter; denn das Weltall existiert in sichtbarer Form und schafft sich selbst im Fortschreiten ständig neu, während ein Schöpfer dieses Weltalls eine Hypothese ist.

Die Kirchen müssen Demut lernen, wie sie lehren.

Die Tatsache, dass sich der Gläubige glücklicher fühlt als der Ungläubige, besagt nicht mehr, als dass sich der Betrunkene glücklicher fühlt als der Nüchterne.

Jeder vernünftige Verstand beginnt mit einem lebensbejahenden Atheismus. Er befreit die Seele von Aberglauben, Schrecken, Duckmäusertum, gemeiner Willfährigkeit und Heuchelei und schafft Raum für das Licht des Himmels.

George Bernard Shaw, Dichter (1856-1950)


Das Christentum - Ein altes metaphysisches Märchen voller Wundergeschichten, Widersprüchen und Widersinn aus der glühenden Einbildungskraft des Orients entsprungen, hat sich über Europa verbreitet. Schwärmer haben es ins Volk getragen, Ehrgeizige sich zum Schein davon überzeugen lassen, Einfältige es geglaubt, und das Antlitz der Welt ist durch diesen Glauben verändert worden. Die heiligen Quacksalber, die diese Ware feilboten, haben sich zu Ansehen gebracht, sie sind Herrscher geworden, ja, es gab eine Zeit, wo sie Europa durch ihr Machtwort regierten. In ihrem Hirn entstand jener Priesterhochmut und jene Herrschsucht, die allen geistlichen Sekten zu eigen ist, wie ihr Name auch laute.

Die Macht der Geistlichkeit gründet sich auf die Meinung und Leichtgläubigkeit der Völker. Man kläre die letzteren auf, und der Zauber hat ein Ende.

Die Kirchengeschichte offenbart sich uns als ein Werk der Staatskunst, des Ehrgeizes und des Eigennutzes der Priester. Ehrwürdige Betrüger benutzen Gott als Schleier zur Verhüllung ihrer verbrecherischen Leidenschaften.

Den Ägyptern würde es nicht erlaubt gewesen sein, ihren Gott Apis zu verzehren; nur die Christen behandeln den Beherrscher des Universums so.

Kommen die Magistrate und die Theologen einmal ins Verbrennen, so würfen sie selbst die Bibel ins Feuer, wenn sie ihnen gerade in die Hände geriete.

Je mehr man die ungereimten Fabeln prüft, auf die sich verschiedene Religionen gründen, desto mehr bemitleidet man in der Tat die Leute, die leidenschaftlich an diesen Albernheiten hängen.

Friedrich II, preuß. König (1712-1786)


Was an der Haltung beider Kirchen auffällt, ist ihre heraushängende Zunge. Atemlos jappend laufen sie hinter der Zeit her, auf dass ihnen ja niemand entwische. Wir auch, wir auch! Nicht mehr wie vor Jahrhunderten: Wir! - Sozialismus? Wir auch. Jugendbewegung? Wir auch. Sport? Wir auch. Diese Kirchen schaffen nichts, sie wandeln das von anderen Geschaffene, das bei anderen Entwickelte in Elemente um, die ihnen nützlich sein können.

Was die Kirche nicht verhindern kann, das segnet sie.

Die Kirche rollt durch die neue Zeit dahin wie ein rohes Ei. So etwas von Empfindlichkeit war überhaupt noch nicht da. Ein scharfes Wort, und ein ganzes Geheul bricht über unsereinen herein: Wir sind verletzt! Wehe! Sakrileg! Unsere religiösen Empfindungen... Und die unseren-? Halten Sie es für richtig, wenn fortgesetzt eine breite Schicht des deutschen Volkes als "sittenlos", "lasterhaft", "heidnisch" hingestellt und mit Vokabeln gebrandmarkt wird, die nur deshalb nicht treffen, weil sie einer vergangenen Zeit entlehnt sind? Nehmt ihr auf unsere Empfindungen Rücksicht? Ich zum Beispiel fühle mich verletzt, wenn ich einen katholischen Geistlichen vor Soldaten sehe, munter und frisch zum Mord hetzend, das Wort der Liebe in das Wort des Staates umfälschend - ich mag es nicht hören. Wer nimmt darauf Rücksicht?

Auf Betreiben der katholischen Kirche, die manche ihrer Positionen wanken sieht, - keine Angst, wir sind in Deutschland! - lässt sich Rom neuerdings mit vielen Paragraphen schützen: eine Frömmigkeit hinter dem Stacheldraht der Gesetze. Das Wort: Die Gottlosen kommen! geht um. Aber eine so gute Propaganda, wie sie die Kirche gegen die Kirche macht, können wir gar nicht erfinden. Und ich weiß viele, die mit mir denken: Wir sind aus der Kirche ausgetreten, weil wir es nicht länger mitansehn konnten. Wir sind zu fromm.

Kurt Tucholsky, Schriftsteller (1890-1935)


In zwei, drei Jahrhunderten wird anerkannt werden, dass die fähigen Kopfjäger alle Christen sind.

Mark Twain, Schriftsteller (1835-1910)


Religiöse Verfolgung mag sich unter dem Deckmantel einer törichten und übereifrigen Frömmigkeit verbergen.

Edmund Burke, Politiker (1729-1797)


Die größte Wohltat, die man einem Menschen erweisen kann, besteht darin, dass man ihn vom Irrtum zur Wahrheit führt.

Das Weib verhält sich zum Mann wie das Unvollkommene und Defekte (imperfectum, deficiens) zum Vollkommenen (perfectum).

Thomas von Aquin, Theologe (1225-1274)


Die christliche Ideologie hat nicht wenig zur Unterdrückung der Frau beigetragen.

Simone de Beauvoir, Schriftstellerin (1908-1986)


Auch sie (die Ehe) basiert auf demselben Akt wie die Hurerei. Darum ist es das Beste für den Menschen, kein Weib zu berühren.

Quintus Tertullian, Kirchenschriftsteller (um 160-225)


Die Frau muss das Haupt verhüllen, weil sie nicht das Ebenbild Gottes ist.

Ambrosius, Kirchenlehrer (339-?)


Im Lügen und betrügen hat das Weib den Vorzug über alles, was da kann verlogen, betrogen und arglistig sein." In der gleichen, schriftlich dokumentierten Predigt in St. Michael, München, wird weiter ausgeführt, dass die Frauen "so wenig Hirn haben als ein Strohputz auf dem Acker, der für die Vogelschau ist hinausgestellt worden". ... "Ich rufe auf Befehl Gottes und so laut ich nur kann, lasset die Hexen nicht leben, mit Feuer und Schwert ist diese menschliche Pest vertilgen.

Georg Stengel, Jesuit (geb. 1584)


Vielleicht wird uns hier klar, warum wir vorhin auf den engen Zusammenhang des Weibes mit dem Tier aufmerksam machten: Sexualität führt zur Bestialität.

Rudolf Graber, Bischof (geb. 1903)


Die christliche Theologie ist die Großmutter des Bolschewismus.

Oswald Spengler, Philosoph (1880-1936)


...Einzig das Christentum hat das Folter- und Hinrichtungswerkzeug des Kreuzes zu seinem Symbol erhoben, das Wohn-, Schul-, Kranken- und Gerichtsräume "schmückt". ... Das Christentum zog dann auch von Anfang an eine blutige Spur durch die Geschichte, wie keine andere Religion.

Ernst von Xylander, Psychologe (1922-1998)


Es war und ist das Geschäft der Religion, Gott und den Menschen gegeneinander auszuspielen. Niemand verstand und versteht es so wie die christliche Kirche, den Menschen mit Schuldgefühlen unter Spannung zu bringen. Ist der Druck auf einem kaum noch erträglichen Höhepunkt getrieben, konnten und können die Kirchen mit dem Gnadenmittel der Sündenvergebung zur Stelle sein. Vor allem die Kirche selbst fand so einen Weg, die christliche Lehre nicht zu befolgen und dennoch von den Folgen dieses Nichtbefolgens freigestellt, "erlöst" zu werden.

Rudolf Augstein (aus: DER SPIEGEL 21/1999)


Die Kirche hat mit Hilfe ihrer Buß- und Beichtordnung das mittelalterliche Europa domestiziert.

Max Weber, Soziologe (1864-1920)


Der Hang der christlichen Religion zur Unterstützung totalitärer Politik, solange sie selber daraus Vorteile für ihre universalen Missionierungsansprüche zieht, entspringt der Geistesverwandschaft von religiösem und politischem Totalitarismus. Die "Volk ohne Raum"- und die "Volk ohne Seelen"-Ideologen sind sich darin einig, dass die Welt erst dann in Ordnung ist, wenn sich alle zur verkündeten Heilslehre bekehrt haben.

Aufklärung über den repressiven Charakter religiös begründeter Politik und die Analyse der emanzipationshemmenden Wirkung des Christentums in der Politik sind die erste Voraussetzung der offensiven Überwindung des zerstörerischen metaphysischen Einflusses auf die Bemühungen, durch andere politische Rahmenbedingungen die Chancen für diesseitiges Glück grundlegend zu verbessern.

Marcel Braumann, Publizist (geb. 1963)


Kirchengebet

Allmächtiger Gott! Herrscher der Heerscharen, der du in deiner Hand wägest mit Weisheit die Schicksale der Völker, der du mit Gerechtigkeit giebst Sieg deiner Sache, der gerechten! Lass unsere lange Prüfung jetzt vollendet seyn. Nimm uns in deinen Schutz; denn unsere Sache ist gerecht. Kröne unsere Waffen mit deinem Siege, damit Unrecht und Laster zu Schanden werde unter allen Völkern. Schütze und erhalte unseren theuren König, den Kronprinzen und das Königliche Haus. Schütze und erhalte unser Vaterland und alles, was gut ist und gerecht auf Erden, damit den Völkern, durch Tugend und Eintracht neu verbunden, wiederkehre segensreicher Frieden und Freyheit nach deinem Wort und deinem Gesetz. Amen.

(Entwurf zum Anschluss an den Aufruf des preußischen Königs "An mein Volk" 1813. Geheimes Staatsarchiv Berlin-Dahlem)

Theodor Gottlieb von Hippel, Staatsrat


Der Nationalsozialismus ist weder antikirchlich noch antireligiös, sondern im Gegenteil, er steht auf dem Boden eines wirklichen Christentums.

(Saarkundgebung 26.8.34 am Ehrenbreitstein bei Koblenz)


Zum Geburtstag des Führers

In Treue und Eintracht begeht die deutsche Nation am 20. April den 51. Geburtstag des Führers, der uns wieder mit ganzer Bewusstseinskraft die geschichtliche Größe und Bedeutung des Wandels vergegenwärtigt, der durch den Führer und sein Werk vollzogen worden ist. Dass der Geburtstag des Führers diesmal im Kriege begangen werden muss, lässt die Größe und Bedeutung dieses Wandels nur um so stärker hervortreten, da dieser Krieg unbestrittenermaßen nur entfesselt worden ist, um diesen Wandel in allen seinen Teilen wieder rückgängig und zunichte zu machen. Für die Gesamtheit der Deutschen ist der Führer die Verkörperung des deutschen Lebenswillens, der deutschen Hingabe an die Aufgabe und Sendung der Nation im Raume unseres Erdteiles, des leidenschaftlichen Einsatzes der eigenen Persönlichkeit für die Ehre und Wohlfahrt des Vaterlandes. Der wahre Christ sieht durch die Kraft seines Glaubens in allem Erdengeschehen das Walten göttlicher Führung und Fügung. Deshalb gilt an dem Tage, da der Führer ein neues Lebensjahr beginnt, sein erster und getreulichster Dank dem allmächtigen und allgütigen Gott, der durch die Hand des Führers das deutsche Volk aus dem Leben der Verelendung und Knechtschaft errettet hat und es die Tage seiner Wiedererhöhung erleben ließ. Im gleichen Atemzuge gilt sein Gebet dem Leben und Wirken des Mannes, den Gott zu seinem Willensvollstrecker erhoben hat, ihn gegen die Nachstellungen seiner Feinde siegreich beschützend. Und mit diesem Gebete vereinigt sich das Bekenntnis zu treuer, aufrechter und entschlossener Gefolgschaft. W. P.

Katholisches Kirchenblatt für das Bistum Augsburg, Titelseite 21.4.1940


Gott hat es zugelassen, dass das Vergeltungsschwert gegen England in unsere Hände gelegt wurde. Wir sind die Vollzieher seines gerechten göttlichen Willens.

Katholisches Kirchenblatt für das nördl. Münsterland 9.3.1941


Es gibt nur wenige Männer...und zu diesen großen Männern gehört unstreitig der Mann, der heute seinen 52.Geburtstag feiert - Adolf Hitler -. Am heutigen Tag versprechen wir ihm, dass wir alle Kräfte zur Verfügung stellen, damit unser Volk den Platz in der Welt gewinnt, der ihm gebührt.

Katholische Kirchenzeitung der Erzdiözese Köln 20.4.1941


Wir haben immer wieder und noch im Hirtenbrief des Sommers unsere Gläubigen zu treuer Pflichterfüllung, zu tapferem Ausharren, opferbereitem Arbeiten und Kämpfen im Dienste unseres Volkes in schwerster Kriegszeit eindringlichst aufgerufen. Mit Genugtuung verfolgen wir den Kampf gegen die Macht des Bolschewismus, vor dem wir deutschen Bischöfe in zahlreichen Hirtenbriefen vom Jahre 1921 bis 1936 die Katholiken Deutschlands gewarnt und zur Wachsamkeit aufgerufen haben, wie der Reichsregierung bekannt ist.

aus einer Denkschrift aller katholischen Bischöfe Deutschlands vom 10.12.1941


Ein Sieg über den Bolschewismus wäre gleichbedeutend mit dem Triumph der Lehren Jesu über die der Ungläubigen.

Die deutschen katholischen Bischöfe im Jahre 1942


... Möge uns der allmächtige Gott wie bisher so in alle Zukunft seine Hilfe geben, um unsere Pflichten so zu erfüllen, dass wir vor unserem Volk und seiner Geschichte in allen Ehren zu bestehen vermögen.

Adolf Hitler, Politiker (1889-1945)


Allmächtiger Vater, der Du die Gebete jener erhörst, die Dich lieben, wir bitten Dich, denen beizustehen, die sich in die Höhen Deines Himmels wagen und den Kampf zu unseren Feinden vortragen. ... Wir werden im Vertrauen auf Dich weiter unseren Weg gehen.

Gebet eines christlichen Geistlichen vor dem Abwurf der Atombombe auf Hiroshima -
zum "Schutz" der amerikanischen Bomberbesatzung
Die Kirche segnete beide Atombomben der USA (auf Hiroshima und Nagasaki am 6./9.08.1945).


Klerus und Krieg: man kann auch den Mantel der Nächstenlieb nach dem Wind hängen.

Was kann durch einen Weltkrieg entschieden werden? Nicht mehr, als dass das Christentum zu schwach war, ihn zu verhindern.

Der Teufel ist ein Optimist, wenn er glaubt, dass er die Menschen schlechter machen kann.

Humanität, Bildung und Freiheit sind kostbare Güter, die mit Blut, Verstand und Menschenwürde nicht teuer genug erkauft sind.

Karl Kraus, Schriftsteller (1874-1936)


Oh, Du großes irakisches Volk, oh, Ihr Angehörigen unserer mutigen Streitkräfte, oh Ihr Söhne der glorreichen arabischen Nation, oh, Männer, die Ihr guten Willens seid, die amerikanischen Teufel haben erneut einen Akt der Feigheit begangen und sich hinter einer Technologie versteckt, die sie in beschämender Weise einsetzen - doch das ist der Wille Gottes. ... Unsere Verluste sind gering. Gott hat den Angriff scheitern lassen - möge er sich jetzt der Seelen unserer Märtyrer annehmen. Gott ist der Größte, Gott ist der Größte, zum Teufel mit den Verfluchten! (Aus einer Ansprache 1996 an das Volk.)

Saddam Hussein, irakischer Staatschef



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